Handlungshilfe für Betriebs- und Personalräte

Jeder dritte Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Dabei zählen depressive Erkrankungen und Angststörungen zu den häufigsten Krankheitsbildern. Ob es eine tatsächliche Zunahme der Krankheitsfälle gibt oder ob sie lediglich besser und schneller erkannt werden sei dahingestellt.
Tatsache ist: Für Unternehmen wird die psychische Gesundheit zunehmend ein wichtigeres Thema. In der Verantwortung des Arbeitgebers liegt es, dafür zu sorgen, dass Arbeit nicht krank macht – weder körperlich noch psychisch. Dies sollte auch aus eigenem Interesse sein Anliegen sein, denn Arbeitnehmer, die sich wohlfühlen und gerne arbeiten, sind ein auch wirtschaftlich relevanter Gewinn.
Um Betriebs- und Personalräte dabei zu unterstützen, mit psychischen Erkrankungen umzugehen. Die Broschüre wurde von den Beteiligten des Projektes “Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA” entwickelt und der von Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben. Sie liefert Daten und Fakten, zeigt rechtliche Optionen auf, benennt aber auch die Grenze der Zuständigkeit. Wer weiterführende Informationen, Handlungshilfen und Checklisten benötigt, bekommt in der Broschüre nützliche Hinweise.
Download der Broschüre auf der Seite der INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) als PDF (919kB)

Initiative gegen psychische Belastung am Arbeitsplatz

Quelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Politik, Arbeitgeber und die Gewerkschaften haben sich auf ein gemeinsames Grundverständnis zum Umgang mit psychischer Belastung in der Arbeitswelt geeinigt. Stellvertretend unterzeichneten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ( BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Erklärung.

Sie beschreibt die gewachsene Bedeutung der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt und ebenso konkrete Arbeitsmerkmale, die die psychische Gesundheit der Beschäftigten positiv wie negativ beeinflussen können. Zudem werden  Prinzipien und Methoden einer erfolgreichen Arbeitsgestaltung und Prävention benannt, um psychische Belastung zu vermeiden. Letztlich wird auch das gemeinsame Ziel einer erfolgreiche Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter ins Berufsleben formuliert.

In einer Presseerklärung des BMAS sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: “Dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften das wichtige Thema psychischer Arbeitsschutz gemeinsam voranbringen wollen, ist der beste Garant für einen wirksamen Schutz vor den zunehmenden psychischen Gefahren im Arbeitsalltag. Beide wissen exakt, wie es in den Betrieben und Branchen zugeht. Sie sind unmittelbar betroffen, wenn Krankheitstage aufgrund psychischer Belastung zunehmen oder sogar Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer frühzeitig in Rente gehen. Die Sozialpartner sind die besten Verbündeten für einen wirksamen Arbeitsschutz, denn die Konzepte sollen ja nicht nur alltagstauglich sein, sondern auch in den Betrieben gelebt werden.”

In der Erklärung  werden die erheblichen Konsequenzen psychischer Erkrankungen aus unternehmerischer sowie volkswirtschaftlicher Sicht genau benannt: “Psychische Erkrankungen mindern das  Leistungsvermögen der betroffenen Beschäftigten, verursachen inzwischen etwa 13 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage und stellen mittlerweile die häufigste Frühverrentungsursache dar. Auch der volkswirtschaftliche Schaden ist immens: Auf knapp 29 Milliarden Euro schätzt das Statistische Bundesamt nach letzten Zahlen die Krankheitskosten von psychischen Erkrankungen.”

Als psychisch belastend werden von den Arbeitnehmern insbesondere Arbeitsverdichtung, Termin- und Leistungsdruck, häufige Störungen oder ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge genannt. In der gemeinsamen Erklärung ist man sich daher einig, dass es notwendig sei, diese arbeitsbedingten Belastungen frühzeitig zu erkennen, um so psychische Erkrankungen und lange Fehlzeiten als Folge zu vermeiden. In der Erklärung heißt es: “Daher ist es wichtig, das Wissen über mögliche Gefährdungen, deren Vermeidung und die damit verbundenen gesetzlichen Pflichten in die Unternehmen und die öffentliche Verwaltung zu bringen.”

Zehn Aspekte für eine erfolgreiche Arbeitsgestaltung, Prävention und Wiedereingliederung wurden herausgearbeitet. Zusammengefasst lassen sie sich etwa so verstehen:

  1. Arbeit kann statt zu stabilisieren auch belastend wirken. Die Belastungen können zu einem Risikofaktor für die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten werden.
  2. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen ein unmittelbares Anliegen in den oberen Etagen von Unternehmen und Verwaltungen sein.
  3. Psychische Belastung und ihre möglichen negativen Folgen sind beim Arbeitsschutz ebenso ernst zu nehmen wie physische Belastung.
  4. Die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung ist geeignet, um herauszufinden, wodurch die physischen und psychischen Gesundheit der Beschäftigten gefährdet sein kann, und um daraus Schutzmaßnahmen abzuleiten.
  5. Vorteilhaft ist, die Gefährdungsbeurteilung als einen strukturierten Prozess anzulegen, an dem die Beschäftigten und ihren Vertretungen beteiligt sind.
  6. Wünschenswert ist es, bei der Gefährdungsbeurteilung Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit eng einzubinden.
  7. Zur Erfassung belastender Arbeitsmerkmale eignen sich verschiedene Verfahren wie beispielsweise Arbeitsplatzbeobachtungen, Befragungen von Mitarbeitern oder moderierte Verfahren. Zusätzlich können Beschwerden von Beschäftigten, hohe Fehlzeiten, häufige Fluktuation oder Konflikte zwischen den Beschäftigten wichtige Hinweise geben.
  8. Die freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung oder ein umfassendes Gesundheitsmanagements sind ebenfalls geeignet.
  9. Für kleine und mittlere Betriebe ist die regionale Vernetzung mit anderen Unternehmen nützlich, um beispielsweise von Erfahrungen und gemeinsam genutzten Dienstleistungen zu profitieren.
  10.  Das Engagement der Betriebe allein reicht nicht aus, um psychischen Erkrankungen und dadurch verursachten Frühverrentungen entgegenzuwirken. Deshalb werden Sozialpartner wie Familien-, Schulden- und Sozialberatungsstellen mit in die Erklärung einbezogen.

Die Unterzeichner der Erklärung empfehlen letztendlich allen Arbeitgebern, aber auch den Vertretern der Beschäftigten sowie den übrigen betrieblichen Akteuren, die Orientierung an der “Leitlinie Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz” der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. Zum einen gebe sie Orientierung, um den gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsschutzes zu entsprechen, zum anderen biete sie konkrete Ansatzpunkte für eine systematische betriebliche Prävention.

Handschuhplan schafft Durchblick

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Handschuhplan macht es für die Mitarbeiter leichter, sich für die richtige Handschuhart zu entscheiden, die ihrer Tätigkeit entspricht.

Für den Unternehmer bietet er zudem den Vorteil, dass er seiner Dokumentationspflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz nachkommt und einen wichtigen Schritt zu mehr  Sicherheit am Arbeitsplatz getan hat. Zudem ermöglicht eine Analyse der benötigten Handschuharten, die Auswahl geeigneter Modelle und die Bereitstellung von Handschuhen, die Sicherheit und Tragekomfort bieten, wirtschaftliche Vorteil.  Sie liegen unter anderem darin, dass weniger Handschuhe vorzeitig in den Abfall wandern, wenn sie geeignet für die Tätigkeit sind und nicht vorzeitig verschleißen, zum anderen verringern geeignete Handschuhe die Unfall- und Krankenzahlen. Denn: neben Kontaktallergien nehmen Hand- und Handgelenksverletzungen den Spitzenplatz bei den meldepflichtigen Unfällen mit einer Ausfallzeit von mindestens drei Tagen ein.

Vor Aufstellen eines Handschuhplans ist eine Risiko-Gefahren-Analyse in den betroffenen Arbeitsbereichen notwendig. Bei der Gefährdungsbeurteilung geht es darum, eventuelle gesundheitliche Gefahren zu finden, zu bewerten und ihnen durch entsprechende Handschuhmodelle entgegen zu wirken.

 

Dicke Luft am Arbeitsplatz

Quelle: Benjamin Thorn  / pixelio.de

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

Zum 1. Mai 2013 haben sich die Nichtraucher-Schutzgesetze verschärft: Es gilt absolutes Rauchverbot in nordrhein-westfälischen Restaurants, Bars, Kneipen und anderen Gaststätten. NRW ist damit das einzige Bundesland neben Bayern und dem Saarland, das ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie vorsieht. Auch in allen Einrichtungen des Bundes (Behörden, Dienststellen, Gerichten, bundesmittelbare Körperschaften, Anstalten und Stiftungen) und in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs (einschließlich Taxis und auf Bahnhöfen) gilt das Rauchverbot. Das Rauchverbot für die öffentlichen Einrichtungen der Länder, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Gaststätten wird auf Länderebene unterschiedlich durchgesetzt.

Insgesamt muss man allerdings sagen: Zum Schutz der Arbeitnehmer, die sich in öffentlichen Einrichtung und der Gastronomie dem Tabakrauch bisher aussetzen mussten, kann es nur ein absolutes Rauchverbot geben.

Denn Tabakkonsum ist Risikofaktor für sechs der acht Haupttodesursachen. Und nicht nur, wer selbst raucht, lebt gefährlich: Auch die Zahl der Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben, liegt bei etwa zehn pro Tag, schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Passivrauchen hat  - wenn auch etwas vermindert – die gleichen gesundheitsschädlichen Folgen wie aktives Rauchen: Es erhöht das Risiko für Lungenkrebs und Herzkreislauferkrankungen, verstärkt Asthmaanfälle und Reizungen der Atemwege, es erhöht die Wahrscheinlichkeit für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Typ 2 Diabetes und Brustkrebs bei Frauen.

Das Risiko, an koronaren Herzkrankheiten oder an Lungenkrebs  zu erkranken, erhöht sich zwischen 20 und 30 Prozent, wenn man zuhause oder am Arbeitsplatz Zigaretten- oder Zigarrenrauch ausgesetzt ist.

Mindestens 90 der insgesamt 4800 Substanzen im Tabakrauch Krebs erzeugend  oder möglicherweise Krebs erzeugend, weswegen Tabakrauch in der Raumluft in die höchste Gefahrenstufe der Krebs erzeugenden Arbeitsstoffe eingestuft wurde. Die Konzentration dieser Stoffe ist im Nebenstromrauch sogar noch höher als im Hauptstrom, der vom Raucher inhaliert wird.

Selbst noch zwei Stunden, nachdem geraucht wurde, befinden sich in der Raumluft 50 % der anfänglichen Stickoxide und Rauchpartikel – wenn nicht gründlich und mehrere Minuten mit offenem Fenster gelüftet wurde. Das macht selbst den Aufenthalt in Raucherräumen brisant, wenn dort nicht aktuell geraucht wird.

Für Unternehmer sollte die Gesundheit der Mitarbeiter Grund genug sein, um auf rauchfreie Arbeitsplätze zu setzen und so den Krankenstand zu verringern. Die Fehlzeiten durch Atemwegserkrankungen  sollten dadurch merklich zurückgehen. Die Rücksichtnahme auf Nichtraucher hat zudem einen Vorbildcharakter und setzt positive Signale. Nicht zuletzt lassen sich durch das Rauchverbot auch Reinigungs- und Renovierungskosten senken.

Wichtiger ist allerdings, dass Arbeitnehmer ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben und sich zuerst an den Betriebsrat oder später an die zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden können, wenn dieses Schutzrecht nicht erfüllt wird. In diesem Fall kann die Behörde eine Frist setzen, innerhalb der der Arbeitgeber Maßnahmen treffen muss, um seiner Schutzpflicht nachzukommen.

Mögliche Maßnahmen für die praktische Umsetzung des Nichtraucherschutzes sind beispielsweise:

  • arbeitsvertragliche Betriebs-/Dienstvereinbarungen zum Nichtrauchen abschließen
  • Rauchen nur in ausgewiesenen Außenbereichen erlauben
  • Rauchpausen nicht als Arbeitszeit anerkennen
  • Informationsbroschüren auslegen, Informationsveranstaltungen anbieten
  • kein Verkauf von Tabak auf dem Betriebsgelände
  • Entwöhnungsprogramme werden im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten

 

 

 

Whitepaper: Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit

Unter dem Titel “Sicherheit, die sich lohnt” bietet die HIRAcon Unternehmensgruppe ein informatives Whitepaper zum kostenlosen Download an.

Als elfseitige Informationsschrift befasst es sich mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit in kleine und mittleren Betrieben.

Ein Weg, um die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, ist die Stärkung von Gesundheit und Sicherheit. Wer diese Aspekte fördert, verbessert die Qualität der Arbeit, denn er tut etwas für die körperliche und seelische Unversehrtheit seiner Mitarbeiter. Er bringt damit aktiv etwas ein, um im regionalen, nationalen oder globalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Als Experten im Arbeitsschutz mit mehr als 15 Jahren Erfahrung wollen wir uns auf den folgenden Seiten vor allem dem Thema widmen, welche wirtschaftliche Komponente der Gesundheits- und Arbeitsschutz für kleine und mittelständische Unternehmen hat. Wir möchten Ihnen zudem aufzeigen, mit welchen Methoden Sie einen Überblick über Kosten und Nutzen der gesundheits- und sicherheitsfördernden Maßnahmen bekommen.

Ihr Arbeitsschutz-Team der HIRAcon-Gruppe

Peter Hink, Uwe Rau und Karl Stopka

(Geschäftsleitung)

Gerne dürfen Sie es herunterladen, ausdrucken oder auch unter Angabe der Quelle weiterversenden.

Whitepaper “Sicherheit, die sich lohnt”, 11 Seiten, kostenloser Download als PDF

 

 

Gesund durch die Schicht

Quelle: Dietmar Meinert  / pixelio.de

Foto: Dietmar Meinert / pixelio.de

Schichtarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten belasten den Organismus. Wie sehr das Leben gegen den biologischen Rhythmus den Körper, aber auch die Seele und das soziale Umfeld beeinträchtigen, wird oft unterschätzt.

Notwendig ist Schichtarbeit in vielen Branchen dennoch und so gilt es, die Belastungen für die Schichtarbeiter möglichst gering zu halten. Angepasste Ernährung, guter Schlaf und medizinische Prophylaxe gehören zu den wichtigsten Tipps für mehr Gesundheit, seelische Balance und Leistungsfähigkeit.

Angepasste Ernährung

Auch wenn es in der Schicht und an der Arbeit schwer fällt, ist es wichtig, auf gesunde Ernährung zu achten und die Mahlzeiten möglichst an die biologische Uhr anzupassen.

Das heißt:

Hauptmahlzeiten immer zur gleichen Uhrzeit zu sich nehmen und feste Essenszeiten einhalten.

Eiweißreiche und fettarme Kost mit komplexen Kohlenhydraten bevorzugen, zum Beispiel kein Weißbrot, kein Zucker, zuckerfreies Müsli mit hohem Haferanteil, fettarm belegtes Vollkornbrot. Zucker und Süßigkeiten dagegen bringen nur kurz einen Energieschub, gefolgt von größerer Müdigkeit.

Essen Sie möglichst keine Fertigprodukte, denn sie enthalten oft Hefe-Extrakt, Geschmacksverstärker, zu viele Kalorien und zu viel Fett – alles Dinge, die den Körper belasten.

Bevorzugen Sie während der Nachtschicht leicht verdauliche Lebensmittel in kleinen Portionen.

Trinken Sie ausreichend, am besten Mineralwasser, Saftschorlen oder ungesüßten Kräutertee. Cola, Energydrinks und zu viel Kaffee dagegen führen zu Unruhe und Schlafstörungen und beeinträchtigen den Körper noch 8 bis 14 Stunden später.

Nutzen Sie Alkohol nicht als Einschlafhilfe.

Guter Schlaf

Tief und ausreichend lang sollte er sein, der gute Schlaf. Ob sechs, acht oder zehn Stunden hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Bekommt man ihn aber nicht, den guten Schlaf, ist es mit der körperlichen und geistigen Fitness schnell vorbei.

Schichtarbeiter leiden besonders häufig unter Schlafstörungen, deswegen ist es bei ihnen besonders wichtig, auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten, sprich ein positives Umfeld und schlaffördernde Bedingungen zu schaffen.

In den Stunden vor dem Schlafengehen sollten Alkohol und Zigaretten gemieden werden, sie beeinträchtigen die Schlafqualität.

Wachmacher wie Kaffee, koffeinhaltige Softdrinks, Energydrinks und auch schwarzer Tee können noch 8 bis 14 Stunden nach dem Genuss Auswirkungen auf den Schlaf haben.

Essen Sie keine größeren Mahlzeiten mehr, sondern lieber einen kleinen Snack, am besten mit oder aus Milch, ein paar Cashew-Kerne oder mageres Hähnchenbrustfilet – das darin enthaltene L-Trytophan fördert den Schlaf. Damit der Körper das L-Trytophan aufnehmen kann, braucht er etwas Zucker – deswegen wirkt Milch mit Honig so gut.

Sport fördert die körperliche und seelische Balance, ist allerdings wenig Stunden vor dem Schlafengehen tabu.

Schaffen Sie sich ein Schlafritual. Etwa ein paar Seiten in einem entspannenden Buch lesen, ruhige Musik hören, Entspannungsübungen, eine Traumreise oder auch mit der Katze schmusen – je nachdem, was Sie entspannt, was Ihnen liegt und was gefällt.

Das Schlafzimmer

Schalten Sie die Lichtquellen aus, am besten auch die Stand-by-LEDs der elektrischen Geräte oder nutzen Sie eine Schlafbrille.

Ohrstöpsel schützen vor störenden Geräuschen, die vor allem tagsüber den Schlaf rauben.

Die Raumtemperatur sollte nicht über 18 Grad liegen, die Bettdecke der Jahreszeit angepasst sein.

Öffnen Sie vor dem Schlafengehen 10 Minuten das Fenster zum Lüften.

Vermeiden Sie helles Licht und sehen Sie nicht zum Wecker, wenn Sie verfrüht aufwachen.

Legen Sie sich nur zum Schlafen ins Bett, nicht zum Fernsehen, längerem Lesen oder Surfen im Internet. Ebenso sollten das Sofa oder der Fernsehsessel nicht zum Schlafen genutzt werden.

Medizinische Vorsorge

Länger anhaltende Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Sie sind nichts, was man selbst mit Schlafmitteln behandeln kann.

Arbeitsmediziner empfehlen Schichtarbeitern nach der Nachschicht zwei Schlafphasen anzustreben. Die erste sollte direkt nach der Schicht genutzt werden, eine zweite sollte nachmittags bis in den frühen Abend andauern.

Schicht- und Nachtarbeiter haben zudem ein Recht auf spezifische, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Wer mindestens 48 Tage im Kalender im Schicht- oder Nachtdienst arbeitet, kann sich alle drei Jahre (ab dem 50. Lebensjahr jährlich) auf Kosten des Arbeitsgebers untersuchen lassen.

Tonerstaub: Eine Gefahr?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob von Tonerstäuben aus Laserdruckern oder Kopiergeräten eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht. Zur Zeit existieren zwei konträre Sichtweisen zu diesem Thema.

Gifte in der Atemluft

Entsteht beim Drucken gefährlicher Staub? Quelle: Barbara Ochs

Foto: Barbara Ochs / www.textorama.de

Einerseits wird behauptet, dass Laserdrucker und Kopierer zahlreiche Gifte freisetzen, wie beispielsweise Schwermetalle oder krebserregender Stäube, und die Atemluft am Arbeitsplatz belasten. Diese Stoffe können in der Tat zu zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen wie Hautschäden, Diarrhoe, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche bis hin zu irreparablen Lungenschäden führen.

Mitunter entsteht der Eindruck, dass Laserdrucker generell eine Gesundheitsgefahr darstellen, weil sie mehrere gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen (z. B. Benzol, Styrol, Phenol, Nickel, Kobalt). Das Vorhandensein dieser Stoffe allein ist aber nicht ausreichend. Denn: Die mit der Atemluft aufgenommene Menge an Schadstoffen bzw. deren Dosis ist ausschlaggebend.

Grenzwerte sind entscheidend

Versachlicht man diese Problematik andererseits und betrachtet die tatsächliche Emission von Laserdruckern und Kopierern durch Messungen, so kommt man zum Ergebnis, dass die Grenzwerte für die freigesetzten Stoffe am Arbeitsplatz deutlich unterschritten werden.

Die gemessenen Werte liegen im Bereich der allgemeinen Umweltbelastung. So hat  sowohl das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BGIA) als auch die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) bei einem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ der Geräte, keine Gesundheitsgefährdung feststellen können.

Das heißt: Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik kann davon ausgegangen werden, dass beim Normalbetrieb von modernen Laserdruckern und Kopierern keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Es kann aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass es in seltenen Fällen zu gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhang mit den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern kommen kann.

Wir empfehlen daher:

  • Bei Neuanschaffungen: Kopierer und Drucker neuerer Bauart verwenden – nach Möglichkeit mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Bei diesen Geräten sind bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich der verwendeten Materialien und des Emissionsverhaltens festgelegt und überprüft worden.
  • Wenn möglich Laserdrucker durch Tintenstrahldrucker ersetzen
  • Geräte mit Abluftfilter verwenden oder Filter nachrüsten (mit dem Hersteller abklären)
  • Wartungsintervalle einhalten (Wartung und Reinigung nur durch fachlich geeignetes Personal)
  • Häufig genutzte Geräte in einem gesonderten Raum aufstellen
  • Für ausreichende Lüftung sorgen
  • Abluftöffnungen der Geräte nicht auf Mitarbeiter richten
  • Papierstaus vorsichtig beheben, keinen Staub aufwirbeln
  • Verunreinigungen durch Tonerstäube mit feuchtem Tuch aufnehmen
  • Bei Hautkontakt mit Toner die Hände mit kaltem Wasser und Seife reinigen

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, die Arbeitnehmer über den richtigen und sicheren Umgang mit dem Laserdruckern und Kopierer zu unterweisen. Das Erstellen einer entsprechenden Betriebsanweisung ist sinnvoll.
Treten trotz der oben genannten Maßnahmen gesundheitlichen Beschwerden bei den Mitarbeitern auf, die auf die Belastung der Atemluft mit Tonerstaub zurückgeführt werden, sollte ein Arbeitsmediziner zu Rate gezogen werden.

Auf und nieder: Standfest fürs Sitzfleisch

Solche Stühle haben am Arbeitsplatz ausgedient. Quelle: Andri Peter / pixelio.de

Foto: Andri Peter / pixelio.de

In früheren Zeiten (vor E-Mail, Scanner und Vernetzung) traf man den gemeinen Büromenschen wesentlich öfter abseits des Schreibtischs an. Da mussten noch Akten aus dem Keller geholt und Matrizen gezogen werden, man musste Ordner hin- und hertragen und für jeden Zettel ins Nachbarbüro gehen. Heute macht es die moderne Technik möglich, einen kompletten Bürotag sitzend zu verbringen.
Mit fatalen Folgen für die Gesundheit und nicht zuletzt auch die Leistungsfähigkeit. Die Lösung ist einfach: Aufstehen! Alle 20 Minuten, so lautet die Empfehlung, sollte man aufstehen, um die Durchblutung anzuregen und einseitigen Belastungen vorzubeugen. Das Zauberwort, das auch immer mehr Unternehmen hilft, das Wertvollste in Ihrem Betrieb, nämlich die Mitarbeiter, zu schützen, heißt Steh-Sitzdynamik und wird immer mehr zu einem wichtigen Punkt in der gesundheitlichen Vorsorge im Betrieb. Eine Studie des bso (Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel) aus 2011 hat ergeben, dass in 63 Prozent der 603 befragten Unternehmen, Dienstleistern und Behörden zumindest ein Teil der Beschäftigten einen ergonomischen Arbeitsplatz hat, der Sitzen und Stehen ermöglicht. 9 Prozent der Befragten ermöglichen das sogar allen Mitarbeitern und zeigen auch darüber hinaus ein großes Interesse an Prävention und Gesundheitsbewusstsein.
Ob Steh-Sitzdynamik oder Sitz-Stehdynamik – gemeint ist der Wechsel zwischen Stehen und Sitzen.
Warum es so wichtig ist, nicht nur Stehen oder nur zu Sitzen, zeigt ein Blick auf die Folgen, die eine einseitige Belastung haben kann.

Das Stehen

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sind vermehrt Steharbeitsplätze zu finden. Doch auch hier nimmt ihre Anzahl stetig ab und wird durch Steh-Sitz-Variationen ersetzt. Der Grund: Stehen erfordert einen höheren Energieaufwand als Sitzen, ermüdet daher schneller und ist weniger geeignet für Arbeiten, die eine stetig hohe Konzentration erfordern. Längeres Stehen belastet das Hüftgelenk und fördert Venenerkrankungen. Zudem erschwert das lange Stehen die feinmotorische Arbeit, da der Oberkörper weniger stabil ist als im Sitzen.

Das Sitzen

Auch das Sitzen ist keine Ideallösung. Es belastet die Bandscheiben und stört ihre Durchblutung. Schmerzhafte Verspannungen und Muskelreizungen im Rücken- und Schulterbereich sind typisch für eine einseitige Belastung oder falsche Sitzposition. Langes Sitzen, vor allem wenn Stuhl und Tisch nicht richtig eingestellt sind, kann das Binde- und Stützgewebe der Beine schädigen und sowohl das Herz- und Kreislauf-, wie auch das Nervensystem schädigen.
Sowohl beim ununterbrochenen Stehen wie auch beim steten Sitzen können Verspannungen und chronische Schmerzen, Durchblutungsstörungen und dadurch auch schnelle Ermüdung und Leistungsabfall bis hin zum Motivationsverlust und Krankheitsfall die Folge sein.

Möglich ist beides

Zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens sollte daher immer geprüft werden, ob Sitz-Steh-Arbeitsplätze eingerichtet werden können.
Wichtig sind hier geeignete Möbel, die ohne großen Umstand und lange Wege den Wechsel zwischen Stehen und Sitzen ermöglichen. Geeignet sind hier vor allem höhenverstellbare Arbeitstische, die am besten hydraulisch gesteuert das Arbeiten im Stehen und im Sitzen ermöglichen.
Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) empfiehlt hier für Büroarbeit mit und ohne Computerunterstützung eine Mindestgröße von 160 x 80 Zentimetern für einen Tischfläche, die idealerweise sowohl einen Schreib- als auch einen Computerarbeitsbereich ermöglichen sollte, und eine variable Höhe von 68 bis 118 Zentimetern.
Der Arbeitgeber sollte seine Mitarbeiter entsprechend für das Thema sensibilisieren, damit die Steh-Sitzdynamik genutzt und akzeptiert wird. Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde haben sich als empfehlenswert erwiesen. Die Mitarbeiter sollten dazu angehalten werden, statisches Stehen zu vermeiden, etwa durch Fußstützen, die ein wechselndes Aufstellen der Füße ermöglichen.
Sitzen sollte stets dynamisch sein, was sich durch entsprechende Drehstühle mit beweglichen Sitzflächen erreichen lässt.

Broschüre der BAuA zum Thema als kostenloser Download.

 

Arbeiten unter Dauerspannung

Während die Gefahren durch Unfälle bei der Arbeit kontinuierlich zurückgehen, wie beispielsweise der Unfallverhütungsbericht der Bundesregierung darlegt, steigen die psychischen Belastungsfaktoren. Sie gewinnen in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung, da die Beschäftigten häufiger mit wechselnden Beschäftigungsverhältnissen, erhöhten Qualifikationsanforderungen und ständig sich ändernden Tätigkeitsprofilen konfrontiert werden.

Untersuchungen der Europäischen Kommission haben gezeigt, dass Stress am Arbeitsplatz das zweithäufigste gesundheitliche Problem der Mitarbeiter ist. Betroffen sind 28 Prozent der Beschäftigten. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge entsteht in der Europäischen Union durch stressbedingte Erkrankungen ein Schaden von mehr als 20 Milliarden Euro, verursacht durch Fehlzeiten und Krankheitskosten.

Unsere Checkliste kann helfen, die Anzeichen für psychische Fehlbelastungen der Mitarbeiter zu erkennen.

PDF zum kostenlosen Download: Checkliste psychische Belastungen am Arbeitsplatz