Wenn‘s am Werktor zweimal klingelt

Quelle: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

Quelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Ein Gang durch den Betrieb mit einem geschulten Augenmerk auf Arbeitsschutz sollte nicht erst dann stattfinden, wenn die Berufsgenossenschaft, der Unfallversicherungsträger oder ein Behördenvertreter vor der Tür steht. Die Betriebsbegehung sollte auch geschehen, um sich einen Überblick über den aktuellen Status von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu verschaffen, wenn eine neue Fachkraft für Arbeitssicherheit oder ein neuer Betriebsarzt seinen Dienst aufnimmt. Ebenso sind sie sinnvoll als Vorbereitung für Audits, Zertifizierungen oder andere wichtige Begehungen, etwa zum Thema Brandschutz.

Für engagierte Arbeitsschützer ist es substanziell, sich selbst ein Bild zu machen und die Betriebsbegehung regelmäßig einzuplanen.

Erster Schritt ist das Festlegen und Planen der Route durch den Betrieb. Ist es sinnvoll, den Betrieb in Teilbereichen zu begehen oder kann er komplett durchlaufen werden? Stehen die Bereiche fest, ist zu klären wer die Begehung (eventuell auch nur in Teilbereichen) begleitet. In Frage kommen unter anderem der Betriebsarzt, der Betriebsrat, Vorgesetzte, Brandschutzbeauftragte, aber auch externe Beteiligte wie etwa die Feuerwehr, ein Vertreter einer Behörde oder eines bestimmten Dienstleisters.

In einem nächsten Schritt ist zu klären, ob diese Personengruppe alle Bereiche sicher betreten kann. Wo bestehen Zutrittsverbote, wo müssen Anlagen aus Sicherheitsgründen angehalten werden und ist eine persönliche Schutzausrüstung notwendig, die vor Ort für die Kontrolleure in ausreichender Verfügung stehen muss?

Denken Sie auch daran, die Mitarbeiter und deren Vorarbeiter in den entsprechenden Bereichen zu informieren. Eventuell werden Abläufe durch die Begehung gestört oder es müssen Arbeiten unterbrochen werden. Das sollten Sie im Vorfeld unbedingt klar kommunizieren, damit es während der Begehung nicht zu Diskussionen kommt, was vor allem vor betriebsfremden Anwesenden ein unschönes Bild hinterlässt. Apropos Diskussionen: Bei Betriebsbegehungen ist es nicht nur Pflicht, sondern es empfiehlt sich auch einen Arbeitnehmervertreter einzuladen, um in kleiner Runde vor Ort offene Fragen und Konflikte anzusprechen.

Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Begehung schriftlich in einem Protokoll fest. Sie können durch solche Begehungsnotizen belegen, wann und auf welche Weise Sie Ihre Aufgabe wahrgenommen haben, vorhandene Risiken und Gefährdungen stets im Blick zu haben. Im Falle eines Falles, beispielsweise wenn der Vorwurf einer Pflichtverletzung laut wird, wenn es zu einem Störfall oder Arbeitsunfall kommt, ist es optimal einen sorgsam geführten Begehung und Unterweisungsplan vorlegen zu können, der alle Termine, zugeordneten Zuständigkeiten für den gesamten Betrieb und auch den aktuellen Zustand Ihres Betriebs schriftlich belegt.

 

Die Persönliche Schutzausrüstung allein reicht nicht

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Auf den meisten Baustellen und in einem Großteil der deutschen Betriebe ist es mittlerweile selbstverständlich, dass die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nutzen. Das allein sorgt auf jedem Fall für Pluspunkte bei den überraschenden Besuch der Kontrolleure der Berufsgenossenschaft oder Arbeitsschutzbehörde. Noch besser sind Sie vorbereitet, wenn Sie dokumentiert haben, wie umfangreich Sie Ihre Mitarbeiter in Sachen PSA unterweisen.

Dokumentieren Sie, auf welche Art Sie die Notwendigkeit des Tragens von PSA festlegen, etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ermitteln Sie mit ihrer Hilfe, bei welchen Tätigkeiten Ihre Mitarbeiter welche PSA-Komponenten tragen müssen und kennzeichnen Sie alle Arbeitsbereiche, in denen PSA-Tragegebote herrschen, durch entsprechende Gebotszeichen. Dokumentieren Sie die Schulungen und Unterweisung ihrer Mitarbeiter bezüglich des Tragens und Benutzen der PSA-Komponenten, die vorgeschrieben sind. Das Anlegen und Verwenden von PSA zum Schutz gegen tödliche Gefahren, wie beispielsweise Atemschutz oder Absturzsicherung, sollten Sie regelmäßig bzw. bei Bedarf einüben lassen.

Stellen Sie sicher, dass durch die Verwendung einer PSA-Komponente keine neue Gefährdung entsteht. So können beispielsweise beim Tragen von Gehörschutz akustische Warnsignale überhört werden oder optische Signale werden beim Tragen einer Schutzbrille übersehen. In solchen Fällen ist das Unternehmen gefordert, Abhilfe für mehr Sicherheit zu schaffen, indem alternative Warnsignale eingerichtet werden.

Unternehmen sollten beim Einkauf von PSA-Produkten nicht allein auf den Preis achten. Wichtiger ist die Anschaffung von hochwertigen Produkten mit langer Haltbarkeit und hohen Tragekomfort. Lange Haltbarkeit ist nicht selten auch ein Pluspunkt, der sich wirtschaftlich rechnet, wie auch bequeme und funktionelle PSA die Produktivität fördert. Zu jedem PSA-Element gehört eine schriftliche Benutzerinformation des Herstellers, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Die Produkte sollten die CE-Kennzeichnung aufweisen. Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich die Kennnummer der mit der Qualitätssicherung beauftragten, zugelassenen Stelle notwendig.

Je nach PSA ist es erforderlich, entsprechende Betriebsanweisungen zu erstellen. In diesen wird beispielsweise darüber informiert, welche Verfallsdauer und Tragezeitbegrenzung die PSA-Elemente haben, wo und wie die Mitarbeiter ihre PSA aufbewahren müssen, und welche Pflegemaßnahmen unter Umständen erforderlich sind.

Dokumentieren Sie für die Kontrollbehörden wie die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der PSA organisiert ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie die PSA vor der Nutzung auf äußerlich sichtbare Mängel zu prüfen haben und defekte oder beschädigte PSA nicht weiter benutzen dürfen. Regeln Sie das Aussortieren und die Entsorgung oder Reparatur verschlissener oder beschädigte PSA-Teile und klären Sie Ihre Mitarbeiter darüber auf, wo und auf welche Weise sie Ersatz erhalten können. Denken Sie daran, dass auch Praktikanten, Aushilfen, Ferienjobber und Zeitarbeiter eine persönliche Schutzausrüstungen benötigen. Vergessen Sie bitte auch nicht, für Besucher Schutzkleidung bereitzuhalten, sofern damit zu rechnen ist, dass sie entsprechende Betriebsbereiche mit PSA-Tragpflichten betreten.

Gegenüber den Kontrollbehörden können Sie zudem darlegen, auf welche Art Sie Ihre Beschäftigten beim Auswählen von PSA-Komponenten mit einbeziehen. Das erhöht die Trageakzeptanz bei den Mitarbeitern, ebenso wie es das konsequente Anmahnen tut, wenn Tragegebote nicht befolgt wurden. Stellen Sie klar, welche Konsequenzen das strikte Verweigern der vorgeschriebenen PSA hat, die von disziplinarischen Konsequenzen und Entzug von Vergünstigungen über Verwarnung und Verweis bis hin zur Kündigung reichen können.

Legen Sie vor den Kontrolleuren auch dar, welche Regelung Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen und dem Betriebsrat bezüglich dieser Konsequenzen getroffen haben.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und tragen Sie auch als Führungskraft eine PSA, wenn das Betriebsbereiche betreten, in denen sie erforderlich ist – und das nicht nur beim Kontrollgang mit den Behörden.

Falsches Laden bringt Punkte

Foto: lichtkunst.73  / pixelio.de

Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de

Nicht nur für Autofahrer hat sich mit der Einführung der neuen Punktestaffelung, der  10. Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) , am 1. Mai 2014 einiges geändert.
Seit 1. Mai gibt es auch “Punkte in Flensburg” bei Verstößen gegen die Gefahrgutverordnung. Und dies betrifft nicht nur die Fahrzeugführer und Fahrzeughalter, sondern auch die Verlader, die gefährliche Güter nicht ordnungsgemäß gesichert haben.
Jeder, der gegen die Gefahrgutverordnung verstößt, erhält Punkte in seinem persönlichen Fahreignungsregister. Der genaue Wortlaut zu den Verstößen gegen die Gefahrgutverordnung (GGVSEB) ist in der Anlage 13 zu Paragraph 40 der FeV zu finden.
Einen Punkt erhalten die verladenden Personen, die gegen die Bestimmungen zum »Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße« (ADR) verstoßen. Der Halter eines Fahrzeugs muss mit Punkte rechnen, wenn er dem Fahrzeugführer die erforderliche Ausrüstung zur Ladungssicherung nicht zur Verfügung stellt.

Die häufigsten Verstoße
Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Güterverkehrs ist der häufigste Verstoß die mangelnde Ausrüstung. Nicht viel weniger häufig werden bei Kontrollen mangelhafte oder fehlende Beförderungspapiere und schriftliche Weisungen festgestellt. Fehler und Unterlassungen bei Kennzeichnung und Bezettelung belegen den dritten Platz der unrühmlichen Verstoßrangliste.

Checkliste: Was gehört in einen Erste-Hilfe-Raum?

Erste Hilfe

Foto: Wiki Commons/Rieschl

Jedes Unternehmen muss zumindest einen Verbandskasten mit Erste-Hilfe-Material bereit stellen. In größeren Betrieben sind zudem auch Erste-Hilfe-Räume erforderlich.  Unabhängig von dem Gewerbszweig, der Art der Tätigkeit und dem betrieblichen Unfallgeschehen müssen

  • Betriebe, in denen mehr als 1000 Versicherte beschäftigt sind
  • aber auch schon Betriebe mit mehr als 100 Versicherten, wenn Art, Schwere und Zahl der Unfälle es erfordern
  • sowie Baustellen mit mehr als 50 Versicherten

laut § 25 Abs. 4 BGV/GUV-V A1 einen Erste-Hilfe-Raum oder etwas vergleichbares haben.

Erste-Hilfe-Räume müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung geeignet ausgestattet sein. Beispiele zur Ausstattung sind im Anhang 2 der Information “Erste Hilfe im Betrieb” (BGI/GUV-I 509) sowie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten A 4.3 “Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe” enthalten.

Für die Grundausstattung haben wir eine Checkliste zum Download als PDF für Sie bereit gestellt.

Sie sollte den spezifischen Anforderungen weiter angepasst werden. So genügend in manchen Betrieben die Medikamente, die auch in einer normalen Hausapotheke zu finden sein sollten, also Kohletabletten, Kopfschmerzmittel, Sprühpflaster, Brandsalbe, etc., während in anderen zusätzliche Mittel notwendig sind.

Motivation gegen den Leichtsinn

Quelle: Fluke  / pixelio.de

Foto: Fluke / pixelio.de

Nicht selten zeigt sich nach einem Arbeitsunfall: Der Verunfallte kannte die Gefahr und hat den Unfall durch Fehlverhalten selbst verursacht. Wider besseres Wissen wurde das Risiko in Kauf genommen, dass etwas passiert.

Als Sicherheitsfachkraft sollte man sich immer klar machen, dass es diese Risikofreude gibt und welche Gründe es dafür gibt – damit man ihnen entgegenwirken kann.

Sicherheitsfalle 1: Routine

Jedes Tun geht mit einer persönlichen Einschätzung einher, bei der unbewusst bewertet wird, ob eine Situation gefährlich werden kann oder nicht. Dabei spielen persönliche Erfahrungen eine große Rolle. Wo bisher nie etwas passiert ist, sinkt Bewusstsein für die Gefahr und das Risiko, das eingegangen wird, wird höher.

Ob sich ein Mitarbeiter so verhält, wie es die Sicherheitsvorgaben vorschreiben oder ob er sicherheitswidrig handelt, hängt davon ab, wie hoch er das Risikopotenzial einschätzt und welches Risiko er bereit ist einzugehen. Letzteres ist ein hochgradig persönliches Maß, das zum einen vom Charakter abhängt, aber auch von der aktuellen Gefühlslage. Wer beispielsweise Wut oder Stress empfindet, schätzt Gefahren eher niedriger ein als realistisch wäre.

Untersuchungen zeigen: Jeder zweite Unfall geschieht, weil der Verunglückte das Gefahrenpotenzial unterschätzt hat. Ein Folge der Routine, die sich einem einfachen Beispiel zeigt. So ist Stolpern, Rutschen und Stürzen eine recht häufige Unfallfolge, da das Risikopotenzial beim Gehen durch die tägliche Routine kaum noch wahrgenommen wird. Die Folge: Unachtsamkeit und Ablenkung (etwa durch das Handy und Nachrichtenschreiben). Bei Tätigkeiten dagegen, die ein sehr hohes Risikopotenzial aufweisen, das im Bewusstsein präsent ist, passieren weniger häufig Unfälle, weil die Sinne geschärft sind und der Mitarbeiter konzentriert.

Das zeigt, wie wichtig es ist, sowohl auf die großen und sichtbaren Gefahren hinzuweisen wie auch auf die kleinen Gefährdungen.

Sicherheitsfalle 2: Trügerische Erfahrungen

Die Entscheidung, ob eine Situation risikoreich ist oder nicht und ob man besser auf Nummer Sicher gehen sollte, hängt von mehreren Faktoren ab.

  •  Wie wird das Gefährdungspotenzial eingeschätzt?

Erscheint die Situation ungefährlich, wird weniger Wert auf Sicherheit gelegt.

  •  Lohnt sich ein Fehlverhalten?

Wird der Nutzen des Fehlverhaltens – etwa die Zeitersparnis oder weniger Aufwand – höher bewertet als die aus dem Verhalten resultierenden Folgen, fällt die Entscheidung oft gegen die Sicherheit.

  •  Habe ich Folgen zu befürchten?

Wenn sicherheitswidriges Verhalten mehrfach folgenlos bleibt, wird es weiterhin wiederholt und schließlich zur Gewohnheit, über nicht weiter nachgedacht wird.

  •  Reflektiere ich, was ich tue?

Gewohnheiten, Routinen und unbewusste Risiken benötigen Reflexion. Wer über sein Tun nachdenkt, bemerkt unter Umständen, dass er die Risiken höher bewerten muss als er es bisher getan hat.

  •  Muss ich mit Strafen rechnen?

Folgt auf das Fehlverhalten eine Strafe, sei es arbeitsrechtlicher Art, durch eine deutliche Ermahnung vom Vorgesetzten oder im extremsten Fall durch einen Unfall, wird es in den meisten Fällen überdacht und geändert.

Menschen experimentieren also mit ihrem Verhalten und testen so Risiken aus. Es folgt immer eine Abwägung zwischen Gefahrenpotenzial und Nutzen. Für Vorgesetzte und Sicherheitskräfte gibt das einen wichtigen Ansatzpunkt: Es gilt, den Nutzen von sicherem Verhalten deutlich und die Risiken sichtbar zu machen – mit dem Ziel, dass sichere verhalten erstrebenswerter für den Mitarbeiter werden zu lassen.

Das Abwägen des Risikos folgt zudem zwei Gesetzmäßigkeiten, unabhängig von persönlichen Erfahrungen:

Bekannte und vertraute Gefahren werden unterschätzt, unbekannte Gefahren überschätzt. Das wird deutlich am Beispiel Vogel- oder Schweinegrippe auf der einen Seite und den Fällen schwerer grippaler Infekte auf der anderen Seite.

Risiken, die man durch eigenes Handeln beeinflussen kann, werden unterschätzt, Risiken, denen man ausgeliefert ist oder sich ausgeliefert fühlt, werden überschätzt. Das lässt sich verdeutlichen, wenn man vergleicht, wie es sich anfühlt, Beifahrer eines riskanten Fahrers zu sein und wie man sich selbst verhält, wenn man selbst aus der Eile heraus Gas gibt.

Eine Möglichkeit, diesen Phänomenen entgegen zu wirken ist die Aufklärung: Klären Sie über Unfallzahlen und Unfallursachen auf, erläutern Sie, welche Unfälle im Betrieb häufig vorkommen und welche weniger oft, welche Folgen sie haben und welche Ursachen dahinter stecken. Nur das hilft, die Risiken realistisch einzuschätzen und Gefahren weder zu bagatellisieren noch hochzuspielen.

Weitere Tipps:

  • Sorgen Sie bei der persönlichen Schutzausrüstung nicht nur für hohe Funktionalität, sondern auch für möglichst hohen Tragekomfort und möglichst auch gute Optik. Das erhöht die Bereitschaft, die Ausrüstung auch zu nutzen.
  • Geben Sie den Mitarbeitern genügend Zeit, um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen auch in die Arbeitsabläufe zu integrieren. Wer stets unter Zeitdruck ist, neigt dazu, fahrlässig zu handeln auf Kosten der Sicherheit.
  • Das Unternehmen und die Vorgesetzten müssen selbst das beste Vorbild sein und Arbeitsschutzstandards eine hohe Priorität beimessen. Dazu gehört zum einen, dass Verstöße weder toleriert noch durch Vorgaben wie etwa einen zu engen Zeitplan gefördert werden. Zum andern gehört dazu aber auch, die Mitarbeiter für vorbildliches Verhalten zu loben und ihnen für ihre Sicherheitsbewusstsein Wertschätzung entgegen zu bringen. Als drittes gehören dazu im gewissen Maße auch Investitionen wie in ergonomische Arbeitsmittel und betriebliche Gesundheitsvorsorge.
  • Werden Vorgaben zu Sicherheitsvorkehrungen trotz allem weiterhin von einigen Unbelehrbaren missachtet, helfen nur Sanktionen. Informieren Sie den Vorgesetzten, denn er ist verpflichtet, das Einhalten der Vorschriften zu kontrollieren und durchzusetzen. Das kann er durch eine mündliche Ermahnung tun, durch eine disziplinarische Maßnahme wie etwa eine Abmahnung und schlimmstenfalls die Versetzung oder Kündigung da der Mitarbeiter gegen § 15 der BGV A1 verstoßen hat.

 

Waschen, Schneiden, Spülen: Schutz, Reinigung und Pflege der Hände für Küchenpersonal

Quelle: Henrik Gerold Vogel  / pixelio.de

Foto: Henrik Gerold Vogel / pixelio.de

Spülwasser, Fruchtsäuren, Brandblasen und Schnitte – in einer Gastroküche werden die Hände nicht geschont. Intensive Feuchtarbeit und hautschädigende Arbeitsstoffe sind es, die hier die Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzten und Personalvertretungen sowie der Hygienefachkräfte auf den Plan rufen.

Sie haben dafür zu sorgen, dass die starke Beanspruchung nicht zu Hauterkrankungen und Verletzungen führt. Technische und organisatorische Vorkehrungen sind die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen geeignete Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege regelmäßig angewendet werden.

Welche Hausmittel werden in der Küche gebraucht?

Hautschutzmittel

Hautschutzmittel sind vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach der Händereinigung anzuwenden, damit sie wirksam schützen können. In Küchen werden vorwiegend Hautschutzpräparate gegen wasserlösliche Arbeitsstoffe genutzt. Die Beschäftigten sind zu ihrem eigenen Schutz verpflichtet, vorhandene Hautschutzmittel bestimmungsgemäß und regelmäßig zu benutzen.

Hautreinigungsmittel

Für die Händereinigung in Küchen eignen sich in der Regel „Syndets“ (seifenfreie Waschstücke) am besten. Auch wenn sie in einer Küche stets greifbar sind: Keinesfalls dürfen Spül- oder Reinigungsmittel (z.B. Scheuermilch), Scheuerbürsten oder Bimsschwämme verwendet werden. Sie reizen die Haut, zerstören den natürliche Hautschutz, fügen ihr kleine Wunden zu und sind daher nicht nur eine unhygienische Infektionsquelle, sondern auch kontraproduktiv.

Hautpflegemittel

Hautpflegemittel stärken die natürlichen Barrierefunktion der Haut, etwa den Säureschutzmantel und die natürliche Flora der Hautoberfläche. Sie dienen auch der Wiederherstellung einer gesunden Haut. Sie sind somit besonders wichtig, um Hautschäden vorzubeugen, die durch häufige Belastung entstehen können. Hautpflegemittel sollten zu Beginn der Pausen sowie nach Feierabend auf die gereinigten Hände aufgetragen werden. Auch zuhause sollten die durch den Kontakt mit Wasser und hautschädigenden Stoffen gestressten Hände gepflegt werden.

Worauf ist bei der Auswahl geeigneter Hautmittel zu achten?

Die Auswahl der Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege richtet sich nach den Anforderungen im Arbeitsbereich. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsmediziner im Unternehmen sind hier die kompetenten Ansprechpartner.

Diese Herstellerangaben sollten vorliegen, um beurteilen zu können, ob das Produkt den Anforderungen genügt:

  • Zusammensetzung
  • Wirksamkeitsnachweis
  • Nachweis der Unbedenklichkeit bei bestimmungsgemäßer Verwendung
  • Nachweis der Eignung für den Lebensmittelbereich
  • Hinweise zur Haltbarkeit (mindestens 30 Monate oder Angabe eines Verfallsdatums)

 Bedenken Sie auch, dass es Überempfindlichkeiten und Allergien der Mitarbeitern geben könnte, die zu berücksichtigen sind.

Tipp 1

Ein Tipp zur besseren Akzeptanz der Hautmittel: Lassen Sie das Küchenpersonal verschiedene mögliche Produkte testen, bevor Sie sich entscheiden.

Tipp 2

Spender sind nicht nur für Hautreinigungsmittel empfehlenswert, sondern ermöglichen auch für die Hautpflegeprodukte eine hygienische und dosierte Entnahme. Kennzeichnen Sie die Spenderbehälter je nach Inhalt durch Farben und Symbole eindeutig entsprechend der Festlegung im Hautschutzplan, damit Ihren Mitarbeitern die richtige Verwendung leicht gemacht wird. Montieren Sie die Spender überall dort, wo sie gebraucht werden: nahe am Arbeitsplatz, nahe der Pausenräume und dort, wo die Mitarbeiter sich nach Feierabend umkleiden.

Tipp 3

Erstellen Sie einen Hautschutzplan. Er muss speziell auf den Arbeitsbereich Küche zugeschnitten sein und sollte überall aushängen, wo Ihre Mitarbeiter ihre Hände waschen und pflegen. Es ist wichtig, das Küchenpersonal regelmäßig, auch im Rahmen der Mitarbeiterunterweisungen, auf die richtige Verwendung der bereit gestellten Hautmittel und den Hautschutzplan hinzuweisen. Zeigen Sie, wie er praktisch umgesetzt wird und und üben Sie die Umsetzung.

Die häufigsten Fehler sind:

  • falsche Menge an Hautmitteln
  • Hände wurden nicht gründlich gereinigt und abgetrocknet
  • die besonders gefährdeten Hautpartien zwischen den Fingern und an den Fingernägeln werden vergessen

Warm und sicher

Quelle: M. Großmann  / pixelio.de

Foto: M. Großmann / pixelio.de

Spätestens im Herbst kommen die meisten Straßencafés und Biergärten nicht mehr ohne Heizstrahler aus, wenn sie wollen, dass ihre Gäste die kalten Temperaturen bei Käffchen und Bierchen ertragen. Die mit Flüssiggas betriebenen Terrassenheizstrahler sind daher kaum noch aus der Außengastronomie wegzudenken.

Anders als im privaten Gebrauch der “Heizpilze” gelten für den professionellen Einsatz allerdings Sicherheitsbestimmungen und elementare Regeln für den sicheren Betrieb des Gasbrenners.

Ein gasbetriebener Heizstrahler sollte mindestens diese Sicherheitseinrichtungen haben:

  • Druckregelgerät mit integriertem Überdruckschutz
  • Schlauchbruchsicherung (wenn die Gasleitung länger als 40 Zentimter ist)
  • Anti-Tilt-System, das die Gaszufuhr bei einem umgekippten Brenner automatisch unterbricht, beispielsweise durch einen Neigungschalter mit Magnetventil oder ein Gas-Kippschutzventil

Neben diesen technischen Vorkehrungen sind auch im Umgang mit den Heizstrahlern einige wichtige Regeln zu beachten.

Der Heizstrahler muss sicher und stabil stehen, auf festem und ebenem Boden. Auch, wenn er mit zunehmender Leerung des Gasflasche immer leichter und somit instabiler wird, sollte er nicht einfach durch Windböen oder Vorbeigehende Gäste umgeworfen werden können.

Die Belüftung des Gasflaschenbehälters darf nicht eingeschränkt sein, etwa weil Decken oder Jacken der Gäste die Belüftungsöffnungen verdecken.

 

Anleitung für die Putzleute

Sie dürfen oft bis in die hintersten Ecken des Betriebs und sorgen als Heinzelmännchen hinter den Kulissen für Ordnung und Sauberkeit. Die Rede ist von externen Reinigungsfirmen.

So diskret und unauffällig sie sich auch im Betrieb bewegen mögen, als Sicherheitsverantwortlicher eines Unternehmen sollte man auch hier eine sorgfältige Unterweisung nicht vergessen.

Es empfiehlt sich, eine Checkliste zu erstellen, um erforderliche Themen genau abzuarbeiten. Diese Checkliste sollte mit einem Verantwortlichen der Fremdfirma abgearbeitet und auch abgezeichnet werden.

Themen für die Unterweisung sind beispielsweise:

  • Arbeitssicherheitsorganisation: wer ist im Notfall als Ersthelfer anzusprechen, wie ist der Ablauf bei einer Unfallmeldung, wo steht der Verbandskasten, …
  • Brandschutz: welche Rauchverbote gibt es im Betrieb, wo stehen Feuerlöscher, wo sind Löschdecken, …
  • Alarmplan und Rettungswege: verschiedene Alarmsignale, die im Betrieb genutzt werden und was im Falle eines Alarms zu tun ist, Sammelstellen, …
  • Gefahrenstoffe: welche Dämpfe, Flüssigkeiten und Gase besonderer Vorsicht bedürfen, welche Sicherheitsvorkehrungen gelten, was zu tun ist bei Kontakt mit gefährlichen Stoffen, …
  • Gefahren im Arbeitsbereich: welche Gefahren durch Fahrzeuge oder laufende Maschinen ausgehen, welche Sicherheitsvorkehrungen zu beachten sind (Spiegel in uneinsehbaren Bereichen, Vorfahrtsregelungen, …), welche Geräte besonders empfindlich sind oder gar nicht berührt werden dürfen, …
  • Reinigungsarbeiten im laufenden Betrieb: wo Verkehrswege sind, die nicht eingeengt werden dürfen, welche Bereiche besonderen Bestimmungen unterliegen, …
  • Betriebliche Sicherheitsrichtlinien: welche Bestimmungen im Außenbereich gelten (Tempobeschränkungen, Parkverbote und Parkmöglichkeiten, …), welche Zutrittsbeschränkungen es gibt, Anmeldung bei Betreten des Betriebs, …

Die einzelnen Punkte sollten Sie in der Checkliste aufführen und sich die Unterweisung als Nachweis unterzeichnen lassen.

Auf diesem Unterweisungsnachweis sollten zudem folgende Informationen eingetragen werden:

  • Name der Reinigungsfirma
  • Vollständiger Name des Unterwiesenen der Fremdfirma
  • Vollständiger Name des Unterweisenden/Sicherheitsfachkraft des Auftraggebers
  • Bezeichnung des Arbeitsbereiches
  • Übergebene Dokumente
  • Auftragsinhalt/durchzuführende Arbeiten
  • Eine Erklärung des Verantwortlichen der Reinigungsfirma, dass er in den oben genannten Themen unterwiesen wurde, die Inhalte der Unterweisung verstanden hat, oben genannte Dokumente erhalten hat und sich verpflichtet, die Informationen vor Beginn der Arbeiten an die Mitarbeiter weiterzugeben.
  • Datum und Unterschriften von Unterwiesenem und Unterweisenden

Risiko Lichterkette

Nicht nur die Lichterkette selbst, auch trockenes Holz oder Papier kann zu einem Feuer führen, wenn es in Kontakt mit den heißen Birnchen kommt.

Nicht nur die Lichterkette selbst, auch trockenes Holz oder Papier kann zu einem Feuer führen, wenn es in Kontakt mit den heißen Birnchen kommt.

Die Adventszeit ist die Zeit des Lichterzaubers – und der Haus- und Wohnungsbrände.  Lichterketten werden in der dunklen Jahreszeit gerne genutzt, um Räume, Balkone und Vorgärten heimeliger zu gestalten. Doch das stimmungsvolle Licht hat auch Schattenseiten: So brennt es in der Adventszeit unverhältnismäßig oft, nicht selten verursacht durch Lichterketten, Kerzen und andere Weihnachtsbeleuchtung.

Rauchmelder sind Pflicht
Die Gefahr durch Brände wird generell unterschätzt, denn nur in etwa der Hälfte alle privaten Haushalte sind Rauchmelder vorhanden, Feuerlöscher sind noch seltener zu finden. Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit war die Verpflichtung zur Installation von Rauchmelder, wie sie beispielsweise in den Landesbauordnungen von Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bremen und Sachsen-Anhalt vorgeschrieben ist – zum Teil auch mit der Verpflichtung, in allen Wohnungen nachzurüsten.

Für gewerbliche Räume gilt das jeweilige Brandschutzkonzept, welches entsprechend der jeweils gültigen Bauvorschrift erstellt werden muss. Eine grundsätzliche Pflicht zur Ausrüstung von Arbeitsstätten oder Privaträumen mit Rauchmeldern gibt es in Nordrhein-Westfalen auch im Jahre 2012 immer noch nicht.

Feuer und Strom

Aber: Der Schutz vor Bränden beginnt nicht beim Rauchmelder, sondern schon beim Kauf sicherer Lichterketten. Vor wenigen Jahren sorgte eine europaweite Testkaufaktion für Aufsehen, denn es zeigte sich, dass jede zweite Lichterkette in Deutschland nicht verkauft werden dürfte. Die meisten Lichterketten erwiesen sich als billig produzierte Ware aus Fernost, die nicht den deutschen Sicherheitsbestimmungen entsprach. Die Folgen sind höchstgefährlich: Mal überhitzen die Birnchen viel zu sehr, mal sitzt der Stecker am Kabel so locker, dass er abreißen kann, mal sind die Steckverbindungen locker oder die Drähte erschreckend dünn. In allen Fällen ist höchste Vorsicht geboten, denn neben der Gefahr, Feuer zu entfachen, sind auch Stromschläge nicht ausgeschlossen.
Ein Grund für die Erhitzung können defekte Birnchen sein, wenn kein Vorschaltgerät (Sicherheitstrafo mit 24 Volt) vorhanden ist. Das ist vor allem bei billigen Lichterketten der Fall. Dann führt der Ausfall einer oder mehrerer Birnen zur erhöhten Leistungsabgabe der noch verbleibenden Birnen, zu einer erhöhten Hitzeentwicklung und damit Brandgefahr.

Zeichen für mehr Sicherheit
Qualität und Sicherheit eines Produktes folgen oft höheren Standards, wenn der Preis höher ist. Hilfreich sind dabei auch die Hinweise auf dem Karton.
Geprüfte SicherheitDas GS-Zeichen etwa steht für unabhängig geprüfte Sicherheit. CE-ZeichenDie CE-Kennzeichnung dagegen vergibt der Hersteller selbst. Er zeigt damit an, dass er sich an die Vorgaben der EU für dieses Produkt gehalten hat.
IP44Sollen Lichterketten im Außenbereich genutzt werden, müssen sie wetterbeständig sein. Auch wenn sie nicht direkten Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, können Feuchtigkeit, Tauwasser und Frost sonst großen Schaden anrichten. Wetterbeständige Lichterdekoration, die für den Außenbereich geeignet ist, trägt das Kürzel IP44 auf der Verpackung, symbolisiert durch einen Wassertropfen im Dreieck.
Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass auf der Verpackung Name und Adresse des Herstellers sowie Sicherheitshinweise in deutscher Sprache aufgedruckt sind, will man auf Nummer Sicher gehen. Produkte zweifelhafter Herkunft und unklarer Sicherheitsstandards sollte man besser nicht kaufen.

LED ist sicherer

Nicht nur energiesparender, sondern auch weniger gefährlich ist Weihnachtsdekoration mit Leuchtdioden. Die LED-Lichter verlieren nicht so viel Energie durch Wärme, haben  eine längere Lebensdauer und verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühbirnchen.
Weiterer Vorteil: Fällt doch einmal eine Leuchtdiode in der Lichterkette aus, muss sie nicht sofort ersetzt werden, wie dies bei herkömmlichen Glühbirnen der Fall ist, da keine Gefahr der Überlastung besteht. Am sichersten ist LED-Lichterschmuck mit Transformator, der die Steckdosenspannung um ein Vielfaches reduziert.

Gefährliche Konstruktionen

Kabel sollten prinzipiell nicht unter Zugspannung stehen, da so Kabelbrüche entstehen können.

Kabel sollten prinzipiell nicht unter Zugspannung stehen, da so Kabelbrüche entstehen können.

Eine weitere Gefahrenquelle bleibt allerdings auch bei LED-Lichterketten: Der Kabelbruch. Mitunter werden die abenteuerlichsten Konstruktionen erschaffen, die Dekoration, Licht und Strom in eine gefährlich instabile Verbindung bringen.

Kabel sind grundsätzlich nicht dazu geeignet, Gewichte zu tragen oder Zugbelastungen aufzunehmen. Insbesondere die Kabel der Lichterketten sind aufgrund des geringen Querschnittes besonders anfällig für Kabelbrüche. Werden die empfindlichen Drähte im Kabelinnern zerstört, etwa durch Abknicken, Abklemmen oder Zugspannung, führt das zu einer Erhitzung des Kabels und damit ebenfalls zu einer erhöhten Brandgefahr. Schäden an der Isolierung können Stromschläge und Kurzschlüsse verursachen.
Auch billige Lichterketten ohne Sicherheitstrafo in Verbindung mit trockenem Dekorationsgehölz führen alljährlich zu einer erhöhten Anzahl von Brandunfällen.

Tipps für den Kauf und Gebrauch von Lichterketten

  • Achten Sie auf Qualität und Sicherheit.
  • Wenn möglich nur Lichterketten mit einem Sicherheitstrafo verwenden.
  • LED-Lichter bevorzugen.
  • Das Produkt muss mit einem CE gekennzeichnet und es muss eine  Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache beigefügt sein.
  • Darüber hinaus sollte ein GS-Zeichen angebracht sein.
  • Für den Außenbereich spezielle Produkte (Kennzeichnung IP 44 oder Wassertropfen im Dreieck beachten) einsetzen.
  • Auf erhöhte Hitzeentwicklung achten.
  • Halten Sie entzündliche Materialien von der Lichterkette fern.

Wenn es brennt:

  • Rufen Sie die Feuerwehr unter 112.
  • Löschen Sie wenn möglich kleine Brände mit einem Feuerlöscher, aber riskieren Sie dafür nicht Ihr Leben.
  • Unterschätzen Sie nicht die Schnelligkeit, mit der sich ein Brand ausbreitet und evakuieren Sie rechtzeitig.
  • Warnen Sie gefährdete Personen.
  • Bringen Sie sich und andere in Sicherheit.
  • Suchen Sie bei der Flucht Bodennähe, denn der giftige Rauch steigt erstmal nach oben.
  • Schließen Sie  Türen und Fenster.
  • Wenn Sie wegen Feuer und Rauch nicht durch den Flur oder zu den Rettungswegen flüchten können, dichten Sie die Tür mit feuchten Tüchern ab.
  • Machen Sie sich am Fenster oder auf dem Balkon bemerkbar.

 

Besonderer Schutz für das ungeborene Leben

Wer Mutter wird, trägt im wahrsten Sinne des Wortes eine besondere Verantwortung. Das ungeborene Leben kann durch Einflüsse von außen schwer beeinträchtigt werden, die für erwachsene Menschen nicht oder kaum gefährlich sind.
Das fängt beim Genuss von rohem Fleisch wie etwa Mett an und hört bei Alkohol und Zigaretten noch lange nicht auf.

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, hat die Gesundheit des Kindes und der Mutter oberste Priorität.  Quelle: Silke Kaiser  / pixelio.de

Foto: Silke Kaiser / pixelio.de

Während die Schwangere für ihre private Lebensweise selbst für sich und das Ungeborene verantwortlich ist, trägt im Berufsalltag auch der Arbeitgeber eine besondere Sorgfaltspflicht. Die größte Gefahr der Schädigung des Embryos besteht zwischen der 5. und 10. Woche nach der Empfängnis. Deswegen ist es wichtig, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen.

Für den Arbeitgeber gilt dann: sofort eine sorgfältige Beurteilung der Arbeitsplatzbedingungen vornehmen. Diese Gefährdungsbeurteilung umfasst jede Tätigkeit der schwangeren und später auch stillenden Mutter. Eine Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt können den Arbeitgeber dabei unterstützen.

Die Gefährdungsbeurteilung zum Mutterschutz umfasst diese Gefahrenquellen (je nach Art des Betriebs und Tätigkeit können auch noch weitere Punkte hinzukommen):

  • Gefahrstoffe
  • Heben und Tragen von Lasten
  • Schwere körperliche Arbeiten
  • Ständiges Stehen
  • Häufiges Strecken und Beugen
  • Lärm
  • Unfallgefahren
  • Arbeiten im Freien

Gefahrstoffe

Hierzu gehören beispielsweise chemische Stoffe wie Pflanzenschutzmittel. Sie sind mit Warnhinweisen gekennzeichnet, den sogenannte R- und S-Sätzen (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/R-_und_S-Sätze) . Mit „R 61“ gekennzeichnete Stoffe beispielsweise können das Kind im Mutterleib schädigen, „R 46“ tragen Stoffe, die vererbbare Schäden verursachen können. Mit solchen Gefahrenstoffen dürfen sowohl schwangere als auch stillende Frauen nur arbeiten, wenn der Grenzwert nicht überschritten und Hautkontakt ausgeschlossen ist. Das muss durch Messungen nachgewiesen werden. Aber auch andere Stoffe wie etwa Gartenerde können für das Ungeborene zu einer Gefahr werden: In Gartenerde wie auch in Tierkot können sich Erreger der Toxoplasmose befinden.

Heben und Tragen von Lasten

Regelmäßig tragen und heben dürfen Schwangere Lasten nur, wenn diese unter fünf Kilogramm schwer sind. Lasten, die zwischen fünf und zehn Kilogramm wiegen, dürfen nur noch gelegentlich gehoben, bewegt oder getragen werden. Werden Häufigkeit oder Kilozahl überschritten, sind mechanische Hilfsmittel unbedingt erforderlich, beispielsweise Rollwagen.

Schwere körperliche Arbeiten

Hier dürfen Schwangere überhaupt nicht eingesetzt werden. Es besteht unter anderem die Gefahr, dass sich durch die Belastung die Plazenta ablöst. Ebenso sind stark belastende Bewegungen, Stöße und Erschütterungen zu vermeiden.

Ständiges Stehen

Arbeiten im Stehen, beispielsweise im Verkauf, sind nach Ablauf des 5. Monats der Schwangerschaft auf höchstens vier Stunden täglich zu beschränken.

Häufiges Strecken und Beugen

Dauerndes Hocken oder Bücken ist ebenso wie häufiges, erhebliches Strecken oder Beugen in der Schwangerschaft problematisch. Unter anderem kann sich somit eine Einschränkungen für bewegungsstarke Berufe wie Sportlehrerinnen oder auch Putz- und Reinigungskräfte ergeben. In anderen Berufsgruppen, etwa am Band, können sich gesundheitliche Gefahren durch anhaltende, einseitige Körperhaltung ergeben.

Lärm

Tätigkeiten in Arbeitsbereichen, in denen Lärm mit einem Schalldruck von über 80 dB(A) auftritt oder impulsartiger Lärm vorkommt, dürfen nur eingeschränkt ausgeübt werden. Eine zeitliche Beschränkung ist hier wichtig, da das Kind im Mutterleib dem Lärm ungeschützt ausgesetzt ist.

Unfallgefahren

Das Tätigkeitsfeld der Schwangeren muss genau auf mögliche Unfallgefahren untersucht werden. So gibt es beim Stehen auf Leitern oder Gerüsten die Gefahr, auszurutschen oder abzustürzen. Auch Schläge oder Stöße, die von Maschinen und Werkzeugen ausgehen können, sind zu erkennen.

Arbeiten im Freien

Extremer Hitze, Kälte oder Nässe dürfen werdende ebenso wie stillende Mütter nicht ausgesetzt sein. Deswegen ist es mitunter erforderlich, sie bei bestimmten Wetterverhältnissen für das Arbeiten im Freien nicht oder nur zeitlich begrenzt einzusetzen.