Freispruch für den Tonerstaub

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Seit etlichen Jahren stehen Laserdrucker unter Verdacht, durch Tonerstaub und Emissionen die Gesundheit der Mitarbeiter schädigen. Initiatoren mit unterschiedlichen Interessen strengten Studien an, die diesen Verdacht bestätigten oder widersprachen. Auch wir haben bereits für das Thema sensibilisiert.
Nun gibt es von hoch offizieller Stelle die Entwarnung. Im Sommer hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bekannt gegeben: Danach besteht für Beschäftigte im Büro kein Anlass zur Sorge, selbst wenn sie als Servicetechniker oder als Mitarbeiter eines Recyclingsbetriebes sehr häufig mit den Druckern, Kartuschen und ihren Inhalt in Kontakt kommen.

Die BAuA kommt zum Ergebnis, dass „selbst nach intensiver Forschung zu diesem Thema keine belastbaren Hinweise“ vorliegen, dass Erkrankungen durch Gefahrstoffe durch Laserdrucker und Kopiergeräte eine relevante Rolle spielen. Auch wenn die Rezeptur des Tonermaterials je nach Hersteller unterschiedlich ist, weisen die vorliegenden belastbaren Daten darauf hin, dass gefährliche stoffliche Komponenten nur in sehr geringen Mengen ausgestoßen werden, so die BAuA. Die Mengen sind so gering, dass selbst Personen, deren Haut oder Atemwege besonders sensibel sind, beispielsweise aufgrund von Allergien, gegenüber bestimmten Stoffen aus dem Tonerstaub weder allergisch, noch auf andere Art problematisch reagieren sollten. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin seien die vorhandenen Mengen generell zu gering, um für sich genommen eine Allergie bei bereits sensibilisierten Personen auszulösen, denn gemessen am Allgemeinen Staubwert werde die Menge an Büroarbeitsplätzen weit unterschritten. Laut Untersuchungen um etwa den Faktor 100.

Dennoch empfiehlt es sich, so mit dem Drucker und Kopierer zu arbeiten, dass die gesundheitliche Belastung reduziert werden kann – auch wenn sie im Idealfall nur gering ist. Veröffentlicht wurde daher ein aktualisiertes BAuA-Merkblatt „Drucker und Kopierer am Arbeitsplatz“ mit geeigneten Maßnahmen, die zur Vorsorge empfohlen werden und der Schutzleitfaden 130 „Drucken, Kopieren”.

Die wichtigsten Punkte

Laserdrucker und Kopierer

  • Besonders emissionsarmer Geräte tragen das DGUV-Prüfzeichen, das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ oder ein vergleichbares staatlich anerkanntes Kennzeichen.
  • Achten Sie auf eine niedrige Lärmemission.
  • Aktivkohlefilter oder emissionsarmer Hochspannungsteile sorgen für eine geringe Ozonemission.
  • Geschlossene Kartuschen sind Nachfüllsystemen vorzuziehen und auch als Mehrweg-Kartuschen erhältlich.
  • Aufgearbeitete Tonerkartuschen (refurbished) sollten der Norm  DIN 33870 entsprechen.

Standort

  • Druck und Kopiergeräte nur in gut belüfteten Räumen aufstellen.
  • Abluftöffnungen nicht direkt auf Mitarbeiter richten.
  • Geräte gut zugänglich halten.
  • Der Standort des Geräts sollte leicht zu reinigen sein.
  • Sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung bei Wartungsarbeiten.

Täglicher Gebrauch

  • Sorgen Sie für eine gerätekundige Person, die mit der sachgerechten Benutzung, Nachfüll- und Wartungsarbeiten vertraut ist und hinterlegen Sie die Kontaktdaten dieser Person am Gerät.
  • Die Staubentwicklung lässt sich durch Kopier- und Druckerpapier der DIN EN 12281 weiter reduzieren.
  • Schließen Sie beim Kopieren und Scannen den Deckel. Die sonst entstehenden schwarzen Ränder erhöhen den Tonerverbrauch und verschmutzen die Walzen stark.
  • Einen Papierstau nicht mit Gewalt entfernen und gegebenenfalls die gerätekundige Person hinzuholen.
  • Nach Wartung und Reinigungsarbeiten die Geräteumgebung mit einem feuchten Tuch reinigen, anschließend die Hände waschen.

Tonerwechsel und Wartung

  • Bevorzugen Sie geschlossene Kartuschen.
  • Tonerabfälle in geschlossenen Behältern entsorgen.
  • Leere Tonerkartuschen an den Hersteller zurückgegeben, statt sie im Sondermüll zu entsorgen.
  • Reguläre Wartungsarbeiten sind ausschließlich durch die gerätekundigen Personen vorzunehmen, weitergehende Wartungsarbeiten durch Servicetechniker.

Mehr Infos zum Thema gibt es unter www.baua.de/tonerstaub

Tonerstaub: Eine Gefahr?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob von Tonerstäuben aus Laserdruckern oder Kopiergeräten eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht. Zur Zeit existieren zwei konträre Sichtweisen zu diesem Thema.

Gifte in der Atemluft

Entsteht beim Drucken gefährlicher Staub? Quelle: Barbara Ochs

Foto: Barbara Ochs / www.textorama.de

Einerseits wird behauptet, dass Laserdrucker und Kopierer zahlreiche Gifte freisetzen, wie beispielsweise Schwermetalle oder krebserregender Stäube, und die Atemluft am Arbeitsplatz belasten. Diese Stoffe können in der Tat zu zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen wie Hautschäden, Diarrhoe, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche bis hin zu irreparablen Lungenschäden führen.

Mitunter entsteht der Eindruck, dass Laserdrucker generell eine Gesundheitsgefahr darstellen, weil sie mehrere gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen (z. B. Benzol, Styrol, Phenol, Nickel, Kobalt). Das Vorhandensein dieser Stoffe allein ist aber nicht ausreichend. Denn: Die mit der Atemluft aufgenommene Menge an Schadstoffen bzw. deren Dosis ist ausschlaggebend.

Grenzwerte sind entscheidend

Versachlicht man diese Problematik andererseits und betrachtet die tatsächliche Emission von Laserdruckern und Kopierern durch Messungen, so kommt man zum Ergebnis, dass die Grenzwerte für die freigesetzten Stoffe am Arbeitsplatz deutlich unterschritten werden.

Die gemessenen Werte liegen im Bereich der allgemeinen Umweltbelastung. So hat  sowohl das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BGIA) als auch die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) bei einem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ der Geräte, keine Gesundheitsgefährdung feststellen können.

Das heißt: Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik kann davon ausgegangen werden, dass beim Normalbetrieb von modernen Laserdruckern und Kopierern keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Es kann aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass es in seltenen Fällen zu gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhang mit den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern kommen kann.

Wir empfehlen daher:

  • Bei Neuanschaffungen: Kopierer und Drucker neuerer Bauart verwenden – nach Möglichkeit mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Bei diesen Geräten sind bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich der verwendeten Materialien und des Emissionsverhaltens festgelegt und überprüft worden.
  • Wenn möglich Laserdrucker durch Tintenstrahldrucker ersetzen
  • Geräte mit Abluftfilter verwenden oder Filter nachrüsten (mit dem Hersteller abklären)
  • Wartungsintervalle einhalten (Wartung und Reinigung nur durch fachlich geeignetes Personal)
  • Häufig genutzte Geräte in einem gesonderten Raum aufstellen
  • Für ausreichende Lüftung sorgen
  • Abluftöffnungen der Geräte nicht auf Mitarbeiter richten
  • Papierstaus vorsichtig beheben, keinen Staub aufwirbeln
  • Verunreinigungen durch Tonerstäube mit feuchtem Tuch aufnehmen
  • Bei Hautkontakt mit Toner die Hände mit kaltem Wasser und Seife reinigen

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, die Arbeitnehmer über den richtigen und sicheren Umgang mit dem Laserdruckern und Kopierer zu unterweisen. Das Erstellen einer entsprechenden Betriebsanweisung ist sinnvoll.
Treten trotz der oben genannten Maßnahmen gesundheitlichen Beschwerden bei den Mitarbeitern auf, die auf die Belastung der Atemluft mit Tonerstaub zurückgeführt werden, sollte ein Arbeitsmediziner zu Rate gezogen werden.