Präventionskampagne für den gesunden Rücken

Quelle: Stephan Floß/DGUV / UV-Träger/Präventionskampagne Dein Rücken

Foto: Stephan Floß/DGUV / UV-Träger/Präventionskampagne Dein Rücken

“Denk an mich. Dein Rücken” – das ist das Motto aktuellen Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Knappschaft. Das Ziel der Kampagne: Rückenbelastungen bei der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit verringern.
In den kommenden drei Jahren können Betriebe und Versicherte Informationen und Beratung zum Thema abrufen.
Zum Alltag vieler Beschäftigter gehören Rückenbelastungen, etwa in der Produktion, am Bau, aber auch in Dienstleistungsberufen wie der Pflege. Das Bewegen schwerer Lasten, die Arbeit in Zwangshaltungen und ständig wiederkehrende Bewegungsabläufe belasten das Muskel-Skelett-System – im schlimmsten Fall bis hin zu spürbaren und schmerzhaften Folgen. Aber nicht nur diese Überforderung, auch die Unterforderung kann negative Folgen haben. Mangelnde Bewegung, das dauernde Sitzen im Büro, in der Schule und in der Freizeit führt dazu, dass die Rückenmuskulatur nicht mehr genug gefordert wird, so dass sie geschwächt ist.
Nach wie vor gibt es daher eine hohe Zahl der Rückenerkrankungen und die damit verbundenen Krankheitskosten und Produktionsausfälle. Vor diesem Hintergrund vermittelt die Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ das nötige Wissen, um die Balance zwischen Be- und Entlastung des Rückens zu finden.

Kampagne informiert über Möglichkeiten für Arbeitgeber

Die Arbeitgeber haben eine Reihe von Möglichkeiten, die Belastung ihrer Beschäftigten zu verringern, betonen die Organisatoren der Kampagne: Sie können Arbeitsplätze ergonomisch gestalten oder eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, die körperliche und psychische Belastungen für den Rücken berücksichtigt und anschließend die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Das verbessere nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern es lohne sich auch für den Arbeitgeber: Verschiedene Studien zeigen, dass sich Investitionen in die betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung positiv auswirken.

Tipps für den gesunden Rücken

Die Träger der Präventionskampagne “Denk an mich. Dein Rücken” haben für die Mitarbeiter konkrete Tipps, um den Rücken fit zu halten und vor Schäden zu schützen.

  • Hilfsmittel verwenden: Immer, wenn es möglich ist, Hilfsmittel wie Hebehilfen, Tragegurte, Tischwagen oder Hubkarren zum Transportieren schwerer Lasten verwenden.
  • Schwere Lasten vermeiden: Die eigene Kraft nicht überschätzen und Lasten lieber aufteilen und in mehreren Teilen transportieren. Nicht teilbare schwere Lasten zu zweit tragen.

Ergonomische Körperhaltung beachten:

  • Beim Heben von schweren Lasten: Befindet sich die Last auf dem Boden, mit geradem Rücken von vorn möglichst dicht an die Last herantreten, beim Bücken das Gesäß nach hinten schieben und die Knie nicht weiter als 90 Grad beugen. Die Last nicht ruckartig, sondern mit gleichem Tempo durch Streckung der Hüft- und Kniegelenke körpernah anheben. Beim Anheben, Umsetzen und Absetzen von Lasten die Wirbelsäule nicht verdrehen; Richtungsänderungen durch Umsetzen der Füße mit dem ganzen Körper vornehmen.
  • Beim Tragen von Lasten: Eine aufrechte Körperhaltung einnehmen und nicht ins Hohlkreuz fallen und die Last so dicht wie möglich am Körper tragen. Beide Körperseiten gleichmäßig belasten und nach Möglichkeit Hilfsmittel wie Sackkarre, Schubkarren oder Tragegurte verwenden.
  • Körperliche Fitness: Die körperliche Verfassung spielt eine große Rolle bei der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Regelmäßige Bewegung wie Gymnastik und Dehnübungen sowie Spaziergänge helfen, den Körper fit zu halten. Nicht zuletzt kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung die eigene Gesundheit unterstützen.

In der Präventionskampagne “Denk an mich. Dein Rücken” arbeiten die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und die Knappschaft zusammen.
Mehr zu den Hintergründen der Kampagne gibt es unter der Webseite www.deinruecken.de . Dort stehen unter anderem viele Hinweise für die rückengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, Broschüren für verschiedene Zielgruppen, Hintergrundinformationen und Fakten zur Kampagne sowie die Plakatmotive bereit.

Dicke Luft am Arbeitsplatz

Quelle: Benjamin Thorn  / pixelio.de

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

Zum 1. Mai 2013 haben sich die Nichtraucher-Schutzgesetze verschärft: Es gilt absolutes Rauchverbot in nordrhein-westfälischen Restaurants, Bars, Kneipen und anderen Gaststätten. NRW ist damit das einzige Bundesland neben Bayern und dem Saarland, das ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie vorsieht. Auch in allen Einrichtungen des Bundes (Behörden, Dienststellen, Gerichten, bundesmittelbare Körperschaften, Anstalten und Stiftungen) und in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs (einschließlich Taxis und auf Bahnhöfen) gilt das Rauchverbot. Das Rauchverbot für die öffentlichen Einrichtungen der Länder, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Gaststätten wird auf Länderebene unterschiedlich durchgesetzt.

Insgesamt muss man allerdings sagen: Zum Schutz der Arbeitnehmer, die sich in öffentlichen Einrichtung und der Gastronomie dem Tabakrauch bisher aussetzen mussten, kann es nur ein absolutes Rauchverbot geben.

Denn Tabakkonsum ist Risikofaktor für sechs der acht Haupttodesursachen. Und nicht nur, wer selbst raucht, lebt gefährlich: Auch die Zahl der Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben, liegt bei etwa zehn pro Tag, schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Passivrauchen hat  - wenn auch etwas vermindert – die gleichen gesundheitsschädlichen Folgen wie aktives Rauchen: Es erhöht das Risiko für Lungenkrebs und Herzkreislauferkrankungen, verstärkt Asthmaanfälle und Reizungen der Atemwege, es erhöht die Wahrscheinlichkeit für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Typ 2 Diabetes und Brustkrebs bei Frauen.

Das Risiko, an koronaren Herzkrankheiten oder an Lungenkrebs  zu erkranken, erhöht sich zwischen 20 und 30 Prozent, wenn man zuhause oder am Arbeitsplatz Zigaretten- oder Zigarrenrauch ausgesetzt ist.

Mindestens 90 der insgesamt 4800 Substanzen im Tabakrauch Krebs erzeugend  oder möglicherweise Krebs erzeugend, weswegen Tabakrauch in der Raumluft in die höchste Gefahrenstufe der Krebs erzeugenden Arbeitsstoffe eingestuft wurde. Die Konzentration dieser Stoffe ist im Nebenstromrauch sogar noch höher als im Hauptstrom, der vom Raucher inhaliert wird.

Selbst noch zwei Stunden, nachdem geraucht wurde, befinden sich in der Raumluft 50 % der anfänglichen Stickoxide und Rauchpartikel – wenn nicht gründlich und mehrere Minuten mit offenem Fenster gelüftet wurde. Das macht selbst den Aufenthalt in Raucherräumen brisant, wenn dort nicht aktuell geraucht wird.

Für Unternehmer sollte die Gesundheit der Mitarbeiter Grund genug sein, um auf rauchfreie Arbeitsplätze zu setzen und so den Krankenstand zu verringern. Die Fehlzeiten durch Atemwegserkrankungen  sollten dadurch merklich zurückgehen. Die Rücksichtnahme auf Nichtraucher hat zudem einen Vorbildcharakter und setzt positive Signale. Nicht zuletzt lassen sich durch das Rauchverbot auch Reinigungs- und Renovierungskosten senken.

Wichtiger ist allerdings, dass Arbeitnehmer ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben und sich zuerst an den Betriebsrat oder später an die zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden können, wenn dieses Schutzrecht nicht erfüllt wird. In diesem Fall kann die Behörde eine Frist setzen, innerhalb der der Arbeitgeber Maßnahmen treffen muss, um seiner Schutzpflicht nachzukommen.

Mögliche Maßnahmen für die praktische Umsetzung des Nichtraucherschutzes sind beispielsweise:

  • arbeitsvertragliche Betriebs-/Dienstvereinbarungen zum Nichtrauchen abschließen
  • Rauchen nur in ausgewiesenen Außenbereichen erlauben
  • Rauchpausen nicht als Arbeitszeit anerkennen
  • Informationsbroschüren auslegen, Informationsveranstaltungen anbieten
  • kein Verkauf von Tabak auf dem Betriebsgelände
  • Entwöhnungsprogramme werden im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten

 

 

 

Rückenfreundliche Sonderausstellung der DASA

Ausstellungsmacherin Nancy Drechler mit einem rückenfreundlichen Besen. Quelle: DASA

Ausstellungsmacherin Nancy Drechler mit einem rückenfreundlichen Besen. Quelle: DASA

Die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund widmet dem Rücken eine Sonderausstellung. Unter dem Titel “Back to Balance” führt sie den Besuchern bis zum 26. Mai 2013 das komplexe Zusammenspiel von Wirbeln, Muskeln und Nerven vor Augen. Ob und wie die zur Volkskrankheit erklärten Rückenleiden mit der Arbeit oder der Evolution zusammenhängen, woher die Schmerzen kommen, was eigentlich weh tut und wie man es am besten gar nicht erst soweit kommen lässt, erklärt die interaktiv angelegte und rund 300 Quadratmeter große Schau.
Zu sehen sind auch viele ungewöhnliche Objekte, die dem Rücken die Arbeit erleichtern. Die Ausstellung zeigt zudem Risiken in ausgewählten Berufszweigen und im Alltag auf und durchdenkt Lösungsansätze.

Als Arbeitswelt Ausstellung legt die DASA einen Schwerpunkt auf die Belastungen bei Büroarbeit, Berufskraftfahrern und in der Pflege. In diesem Zusammenhang geht es auch um Arbeitserleichterungen. So kann das Publikum auf zwei LKW-Sitzen Platz nehmen und nach der Sitzprobe entscheiden, welcher Sitz sich rückenfreundlich anfühlt.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und als Wanderausstellung konzipiert worden. Ein Rahmenprogramm mit Familientagen und Vorträgen ergänzt die Schau.

Laufzeit
ab sofort bis 26. Mai 2013

Ort
DASA Arbeitswelt Ausstellung
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund

Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 9.00 – 17.00 Uhr
Samstag und Sonn- und Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr

Informationen:
Besucherservice: 0231 9071 2645
besucherdienst-dasa@baua.bund.de
www.dasa-dortmund.de

Whitepaper: Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit

Unter dem Titel “Sicherheit, die sich lohnt” bietet die HIRAcon Unternehmensgruppe ein informatives Whitepaper zum kostenlosen Download an.

Als elfseitige Informationsschrift befasst es sich mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Gesundheit und Sicherheit in kleine und mittleren Betrieben.

Ein Weg, um die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, ist die Stärkung von Gesundheit und Sicherheit. Wer diese Aspekte fördert, verbessert die Qualität der Arbeit, denn er tut etwas für die körperliche und seelische Unversehrtheit seiner Mitarbeiter. Er bringt damit aktiv etwas ein, um im regionalen, nationalen oder globalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben.

Als Experten im Arbeitsschutz mit mehr als 15 Jahren Erfahrung wollen wir uns auf den folgenden Seiten vor allem dem Thema widmen, welche wirtschaftliche Komponente der Gesundheits- und Arbeitsschutz für kleine und mittelständische Unternehmen hat. Wir möchten Ihnen zudem aufzeigen, mit welchen Methoden Sie einen Überblick über Kosten und Nutzen der gesundheits- und sicherheitsfördernden Maßnahmen bekommen.

Ihr Arbeitsschutz-Team der HIRAcon-Gruppe

Peter Hink, Uwe Rau und Karl Stopka

(Geschäftsleitung)

Gerne dürfen Sie es herunterladen, ausdrucken oder auch unter Angabe der Quelle weiterversenden.

Whitepaper “Sicherheit, die sich lohnt”, 11 Seiten, kostenloser Download als PDF

 

 

Mit Licht sieht es sich besser

Quelle: Michael Grabscheit  / pixelio.de

Foto: Michael Grabscheit / pixelio.de

Für die Augen ist das Fokussieren eines Gegenstandes in stets gleicher Entfernung wesentlich anstrengender als das normale Sehen, bei dem Nähe und Ferne wechseln und so die Muskeln Entspannungspausen haben. Wie sich die Augen bei der Arbeit am Bildschirm oder auch bei der Arbeit an Laufbändern und Maschinen entspannen lassen, haben wir bereits mit hilfreichen Tipps thematisiert.

Doch auch die Umgebung muss ausreichend hell sein, damit effizientes und augenschonendes Arbeiten möglich ist. Eine gute Qualität von Lampen und Leuchtmitteln sorgt für mehr Wohlbefinden und Gesundheit bei den Mitarbeitern und somit auch höherer Effizienz. Nicht nur die Helligkeit ist dabei ein wichtiger Punkt für den optimalen Durchblick. Zu achten ist auch auf den Einsatz reflexions- und blendfreier Einrichtung und Ausstattung des Arbeitsplatzes sowie eine optimale Leuchtdichteverteilung.

Beleuchtungsniveau

An Bildschirmarbeitsplätzen werden zwischen 500 und 750 Lux benötigt. Für Tätigkeiten wie Schreiben, Lesen oder Dateneingabe sind 500 Lux empfehlenswert, für detailreichere Aufgaben wie etwa das technische Zeichnen sollten es 750 Lux sein.

Nutzen Sie zudem ausreichend große Bildschirme, die auflösungs- und kontraststark sowie flimmerfrei sind.

Leuchtdichteverteilung

Optimal ist eine ausgewogene Leuchtdichteverteilung im Raum mit entsprechenden Reflexionsgraden, die einen hellen Raumeindruck begünstigen. Das Gegenteil einer guten Leuchtdichteverteilung ist ein heller Bildschirm in einem ansonsten dunklen Raum.

Die Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung schafft ein positives Raumgefühl.

Reflexionen und Blendungen

Ein individuell verstellbare Lichtschutz hilft, Blendungen und Reflexionen durch Sonnenlicht zu vermeiden und empfiehlt sich ohnehin als Hitzeschutz. Zusätzlich sollte der Bildschirm so ausgerichtet sein, dass störende Reflexionen nicht auftreten.

Auch die Lichtfarbe spielt eine Rolle: An Arbeitsplätzen sollten die Farben neutralweiß (nw) und tageslichtweiß (tw) statt warmweiß (ww) gewählt werden. Für Decke, Wand, Boden und Arbeitsflächen empfehlen sich matte oder seidenmatte Farben gewählt werden.

Wie wichtig die richtige Beleuchtung ist, zeigt sich, wenn man die Folgen einer falschen Beleuchtung betrachtet. Das sind beispielsweise:

  • Störung der Akkommodation durch Glanz und Reflexion, das heißt die Augen haben Schwierigkeiten, auf wechselnde Entfernungen einzustellen.
  • Asthenoptische Beschwerden bei falscher Leuchtdichteverteilung: Sehschwächen, müde Augen, Schweregefühl der Augenlider, Augenrötung, Doppelbilder und Verschwommensehen bis hin zu Schwindel, …
  • Überanstrengung der Augen und Ausstrahlen der Beschwerden in den Nacken, den Kopf, die Schultern, …

Für die Mitarbeiter gilt zudem: Nutzen Sie Vorsorgeangebote und halten Sie Arbeitspausen ein. Reagieren Sie, wenn sich mögliche Störungen der Augenfunktion bemerkbar machen, etwa Trockenheit, Brennen oder Probleme beim Fokussieren.

Die einschlägigen Bestimmungen zum Thema „Richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz“ finden sich z. B. in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), der DIN EN 12464 „Licht und Beleuchtung“, DIN 5035 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“ und in der Bildschirmarbeitsplatzverordnung.

Gesund durch die Schicht

Quelle: Dietmar Meinert  / pixelio.de

Foto: Dietmar Meinert / pixelio.de

Schichtarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten belasten den Organismus. Wie sehr das Leben gegen den biologischen Rhythmus den Körper, aber auch die Seele und das soziale Umfeld beeinträchtigen, wird oft unterschätzt.

Notwendig ist Schichtarbeit in vielen Branchen dennoch und so gilt es, die Belastungen für die Schichtarbeiter möglichst gering zu halten. Angepasste Ernährung, guter Schlaf und medizinische Prophylaxe gehören zu den wichtigsten Tipps für mehr Gesundheit, seelische Balance und Leistungsfähigkeit.

Angepasste Ernährung

Auch wenn es in der Schicht und an der Arbeit schwer fällt, ist es wichtig, auf gesunde Ernährung zu achten und die Mahlzeiten möglichst an die biologische Uhr anzupassen.

Das heißt:

Hauptmahlzeiten immer zur gleichen Uhrzeit zu sich nehmen und feste Essenszeiten einhalten.

Eiweißreiche und fettarme Kost mit komplexen Kohlenhydraten bevorzugen, zum Beispiel kein Weißbrot, kein Zucker, zuckerfreies Müsli mit hohem Haferanteil, fettarm belegtes Vollkornbrot. Zucker und Süßigkeiten dagegen bringen nur kurz einen Energieschub, gefolgt von größerer Müdigkeit.

Essen Sie möglichst keine Fertigprodukte, denn sie enthalten oft Hefe-Extrakt, Geschmacksverstärker, zu viele Kalorien und zu viel Fett – alles Dinge, die den Körper belasten.

Bevorzugen Sie während der Nachtschicht leicht verdauliche Lebensmittel in kleinen Portionen.

Trinken Sie ausreichend, am besten Mineralwasser, Saftschorlen oder ungesüßten Kräutertee. Cola, Energydrinks und zu viel Kaffee dagegen führen zu Unruhe und Schlafstörungen und beeinträchtigen den Körper noch 8 bis 14 Stunden später.

Nutzen Sie Alkohol nicht als Einschlafhilfe.

Guter Schlaf

Tief und ausreichend lang sollte er sein, der gute Schlaf. Ob sechs, acht oder zehn Stunden hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Bekommt man ihn aber nicht, den guten Schlaf, ist es mit der körperlichen und geistigen Fitness schnell vorbei.

Schichtarbeiter leiden besonders häufig unter Schlafstörungen, deswegen ist es bei ihnen besonders wichtig, auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten, sprich ein positives Umfeld und schlaffördernde Bedingungen zu schaffen.

In den Stunden vor dem Schlafengehen sollten Alkohol und Zigaretten gemieden werden, sie beeinträchtigen die Schlafqualität.

Wachmacher wie Kaffee, koffeinhaltige Softdrinks, Energydrinks und auch schwarzer Tee können noch 8 bis 14 Stunden nach dem Genuss Auswirkungen auf den Schlaf haben.

Essen Sie keine größeren Mahlzeiten mehr, sondern lieber einen kleinen Snack, am besten mit oder aus Milch, ein paar Cashew-Kerne oder mageres Hähnchenbrustfilet – das darin enthaltene L-Trytophan fördert den Schlaf. Damit der Körper das L-Trytophan aufnehmen kann, braucht er etwas Zucker – deswegen wirkt Milch mit Honig so gut.

Sport fördert die körperliche und seelische Balance, ist allerdings wenig Stunden vor dem Schlafengehen tabu.

Schaffen Sie sich ein Schlafritual. Etwa ein paar Seiten in einem entspannenden Buch lesen, ruhige Musik hören, Entspannungsübungen, eine Traumreise oder auch mit der Katze schmusen – je nachdem, was Sie entspannt, was Ihnen liegt und was gefällt.

Das Schlafzimmer

Schalten Sie die Lichtquellen aus, am besten auch die Stand-by-LEDs der elektrischen Geräte oder nutzen Sie eine Schlafbrille.

Ohrstöpsel schützen vor störenden Geräuschen, die vor allem tagsüber den Schlaf rauben.

Die Raumtemperatur sollte nicht über 18 Grad liegen, die Bettdecke der Jahreszeit angepasst sein.

Öffnen Sie vor dem Schlafengehen 10 Minuten das Fenster zum Lüften.

Vermeiden Sie helles Licht und sehen Sie nicht zum Wecker, wenn Sie verfrüht aufwachen.

Legen Sie sich nur zum Schlafen ins Bett, nicht zum Fernsehen, längerem Lesen oder Surfen im Internet. Ebenso sollten das Sofa oder der Fernsehsessel nicht zum Schlafen genutzt werden.

Medizinische Vorsorge

Länger anhaltende Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Sie sind nichts, was man selbst mit Schlafmitteln behandeln kann.

Arbeitsmediziner empfehlen Schichtarbeitern nach der Nachschicht zwei Schlafphasen anzustreben. Die erste sollte direkt nach der Schicht genutzt werden, eine zweite sollte nachmittags bis in den frühen Abend andauern.

Schicht- und Nachtarbeiter haben zudem ein Recht auf spezifische, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Wer mindestens 48 Tage im Kalender im Schicht- oder Nachtdienst arbeitet, kann sich alle drei Jahre (ab dem 50. Lebensjahr jährlich) auf Kosten des Arbeitsgebers untersuchen lassen.

Schwere Arbeit für das Auge

Für ein gesundes Auge braucht es manchmal etwas Ruhe. Quelle: Jörg Kleinschmidt  / pixelio.de

Foto: Jörg Kleinschmidt / pixelio.de

Die Augen brennen, tränen, schmerzen – wer viele Stunden am Tag konzentriert am Bildschirm arbeitet, kennt dieses Gefühl. Das Auge leidet darunter, stetig in eine Lichtquelle zu blicken und es wird zudem trocken, weil der Mensch das Blinzeln vergisst.

Hier sind ein paar Tipps, wie man den Augen Erholung verschafft:

  • Ändern Sie den Fokus. Richten Sie Ihre Augen öfters in die Ferne und schauen Sie aus dem Fenster. Lassen Sie Ihre Augen etwas wandern zwischen Nah- und Fernbereich.
  • Nutzen Sie diese kleine Pause um kurz aufzustehen. Das sollten Sie ohnehin alle 20 Minuten tun, um die Durchblutung anzuregen.
  • Entspannen Sie bewusst Ihre Gesichtsmukeln, Ihre Augenmuskeln, Ihre Schultern,…
  • Schließen Sie Ihre Augenlider und bewegen Sie Ihre Augen mindestens zehnmal von links nach rechts. Wiederholen Sie die Übung mit der Augenbewegung oben-unten.
  • Lassen Sie Ihren Augen mit geschlossenen Lidern eine imaginäre 8 schreiben.
  • Blinzeln sie so schnell und unverkrampft wie sie können. Schließen Sie anschließend die Augen für eine Weile.

Tritt trotz dieser Übung keine Besserung ein, könnten die Gründe weit reichender sein. Dazu gehören beispielsweise falsche Arbeitsplatzbeleuchtung, ein falsch eingestellter Bildschirm oder zu hohe Staubbelastung im Büro. Eventuell empfiehlt sich für Sie auch eine Bildschirmbrille oder der Gang zum Betriebsarzt, um zu prüfen, ob medizinische Gründe für die Augenprobleme vorliegen.

 

 

Arbeiten unter Dauerspannung

Während die Gefahren durch Unfälle bei der Arbeit kontinuierlich zurückgehen, wie beispielsweise der Unfallverhütungsbericht der Bundesregierung darlegt, steigen die psychischen Belastungsfaktoren. Sie gewinnen in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung, da die Beschäftigten häufiger mit wechselnden Beschäftigungsverhältnissen, erhöhten Qualifikationsanforderungen und ständig sich ändernden Tätigkeitsprofilen konfrontiert werden.

Untersuchungen der Europäischen Kommission haben gezeigt, dass Stress am Arbeitsplatz das zweithäufigste gesundheitliche Problem der Mitarbeiter ist. Betroffen sind 28 Prozent der Beschäftigten. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge entsteht in der Europäischen Union durch stressbedingte Erkrankungen ein Schaden von mehr als 20 Milliarden Euro, verursacht durch Fehlzeiten und Krankheitskosten.

Unsere Checkliste kann helfen, die Anzeichen für psychische Fehlbelastungen der Mitarbeiter zu erkennen.

PDF zum kostenlosen Download: Checkliste psychische Belastungen am Arbeitsplatz