Welche Vorteile bringt Arbeitsschutz Ihrem Unternehmen?

Quelle: Anyusha/Pixabay

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Sich um Gesundheit und Sicherheit Gedanken zu machen, ist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz anbieten, sondern in der Tat für jedes Unternehmen.

Die einzelnen Vorteile sind vielschichtig und in ihrer Gesamtheit besonders stark, weil ein Aspekt einen anderen positiv beeinflussen kann.

Reduzierung auf das Restrisiko

Natürlich ist nichts, was man tut, jemals ohne Risiko. Wer einen Beruf ergreift, setzt sich in einem gewissen Maße freiwillig dem Risiko aus, das er mit sich bringt. Es bleibt immer ein Restrisiko, selbst wenn er alle Vorkehrungen getroffen hat, um die Gefahr von Unfällen und Verletzungen zu verringern. Wer in der Formel 1 Rennen fährt, weiß, dass er ein größeres Restrisiko für Verletzungen hat, selbst wenn er stets konzentriert und vernünftig fährt.

Dieses Restrisiko muss der Rennfahrer akzeptieren, sonst muss er seinen feuerfesten Anzug an den Nagel hängen.

Aber: Von niemandem kann verlangt werden, es zu akzeptieren, bei der Arbeit getötet oder schwer verletzt zu werden. Auch wer bereits gesundheitlich beeinträchtigt oder krank ist – zum Beispiel Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen – muss keinesfalls akzeptieren, dass sich sein Zustand aufgrund der Arbeit erheblich verschlechtert.

Für ein Unternehmen heißt das: Es hat nicht nur die gesetzliche, sondern auch die moralische Pflicht.

Und diese Pflicht betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Personengruppen, die nicht auf dem Lohnzettel stehen. Selbst wer seine Mitarbeiter ausreichend informiert, geschult und sensibilisiert hat, sollte Besucher, Kunden oder andere Personen, die mit dem Unternehmen Kontakt kommen, nicht aussparen.

Oftmals wird unterschätzt, wie gut diese Personengruppen von außerhalb die Gefahren im Unternehmen auf dem Gelände einschätzen können. Möglicherweise rechnen sie nicht damit, dass ein Gabelstapler rückwärts auf sie zu fährt, dass sich aus einem Sicherheitsventil plötzlich eine heiße Dampfwolke entlädt oder der Schieferhammer aus dem fünften Stock vom Gerüst auf dem Bürgersteig purzelt.

Mit einem durchdachten Konzept und umsichtigen Planung können Sie Ihre Haftung reduzieren und Ihrer Verantwortung nachkommen.

Planbare Ausgaben

Es mag zunächst verlockend aussehen – vor allem wenn sich ein Unternehmen in der Gründung befindet oder erfreulich wächst – die Kosten für Gesundheit und Sicherheit gering zu halten. Allerdings sind diese Kosten zum einen planbar und zum anderen reduzieren sie die höchst unerfreulichen Mehrkosten, die durch Krankheiten, Unfälle oder sogar Schlimmeres drohen. Ganz abgesehen von den Sanktionen und teils empfindlichen Strafen durch Aufsichtsbehörden.

Wer sich nicht von der Theorie möglicher Unfälle und ihrer Folgen überzeugen lässt, der wird möglicherweise von der Praxis eingeholt.

Denn: Wer nur den materiellen Schaden durch ein Unglück kalkuliert, denkt zu kurz. Zum einen sind immer auch Menschen betroffen, deren Familien und auch Kollegen. Aber auch das Image eines Unternehmens kann durch ein Unglück, das hätte verhindert werden können, erheblichen Schaden nehmen. Denken Sie nur daran, wie sich eine solche Nachricht über die sozialen Medien, Presse und bei Ihren Kunden herumspricht.

Wir möchten Ihnen keine Horrorszenarien an die Wand malen, denn Sie wissen selbst, wie Sie Ihr Bestmögliches tun können, um das Risiko, die Gefahren und ihre möglichen Folgen zu kontrollieren.

Ein Beispiel:

Wenn ein Feuer ausbricht, können Sie das gesamte Gebäude verlieren und Ihre Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite rettet Sie ein proaktives System, das Sicherheitsprobleme voraussieht und richtig verwaltet, mit einem überschaubaren Budget vor diesem Szenario.

Ein anderes Beispiel:

Wenn Sie Ihre Führungskräfte und Vorarbeiter in Sachen Gesundheit und Sicherheit schulen, scheint das zunächst eine Investition, bei der Kosten und Nutzen wenig transparent berechenbar sind. Aus unserer Erfahrung wissen wir allerdings, das sich diese Aufgaben lohnen. Beispielsweise, wenn dadurch die Verletzungsraten deutlich reduziert wurden, weniger Ausfälle durch Krankheiten verzeichnet werden, eventuell sogar weniger Personal notwendig ist, dass die Ausfälle auffängt und im besten Fall Versicherungsprämien reduziert werden können.

Last but not least…

… ist das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz ein Thema, das auch dem Gesetzgeber in weiten Teilen am Herzen liegt. Es ist also auch eine Frage der Compliance.

Bußgelder von bis zu 5000 € – bis hin zu einem Jahr Freiheitsstrafe für Unbelehrbare – können beispielsweise verhängt werden, wenn von Arbeitgebern oder auch den Beschäftigten gegen eine oder mehrere dieser Vorschrift verstoßen wird:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Baustellenverordnung
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Biostoffverordnung
  • Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung
  • Lastenhandhabungsverordnung
  • Mutterschutzgesetz
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit – PSA-BV
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die Hiracon-Experten sind für Sie da, um Sie bei der Umsetzung zu unterstützen, Mitarbeiter zu schulen und Ihr Unternehmen fit in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zu machen!

Wie Gesundheit und Sicherheit Ihrem Unternehmen nutzen

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind längst keine moderne Erfindung mehr. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es entsprechende Gesetze in Deutschland.

Die Technik hat sich seitdem rasant entwickelt und mit dem Komfort und Nutzen moderner Zeiten sind auch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderung für jeden Geschäftsinhaber und Manager gewachsen. Die Sicherheitsstandards sind heute wesentlich höher als vor wenigen Jahrzehnten und weder die Behörden noch die Mitarbeiter und Kunden ignorieren es, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter rücksichtslos Gefahren aussetzt.

Der gesellschaftliche Fortschritt, sich mit Gefahren und Risiken für mehr Arbeitsschutz und Gesundheit zu beschäftigen, hat eine große Bandbreite von Erkenntnissen, Werkzeugen und Technologien hervorgebracht. Sie sorgen dafür, das Unternehmen diese Risiken besser bewältigen können als jemals zuvor – und zugleich haben sie eine zunächst verwirrende Palette von Gesetzen und Ratschlägen hervorgebracht.

Von Ihrem Sicherheitsmanagementsystem wird erwartet, dass es Risiken aktiv identifiziert, steuert und überprüft. Der Gesetzgeber setzt voraus, dass Sie selbst erkennen, wo in Ihrem Unternehmen bestimmte Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfüllt werden müssen.

Und leider genügt es nicht, sich auf den Überlebensinstinkt und die Vernunft des Menschen zu verlassen. Würde das Gespür für Risiken niemals trügen, gäbe es kaum Menschen, die ins Eis einbrechen, bei Rot über die Straße laufen oder verdorbene Lebensmittel essen.

Moderne Erkenntnisse zu den Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz umfassen Management und Führung, juristische Aspekte und Bereiche der Naturwissenschaften Physik, Biologie und Chemie, aber auch Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Ergonomie. Keiner dieser Bereiche ist aus dem Arbeitsschutz wegzudenken.

Für den Unternehmer lassen sich diese Themen durchaus unter dem Schwerpunkt Sicherheit und Geschäftsrisikomanagement zusammenfassen. Denn darunter fallen nicht nur die Finanz-, Markt- und Produktrisiken, sondern auch Risiken, die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt gefährden.

Ein hoher Krankheitsstand, überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Mitarbeiter, die das Gefühl haben, das ihre Gesundheit dem Unternehmen egal ist, sind das eine, was einem Unternehmen zum Verhängnis werden kann. Das andere sind Behörden und weitere Kontrollorgane, die es nicht tolerieren, wenn gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden.

Bei der Beratung von Unternehmen stellen wir oft fest, dass es nicht schwierig ist, zu erkennen, dass Gesundheit und Sicherheit wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Unternehmen unkoordiniert und planlos versucht, dem Thema Gesundheit und Sicherheit Herr zu werden.

Vom Großen ins Kleine

Nicht selten werden dann zunächst kleine und triviale Maßnahmen umgesetzt, die weniger Einfluss haben auf das große Ganze, obwohl es sinnvoller ist, sich zunächst auf die Hauptgeschäftsrisiken zu konzentrieren. Wenn Sie beispielsweise ein Chemiehersteller sind und ihre Mitarbeiter dazu anweisen, die Oberschränke in der Küche immer zu schließen, damit sich niemand den Kopf stößt und Handlauftrainings durchführen, aber gleichzeitig niemand darauf achtet, wie mit hochgiftigen oder explosiven Chemikalien umgegangen wird, haben Sie eindeutig falsche Prioritäten gesetzt.

Wenn uns ein Unternehmen als externe Berater in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zur Hilfe ruft, beginnen wir meistens mit der Ausarbeitung einer Richtlinie. Sie legt fest, welche Ziele erreicht werden sollen und wie die Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden werden sollen. Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung der Sicherheit besteht darin, die Risiken zu erkennen und zu bewerten, die sich aus Ihrem Unternehmen ergeben. Dazu dient die so genannte Gefährdungsbeurteilung. Sie ist die Grundlage für die individuell zu erarbeitenden Maßnahmen.

Sicherheit muss verwaltet und kontrolliert werden – und auch das lässt sich mit der Implementierung eines Managementsystems überschaubar und praktikabel regeln.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen wollen, welche konkreten Vorteile Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen bringen.

Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

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Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.

Freispruch für den Tonerstaub

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Seit etlichen Jahren stehen Laserdrucker unter Verdacht, durch Tonerstaub und Emissionen die Gesundheit der Mitarbeiter schädigen. Initiatoren mit unterschiedlichen Interessen strengten Studien an, die diesen Verdacht bestätigten oder widersprachen. Auch wir haben bereits für das Thema sensibilisiert.
Nun gibt es von hoch offizieller Stelle die Entwarnung. Im Sommer hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bekannt gegeben: Danach besteht für Beschäftigte im Büro kein Anlass zur Sorge, selbst wenn sie als Servicetechniker oder als Mitarbeiter eines Recyclingsbetriebes sehr häufig mit den Druckern, Kartuschen und ihren Inhalt in Kontakt kommen.

Die BAuA kommt zum Ergebnis, dass „selbst nach intensiver Forschung zu diesem Thema keine belastbaren Hinweise“ vorliegen, dass Erkrankungen durch Gefahrstoffe durch Laserdrucker und Kopiergeräte eine relevante Rolle spielen. Auch wenn die Rezeptur des Tonermaterials je nach Hersteller unterschiedlich ist, weisen die vorliegenden belastbaren Daten darauf hin, dass gefährliche stoffliche Komponenten nur in sehr geringen Mengen ausgestoßen werden, so die BAuA. Die Mengen sind so gering, dass selbst Personen, deren Haut oder Atemwege besonders sensibel sind, beispielsweise aufgrund von Allergien, gegenüber bestimmten Stoffen aus dem Tonerstaub weder allergisch, noch auf andere Art problematisch reagieren sollten. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin seien die vorhandenen Mengen generell zu gering, um für sich genommen eine Allergie bei bereits sensibilisierten Personen auszulösen, denn gemessen am Allgemeinen Staubwert werde die Menge an Büroarbeitsplätzen weit unterschritten. Laut Untersuchungen um etwa den Faktor 100.

Dennoch empfiehlt es sich, so mit dem Drucker und Kopierer zu arbeiten, dass die gesundheitliche Belastung reduziert werden kann – auch wenn sie im Idealfall nur gering ist. Veröffentlicht wurde daher ein aktualisiertes BAuA-Merkblatt „Drucker und Kopierer am Arbeitsplatz“ mit geeigneten Maßnahmen, die zur Vorsorge empfohlen werden und der Schutzleitfaden 130 „Drucken, Kopieren”.

Die wichtigsten Punkte

Laserdrucker und Kopierer

  • Besonders emissionsarmer Geräte tragen das DGUV-Prüfzeichen, das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ oder ein vergleichbares staatlich anerkanntes Kennzeichen.
  • Achten Sie auf eine niedrige Lärmemission.
  • Aktivkohlefilter oder emissionsarmer Hochspannungsteile sorgen für eine geringe Ozonemission.
  • Geschlossene Kartuschen sind Nachfüllsystemen vorzuziehen und auch als Mehrweg-Kartuschen erhältlich.
  • Aufgearbeitete Tonerkartuschen (refurbished) sollten der Norm  DIN 33870 entsprechen.

Standort

  • Druck und Kopiergeräte nur in gut belüfteten Räumen aufstellen.
  • Abluftöffnungen nicht direkt auf Mitarbeiter richten.
  • Geräte gut zugänglich halten.
  • Der Standort des Geräts sollte leicht zu reinigen sein.
  • Sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung bei Wartungsarbeiten.

Täglicher Gebrauch

  • Sorgen Sie für eine gerätekundige Person, die mit der sachgerechten Benutzung, Nachfüll- und Wartungsarbeiten vertraut ist und hinterlegen Sie die Kontaktdaten dieser Person am Gerät.
  • Die Staubentwicklung lässt sich durch Kopier- und Druckerpapier der DIN EN 12281 weiter reduzieren.
  • Schließen Sie beim Kopieren und Scannen den Deckel. Die sonst entstehenden schwarzen Ränder erhöhen den Tonerverbrauch und verschmutzen die Walzen stark.
  • Einen Papierstau nicht mit Gewalt entfernen und gegebenenfalls die gerätekundige Person hinzuholen.
  • Nach Wartung und Reinigungsarbeiten die Geräteumgebung mit einem feuchten Tuch reinigen, anschließend die Hände waschen.

Tonerwechsel und Wartung

  • Bevorzugen Sie geschlossene Kartuschen.
  • Tonerabfälle in geschlossenen Behältern entsorgen.
  • Leere Tonerkartuschen an den Hersteller zurückgegeben, statt sie im Sondermüll zu entsorgen.
  • Reguläre Wartungsarbeiten sind ausschließlich durch die gerätekundigen Personen vorzunehmen, weitergehende Wartungsarbeiten durch Servicetechniker.

Mehr Infos zum Thema gibt es unter www.baua.de/tonerstaub

Staub: Die unterschätzte Gefahr

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Stäube entstehen beim Bearbeiten von Holz, Metall und Kunststoff. Sie finden sich gleichermaßen an den Produktionsstraßen der Lebensmittelindustrie wie auch in der mittelständischen Backstube oder rund um die Walzen einer Druckerei. Staubgrenzwerte und vorgeschriebener Atemschutz mindern die Gefahr für Mitarbeiter. Doch wird oft vergessen, dass nicht nur das Einatmen der Stäube, sondern auch die Staubexplosion in der Industrie hoch gefährlich sind und wesentlich öfter vorkommen als dies gemeinhin angenommen wird.

Bereits das Aufwirbeln von 20 bis 50 g Staub je Kubikmeter Luft genügen, um ein zündfähiges Staubluftgemisch entstehen zu lassen. Je kleiner die Staubpartikel sind, desto leichter können sie sich entzünden, brennen oder sogar explodieren. Der Grund: Je kleinteiliger der Staub, desto größer ist seine Oberfläche und somit seine Reaktionsfähigkeit mit einer anderen Substanz, beispielsweise dem Sauerstoff aus der Luft.

Drei Zutaten braucht es, um eine gefährliche Staubexplosion auszulösen: eine brennbare Substanz, Sauerstoff und eine Zündquelle. Für die meisten Menschen ist es kaum nachvollziehbar, wie leicht vermeintlich harmlose Substanzen wie Mehl oder Kakao, Eisen oder Aluminium zu einer brennbaren Substanz werden können.

Als Zündquelle genügt ein Funken

Dabei ist es nicht damit getan, das Rauchen, offene Flammen und Heißarbeiten zu verbieten, bzw. im Blick zu halten. Als Zündquelle für eine Staubexplosion genügt unter Umständen bereits die elektrostatische Entladung, die an Transportbändern entsteht, oder der winzige Funken eines Steckers, der aus der Steckdose gezogen wird.

Selbst in Betrieben, in denen man sich der Gefahr durch Staub auf den Arbeitsflächen und auf dem Boden bewusst ist, wird oft vergessen, das sich durch Schleifen oder Abrieb oder auch durch bloßes Aufwirbeln an vielen Stellen im Betrieb Schwebstoffe als winzige Partikel oder Fasern mit der Zeit auch auf höher gelegenen Stellen absetzen. Sie können als Stäube explodieren, obwohl die Stoffe an sich weder brandfördernd noch explosiv sind. Ein Beispiel ist die Aktenvernichtung in einem Recyclingunternehmen, bei dem der reine Papierstaub unter Umständen für eine gefährliche Atmosphäre sorgt.

Auch das regelmäßige Reinigen des Fußbodens genügt oft nicht, denn die Stäube setzten sich auch in der Höhe ab, beispielsweise auf Rohren und Zuleitungen, auf Maschinen, Regalen und Lampen. Schon eine dünne Staubschicht von nur 1 mm Dicke kann einen Raum mit einem explosionsfähige Staub-Luft-Gemisch ausfüllen. Nicht selten kommt es nach einer ersten Staubexplosion zu einer zweiten, der Sekundärexplosionen, verursacht durch aufgewirbelten Staub im Raum.

Gefahren erkennen und einschätzen

Die bei jedem Arbeitsgang anfallenden Stäube auf ihr Brenn- und Explosionsverhalten untersuchen zu lassen, ist zumeist aufwendig und teuer – und oft auch nicht notwendig. Nach einer fachlichen Gefährdungsbeurteilungen mit einer Begehung des Betriebs und eine Analyse der dort stattfindenden Arbeitsvorgänge und des Materialaufkommens zeigt sich meistens, dass es genügt, die in der Branche häufig verwendeten Substanzen für Beispielrechnungen zu verwenden, deren Kenngrößen bereits vorliegen, um die Explosionsgefahr einzuschätzen. So hat beispielsweise das IFA-Institut der DGUV eine Datenbank von über 6000 Staubproben aus vielen Branchen angelegt und liefert hier die wichtigen Brenn- und Explosionskenngrößen, die nötig sind, um die Explosionsgefahr einzuschätzen.

Allerdings lassen sich diese Staubkenngrößen nur anwenden auf Materialien, die stets in gleicher Körnung und Zusammensetzung auftreten. Dies ist bei natürlichen Materialien wie beispielsweise Getreidekörnern oder Saaten nicht der Fall. Sind die sicherheitstechnischen Kenndaten nicht bekannt, müssen sie im Einzelfall neu ermittelt werden.

Anhand der Gefährdungsbeurteilung können nicht nur die Gefahren durch eine Staubexplosion besser eingeschätzt werden, sondern es können auch passgenaue Maßnahmen, etwa technischer Art, und Verhaltensweisen entwickelt werden, die die Gefahr eindämmen.

Die Persönliche Schutzausrüstung allein reicht nicht

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Auf den meisten Baustellen und in einem Großteil der deutschen Betriebe ist es mittlerweile selbstverständlich, dass die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nutzen. Das allein sorgt auf jedem Fall für Pluspunkte bei den überraschenden Besuch der Kontrolleure der Berufsgenossenschaft oder Arbeitsschutzbehörde. Noch besser sind Sie vorbereitet, wenn Sie dokumentiert haben, wie umfangreich Sie Ihre Mitarbeiter in Sachen PSA unterweisen.

Dokumentieren Sie, auf welche Art Sie die Notwendigkeit des Tragens von PSA festlegen, etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ermitteln Sie mit ihrer Hilfe, bei welchen Tätigkeiten Ihre Mitarbeiter welche PSA-Komponenten tragen müssen und kennzeichnen Sie alle Arbeitsbereiche, in denen PSA-Tragegebote herrschen, durch entsprechende Gebotszeichen. Dokumentieren Sie die Schulungen und Unterweisung ihrer Mitarbeiter bezüglich des Tragens und Benutzen der PSA-Komponenten, die vorgeschrieben sind. Das Anlegen und Verwenden von PSA zum Schutz gegen tödliche Gefahren, wie beispielsweise Atemschutz oder Absturzsicherung, sollten Sie regelmäßig bzw. bei Bedarf einüben lassen.

Stellen Sie sicher, dass durch die Verwendung einer PSA-Komponente keine neue Gefährdung entsteht. So können beispielsweise beim Tragen von Gehörschutz akustische Warnsignale überhört werden oder optische Signale werden beim Tragen einer Schutzbrille übersehen. In solchen Fällen ist das Unternehmen gefordert, Abhilfe für mehr Sicherheit zu schaffen, indem alternative Warnsignale eingerichtet werden.

Unternehmen sollten beim Einkauf von PSA-Produkten nicht allein auf den Preis achten. Wichtiger ist die Anschaffung von hochwertigen Produkten mit langer Haltbarkeit und hohen Tragekomfort. Lange Haltbarkeit ist nicht selten auch ein Pluspunkt, der sich wirtschaftlich rechnet, wie auch bequeme und funktionelle PSA die Produktivität fördert. Zu jedem PSA-Element gehört eine schriftliche Benutzerinformation des Herstellers, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Die Produkte sollten die CE-Kennzeichnung aufweisen. Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich die Kennnummer der mit der Qualitätssicherung beauftragten, zugelassenen Stelle notwendig.

Je nach PSA ist es erforderlich, entsprechende Betriebsanweisungen zu erstellen. In diesen wird beispielsweise darüber informiert, welche Verfallsdauer und Tragezeitbegrenzung die PSA-Elemente haben, wo und wie die Mitarbeiter ihre PSA aufbewahren müssen, und welche Pflegemaßnahmen unter Umständen erforderlich sind.

Dokumentieren Sie für die Kontrollbehörden wie die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der PSA organisiert ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie die PSA vor der Nutzung auf äußerlich sichtbare Mängel zu prüfen haben und defekte oder beschädigte PSA nicht weiter benutzen dürfen. Regeln Sie das Aussortieren und die Entsorgung oder Reparatur verschlissener oder beschädigte PSA-Teile und klären Sie Ihre Mitarbeiter darüber auf, wo und auf welche Weise sie Ersatz erhalten können. Denken Sie daran, dass auch Praktikanten, Aushilfen, Ferienjobber und Zeitarbeiter eine persönliche Schutzausrüstungen benötigen. Vergessen Sie bitte auch nicht, für Besucher Schutzkleidung bereitzuhalten, sofern damit zu rechnen ist, dass sie entsprechende Betriebsbereiche mit PSA-Tragpflichten betreten.

Gegenüber den Kontrollbehörden können Sie zudem darlegen, auf welche Art Sie Ihre Beschäftigten beim Auswählen von PSA-Komponenten mit einbeziehen. Das erhöht die Trageakzeptanz bei den Mitarbeitern, ebenso wie es das konsequente Anmahnen tut, wenn Tragegebote nicht befolgt wurden. Stellen Sie klar, welche Konsequenzen das strikte Verweigern der vorgeschriebenen PSA hat, die von disziplinarischen Konsequenzen und Entzug von Vergünstigungen über Verwarnung und Verweis bis hin zur Kündigung reichen können.

Legen Sie vor den Kontrolleuren auch dar, welche Regelung Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen und dem Betriebsrat bezüglich dieser Konsequenzen getroffen haben.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und tragen Sie auch als Führungskraft eine PSA, wenn das Betriebsbereiche betreten, in denen sie erforderlich ist – und das nicht nur beim Kontrollgang mit den Behörden.

Checkliste: Was gehört in einen Erste-Hilfe-Raum?

Erste Hilfe

Foto: Wiki Commons/Rieschl

Jedes Unternehmen muss zumindest einen Verbandskasten mit Erste-Hilfe-Material bereit stellen. In größeren Betrieben sind zudem auch Erste-Hilfe-Räume erforderlich.  Unabhängig von dem Gewerbszweig, der Art der Tätigkeit und dem betrieblichen Unfallgeschehen müssen

  • Betriebe, in denen mehr als 1000 Versicherte beschäftigt sind
  • aber auch schon Betriebe mit mehr als 100 Versicherten, wenn Art, Schwere und Zahl der Unfälle es erfordern
  • sowie Baustellen mit mehr als 50 Versicherten

laut § 25 Abs. 4 BGV/GUV-V A1 einen Erste-Hilfe-Raum oder etwas vergleichbares haben.

Erste-Hilfe-Räume müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung geeignet ausgestattet sein. Beispiele zur Ausstattung sind im Anhang 2 der Information “Erste Hilfe im Betrieb” (BGI/GUV-I 509) sowie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten A 4.3 “Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe” enthalten.

Für die Grundausstattung haben wir eine Checkliste zum Download als PDF für Sie bereit gestellt.

Sie sollte den spezifischen Anforderungen weiter angepasst werden. So genügend in manchen Betrieben die Medikamente, die auch in einer normalen Hausapotheke zu finden sein sollten, also Kohletabletten, Kopfschmerzmittel, Sprühpflaster, Brandsalbe, etc., während in anderen zusätzliche Mittel notwendig sind.

Gefahrstoffschutzpreis ausgeschrieben

Quelle: Dieter Schütz  / pixelio.de

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Die Arbeit mit Gefahrstoffen gehört für viele Beschäftigte in Industrie-, Handwerk- und Dienstleistungsberufen zum Alltag. Dennoch fehlt es oft an praktischen Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit den oft “unsichtbaren Gefahren” – trotz der Gefahrstoffverordnung und des Regelwerkes. Mit dem Wettbewerb des Deutschen Gefahrstoffschutzpreises möchte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) daher bereits zum zehnten Mal Ideen und Lösungen belohnen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

In der Pressemitteilung der BAuA heißt es:

Mit dem Preis möchte das Ministerium neue Ideen und Anregungen zum besseren Erkennen der Gefährdungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Ebenso werden der Ersatz von Gefahrstoffen und der sichere Umgang mit ihnen sowie beispielhafte Umsetzungen der Gefahrstoffverordnung gewürdigt. Dazu gehören die Entwicklung und Einführung weniger gefährlicher Stoffe, Produkte und Verfahren genauso wie modellhafte Lösungen für sicherheitstechnische, organisatorische und hygienische Anforderungen beim Umgang mit Gefahrstoffen. Als preiswürdig gelten auch Initiativen im Bereich der Schulung, Motivation oder Beteiligung von Beschäftigten sowie besondere Verdienste um das Erkennen stoffbedingter Gefahren am Arbeitsplatz und der öffentliche Einsatz für den Gefahrstoffschutz.

Am Deutschen Gefahrstoffschutzpreis können Einzelpersonen, Personengruppen, Unternehmen und Organisationen teilnehmenDie Unterlagen sollten eine Charakterisierung des Teilnehmers, der Art der durchgeführten Maßnahmen und der erreichten beziehungsweise erwarteten Verbesserung enthalten – auch eine Kurzfassung dieser Angaben, die einen Umfang von etwas einer Seite hat. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury.

Die Preisverleihung erfolgt im November 2014. Weitere Informationen zur Ausschreibung und gute Beispiele aus den vergangenen Wettbewerben finden sich hier www.baua.de/gefahrstoffschutzpreis.

Initiative gegen psychische Belastung am Arbeitsplatz

Quelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Politik, Arbeitgeber und die Gewerkschaften haben sich auf ein gemeinsames Grundverständnis zum Umgang mit psychischer Belastung in der Arbeitswelt geeinigt. Stellvertretend unterzeichneten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ( BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Erklärung.

Sie beschreibt die gewachsene Bedeutung der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt und ebenso konkrete Arbeitsmerkmale, die die psychische Gesundheit der Beschäftigten positiv wie negativ beeinflussen können. Zudem werden  Prinzipien und Methoden einer erfolgreichen Arbeitsgestaltung und Prävention benannt, um psychische Belastung zu vermeiden. Letztlich wird auch das gemeinsame Ziel einer erfolgreiche Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter ins Berufsleben formuliert.

In einer Presseerklärung des BMAS sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: “Dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften das wichtige Thema psychischer Arbeitsschutz gemeinsam voranbringen wollen, ist der beste Garant für einen wirksamen Schutz vor den zunehmenden psychischen Gefahren im Arbeitsalltag. Beide wissen exakt, wie es in den Betrieben und Branchen zugeht. Sie sind unmittelbar betroffen, wenn Krankheitstage aufgrund psychischer Belastung zunehmen oder sogar Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer frühzeitig in Rente gehen. Die Sozialpartner sind die besten Verbündeten für einen wirksamen Arbeitsschutz, denn die Konzepte sollen ja nicht nur alltagstauglich sein, sondern auch in den Betrieben gelebt werden.”

In der Erklärung  werden die erheblichen Konsequenzen psychischer Erkrankungen aus unternehmerischer sowie volkswirtschaftlicher Sicht genau benannt: “Psychische Erkrankungen mindern das  Leistungsvermögen der betroffenen Beschäftigten, verursachen inzwischen etwa 13 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage und stellen mittlerweile die häufigste Frühverrentungsursache dar. Auch der volkswirtschaftliche Schaden ist immens: Auf knapp 29 Milliarden Euro schätzt das Statistische Bundesamt nach letzten Zahlen die Krankheitskosten von psychischen Erkrankungen.”

Als psychisch belastend werden von den Arbeitnehmern insbesondere Arbeitsverdichtung, Termin- und Leistungsdruck, häufige Störungen oder ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge genannt. In der gemeinsamen Erklärung ist man sich daher einig, dass es notwendig sei, diese arbeitsbedingten Belastungen frühzeitig zu erkennen, um so psychische Erkrankungen und lange Fehlzeiten als Folge zu vermeiden. In der Erklärung heißt es: “Daher ist es wichtig, das Wissen über mögliche Gefährdungen, deren Vermeidung und die damit verbundenen gesetzlichen Pflichten in die Unternehmen und die öffentliche Verwaltung zu bringen.”

Zehn Aspekte für eine erfolgreiche Arbeitsgestaltung, Prävention und Wiedereingliederung wurden herausgearbeitet. Zusammengefasst lassen sie sich etwa so verstehen:

  1. Arbeit kann statt zu stabilisieren auch belastend wirken. Die Belastungen können zu einem Risikofaktor für die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten werden.
  2. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen ein unmittelbares Anliegen in den oberen Etagen von Unternehmen und Verwaltungen sein.
  3. Psychische Belastung und ihre möglichen negativen Folgen sind beim Arbeitsschutz ebenso ernst zu nehmen wie physische Belastung.
  4. Die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung ist geeignet, um herauszufinden, wodurch die physischen und psychischen Gesundheit der Beschäftigten gefährdet sein kann, und um daraus Schutzmaßnahmen abzuleiten.
  5. Vorteilhaft ist, die Gefährdungsbeurteilung als einen strukturierten Prozess anzulegen, an dem die Beschäftigten und ihren Vertretungen beteiligt sind.
  6. Wünschenswert ist es, bei der Gefährdungsbeurteilung Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit eng einzubinden.
  7. Zur Erfassung belastender Arbeitsmerkmale eignen sich verschiedene Verfahren wie beispielsweise Arbeitsplatzbeobachtungen, Befragungen von Mitarbeitern oder moderierte Verfahren. Zusätzlich können Beschwerden von Beschäftigten, hohe Fehlzeiten, häufige Fluktuation oder Konflikte zwischen den Beschäftigten wichtige Hinweise geben.
  8. Die freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung oder ein umfassendes Gesundheitsmanagements sind ebenfalls geeignet.
  9. Für kleine und mittlere Betriebe ist die regionale Vernetzung mit anderen Unternehmen nützlich, um beispielsweise von Erfahrungen und gemeinsam genutzten Dienstleistungen zu profitieren.
  10.  Das Engagement der Betriebe allein reicht nicht aus, um psychischen Erkrankungen und dadurch verursachten Frühverrentungen entgegenzuwirken. Deshalb werden Sozialpartner wie Familien-, Schulden- und Sozialberatungsstellen mit in die Erklärung einbezogen.

Die Unterzeichner der Erklärung empfehlen letztendlich allen Arbeitgebern, aber auch den Vertretern der Beschäftigten sowie den übrigen betrieblichen Akteuren, die Orientierung an der “Leitlinie Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz” der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. Zum einen gebe sie Orientierung, um den gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsschutzes zu entsprechen, zum anderen biete sie konkrete Ansatzpunkte für eine systematische betriebliche Prävention.

Handschuhplan schafft Durchblick

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Beispiel für einen einfachen Handschuhplan. Je nach Unternehmen sind ausführlichere Angaben notwendig.

Ein Handschuhplan macht es für die Mitarbeiter leichter, sich für die richtige Handschuhart zu entscheiden, die ihrer Tätigkeit entspricht.

Für den Unternehmer bietet er zudem den Vorteil, dass er seiner Dokumentationspflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz nachkommt und einen wichtigen Schritt zu mehr  Sicherheit am Arbeitsplatz getan hat. Zudem ermöglicht eine Analyse der benötigten Handschuharten, die Auswahl geeigneter Modelle und die Bereitstellung von Handschuhen, die Sicherheit und Tragekomfort bieten, wirtschaftliche Vorteil.  Sie liegen unter anderem darin, dass weniger Handschuhe vorzeitig in den Abfall wandern, wenn sie geeignet für die Tätigkeit sind und nicht vorzeitig verschleißen, zum anderen verringern geeignete Handschuhe die Unfall- und Krankenzahlen. Denn: neben Kontaktallergien nehmen Hand- und Handgelenksverletzungen den Spitzenplatz bei den meldepflichtigen Unfällen mit einer Ausfallzeit von mindestens drei Tagen ein.

Vor Aufstellen eines Handschuhplans ist eine Risiko-Gefahren-Analyse in den betroffenen Arbeitsbereichen notwendig. Bei der Gefährdungsbeurteilung geht es darum, eventuelle gesundheitliche Gefahren zu finden, zu bewerten und ihnen durch entsprechende Handschuhmodelle entgegen zu wirken.