Waschen, Schneiden, Spülen: Schutz, Reinigung und Pflege der Hände für Küchenpersonal

Quelle: Henrik Gerold Vogel  / pixelio.de

Foto: Henrik Gerold Vogel / pixelio.de

Spülwasser, Fruchtsäuren, Brandblasen und Schnitte – in einer Gastroküche werden die Hände nicht geschont. Intensive Feuchtarbeit und hautschädigende Arbeitsstoffe sind es, die hier die Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzten und Personalvertretungen sowie der Hygienefachkräfte auf den Plan rufen.

Sie haben dafür zu sorgen, dass die starke Beanspruchung nicht zu Hauterkrankungen und Verletzungen führt. Technische und organisatorische Vorkehrungen sind die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen geeignete Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege regelmäßig angewendet werden.

Welche Hausmittel werden in der Küche gebraucht?

Hautschutzmittel

Hautschutzmittel sind vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach der Händereinigung anzuwenden, damit sie wirksam schützen können. In Küchen werden vorwiegend Hautschutzpräparate gegen wasserlösliche Arbeitsstoffe genutzt. Die Beschäftigten sind zu ihrem eigenen Schutz verpflichtet, vorhandene Hautschutzmittel bestimmungsgemäß und regelmäßig zu benutzen.

Hautreinigungsmittel

Für die Händereinigung in Küchen eignen sich in der Regel „Syndets“ (seifenfreie Waschstücke) am besten. Auch wenn sie in einer Küche stets greifbar sind: Keinesfalls dürfen Spül- oder Reinigungsmittel (z.B. Scheuermilch), Scheuerbürsten oder Bimsschwämme verwendet werden. Sie reizen die Haut, zerstören den natürliche Hautschutz, fügen ihr kleine Wunden zu und sind daher nicht nur eine unhygienische Infektionsquelle, sondern auch kontraproduktiv.

Hautpflegemittel

Hautpflegemittel stärken die natürlichen Barrierefunktion der Haut, etwa den Säureschutzmantel und die natürliche Flora der Hautoberfläche. Sie dienen auch der Wiederherstellung einer gesunden Haut. Sie sind somit besonders wichtig, um Hautschäden vorzubeugen, die durch häufige Belastung entstehen können. Hautpflegemittel sollten zu Beginn der Pausen sowie nach Feierabend auf die gereinigten Hände aufgetragen werden. Auch zuhause sollten die durch den Kontakt mit Wasser und hautschädigenden Stoffen gestressten Hände gepflegt werden.

Worauf ist bei der Auswahl geeigneter Hautmittel zu achten?

Die Auswahl der Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege richtet sich nach den Anforderungen im Arbeitsbereich. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsmediziner im Unternehmen sind hier die kompetenten Ansprechpartner.

Diese Herstellerangaben sollten vorliegen, um beurteilen zu können, ob das Produkt den Anforderungen genügt:

  • Zusammensetzung
  • Wirksamkeitsnachweis
  • Nachweis der Unbedenklichkeit bei bestimmungsgemäßer Verwendung
  • Nachweis der Eignung für den Lebensmittelbereich
  • Hinweise zur Haltbarkeit (mindestens 30 Monate oder Angabe eines Verfallsdatums)

 Bedenken Sie auch, dass es Überempfindlichkeiten und Allergien der Mitarbeitern geben könnte, die zu berücksichtigen sind.

Tipp 1

Ein Tipp zur besseren Akzeptanz der Hautmittel: Lassen Sie das Küchenpersonal verschiedene mögliche Produkte testen, bevor Sie sich entscheiden.

Tipp 2

Spender sind nicht nur für Hautreinigungsmittel empfehlenswert, sondern ermöglichen auch für die Hautpflegeprodukte eine hygienische und dosierte Entnahme. Kennzeichnen Sie die Spenderbehälter je nach Inhalt durch Farben und Symbole eindeutig entsprechend der Festlegung im Hautschutzplan, damit Ihren Mitarbeitern die richtige Verwendung leicht gemacht wird. Montieren Sie die Spender überall dort, wo sie gebraucht werden: nahe am Arbeitsplatz, nahe der Pausenräume und dort, wo die Mitarbeiter sich nach Feierabend umkleiden.

Tipp 3

Erstellen Sie einen Hautschutzplan. Er muss speziell auf den Arbeitsbereich Küche zugeschnitten sein und sollte überall aushängen, wo Ihre Mitarbeiter ihre Hände waschen und pflegen. Es ist wichtig, das Küchenpersonal regelmäßig, auch im Rahmen der Mitarbeiterunterweisungen, auf die richtige Verwendung der bereit gestellten Hautmittel und den Hautschutzplan hinzuweisen. Zeigen Sie, wie er praktisch umgesetzt wird und und üben Sie die Umsetzung.

Die häufigsten Fehler sind:

  • falsche Menge an Hautmitteln
  • Hände wurden nicht gründlich gereinigt und abgetrocknet
  • die besonders gefährdeten Hautpartien zwischen den Fingern und an den Fingernägeln werden vergessen