Schwangere in Not

Foto: Alexandra Bucurescu  / pixelio.de

Foto: Alexandra Bucurescu / pixelio.de

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Dennoch während dieser besonderen Zeit können Krankheiten auftreten, die das Leben von Mutter und Kind gefährden. Auch am Arbeitsplatz kann es vorkommen, dass bei einer Schwangeren eine Notsituation eintritt, bei der sofortige Hilfe gefordert ist.
Bei Schwangeren gilt immer größtmögliche Vorsicht. Jeder Notfall in der Schwangerschaft kann eine Lebensgefahr für das Kind und die Mutter sein.

Schwangerschaftsvergiftung:
Bei einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) treten häufig neurologische Störungen auf, wie beispielsweise Kopfschmerzen, schlaganfallähnliche Symptome oder ein epileptischer Anfall, verbunden mit starken Einlagerung von Wasser am ganzen Körper. Bei einer Schwangerschaftsvergiftung besteht akute Gefahr für das Kind, da unter Umständen die Durchblutung der Plazenta gestört ist. Auch die Mutter braucht sofort ärztliche Hilfe, da unter anderem ein Versagen des Herzkreislaufsystems droht.  Auf gar keinen Fall dürfen eigenmächtig Medikamente verabreicht werden, noch nicht einmal eine Kopfschmerz-Tablette.

Scheidenblutungen:
Bei vaginalen Blutung tritt unterschiedlich stark Blut aus der Scheide aus, mit oder ohne Schmerzen. Die Schwangere kann eventuell Zeichen eines Schocks zeigen wie etwa Blässe, kalter Schweiß, Schwindel und Übelkeit. Oft wird die verlorene Blutmenge unterschätzt, da ein Großteil des Blutes in der Gebärmutter verbleibt.

Was ist in solchen Fällen zu tun?

1. Hilfe holen

Weitere Helfer sind zum Beispiel:

•        Kolleginnen und Kollegen
•        innerbetriebliche Ersthelfer
•        Betriebssanitäter
•        Betriebsarzt
•        innerbetrieblicher Rettungsdienst
•        öffentlicher Rettungsdienst/Notarzt: 112 oder 19 222
•        die Sicherheitsfachkraft
•        die Werksfeuerwehr
•        die externe Feuerwehr unter 112

2. Patientin lagern
Patientin flach auf den Boden legen, rechten Hüftbereich leicht unterpolstern, in leichte Linksseitenlage bringen, bei Scheinblutung mit übereinandergeschlagenen Beinen

3. Patientin zudecken und wärmen
4. Mutterpass besorgen
5. bei Bewusstlosigkeit stabile Linksseitenlage
6. bei Atemnot Oberkörper hoch lagern, Kleidung öffnen, Linksseitenlage
7. bei Kreislaufschwäche oder Kollaps Beine hoch lagern, Linksseitenlage
8. Bleiben sie die ganze Zeit bei der Patientin und beruhigen Sie sie. Vor allem bei epileptischen Anfällen ist es äußerst wichtig, für Ruhe zu sorgen und helles Licht oder Lichtblitze zu vermeiden
9. Die Patientin muss möglichst still liegen und darf nicht aufstehen.

Die Patientin muss unverzüglich mit einem Notarzt in die nächste Klinik mit praenataler Station eingewiesen werden, denn nur dort kann die Gefahr für das Kind und die Mutter eingeschätzt werden.

Warum ist die Linksseitenlage so wichtig?
Das Gewicht der Gebärmutter, des Mutterkuchens und des Kindes kann in der Rückenlage oder in Rechtsseitenlage eine Hohlvene (die Vena Cava) abdrücken und somit den Blutrückfluss zum Herzen stören.

Im Fall der Fälle: Was tun bei einem Arbeitsunfall?

Quelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ein unbedachter Moment und schon ist es passiert. Sicherheit und Schutzmaßnahmen, die noch so gut durchdacht sind, schützen nicht immer davor, dass Arbeitsunfälle passieren. Deshalb sollten die Mitarbeiter in jedem Betrieb wissen, was zu tun ist, wenn es zu einem Arbeitsunfall kommt.
Das Wichtigste ist, dass es besser ist, etwas Falsches zu tun als gar nichts zu tun.
Beobachtet man einen Unfall, muss man sofort reagieren. Was zu tun ist, lässt sich auf diese Faustformel bringen: helfen – melden – sichern.

1. Helfen
Wenn Sie zur Unfallstelle kommen, verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick.

  • Wie viele Menschen sind verletzt?
  • Gibt es Schwerverletzte?
  • Stehen die Verletzten unter Schock?
  • Sind sie ansprechbar?
  • Leisten Sie erste Hilfe oder rufen Sie weitere Helfer hinzu..
  • Bringen Sie die Verletzten in Sicherheit, aber begeben Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr (Eigenschutz).
  • Sprechen Sie ruhig und beruhigend mit dem Verletzten und sagen Sie ihm, das gleich Hilfe kommt.

2. Melden
Melden Sie sofort den Unfall an die Alarmzentrale oder rufen Sie einen Notarzt und wenn nötig auch die Feuerwehr.
Beschreiben Sie kurz, ruhig und genau, was passiert ist. Halten Sie sich dabei an die fünf „W”:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie ist es passiert?
  • Wann ist es passiert?
  • Warten auf Rückfragen!

Nennen Sie Ihren Namen, genaue Position und eine Rückrufnummer. Nennen Sie die Anzahl der verletzten Personen und möglicherweise auch Art und Ausmaß der Verletzungen. Melden Sie auch, wenn weitere Gefahren drohen, wie zum Beispiel Feuer, Strom oder Chemikalien. Warten sie auf Rückfragen und legen Sie erst auf, wenn Ihr Gesprächspartner das Telefonat beendet.

3. Sichern und warnen
Sperren Sie falls nötig den Unfallort ab, um weiteres Unheil zu verhindern.
Falls notwendig, sichern Sie Bauteile, stellen Sie die Maschinen im Umfeld ab und schalten sie den Strom umliegender Maschinen aus, um weitere Gefahren zu vermeiden.
Falls es brennt, versuchen Sie den Brand im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu bekämpfen. Ist das nicht möglich oder zu gefährlich, evakuieren Sie sich und die Verletzten aus dem Gefahrenbereich.

In Einzelfällen kann es notwendig sein, zuerst Hilfe zu holen, weil man zum Beispiel den Verletzten alleine nicht helfen kann.
Weitere Helfer sind zum Beispiel:

  • Kolleginnen und Kollegen
  • innerbetriebliche Ersthelfer
  • Betriebssanitäter
  • Betriebsarzt
  • innerbetrieblicher Rettungsdienst
  • öffentlicher Rettungsdienst/Notarzt: 112 oder 19 222
  • die Sicherheitsfachkraft
  • die Werksfeuerwehr
  • die externe Feuerwehr unter 112

Es ist wichtig, den Ernstfall zu üben, damit klar ist, wann was zu tun ist. Inhalt dieser Übung, ist zum Beispiel das Wissen, wann ein Notruf zwingend notwendig ist, wann die Rettung informiert werden muss oder ob die erste Hilfe ausreicht. Auch wo die Notruftelefone sind und wie ein Notruf richtig abgesetzt werden muss, sollte man üben. Zudem müssen die Mitarbeiter wissen, wer die Ersthelfer sind und wo Erste-Hilfe-Kästen hängen. Auch in Sachen Erste Hilfe gibt es immer wieder neue Erkenntnisse oder Ratschläge.
Die Inhalte dieser Schulung sollten nicht nur praktisch geübt werden, sondern auch auf Papierform ausgehändigt werden, da sich vieles besser einprägt, wenn man es schriftlich vor sich sieht.