Wichtig für Ihre Mitarbeiter: Eigenschutz!

Quelle: HeungSoon/Pixabay

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Wer einem anderen Menschen nach einem Unfall zur Hilfe eilt, sollte den Eigenschutz nicht vernachlässigen. Wer weiß, wie er seine eigene Gesundheit schützen kann, weiß besser abzuschätzen, wie er helfen kann und wo er sich selbst in Gefahr bringt. Im Fall des Falles ist keine Zeit für Experimente und unüberlegte Aktionen, daher empfehlen wir dieses Thema bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig anzusprechen.

Einige wichtige Regeln zum Eigenschutz:

Wunden

Offene, blutige Wunden sind in vielerlei Hinsicht eine Gefahr – ein Grund, deswegen keine Hilfe zu leisten sind sie aber definitiv nicht.

Erscheint ein Ersthelfer an einem Unfall und leistet Hilfe, gilt es trotz allem auch seinen eigenen Schutz zu gewährleisten.  Denn: Mögliche Krankheitserreger des Betroffenen könnten über das Blut in den Körper des Ersthelfers gelangen. Dies geschieht allerdings hauptsächlich über eigene Verletzungen. Auch bei kleinen, nicht immer sichtbaren Wunden und der Übertragung von Erregern besteht vor allem Ansteckungsgefahr mit HIV oder aber Hepatitis C oder B. Dieses Risiko gilt es, um jeden Preis zu verhindern.
Aus diesem Grund tragen Ersthelfer bei der Versorgung sämtlicher Unfälle und Verletzungen Einmalhandschuhe. Nur so wird ein Infektionsrisiko verhindert, auch für den Betroffenen. Einmalhandschuhe befinden sich daher im Betriebsverbandskasten und sind nach jedem Gebrauch wieder neu hineinzulegen.

Straßenverkehr

Es ist keine Seltenheit, dass Ersthelfer bei der Hilfeleistung am Unfallort selbst verletzt werden. Manche Verletzungen enden sogar tödlich. Daher ist es nur ratsam, dass Ersthelfer bei einem Unfall auf der Straße selbst die nötigen Maßnahmen kennen, um sich selbst zu schützen.

Warnblinkanlage

Zuallererst, egal ob es eine Panne oder ein Unfall ist, wird die Warnblinkanlage am Auto eingeschaltet. Auch wenn es sich dabei um einen eigenen oder beobachteten Unfall handelt. Der Vorteil der Warnblinkanlage ist die Vorwarnung der anderen Verkehrsteilnehmer. Durch das Einschalten der Warnblinkanlage wird der nachfolgende Verkehr auf eine Gefahr aufmerksam gemacht. So lässt sich schnell genug reagieren, helfen und handeln. Nicht zuletzt dient das Einschalten der Warnblinkanlage ebenfalls der Sicherheit des Helfer sowie der Betroffenen.

Warnweste

Seit dem 01.07.2014 ist das Mitführen einer Warnweste in Fahrzeugen deutschlandweit gewerblich als auch privat Pflicht. Auf Verlangen der zuständigen Personen sind Fahrzeughalter dazu verpflichtet, die Warnweste vorzuzeigen. Ebenso ist die Warnweste zu zeigen, wenn sie auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand geprüft werden soll.
Das Tragen der Warnweste dient dazu, den Träger bei seiner Tätigkeit im Straßenverkehr erkennbar zu machen. Das heißt: natürlich bei Unfällen in der Nacht, aber auch am Tag. Durch die auffällige und unverwechselbare Optik der Warnweste übersieht man Sie nicht im Straßenverkehr.
Warnwesten sind in fluoreszierendem Orange-Rot mit aufgebrachten Reflexstreifen. Damit sind sie geeignet, Anforderungen zu erfüllen, die für garantierte Sichtbarkeit sorgen. Das gelingt durch die
•    ausreichend große Fläche des sichtbaren Materials
•    die Anordnung der Reflektoren in der Schutzkleidung
•    ausreichende Reflexion (Rückstrahlwerte)

Tipp: Woran erkennt man eine geeignete Warnweste?

Warnweste ist nicht gleich Warnweste. Sie erkennen eine geeignete Weste anhand einer normierten Aufschrift. Diese lautet: DIN EN 471:2003+A1:2007 Ausgabe März 2008 oder EN ISO 20471:2013.
Zur eigenen Sicherheit dient es, bei Ankunft am Unfallort die Warnweste bereits noch im Fahrzeug anzulegen. Daher empfiehlt es sich, die Warnweste griffbereit im Inneren des Fahrzeuges zu deponieren. Zum Beispiel im Handschuhfach oder in der Ablage der Fahrertür. In manchen Fahrzeugen gibt es zudem ein Staufach unter dem Sitz.

Absichern der Unfallstelle

Schutz bei einem Unfall für sich und den Betroffenen erlangt man durch das Absichern der Unfallstelle. Neben dem Einschalten der Warnblinkanlagen stellen Sie als Nächstes das Warndreieck auf.

Wie und wo stellt man das Warndreieick auf? Hierbei ist es wichtig auf die Art der Straße zu achten.

•    Innerhalb geschlossener Ortschaften: Warndreieck in 50 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Ein Abstand von 70 cm zum rechten Straßenrand wird empfohlen. Dieser Abstand entspricht etwa einer Armlänge.
•    Auf Bundes- und Landesstraßen: Warndreieck in 100 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt ebenfalls 70 cm.
•    Auf Autobahnen: Warndreieck in 200 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt auch hier 70 cm.
Bei Absichern der Unfallstellen denken Sie immer an Ihre eigene Sicherheit. Das bedeutet, die Strecke für das Aufstellen des Warndreiecks legen Sie am besten immer hinter der Leitplanke zurück.

Stromunfälle

Bei Unfällen mit Strom besteht erhebliche Gefahr für den Betroffenen und den Ersthelfer. Daher gilt: Bei Stromunfällen schalten Sie zuallererst den Strom ab. Ist dies nicht möglich, holen Sie sich Hilfe.

Niederspannung:

  • Entfernen der Sicherung
  • Abschalten des Gerätes
  • Ziehen des Netzsteckers
  • Alternativ: Isolieren des Verunfallten durch einen geeigneten isolierenden Standort

Erst dann kann mit der Ersten Hilfe begonnen werden.

Hochspannung:

Bei einem Unfall mit Hochspannungsstrom muss von den Helfern ein Sicherheitsabstand von bis zu 20 m eingehalten werden, da sich an der Unfallstelle ein „Spannungstrichter“ ausbilden kann. Dieser Spannungstrichter kann für den Helfer lebensgefährlich sein (Schrittspannung).

Das heißt: Es ist grundsätzlich als erstes ein Notruf abzusetzen, bei dem der Anlagenbetreiber mit zu benachrichtigen ist. Der Strom muss abgestellt und der Bereich muss vom Fachpersonal frei gegeben werden, erst dann können Maßnahmen der Ersten Hilfe eingeleitet werden.

Mit dem E-Scooter sicher unterwegs im Straßenverkehr oder Betrieb

E-Scooter

Quelle: Uwe Rau/Hiracon

Seit geraumer Zeit sind sie aus den Innenstädten nicht mehr wegzudenken und auch in einigen Unternehmen sind sie bereits zu finden. Die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Zugelassen für den öffentlichen Straßenverkehr, sollen sie vor allem dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreundlich zu machen.

Allerdings ereigneten sich bereits kurz nach der Straßenzulassung mehrere schwere Unfälle, was heftige Diskussionen zum sicheren Umgang mit dem Gefährt auslöste.

Nachfolgend einige Informationen der gesetzlichen Unfallversicherung, die dazu beitragen sollen, dass der Fahrspaß auch sicher bleibt.

(Quelle: DGUV vom 04.07.2019)

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer Warnklingel ausgestattet sein.

Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht.

Fahren dürfen E-Scooter nur auf Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

  • Fahren Sie möglichst hintereinander.
  • Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit den E-Scootern im Rahmen des innerbetrieblichen Verkehrs, stellt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

 

Schritt für Schritt – Arbeiten mit Leitern

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Leitern sind ein wichtiges Hilfsobjekt in unzähligen Branchen, vor allem, weil sie ziemlich praktisch und variabel sind. Leitern gibt es in nahezu jeglicher Ausführung, z. B. mit einer variablen Anzahl an Sprossen, mit Zwischenablage oder ohne. Egal ob man ein hohes Regalfach im Lager oder bei einer Monteur-Arbeit an die Decke muss: Mit Leitern gelingt der Aufstieg einfach, schnell und sicher. Sicher zumindest, solange man diese nützlichen Regeln zum Arbeiten mit Leitern sowohl vor, während als auch nach dem Gebrauch berücksichtigt. Weiterlesen

Messer, Schere, Gabel, Licht

Quelle: Pexels/Pixabay

Quelle: Pexels/Pixabay

Jeder weiß, wie dieses bekannte Sprichwort weitergeht. Aber selbst Erwachsene erleben es noch häufig genug, dass sich mit dem einfachen Handmesser geschnitten wird. Vor allem in Branchen wie Gastronomie, Lagerlogistik und Einzelhandel kommen Schnitte mit Messern überdurchschnittlich häufig vor. Um selbst den kleinsten Schnitt zu verhindern, lohnt es sich, diese Maßnahmen unbedingt zu beachten.

1.    Geeignete Messer auswählen

Messer ist nicht gleich Messer. Viele Unfälle mit Messern passieren häufig aus dem einfachen Grund, dass für die geplante Schneideaufgabe ein ungeeignetes Messer benutzt wurde. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die für Ihre Branche geeigneten Messer auswählen, um Unfällen und Arbeitsunfähigkeit effektiv vorzubeugen.

  • Unfälle, bei denen die Hände von Messergriff auf Schneide abrutschen, verhindern Sie damit, dass ausschließlich Messer mit abrutschsicheren Griffen verwendet werden.
  • Um z. B. Kartons und Folienverpackungen ohne Verletzungen aufzuschneiden, empfiehlt es sich, ein Sicherheitsmesser mit selbsttätiger Klingensicherung zu benutzen. Dieses lässt die Klinge automatisch zurück in die Schutzstellung springen, sobald Sie vom Karton abgelassen haben.
  • Für das Aufschneiden von Brötchen eignen sich z. B. Messer mit einer abgerundeten Spitze. So werden Schnittverletzungen einfach verhindert.

Außerdem gilt: Messer, die am Arbeitsplatz nicht gebraucht werden, gehören auch nicht an den Arbeitsplatz. Sorgen Sie für die geeigneten Werkzeuge am Arbeitsplatz und entfernen Sie Überflüssiges.

2.    Safety first

Stetige Sicherheit im Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen ist das A und O in jeder Branche. Was viele nicht wissen: Stumpfe Messer sind wesentlich gefährlicher als scharfe Messer. Beim Schneiden mit einem stumpfen Messer wird mehr Kraft gebraucht, wodurch die Gefahr unkontrolliert abzurutschen höher ist. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter um eine stetige Nachschärfung der Messer bemühen.

In Großbetrieben (z. B. Schlachthöfen) lohnt es sich auch, über zentrale Schleifstationen nachzudenken. Speziell ausgebildete Mitarbeiter geben den Messern einen optimalen, materialsparenden Schliff und tauschen verschlissene gegen neue Messer aus. Idealerweise geschieht das ohnehin regelmäßig.

  • Geeignete Ablagen für die gebrauchten Messer sorgen dafür, dass niemand aus Versehen in ein herumliegendes Messer greift. Ablagen wie Messerblöcke oder Magnetleisten sind hier wichtige Utensilien.
  • Der Umgang mit Messern erfordert ausreichend Platz und genug Beleuchtung.
  • Erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern den Griff nach dem richtigen Messer, in dem Sie Grifffarben bestimmten Tätigkeiten zuordnen.
  • Stetige Benutzungs- und Betriebsanweisungen erhöhen die Sicherheit beim Arbeiten mit Messern.
  • Achten Sie auf ausreichende Ruhepausen im Umgang mit Messern. Ablenkung und mangelnde Konzentration sind oft Auslöser von Schnittverletzungen.

Ob nun Messer oder Maschinen gesäubert werden: Nicht selten werden dabei Putzlappen genutzt, die zuvor ein Bad voll brennbaren Flüssigkeiten genossen haben. Danach werden sie häufig in offenen Behältern aufbewahrt. Einerseits führt dies zu Lösemitteldämpfen, die für Sie und Ihre Mitarbeiter gesundheitsschädlich sind. Andererseits kann ein Gas-Luft-Gemisch entstehen, das auch zu Verpuffungen und Explosionen führen kann. Diese drei einfachen Schritte sorgen für Sicherheit am Arbeitsplatz.

  • Gebrauchte Tücher sollten schleunigst aus der Nähe des Arbeitsplatzes entfernt werden
  • Bewahren Sie die gebrauchten Lappen nur in geschlossenen, nicht brennbaren oder schwer entflammbaren Behältern auf
  • Regelmäßige Entleerung der Behälter

3.    Schutzmaßnahmen an Personen

Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter diese Maßnahmen ernst nehmen und sich an die stetigen Instandhaltungen und Sicherheitsvorschriften halten. Unterweisungen in punkto Sicherheit tragen dazu bei, dass Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Messern stets sicher arbeiten. Somit werden Schnittverletzungen am Arbeitsplatz entgegengewirkt. Üben Sie z. B. den speziellen Gebrauch von Messern, bspw. den „Krallengriff“, der vor allem Verletzungen der Fingerkuppen verhindert.

Nicht unwichtig ist auch die persönliche Schutzausrüstung Ihrer Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass jeder Mitarbeiter beim Umgang mit Messern Schnittschutzhandschuhe trägt um einfachen, kleinen Schnittverletzungen vorzubeugen.

 

 

 

 

Arbeitsmittel: Qualität entscheidet!

Quelle: moleshko / pixabay.com

Quelle: moleshko / pixabay.com

Werkzeuge und Maschinenparks müssen regelmäßig kontrolliert werden und bestimmte Sicherheitsauflagen erfüllen, um im Betrieb sein zu dürfen. Tauchen Mängel und Unregelmäßigkeiten auf, muss zusätzlich gewartet oder nachgerüstet werden. Das geht zu Lasten der Produktionskosten und -zeiten – und kann außerdem zu Mängeln an der erstellten Ware führen. Um Rückrufaktionen und Fehlbetriebe zu vermeiden, sollten bereits im Einkauf verschiedene Dinge beachtet werden.

Immer im Einsatz

Stunde um Stunde stanzt die Maschine Bauteile, Tag für Tag heben die Kräne in den Produktionshallen kleine bis große Lasten, Computer, Bohrmaschinen, Kreissägen und Co. sind permanent im Einsatz. Da ist es natürlich, dass all diese Arbeitsmittel bei allen Wartungsbemühungen immer mal wieder einen Defekt aufweisen, der Zahn der Zeit und die tägliche Nutzung an ihnen nagen. Im schlimmsten Fall führt der Fehlbetrieb einer Anlage zu einem Unfall – und zu einer Verletzung der Mitarbeiter. Es ist also immens wichtig, dass ein Unternehmen auf qualitativ hochwertige Maschinen setzt.

Fokus auf Sicherheit und Qualität

Billigware kann auf verschiedenen Ebenen schwere Beeinträchtigungen verursachen. Wer auf günstige Produkte setzt, geht in vielen Fällen ein unkalkulierbares Risiko ein, das am Ende möglicherweise zu hohen Mehrkosten führt. Hochwertige, geprüfte Geräte sind somit ein Muss, um eine gewisse Qualität zu gewährleisten – auch wenn die Anschaffungskosten das Firmenbudget zunächst belasten. Viele Unternehmen orientieren sich an dem bekannten CE-Zeichen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Dieses „Gütesiegel“ darf von vielen Herstellern eigenmächtig auf die Ware gesetzt werden, der Gesetzgeber gibt nur bestimmte Rahmenbedingungen vor. Lediglich solche Arbeitsmittel, die besondere Risikofaktoren mit sich bringen, werden von anerkannten Stellen geprüft und freigegeben. Viele Unternehmer sind sich darüber nicht im Klaren und lassen sich von entsprechenden und vermeintlich günstigen Angeboten zum Kauf verleiten.

Fazit

Die Online-Datenbank von DGUV TEST, ein Service der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, fasst aktuell um die 17.000 Produkte zusammen. Auf der Seite zzmweb.dguv.de können interessierte Kunden genaue Wareninformationen einsehen und sich vor dem Einkauf einen guten Eindruck über die Sicherheit eines Geräts verschaffen. Im Internet gibt es darüber hinaus viele weitere Testberichte und Expertenmeinungen, an denen man sich orientieren kann. Es gilt: Ein gut überlegter und wohl recherchierter Einkauf sicherheitstechnisch unbedenklicher Arbeitsmittel spart auf lange Sicht Zeit, Geld und Mitarbeiterresourcen.

Fahrer haften für herabfallende Eisschollen

Quelle: Pixabay

Quelle: Pixabay

Auch wenn er lange auf sich hat warten lassen, ist der Winter auch in Deutschland angekommen. Eis und Schnee stellen für den Güterverkehr eine besondere Herausforderung dar, denn Transportunternehmen sind mit schwerem Gerät und vor allem auch viel auf den winterlichen Straßen unterwegs und somit eine besondere Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer.

Es ist die Aufgabe der Sicherheitsfachkraft jetzt dafür zu sorgen, dass die Fahrer ihr Verhalten an die winterlichen Bedingungen anpassen und nicht nur die Ausrüstung der LKWs auf Winter umgestellt wird.

Längst sollten die Fahrzeuge mit den entsprechenden Reifen mit ausreichender Profiltiefe ausgestattet sein. Die Kennzeichnung M+S für „Matsch und Schnee“ auf den Reifen genügt den gesetzlichen Anforderungen. Für schneereiche Gegenden oder die Fahrt im Hochgebirge reicht diese Bereifung allerdings meist nicht aus und zumindest auf den Antriebs-Achsen sollten spezielle Winterreifen aufgezogen werden, die das Wintersymbol (ein Piktogramm mit Bergprofil und Schneeflocke) aufweisen. Bei Fahrten in die alpennahen Nachbarländer sollten Transportunternehmen  sich vorher zudem informieren, ob dort eine spezielle Winterbereifung Pflicht ist. Eventuell empfiehlt es sich auch Schneeketten mitzuführen. Als Sicherheitsfachkraft sollten Sie die Fahrer darin erinnern, die Schneeketten auf der Antriebsachse so früh wie möglich aufzuziehen, bevor sie im schneereichen Gebieten, auf ungeräumten Straßen oder an einer steilen und unübersichtlichen Stelle mit dem Fahrzeug liegen bleiben. Zudem kann es nicht schaden neben Enteisungsspray, Besen und Eiskratzer auch Schaufel und Streugut im Fahrzeug zu haben.

Neben den Reifen verdienen die Scheiben besondere Aufmerksamkeit. Bevor es auf die Straße geht, sollten die Fahrer Blinker, Reflektoren und Beleuchtungen auf Verschmutzung kontrollieren und säubern. Zu prüfen ist auch, ob ausreichend Wasser und Frostschutzmittel in den Scheibenwaschanlagen vorhanden sind.

Nicht nur ein Ärgernis, sondern auch höchst gefährlich sind Eisschollen auf dem Dach eines LKWs, die sich bei voller Fahrt oder in Kurven lösen. Die Fahrer sollten es als ihre unbedingte Pflicht sehen, das Dach vor der Fahrt von diesen Eisschollen zu befreien, um andere Verkehrsteilnehmer oder auch Fußgänger nicht in Lebensgefahr zu bringen. Das gehört zur Überprüfung des ordnungsgemäßen Zustand seines Fahrzeugs gemäß § 23 StVO. Das OLG Bamberg beispielsweise entschied 2011, dass ein LKW Fahrer für Schäden durch herabfallende Eisplatten haftet (Aktenzeichen 3  Ss OWi 1696/10).

Sicherheitsfachkräfte sollten allerdings auch darauf hinweisen, dass für diesen notwendigen Check des Lkw-Daches Sicherheitsregeln gelten.

Um einen Blick auf das bis zu vier Meter hohe Dach zu werfen, sollten immer die dafür vorgesehenen Aufstiege und Haltegriffe benutzt werden. Wird eine Leiter verwendet, sollte die Leiter durch einen Haken oder Gurt gesichert werden und nicht auf glattem Untergrund aufgestellt werden. An vielen Aspekten und Tankstellen gibt es Hebebühnen und Gerüste für die Überprüfung des Fahrzeugdaches.

Hat der Lkw einen Planenaufbau ist es unter Umständen möglich, die Eisschollen von innen vom Dach zu drücken. Doch Vorsicht: Immer sollte vorher sichergestellt sein, dass niemand von den scharfkantigen und schweren Platten getroffen werden kann.

Auch technische Lösungen sind für das Eisschollenproblem bereits entwickelt worden. Zum Beispiel das so genannte Roof Safety AirBag-System (RSAB). Mit Beginn der Winterzeit wird es zwischen Plane und Spriegel als langer Luftschlauch eingezogen. Die Plan erhebt sich damit um einige Zentimeter und bildet ein Satteldach, von dem Regen und Schnee ablaufen. Befüllt wird der Luftschlauch von bordeigener Druckluft, wenn das Fahrzeug abgestellt wird.

Vor Fahrtantritt lässt der Fahrer die Luft aus dem Schlauch ab, das Dach senkt sich.

Plattmachen, was Sie platt macht

Quelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Wissen Sie, dass die häufigste Ursache für Arbeitsunfälle ist? Es sind die SRS-Unfälle. Diese kryptische Abkürzung steht für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Rund 200.000 dieser Unfälle  und damit mehr als andere werden jedes Jahr den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet- unklar ist, wie viele nicht gemeldet werden.
Aus einem kleinen Riss im Asphalt wird ein großer Riss, wird eine Unebenheiten, wird ein Schlagloch. Man gewöhnt sich dran, weicht aus und nimmt die Gefahr nicht mehr ernst. Doch eines Tages ist jemand im Gedanken oder kennt die Stolpersteine nicht und stürzt. Selbst wenn er nur zu Fuß unterwegs war und nicht etwa mit dem Fahrrad, können die Verletzungsfolgen schon sehr unangenehm bis hin zu folgenschwer sein: verstauchter Knöchel, Zerrungen, Prellungen und Schürfwunden oder sogar Bänderriss, Gehirnerschütterung oder Brüche.
Die Sommerzeit bietet eine gute Gelegenheit, bei einer Betriebsbegehung genau auf diese Risikofaktoren zu achten, um den berüchtigten SRS-Unfällen vorzubeugen.

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Innenbereich:

  • beschädigte oder verschmutzte Bodenbeläge
  • Löcher, Dellen oder andere Unebenheiten
  • fehlende oder wackelnde Handläufe
  • rutschige oder wellige Schmutzfangmatten
  • Hindernisse auf den Lauf- und Fahrwegen (z. B. Kabel, Kartons oder Leisten)

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Außenbereich:

  • Vertiefungen und Aufwerfungen
  • Risse und Dehnungsfugen
  • Spurrillen und beschädigte Randbereiche
  • gelockerte oder verschobene Bodenplatten
  • Kanten durch hervorstehende oder wackelnde Kanaldeckel, Roste und Laufgitter
  • reparaturbedürftige Treppenstufen und Podeste

Denken Sie auch daran, nicht nur die vorgegebenen Wege zu prüfen, sondern auch die Trampelpfade und Abkürzungen, die ihre Mitarbeiter als eigene Wegeführung angelegt haben. Sofern diese eigenen Wege keine Gefahrenquelle darstellen, sollten Sie auch dafür sorgen, dass sie nicht zu einer werden.
Aber nicht nur Beschädigungen, die ausgeglichen, eingeebnet oder nivelliert werden müssen können Ihre Mitarbeiter zum Stolpern, Rutschen oder Stürzen bringen.
Auch zu glatte oder schmutzige Fußböden, sei es mit Fett- oder Wasserflecken, Körnchen oder Eisglätte können auf vielfältige Art die Rutschpartie erzeugen. Selbst ein Wechsel von Bodenbelägen mit stark unterschiedlicher Rutschhemmung, etwa zwischen einer Gummimatte und blankem Marmor, kann Mitarbeiter, Kunden und Besucher ins Stolpern bringen.
Achten Sie besonders auf Höhenunterschiede, Unebenheiten, kaum wahrnehmbare Neigung und andere Stolperstellen wie Beschädigungen und Unebenheiten, Vertiefungen und Überstände, beschädigte Stufen und Abdeckungen sowie reparaturbedürftige Bodenbeläge. Behalten Sie die Bäume auf dem Gelände im Auge, wenn sie langsam wachsende Stolperstellen verursachen, indem sie mit ihren Wurzeln die Gehwegplatten heben.
Schaffen Sie Verantwortlichkeiten: Wer ist dafür zuständig, auf herumliegende Dinge zu achten wie Abfall oder Kabel, Kisten und Werkzeuge?
Ein häufiger Grund für SRS-Unfälle ist auch die ungeeignete Beleuchtung. Nicht immer ist damit zu wenig Beleuchtung gemeint. Auch diffuses Licht, das die Konturen der Treppenstufe verschwimmen lässt, oder blendende Lichtquellen, ein nicht ausgewogenes Verhältnis von Licht, Kontrast, Farbe und Reflexion können ursächlich für das Stolpern und Fallen sein. Zudem gilt: Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, wenn es um ungünstig platzierte Lichtschalter oder schlecht gewartete Bewegungsmelder geht. Deshalb bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Sie auf solche Mängel hinzuweisen – im eigenen Interesse.
Das Schuhwerk ist nicht selten ebenfalls ein Grund für Unfälle. Das passiert beispielsweise, wenn Schuhe mit falscher Sohle oder unbequemem Fußbett, zu hohen Absätze oder abgelaufene Profile getragen werden oder der Schuh an Fett- und Ölverschmutzungen abrutscht.
Weitere Gefahrenquellen ist die falsche Reinigung der Böden oder schlicht die Reinigungszeit während der Arbeitszeit.
Nicht zuletzt sind auch die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, sich aufmerksam zu bewegen. Besonders, wenn sie beispielsweise Lasten mit beiden Händen oder Gegenstände tragen, die die Sicht behindern.

Checkliste: Was gehört in einen Erste-Hilfe-Raum?

Erste Hilfe

Foto: Wiki Commons/Rieschl

Jedes Unternehmen muss zumindest einen Verbandskasten mit Erste-Hilfe-Material bereit stellen. In größeren Betrieben sind zudem auch Erste-Hilfe-Räume erforderlich.  Unabhängig von dem Gewerbszweig, der Art der Tätigkeit und dem betrieblichen Unfallgeschehen müssen

  • Betriebe, in denen mehr als 1000 Versicherte beschäftigt sind
  • aber auch schon Betriebe mit mehr als 100 Versicherten, wenn Art, Schwere und Zahl der Unfälle es erfordern
  • sowie Baustellen mit mehr als 50 Versicherten

laut § 25 Abs. 4 BGV/GUV-V A1 einen Erste-Hilfe-Raum oder etwas vergleichbares haben.

Erste-Hilfe-Räume müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung geeignet ausgestattet sein. Beispiele zur Ausstattung sind im Anhang 2 der Information “Erste Hilfe im Betrieb” (BGI/GUV-I 509) sowie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten A 4.3 “Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe” enthalten.

Für die Grundausstattung haben wir eine Checkliste zum Download als PDF für Sie bereit gestellt.

Sie sollte den spezifischen Anforderungen weiter angepasst werden. So genügend in manchen Betrieben die Medikamente, die auch in einer normalen Hausapotheke zu finden sein sollten, also Kohletabletten, Kopfschmerzmittel, Sprühpflaster, Brandsalbe, etc., während in anderen zusätzliche Mittel notwendig sind.

Mehr Maschinen, weniger Menschen

Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de

Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de

Wo früher ein Wuseln und Werkeln war, steht heute eine Maschine, stockwerkehoch und voll automatisiert. Statt 20 Leute ist es nun einer, der per Knopf und Regler via Kontrollbildschirm die Arbeit überwacht. In Industrie, Handwerk und Gewerbe ist das keine Seltenheit mehr. Immer öfter sind es daher Einzelarbeitsplätzen, auf denen die Mitarbeiter eingesetzt werden.

Aus Sicht des Arbeitsschutzes bergen sie eine besondere Gefahr, denn wenn hier ein Unfall passiert, wird er oft nur bemerkt, wenn der Verletzte Alarm auslösen kann. Wie dies geschehen kann und welche Möglichkeiten der Unternehmer hat, um seinen Mitarbeitern die nötige Sicherheit zu bieten, haben wir in einem weiteren Blogbeitrag ausgeführt.

Zunächst ist für das weitere Vorgehen wichtig zu wissen, was in Arbeitsschutzbestimmungen als Einzelarbeitsplatz angesehen wird.

Ganz logisch: Wer als einzelne Person allein und außer Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen arbeitet, tut dies in so genannter Alleinarbeit, also auf einem Einzelarbeitsplatz.
Unterschieden wird hier von ortsgebundenen Arbeiten in einem räumlich eng begrenzten Bereich und in ortsungebundenen Arbeiten, wenn die Tätigkeiten mit aufeinander folgenden Ortswechseln verbunden ist, etwa bei der Überwachung eines Industriegeländes durch einen einzelnen Sicherheitsdienstler.
Die Vorschriften der Berufsgenossenschaft (BG-Vorschriften) und andere rechtliche Grundlagen bestimmen, ob bei bestimmten Arbeiten eine zweite Person anwesend sein muss. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn in Silos und Bunkern gearbeitet wird, es sich um einen gasgefährdeten Arbeitsplatz handelt oder auch wenn funkenerzeugende Arbeiten in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen geplant sind.

Bevor von einem Unternehmen also ein Arbeitsplatz für eine Einzelperson eingerichtet wird, aber auch wenn ein Arbeitnehmer von seinem Vorgesetzen beauftragt wird, unter Einzelarbeitsplatzbedingungen zu arbeiten, muss zunächst geprüft werden, ob die Alleinarbeit in diesem Fall erlaubt ist.

Die Arbeitsbedingungen entscheiden darüber, welche Gefährdungen möglicherweise eintreten können. Danach wird bestimmt, wer die Arbeiten erledigen soll und wie das Wohlergehen dieser Person überwacht werden kann.

Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Welche Gefährdungen bestehen für die Person, die an diesem Arbeitsplatz tätig werden soll? Sie zu ermitteln und zu bewerten ist die Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsbedingungen.

Arbeits- und dem Gesundheitsschutz sind hier das Maß aller Dinge, ebenso wie eine genaue Betrachtung der physischen und psychischen Anforderungen.

Mögliche Gefährdungen können sein:

  • mechanische Gefährdungen:

z. B. Absturzstellen, Einzugsstellen, Roll-, Kipp-, Gleit- oder Drehbewegungen, bewegliche Maschinenteile, Fahrzeuge, nicht trittsicherer Boden

  • elektrische Gefährdungen:

z. B. leitfähige Räume mit wenige Bewegungsfreiheit, freiligende Leitungen, Nässe

  • chemische Gefährdungen:

z.B. Stäube, Dämpfe oder Gase, die brand- oder explosionsgefährlich oder gesundheitsschädigend sind, möglicher Sauerstoffmangel

  • thermische Gefahren:

z. B. durch Hitze oder Kälte von Dämpfe oder Oberflächen

  • Strahlungsgefährdung:

z.B. elektromagnetische Strahlung, ionisierende Strahlung, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung, Wärmestrahlung oder Laserstrahlen

  • sonstige Gefährdungen:

z.B. Ertrinkungsgefahr, Angriffe durch Tiere oder Menschen

Jede Art der Gefährdung gilt es zu bewerten, um sie einzuteilen in geringe, erhöhte oder besondere Gefährdungen.

Ein geringe Gefährdung ist eine alltägliche Gefahr durch das allgemeine Lebensrisiko. Tritt sie ein, ist zu erwarten, dass der Betroffene selbst handlungsfähig bleibt.

Eine erhöhte Gefährdung meint, dass der Betroffene im Notfall nur noch eingeschränkt handlungsfähig ist.

Die höchste Stufe ist die besondere Gefährdung, bei der neben den genannten Gefährdungen weitere Beeinträchtigungen eintreten können und der Betroffene im Notfall nicht mehr handlungsfähig ist.

Erhöhten oder besonderen Gefährdungen dürfen daher bestimmte Personen nicht ausgesetzt werden.

Ebenso gibt es generell Personengruppen, die nicht oder nur eingeschränkt auf Einzelarbeitsplätzen eingesetzt werden können. Dazu gehören Personen, die Anfallsleiden, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten haben, Personen, die zeitweise oder dauernd unter psychischen Störungen oder psychischen Krankheiten leiden sowie auch Mitarbeiter, die abhängig sind von Alkohol, Medikamenten oder Drogen.

Je nach Art der Gefährdung und den daraus möglicherweise resultierenden Verletzungen im Falle eines Unfalls muss der Arbeitgeber für eine entsprechende Überwachung sorgen. Dies können regelmäßige Kontrollgänge durch andere Personen sein oder auch – wie in den häufigsten Fällen notwendig – eine technische Überwachung. In vielen Fällen findet sich als Lösung ein System, das die einfache Kommunikation mit einer Person ermöglicht, die durch ihre Orts- und Fachkenntnis schnell in der Lage ist, für Erste Hilfe zu sorgen.

Was gehört in eine Betriebsvereinbarung zum Thema Alkohol

Quelle: Wolfgang Colditz  / pixelio.de

Foto: Wolfgang Colditz / pixelio.de

Mit einer Betriebsvereinbarung zum Thema „Alkohol am Arbeitsplatz“ geben Sie als Unternehmer nicht nur sich mehr Rechtssicherheit, sondern zeigen auch Ihren Mitarbeitern gegenüber Transparenz und eine klare Linie.
Sie legen darin fest, wie mit Alkohol in Ihrem Unternehmen umgegangen wird, welche Konsequenzen unerlaubtes Trinken von Alkohol für den Mitarbeiter und seine Arbeit hat und vor allem welche Sanktionen folgen. Die Vereinbarung sollte den Mitarbeitern aber auch zeigen, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie bei Kollegen ein Alkoholproblem vermuten oder selbst darunter leiden. Jeder zehnte Arbeitnehmer ist stark gefährdet – deshalb ist es wichtig, das Thema anzusprechen und nicht totzuschweigen.
Beteiligt werden an der Formulierung der Betriebsvereinbarung sollte die Unternehmensführung, Vorarbeiter und der Betriebsrat sowie als fachlich-medizinische Unterstützung der Betriebsarzt und bestenfalls auch ein Suchtberater.

Folgende Punkte können Inhalt der Betriebsvereinbarung sein:

Regeln
Ist der Konsum von Alkohol generell auf dem gesamten Betriebsgelände verboten oder gibt es Ausnahmen? Ist beispielsweise ein Glas Sekt als Umtrunk bei Geburtstagen erlaubt?

Maßnahmen
Was ist zu tun, wenn es den Verdacht gibt, dass ein Mitarbeiter gegen die Regeln verstößt? An wen können sich Kollegen oder selbst Betroffene wenden? Wer führt beim ersten Verdacht das erste klärende Fürsorgegespräch und mit welchem Ziel? Wer bei Wiederholungstätern? Wie können Datenschutz und Vertraulichkeit im Umgang mit Informationen zum Alkoholkonsum eines Mitarbeiters gewahrt bleiben?
Zu welchem Zeitpunkt werden der Betriebs- oder Personalrat eingeschaltet?
Sollen den Mitarbeitern bei Verdacht auf Alkoholismus oder Alkoholkonsum freiwillige Alkoholtests angeboten werden und wie wirken sie sich auf die Sanktionen aus?
Soll ein Interventionsteam zum Thema „Alkohol“ zusammengestellt werden und was beinhalten die Handlungsleitfäden? Wer stellt einen Interventionsleitfaden auf oder initiiert eine Interventionskette? Ist es möglich, freiwillige betrieblichen Suchtkrankenhelfern auszubilden? Sollen Vorgesetzte zum Thema Alkohol geschult und weitergebildet werden und wann ja, wie?

Konsequenzen
Welche Sanktionen folgen je nach Schwere des Regelverstoßes? Wann wird abgemahnt, wann gekündigt? Nach welchen Kriterien wird ein Beschäftigter des Arbeitsplatzes verwiesen? Wie wird auf Wiederholungstätern und mögliche Rückfälle reagiert und welche Sanktionen folgen darauf?

Folgen
Wer trägt beispielsweise die Kosten für den Heimweg, wenn ein Mitarbeiter suspendiert wird?
Bekommt der Mitarbeiter weiterhin seinen Lohn, wenn er alkoholbedingt als Arbeitskraft ausfällt?
Wie werden Mitarbeiter nach erfolgtem Entzug wieder in den Betrieb eingegliedert?