Erste Hilfe rettet Leben

Quelle: Hans/Pixabay

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Mal ehrlich: Wüssten Sie aus dem Effeff wie eine korrekte Herz-Lungenwiederbelebung funktioniert oder wie Sie eine stark blutende Wunde erstversorgen müssen?

Alarmierend: Nur jeder Fünfte ist in der Lage, eine lebensrettende Wiederbelebung durchzuführen. Informieren Sie sich, welche Pflichten für eine funktionierende Erste Hilfe am Arbeitsplatz relevant sind. Mit diesen Hinweisen ist Erste Hilfe in Ihrem Betrieb keine Hürde mehr.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz

Sie als Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass in Ihrem Betrieb Erste Hilfe möglich ist. Sie sorgen für materielle, personelle und organisatorische Vorarbeit. Haken Sie die folgenden Punkte am Beispiel eines Verbandskastens ab

  1. Sie müssen Verbandskästen und das nötige Material zu Verfügung stellen
  2. Kennzeichnen Sie die Verbandkästen
  3. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was im Notfall zu tun ist (z. B. mit einem Aushang des Erste-Hilfe-Plans)

Dieser Pflicht müssen Sie bereits ab nur einem Mitarbeiter nachkommen. Anders sieht es bei gleich oder mehr als zwei Mitarbeitern aus. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ersthelfer ausgebildet werden. 5 – 10% der Mitarbeiter sind bei größeren Betrieben eine empfohlene Zahl an Ersthelfern. Bei diesen ermächtigten Stellen werden Ersthelfer fachgerecht ausgebildet:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • Deutsche Rotes Kreuz (DRK)
  • Malteser Hilfsdienst (MHD)
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG)

Rettungskette beachten

Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge dafür, dass eine geregelte Rettungskette möglich ist und eingehalten wird. Diese Schritte verhelfen dazu, Mitarbeiter, die einen Unfall am Arbeitsplatz haben, geregelt zu versorgen.

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Sichern Sie die Unfallstelle.
  3. Bringen Sie Personen aus dem Gefahrenbereich. Achten Sie jedoch auch auf Ihre eigene Sicherheit.
  4. Versorgen Sie die Wunde bei kleinen Verletzungen.
  5. Rufen Sie einen Rettungswagen bei größeren Verletzungen oder nicht ansprechbaren Personen.
  6. Leisten Sie Erste Hilfe mit Sofortmaßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.
  7. Fahren Sie mit ins Krankenhaus.

Die fünf W-Fragen

Auch wenn manche Mitarbeiter nicht zum Ersthelfer ausgebildet werden: Sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter die fünf W-Fragen im Kopf haben, bevor sie einen Notruf absetzen. Bei einem Notfall rufen Sie sofort den Rettungswagen und beantworten auf Nachfrage diese fünf Fragen:

  • Wo genau hat sich der Unfall zugetragen?
  • Was ist passiert?
  • Gibt es Verletzte? Wenn ja, Wie viele?
  • Um Welche Art von Verletzung handelt es sich?
  • Zum Schluss: Warten Sie auf weitere Rückfragen

Der Job geht weiter – auch nach dem Unfall

Wenn Ihre Mitarbeiter bei kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten, wird dies in einem Verbandbuch dokumentiert. Bestehen Sie darauf, dass der Vorgesetzte und Sie als Arbeitgeber darüber informiert werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen muss eine Unfallanzeige in dreifacher Ausführung angefertigt werden. Ein Exemplar der Unfallanzeige ist an den zuständigen Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu senden. Unterliegt das Unternehmen der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht (bei landwirtschaftlichen Betrieben, nur soweit sie Arbeitnehmer beschäftigen), ist ein Exemplar an die für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Staatl. Amt für Arbeitsschutz) zu senden. Ein Exemplar dient der Dokumentation im Unternehmen. Darüber hinaus müssen Sie als Arbeitgeber den Arbeitnehmer explizit darüber informieren, dass er ebenfalls ein Recht auf eine Kopie hat.

Großer Betrieb = mehr Hilfe?

Sie sind Arbeitgeber in einem großen Betrieb? Bedeutet das nun für Sie auch (noch) mehr Hilfe? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Ihre Mitarbeiter in einem großen Betrieb oder sogar besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind, müssen mehr Vorbereitungen getroffen werden. Das bedeutet für Sie

  • Mehr Verbandskästen
  • Medizinische Gerätschaften wie z. B. Defibrillatoren
  • Technische Hilfsmittel wie z. B. Krankentragen
  • Betriebssanitäter
  • Erste-Hilfe-Räume

gehören zum Inventar Ihres Betriebes.

Zum Schluss: Checkliste

Damit in Ihrem Betrieb Erste Hilfe gewährleistet wird, beachten Sie zum Schluss die folgende Checkliste.

  • Stellen Sie Verbandskästen zu Verfügung und machen Sie diese, sowie den Erste-Hilfe-Plan, deutlich kenntlich.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Ersthelfer in Ihrem Betrieb ab zwei Mitarbeitern.
  • Befolgen Sie die Rettungskette und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Reihenfolge.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die fünf W-Fragen.
  • Fertigen Sie nach einem Unfall eine Unfallanzeige an und informieren Sie den Arbeitnehmer über sein Recht auf ein Exemplar.
  • Bei großen Betrieben oder gefährlichen Arbeiten sorgen Sie für mehr Ausrüstung, Sanitäter und Erste-Hilfe-Räume.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Brandschutzhelfer in Ihrem Betrieb.

Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema. Es betriff uns alle: Sie als Arbeitgeber, Ihre Mitarbeiter und Privatpersonen. Daher gilt auch im Betrieb: Erste Hilfe rettet Leben.