Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

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Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.

Die Persönliche Schutzausrüstung allein reicht nicht

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Auf den meisten Baustellen und in einem Großteil der deutschen Betriebe ist es mittlerweile selbstverständlich, dass die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nutzen. Das allein sorgt auf jedem Fall für Pluspunkte bei den überraschenden Besuch der Kontrolleure der Berufsgenossenschaft oder Arbeitsschutzbehörde. Noch besser sind Sie vorbereitet, wenn Sie dokumentiert haben, wie umfangreich Sie Ihre Mitarbeiter in Sachen PSA unterweisen.

Dokumentieren Sie, auf welche Art Sie die Notwendigkeit des Tragens von PSA festlegen, etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ermitteln Sie mit ihrer Hilfe, bei welchen Tätigkeiten Ihre Mitarbeiter welche PSA-Komponenten tragen müssen und kennzeichnen Sie alle Arbeitsbereiche, in denen PSA-Tragegebote herrschen, durch entsprechende Gebotszeichen. Dokumentieren Sie die Schulungen und Unterweisung ihrer Mitarbeiter bezüglich des Tragens und Benutzen der PSA-Komponenten, die vorgeschrieben sind. Das Anlegen und Verwenden von PSA zum Schutz gegen tödliche Gefahren, wie beispielsweise Atemschutz oder Absturzsicherung, sollten Sie regelmäßig bzw. bei Bedarf einüben lassen.

Stellen Sie sicher, dass durch die Verwendung einer PSA-Komponente keine neue Gefährdung entsteht. So können beispielsweise beim Tragen von Gehörschutz akustische Warnsignale überhört werden oder optische Signale werden beim Tragen einer Schutzbrille übersehen. In solchen Fällen ist das Unternehmen gefordert, Abhilfe für mehr Sicherheit zu schaffen, indem alternative Warnsignale eingerichtet werden.

Unternehmen sollten beim Einkauf von PSA-Produkten nicht allein auf den Preis achten. Wichtiger ist die Anschaffung von hochwertigen Produkten mit langer Haltbarkeit und hohen Tragekomfort. Lange Haltbarkeit ist nicht selten auch ein Pluspunkt, der sich wirtschaftlich rechnet, wie auch bequeme und funktionelle PSA die Produktivität fördert. Zu jedem PSA-Element gehört eine schriftliche Benutzerinformation des Herstellers, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Die Produkte sollten die CE-Kennzeichnung aufweisen. Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich die Kennnummer der mit der Qualitätssicherung beauftragten, zugelassenen Stelle notwendig.

Je nach PSA ist es erforderlich, entsprechende Betriebsanweisungen zu erstellen. In diesen wird beispielsweise darüber informiert, welche Verfallsdauer und Tragezeitbegrenzung die PSA-Elemente haben, wo und wie die Mitarbeiter ihre PSA aufbewahren müssen, und welche Pflegemaßnahmen unter Umständen erforderlich sind.

Dokumentieren Sie für die Kontrollbehörden wie die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der PSA organisiert ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie die PSA vor der Nutzung auf äußerlich sichtbare Mängel zu prüfen haben und defekte oder beschädigte PSA nicht weiter benutzen dürfen. Regeln Sie das Aussortieren und die Entsorgung oder Reparatur verschlissener oder beschädigte PSA-Teile und klären Sie Ihre Mitarbeiter darüber auf, wo und auf welche Weise sie Ersatz erhalten können. Denken Sie daran, dass auch Praktikanten, Aushilfen, Ferienjobber und Zeitarbeiter eine persönliche Schutzausrüstungen benötigen. Vergessen Sie bitte auch nicht, für Besucher Schutzkleidung bereitzuhalten, sofern damit zu rechnen ist, dass sie entsprechende Betriebsbereiche mit PSA-Tragpflichten betreten.

Gegenüber den Kontrollbehörden können Sie zudem darlegen, auf welche Art Sie Ihre Beschäftigten beim Auswählen von PSA-Komponenten mit einbeziehen. Das erhöht die Trageakzeptanz bei den Mitarbeitern, ebenso wie es das konsequente Anmahnen tut, wenn Tragegebote nicht befolgt wurden. Stellen Sie klar, welche Konsequenzen das strikte Verweigern der vorgeschriebenen PSA hat, die von disziplinarischen Konsequenzen und Entzug von Vergünstigungen über Verwarnung und Verweis bis hin zur Kündigung reichen können.

Legen Sie vor den Kontrolleuren auch dar, welche Regelung Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen und dem Betriebsrat bezüglich dieser Konsequenzen getroffen haben.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und tragen Sie auch als Führungskraft eine PSA, wenn das Betriebsbereiche betreten, in denen sie erforderlich ist – und das nicht nur beim Kontrollgang mit den Behörden.

Arbeitsschutzgesetz erfordert Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte

Neue Praxisseminaren der HIRAcon Akademie: Beurteilung psychischer Belastungen, betriebliches Gesundheitsmanagement, gesunde Führung und Gefahrstoff-Koordination

Mit neuen Seminarangeboten startet die HIRAcon Akademie nach der Sommer-Akademie in den Herbst. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Seminaren, die den gesetzlichen Vorgaben der neu gefassten § 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes entsprechen. “Bisher ist vielen Fachkräften noch nicht klar, welche Anforderungen bei der Beurteilung von psychischen Belastungen an sie gestellt werden“, sagt Uwe Rau, einer der Geschäftsführer der HIRAcon Unternehmensgruppe. Die HIRAcon Akademie gehört mit zu den ersten Weiterbildungsanbietern, die Fachkräfte auf diese neuen Aufgaben vorbereiten. Als Berater und externe Fachkräfte können die HIRAcon-Experten natürlich auch direkt von den Unternehmen angefragt werden.

Praxisseminar zur Beurteilung von psychischen Belastungen

Mit diesem Praxisseminar geht die Akademie neue Wege. Erstmals findet ein Seminar statt, das von einer Arbeitspsychologin und einer Arbeitswissenschaftlerin begleitet wird. “Zudem haben sich bisher mit diesem Thema hauptsächlich Arbeitsmediziner beschäftigt, obwohl es bei den Arbeitsschützern in den richtigen Händen ist“, findet Uwe Rau. Psychische Belastungen jenseits der klassischen Gefährdung zu erkennen war bisher kein Thema für Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Durch die Gesetzesänderung im letzten Jahr rücken sie allerdings immer mehr in den Vordergrund. Auch die Berufsgenossenschaften fordern ein, dass psychische Gefährdungsbeurteilungen erstellt werden; die Anforderungen bleiben allerdings weiterhin nebulös.

Bei diesem Praxisseminar, das bereits im Oktober startet, übernehmen die Arbeitspsychologin und die Arbeitswissenschaftlerin die Schulung in Sachen Konzeption, Beratung und das Supervising der Teilnehmer, während die Experten der HIRAcon Akademie die Analyse und Instrumente zur psychischen Gefährdungsbeurteilung vermitteln. Rau: “Psychische Belastungen sind aktuelle Themen in der Arbeitswelt, da immer mehr Betriebe erkennen, welche Folgen beispielsweise Burn-Out und Stress auf die Leistungsfähigkeit haben.“ Für die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner, die sich das Praxisseminar richtet, sind diese Belastungen bisher schwer zu bestimmen, da sie zunächst nicht greifbar scheinen.“ Es braucht den richtigen Blick und Instrumente, um die Sensibilität zu entwickeln und zu erkennen, worunter die Stimmung der der Mitarbeiter leidet”, sagt Rau. Mitunter sei es die ungünstige Konstellation verschiedener Unternehmensbereiche wie etwa das Großraumbüro von Verkauf und Buchhaltung, die sich gegenseitig stören.

Das Fortbildungsseminar soll helfen zu erkennen, was psychische Belastungen sind, welche Auswirkungen sie auf das Unternehmen haben und welche Möglichkeiten bestehen, sie zu erfassen. Wie bewertet man die psychische Arbeitsbelastung nach ISO 10075 und welche erprobte Verfahren und nützliche Instrumente gibt es (u.a. SIGMA, BASA oder Impulstest)? [Link zum Seminarangebot]

Praxisseminar für betriebliches Gesundheitsmanagement

Anhand von Praxisbeispielen lernen die Teilnehmer mehr darüber, welche Maßnahmen zu einem funktionierenden betrieblichen Gesundheitsmanagement gehören und wie sie sie auf ihre betriebliche Situation anwenden können. Die Dozentin, die auch für die DGUV tätig ist, vermittelt in dieser Fortbildung für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner die Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Hierbei geht es nicht nur um die Eingliederung nach längerer Krankheit (BEM), sondern auch darum, wie die Eigenverantwortung des Einzelnen gestärkt werden kann und wie sich das BGM in Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation sowie in Kommunikation und Führung einbinden lässt. [Link zum Seminarangebot]

Praxisseminar zu gesunden Führung

Führungskräfte und Unternehmer erlernen in diesem Praxisseminar realistische Möglichkeiten der Gesundheitsförderung kennen. Wie hängen Gesundheit, Produktivität und Führung zusammen und was sind die Prinzipien und Grenzen eines gesunden Führungsverhaltens? Die Teilnehmer stellen sich dem Selbstcheck und reflektieren ihren eigenen Führungsstil. Auch der Umgang mit Druck, Konflikten und Produktivitätsproblemen wird zum Thema und die Teilnehmer lernen verschiedene Stufen der Problemlösung kennen. http://www.hiracon-akademie.de/seminar_730.html

Kompaktseminar zum Koordinator für Gefahrstoffe

Seit 2010 gilt eine neue Gefahrstoffverordnung, die besagt, dass ein entsprechender Koordinator bestellt werden muss, sofern bestimmte Gefährdungen vorliegen. “Bis heute ist oftmals nicht klar, welche Anforderungen genau an die Beteiligten gestellt werden“, sagt Uwe Rau.

Während des Kompaktseminars lernen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die SIGE-Koordinatoren grundlegende Kenntnisse für die Koordinationstätigkeit und erlernen, wie sie Gefahrstoffe erkennen, einstufen und bewerten. Themen sind unter anderem grundlegenden Rechtsvorschriften sowie die Anforderungen an die Beteiligten bezüglich der Gefährdungsbeurteilung und des Gefahrstoffkatasters. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat als Koordinator für Gefahrstoffe (GefaKO). [Link zum Seminarangebot]

Das Seminarcenter:

Mit der HIRAcon Akademie (ehemals HDS Akademie) ist die HIRAcon Unternehmensgruppe in einigen Bereichen bundesweiter Marktführer mit ihren Weiterbildungsangeboten im Arbeits- und Brandschutz. Zum Seminarangebot gehören unter anderem Aus- und Fortbildungen für Sicherheits-Koordinatoren, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragte und Sicherheitsbeauftragte sowie Stapler- und Kranführerscheine.

Die modern ausgestatteten Seminarräume werden nicht nur für die hauseigene Schulung und Ausbildung in Sachen Arbeitsschutz genutzt, sondern auch von externen Firmen, Gruppen und Vereinen für Veranstaltungen, Fortbildungen oder auch stundenweise für Bewerbungsgespräche angemietet.

Von 24 bis 85 Quadratmetern Größe sind insgesamt fünf Seminarräume verfügbar, die je nach Bedarf mit entsprechender Bestuhlung und Technik ausgerüstet werden. Wer möchte, kann die Grundmiete um zusätzliche Pakete aufstocken, etwa Mittagsessen durch ortsansässige Caterer, Kaffee- und Kuchenpausen, aufwendige Technik für Videokonferenzen oder die Nutzung in den Abendstunden und an Wochenenden.

Zum Unternehmen:

Die HIRAcon Unternehmensgruppe aus Neuss bietet Dienstleistungen im weiten Feld des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Firmen der Gruppe sind in der beruflichen Bildung, aber auch als Unternehmensberatung für Arbeits- und Betriebssicherheit, Brandschutz, Gefahrstoffmanagement und HACCP sowie als Fachverlag für Arbeits- und Brandschutz und Seminarraumvermieter tätig.

Der HDS Arbeitsschutz berät seit mehr als 15 Jahren erfolgreich in allen Belangen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Die HIRAcon GmbH möchte die seit vielen Jahren in der Praxis erprobten und erfolgreichen Handlungshilfen und Handbücher der HDS Arbeitsschutz GmbH einer breiteren Nutzerkreis zugänglich machen, beispielsweise über den HIRAcon Verlag.

Ein weiteres Standbein des Unternehmens bildet die HIRAcon Consulting. Die HIRAcon Consulting ist als Unternehmensberatung in den hochsensiblen Bereichen Brand- und Explosionsschutz, Gefahrstoffmanagement, Maschinensicherheit sowie Lebensmittelhygiene tätig.

Die HIRAcon Akademie ist einer der größten Anbieter von Fachseminaren aus den Bereichen Arbeits- und Brandschutz.

In der Enge steckt die Tücke

Das Gefahrenpotenzial in engen Räumen ist besonders hoch.

Foto: Bernd Kasper/pixelio.de

Das Arbeiten in engen Räumen birgt ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko. Erstickungen, elektrische Unfälle und Explosionen sind nur einige der Vorkommnisse, die in engen Räumen vermehrt auftreten.
Zu den engen Räumen gehören unter anderem Behälter, Silos, Kessel, Tanks, Kastenträger von Brücken oder Kranen, Hohlräume, fensterlose Räume wie Keller oder Stollen oder Rohrleitungen. Auch Gruben, Schächte, Gräben und Kanäle zählen zu den engen Räumen.
Arbeiten in engen Räumen werden oft an Subunternehmer vergeben. Bei Reinigungsarbeiten oder Konservierungsarbeiten ist das eine gängige Praxis.

Koordinator behält den Überblick

Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist deswegen ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, welche Gefährdungen entstehen können, wenn mehrere Arbeiter unterschiedlicher Firmen in engen Räumen arbeiten. Auch von Arbeiten in benachbarten Räumen oder an den begrenzenden Bauteilen können Gefährdungen für die Arbeiter in engen Räumen ausgehen.
Zur Absicherung ist es daher immens wichtig, rechtzeitig die Abstimmung aller Beteiligten zu koordinieren. In den Bestimmungen von § 6 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention” (BGV A1) ist daher ausdrücklich festgelegt, dass gleichzeitig mit der Vergabe der Arbeiten eine Person als Koordinator zu bestimmen ist. Diesem Koordinator wird die Aufgabe zuteil, die Arbeitsabläufe der beteiligten Unternehmen so aufeinander abzustimmen, dass eine gegenseitige Gefährdung jederzeit ausgeschlossen ist.
Zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Verpflichtungen, die beispielsweise die Unterweisung betreffen, ist es für alle Beteiligten wichtig, den Kontakt zueinander suchen, Absprachen zu treffen, Rücksicht auf die Abläufe und Bedürfnisse der anderen nehmen und sich an Vereinbarungen zu halten.
Damit dies gelingt, sollte dem Koordinator auch die Weisungsbefugnis gegenüber betriebsfremden Personen eingeräumt werden.

Rechtzeitig an die Sicherheit denken

Nicht nur der Auftraggeber, in dessen Unternehmen andere Firmen tätig werden, ist zur Abstimmung verpflichtet. Auch, wer als Auftragnehmer oder als Subunternehmer tätig wird, muss das Gespräch und die Abstimmung suchen.
Für Subunternehmer empfiehlt es sich, Art und Umfang der Arbeiten rechtzeitig vor Beginn dem Hauptunternehmer anzuzeigen. Wichtig ist, alles für die für die Einschätzung der Gefährdung notwendigen Angaben mitzuteilen. Wenn nicht schon geschehen, sollte der Subunternehmer vorschlagen, dass ein Koordinator bestimmt wird.
Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes, die beim Arbeiten in engen Räumen zu erfüllen sind, sind in verschiedenen Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsschutzbestimmungen sowie in BG-Regeln, BG-Informationen, Merkblättern und anderen Regeln der Technik, insbesondere DIN-Normen und VDE-Bestimmungen, enthalten.

Die Gefährdungsbeurteilung – wozu das alles?

Das Ziel einer Gefährdungsbeurteilung ist, sich der Gefahren am Arbeitsplatz bewusst zu werden. Alle Tätigkeiten werden genau unter die Lupe genommen, um mögliche Risiken zu erkennen und sicher mit ihnen umzugehen.

Trockenen Fußes

Foto: Zaubervogel / Pixelio.de

Jeder Mensch macht dies jeden Tag – mehr oder weniger unbewusst. Jedes Mal, bevor wir eine Straße überqueren, schauen wir nach links und rechts und setzen erst einen Fuß auf die Fahrbahn, wenn wir sicher sein können, nicht überfahren zu werden. Dabei schätzen wir die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge ein, die Breite und Beschaffenheit der Straße, mögliche zusätzliche Gefahrenquellen wie Glätte, Nässe oder schlechte Sicht und natürlich unsere Geschwindigkeit (eventuell beeinträchtigt durch Kinderwagen, Getränkekästen oder hohe Schuhe).

Je nachdem, welche Voraussetzungen die Straßenüberquerung hat, werden Sie den Zeitpunkt anders wählen. Bei einer unbekannten Holzbrücke über Schluchten oder Flüsse kommen Sie vielleicht zu dem Schluss, sie gar nicht zu betreten, weil sie zu unsicher erscheint. Aber können Sie das wirklich sicher beurteilen, wenn Sie nicht wissen, worauf Sie hier achten müssen?

Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung beurteilt alle Randbedingungen und Kriterien, die zur Bewertung und Handlungsentscheidung notwendig sind. Sie stellt sicher, dass Sie wissen, worauf zu achten ist, damit aus Unsicherheit Sicherheit wird.

Rechtlicher Hintergrund

Ob und wie eine Gefährdungsbeurteilung gefordert ist, wird unter anderem in diesen Verordnungen und Gesetzen thematisiert

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §§ 4 – 5
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) §§ 3, 9
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) §7, §16, Anh 1 – 5
  • berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerken wie BGV, BGR, BGI und BGG

Darin wird klar festgehalten, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, die Gefährdungen, die auf die Mitarbeiter wirken, einzuschätzen und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zum Gesundheits- und Umweltschutz zu treffen.

Das gilt nicht für für große Firmen oder Betriebe, in denen mit offensichtlich gefährlichen Gütern, Werkzeugen und Maschinen gearbeitet wird.

Im Nachbarland Dänemark verfügen im Durchschnitt 77 % der Betriebe über eine Gefährdungsbeurteilung, unter den Betrieben ab 50 Mitarbeitern sind es sogar 98 %. Selbst 71 % der Betriebe mit einem bis neun Angestellten haben Arbeits- und Gesundheitsschutz auf diese Weise begutachten lassen (Quelle: Befragung des Gewerkschaftsbunds Dänemark LO, 2004).

In Deutschland herrscht dagegen Nachholbedarf. Vielen Betrieben erscheinen die gesetzlichen Forderungen zu abstrakt, zu theoretisch, zu bürokratisch – oder sie lassen es einfach darauf ankommen. Ein gefährlicher Tanz auf dem Eis, denn ein Unfall ist schnell passiert und umso tragischer, wenn er hätte verhindert werden können.

Lesen Sie hier, welche Vorteile eine Gefährdungssbeurteilung für Unternehmen hat.