Handfester Schutz

Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehören in vielen Berufen die Handschuhe zum festen Inventar. Wie bei allen Teilen der persönlichen Schutzausrüstung – beispielsweise Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz, Helm, Warnkleidung oder Schutzkleidung gegen Hitze, Regen oder Wettereinflüsse – ist der Unternehmer verpflichtet, sie kostenfrei dem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen und ihn entsprechend zu unterweisen. Der Mitarbeiter ist andererseits dazu verpflichtet, die vorgeschriebene Schutzausrüstung zu benutzen und zu pflegen.
An Schutzhandschuhe werden je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Anforderungen gestellt. Sie sollen die Hände vor Schädigungen durch äußere Einwirkungen schützen, beispielsweise  mechanischer Art (Stiche, Schnitte, Schläge, Abschürfungen, Vibrationen),  thermische Art (Hitze, Kälte, Schweißspritzer), Gefährdungen durch Strahlung (UV-Strahlung, Wärmestrahlung, Laserstrahlung, ionisierende Strahlung), chemische Gefährdungen (Verätzung, Reizung, Vergiftung), biologische Gefährdungen (Infektionen) oder elektrischer Gefährdungen. Andererseits ist es wichtig, dass Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen durch die Handschuhe nicht so eingeschränkt werden, dass neue Gefahrenquellen entstehen. Die Balance und das richtige Produkt zu finden, ist daher oftmals nicht leicht.

Kennzeichnungen auf Schutzhandschuhen
Die Normvorgabe für Schutzhandschuhe sieht vor, dass deutlich erkennbar und dauerhaft lesbar folgende Angaben auf ihnen zu finden sein müssen:

  • Name oder Kennzeichnung des Herstellers oder Lieferanten
  • Typenangabe oder Modellbezeichnung
  • Größenangabe

PSA-Kategorien für Schutzhandschuhe
Darüber hinaus werden Schutzhandschuhe mit entsprechenden Piktogrammen versehen und in drei PSA-Kategorien unterteilt:

  • Kategorie 1 (Cat. I): geringe Risiken, erfüllt nur geringe Schutzanforderungen. geeignet beispielsweise als Garten- oder Spülhandschuh
  • Kategorie 2 (Cat. II): mittlere Risiken, bietet beispielsweise Schutz vor mechanischen Gefährdungen
  • Kategorie 3 (Cat. III): hohe Risiken, bietet Schutz vor irreversiblen Schäden und tödlichen Gefahren

Leistungsstufen zum Schutz vor mechanischen Risiken

Schutzhandschuhe werden zudem mit einer Leistungsstufe gekennzeichnet, die von „x“ wie „ungeprüft“ bis hin zu „5“ für „hoher Schutz“ skaliert ist.

Die Kennzeichnung 4131 auf dem Handschuh dokumentiert beispielsweise:
4 = Abriebfestigkeit
1 = Schnittfestigkeit
3 = Weiterreißfestigkeit
1 = Durchstichfestigkeit

Je höher die Zahl, umso besser ist der Schutz vor Abrieb, Schnitten, Rissen und Durchstechen. Beispielsweise sind Handschuhe der Leistungsstufe 1 beim Abrieb nach etwa 100 Umdrehungen durchgescheuert. Für einen Handschuh der Stufe 4 bei Abrieb braucht es dagegen 8000 Umdrehungen, um ihm etwas anzuhaben.

Piktogramme geben Auskunft über die Schutzfähigkeit des Handschuhs. Häufige  Piktogramme sind: