Plattmachen, was Sie platt macht

Quelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Wissen Sie, dass die häufigste Ursache für Arbeitsunfälle ist? Es sind die SRS-Unfälle. Diese kryptische Abkürzung steht für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Rund 200.000 dieser Unfälle  und damit mehr als andere werden jedes Jahr den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet- unklar ist, wie viele nicht gemeldet werden.
Aus einem kleinen Riss im Asphalt wird ein großer Riss, wird eine Unebenheiten, wird ein Schlagloch. Man gewöhnt sich dran, weicht aus und nimmt die Gefahr nicht mehr ernst. Doch eines Tages ist jemand im Gedanken oder kennt die Stolpersteine nicht und stürzt. Selbst wenn er nur zu Fuß unterwegs war und nicht etwa mit dem Fahrrad, können die Verletzungsfolgen schon sehr unangenehm bis hin zu folgenschwer sein: verstauchter Knöchel, Zerrungen, Prellungen und Schürfwunden oder sogar Bänderriss, Gehirnerschütterung oder Brüche.
Die Sommerzeit bietet eine gute Gelegenheit, bei einer Betriebsbegehung genau auf diese Risikofaktoren zu achten, um den berüchtigten SRS-Unfällen vorzubeugen.

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Innenbereich:

  • beschädigte oder verschmutzte Bodenbeläge
  • Löcher, Dellen oder andere Unebenheiten
  • fehlende oder wackelnde Handläufe
  • rutschige oder wellige Schmutzfangmatten
  • Hindernisse auf den Lauf- und Fahrwegen (z. B. Kabel, Kartons oder Leisten)

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Außenbereich:

  • Vertiefungen und Aufwerfungen
  • Risse und Dehnungsfugen
  • Spurrillen und beschädigte Randbereiche
  • gelockerte oder verschobene Bodenplatten
  • Kanten durch hervorstehende oder wackelnde Kanaldeckel, Roste und Laufgitter
  • reparaturbedürftige Treppenstufen und Podeste

Denken Sie auch daran, nicht nur die vorgegebenen Wege zu prüfen, sondern auch die Trampelpfade und Abkürzungen, die ihre Mitarbeiter als eigene Wegeführung angelegt haben. Sofern diese eigenen Wege keine Gefahrenquelle darstellen, sollten Sie auch dafür sorgen, dass sie nicht zu einer werden.
Aber nicht nur Beschädigungen, die ausgeglichen, eingeebnet oder nivelliert werden müssen können Ihre Mitarbeiter zum Stolpern, Rutschen oder Stürzen bringen.
Auch zu glatte oder schmutzige Fußböden, sei es mit Fett- oder Wasserflecken, Körnchen oder Eisglätte können auf vielfältige Art die Rutschpartie erzeugen. Selbst ein Wechsel von Bodenbelägen mit stark unterschiedlicher Rutschhemmung, etwa zwischen einer Gummimatte und blankem Marmor, kann Mitarbeiter, Kunden und Besucher ins Stolpern bringen.
Achten Sie besonders auf Höhenunterschiede, Unebenheiten, kaum wahrnehmbare Neigung und andere Stolperstellen wie Beschädigungen und Unebenheiten, Vertiefungen und Überstände, beschädigte Stufen und Abdeckungen sowie reparaturbedürftige Bodenbeläge. Behalten Sie die Bäume auf dem Gelände im Auge, wenn sie langsam wachsende Stolperstellen verursachen, indem sie mit ihren Wurzeln die Gehwegplatten heben.
Schaffen Sie Verantwortlichkeiten: Wer ist dafür zuständig, auf herumliegende Dinge zu achten wie Abfall oder Kabel, Kisten und Werkzeuge?
Ein häufiger Grund für SRS-Unfälle ist auch die ungeeignete Beleuchtung. Nicht immer ist damit zu wenig Beleuchtung gemeint. Auch diffuses Licht, das die Konturen der Treppenstufe verschwimmen lässt, oder blendende Lichtquellen, ein nicht ausgewogenes Verhältnis von Licht, Kontrast, Farbe und Reflexion können ursächlich für das Stolpern und Fallen sein. Zudem gilt: Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, wenn es um ungünstig platzierte Lichtschalter oder schlecht gewartete Bewegungsmelder geht. Deshalb bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Sie auf solche Mängel hinzuweisen – im eigenen Interesse.
Das Schuhwerk ist nicht selten ebenfalls ein Grund für Unfälle. Das passiert beispielsweise, wenn Schuhe mit falscher Sohle oder unbequemem Fußbett, zu hohen Absätze oder abgelaufene Profile getragen werden oder der Schuh an Fett- und Ölverschmutzungen abrutscht.
Weitere Gefahrenquellen ist die falsche Reinigung der Böden oder schlicht die Reinigungszeit während der Arbeitszeit.
Nicht zuletzt sind auch die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, sich aufmerksam zu bewegen. Besonders, wenn sie beispielsweise Lasten mit beiden Händen oder Gegenstände tragen, die die Sicht behindern.

Die Persönliche Schutzausrüstung allein reicht nicht

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Auf den meisten Baustellen und in einem Großteil der deutschen Betriebe ist es mittlerweile selbstverständlich, dass die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nutzen. Das allein sorgt auf jedem Fall für Pluspunkte bei den überraschenden Besuch der Kontrolleure der Berufsgenossenschaft oder Arbeitsschutzbehörde. Noch besser sind Sie vorbereitet, wenn Sie dokumentiert haben, wie umfangreich Sie Ihre Mitarbeiter in Sachen PSA unterweisen.

Dokumentieren Sie, auf welche Art Sie die Notwendigkeit des Tragens von PSA festlegen, etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ermitteln Sie mit ihrer Hilfe, bei welchen Tätigkeiten Ihre Mitarbeiter welche PSA-Komponenten tragen müssen und kennzeichnen Sie alle Arbeitsbereiche, in denen PSA-Tragegebote herrschen, durch entsprechende Gebotszeichen. Dokumentieren Sie die Schulungen und Unterweisung ihrer Mitarbeiter bezüglich des Tragens und Benutzen der PSA-Komponenten, die vorgeschrieben sind. Das Anlegen und Verwenden von PSA zum Schutz gegen tödliche Gefahren, wie beispielsweise Atemschutz oder Absturzsicherung, sollten Sie regelmäßig bzw. bei Bedarf einüben lassen.

Stellen Sie sicher, dass durch die Verwendung einer PSA-Komponente keine neue Gefährdung entsteht. So können beispielsweise beim Tragen von Gehörschutz akustische Warnsignale überhört werden oder optische Signale werden beim Tragen einer Schutzbrille übersehen. In solchen Fällen ist das Unternehmen gefordert, Abhilfe für mehr Sicherheit zu schaffen, indem alternative Warnsignale eingerichtet werden.

Unternehmen sollten beim Einkauf von PSA-Produkten nicht allein auf den Preis achten. Wichtiger ist die Anschaffung von hochwertigen Produkten mit langer Haltbarkeit und hohen Tragekomfort. Lange Haltbarkeit ist nicht selten auch ein Pluspunkt, der sich wirtschaftlich rechnet, wie auch bequeme und funktionelle PSA die Produktivität fördert. Zu jedem PSA-Element gehört eine schriftliche Benutzerinformation des Herstellers, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Die Produkte sollten die CE-Kennzeichnung aufweisen. Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich die Kennnummer der mit der Qualitätssicherung beauftragten, zugelassenen Stelle notwendig.

Je nach PSA ist es erforderlich, entsprechende Betriebsanweisungen zu erstellen. In diesen wird beispielsweise darüber informiert, welche Verfallsdauer und Tragezeitbegrenzung die PSA-Elemente haben, wo und wie die Mitarbeiter ihre PSA aufbewahren müssen, und welche Pflegemaßnahmen unter Umständen erforderlich sind.

Dokumentieren Sie für die Kontrollbehörden wie die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der PSA organisiert ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie die PSA vor der Nutzung auf äußerlich sichtbare Mängel zu prüfen haben und defekte oder beschädigte PSA nicht weiter benutzen dürfen. Regeln Sie das Aussortieren und die Entsorgung oder Reparatur verschlissener oder beschädigte PSA-Teile und klären Sie Ihre Mitarbeiter darüber auf, wo und auf welche Weise sie Ersatz erhalten können. Denken Sie daran, dass auch Praktikanten, Aushilfen, Ferienjobber und Zeitarbeiter eine persönliche Schutzausrüstungen benötigen. Vergessen Sie bitte auch nicht, für Besucher Schutzkleidung bereitzuhalten, sofern damit zu rechnen ist, dass sie entsprechende Betriebsbereiche mit PSA-Tragpflichten betreten.

Gegenüber den Kontrollbehörden können Sie zudem darlegen, auf welche Art Sie Ihre Beschäftigten beim Auswählen von PSA-Komponenten mit einbeziehen. Das erhöht die Trageakzeptanz bei den Mitarbeitern, ebenso wie es das konsequente Anmahnen tut, wenn Tragegebote nicht befolgt wurden. Stellen Sie klar, welche Konsequenzen das strikte Verweigern der vorgeschriebenen PSA hat, die von disziplinarischen Konsequenzen und Entzug von Vergünstigungen über Verwarnung und Verweis bis hin zur Kündigung reichen können.

Legen Sie vor den Kontrolleuren auch dar, welche Regelung Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen und dem Betriebsrat bezüglich dieser Konsequenzen getroffen haben.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und tragen Sie auch als Führungskraft eine PSA, wenn das Betriebsbereiche betreten, in denen sie erforderlich ist – und das nicht nur beim Kontrollgang mit den Behörden.

Aus HDS Akademie wurde HIRAcon Akademie

HIRAcon Akademie

Die HDS Akademie ist seit 2002 ein wichtiges Bildungsunternehmen mit den Schwerpunkten Arbeits-, Brand- und Gesundheitsschutz. Sie hat sich als einer der größten Anbieter von Fachseminaren in den genannten Bereichen auf dem Markt fest etabliert. Im Juni 2012 wurde sie zur HIRAcon Akademie.
Mit der Verschmelzung von HIRAcon und der HDS Akademie möchten die Anbieter  die Abläufe straffen und noch transparenter machen. „Es sind rein organisatorische Veränderungen, das Seminarangebot wird dadurch nicht beeinträchtigt“, versichert der verantwortliche Geschäftsführer Peter Hink. „Ganz im Gegenteil, denn durch die Verschmelzung haben wir zukünftig bessere Möglichkeiten, um neue Ideen zu realisieren.“
Für Teilnehmer und Interessenten an den Seminaren änderte sich – abgesehen vom Namen der Akademie -nichts. Ansprechpartner, Preise, Seminarorte, Dozenten und alles weitere rund um die Seminare, blieben unverändert.

Gewohnte Qualität

Die HIRAcon Akademie bietet weiterhin den gewohnt hohen Standard: „Jeder unserer Trainer und Dozenten ist hochqualifiziert auf seinem Gebiet und langjährig in den entsprechenden Bereichen tätig“, versichert Hink. So ist es ihm auch wichtig, dass alle Seminare von Praktikern konzipiert werden und einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegen.  Seit 2009 ist das Qualitätsmanagementsystem zudem nach den strengen Maßstäben der DQS zertifiziert (DIN ISO 9001).

Die Seminare finden in der Regel im Seminarcenter am Hauptsitz der HIRAcon Gruppe in Neuss am Rhein statt.
Verschiedene Seminare werden jedoch auch bundesweit durchgeführt, regelmäßig in Hamburg, Berlin, Leipzig, Frankfurt, München und Stuttgart. Hinzu kommen Inhouse-Seminare überall im Bundesgebiet sowie in den angrenzenden Ländern.
Die HIRAcon Akademie gehört zu den Bildungsträgern, die entsprechend der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV/AZAV) zur Annahme von Bildungsgutscheinen berechtigt sind. Auch Bildungsschecks und die Bildungsprämie können grundsätzlich auch für Weiterbildungsmaßnahmen der HIRAcon Akademie eingelöst werden.

zur HIRAcon Akademie

Weiterbildung und Ausbildung

Das Seminarprogramm für das 1. Halbjahr 2013 steht bereits fest und umfasst unter anderem diese Angebote:

  • Sicherheitsbeauftragter nach SGB VII
  • Nachschulung/Fortbildung für Sicherheitsbeauftragte
  • SiGeKo nach RAB 30, Anlagen B & C
  • Fortbildung SiGeKo: Projektdurchführung anhand von Fallbeispielen
  • SiGeKo nach RAB 30, Anlage C
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit & Sicherheits-Koordination (FaSiKo)
  • Aufbaulehrgang Qualifizierung zum “EHS-Manager”
  • Kompaktausbildung zum Explosionsschutzbeauftragten
  • Qualifizierung zum “General Safety Manager”
  • Kompaktseminar Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit & Brandschutz
  •  Brandschutzbeauftragter
  •  Praktische Löschübung mit dem Feuerlöscher
  •  Brandschutz- und Evakuierungshelfer
  •  Nachschulung für Brandschutz- und Evakuierungshelfer
  •  Staplerfahrerführerschein
  •  Nachschulung für Staplerfahrer
  •  Rückenschule
  • Vermittlung baufachlicher Grundkenntnisse
  • Sicherer Umgang mit Absturzsicherungen und deren Prüfung

 

Besonderer Schutz für das ungeborene Leben

Wer Mutter wird, trägt im wahrsten Sinne des Wortes eine besondere Verantwortung. Das ungeborene Leben kann durch Einflüsse von außen schwer beeinträchtigt werden, die für erwachsene Menschen nicht oder kaum gefährlich sind.
Das fängt beim Genuss von rohem Fleisch wie etwa Mett an und hört bei Alkohol und Zigaretten noch lange nicht auf.

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, hat die Gesundheit des Kindes und der Mutter oberste Priorität.  Quelle: Silke Kaiser  / pixelio.de

Foto: Silke Kaiser / pixelio.de

Während die Schwangere für ihre private Lebensweise selbst für sich und das Ungeborene verantwortlich ist, trägt im Berufsalltag auch der Arbeitgeber eine besondere Sorgfaltspflicht. Die größte Gefahr der Schädigung des Embryos besteht zwischen der 5. und 10. Woche nach der Empfängnis. Deswegen ist es wichtig, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen.

Für den Arbeitgeber gilt dann: sofort eine sorgfältige Beurteilung der Arbeitsplatzbedingungen vornehmen. Diese Gefährdungsbeurteilung umfasst jede Tätigkeit der schwangeren und später auch stillenden Mutter. Eine Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt können den Arbeitgeber dabei unterstützen.

Die Gefährdungsbeurteilung zum Mutterschutz umfasst diese Gefahrenquellen (je nach Art des Betriebs und Tätigkeit können auch noch weitere Punkte hinzukommen):

  • Gefahrstoffe
  • Heben und Tragen von Lasten
  • Schwere körperliche Arbeiten
  • Ständiges Stehen
  • Häufiges Strecken und Beugen
  • Lärm
  • Unfallgefahren
  • Arbeiten im Freien

Gefahrstoffe

Hierzu gehören beispielsweise chemische Stoffe wie Pflanzenschutzmittel. Sie sind mit Warnhinweisen gekennzeichnet, den sogenannte R- und S-Sätzen (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/R-_und_S-Sätze) . Mit „R 61“ gekennzeichnete Stoffe beispielsweise können das Kind im Mutterleib schädigen, „R 46“ tragen Stoffe, die vererbbare Schäden verursachen können. Mit solchen Gefahrenstoffen dürfen sowohl schwangere als auch stillende Frauen nur arbeiten, wenn der Grenzwert nicht überschritten und Hautkontakt ausgeschlossen ist. Das muss durch Messungen nachgewiesen werden. Aber auch andere Stoffe wie etwa Gartenerde können für das Ungeborene zu einer Gefahr werden: In Gartenerde wie auch in Tierkot können sich Erreger der Toxoplasmose befinden.

Heben und Tragen von Lasten

Regelmäßig tragen und heben dürfen Schwangere Lasten nur, wenn diese unter fünf Kilogramm schwer sind. Lasten, die zwischen fünf und zehn Kilogramm wiegen, dürfen nur noch gelegentlich gehoben, bewegt oder getragen werden. Werden Häufigkeit oder Kilozahl überschritten, sind mechanische Hilfsmittel unbedingt erforderlich, beispielsweise Rollwagen.

Schwere körperliche Arbeiten

Hier dürfen Schwangere überhaupt nicht eingesetzt werden. Es besteht unter anderem die Gefahr, dass sich durch die Belastung die Plazenta ablöst. Ebenso sind stark belastende Bewegungen, Stöße und Erschütterungen zu vermeiden.

Ständiges Stehen

Arbeiten im Stehen, beispielsweise im Verkauf, sind nach Ablauf des 5. Monats der Schwangerschaft auf höchstens vier Stunden täglich zu beschränken.

Häufiges Strecken und Beugen

Dauerndes Hocken oder Bücken ist ebenso wie häufiges, erhebliches Strecken oder Beugen in der Schwangerschaft problematisch. Unter anderem kann sich somit eine Einschränkungen für bewegungsstarke Berufe wie Sportlehrerinnen oder auch Putz- und Reinigungskräfte ergeben. In anderen Berufsgruppen, etwa am Band, können sich gesundheitliche Gefahren durch anhaltende, einseitige Körperhaltung ergeben.

Lärm

Tätigkeiten in Arbeitsbereichen, in denen Lärm mit einem Schalldruck von über 80 dB(A) auftritt oder impulsartiger Lärm vorkommt, dürfen nur eingeschränkt ausgeübt werden. Eine zeitliche Beschränkung ist hier wichtig, da das Kind im Mutterleib dem Lärm ungeschützt ausgesetzt ist.

Unfallgefahren

Das Tätigkeitsfeld der Schwangeren muss genau auf mögliche Unfallgefahren untersucht werden. So gibt es beim Stehen auf Leitern oder Gerüsten die Gefahr, auszurutschen oder abzustürzen. Auch Schläge oder Stöße, die von Maschinen und Werkzeugen ausgehen können, sind zu erkennen.

Arbeiten im Freien

Extremer Hitze, Kälte oder Nässe dürfen werdende ebenso wie stillende Mütter nicht ausgesetzt sein. Deswegen ist es mitunter erforderlich, sie bei bestimmten Wetterverhältnissen für das Arbeiten im Freien nicht oder nur zeitlich begrenzt einzusetzen.

Der sichere Schreibtisch

Natürlich: Ein Arbeitsplatz am Schreibtisch in einem durchschnittlichen Büro ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein sichererer Arbeitsplatz als beispielsweise die Arbeit am Hochofen oder auf einer Bohrinsel.

Foto: Cornelia Menichelli / pixelio.de

Oftmals denkt man in erster Linie an Ergonomie, wenn es um die Gesundheit im Büro geht. Schließlich gehören Rückenprobleme, Verspannungen im Nacken und Überlastungen der Handgelenke zu den häufigsten Beschwerden.

Wenn es allerdings um die Sicherheit geht, ist der Arbeitgeber ebenso gefragt. Er muss beispielsweise sicherstellen oder durch geschulte Mitarbeiter, bzw. externe Fachleute sicherstellen lassen, dass Verkehrs- und Rettungswege freigehalten werden.

  • Schubladen und Türen von Schreibtischen und Schränken sollten nicht unnötig offen stehen.
  • Die Mitarbeiter dürfen keinesfalls Stühle oder Tische als Leiter-Ersatz benutzen. Stattdessen sollten genügend Leitern oder kleinere Aufstiegshilfen vorhanden sein, auf die sie bei Bedarf zurückgreifen können.
  • Auf Büroschränken dürfen keine schweren Gegenstände abgelegt werden, da sie beim Herunterheben zu Stürzen oder Verletzungen führen können. Zudem gefährden sie unter Umständen die Statik der Schränke.
  • Verkehrswege dürfen ebenso wie Fluchtwege niemals als Abstell- oder Lagerflächen genutzt werden. Auch nicht für kurze Zeit.
  • Fluchttüren müssen frei gehalten werden und dürfen nicht abgeschlossen werden.
  • Die Mitarbeiter müssen darauf hingewiesen werden, dass sie im Notfall die Treppenhäuser benutzen müssen und keinesfalls den Fahrstuhl.
  • Computer-, Telefon- oder andere Kabel sollten möglichst gar keine Verkehrswege kreuzen. Falls doch, müssen sie so abgedeckt werden, dass sie nicht zur Stolperfalle werden können.
  • Auch Fußmatten und Bodenbeläge müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit hoch stehende Ecken und Unebenheiten schnell entdeckt und in Ordnung gebracht werden können.

In jedem Büro gibt es eine Vielzahl elektrischer Geräte. Einige sind für die Schreibtischarbeit direkt nötig, andere dienen der Produktion oder werden in den Pausen eingesetzt. Wer für die Sicherheit im Betrieb verantwortlich ist, sollte sicherstellen, dass die Beschäftigten sich an bestimmte Verhaltensregeln halten.

  • Elektrische Betriebsmittel und Anlagen jeglicher Art dürfen nicht mehr benutzt werden, wenn sie Mängel aufweisen.
  • Elektrische Geräte dürfen nicht selbst repariert werden.
  • Werden Schäden und Mängel entdeckt, müssen sie gemeldet werden, beispielsweise an eine Sicherheitsfachkraft, an eine Elektrofachkraft oder zumindest dem Vorgesetzten.
  • Die Mitarbeiter müssen sich beim Nutzen der Geräte an deren Betriebsanleitung halten. Es ist daher darauf zu achten, dass alle Gebrauchsanweisungen vorhanden sind. Es empfiehlt sich, die Originale zentral zu sammeln und Kopien für die Mitarbeiter greifbar auszulegen.
  • Private Elektrogeräte wie beispielsweise Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder auch Radios müssen beim Vorgesetzten angemeldet werden, bevor sie erstmals am Arbeitsplatz eingeschaltet werden.
  • Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel dürfen nicht über ihre zulässige Nennbelastung genutzt werden (Kennzeichnung beachten).
  • Alle elektrischen Geräte, die nach Feierabend nicht mehr gebraucht werden, müssen abgeschaltet werden. Das dient zum einen dem Stromsparen, ist aber wegen der möglichen Überhitzung und somit Brandgefahr notwendig.
  • Stellt ein Mitarbeiter eine Störung an einem Gerät fest, muss er es sofort abschalten und den Stecker ziehen.
  • Es ist wichtig, nur Geräte einzusetzen, die durch eine unabhängige Prüfstelle getestet wurden und ein GS-, VDE- oder gleichwertiges Prüfsiegel tragen.
  • Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Ortsveränderliche, wie beispielsweise Stecker oder Steckdosen, müssen alle zwei Jahre durch die Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person überprüft werden.

Unachtsamkeit kann schwere Folgen haben. Deswegen sollten die Mitarbeiter auch die Vorgaben zum Thema “Gefährliche Abfälle” beachten. Darüber hinaus können natürlich für Chemikalien, Putzmittel oder andere Stoffe weiterführende Bestimmungen gelten. Immer und in jedem Büro gilt aber:

  • Scharfkantige und spitze Gegenstände wie Steck- oder Sicherheitsnadeln, Klingen oder Scherben dürfen nicht im Mülleimer entsorgt werden. Kleine Gegenstände sollte man besser mit einem Hinweis versehen für das Reinigungspersonal an einer gut sichtbaren Stelle ablegen. Größere Gegenstände wie etwa die Scherben einer Wasserflasche sind in einem Eimer besser aufgehoben.
  • Raucher dürfen ihre Aschenbecher nicht direkt in den Mülleimer werfen. Noch zwei Stunden nach Ausdrücken der Kippe besteht die Gefahr eines Schwelbrands. Besser: In eine luftdichte Dose umfüllen und entsorgen, wenn keine Gefahr mehr besteht (das mindert auch den Geruch).

Die Teeküche gehört zu den meist besuchtesten Räumen eines Büros. Wo Lebensmittel ins Spiel kommen, gelten für alle Mitarbeiter besondere Vorgaben, die über die regulären Anforderungen an Hygiene und Rücksichtsnahme hinausgehen:

  • Reinigungsmittel und andere Produkte, die Gefahrenstoffe enthalten können, müssen getrennt von Lebensmitteln aufbewahrt werden. Bei starken Mitteln empfiehlt es sich, sie in einem separaten, gut durchlüfteten Raum zu lagern.
  • Egal, wo sie gelagert werden: Gefahrstoffhaltige Produkte dürfen nie in Behälter abgefüllt werden, die für Lebensmittel gedacht sind oder waren, etwa in Wasserflaschen oder Keksdosen.

Falls gegen alle Vorsicht doch etwas passiert, zeigt sich, ob der Arbeitgeber gute Vorarbeit geleistet hat und seinen Pflichten nachgekommen ist:

  • Stehen Verbandskästen und Feuerlöscher in ausreichender Zahl bereit? Sind ihre Standorte deutlich gekennzeichnet?
  • Wird der Inhalt der Erst-Hilfe-Verbandkästen monatlich überprüft auf Haltbarkeit der einzelnen Komponenten und Vollständigkeit? Werden abgelaufene Teile durch neue ersetzt?
  • Werden Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre durch eine befähigte Person eines Brandschutzfachbetriebs geprüft?
  • Werden mindestens einmal im Jahr Erste-Hilfe- und Brandschutzübungen mit den Mitarbeiter durchgeführt?

Werden alle diese Punkte beachtet, ist der Arbeitsplatz am Schreibtisch noch ein Stück weit sicherer als die Bohrinsel.