Mit dem E-Scooter sicher unterwegs im Straßenverkehr oder Betrieb

E-Scooter

Quelle: Uwe Rau/Hiracon

Seit geraumer Zeit sind sie aus den Innenstädten nicht mehr wegzudenken und auch in einigen Unternehmen sind sie bereits zu finden. Die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Zugelassen für den öffentlichen Straßenverkehr, sollen sie vor allem dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreundlich zu machen.

Allerdings ereigneten sich bereits kurz nach der Straßenzulassung mehrere schwere Unfälle, was heftige Diskussionen zum sicheren Umgang mit dem Gefährt auslöste.

Nachfolgend einige Informationen der gesetzlichen Unfallversicherung, die dazu beitragen sollen, dass der Fahrspaß auch sicher bleibt.

(Quelle: DGUV vom 04.07.2019)

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer Warnklingel ausgestattet sein.

Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht.

Fahren dürfen E-Scooter nur auf Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

  • Fahren Sie möglichst hintereinander.
  • Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit den E-Scootern im Rahmen des innerbetrieblichen Verkehrs, stellt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

 

Wer hoch hinaus will …

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Foto: Petra Bork / pixelio.de

Auch wenn die Stürze von der Leiter nicht mehr zu den häufigsten Arbeitsunfällen zählen, bleibt die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen bestehen – selbst aus geringer Höhe.

Sicherheitsfachkräfte sollten daher systematisch vorgehen, um dafür zu sorgen, dass beim Umgang mit Leitern die wichtigen Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden.

Arbeitsmittel wählen

Zunächst gilt es, durch eine Gefährungsbeurteilung festzustellen, ob eine Leiter die richtige Wahl ist oder doch besser die sicherere Variante wie Gerüste und Podeste, Hubarbeitsbühnen oder der Arbeitskorb am Gabelstapler zu bevorzugen ist.

Fragenschema zur Wahl der Arbeitsmittels:

  • Welche Aufgabe muss erfüllt werden und welche Rahmenbedingungen sind gegeben (z. B. Höhenunterschied, Dauer, Häufigkeit, Arbeitsumgebung)
  • Welche Arbeitsmittel kommen in Betracht (Steh-, Anlege-, Podestleiter, Gerüst, Hubarbeitsbühne, Arbeitskorb, …)?
  • Welche Gefährdungen könnten bei den möglichen Arbeitsmitteln auftreten?
  • Wie sind diese Risiken zu bewerten?
  • Bei welchem Arbeitsmittel ist das Restrisiko am geringsten?

Diese Gefährdungsbeurteilung sollte gewissenhaft durchgeführt werden, denn im Falle eines Unfalls wird sich die Sicherheitsfachkraft, bzw. der Arbeitgeber rechtfertigen müssen, warum er nicht eine sicherere Methode des Aufstiegs gewählt hat.

Leitern sind nicht immer und überall zulässig. Als Verkehrswege, um von A nach B hinauf- oder herabzusteigen, dürfen sie nur vorübergehend eingesetzt werden, beispielsweise auf Baustellen.

Beim Einsatz als Arbeitsplätze unterliegen Leitern folgenden Bedingungen, die erfüllt sein müssen:

  • der Standplatz darf nicht höher als sieben Meter sein
  • ist der Standplatz höher als zwei Meter, darf die Arbeitsdauer nicht mehr als zwei Stunden betragen
  • Werkzeug und Arbeitsmaterial auf der Leiter dürfen nicht schwerer als zehn Kilogramm sein
  • mitgeführte Gegenstände auf der Leiter dürfen nicht größer sein als ein Quadratmeter
  • zusätzliche Gefahren durch Arbeitsstoffe oder Geräte sind auf der Leiter auszuschließen
  • die Arbeiten sollten nur einen geringen Kraftaufwand erfordern

Sind die Arbeiten für den Einsatz einer Leiter geeignet, muss im nächsten Schritt entschieden werden, welche Art von Leiter (etwa eine Podestleiter, eine Steh- oder Anlegeleiter) die größtmögliche Sicherheit aufweist.

Allerdings: Jede Leiter ist nur so sicher, wie ihre Handhabung. Deswegen ist die Sicherheitsunterweisung für alle, die mit und auf Leitern arbeiten, außerordentlich wichtig.

Für fahrbare, freistehende Schiebeleitern, die handbetrieben aufgerichtet und ausgeschoben werden, gilt wie für alle mechanischen Leitern: Erstellen Sie eine Betriebanweisung als Grundlage der Sicherheitsunterweisung.

Der sichere Schreibtisch

Natürlich: Ein Arbeitsplatz am Schreibtisch in einem durchschnittlichen Büro ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein sichererer Arbeitsplatz als beispielsweise die Arbeit am Hochofen oder auf einer Bohrinsel.

Foto: Cornelia Menichelli / pixelio.de

Oftmals denkt man in erster Linie an Ergonomie, wenn es um die Gesundheit im Büro geht. Schließlich gehören Rückenprobleme, Verspannungen im Nacken und Überlastungen der Handgelenke zu den häufigsten Beschwerden.

Wenn es allerdings um die Sicherheit geht, ist der Arbeitgeber ebenso gefragt. Er muss beispielsweise sicherstellen oder durch geschulte Mitarbeiter, bzw. externe Fachleute sicherstellen lassen, dass Verkehrs- und Rettungswege freigehalten werden.

  • Schubladen und Türen von Schreibtischen und Schränken sollten nicht unnötig offen stehen.
  • Die Mitarbeiter dürfen keinesfalls Stühle oder Tische als Leiter-Ersatz benutzen. Stattdessen sollten genügend Leitern oder kleinere Aufstiegshilfen vorhanden sein, auf die sie bei Bedarf zurückgreifen können.
  • Auf Büroschränken dürfen keine schweren Gegenstände abgelegt werden, da sie beim Herunterheben zu Stürzen oder Verletzungen führen können. Zudem gefährden sie unter Umständen die Statik der Schränke.
  • Verkehrswege dürfen ebenso wie Fluchtwege niemals als Abstell- oder Lagerflächen genutzt werden. Auch nicht für kurze Zeit.
  • Fluchttüren müssen frei gehalten werden und dürfen nicht abgeschlossen werden.
  • Die Mitarbeiter müssen darauf hingewiesen werden, dass sie im Notfall die Treppenhäuser benutzen müssen und keinesfalls den Fahrstuhl.
  • Computer-, Telefon- oder andere Kabel sollten möglichst gar keine Verkehrswege kreuzen. Falls doch, müssen sie so abgedeckt werden, dass sie nicht zur Stolperfalle werden können.
  • Auch Fußmatten und Bodenbeläge müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit hoch stehende Ecken und Unebenheiten schnell entdeckt und in Ordnung gebracht werden können.

In jedem Büro gibt es eine Vielzahl elektrischer Geräte. Einige sind für die Schreibtischarbeit direkt nötig, andere dienen der Produktion oder werden in den Pausen eingesetzt. Wer für die Sicherheit im Betrieb verantwortlich ist, sollte sicherstellen, dass die Beschäftigten sich an bestimmte Verhaltensregeln halten.

  • Elektrische Betriebsmittel und Anlagen jeglicher Art dürfen nicht mehr benutzt werden, wenn sie Mängel aufweisen.
  • Elektrische Geräte dürfen nicht selbst repariert werden.
  • Werden Schäden und Mängel entdeckt, müssen sie gemeldet werden, beispielsweise an eine Sicherheitsfachkraft, an eine Elektrofachkraft oder zumindest dem Vorgesetzten.
  • Die Mitarbeiter müssen sich beim Nutzen der Geräte an deren Betriebsanleitung halten. Es ist daher darauf zu achten, dass alle Gebrauchsanweisungen vorhanden sind. Es empfiehlt sich, die Originale zentral zu sammeln und Kopien für die Mitarbeiter greifbar auszulegen.
  • Private Elektrogeräte wie beispielsweise Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder auch Radios müssen beim Vorgesetzten angemeldet werden, bevor sie erstmals am Arbeitsplatz eingeschaltet werden.
  • Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel dürfen nicht über ihre zulässige Nennbelastung genutzt werden (Kennzeichnung beachten).
  • Alle elektrischen Geräte, die nach Feierabend nicht mehr gebraucht werden, müssen abgeschaltet werden. Das dient zum einen dem Stromsparen, ist aber wegen der möglichen Überhitzung und somit Brandgefahr notwendig.
  • Stellt ein Mitarbeiter eine Störung an einem Gerät fest, muss er es sofort abschalten und den Stecker ziehen.
  • Es ist wichtig, nur Geräte einzusetzen, die durch eine unabhängige Prüfstelle getestet wurden und ein GS-, VDE- oder gleichwertiges Prüfsiegel tragen.
  • Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Ortsveränderliche, wie beispielsweise Stecker oder Steckdosen, müssen alle zwei Jahre durch die Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person überprüft werden.

Unachtsamkeit kann schwere Folgen haben. Deswegen sollten die Mitarbeiter auch die Vorgaben zum Thema “Gefährliche Abfälle” beachten. Darüber hinaus können natürlich für Chemikalien, Putzmittel oder andere Stoffe weiterführende Bestimmungen gelten. Immer und in jedem Büro gilt aber:

  • Scharfkantige und spitze Gegenstände wie Steck- oder Sicherheitsnadeln, Klingen oder Scherben dürfen nicht im Mülleimer entsorgt werden. Kleine Gegenstände sollte man besser mit einem Hinweis versehen für das Reinigungspersonal an einer gut sichtbaren Stelle ablegen. Größere Gegenstände wie etwa die Scherben einer Wasserflasche sind in einem Eimer besser aufgehoben.
  • Raucher dürfen ihre Aschenbecher nicht direkt in den Mülleimer werfen. Noch zwei Stunden nach Ausdrücken der Kippe besteht die Gefahr eines Schwelbrands. Besser: In eine luftdichte Dose umfüllen und entsorgen, wenn keine Gefahr mehr besteht (das mindert auch den Geruch).

Die Teeküche gehört zu den meist besuchtesten Räumen eines Büros. Wo Lebensmittel ins Spiel kommen, gelten für alle Mitarbeiter besondere Vorgaben, die über die regulären Anforderungen an Hygiene und Rücksichtsnahme hinausgehen:

  • Reinigungsmittel und andere Produkte, die Gefahrenstoffe enthalten können, müssen getrennt von Lebensmitteln aufbewahrt werden. Bei starken Mitteln empfiehlt es sich, sie in einem separaten, gut durchlüfteten Raum zu lagern.
  • Egal, wo sie gelagert werden: Gefahrstoffhaltige Produkte dürfen nie in Behälter abgefüllt werden, die für Lebensmittel gedacht sind oder waren, etwa in Wasserflaschen oder Keksdosen.

Falls gegen alle Vorsicht doch etwas passiert, zeigt sich, ob der Arbeitgeber gute Vorarbeit geleistet hat und seinen Pflichten nachgekommen ist:

  • Stehen Verbandskästen und Feuerlöscher in ausreichender Zahl bereit? Sind ihre Standorte deutlich gekennzeichnet?
  • Wird der Inhalt der Erst-Hilfe-Verbandkästen monatlich überprüft auf Haltbarkeit der einzelnen Komponenten und Vollständigkeit? Werden abgelaufene Teile durch neue ersetzt?
  • Werden Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre durch eine befähigte Person eines Brandschutzfachbetriebs geprüft?
  • Werden mindestens einmal im Jahr Erste-Hilfe- und Brandschutzübungen mit den Mitarbeiter durchgeführt?

Werden alle diese Punkte beachtet, ist der Arbeitsplatz am Schreibtisch noch ein Stück weit sicherer als die Bohrinsel.