Lärmschutz ist wichtig für die Gesundheit

Quelle: knipseline  / pixelio.de

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Lärm macht krank. Der hörbare Schall, z. B. durch Maschinengeräusche, Ton, Knall, Explosionen oder auch lautes Sprechen wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und setzt psychomentale Reaktionen in Gang, die bis zum Zusammenbruch führen können. Lärm, insbesondere durch Dauerbeschallung, gefährdet die Gesundheit, beeinträchtigt das seelische Wohlbefinden der Mitarbeiter und stört die konzentrierte Arbeit. Zudem behindert Lärm die Kommunikation.

Laut Arbeitsstättenverordnung hat der Arbeitgeber die Pflicht zur Lärmminderung, indem der Schalldruckpegel in den Arbeitsstätten so niedrig wie möglich gehalten wird. Das heißt: Um die Gesundheit der Beschäftigten nicht zu beinträchtigen, muss der Lärm so weit reduziert werden, wie es die dort zu verrichtenden Tätigkeiten zulassen. Die Messgröße für Lärm ist der Schallpegel, gemessen in Dezibel dB (A). Lärmquellen im Vergleich:

  • Gespräch 60 dB (A)
  • Pkw mit 50 km/h 70 dB (A)
  • Handbohrmaschine 90 dB (A)
  • Kreissäge 100 dB (A)
  • Presslufthammer 120 dB (A)
  • Düsenflugzeug beim Start 150 dB (A)

Lärmschwerhörigkeit

Dauerlärm über 85 dB(A) – zum Beispiel von einer Fräsmaschine – und kurzfristige Knallgeräusche können das Gehör schädigen. Liegt der Schallpegel extrem hoch, kann der Gehörschaden bereits nach kurzer Zeit auftreten. Lärmschwerhörigkeit entsteht dadurch, dass sich die Haarzellen im Innenohr praktisch auflösen. Einmal zerstörte Sinneshärchen können nicht mehr ersetzt oder neu gebildet werden. Bei Schallpegeln unterhalb von 85 dB(A) ist zwar keine direkte Gehörschädigung zu erwarten. Aber auch geringe Lärmbelastung kann beeinträchtigende und schädigende Wirkung in Form von Stress und psychosomatischen Erkrankungen nach sich ziehen sowie körperliche Reaktionen auslösen, z. B. erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, Verspannung der Muskulatur, Kopfschmerzen und/oder Schlafstörungen.

Schutz der Arbeitnehmer

Generell ist der Arbeitgeber verpflichtet, Lärm und Erschütterungen so weit wie möglich zu vermeiden oder zu bekämpfen. Zum Schutz der Arbeitnehmer sind in erster Linie folgende Vorkehrungen zu treffen:

  • bauliche Maßnahmen
  • Maßnahmen an Betriebseinrichtungen
  • Isolation oder örtliche Abtrennung der Lärmquelle
  • Maßnahmen der Arbeitsorganisation

Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz-Verordnung (LärmVibrationsArbSchV) ist eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeitssysteme durchzuführen, bei denen Lärm auftritt. Im Rahmen dieser Gefährdungsbeurteuilung muss festgestellt werden, ob der auftretende Lärm zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens oder zu einer Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten führen kann. Zur Ermittlung des äquivalenten Dauerschallpegels sowie zur Ermittlung des Tages-Lärmexpositionspegels stellt das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER) auf seiner Website einen Lärmrechner zur Verfügung.

Der passende Gehörschutz ist Pflicht

Beschäftige, die einem Lärmpegel von 85 dB (A) ausgesetzt sind, müssen einen entsprechenden Gehörschutz tragen und sich einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Um die Ohren zu schützen, können Gehörschutzstöpsel, Kapselgehörschützer oder Bügelgehörschützer verwendet werden. Der Betrieb ist verpflichtet, den passenden Gehörschutz zur Verfügung stellen. Der Gehörschutz ist so auszuwählen, dass ein maximal zulässiger Expositionswert von 85dB (A) für den Tages-Lärmexpositionspegel und ein C-bewerteter Spitzenschalldruckpegel von 137 dB(C) nicht überschritten wird. Die „Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse BG ETEM“ weist darauf hin, dass es eine Weile dauern kann, bis man sich an das Tragen von Gehörschutzmittel gewöhnt hat. Deshalb ist es vor allem in der ersten Zeit besonders wichtig, „am Arbeitsplatz erhöhte Aufmerksamkeit walten zu lassen, um gefährliche Situationen zu verhindern.“

 Weniger Fehler bei mehr Ruhe

Aber nicht nur in Maschinenhallen und Fertigungsbetrieben herrscht Lärm. Auch die Geräuschentwicklung an einem PC-Arbeitsplatz hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter. So hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund festgestellt, dass fehlerhafte Entscheidungen bei Sachbearbeitungstätigkeiten um mehr als die Hälfte abnehmen, wenn Ruhe am Arbeitsplatz herrscht. Laut Bildschirmarbeitsplatz-Verordnung muss in Büros der Lärm so gemindert werden, dass Sprachverständigung und Konzentration nicht gestört werden.