Was zeichnet eine gute Zeitarbeitsfirma aus?

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Die Gründe, aus denen sich ein Unternehmen für den Einsatz von Leiharbeitern entscheidet, sind unterschiedlich. Kurzfristige Auftragshochs, vermehrte Krankheitsfälle unter den festen Mitarbeitern, saisonaler Bedarf – was auch immer zutrifft, es gibt Punkte, die für alle Unternehmen gelten sollten, die eine Zeitarbeitsfirma auswählen. Die unternehmerische Verantwortung erfordert es, sich die Firma und ihre Gepflogenheiten vorher genau anzusehen.
Der erste Punkt auf der Checkliste scheint selbstverständlich: Prüfen Sie, ob die Zeitarbeitsfirma über eine aktuell gültige Bescheinigung verfügt, die ihr die gewerbsmäßige Leiharbeit, bzw. die Arbeitnehmerüberlassung erlaubt. Über welche Zertifikate oder Gütesiegel verfügt die Zeitarbeitsfirma und ist sie Mitglied eines Berufsverbandes? Ist sie beispielsweise nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert oder hat sie ein zertifiziertes Arbeitsschutz-Managementsystem?
Stellen Sie die für den Auftrag notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zusammen und lassen Sie sich von den vorgeschlagenen Arbeitnehmern entsprechende Nachweise wie Staplerschein oder Schweißerschein zeigen. Auch Gesellen- oder Facharbeiterbriefe sollten Sie sich vorlegen lassen. Lassen Sie sich Referenzen nennen, die auf Ihr Unternehmen, bzw. den künftigen Einsatzbereich des Arbeitnehmers passen.
Eine gute Zeitarbeitsfirma schickt ihre Disponenten vorab und persönlich in Ihr Unternehmen, um die Anforderungen mit den zuständigen Personen zu besprechen und die künftigen Arbeitsplätze zu besichtigen. Wurde ein Arbeitnehmer Ihrem Unternehmen überlassen, sollte der Disponent weiterhin Kontakt zum Beschäftigten halten und regelmäßig prüfen, ob die Anforderungen auf ihn passen. Zudem sollte er ein Auge darauf haben, dass der Zeitarbeiter ausreichend unterwiesen wurde in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz – was auch in Ihrem Interesse als Arbeitgeber ist. Idealerweise sollte die Zeitarbeitsfirma ihre Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz schriftlich im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag dargelegt haben. Kümmern sich in der Zeitarbeitsfirma ein Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit um die Beschäftigten?
Klären Sie vorher mit der Leiharbeitsfirma ab, welche Arbeitskleidung dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt werden muss und achten Sie darauf, dass Schutzkleidung und die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ebenfalls geregelt sein müssen.
Ein Qualitätskriterium ist es auch, ob die Zeitarbeitsfirma selbst aus- und weiterbildet und ob sie Sorge dafür trägt, dass ihre Mitarbeiter über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, um Arbeitsanweisungen ihrer Kollegen und Vorgesetzten verstehen zu können.

Waschen, Schneiden, Spülen: Schutz, Reinigung und Pflege der Hände für Küchenpersonal

Quelle: Henrik Gerold Vogel  / pixelio.de

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Spülwasser, Fruchtsäuren, Brandblasen und Schnitte – in einer Gastroküche werden die Hände nicht geschont. Intensive Feuchtarbeit und hautschädigende Arbeitsstoffe sind es, die hier die Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzten und Personalvertretungen sowie der Hygienefachkräfte auf den Plan rufen.

Sie haben dafür zu sorgen, dass die starke Beanspruchung nicht zu Hauterkrankungen und Verletzungen führt. Technische und organisatorische Vorkehrungen sind die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen geeignete Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege regelmäßig angewendet werden.

Welche Hausmittel werden in der Küche gebraucht?

Hautschutzmittel

Hautschutzmittel sind vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach der Händereinigung anzuwenden, damit sie wirksam schützen können. In Küchen werden vorwiegend Hautschutzpräparate gegen wasserlösliche Arbeitsstoffe genutzt. Die Beschäftigten sind zu ihrem eigenen Schutz verpflichtet, vorhandene Hautschutzmittel bestimmungsgemäß und regelmäßig zu benutzen.

Hautreinigungsmittel

Für die Händereinigung in Küchen eignen sich in der Regel „Syndets“ (seifenfreie Waschstücke) am besten. Auch wenn sie in einer Küche stets greifbar sind: Keinesfalls dürfen Spül- oder Reinigungsmittel (z.B. Scheuermilch), Scheuerbürsten oder Bimsschwämme verwendet werden. Sie reizen die Haut, zerstören den natürliche Hautschutz, fügen ihr kleine Wunden zu und sind daher nicht nur eine unhygienische Infektionsquelle, sondern auch kontraproduktiv.

Hautpflegemittel

Hautpflegemittel stärken die natürlichen Barrierefunktion der Haut, etwa den Säureschutzmantel und die natürliche Flora der Hautoberfläche. Sie dienen auch der Wiederherstellung einer gesunden Haut. Sie sind somit besonders wichtig, um Hautschäden vorzubeugen, die durch häufige Belastung entstehen können. Hautpflegemittel sollten zu Beginn der Pausen sowie nach Feierabend auf die gereinigten Hände aufgetragen werden. Auch zuhause sollten die durch den Kontakt mit Wasser und hautschädigenden Stoffen gestressten Hände gepflegt werden.

Worauf ist bei der Auswahl geeigneter Hautmittel zu achten?

Die Auswahl der Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege richtet sich nach den Anforderungen im Arbeitsbereich. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsmediziner im Unternehmen sind hier die kompetenten Ansprechpartner.

Diese Herstellerangaben sollten vorliegen, um beurteilen zu können, ob das Produkt den Anforderungen genügt:

  • Zusammensetzung
  • Wirksamkeitsnachweis
  • Nachweis der Unbedenklichkeit bei bestimmungsgemäßer Verwendung
  • Nachweis der Eignung für den Lebensmittelbereich
  • Hinweise zur Haltbarkeit (mindestens 30 Monate oder Angabe eines Verfallsdatums)

 Bedenken Sie auch, dass es Überempfindlichkeiten und Allergien der Mitarbeitern geben könnte, die zu berücksichtigen sind.

Tipp 1

Ein Tipp zur besseren Akzeptanz der Hautmittel: Lassen Sie das Küchenpersonal verschiedene mögliche Produkte testen, bevor Sie sich entscheiden.

Tipp 2

Spender sind nicht nur für Hautreinigungsmittel empfehlenswert, sondern ermöglichen auch für die Hautpflegeprodukte eine hygienische und dosierte Entnahme. Kennzeichnen Sie die Spenderbehälter je nach Inhalt durch Farben und Symbole eindeutig entsprechend der Festlegung im Hautschutzplan, damit Ihren Mitarbeitern die richtige Verwendung leicht gemacht wird. Montieren Sie die Spender überall dort, wo sie gebraucht werden: nahe am Arbeitsplatz, nahe der Pausenräume und dort, wo die Mitarbeiter sich nach Feierabend umkleiden.

Tipp 3

Erstellen Sie einen Hautschutzplan. Er muss speziell auf den Arbeitsbereich Küche zugeschnitten sein und sollte überall aushängen, wo Ihre Mitarbeiter ihre Hände waschen und pflegen. Es ist wichtig, das Küchenpersonal regelmäßig, auch im Rahmen der Mitarbeiterunterweisungen, auf die richtige Verwendung der bereit gestellten Hautmittel und den Hautschutzplan hinzuweisen. Zeigen Sie, wie er praktisch umgesetzt wird und und üben Sie die Umsetzung.

Die häufigsten Fehler sind:

  • falsche Menge an Hautmitteln
  • Hände wurden nicht gründlich gereinigt und abgetrocknet
  • die besonders gefährdeten Hautpartien zwischen den Fingern und an den Fingernägeln werden vergessen

Whitepaper: Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit

Unter dem Titel “Sicherheit, die sich lohnt” bietet die HIRAcon Unternehmensgruppe ein informatives Whitepaper zum kostenlosen Download an.

Als elfseitige Informationsschrift befasst es sich mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit in kleine und mittleren Betrieben.

Ein Weg, um die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, ist die Stärkung von Gesundheit und Sicherheit. Wer diese Aspekte fördert, verbessert die Qualität der Arbeit, denn er tut etwas für die körperliche und seelische Unversehrtheit seiner Mitarbeiter. Er bringt damit aktiv etwas ein, um im regionalen, nationalen oder globalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Als Experten im Arbeitsschutz mit mehr als 15 Jahren Erfahrung wollen wir uns auf den folgenden Seiten vor allem dem Thema widmen, welche wirtschaftliche Komponente der Gesundheits- und Arbeitsschutz für kleine und mittelständische Unternehmen hat. Wir möchten Ihnen zudem aufzeigen, mit welchen Methoden Sie einen Überblick über Kosten und Nutzen der gesundheits- und sicherheitsfördernden Maßnahmen bekommen.

Ihr Arbeitsschutz-Team der HIRAcon-Gruppe

Peter Hink, Uwe Rau und Karl Stopka

(Geschäftsleitung)

Gerne dürfen Sie es herunterladen, ausdrucken oder auch unter Angabe der Quelle weiterversenden.

Whitepaper “Sicherheit, die sich lohnt”, 11 Seiten, kostenloser Download als PDF

 

 

Die Gefährdungsbeurteilung – wozu das alles?

Das Ziel einer Gefährdungsbeurteilung ist, sich der Gefahren am Arbeitsplatz bewusst zu werden. Alle Tätigkeiten werden genau unter die Lupe genommen, um mögliche Risiken zu erkennen und sicher mit ihnen umzugehen.

Trockenen Fußes

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Jeder Mensch macht dies jeden Tag – mehr oder weniger unbewusst. Jedes Mal, bevor wir eine Straße überqueren, schauen wir nach links und rechts und setzen erst einen Fuß auf die Fahrbahn, wenn wir sicher sein können, nicht überfahren zu werden. Dabei schätzen wir die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge ein, die Breite und Beschaffenheit der Straße, mögliche zusätzliche Gefahrenquellen wie Glätte, Nässe oder schlechte Sicht und natürlich unsere Geschwindigkeit (eventuell beeinträchtigt durch Kinderwagen, Getränkekästen oder hohe Schuhe).

Je nachdem, welche Voraussetzungen die Straßenüberquerung hat, werden Sie den Zeitpunkt anders wählen. Bei einer unbekannten Holzbrücke über Schluchten oder Flüsse kommen Sie vielleicht zu dem Schluss, sie gar nicht zu betreten, weil sie zu unsicher erscheint. Aber können Sie das wirklich sicher beurteilen, wenn Sie nicht wissen, worauf Sie hier achten müssen?

Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung beurteilt alle Randbedingungen und Kriterien, die zur Bewertung und Handlungsentscheidung notwendig sind. Sie stellt sicher, dass Sie wissen, worauf zu achten ist, damit aus Unsicherheit Sicherheit wird.

Rechtlicher Hintergrund

Ob und wie eine Gefährdungsbeurteilung gefordert ist, wird unter anderem in diesen Verordnungen und Gesetzen thematisiert

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §§ 4 – 5
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) §§ 3, 9
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) §7, §16, Anh 1 – 5
  • berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerken wie BGV, BGR, BGI und BGG

Darin wird klar festgehalten, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, die Gefährdungen, die auf die Mitarbeiter wirken, einzuschätzen und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zum Gesundheits- und Umweltschutz zu treffen.

Das gilt nicht für für große Firmen oder Betriebe, in denen mit offensichtlich gefährlichen Gütern, Werkzeugen und Maschinen gearbeitet wird.

Im Nachbarland Dänemark verfügen im Durchschnitt 77 % der Betriebe über eine Gefährdungsbeurteilung, unter den Betrieben ab 50 Mitarbeitern sind es sogar 98 %. Selbst 71 % der Betriebe mit einem bis neun Angestellten haben Arbeits- und Gesundheitsschutz auf diese Weise begutachten lassen (Quelle: Befragung des Gewerkschaftsbunds Dänemark LO, 2004).

In Deutschland herrscht dagegen Nachholbedarf. Vielen Betrieben erscheinen die gesetzlichen Forderungen zu abstrakt, zu theoretisch, zu bürokratisch – oder sie lassen es einfach darauf ankommen. Ein gefährlicher Tanz auf dem Eis, denn ein Unfall ist schnell passiert und umso tragischer, wenn er hätte verhindert werden können.

Lesen Sie hier, welche Vorteile eine Gefährdungssbeurteilung für Unternehmen hat.