Ist man beim Auslandsaufenthalt versichert?

Quelle: Lisy_/Pixabay

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In vielen Bereichen der Berufswelt kommen Ihre Mitarbeiter an einem Auslandsaufenthalt nicht herum. Umso ärgerlicher ist es, wenn dann ein Arbeitsunfall passiert. Aber wie ist das eigentlich im Ausland? Unter welchen Umständen sind Ihre Mitarbeiter auch dort weiterhin versichert? Und welche Vorkehrungen muss der Arbeitgeber vor einer Reise gewährleisten?

In unserem Blog erfahren Sie allgemeine Tipps zu den Punkten, die Sie zum Thema Arbeitsschutz im Ausland wissen müssen*. Also dann, allzeit gute Reise!

Vorab zu wissen

Mitarbeiter, die während ihrem Auslandeinsatz weiterhin bei Ihnen angestellt bleiben, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dafür muss dieser Einsatz aber befristet sein.

In der Regel ist die gesetzliche Unfallversicherung auf das Inland beschränkt. Bestimmte Rechtsgrundlagen sorgen jedoch dafür, dass Ihre Mitarbeiter auch im Ausland versichert sind:

  • EU-Verordnung Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 gilt für Mitarbeiter deutscher Unternehmen, die nicht länger als 12 Monate im EU-Ausland arbeiten
  • Abkommen über soziale Sicherheit besteht mit einigen Nicht-EU-Staaten. Dieses ermöglicht das Weiterlaufen der Unfallversicherung bei Auslandseinsätzen von 12 – 36 Monaten. Zu den Nicht-EU-Ländern zählen Bulgarien, Israel, Kroatien, Marokko, Serbien, Montenegro, Türkei und Tunesien.
  • Ausstrahlungsregelung des § 4 Sozialgesetzbuch IV gilt für Mitarbeiter, die in keines der oben genannten Länder gesandt werden. Diese Regelung gilt ohne feste Zeitgrenze.

Unfallversicherung

Welche Bedingungen sind zu erfüllen, damit die gesetzliche Unfallversicherung im Ausland greift?

Auf einen Blick:

  • Das Arbeitsverhältnis im Inland muss fortbestehen
  • Beschäftigte, die das Arbeitsverhältnis zwecks Auslandseinsatz neu aufnehmen, haben vorher wenigstens in Deutschland ihren gewöhnlichen Aufenthalt zu absolvieren.
  • Für bestimmte Länder darf ein Auslandseinsatz die Dauer von 12 – 36 Monaten nicht überschreiten

Um bei einem Arbeitsunfall im Ausland die nötigen Leistungen in Anspruch zu nehmen, sind gewisse Dokumente erforderlich. Diese Dokumente variieren je nach Zielland und sind vor Antritt der Reise zu beschaffen. Welche Dokumente das sind, entnimmt man den Informationen des Unfallversicherungsträgers (Entsendemerkblatt der DGUV).

Reisen Ihre Mitarbeiter in Nicht-EU-Länder, für die die Ausstrahlungsregelung gilt, kommen Sie einer Fürsorgepflicht nach. Die Mitarbeiter tragen für eine solche Reise die Vorsorge zur gesundheitlichen Versorgung selbst. Aber: Dabei sollten Sie die Mitarbeiter unterstützen und zunächst für die Kosten aufkommen. Vom inländischen Unfallversicherungsträger bekommen Sie im Nachhinein die Kosten erstattet.

In einigen der Nicht-Abkommensstaaten sind unter Umständen zusätzliche Beiträge zur dortigen Sozialversicherung zu zahlen. Dies gilt selbst, wenn Ihre Mitarbeiter eine in Deutschland bestehende Unfallversicherung haben.

Arbeitsschutz im Ausland

Allgemein muss das deutsche Schutzniveau auch im Ausland gewährleistet sein.

Sind die Auslandarbeiten von längerer Dauer, wie z. B. bei einer Baustelle, muss der Arbeitgeber vorab folgendes regeln:

  • Auslandstätigkeiten beim Unfallversicherungsträger anzeigen
  • Ggf. Auslandstätigkeiten bei deutscher Auslandsvertretung anzeigen
  • Erste Hilfe und medizinische Versorgung vor Ort sicherstellen
  • Leiter für Durchführung der Unfallverhütungsmaßnahmen vor Ort schriftlich bestellen
  • Auslandstätigkeit in betriebliche Sicherheitsorganisation einbeziehen
  • Vor Abreise ärztliche Beratung gewährleisten
  • Berufskrankheiten, meldepflichtige oder tödliche Unfälle sofort dem deutschen Unfallversicherungsträger melden

Nimmt einer Ihrer Mitarbeiter ärztliche Leistungen im Ausland in Anspruch, sollten diese auf dem „Medical Report“ vermerkt werden. Dieses Formular ist international gültig und in den Sprachen englisch/französisch und spanisch/portugiesisch erhältlich.

Reisemedizin und Impfungen

Ihre Mitarbeiter sind vom Betriebsarzt zu beraten, wenn Sie in Länder mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen reisen. Dabei sind Themen der Beratung u. a.

  • Vorsorge von Impfungen, wie z. B. Hepatitis A und B, Malaria
  • Hinweise zum persönlichen Verhalten
  • Mitnahme von Material und Medikamenten zur Ersten Hilfe in Ländern mit schwachem Gesundheitssystem

Reisen Ihre Mitarbeiter in ein solches Land länger als 3 Monate, dann greift der Untersuchungsgrundsatz G35. Dieser sieht vor allem vor, nach erfolgreicher Rückkehr eine Nachsorgeuntersuchung durchzuführen.

Bei Auslandaufenthalt in Länder mit klimatischen Veränderungen, macht es Sinn die Familienangehörigen, sofern diese mitreisen, ebenfalls zu untersuchen.

*Haftungsauschluss/Disclaimer: Wir können in diesem Rahmen nur allgemeine Hinweise geben. Wir können keinesfalls eine rechtliche Beratung leisten. Bitte beachten Sie, dass es sich bei unseren Hinweisen zu Auslandsaufenthalten um allgemeine Zusammenfassungen der Problematik handelt, die unter Umständen nicht auf den Einzelfall übertragbar sind.