„Defekten Laptop abzugeben?“: Zur Aufbereitung von Elektroschrott

Quelle: Marketing-ASS / pixabay.com

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Jedes Jahr werden zwei Millionen Tonnen Elektroschrott produziert. Diese Masse aus vermeintlichem Müll ist kaum vorstellbar. Umso besser die Nachricht, dass es heute jede Menge Mittel und Wege gibt, die ausgedienten Gerätschaften sinnvoll zu recyclen. So wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch Geld gemacht.

Ein neues Gesetz

Zum Ende des vergangenen Jahres ist ein neues Gesetz in Kraft getreten: das sogenannte Elektro- und Elektroaltgerätegesetz (ElektroG). Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten sind dazu verpflichtet, defekte und alte Geräte zurückzunehmen und sich um eine umweltverträgliche Entsorgung zu kümmern. Das macht es der Kundschaft leicht, ihre Artikel zu entsorgen. So landen wesentlich weniger Giftstoffe und Abfälle im Restmüll – eine gute Sache für Mensch und Umwelt.

Gefahrenstoffe im Überblick: Wo wird es unangenehm?

Nach der Abgabe eines Toasters, Laptops oder Kühlschranks müssen die jeweiligen Hersteller nun also ran: Das entsorgte Gerät wird gesäubert und in seine Bestandteile zerlegt. Dabei können in der Tat zahlreiche Schadstoffe freigesetzt werden: So finden sich zum Beispiel in Altbatterien giftige und krebserregende Substanzen. Speziell in Hinblick auf Cadmium, Quecksilber und Blei werden beim Zerlegen diverser Bauteile schnell Gefahrenwerte erreicht, die für die Arbeitskräfte eine akute Gefahr darstellen. Neben Cadmium, Quecksilber und Blei existieren natürlich noch viele weitere Gefahrenstoffe, die im Recycle-Prozess eine gewisse Umsicht erfordern. Hierzu gehören zum Beispiel Cobalt (in Farben und Lacken), polychlorierte Biphenyle (PCB, in Kondensatoren), Nickel (in Bildröhren, Thermobausteinen etc.), Azobenzole (in LC-Displays) oder Beryllium (in mechanischen Komponenten).

Sicherheit geht vor!

Bei der Messung von Gefahrstoffkonzentrationen ergeben sich stets ganz individuelle Werte, die von verschiedenen Faktoren wie etwa dem Alter des jeweiligen Geräts abhängen. Die für das Recyclen der Elektrogeräte zuständigen Hersteller können allerlei Maßnahmen ergreifen, um ihre Mitarbeiter vor einer Gefahr durch Schadstoffe zu schützen. Die Sicherheitsmaßnahmen sehen vor allen Dingen die Einhaltung der Grenzwerte sowie eine Kontaktvermeidung vor. Bei der manuellen Demontage von Bildgeräten, der Belüftung von Bildröhren oder der Entfernung schadstoffhaltiger Bauteile müssen unter anderem folgende Schutzmaßnahmen ergriffen werden:

  • Reinigung und Belüftung von alten und defekten Geräten in speziellen Kabinen mit entsprechend angepassten Werktischen
  • regelmäßige Überprüfung und Säuberung der Reinigungskabinen
  • Geräte vorsichtig behandeln
  • besondere Umsicht bei Zwischenlagerung und Anlieferung der Geräte, um weiteren Beschädigungen vorzubeugen (das gilt speziell in Bezug auf die Handhabung und die Witterungsverhältnisse)
  • Elemente mit Schadstoffen in dafür vorgesehenen Schutzbehältern lagern
  • Vorkehrungen treffen, die bei einem möglichen Austreten von Gefahrenstoffen Schlimmeres verhindern

Aufgeschlaut!

Aktualisierungen der verschiedenen Vorschriften, Schulungen und interne Betriebsanweisungen wie auch Handbücher sind das A und O im Umgang mit Gefahrstoffen. Hersteller von Elektrogeräten sollten den Ablauf ihrer Recycle-Prozesse konstant überprüfen lassen und keine Kosten und Mühen scheuen, ihr Personal zu schulen und stets auf dem neuesten Stand zu halten – so ist die Sicherheit aller Mitarbeiter bestens gewährleistet!

Gefahrstoffschutzpreis ausgeschrieben

Quelle: Dieter Schütz  / pixelio.de

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Arbeit mit Gefahrstoffen gehört für viele Beschäftigte in Industrie-, Handwerk- und Dienstleistungsberufen zum Alltag. Dennoch fehlt es oft an praktischen Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit den oft “unsichtbaren Gefahren” – trotz der Gefahrstoffverordnung und des Regelwerkes. Mit dem Wettbewerb des Deutschen Gefahrstoffschutzpreises möchte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) daher bereits zum zehnten Mal Ideen und Lösungen belohnen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

In der Pressemitteilung der BAuA heißt es:

Mit dem Preis möchte das Ministerium neue Ideen und Anregungen zum besseren Erkennen der Gefährdungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Ebenso werden der Ersatz von Gefahrstoffen und der sichere Umgang mit ihnen sowie beispielhafte Umsetzungen der Gefahrstoffverordnung gewürdigt. Dazu gehören die Entwicklung und Einführung weniger gefährlicher Stoffe, Produkte und Verfahren genauso wie modellhafte Lösungen für sicherheitstechnische, organisatorische und hygienische Anforderungen beim Umgang mit Gefahrstoffen. Als preiswürdig gelten auch Initiativen im Bereich der Schulung, Motivation oder Beteiligung von Beschäftigten sowie besondere Verdienste um das Erkennen stoffbedingter Gefahren am Arbeitsplatz und der öffentliche Einsatz für den Gefahrstoffschutz.

Am Deutschen Gefahrstoffschutzpreis können Einzelpersonen, Personengruppen, Unternehmen und Organisationen teilnehmenDie Unterlagen sollten eine Charakterisierung des Teilnehmers, der Art der durchgeführten Maßnahmen und der erreichten beziehungsweise erwarteten Verbesserung enthalten – auch eine Kurzfassung dieser Angaben, die einen Umfang von etwas einer Seite hat. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury.

Die Preisverleihung erfolgt im November 2014. Weitere Informationen zur Ausschreibung und gute Beispiele aus den vergangenen Wettbewerben finden sich hier www.baua.de/gefahrstoffschutzpreis.