Wie Gesundheit und Sicherheit Ihrem Unternehmen nutzen

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

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Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind längst keine moderne Erfindung mehr. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es entsprechende Gesetze in Deutschland.

Die Technik hat sich seitdem rasant entwickelt und mit dem Komfort und Nutzen moderner Zeiten sind auch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderung für jeden Geschäftsinhaber und Manager gewachsen. Die Sicherheitsstandards sind heute wesentlich höher als vor wenigen Jahrzehnten und weder die Behörden noch die Mitarbeiter und Kunden ignorieren es, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter rücksichtslos Gefahren aussetzt.

Der gesellschaftliche Fortschritt, sich mit Gefahren und Risiken für mehr Arbeitsschutz und Gesundheit zu beschäftigen, hat eine große Bandbreite von Erkenntnissen, Werkzeugen und Technologien hervorgebracht. Sie sorgen dafür, das Unternehmen diese Risiken besser bewältigen können als jemals zuvor – und zugleich haben sie eine zunächst verwirrende Palette von Gesetzen und Ratschlägen hervorgebracht.

Von Ihrem Sicherheitsmanagementsystem wird erwartet, dass es Risiken aktiv identifiziert, steuert und überprüft. Der Gesetzgeber setzt voraus, dass Sie selbst erkennen, wo in Ihrem Unternehmen bestimmte Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfüllt werden müssen.

Und leider genügt es nicht, sich auf den Überlebensinstinkt und die Vernunft des Menschen zu verlassen. Würde das Gespür für Risiken niemals trügen, gäbe es kaum Menschen, die ins Eis einbrechen, bei Rot über die Straße laufen oder verdorbene Lebensmittel essen.

Moderne Erkenntnisse zu den Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz umfassen Management und Führung, juristische Aspekte und Bereiche der Naturwissenschaften Physik, Biologie und Chemie, aber auch Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Ergonomie. Keiner dieser Bereiche ist aus dem Arbeitsschutz wegzudenken.

Für den Unternehmer lassen sich diese Themen durchaus unter dem Schwerpunkt Sicherheit und Geschäftsrisikomanagement zusammenfassen. Denn darunter fallen nicht nur die Finanz-, Markt- und Produktrisiken, sondern auch Risiken, die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt gefährden.

Ein hoher Krankheitsstand, überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Mitarbeiter, die das Gefühl haben, das ihre Gesundheit dem Unternehmen egal ist, sind das eine, was einem Unternehmen zum Verhängnis werden kann. Das andere sind Behörden und weitere Kontrollorgane, die es nicht tolerieren, wenn gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden.

Bei der Beratung von Unternehmen stellen wir oft fest, dass es nicht schwierig ist, zu erkennen, dass Gesundheit und Sicherheit wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Unternehmen unkoordiniert und planlos versucht, dem Thema Gesundheit und Sicherheit Herr zu werden.

Vom Großen ins Kleine

Nicht selten werden dann zunächst kleine und triviale Maßnahmen umgesetzt, die weniger Einfluss haben auf das große Ganze, obwohl es sinnvoller ist, sich zunächst auf die Hauptgeschäftsrisiken zu konzentrieren. Wenn Sie beispielsweise ein Chemiehersteller sind und ihre Mitarbeiter dazu anweisen, die Oberschränke in der Küche immer zu schließen, damit sich niemand den Kopf stößt und Handlauftrainings durchführen, aber gleichzeitig niemand darauf achtet, wie mit hochgiftigen oder explosiven Chemikalien umgegangen wird, haben Sie eindeutig falsche Prioritäten gesetzt.

Wenn uns ein Unternehmen als externe Berater in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zur Hilfe ruft, beginnen wir meistens mit der Ausarbeitung einer Richtlinie. Sie legt fest, welche Ziele erreicht werden sollen und wie die Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden werden sollen. Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung der Sicherheit besteht darin, die Risiken zu erkennen und zu bewerten, die sich aus Ihrem Unternehmen ergeben. Dazu dient die so genannte Gefährdungsbeurteilung. Sie ist die Grundlage für die individuell zu erarbeitenden Maßnahmen.

Sicherheit muss verwaltet und kontrolliert werden – und auch das lässt sich mit der Implementierung eines Managementsystems überschaubar und praktikabel regeln.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen wollen, welche konkreten Vorteile Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen bringen.

Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

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Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.

Handlungshilfe für Betriebs- und Personalräte

Jeder dritte Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Dabei zählen depressive Erkrankungen und Angststörungen zu den häufigsten Krankheitsbildern. Ob es eine tatsächliche Zunahme der Krankheitsfälle gibt oder ob sie lediglich besser und schneller erkannt werden sei dahingestellt.
Tatsache ist: Für Unternehmen wird die psychische Gesundheit zunehmend ein wichtigeres Thema. In der Verantwortung des Arbeitgebers liegt es, dafür zu sorgen, dass Arbeit nicht krank macht – weder körperlich noch psychisch. Dies sollte auch aus eigenem Interesse sein Anliegen sein, denn Arbeitnehmer, die sich wohlfühlen und gerne arbeiten, sind ein auch wirtschaftlich relevanter Gewinn.
Um Betriebs- und Personalräte dabei zu unterstützen, mit psychischen Erkrankungen umzugehen. Die Broschüre wurde von den Beteiligten des Projektes “Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA” entwickelt und der von Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben. Sie liefert Daten und Fakten, zeigt rechtliche Optionen auf, benennt aber auch die Grenze der Zuständigkeit. Wer weiterführende Informationen, Handlungshilfen und Checklisten benötigt, bekommt in der Broschüre nützliche Hinweise.
Download der Broschüre auf der Seite der INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) als PDF (919kB)

Zukunftsmusik in der virtuellen Arbeitsgestaltung

Uta Herbert  / pixelio.de

Foto: Uta Herbert / pixelio.de

Ergonomisch gestalteter Arbeitssysteme, bei denen Technik und Organisation dem Menschen angepasst sind, sind die Zukunft. Daher hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Studie einen detaillierten Ausblick auf künftige Trends und Möglichkeiten dieser rechnergestützten digitalen Modelle bis 2025 gewagt. Sie befasst sich mit der virtuellen Planung wettbewerbsfähiger und sicherer Produkte mit Hilfe von rechnergestützten, digitalen Modellen aus der Ergonomieforschung.

Digitaler Modelle nach menschlichem Vorbild und weiterer Simulationsmodelle sind demnach geeignet, um mithilfe der digitalen Werkzeuge verschiedene Alternativen virtuell durchzuspielen. So lassen sich Gestaltungsdefizite gezielt vermindern und die Qualität der Arbeitsmittel und -prozesse wird nachhaltig erhöht.

In der BAuA-Studie wurden kurz-, mittel- und langfristige Tendenzen und Strategien zur Gestaltung fortschrittlicher Arbeitsplätze erarbeitet, die als Zukunftsradar bis zum Jahr 2025 zu verstehen sind. Dabei berücksichtigt sie vor allem die speziellen Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen. Zur Gewinnung der Daten wurden 60 ausgewiesenen Experten befragt.

Eine der Thesen, die die Experten mittelfristig realisiert sehen: “Um den Analyseaufwand künftig zu verringern, sehen die Experten den klaren Bedarf zur Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit digitaler Ergonomietools, so dass eine eingeschränkte Anwendung auch als „Laie“ möglich wird. Detaillierte Analysen erfolgen weiterhin durch Experten.” Zudem soll es die Modularisierung der am Markt verfügbaren digitalen Ergonomietools Unternehmen ermöglichen, für ihren konkreten Anwendungsfall das erforderliche Werkzeug mit dem jeweils relevanten Funktionsumfang zu vertretbaren Kosten auszuwählen und einzusetzen.

Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen unter der Adresse www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Homepage:

“Digitale Ergonomie 2025. Trends und Strategien zur Gestaltung gebrauchstauglicher Produkte und sicherer, gesunder und wettbewerbsfähiger sozio-technischer Arbeitssysteme”; Sascha Wischniewski; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013; ISBN: 978-3-88261-004-8, 52 Seiten.

Initiative gegen psychische Belastung am Arbeitsplatz

Quelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Politik, Arbeitgeber und die Gewerkschaften haben sich auf ein gemeinsames Grundverständnis zum Umgang mit psychischer Belastung in der Arbeitswelt geeinigt. Stellvertretend unterzeichneten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ( BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Erklärung.

Sie beschreibt die gewachsene Bedeutung der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt und ebenso konkrete Arbeitsmerkmale, die die psychische Gesundheit der Beschäftigten positiv wie negativ beeinflussen können. Zudem werden  Prinzipien und Methoden einer erfolgreichen Arbeitsgestaltung und Prävention benannt, um psychische Belastung zu vermeiden. Letztlich wird auch das gemeinsame Ziel einer erfolgreiche Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter ins Berufsleben formuliert.

In einer Presseerklärung des BMAS sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: “Dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften das wichtige Thema psychischer Arbeitsschutz gemeinsam voranbringen wollen, ist der beste Garant für einen wirksamen Schutz vor den zunehmenden psychischen Gefahren im Arbeitsalltag. Beide wissen exakt, wie es in den Betrieben und Branchen zugeht. Sie sind unmittelbar betroffen, wenn Krankheitstage aufgrund psychischer Belastung zunehmen oder sogar Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer frühzeitig in Rente gehen. Die Sozialpartner sind die besten Verbündeten für einen wirksamen Arbeitsschutz, denn die Konzepte sollen ja nicht nur alltagstauglich sein, sondern auch in den Betrieben gelebt werden.”

In der Erklärung  werden die erheblichen Konsequenzen psychischer Erkrankungen aus unternehmerischer sowie volkswirtschaftlicher Sicht genau benannt: “Psychische Erkrankungen mindern das  Leistungsvermögen der betroffenen Beschäftigten, verursachen inzwischen etwa 13 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage und stellen mittlerweile die häufigste Frühverrentungsursache dar. Auch der volkswirtschaftliche Schaden ist immens: Auf knapp 29 Milliarden Euro schätzt das Statistische Bundesamt nach letzten Zahlen die Krankheitskosten von psychischen Erkrankungen.”

Als psychisch belastend werden von den Arbeitnehmern insbesondere Arbeitsverdichtung, Termin- und Leistungsdruck, häufige Störungen oder ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge genannt. In der gemeinsamen Erklärung ist man sich daher einig, dass es notwendig sei, diese arbeitsbedingten Belastungen frühzeitig zu erkennen, um so psychische Erkrankungen und lange Fehlzeiten als Folge zu vermeiden. In der Erklärung heißt es: “Daher ist es wichtig, das Wissen über mögliche Gefährdungen, deren Vermeidung und die damit verbundenen gesetzlichen Pflichten in die Unternehmen und die öffentliche Verwaltung zu bringen.”

Zehn Aspekte für eine erfolgreiche Arbeitsgestaltung, Prävention und Wiedereingliederung wurden herausgearbeitet. Zusammengefasst lassen sie sich etwa so verstehen:

  1. Arbeit kann statt zu stabilisieren auch belastend wirken. Die Belastungen können zu einem Risikofaktor für die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten werden.
  2. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen ein unmittelbares Anliegen in den oberen Etagen von Unternehmen und Verwaltungen sein.
  3. Psychische Belastung und ihre möglichen negativen Folgen sind beim Arbeitsschutz ebenso ernst zu nehmen wie physische Belastung.
  4. Die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung ist geeignet, um herauszufinden, wodurch die physischen und psychischen Gesundheit der Beschäftigten gefährdet sein kann, und um daraus Schutzmaßnahmen abzuleiten.
  5. Vorteilhaft ist, die Gefährdungsbeurteilung als einen strukturierten Prozess anzulegen, an dem die Beschäftigten und ihren Vertretungen beteiligt sind.
  6. Wünschenswert ist es, bei der Gefährdungsbeurteilung Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit eng einzubinden.
  7. Zur Erfassung belastender Arbeitsmerkmale eignen sich verschiedene Verfahren wie beispielsweise Arbeitsplatzbeobachtungen, Befragungen von Mitarbeitern oder moderierte Verfahren. Zusätzlich können Beschwerden von Beschäftigten, hohe Fehlzeiten, häufige Fluktuation oder Konflikte zwischen den Beschäftigten wichtige Hinweise geben.
  8. Die freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung oder ein umfassendes Gesundheitsmanagements sind ebenfalls geeignet.
  9. Für kleine und mittlere Betriebe ist die regionale Vernetzung mit anderen Unternehmen nützlich, um beispielsweise von Erfahrungen und gemeinsam genutzten Dienstleistungen zu profitieren.
  10.  Das Engagement der Betriebe allein reicht nicht aus, um psychischen Erkrankungen und dadurch verursachten Frühverrentungen entgegenzuwirken. Deshalb werden Sozialpartner wie Familien-, Schulden- und Sozialberatungsstellen mit in die Erklärung einbezogen.

Die Unterzeichner der Erklärung empfehlen letztendlich allen Arbeitgebern, aber auch den Vertretern der Beschäftigten sowie den übrigen betrieblichen Akteuren, die Orientierung an der “Leitlinie Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz” der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. Zum einen gebe sie Orientierung, um den gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsschutzes zu entsprechen, zum anderen biete sie konkrete Ansatzpunkte für eine systematische betriebliche Prävention.

Schutz für Hände und Lebensmittel

Quelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Zum Schutz der Hände von Küchenpersonal sind vor allem flüssigkeitsdichte Handschuhe wichtig. Sie kommen immer da zum Einsatz, wenn hautschädigende Substanzen benutzt werden, etwa bei Reinigungs- oder Desinfektionsarbeiten, aber auch als Hygienehandschuhe im Umgang mit Lebensmitteln.

Doch der Preis für das längere Tragen dieser Handschuhe ist hoch, denn sie können Erkrankungen der Haut auslösen oder verstärken, etwa Pilzerkrankungen, Ekzeme, Schrunden, Juckreiz und trockene Stellen.

Deswegen wird in einigen Betrieben bereits auf Hygienehandschuhe im Servicebereich verzichtet, um Hautkrankheiten nicht zu fördern. Oftmals werden sie nur noch eingesetzt, wenn auf andere Art kein ausreichender Schutz aufgebaut werden kann oder wenn aus Gründen der Lebensmittelhygiene keine Alternativen erlaubt sind.

Wann welche Schutzhandschuhe – flüssigkeitsdichte, Hygienehandschuhe oder Handschuhe als Schutz gegen mechanische, bzw. thermische Gefahren – zu tragen sind und wann andere Maßnahmen ausreichen, sollte in einem Handschuhplan in der Küche für alle ersichtlich sein – das hilft, die Regelungen, die zusätzlich regelmäßig in der Mitarbeiterunterweisung zur Sprache kommen sollten, sichtbar zu machen.

Geeignete Schutzhandschuhe

Welche flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhe geeignet sind, richtet sich nach den hautschädigenden Arbeitsstoffe wie beispielsweise den Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsärzte sind wichtige Ansprechpartner bei der Wahl der Schutzhandschuhe.

Folgende Eigenschaften sollten die Handschuhe aufweisen:

  • Beständigkeit gegen die verwendeten hautschädigenden Arbeitsstoffe
  • ausreichende Reißfestigkeit
  • ausreichend lange Stulpen (entsprechend der zu verrichtenden Tätigkeit)
  • baumwollbeschichtete Innenfläche
  • guter Tragekomfort

Nicht geeignet bei der Arbeit mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind Einmalhandschuhe aus dünnwandigem Material. Handschuhe, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen die Herstellerangabe „für den Lebensmittelbereich geeignet“ oder das Piktogramm „Weinglas und Gabel“  aufweisen.

Mitarbeiter nicht übergehen

Der Tragekomfort ist außerordentlich wichtig. Passen die Schutzhandschuhe nicht richtig oder treten Probleme beim Handling auf, sinkt die Bereitschaft der Mitarbeiter, sie zu tragen und sie empfinden die Vorschrift als Quälerei.

Deswegen sollten die Mitarbeiter schon bei der Auswahl der Schutzhandschuhe eingebunden werden und einige Modelle zur Probe ausprobieren und bewerten dürfen.

Dies ist auch wichtig, da Schutzhandschuhe aus dehnbarem Kunststoff (Elastomere) allergieauslösende Substanden enthalten können. Bestehen bei Mitarbeitern Allergien und Überempfindlichkeiten gegen diese Stoffe, gilt es alternative Schutzhandschuhe zu finden.

Tipp:

In der Handschuhliste, erstellt von der Baugenossenschaft der Bauwirtschaft, werden sortiert nach dem Handschuhfabrikat die Handschuhmaterialien und die enthaltenen Allergene angegeben.

Wichtig für das Küchenpersonal:

  • Handschuhe nur laut Handschuhplan für die konkret hautgefährdende Tätigkeit verwenden
  • Handschuhe nur so lange tragen wie notwendig
  • nicht die Handschuhe mit anderen Mitarbeitern abwechselnd tragen
  • vor dem Anziehen der Handschuhe die Hände gründlich trocknen
  • möglichst dünne, waschbare Baumwollhandschuhe unterziehen, die regelmäßig gewechselt werden
  • bei Arbeiten über Schulterhöhe Stulpen umklappen
  • bei Beschädigung oder Undichtigkeit: sofort Handschuhe austauschen
  • wiederverwendbarer Schutzhandschuhe nach der Benutzung innen (!) abtrocknen
  • wiederverwendbarer Handschuhe entsprechend den Herstellerangaben reinigen und pflegen

Wichtig für das Unternehmen

  • regelmäßige das Küchenpersonals über die Schutzwirkung geeigneter Handschuhe sowie die Hautschädigung durch lange Tragezeiten oder ungeeignete Handschuhe informieren
  • geeignete Schutzhandschuhe und waschbare dünne Baumwollhandschuhe an allen Arbeitsplätzen in verschiedenen Größen und ausreichender Anzahl bereitstellen
  • das Austauschen erleichtern
  • Vorgesetzte sollten vorbildliches Verhalten zeigen
  • Beschäftigten loben, wenn Schutzhandschuhe richtig verwendet werden
  • Fehlverhalten bei der Verwendung von Handschuhen konsequente Unterbinden

Hier finden Sie ein Beispiel für einen Hautschutzplan für die Küche als kostenlosen Download (PDF, 50 KB):

Hautschutzplan für die Küche

Handschuhplan schafft Durchblick

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Handschuhplan macht es für die Mitarbeiter leichter, sich für die richtige Handschuhart zu entscheiden, die ihrer Tätigkeit entspricht.

Für den Unternehmer bietet er zudem den Vorteil, dass er seiner Dokumentationspflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz nachkommt und einen wichtigen Schritt zu mehr  Sicherheit am Arbeitsplatz getan hat. Zudem ermöglicht eine Analyse der benötigten Handschuharten, die Auswahl geeigneter Modelle und die Bereitstellung von Handschuhen, die Sicherheit und Tragekomfort bieten, wirtschaftliche Vorteil.  Sie liegen unter anderem darin, dass weniger Handschuhe vorzeitig in den Abfall wandern, wenn sie geeignet für die Tätigkeit sind und nicht vorzeitig verschleißen, zum anderen verringern geeignete Handschuhe die Unfall- und Krankenzahlen. Denn: neben Kontaktallergien nehmen Hand- und Handgelenksverletzungen den Spitzenplatz bei den meldepflichtigen Unfällen mit einer Ausfallzeit von mindestens drei Tagen ein.

Vor Aufstellen eines Handschuhplans ist eine Risiko-Gefahren-Analyse in den betroffenen Arbeitsbereichen notwendig. Bei der Gefährdungsbeurteilung geht es darum, eventuelle gesundheitliche Gefahren zu finden, zu bewerten und ihnen durch entsprechende Handschuhmodelle entgegen zu wirken.

 

Motivation gegen den Leichtsinn

Quelle: Fluke  / pixelio.de

Foto: Fluke / pixelio.de

Nicht selten zeigt sich nach einem Arbeitsunfall: Der Verunfallte kannte die Gefahr und hat den Unfall durch Fehlverhalten selbst verursacht. Wider besseres Wissen wurde das Risiko in Kauf genommen, dass etwas passiert.

Als Sicherheitsfachkraft sollte man sich immer klar machen, dass es diese Risikofreude gibt und welche Gründe es dafür gibt – damit man ihnen entgegenwirken kann.

Sicherheitsfalle 1: Routine

Jedes Tun geht mit einer persönlichen Einschätzung einher, bei der unbewusst bewertet wird, ob eine Situation gefährlich werden kann oder nicht. Dabei spielen persönliche Erfahrungen eine große Rolle. Wo bisher nie etwas passiert ist, sinkt Bewusstsein für die Gefahr und das Risiko, das eingegangen wird, wird höher.

Ob sich ein Mitarbeiter so verhält, wie es die Sicherheitsvorgaben vorschreiben oder ob er sicherheitswidrig handelt, hängt davon ab, wie hoch er das Risikopotenzial einschätzt und welches Risiko er bereit ist einzugehen. Letzteres ist ein hochgradig persönliches Maß, das zum einen vom Charakter abhängt, aber auch von der aktuellen Gefühlslage. Wer beispielsweise Wut oder Stress empfindet, schätzt Gefahren eher niedriger ein als realistisch wäre.

Untersuchungen zeigen: Jeder zweite Unfall geschieht, weil der Verunglückte das Gefahrenpotenzial unterschätzt hat. Ein Folge der Routine, die sich einem einfachen Beispiel zeigt. So ist Stolpern, Rutschen und Stürzen eine recht häufige Unfallfolge, da das Risikopotenzial beim Gehen durch die tägliche Routine kaum noch wahrgenommen wird. Die Folge: Unachtsamkeit und Ablenkung (etwa durch das Handy und Nachrichtenschreiben). Bei Tätigkeiten dagegen, die ein sehr hohes Risikopotenzial aufweisen, das im Bewusstsein präsent ist, passieren weniger häufig Unfälle, weil die Sinne geschärft sind und der Mitarbeiter konzentriert.

Das zeigt, wie wichtig es ist, sowohl auf die großen und sichtbaren Gefahren hinzuweisen wie auch auf die kleinen Gefährdungen.

Sicherheitsfalle 2: Trügerische Erfahrungen

Die Entscheidung, ob eine Situation risikoreich ist oder nicht und ob man besser auf Nummer Sicher gehen sollte, hängt von mehreren Faktoren ab.

  •  Wie wird das Gefährdungspotenzial eingeschätzt?

Erscheint die Situation ungefährlich, wird weniger Wert auf Sicherheit gelegt.

  •  Lohnt sich ein Fehlverhalten?

Wird der Nutzen des Fehlverhaltens – etwa die Zeitersparnis oder weniger Aufwand – höher bewertet als die aus dem Verhalten resultierenden Folgen, fällt die Entscheidung oft gegen die Sicherheit.

  •  Habe ich Folgen zu befürchten?

Wenn sicherheitswidriges Verhalten mehrfach folgenlos bleibt, wird es weiterhin wiederholt und schließlich zur Gewohnheit, über nicht weiter nachgedacht wird.

  •  Reflektiere ich, was ich tue?

Gewohnheiten, Routinen und unbewusste Risiken benötigen Reflexion. Wer über sein Tun nachdenkt, bemerkt unter Umständen, dass er die Risiken höher bewerten muss als er es bisher getan hat.

  •  Muss ich mit Strafen rechnen?

Folgt auf das Fehlverhalten eine Strafe, sei es arbeitsrechtlicher Art, durch eine deutliche Ermahnung vom Vorgesetzten oder im extremsten Fall durch einen Unfall, wird es in den meisten Fällen überdacht und geändert.

Menschen experimentieren also mit ihrem Verhalten und testen so Risiken aus. Es folgt immer eine Abwägung zwischen Gefahrenpotenzial und Nutzen. Für Vorgesetzte und Sicherheitskräfte gibt das einen wichtigen Ansatzpunkt: Es gilt, den Nutzen von sicherem Verhalten deutlich und die Risiken sichtbar zu machen – mit dem Ziel, dass sichere verhalten erstrebenswerter für den Mitarbeiter werden zu lassen.

Das Abwägen des Risikos folgt zudem zwei Gesetzmäßigkeiten, unabhängig von persönlichen Erfahrungen:

Bekannte und vertraute Gefahren werden unterschätzt, unbekannte Gefahren überschätzt. Das wird deutlich am Beispiel Vogel- oder Schweinegrippe auf der einen Seite und den Fällen schwerer grippaler Infekte auf der anderen Seite.

Risiken, die man durch eigenes Handeln beeinflussen kann, werden unterschätzt, Risiken, denen man ausgeliefert ist oder sich ausgeliefert fühlt, werden überschätzt. Das lässt sich verdeutlichen, wenn man vergleicht, wie es sich anfühlt, Beifahrer eines riskanten Fahrers zu sein und wie man sich selbst verhält, wenn man selbst aus der Eile heraus Gas gibt.

Eine Möglichkeit, diesen Phänomenen entgegen zu wirken ist die Aufklärung: Klären Sie über Unfallzahlen und Unfallursachen auf, erläutern Sie, welche Unfälle im Betrieb häufig vorkommen und welche weniger oft, welche Folgen sie haben und welche Ursachen dahinter stecken. Nur das hilft, die Risiken realistisch einzuschätzen und Gefahren weder zu bagatellisieren noch hochzuspielen.

Weitere Tipps:

  • Sorgen Sie bei der persönlichen Schutzausrüstung nicht nur für hohe Funktionalität, sondern auch für möglichst hohen Tragekomfort und möglichst auch gute Optik. Das erhöht die Bereitschaft, die Ausrüstung auch zu nutzen.
  • Geben Sie den Mitarbeitern genügend Zeit, um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen auch in die Arbeitsabläufe zu integrieren. Wer stets unter Zeitdruck ist, neigt dazu, fahrlässig zu handeln auf Kosten der Sicherheit.
  • Das Unternehmen und die Vorgesetzten müssen selbst das beste Vorbild sein und Arbeitsschutzstandards eine hohe Priorität beimessen. Dazu gehört zum einen, dass Verstöße weder toleriert noch durch Vorgaben wie etwa einen zu engen Zeitplan gefördert werden. Zum andern gehört dazu aber auch, die Mitarbeiter für vorbildliches Verhalten zu loben und ihnen für ihre Sicherheitsbewusstsein Wertschätzung entgegen zu bringen. Als drittes gehören dazu im gewissen Maße auch Investitionen wie in ergonomische Arbeitsmittel und betriebliche Gesundheitsvorsorge.
  • Werden Vorgaben zu Sicherheitsvorkehrungen trotz allem weiterhin von einigen Unbelehrbaren missachtet, helfen nur Sanktionen. Informieren Sie den Vorgesetzten, denn er ist verpflichtet, das Einhalten der Vorschriften zu kontrollieren und durchzusetzen. Das kann er durch eine mündliche Ermahnung tun, durch eine disziplinarische Maßnahme wie etwa eine Abmahnung und schlimmstenfalls die Versetzung oder Kündigung da der Mitarbeiter gegen § 15 der BGV A1 verstoßen hat.

 

Waschen, Schneiden, Spülen: Schutz, Reinigung und Pflege der Hände für Küchenpersonal

Quelle: Henrik Gerold Vogel  / pixelio.de

Foto: Henrik Gerold Vogel / pixelio.de

Spülwasser, Fruchtsäuren, Brandblasen und Schnitte – in einer Gastroküche werden die Hände nicht geschont. Intensive Feuchtarbeit und hautschädigende Arbeitsstoffe sind es, die hier die Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzten und Personalvertretungen sowie der Hygienefachkräfte auf den Plan rufen.

Sie haben dafür zu sorgen, dass die starke Beanspruchung nicht zu Hauterkrankungen und Verletzungen führt. Technische und organisatorische Vorkehrungen sind die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen geeignete Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege regelmäßig angewendet werden.

Welche Hausmittel werden in der Küche gebraucht?

Hautschutzmittel

Hautschutzmittel sind vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach der Händereinigung anzuwenden, damit sie wirksam schützen können. In Küchen werden vorwiegend Hautschutzpräparate gegen wasserlösliche Arbeitsstoffe genutzt. Die Beschäftigten sind zu ihrem eigenen Schutz verpflichtet, vorhandene Hautschutzmittel bestimmungsgemäß und regelmäßig zu benutzen.

Hautreinigungsmittel

Für die Händereinigung in Küchen eignen sich in der Regel „Syndets“ (seifenfreie Waschstücke) am besten. Auch wenn sie in einer Küche stets greifbar sind: Keinesfalls dürfen Spül- oder Reinigungsmittel (z.B. Scheuermilch), Scheuerbürsten oder Bimsschwämme verwendet werden. Sie reizen die Haut, zerstören den natürliche Hautschutz, fügen ihr kleine Wunden zu und sind daher nicht nur eine unhygienische Infektionsquelle, sondern auch kontraproduktiv.

Hautpflegemittel

Hautpflegemittel stärken die natürlichen Barrierefunktion der Haut, etwa den Säureschutzmantel und die natürliche Flora der Hautoberfläche. Sie dienen auch der Wiederherstellung einer gesunden Haut. Sie sind somit besonders wichtig, um Hautschäden vorzubeugen, die durch häufige Belastung entstehen können. Hautpflegemittel sollten zu Beginn der Pausen sowie nach Feierabend auf die gereinigten Hände aufgetragen werden. Auch zuhause sollten die durch den Kontakt mit Wasser und hautschädigenden Stoffen gestressten Hände gepflegt werden.

Worauf ist bei der Auswahl geeigneter Hautmittel zu achten?

Die Auswahl der Mittel für den Hautschutz, die Hautreinigung und Hautpflege richtet sich nach den Anforderungen im Arbeitsbereich. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsmediziner im Unternehmen sind hier die kompetenten Ansprechpartner.

Diese Herstellerangaben sollten vorliegen, um beurteilen zu können, ob das Produkt den Anforderungen genügt:

  • Zusammensetzung
  • Wirksamkeitsnachweis
  • Nachweis der Unbedenklichkeit bei bestimmungsgemäßer Verwendung
  • Nachweis der Eignung für den Lebensmittelbereich
  • Hinweise zur Haltbarkeit (mindestens 30 Monate oder Angabe eines Verfallsdatums)

 Bedenken Sie auch, dass es Überempfindlichkeiten und Allergien der Mitarbeitern geben könnte, die zu berücksichtigen sind.

Tipp 1

Ein Tipp zur besseren Akzeptanz der Hautmittel: Lassen Sie das Küchenpersonal verschiedene mögliche Produkte testen, bevor Sie sich entscheiden.

Tipp 2

Spender sind nicht nur für Hautreinigungsmittel empfehlenswert, sondern ermöglichen auch für die Hautpflegeprodukte eine hygienische und dosierte Entnahme. Kennzeichnen Sie die Spenderbehälter je nach Inhalt durch Farben und Symbole eindeutig entsprechend der Festlegung im Hautschutzplan, damit Ihren Mitarbeitern die richtige Verwendung leicht gemacht wird. Montieren Sie die Spender überall dort, wo sie gebraucht werden: nahe am Arbeitsplatz, nahe der Pausenräume und dort, wo die Mitarbeiter sich nach Feierabend umkleiden.

Tipp 3

Erstellen Sie einen Hautschutzplan. Er muss speziell auf den Arbeitsbereich Küche zugeschnitten sein und sollte überall aushängen, wo Ihre Mitarbeiter ihre Hände waschen und pflegen. Es ist wichtig, das Küchenpersonal regelmäßig, auch im Rahmen der Mitarbeiterunterweisungen, auf die richtige Verwendung der bereit gestellten Hautmittel und den Hautschutzplan hinzuweisen. Zeigen Sie, wie er praktisch umgesetzt wird und und üben Sie die Umsetzung.

Die häufigsten Fehler sind:

  • falsche Menge an Hautmitteln
  • Hände wurden nicht gründlich gereinigt und abgetrocknet
  • die besonders gefährdeten Hautpartien zwischen den Fingern und an den Fingernägeln werden vergessen

Handfester Schutz

Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehören in vielen Berufen die Handschuhe zum festen Inventar. Wie bei allen Teilen der persönlichen Schutzausrüstung – beispielsweise Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz, Helm, Warnkleidung oder Schutzkleidung gegen Hitze, Regen oder Wettereinflüsse – ist der Unternehmer verpflichtet, sie kostenfrei dem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen und ihn entsprechend zu unterweisen. Der Mitarbeiter ist andererseits dazu verpflichtet, die vorgeschriebene Schutzausrüstung zu benutzen und zu pflegen.
An Schutzhandschuhe werden je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Anforderungen gestellt. Sie sollen die Hände vor Schädigungen durch äußere Einwirkungen schützen, beispielsweise  mechanischer Art (Stiche, Schnitte, Schläge, Abschürfungen, Vibrationen),  thermische Art (Hitze, Kälte, Schweißspritzer), Gefährdungen durch Strahlung (UV-Strahlung, Wärmestrahlung, Laserstrahlung, ionisierende Strahlung), chemische Gefährdungen (Verätzung, Reizung, Vergiftung), biologische Gefährdungen (Infektionen) oder elektrischer Gefährdungen. Andererseits ist es wichtig, dass Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen durch die Handschuhe nicht so eingeschränkt werden, dass neue Gefahrenquellen entstehen. Die Balance und das richtige Produkt zu finden, ist daher oftmals nicht leicht.

Kennzeichnungen auf Schutzhandschuhen
Die Normvorgabe für Schutzhandschuhe sieht vor, dass deutlich erkennbar und dauerhaft lesbar folgende Angaben auf ihnen zu finden sein müssen:

  • Name oder Kennzeichnung des Herstellers oder Lieferanten
  • Typenangabe oder Modellbezeichnung
  • Größenangabe

PSA-Kategorien für Schutzhandschuhe
Darüber hinaus werden Schutzhandschuhe mit entsprechenden Piktogrammen versehen und in drei PSA-Kategorien unterteilt:

  • Kategorie 1 (Cat. I): geringe Risiken, erfüllt nur geringe Schutzanforderungen. geeignet beispielsweise als Garten- oder Spülhandschuh
  • Kategorie 2 (Cat. II): mittlere Risiken, bietet beispielsweise Schutz vor mechanischen Gefährdungen
  • Kategorie 3 (Cat. III): hohe Risiken, bietet Schutz vor irreversiblen Schäden und tödlichen Gefahren

Leistungsstufen zum Schutz vor mechanischen Risiken

Schutzhandschuhe werden zudem mit einer Leistungsstufe gekennzeichnet, die von „x“ wie „ungeprüft“ bis hin zu „5“ für „hoher Schutz“ skaliert ist.

Die Kennzeichnung 4131 auf dem Handschuh dokumentiert beispielsweise:
4 = Abriebfestigkeit
1 = Schnittfestigkeit
3 = Weiterreißfestigkeit
1 = Durchstichfestigkeit

Je höher die Zahl, umso besser ist der Schutz vor Abrieb, Schnitten, Rissen und Durchstechen. Beispielsweise sind Handschuhe der Leistungsstufe 1 beim Abrieb nach etwa 100 Umdrehungen durchgescheuert. Für einen Handschuh der Stufe 4 bei Abrieb braucht es dagegen 8000 Umdrehungen, um ihm etwas anzuhaben.

Piktogramme geben Auskunft über die Schutzfähigkeit des Handschuhs. Häufige  Piktogramme sind: