Schlafapnoe: Unheilvolle Unruhe

Quelle: Olichel Adamovich / pixabay.com

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Wer kennt das nicht? Sobald es Frühjahr wird, die Sonne strahlt und die Uhr um eine Stunde vorgestellt wird, hört man vermehrt das herzhafte Gähnen des Kollegen im Nachbarbüro, will sich selbst immer wieder gerne recken und strecken und verzweifelt fast daran, wenn an der Kaffeemaschine ein großer Zettel hängt, auf dem „defekt“ steht. Eigentlich liebt doch jeder den Frühlingsanfang – doch auf diese sprichwörtliche Frühjahrsmüdigkeit mag man sehr, sehr gerne verzichten. Was ist, wenn einen genau diese Müdigkeit nicht mehr verlassen will und man sich über lange Zeit komplett geschlaucht fühlt?

Müde im Büro, im Gabelstapler, im OP

Müdigkeit kann belastend und sogar gefährlich werden. Familie und Freunde wundern sich über die Trägheit, die Kollegen stutzen angesichts der Energielosigkeit – beides kann zu bösen Konflikten führen. Und mehr: Schlappheit stellt ein großes Risiko dar. Was kann passieren, wenn die Müdigkeit übermächtig wird? Wenn man hinter dem Steuer, ob nun im Privatauto, im Gabelstapler oder im LKW, einschläft? Wenn man gehäuft falsche Zahlen in den Computer eingibt, in wichtigen Konferenzen wenig wachsam ist, Maschinen bedienen muss oder gar Operationen auf dem Dienstplan stehen? Wer dauerhaft müde ist, sollte einen Arzt aufsuchen, denn Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Vielleicht sind die Blutwerte schlecht, vielleicht steckt aber auch eine ernsthafte Krankheit bzw. eine gefährliche Schlafapnoe dahinter.

Die Schlapnoe: schleichende Gefahr

Diagnostiziert der Arzt eine Schlafapnoe, bedeutet dies, dass der Patient während der nächtlichen Schlafphasen mehrere Atemstillstände durchlebt. Diese können bis zu 50 Sekunden andauern und im schlimmsten Fall bis zu zwanzigmal pro Stunde auftreten. Das ist eine erschreckend hohe Frequenz – und es ist natürlich klar, dass Betroffene am Tag dann schlapp sind, unter Kopfschmerzen leiden und langfristig sehr unausgeglichen werden. Die Tiefschlafphase ihres Körpers wird ständig unterbrochen oder gar nicht erst erreicht. Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, das Herz tanzt Tango, der Blutdruck schießt nach oben. Um die Diagnose zu bestätigen, müssen Patienten nachts Messgeräte tragen, deren Daten dann morgens ausgewertet werden. Wer eine Schlafapnoe hat, hat mehrere Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel eine bewusst gesunde Lebensweise, das Tragen von Atemmasken und Kieferschienen oder sogar Operationen im Nasen-Mund-Bereich.

Müdigkeit als Warnsignal erkennen

In Deutschland gibt es fast sechs Millionen Menschen, die von einer Schlafapnoe betroffen sind. Doch diese Krankheit ist eigentlich erst der Anfang: Oft folgen weitere Befunde wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sollte man in seinem privaten Umfeld, am Arbeitsplatz oder gar bei sich selbst feststellen, dass sich in umgewöhnlich hohem Maße Müdigkeit breitmacht, sollten die Alarmglocken angehen und entsprechende Schritte eingeleitet werden. So kann das Ansprechen des betreffenden Kollegen und ein direkt gemachter Arzttermin Risiken drastisch minimieren – und echte Gefahr mit einer Mischung aus gesunder Aufmerksamkeit und minimalem Aufwand bannen.