Wenn‘s am Werktor zweimal klingelt

Quelle: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

Quelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Ein Gang durch den Betrieb mit einem geschulten Augenmerk auf Arbeitsschutz sollte nicht erst dann stattfinden, wenn die Berufsgenossenschaft, der Unfallversicherungsträger oder ein Behördenvertreter vor der Tür steht. Die Betriebsbegehung sollte auch geschehen, um sich einen Überblick über den aktuellen Status von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu verschaffen, wenn eine neue Fachkraft für Arbeitssicherheit oder ein neuer Betriebsarzt seinen Dienst aufnimmt. Ebenso sind sie sinnvoll als Vorbereitung für Audits, Zertifizierungen oder andere wichtige Begehungen, etwa zum Thema Brandschutz.

Für engagierte Arbeitsschützer ist es substanziell, sich selbst ein Bild zu machen und die Betriebsbegehung regelmäßig einzuplanen.

Erster Schritt ist das Festlegen und Planen der Route durch den Betrieb. Ist es sinnvoll, den Betrieb in Teilbereichen zu begehen oder kann er komplett durchlaufen werden? Stehen die Bereiche fest, ist zu klären wer die Begehung (eventuell auch nur in Teilbereichen) begleitet. In Frage kommen unter anderem der Betriebsarzt, der Betriebsrat, Vorgesetzte, Brandschutzbeauftragte, aber auch externe Beteiligte wie etwa die Feuerwehr, ein Vertreter einer Behörde oder eines bestimmten Dienstleisters.

In einem nächsten Schritt ist zu klären, ob diese Personengruppe alle Bereiche sicher betreten kann. Wo bestehen Zutrittsverbote, wo müssen Anlagen aus Sicherheitsgründen angehalten werden und ist eine persönliche Schutzausrüstung notwendig, die vor Ort für die Kontrolleure in ausreichender Verfügung stehen muss?

Denken Sie auch daran, die Mitarbeiter und deren Vorarbeiter in den entsprechenden Bereichen zu informieren. Eventuell werden Abläufe durch die Begehung gestört oder es müssen Arbeiten unterbrochen werden. Das sollten Sie im Vorfeld unbedingt klar kommunizieren, damit es während der Begehung nicht zu Diskussionen kommt, was vor allem vor betriebsfremden Anwesenden ein unschönes Bild hinterlässt. Apropos Diskussionen: Bei Betriebsbegehungen ist es nicht nur Pflicht, sondern es empfiehlt sich auch einen Arbeitnehmervertreter einzuladen, um in kleiner Runde vor Ort offene Fragen und Konflikte anzusprechen.

Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Begehung schriftlich in einem Protokoll fest. Sie können durch solche Begehungsnotizen belegen, wann und auf welche Weise Sie Ihre Aufgabe wahrgenommen haben, vorhandene Risiken und Gefährdungen stets im Blick zu haben. Im Falle eines Falles, beispielsweise wenn der Vorwurf einer Pflichtverletzung laut wird, wenn es zu einem Störfall oder Arbeitsunfall kommt, ist es optimal einen sorgsam geführten Begehung und Unterweisungsplan vorlegen zu können, der alle Termine, zugeordneten Zuständigkeiten für den gesamten Betrieb und auch den aktuellen Zustand Ihres Betriebs schriftlich belegt.