Keine Macht den Drogen!

Quelle: B_A/Pixabay

Quelle: B_A/Pixabay

An Arbeitsplätzen sind Drogen ein absolutes No-Go. Sie gefährdet nicht nur Ihr Unternehmen, sondern auch die Mitarbeiter. Cannabis, Kokain, Heroin, Ecstasy, Speed und viele weitere Drogen sind unzulässige Stoffe und haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen.

Machen Sie das Ihren Mitarbeitern immer wieder deutlich. Bei einem Verdachtsfall haben Sie als Arbeitgeber rechtliche Verpflichtungen. Behandeln Sie sie nachlässig, schaden Sie nicht nur Ihren Mitarbeitern, sondern auch dem Ansehen und Erfolg Ihres Unternehmens. Also, keine Macht den Drogen!

Rechtlich gesehen…

In Deutschland werden Herstellung, Inverkehrbringung und Ein- und Ausfuhr sowie Vernichtung von Betäubungsmitteln durch das BtmG geregelt. Das Betäubungsmittelgesetz tritt dann in Kraft, wenn ein Stoff in eine der drei „Anlagen“ des Gesetzes fällt. Dabei hängt die Einstufung vom Gefährdungspotential ab.

  • Anlage I erfasst die nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel, für die Handel und Abgabe verboten sind (Beispiel: LSD)
  • Anlage II erfasst die verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen Betäubungsmittel, für die Handel erlaubt, aber die Abgabe verboten sind (Beispiel: Cocablätter)
  • Anlage III erfasst die verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel, für die die Abgabe nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) geregelt ist (Beispiel: Morphin).

Auch manche Medikamente fallen also darunter.

Das Betäubungsmittelgesetz hat wegen seiner sträflichen Paragrafen eine hohe strafrechtliche Relevanz. Die Strafparagrafen sind §§ 29 ff.: Herstellung, Handel und Besitz von Betäubungsmittel.

Für Arbeitsplätze gilt außerdem § 15 Abs. 2 DGUV-V 1. Mit diesem Paragrafen dürfen sich Mitarbeiter mit Alkohol, Drogen etc. nicht in einen sich selbst oder andere gefährdenden Zustand versetzen.

Gesellschaftliche Fragen

Drogen haben in unserer Gesellschaft ein zweispältiges Ansehen. Sie werden Suchtmittel oder auch Genussmittel genannt. Sie sind unterschiedlich rechtlich einzustufen, also legal und illegal. Schließlich haben sie unterschiedliche Folgen, die sich gesundheitlich und/oder sozial auswirken können.

Machen Sie sich als Arbeitgeber bewusst, mit was Sie es zu tun haben, wenn Sie einen Verdachtsfall in der Firma haben.

Die Wirkung

Viele Suchtmittel wirken sich vor allem auf die Psyche aus. Das führt zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko am Arbeitsplatz, da sich Urteils-, Reaktions- und Handlungsfähigkeit einschränken. Des Weiteren kann die Wirkung negative soziale Folgen mit sich ziehen. Illegale Drogen führen zu Verlust von Bindungen und einem stabilen Lebensumfeld – was aber auch für legale Drogen wie Alkohol bei übermäßigem Gebrauch eine Folge sein kann.

Gefährdungspotential

Neben den illegalen Drogen haben auch legale Drogen wie Alkohol erhebliche gesundheitliche und soziale Folgen. Daher zählen auch sie zu den zehn gefährlichsten Suchtmitteln.

Das Gefährdungspotential wird gemessen an psychischen und sozialen Schäden sowie suchtauslösendem Potential.

Umgang am Arbeitsplatz

Es ist nicht einfach, einen Verdachtsfall am Arbeitsplatz zu beobachten, da die Wirkungen so vielfältig sind. Dennoch sind diese Anzeichen Symptome eines möglichen Drogenmissbrauchs. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass solche Symptome unter anderem auch durch Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme zustande kommen.

Körperliche und psychische Anzeichen

  • Bewusstseins- und Gleichgewichtsstörungen
  • Mangelnde Konzentration
  • Nachlassende Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit
  • Ermüdung
  • Einstiche und Entzündungen am Arm
  • Körperlicher Verfall
  • Distanzlosigkeit, Redseligkeit, Unausgeglichenheit, Selbstüberschätzung, Risikobereitschaft, Angstzustände, finanzielle Schwierigkeiten

Betriebliches Vorgehen

Als Arbeitgeber stehen Ihnen ein paar Möglichkeiten zu Verfügung, um gegen Drogenmissbrauch vorzugehen. Eventuell helfen vertrauliche Gespräche mit den betroffenen Personen, um ihnen zu zeigen, dass sich jemand um sie sorgt. Hierbei gibt es drei Arte von Gesprächen, die sinnvoll sind.

Fürsorgegespräch

Dieses Gespräch hat keinen arbeitsrechtlichen Hintergrund, sondern dient allein der Fürsorge von Mitarbeitern und Vorgesetzten. Hierbei wird besprochen, dass etwas „auffälliger“ ist als sonst, und vorsichtig nach Problemen gefragt. Zeigen Sie hierbei auch Hilfsmöglichkeiten, wie Beratungsstellen etc. auf.

Klärungsgespräch

Ein Vorgesetzter führt dieses Gespräch, wenn es zu deutlichen Pflichtverletzungen kam. Hierbei wird nach Problemen gefragt, Hilfe ausgesprochen und eine Verhaltensänderungen angemahnt. Auf Wunsch wird hierbei auch der Betriebsrat hinzugezogen.

Stufengespräch

Dieses Gespräch ist Teil eines arbeitsrechtlichen Prozesses. Hierbei spreche Sie offensichtliche Pflichtverletzungen bedingt durch eine Sucht an. Außerdem wird ein bestimmtes Verhalten gefordert und es werden Sanktionen ausgesprochen. Diese Art von Gespräch wird in der Personalakte dokumentiert.

Drogentest

Ob sich Suchtmittel im Körper befinden erfährt man über einen Drogentest. Dieser kann über Blut, Speichel, Urin, Haare und Nägel Aufschluss über einen Drogenkonsum geben.

Der Test darf nur mit Einverständnis des Betroffenen ausgeführt werden. Bestimmte Branchen erlauben ein berechtigtes Interesse an einem Drogentest, zum Beispiel bei Lokführer*innen, Pilot*innen, Busfahrer*innen oder Ärzt*innen, während unter Arbeitsrechtsexperten die Zulässigkeit des Tests umstritten bleibt.

Drogenfund am Arbeitsplatz

Sollten Sie auf Ihrem Gelände Drogen finden oder einen Verdacht auf Drogenhandel hegen, rufen Sie sofort die Polizei. Vergessen Sie nicht, Drogenhandel und -besitz ist und bleibt eine Straftat.