Die Brille für den Bildschirm

Quelle: Slightly_different/Pixabay

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Viele Mitarbeiter sehen ab dem 45. Lebensjahr nicht mehr alles so gut wie zuvor. Vor allem Arbeiten vor einem Bildschirm gestalten sich schwieriger. Für solche Fälle gibt es die sogenannte Bildschirmbrille, eine spezielle Sehhilfe. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr zufriedenstellen sind.

Für eine solche Brille trägt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten. Mitarbeiter beteiligen sich an der Brille, wenn eine Zusatzausstattung erwünscht ist oder die Brille auch privat genutzt wird.

Rechtlich gesehen…

Vor der Aufnahme und während der Tätigkeit an Bildschirmen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Angebotsvorsorge bieten. Diese Regel gilt nach dem § 5 ArbMedVV. Inhalt des Angebots ist eine angemesse Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Zu einer angemessenen Untersuchung gehören

  • Ärztliches Gespräch mit Ermittlung der Vorgeschichte und aktueller Beschwerden
  • Sehtest
  • Ärztliche Beurteilung
  • Persönliche Beratung und Mitteilung des Ergebnisses.

Ist nach einer solchen Untersuchung das Tragen einer Bildschirmbrille die Maßnahme, muss diese vom Arbeitgeber erfüllt werden. In der Praxis ist die Frage der Bezahlung umstritten, obwohl es eindeutige Vorschriften und Urteile zur Untermauerung gibt.

Diese sind u. A.

  • Abschn. 3 DGUV-I 250-008
  • Kommentar in DGUV-I 240-370
  • Arbeitsgericht Münster vom Januar 2000
  • Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom Februar 2003

Diskussion und Praxis

Folgende Fragen stehen immer wieder zur Diskussion

  • Wer muss oder soll untersucht werden?
  • Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?
  • Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?
  • Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?
  • Wer trägt die Kosten?

Wer muss oder soll untersucht werden?

Die Untersucht muss allen Arbeitsnehmern mit Bildschirmtätigkeit angeboten werden. Es besteht für den Arbeitnehmer aber kein Zwang zur Teilnahme an einer Untersuchung. In der Regel wird die Untersuchung aber immer angenommen, da Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen am Ergebnis interessiert sind. Vergessen Sie dabei nie: Es geht um die Sicherstellung des Sehkomforts und der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters!

Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?

Eine fachkundige Untersuchung der Augen wird ausschließlich vom Betriebs- oder Augenarzt vorgenommen. Für eine Untersuchung des Sehvermögens zieht man in der Regel einen Optiker heran.

Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?

Wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr ausreichend sind, kommt eine spezielle Bildschirmbrille zum Einsatz. Das ist dann der Fall, wenn das scharfe Sehen auf einer Entfernung zwischen Vorlage/Tastatur und Bildschirm nicht mehr gewährleistet wird.

Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?

Die Entscheidung trifft zweifellos der Betriebsarzt. Die Brillenverordnung erfolgt jedoch durch einen Augenarzt oder -optiker.

Wer trägt die Kosten?

Bis zum April 1997 wurden die Kosten für eine spezielle Bildschirmbrille von den Krankenkassen übernommen. Seitdem hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass betroffene Mitarbeiter die Brille zu Verfügung gestellt bekommen. Das erfolgt ohne eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter.

Zur Absprache, wie die Brillen letztendlich aussehen und was sie kosten, lassen sie sich mit Korrektionsschutzbrillen vergleichen. Sprechen Sie sich mit einem Optiker über den Preisrahmen ab.  Geeignete Sehhilfen sind für 100 bis 150 EUR erhältlich. Wünscht der Mitarbeiter eine spezielle Zusatzausstattung trägt er die Kosten für diese.

Bei einer beschädigten Brille, die nur am Arbeitsplatz genutzt wird, trägt der Arbeitgeber die Kosten. Wird eine Brille mit Zusatznutzen am Arbeitsplatz beschädigt, greift die gesetzliche Unfallversicherung.

Besonderheiten von Bildschirmbrillen

Folgende Kriterien gelten für eine Bildschirmbrille

  • Sehhilfe ist ausschließlich für die Bildschirmarbeit zu nutzen. Es bedarf keiner weiteren Brille.
  • Bei bereits vorhandener „normaler2 Sehhilfe ist die Bildschirmbrille zusätzlich notwendig.

In der Regel handelt es sich bei Bildschirmbrillen um Einstärkenbrillen. Bei ständigem Wechsel zwischen Bildschirm und Text oder zwischen Bildschirm und Publikumsverkehr lohnt es sich über eine Mehrstärkenbrille nachzudenken.

Scharfes Sehen im erweiterten Nahbereich erreicht man durch folgende Punkte

  • Lesebrille mit Einstellung auf weitere Entfernung
  • Bifokallesebrille: Einschliff deckt Nähe ab, übriges Glas den Nahbereich
  • Trifokallesebrille: Ähnlich, der Nahbereich ist noch einmal unterteilt
  • Gleitsichtbrille für die Nähe
  • Nicht voll korrigierte Brille bei Kurzsichtigkeit: Durch Verzicht auf volle Korrektur erlangt man Sehschärfe in der Nähe.

Welche Vorteile bringt Arbeitsschutz Ihrem Unternehmen?

Quelle: Anyusha/Pixabay

Quelle: Anyusha/Pixabay

Sich um Gesundheit und Sicherheit Gedanken zu machen, ist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz anbieten, sondern in der Tat für jedes Unternehmen.

Die einzelnen Vorteile sind vielschichtig und in ihrer Gesamtheit besonders stark, weil ein Aspekt einen anderen positiv beeinflussen kann.

Reduzierung auf das Restrisiko

Natürlich ist nichts, was man tut, jemals ohne Risiko. Wer einen Beruf ergreift, setzt sich in einem gewissen Maße freiwillig dem Risiko aus, das er mit sich bringt. Es bleibt immer ein Restrisiko, selbst wenn er alle Vorkehrungen getroffen hat, um die Gefahr von Unfällen und Verletzungen zu verringern. Wer in der Formel 1 Rennen fährt, weiß, dass er ein größeres Restrisiko für Verletzungen hat, selbst wenn er stets konzentriert und vernünftig fährt.

Dieses Restrisiko muss der Rennfahrer akzeptieren, sonst muss er seinen feuerfesten Anzug an den Nagel hängen.

Aber: Von niemandem kann verlangt werden, es zu akzeptieren, bei der Arbeit getötet oder schwer verletzt zu werden. Auch wer bereits gesundheitlich beeinträchtigt oder krank ist – zum Beispiel Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen – muss keinesfalls akzeptieren, dass sich sein Zustand aufgrund der Arbeit erheblich verschlechtert.

Für ein Unternehmen heißt das: Es hat nicht nur die gesetzliche, sondern auch die moralische Pflicht.

Und diese Pflicht betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Personengruppen, die nicht auf dem Lohnzettel stehen. Selbst wer seine Mitarbeiter ausreichend informiert, geschult und sensibilisiert hat, sollte Besucher, Kunden oder andere Personen, die mit dem Unternehmen Kontakt kommen, nicht aussparen.

Oftmals wird unterschätzt, wie gut diese Personengruppen von außerhalb die Gefahren im Unternehmen auf dem Gelände einschätzen können. Möglicherweise rechnen sie nicht damit, dass ein Gabelstapler rückwärts auf sie zu fährt, dass sich aus einem Sicherheitsventil plötzlich eine heiße Dampfwolke entlädt oder der Schieferhammer aus dem fünften Stock vom Gerüst auf dem Bürgersteig purzelt.

Mit einem durchdachten Konzept und umsichtigen Planung können Sie Ihre Haftung reduzieren und Ihrer Verantwortung nachkommen.

Planbare Ausgaben

Es mag zunächst verlockend aussehen – vor allem wenn sich ein Unternehmen in der Gründung befindet oder erfreulich wächst – die Kosten für Gesundheit und Sicherheit gering zu halten. Allerdings sind diese Kosten zum einen planbar und zum anderen reduzieren sie die höchst unerfreulichen Mehrkosten, die durch Krankheiten, Unfälle oder sogar Schlimmeres drohen. Ganz abgesehen von den Sanktionen und teils empfindlichen Strafen durch Aufsichtsbehörden.

Wer sich nicht von der Theorie möglicher Unfälle und ihrer Folgen überzeugen lässt, der wird möglicherweise von der Praxis eingeholt.

Denn: Wer nur den materiellen Schaden durch ein Unglück kalkuliert, denkt zu kurz. Zum einen sind immer auch Menschen betroffen, deren Familien und auch Kollegen. Aber auch das Image eines Unternehmens kann durch ein Unglück, das hätte verhindert werden können, erheblichen Schaden nehmen. Denken Sie nur daran, wie sich eine solche Nachricht über die sozialen Medien, Presse und bei Ihren Kunden herumspricht.

Wir möchten Ihnen keine Horrorszenarien an die Wand malen, denn Sie wissen selbst, wie Sie Ihr Bestmögliches tun können, um das Risiko, die Gefahren und ihre möglichen Folgen zu kontrollieren.

Ein Beispiel:

Wenn ein Feuer ausbricht, können Sie das gesamte Gebäude verlieren und Ihre Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite rettet Sie ein proaktives System, das Sicherheitsprobleme voraussieht und richtig verwaltet, mit einem überschaubaren Budget vor diesem Szenario.

Ein anderes Beispiel:

Wenn Sie Ihre Führungskräfte und Vorarbeiter in Sachen Gesundheit und Sicherheit schulen, scheint das zunächst eine Investition, bei der Kosten und Nutzen wenig transparent berechenbar sind. Aus unserer Erfahrung wissen wir allerdings, das sich diese Aufgaben lohnen. Beispielsweise, wenn dadurch die Verletzungsraten deutlich reduziert wurden, weniger Ausfälle durch Krankheiten verzeichnet werden, eventuell sogar weniger Personal notwendig ist, dass die Ausfälle auffängt und im besten Fall Versicherungsprämien reduziert werden können.

Last but not least…

… ist das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz ein Thema, das auch dem Gesetzgeber in weiten Teilen am Herzen liegt. Es ist also auch eine Frage der Compliance.

Bußgelder von bis zu 5000 € – bis hin zu einem Jahr Freiheitsstrafe für Unbelehrbare – können beispielsweise verhängt werden, wenn von Arbeitgebern oder auch den Beschäftigten gegen eine oder mehrere dieser Vorschrift verstoßen wird:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Baustellenverordnung
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Biostoffverordnung
  • Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung
  • Lastenhandhabungsverordnung
  • Mutterschutzgesetz
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit – PSA-BV
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die Hiracon-Experten sind für Sie da, um Sie bei der Umsetzung zu unterstützen, Mitarbeiter zu schulen und Ihr Unternehmen fit in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zu machen!

Whitepaper: Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit

Unter dem Titel “Sicherheit, die sich lohnt” bietet die HIRAcon Unternehmensgruppe ein informatives Whitepaper zum kostenlosen Download an.

Als elfseitige Informationsschrift befasst es sich mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit in kleine und mittleren Betrieben.

Ein Weg, um die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, ist die Stärkung von Gesundheit und Sicherheit. Wer diese Aspekte fördert, verbessert die Qualität der Arbeit, denn er tut etwas für die körperliche und seelische Unversehrtheit seiner Mitarbeiter. Er bringt damit aktiv etwas ein, um im regionalen, nationalen oder globalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Als Experten im Arbeitsschutz mit mehr als 15 Jahren Erfahrung wollen wir uns auf den folgenden Seiten vor allem dem Thema widmen, welche wirtschaftliche Komponente der Gesundheits- und Arbeitsschutz für kleine und mittelständische Unternehmen hat. Wir möchten Ihnen zudem aufzeigen, mit welchen Methoden Sie einen Überblick über Kosten und Nutzen der gesundheits- und sicherheitsfördernden Maßnahmen bekommen.

Ihr Arbeitsschutz-Team der HIRAcon-Gruppe

Peter Hink, Uwe Rau und Karl Stopka

(Geschäftsleitung)

Gerne dürfen Sie es herunterladen, ausdrucken oder auch unter Angabe der Quelle weiterversenden.

Whitepaper “Sicherheit, die sich lohnt”, 11 Seiten, kostenloser Download als PDF