Gut zu Fuß: der Sicherheitsschuh

Quelle: Stefano Ferrario/sferrario1968 / pixabay.com

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An vielen Arbeitsorten sind Beschäftige auf gutes Schuhwerk angewiesen: Kommt es im Maschinenpark, in der Werkstatt oder auf der Baustelle zu einem Unfall, bieten Sicherheitsschuhe einen wichtigen Schutz. Das Angebot ist groß und so müssen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer schon genau überlegen, welchen Arbeits-, Schutz-, Sicherheits- oder Spezialschuh sie denn nun an den einzelnen Arbeitsplätzen benötigen.

Welcher Schuh ist der richtige?

In allen Branchen ist Trittfestigkeit wohl die wichtigste Eigenschaft, die ein Schuh mitbringen muss. Wasser sowie abfällige oder weiche Oberflächen bringen die Gefahr mit sich, dass man ausrutscht, nass wird oder sich sehr schmutzig macht. Ein fester Stand wird außerdem durch die Höhe eines Schuhs bzw. seines Schaftes begünstigt. Wer mit schweren Materialien hantiert, benötigt gegebenenfalls Stahlkappen – ansonsten kann das Herunterfallen eines schweren Schraubenschlüssels oder einer Metallkiste schnell zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. Es gibt natürlich noch viele weitere Eigenschaften und Beschaffenheiten, die ein Schuh mit sich bringen kann – von der gedämpften Sohle bis hin zur ergonomischen Form. Da ist sie groß, die Qual der Wahl! Man unterscheidet bei Sicherheitsschuhen verschiedene Merkmale:

1. O: Berufsschuhe mit Basisschutz gegen Fußverletzungen

2. P: Schutzschuhe mit Zehenkappen für mittelstarke Belastungen

3. S: Sicherheitsschuhe mit doppelt so starken Zehenkappen für hohe Belastungen

4. Klasse I: herkömmlich gefertigte Schuhe

5. Klasse II: Schuhe, die im Ganzen speziell geformt wurden

Der Auswahlprozess

Um die Auswahl des Schuhwerks zu erleichtern, haben wir hier für Sie die Kernfragen formuliert, die man vor dem Einkauf abarbeiten sollte:

  1. Welcher möglichen Belastung ist der Schuh genau ausgesetzt?
  2. Welche Art von Schuh darf es sein? Zur Auswahl stehen die eingangs bereits erwähnten Arbeits-, Schutz-, Sicherheits- oder Spezialschuhe mit ihren individuellen Sicherheitsleveln und Eigenschaften.
  3. Wie soll der Schuh genau geformt sein, was passt dem konkreten Arbeitnehmer?
  4. Welche Bedingungen der Arbeitsumgebungen müssen zusätzlich noch beachtet werden?

Wichtig ist, dass der ausgewählte Schuh eine CE-Kennzeichnung aufweist, die nachweist, dass der Schuh von einer offizielle Prüfstelle freigegeben wurde. Normangaben, Schuhgrößen, genaue Produkt- und Herstellerkennzeichnungen sind weitere Informationen, die für den Kauf eines Sicherheitsschuhs von Bedeutung sind.

Behalten Sie die Bodenhaftung!

Sollte ein Sicherheitsschuh trotz aller Absicherung auf Seiten des Arbeitgebers für den Beschäftigten im wahrsten Sinne des Wortes nicht passen, können dem Arbeitnehmer unter Umständen Kosten entstehen. Diese kann er bei der Agentur für Arbeitsschutz angeben und auf eine Erstattung hoffen.

Unsere Füße tragen uns durch die Welt, im Privat- wie im Arbeitsleben. Wir sollten also stets für optimal zu tragende Schuhe sorgen!

Handfester Schutz

Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehören in vielen Berufen die Handschuhe zum festen Inventar. Wie bei allen Teilen der persönlichen Schutzausrüstung – beispielsweise Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz, Helm, Warnkleidung oder Schutzkleidung gegen Hitze, Regen oder Wettereinflüsse – ist der Unternehmer verpflichtet, sie kostenfrei dem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen und ihn entsprechend zu unterweisen. Der Mitarbeiter ist andererseits dazu verpflichtet, die vorgeschriebene Schutzausrüstung zu benutzen und zu pflegen.
An Schutzhandschuhe werden je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Anforderungen gestellt. Sie sollen die Hände vor Schädigungen durch äußere Einwirkungen schützen, beispielsweise  mechanischer Art (Stiche, Schnitte, Schläge, Abschürfungen, Vibrationen),  thermische Art (Hitze, Kälte, Schweißspritzer), Gefährdungen durch Strahlung (UV-Strahlung, Wärmestrahlung, Laserstrahlung, ionisierende Strahlung), chemische Gefährdungen (Verätzung, Reizung, Vergiftung), biologische Gefährdungen (Infektionen) oder elektrischer Gefährdungen. Andererseits ist es wichtig, dass Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen durch die Handschuhe nicht so eingeschränkt werden, dass neue Gefahrenquellen entstehen. Die Balance und das richtige Produkt zu finden, ist daher oftmals nicht leicht.

Kennzeichnungen auf Schutzhandschuhen
Die Normvorgabe für Schutzhandschuhe sieht vor, dass deutlich erkennbar und dauerhaft lesbar folgende Angaben auf ihnen zu finden sein müssen:

  • Name oder Kennzeichnung des Herstellers oder Lieferanten
  • Typenangabe oder Modellbezeichnung
  • Größenangabe

PSA-Kategorien für Schutzhandschuhe
Darüber hinaus werden Schutzhandschuhe mit entsprechenden Piktogrammen versehen und in drei PSA-Kategorien unterteilt:

  • Kategorie 1 (Cat. I): geringe Risiken, erfüllt nur geringe Schutzanforderungen. geeignet beispielsweise als Garten- oder Spülhandschuh
  • Kategorie 2 (Cat. II): mittlere Risiken, bietet beispielsweise Schutz vor mechanischen Gefährdungen
  • Kategorie 3 (Cat. III): hohe Risiken, bietet Schutz vor irreversiblen Schäden und tödlichen Gefahren

Leistungsstufen zum Schutz vor mechanischen Risiken

Schutzhandschuhe werden zudem mit einer Leistungsstufe gekennzeichnet, die von „x“ wie „ungeprüft“ bis hin zu „5“ für „hoher Schutz“ skaliert ist.

Die Kennzeichnung 4131 auf dem Handschuh dokumentiert beispielsweise:
4 = Abriebfestigkeit
1 = Schnittfestigkeit
3 = Weiterreißfestigkeit
1 = Durchstichfestigkeit

Je höher die Zahl, umso besser ist der Schutz vor Abrieb, Schnitten, Rissen und Durchstechen. Beispielsweise sind Handschuhe der Leistungsstufe 1 beim Abrieb nach etwa 100 Umdrehungen durchgescheuert. Für einen Handschuh der Stufe 4 bei Abrieb braucht es dagegen 8000 Umdrehungen, um ihm etwas anzuhaben.

Piktogramme geben Auskunft über die Schutzfähigkeit des Handschuhs. Häufige  Piktogramme sind: