Berufskrankheiten: Wenn der Job krank macht

Quelle:  Michal Jarmoluk/jarmoluk / pixabay.com

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Jeder Arbeitsplatz ist anders, jeder Arbeitsplatz birgt mehr oder weniger große Risiken für seine Benutzer. Wer am Schreibtisch sitzt und von 9 bis 17 Uhr Zahlenkolonnen in den Computer haut, ist dabei natürlich in einer sichereren Arbeitsumgebung tätig als der Fahrer eines Rettungswagens oder ein Bauarbeiter, der an einem Hochhaus mitbaut.

Was genau ist eigentlich eine Berufskrankheit?

Jeder kann eine Berufskrankheit bekommen: Die Möglichkeiten reichen von Lärmschwerhörigkeit bis hin zu Infektionskrankheiten. Der Katalog der anerkannten Berufskrankheiten in der Anlage 1 der Berufskrankheitenverordnung (BKV) umfasst aktuell etwa 70 Positionen. Ein Beschäftigter muss die im Katalog gelistete Krankheit tatsächlich durch seine berufliche Tätigkeit erlangt haben, damit sie anerkannt wird.

Dazu sagt § 9 des Sozialgesetzbuchs (SGB) VII der Gesetzlichen Unfallversicherung Folgendes: Ärztlich zu behandelnde Gesundheitszustände sind dann Berufskrankheiten, wenn sie nach medizinischer Erkenntnis „durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“. Somit bringen bestimmte Branchen wie etwa die Kohleindustrie, der Gefahrguttransport, das Bau- oder natürlich auch das Gesundheitswesen ein erhöhtes Risiko mit sich, dass Beschäftigte derartige Erkrankungen ausbilden. Seit zwanzig Jahren erstellt der ärztliche Sachverständigenbeirat „Berufskrankheiten“, der dem Gremium für Arbeit und Soziales untersteht, die erforderlichen Merkblätter für Ärzte. Außerdem formuliert er die wissenschaftlichen Begründungen für die Aufnahme einer Erkrankung in die Berufskrankheitenliste, die als solches bereits seit 1925 existiert.

In meinem Ohr piept´s – Was muss ich tun?

Jedes Jahr kommen in Deutschland knapp 100.000 Verdachtsfälle zusammen – ein Fünftel von ihnen erweist sich schließlich als zutreffend. Den Betreffenden wird eine Rente zugesprochen.

Wer glaubt, tatsächlich eine Berufskrankheit zu haben, muss zunächst beim (Betriebs-)Arzt vorstellig werden, der wiederum dem jeweiligen Unfallversicherungsträger Bericht erstattet. Danach wird die Krankheitsgeschichte des Patienten aufgenommen, die Arbeitstätigkeit in Hinblick auf den bestehenden Verdacht genau überprüft, außerdem erfolgen eventuell Messungen sowie Befragungen der Kollegen. Nach der Analyse durch einen Sachverständigen wird über eine Anerkennung oder Ablehnung entschieden. Erfolgt eine Ablehnung, kann der Betroffene seine Sache noch vor dem Sozialgericht vorbringen und hier auf eine spätere Rentenbewilligung hoffen.

Fazit

Jeder Arbeitgeber sollte sich um einen ausreichenden Schutz seiner Mitarbeiter kümmern, um die Ausbildung von Berufskrankheiten zu vermeiden. Sicherheitskleidung und regelmäßige Messungen stellen unerlässliche Maßnahmen dar. Darüber hinaus können viele schädliche Einflüsse durch Lärm oder Staub häufig nur in Maßen eingeschränkt werden. Jedwede Anzeichen eventueller Kankheiten sind ernstzunehmen und einem Arzt vorzustellen, damit entsprechende Pflegemaßnahmen zeitnah ergriffen werden und eine frühe finanzielle Absicherung durch eine Rente erfolgen kann.