Dicke Luft am Arbeitsplatz

Quelle: Benjamin Thorn  / pixelio.de

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

Zum 1. Mai 2013 haben sich die Nichtraucher-Schutzgesetze verschärft: Es gilt absolutes Rauchverbot in nordrhein-westfälischen Restaurants, Bars, Kneipen und anderen Gaststätten. NRW ist damit das einzige Bundesland neben Bayern und dem Saarland, das ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie vorsieht. Auch in allen Einrichtungen des Bundes (Behörden, Dienststellen, Gerichten, bundesmittelbare Körperschaften, Anstalten und Stiftungen) und in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs (einschließlich Taxis und auf Bahnhöfen) gilt das Rauchverbot. Das Rauchverbot für die öffentlichen Einrichtungen der Länder, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Gaststätten wird auf Länderebene unterschiedlich durchgesetzt.

Insgesamt muss man allerdings sagen: Zum Schutz der Arbeitnehmer, die sich in öffentlichen Einrichtung und der Gastronomie dem Tabakrauch bisher aussetzen mussten, kann es nur ein absolutes Rauchverbot geben.

Denn Tabakkonsum ist Risikofaktor für sechs der acht Haupttodesursachen. Und nicht nur, wer selbst raucht, lebt gefährlich: Auch die Zahl der Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben, liegt bei etwa zehn pro Tag, schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Passivrauchen hat  - wenn auch etwas vermindert – die gleichen gesundheitsschädlichen Folgen wie aktives Rauchen: Es erhöht das Risiko für Lungenkrebs und Herzkreislauferkrankungen, verstärkt Asthmaanfälle und Reizungen der Atemwege, es erhöht die Wahrscheinlichkeit für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Typ 2 Diabetes und Brustkrebs bei Frauen.

Das Risiko, an koronaren Herzkrankheiten oder an Lungenkrebs  zu erkranken, erhöht sich zwischen 20 und 30 Prozent, wenn man zuhause oder am Arbeitsplatz Zigaretten- oder Zigarrenrauch ausgesetzt ist.

Mindestens 90 der insgesamt 4800 Substanzen im Tabakrauch Krebs erzeugend  oder möglicherweise Krebs erzeugend, weswegen Tabakrauch in der Raumluft in die höchste Gefahrenstufe der Krebs erzeugenden Arbeitsstoffe eingestuft wurde. Die Konzentration dieser Stoffe ist im Nebenstromrauch sogar noch höher als im Hauptstrom, der vom Raucher inhaliert wird.

Selbst noch zwei Stunden, nachdem geraucht wurde, befinden sich in der Raumluft 50 % der anfänglichen Stickoxide und Rauchpartikel – wenn nicht gründlich und mehrere Minuten mit offenem Fenster gelüftet wurde. Das macht selbst den Aufenthalt in Raucherräumen brisant, wenn dort nicht aktuell geraucht wird.

Für Unternehmer sollte die Gesundheit der Mitarbeiter Grund genug sein, um auf rauchfreie Arbeitsplätze zu setzen und so den Krankenstand zu verringern. Die Fehlzeiten durch Atemwegserkrankungen  sollten dadurch merklich zurückgehen. Die Rücksichtnahme auf Nichtraucher hat zudem einen Vorbildcharakter und setzt positive Signale. Nicht zuletzt lassen sich durch das Rauchverbot auch Reinigungs- und Renovierungskosten senken.

Wichtiger ist allerdings, dass Arbeitnehmer ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben und sich zuerst an den Betriebsrat oder später an die zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden können, wenn dieses Schutzrecht nicht erfüllt wird. In diesem Fall kann die Behörde eine Frist setzen, innerhalb der der Arbeitgeber Maßnahmen treffen muss, um seiner Schutzpflicht nachzukommen.

Mögliche Maßnahmen für die praktische Umsetzung des Nichtraucherschutzes sind beispielsweise:

  • arbeitsvertragliche Betriebs-/Dienstvereinbarungen zum Nichtrauchen abschließen
  • Rauchen nur in ausgewiesenen Außenbereichen erlauben
  • Rauchpausen nicht als Arbeitszeit anerkennen
  • Informationsbroschüren auslegen, Informationsveranstaltungen anbieten
  • kein Verkauf von Tabak auf dem Betriebsgelände
  • Entwöhnungsprogramme werden im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten

 

 

 

Mit Licht sieht es sich besser

Quelle: Michael Grabscheit  / pixelio.de

Foto: Michael Grabscheit / pixelio.de

Für die Augen ist das Fokussieren eines Gegenstandes in stets gleicher Entfernung wesentlich anstrengender als das normale Sehen, bei dem Nähe und Ferne wechseln und so die Muskeln Entspannungspausen haben. Wie sich die Augen bei der Arbeit am Bildschirm oder auch bei der Arbeit an Laufbändern und Maschinen entspannen lassen, haben wir bereits mit hilfreichen Tipps thematisiert.

Doch auch die Umgebung muss ausreichend hell sein, damit effizientes und augenschonendes Arbeiten möglich ist. Eine gute Qualität von Lampen und Leuchtmitteln sorgt für mehr Wohlbefinden und Gesundheit bei den Mitarbeitern und somit auch höherer Effizienz. Nicht nur die Helligkeit ist dabei ein wichtiger Punkt für den optimalen Durchblick. Zu achten ist auch auf den Einsatz reflexions- und blendfreier Einrichtung und Ausstattung des Arbeitsplatzes sowie eine optimale Leuchtdichteverteilung.

Beleuchtungsniveau

An Bildschirmarbeitsplätzen werden zwischen 500 und 750 Lux benötigt. Für Tätigkeiten wie Schreiben, Lesen oder Dateneingabe sind 500 Lux empfehlenswert, für detailreichere Aufgaben wie etwa das technische Zeichnen sollten es 750 Lux sein.

Nutzen Sie zudem ausreichend große Bildschirme, die auflösungs- und kontraststark sowie flimmerfrei sind.

Leuchtdichteverteilung

Optimal ist eine ausgewogene Leuchtdichteverteilung im Raum mit entsprechenden Reflexionsgraden, die einen hellen Raumeindruck begünstigen. Das Gegenteil einer guten Leuchtdichteverteilung ist ein heller Bildschirm in einem ansonsten dunklen Raum.

Die Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung schafft ein positives Raumgefühl.

Reflexionen und Blendungen

Ein individuell verstellbare Lichtschutz hilft, Blendungen und Reflexionen durch Sonnenlicht zu vermeiden und empfiehlt sich ohnehin als Hitzeschutz. Zusätzlich sollte der Bildschirm so ausgerichtet sein, dass störende Reflexionen nicht auftreten.

Auch die Lichtfarbe spielt eine Rolle: An Arbeitsplätzen sollten die Farben neutralweiß (nw) und tageslichtweiß (tw) statt warmweiß (ww) gewählt werden. Für Decke, Wand, Boden und Arbeitsflächen empfehlen sich matte oder seidenmatte Farben gewählt werden.

Wie wichtig die richtige Beleuchtung ist, zeigt sich, wenn man die Folgen einer falschen Beleuchtung betrachtet. Das sind beispielsweise:

  • Störung der Akkommodation durch Glanz und Reflexion, das heißt die Augen haben Schwierigkeiten, auf wechselnde Entfernungen einzustellen.
  • Asthenoptische Beschwerden bei falscher Leuchtdichteverteilung: Sehschwächen, müde Augen, Schweregefühl der Augenlider, Augenrötung, Doppelbilder und Verschwommensehen bis hin zu Schwindel, …
  • Überanstrengung der Augen und Ausstrahlen der Beschwerden in den Nacken, den Kopf, die Schultern, …

Für die Mitarbeiter gilt zudem: Nutzen Sie Vorsorgeangebote und halten Sie Arbeitspausen ein. Reagieren Sie, wenn sich mögliche Störungen der Augenfunktion bemerkbar machen, etwa Trockenheit, Brennen oder Probleme beim Fokussieren.

Die einschlägigen Bestimmungen zum Thema „Richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz“ finden sich z. B. in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), der DIN EN 12464 „Licht und Beleuchtung“, DIN 5035 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“ und in der Bildschirmarbeitsplatzverordnung.

Monotonie macht Schmerz

Etwas mehr Bewegung statt monotones Sitzen: Aufstehen beim Abheften. Quelle: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

Etwas mehr Bewegung statt monotones Sitzen: Aufstehen beim Abheften. Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Verspannungen und Schmerzen in Rücken, Schultern und Armen resultieren oft aus zu langem Sitzen am Arbeitsplatz und monotonen Bewegungsabläufen. Durch ergonomische Einrichtung des Schreibtischplatzes und präventive Verhaltensänderungen lässt sich der Arbeitsalltag dagegen entspannt und zudem effizienter bewältigen.

Ergonomischer Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz sollte nach ergonomischen Maßstäben eingerichtet und auf seinen Nutzer individuell einstellbar sein. Wichtig ist beispielsweise, dass der Bürostuhl sich auf die Körpergröße einstellen lässt, damit die ideale Sitzposition möglich ist. Sie sorgt für einen geraden Rücken ohne hängende Schultern und einen guten Durchfluss für die Durchblutung von Beinen und Rücken. Empfohlen wird, dass die Unterschenkel rechtwinklig zum Oberschenkel (Knie in 90°-Winkel) gebeugt und die Füße komplett auf dem Boden abgestellt werden können. Auch die Ellenbogen sollen einen Winkel von 90° aufweisen, die Handgelenke liegen auf der Tischplatte locker auf. Eventuell ist es notwendig, den Bildschirm etwas höher zu platzieren, denn sein oberer Rand sollte etwa auf Höhe der Augen liegen. Der Monitor steht in 45 bis 70 cm Entfernung (ebenso wie die Tastatur) und ist leicht nach hinten geneigt.

Der Bürostuhl sollte Rollen haben und Stützen für den unteren Rücken sowie verstellbare Armlehnen.

Ergonomische Peripherie

Tastatur und Maus sollten im Idealfall auch ergonomisch geformt sein, um eine unnatürliche Haltung der Arme, Hände und Schultern zu vermeiden. Dafür eignen sich beispielsweise zweigeteilte Tastaturen. Bei den Mäusen gilt es auszuprobieren, ob beispielsweise ein Trackball oder eine andere Mausform am ehesten dem Nutzerverhalten und -Anspruch entspricht. Bei der Trackball-Maus etwa wird nicht mehr die Maus angehoben und geschoben, sondern mit dem Daumen oder einem anderen Finger die Kursorbewegung gesteuert. Andere Mäuse ähneln einem Joystick oder werden wie ein Stift auf einer kleinen Tafel geführt. Letztere Variante ist vor allem in den grafischen Berufen beliebt.

Wer vor allem Beschwerden im Schulterbereich hat, sollte Gelpads ausprobieren, auf denen die Handgelenke beim Schreiben und der Maussteuerung abgelegt werden können.

Dynamisches Sitzen

So wichtig die ideale Sitzposition auch ist: Wer sich zwingt, allzu lange in gleicher Position zu verharren, schadet sich. Die Durchblutung, die Muskeln und auch die Konzentration profitieren davon, wenn man seine Sitzhaltung hin und wieder ändert.

Am gesündesten gelingt dies mit einer Steh-Sitz-Kombination, die sich mit wenigen Handgriffen vom Sitzplatz zum Stehpult umfunktionieren lässt.

Zwischendurch: Bewegung

Kurze Übungen zum Lockern der Muskeln, Entsteifen der Gelenke und Förderung der Durchblutung sollten einen festen Platz im Arbeitsalltag haben. Sie helfen gegen Verspannungen und beugen Schmerzen vor. Es gibt einige Programme, die daran erinnern, wenn es Zeit für eine Übung ist und Vorschläge für etwas Bewegung machen. Dazu gehört beispielsweise Workrave (Download über die Anbieterseite), das an Klick-Pausen erinnert, um dem Mausarm vorzubeugen.

Ein anderes nützliches Programm ist WorkPace (Download über Netzwelt), dass Übungen in Animationen vorführt und als ”Belastungs-Präventions-Software” wirkt. Eine Kontrolle des Computernutzungsverhaltens und somit Vorbeugung gegen Mausarm und Verspannungen bietet auch RSI-Shield (Download über Netzwelt). RSI steht für Repetitive Strain Injury, den so genannten Mausarm.

Einige Beispiele für Übungen im Büro finden sich beispielsweise hier, aufgelistet von der Zeitschrift Fit for fun, oder auch auf zahlreichen Internetseiten der Krankenkassen.

Pausen machen

Nicht nur die Maushand braucht ab und zu eine Pause, sondern auch der Kopf. Untersuchungen zeigen: Micro- oder Minipausen erhöhen die Leistungsfähigkeit, Konzentration und Innovationskraft, sorgen für neue Kraft und weniger Stresshormone im Blut. Minipausen können beispielsweise nach 15 Minuten konzentrierter Arbeit 15 Sekunden Entspannung sein. Aufstehen, aus dem Fenster sehen, die Augen schweifen lassen, sich strecken.

Das Fokussieren der Augen abwechselnd auf die Ferne und die Nähe hilft nicht nur die Augenmuskeln zu entspannen, sondern beugt auch Kopf- und Nackenschmerzen und Augentrockenheit vor, die durch das Starren auf den Bildschirm entstehen.

Für einen kurzen Moment der Entspannung sorgt auch der Besuch auf der Internetseite donothingfor2minutes.com.

Tippen statt Kreisen

Die Schultern hochgezogen, die Hand kreist einem Adler gleich über der Tastatur, die Finger zur Kralle gekrümmt, bereit zuzuschlagen, wenn der Buchstabe gefunden. Eine einseitige Belastung des Oberkörpers und der Arme ist oft die Folge. Besser: Erlernen des 10-Finger-Systems, um entspannt, schnell und ohne hinzusehen tippen zu können.

Auch online ist das Erlernen möglich mit kostenlosen Programmen wie beispielsweise Tipp10 (Download über Anbieterseite).

Sport und Wellness

Ob Sport zum Auspowern, den Rücken stärkende Gymnastik oder ein Spaziergang an der frischen Luft – Bewegung tut gut und sorgt als Ausgleich zum monotonen Sitzen für Wohlbefinden. Wer bereits unter schmerzhaften Verspannungen leidet, sollte sich zudem in die Hände eines Fachmanns begegeben, beispielsweise beim Physiotherapeuten oder in einer zertifizierten und qualifizierten Massagepraxis.

 

 

Vom Kerzenlicht zum Großbrand

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon wird aus der kleinen Flamme ein Feuer.

Foto: Dominik Pöpping / Pixelio.de

Bald schon werden viele Büros und Sozialräume mit Lichterketten, Kerzen und Adventskränzen geschmückt. Für Sicherheitsfachkräfte und Brandschutzbeauftragte ist es daher höchste Zeit, sich darum zu kümmern, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Elektrik und offener Flamme vorherrscht.
In gewerblichen und öffentlichen Räumen sollte das Aufstellen echter Kerzen vermieden werden, allerdings lässt es sich nicht in jedem Fall generell verbieten. Zudem gibt es einige Institutionen, in denen das Entzünden eines Adventskranzes eine besonders emotionale Bedeutung hat, etwa in Alten- und Pflegeheimen oder sozialen Einrichtungen.
In der Folge sind Orte der Alten- und Krankenpflege in der Adventszeit besonders brandgefährdet. Nicht nur für ältere Menschen gehören Kerzen und Tannenzweige unverzichtbar zur Vorfreude auf Weihnachten dazu, allerdings wird die Brandgefahr oft gefährlich unterschätzt.

Achtsamkeit wecken

Wichtig ist es daher, deutlich darauf hinzuweisen, dass eine brennende Kerze, wenn sie durch einen kleinen Luftzug oder eine unbedachte Bewegung an Tannengrün oder Geschenkpapier gerät, im Nu zu einem sich rasant ausbreitenden Zimmerbrand werden kann. Wie schnell aus einer kleinen Flamme ein lichterloh brennendes Großfeuer werden kann, ist oft nicht bewusst.
In einer Unterweisung der Mitarbeiter sollte man auf jeden Fall darauf hinweisen, dass jede Kerze – egal wie groß oder klein oder wie stabil sie zu stehen scheint – eine Brandgefahr darstellt. Die Temperaturen können an der heißesten Stelle der Kerzenflamme, nämlich an ihrer Oberfläche, bis zu 1400 Grad Celsius heiß werden. Zehn Zentimeter über der Flamme sind es noch etwa 350 Grad – das genügt, um Nadeln und Äste zu entflammen.
Brennende Kerzen sollten nie auch nur ein paar Minuten unbeaufsichtigt sein. Im Fall der Fälle steht sogar der Schutz der Brandversicherung auf dem Spiel.
Auch beim Gebrauch von Schneespray gilt höchste Vorsicht. Das Treibmittel des Kunstschnees ist unter Umständen brennbar und kann die Dose in einen Feuerwerfer verwandeln, wenn in Nähe einer Flamme  gesprüht wird. Gleiches gilt für Haarspray, das gerne genutzt wird, um die Tannennadeln länger am Zweig zu halten.

Rechtzeitig Hilfe holen

Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel Hilfe holen als einmal zu wenig. Machen Sie deutlich, dass niemand dafür Ärger bekommt, wenn er die Feuerwehr oder andere Rettungskräfte alarmiert, wenn er eine Gefahr sieht. Schulen Sie zudem Mitarbeiter zum Thema „Richtiges Verhalten im Brandfall“ und im Umgang mit dem Feuerlöscher.

Tonerstaub: Eine Gefahr?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob von Tonerstäuben aus Laserdruckern oder Kopiergeräten eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht. Zur Zeit existieren zwei konträre Sichtweisen zu diesem Thema.

Gifte in der Atemluft

Entsteht beim Drucken gefährlicher Staub? Quelle: Barbara Ochs

Foto: Barbara Ochs / www.textorama.de

Einerseits wird behauptet, dass Laserdrucker und Kopierer zahlreiche Gifte freisetzen, wie beispielsweise Schwermetalle oder krebserregender Stäube, und die Atemluft am Arbeitsplatz belasten. Diese Stoffe können in der Tat zu zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen wie Hautschäden, Diarrhoe, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche bis hin zu irreparablen Lungenschäden führen.

Mitunter entsteht der Eindruck, dass Laserdrucker generell eine Gesundheitsgefahr darstellen, weil sie mehrere gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen (z. B. Benzol, Styrol, Phenol, Nickel, Kobalt). Das Vorhandensein dieser Stoffe allein ist aber nicht ausreichend. Denn: Die mit der Atemluft aufgenommene Menge an Schadstoffen bzw. deren Dosis ist ausschlaggebend.

Grenzwerte sind entscheidend

Versachlicht man diese Problematik andererseits und betrachtet die tatsächliche Emission von Laserdruckern und Kopierern durch Messungen, so kommt man zum Ergebnis, dass die Grenzwerte für die freigesetzten Stoffe am Arbeitsplatz deutlich unterschritten werden.

Die gemessenen Werte liegen im Bereich der allgemeinen Umweltbelastung. So hat  sowohl das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BGIA) als auch die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) bei einem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ der Geräte, keine Gesundheitsgefährdung feststellen können.

Das heißt: Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik kann davon ausgegangen werden, dass beim Normalbetrieb von modernen Laserdruckern und Kopierern keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Es kann aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass es in seltenen Fällen zu gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhang mit den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern kommen kann.

Wir empfehlen daher:

  • Bei Neuanschaffungen: Kopierer und Drucker neuerer Bauart verwenden – nach Möglichkeit mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Bei diesen Geräten sind bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich der verwendeten Materialien und des Emissionsverhaltens festgelegt und überprüft worden.
  • Wenn möglich Laserdrucker durch Tintenstrahldrucker ersetzen
  • Geräte mit Abluftfilter verwenden oder Filter nachrüsten (mit dem Hersteller abklären)
  • Wartungsintervalle einhalten (Wartung und Reinigung nur durch fachlich geeignetes Personal)
  • Häufig genutzte Geräte in einem gesonderten Raum aufstellen
  • Für ausreichende Lüftung sorgen
  • Abluftöffnungen der Geräte nicht auf Mitarbeiter richten
  • Papierstaus vorsichtig beheben, keinen Staub aufwirbeln
  • Verunreinigungen durch Tonerstäube mit feuchtem Tuch aufnehmen
  • Bei Hautkontakt mit Toner die Hände mit kaltem Wasser und Seife reinigen

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, die Arbeitnehmer über den richtigen und sicheren Umgang mit dem Laserdruckern und Kopierer zu unterweisen. Das Erstellen einer entsprechenden Betriebsanweisung ist sinnvoll.
Treten trotz der oben genannten Maßnahmen gesundheitlichen Beschwerden bei den Mitarbeitern auf, die auf die Belastung der Atemluft mit Tonerstaub zurückgeführt werden, sollte ein Arbeitsmediziner zu Rate gezogen werden.

Auf und nieder: Standfest fürs Sitzfleisch

Solche Stühle haben am Arbeitsplatz ausgedient. Quelle: Andri Peter / pixelio.de

Foto: Andri Peter / pixelio.de

In früheren Zeiten (vor E-Mail, Scanner und Vernetzung) traf man den gemeinen Büromenschen wesentlich öfter abseits des Schreibtischs an. Da mussten noch Akten aus dem Keller geholt und Matrizen gezogen werden, man musste Ordner hin- und hertragen und für jeden Zettel ins Nachbarbüro gehen. Heute macht es die moderne Technik möglich, einen kompletten Bürotag sitzend zu verbringen.
Mit fatalen Folgen für die Gesundheit und nicht zuletzt auch die Leistungsfähigkeit. Die Lösung ist einfach: Aufstehen! Alle 20 Minuten, so lautet die Empfehlung, sollte man aufstehen, um die Durchblutung anzuregen und einseitigen Belastungen vorzubeugen. Das Zauberwort, das auch immer mehr Unternehmen hilft, das Wertvollste in Ihrem Betrieb, nämlich die Mitarbeiter, zu schützen, heißt Steh-Sitzdynamik und wird immer mehr zu einem wichtigen Punkt in der gesundheitlichen Vorsorge im Betrieb. Eine Studie des bso (Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel) aus 2011 hat ergeben, dass in 63 Prozent der 603 befragten Unternehmen, Dienstleistern und Behörden zumindest ein Teil der Beschäftigten einen ergonomischen Arbeitsplatz hat, der Sitzen und Stehen ermöglicht. 9 Prozent der Befragten ermöglichen das sogar allen Mitarbeitern und zeigen auch darüber hinaus ein großes Interesse an Prävention und Gesundheitsbewusstsein.
Ob Steh-Sitzdynamik oder Sitz-Stehdynamik – gemeint ist der Wechsel zwischen Stehen und Sitzen.
Warum es so wichtig ist, nicht nur Stehen oder nur zu Sitzen, zeigt ein Blick auf die Folgen, die eine einseitige Belastung haben kann.

Das Stehen

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sind vermehrt Steharbeitsplätze zu finden. Doch auch hier nimmt ihre Anzahl stetig ab und wird durch Steh-Sitz-Variationen ersetzt. Der Grund: Stehen erfordert einen höheren Energieaufwand als Sitzen, ermüdet daher schneller und ist weniger geeignet für Arbeiten, die eine stetig hohe Konzentration erfordern. Längeres Stehen belastet das Hüftgelenk und fördert Venenerkrankungen. Zudem erschwert das lange Stehen die feinmotorische Arbeit, da der Oberkörper weniger stabil ist als im Sitzen.

Das Sitzen

Auch das Sitzen ist keine Ideallösung. Es belastet die Bandscheiben und stört ihre Durchblutung. Schmerzhafte Verspannungen und Muskelreizungen im Rücken- und Schulterbereich sind typisch für eine einseitige Belastung oder falsche Sitzposition. Langes Sitzen, vor allem wenn Stuhl und Tisch nicht richtig eingestellt sind, kann das Binde- und Stützgewebe der Beine schädigen und sowohl das Herz- und Kreislauf-, wie auch das Nervensystem schädigen.
Sowohl beim ununterbrochenen Stehen wie auch beim steten Sitzen können Verspannungen und chronische Schmerzen, Durchblutungsstörungen und dadurch auch schnelle Ermüdung und Leistungsabfall bis hin zum Motivationsverlust und Krankheitsfall die Folge sein.

Möglich ist beides

Zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens sollte daher immer geprüft werden, ob Sitz-Steh-Arbeitsplätze eingerichtet werden können.
Wichtig sind hier geeignete Möbel, die ohne großen Umstand und lange Wege den Wechsel zwischen Stehen und Sitzen ermöglichen. Geeignet sind hier vor allem höhenverstellbare Arbeitstische, die am besten hydraulisch gesteuert das Arbeiten im Stehen und im Sitzen ermöglichen.
Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) empfiehlt hier für Büroarbeit mit und ohne Computerunterstützung eine Mindestgröße von 160 x 80 Zentimetern für einen Tischfläche, die idealerweise sowohl einen Schreib- als auch einen Computerarbeitsbereich ermöglichen sollte, und eine variable Höhe von 68 bis 118 Zentimetern.
Der Arbeitgeber sollte seine Mitarbeiter entsprechend für das Thema sensibilisieren, damit die Steh-Sitzdynamik genutzt und akzeptiert wird. Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde haben sich als empfehlenswert erwiesen. Die Mitarbeiter sollten dazu angehalten werden, statisches Stehen zu vermeiden, etwa durch Fußstützen, die ein wechselndes Aufstellen der Füße ermöglichen.
Sitzen sollte stets dynamisch sein, was sich durch entsprechende Drehstühle mit beweglichen Sitzflächen erreichen lässt.

Broschüre der BAuA zum Thema als kostenloser Download.

 

Schwere Arbeit für das Auge

Für ein gesundes Auge braucht es manchmal etwas Ruhe. Quelle: Jörg Kleinschmidt  / pixelio.de

Foto: Jörg Kleinschmidt / pixelio.de

Die Augen brennen, tränen, schmerzen – wer viele Stunden am Tag konzentriert am Bildschirm arbeitet, kennt dieses Gefühl. Das Auge leidet darunter, stetig in eine Lichtquelle zu blicken und es wird zudem trocken, weil der Mensch das Blinzeln vergisst.

Hier sind ein paar Tipps, wie man den Augen Erholung verschafft:

  • Ändern Sie den Fokus. Richten Sie Ihre Augen öfters in die Ferne und schauen Sie aus dem Fenster. Lassen Sie Ihre Augen etwas wandern zwischen Nah- und Fernbereich.
  • Nutzen Sie diese kleine Pause um kurz aufzustehen. Das sollten Sie ohnehin alle 20 Minuten tun, um die Durchblutung anzuregen.
  • Entspannen Sie bewusst Ihre Gesichtsmukeln, Ihre Augenmuskeln, Ihre Schultern,…
  • Schließen Sie Ihre Augenlider und bewegen Sie Ihre Augen mindestens zehnmal von links nach rechts. Wiederholen Sie die Übung mit der Augenbewegung oben-unten.
  • Lassen Sie Ihren Augen mit geschlossenen Lidern eine imaginäre 8 schreiben.
  • Blinzeln sie so schnell und unverkrampft wie sie können. Schließen Sie anschließend die Augen für eine Weile.

Tritt trotz dieser Übung keine Besserung ein, könnten die Gründe weit reichender sein. Dazu gehören beispielsweise falsche Arbeitsplatzbeleuchtung, ein falsch eingestellter Bildschirm oder zu hohe Staubbelastung im Büro. Eventuell empfiehlt sich für Sie auch eine Bildschirmbrille oder der Gang zum Betriebsarzt, um zu prüfen, ob medizinische Gründe für die Augenprobleme vorliegen.

 

 

Arbeiten unter Dauerspannung

Während die Gefahren durch Unfälle bei der Arbeit kontinuierlich zurückgehen, wie beispielsweise der Unfallverhütungsbericht der Bundesregierung darlegt, steigen die psychischen Belastungsfaktoren. Sie gewinnen in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung, da die Beschäftigten häufiger mit wechselnden Beschäftigungsverhältnissen, erhöhten Qualifikationsanforderungen und ständig sich ändernden Tätigkeitsprofilen konfrontiert werden.

Untersuchungen der Europäischen Kommission haben gezeigt, dass Stress am Arbeitsplatz das zweithäufigste gesundheitliche Problem der Mitarbeiter ist. Betroffen sind 28 Prozent der Beschäftigten. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge entsteht in der Europäischen Union durch stressbedingte Erkrankungen ein Schaden von mehr als 20 Milliarden Euro, verursacht durch Fehlzeiten und Krankheitskosten.

Unsere Checkliste kann helfen, die Anzeichen für psychische Fehlbelastungen der Mitarbeiter zu erkennen.

PDF zum kostenlosen Download: Checkliste psychische Belastungen am Arbeitsplatz

„Stör’ ich gerade?“ – Vom Umgang mit Unterbrechungen

Das kennt wirklich jeder: Die Lösung des Problems, der rettende Gedanke, bahnt sich seine Weg, nimmt Formen an, bekommt Gestalt – und verschwindet wie von Zauberhand. Weil das Telefon läutet, der Kollege laut polternd zur Tür hereinkommt oder eine Nachricht auf dem Handy piept.
Unterbrechungen bei der Arbeit kommen heute doppelt so häufig vor wie noch vor 20 Jahren, sagt beispielsweise die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua).

Eine Frau schreit "Ruhe, bitte!"

Foto: Tanja/pixelio.de

Die Lüge vom Multitasking

Tatsache ist: Das oft beschworene Multitasking ist eine Lüge. Man mag vielleicht gleichzeitig entspannt baden und ein Buch lesen können, aber schier unmöglich ist es, sich gleichermaßen gut auf zwei oder mehr Dinge zu konzentrieren, die der Aufmerksamkeit bedürfen. Das Bewusstsein kann immer nur einen Gedanken verfolgen, zwei gleichzeitig schafft es nicht. Forscher der Universität Michigan haben herausgefunden, dass das Gehirn um 20 bis 40 % weniger Leistung bringt, wenn der Mensch versucht, Dinge gleichzeitig statt nacheinander zu erledigen.

Fokussieren statt Schludern

Die Folgen dieser Unterbrechungen sind oft Stress, Überlastung, aber auch Zeitverlust und mehr Fehler durch Unkonzentriertheit, denn wer nur für drei Minuten aus seiner Aufgabe herausgerissen wird, braucht mindestens zwei Minuten, um wieder hineinzufinden. Das wurde bereits in mehreren Studien bewiesen.
Zu versuchen, mehrere Dinge zugleich zu erledigen, ist nicht nur der Gesundheit und dem Wohlbefinden abträglich, es schadet auch dem Ergebnis. Vor allem in Berufen, in denen mit Menschen umgegangen wird oder wo mit technischen Geräten und Gefahrstoffen hantiert wird, ist es sogar mitunter sehr gefährlich und sogar fahrlässig.

Strategien gegen das Unvermeidbare

Da sich Unterbrechungen allerdings auch kaum immer verhindern lassen, gibt es aus Sicht des Arbeitsschutzes einige Tipps, um ihnen besser zu begegnen.
Zunächst müssen Sie sich über die Art der Unterbrechung und Ihre Erfahrungen im Klaren sein, damit sich Sie später eine Strategie zurecht legen können.

Beantworten Sie für sich selbst folgende Fragen:

  • In welcher Situation ist es mir gelungen, mit bestimmten Unterbrechungen gut umzugehen?
  • In welchen ist es mir nicht gelungen?
  • Was habe ich ganz konkret getan, um die Situation zu verbessern?
  • Was habe ich getan, das die Situation eher verschlimmerte?
  • Welche Strategie würde ich anderen in meiner Situation empfehlen?
  • Wenn ich die Situationen rückblickend betrachte: Welche Möglichkeiten der Reaktion fallen mir zusätzlich ein, die geholfen hätten?

Wissen, was zu tun ist

Grundsätzlich gibt es vier mögliche Strategien, um auf eine Unterbrechung zu reagieren – sofern sie nicht komplett auszuschließen oder abzuschalten ist (Tür, Handy, Mailprogramm, Browser).

  • Sofort
  • To-do-Liste
  • Delegieren
  • Papierkorb

Sofort: Manche Unterbrechung erfordert, das alles andere stehen und liegen gelassen wird. Problematisch ist es dann oft, zur alten Aufgabe zurückzufinden. Nur weniges ist so eilig, dass es keine Zeit mehr gibt, um den Gedanken, den Sie gerade verfolgten, oder auch den nächsten Schritt kurz – notfalls mit nur einem Stichwort – zu notieren. Beschreibbare Schreibtischunterlagen oder Notizzettel leisten die besten Dienste.

To-do-Liste: Setzen Sie Prioritäten. Was sich zu einem späteren Zeitpunkt erledigen lässt, gehört auf die To-do-Liste. Ob sie als Papier oder digitale Version gepflegt wird, ist Geschmackssache. Wichtig ist allein, dass Sie – technisch gesprochen – Ihren Arbeitsspeicher entlasten und eine externe Festplatte nutzen. Es gibt verschiedene Methoden, solche To-do-Listen zu führen, die unter anderem auf dem Portal “Zeit zu Leben” als Tagespläne, Wochen- oder Montagslisten zum Download angeboten werden.

Delegieren: Geben Sie Fäden aus der Hand, wenn nötig. Ein Haufen Fleißkärtchen nützt Ihnen nichts, wenn Sie dafür aufreiben und verbrennen. Auf Dauer schadet es dem Wohlbefinden und vor allem der Gesundheit, immer mehr als volle Leistung zu geben. Denken Sie nur an stressbedingte Krankheiten, Burn-out und andere Folgen. Den richtigen Moment zu erkennen, um um Hilfe und Unterstützung zu bitten, bringt Ihnen mehr Anerkennung ein, als viel zu viel selbst und alleine machen zu wollen und letztlich an falsch verstandenem Ehrgeiz zu scheitern.

Papierkorb: Vor allem, was Informationen angeht, gibt es oft ein Übermaß. E-Mail-Flut, Werbeflut eine Flut an Reizen. Wenn Sie es nicht schaffen, die Newsletter zu lesen, die in Ihrem Mailfach landen, melden Sie sich ab. Überfrachten Sie sich nicht mit Aufgaben. Was in keine der vorher genannten Optionen passt, ist wahrscheinlich ein Kandidat für den Papierkorb. Vielleicht hilft es Ihnen, eine Zwischenstation einzurichten, in die sie solche Dinge packen. Entscheiden Sie am Ende des Tages, wenn alles andere abgearbeitet ist, wie sie mit den Dingen verfahren, die sich hier angesammelt haben.

Der sichere Schreibtisch

Natürlich: Ein Arbeitsplatz am Schreibtisch in einem durchschnittlichen Büro ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein sichererer Arbeitsplatz als beispielsweise die Arbeit am Hochofen oder auf einer Bohrinsel.

Foto: Cornelia Menichelli / pixelio.de

Oftmals denkt man in erster Linie an Ergonomie, wenn es um die Gesundheit im Büro geht. Schließlich gehören Rückenprobleme, Verspannungen im Nacken und Überlastungen der Handgelenke zu den häufigsten Beschwerden.

Wenn es allerdings um die Sicherheit geht, ist der Arbeitgeber ebenso gefragt. Er muss beispielsweise sicherstellen oder durch geschulte Mitarbeiter, bzw. externe Fachleute sicherstellen lassen, dass Verkehrs- und Rettungswege freigehalten werden.

  • Schubladen und Türen von Schreibtischen und Schränken sollten nicht unnötig offen stehen.
  • Die Mitarbeiter dürfen keinesfalls Stühle oder Tische als Leiter-Ersatz benutzen. Stattdessen sollten genügend Leitern oder kleinere Aufstiegshilfen vorhanden sein, auf die sie bei Bedarf zurückgreifen können.
  • Auf Büroschränken dürfen keine schweren Gegenstände abgelegt werden, da sie beim Herunterheben zu Stürzen oder Verletzungen führen können. Zudem gefährden sie unter Umständen die Statik der Schränke.
  • Verkehrswege dürfen ebenso wie Fluchtwege niemals als Abstell- oder Lagerflächen genutzt werden. Auch nicht für kurze Zeit.
  • Fluchttüren müssen frei gehalten werden und dürfen nicht abgeschlossen werden.
  • Die Mitarbeiter müssen darauf hingewiesen werden, dass sie im Notfall die Treppenhäuser benutzen müssen und keinesfalls den Fahrstuhl.
  • Computer-, Telefon- oder andere Kabel sollten möglichst gar keine Verkehrswege kreuzen. Falls doch, müssen sie so abgedeckt werden, dass sie nicht zur Stolperfalle werden können.
  • Auch Fußmatten und Bodenbeläge müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit hoch stehende Ecken und Unebenheiten schnell entdeckt und in Ordnung gebracht werden können.

In jedem Büro gibt es eine Vielzahl elektrischer Geräte. Einige sind für die Schreibtischarbeit direkt nötig, andere dienen der Produktion oder werden in den Pausen eingesetzt. Wer für die Sicherheit im Betrieb verantwortlich ist, sollte sicherstellen, dass die Beschäftigten sich an bestimmte Verhaltensregeln halten.

  • Elektrische Betriebsmittel und Anlagen jeglicher Art dürfen nicht mehr benutzt werden, wenn sie Mängel aufweisen.
  • Elektrische Geräte dürfen nicht selbst repariert werden.
  • Werden Schäden und Mängel entdeckt, müssen sie gemeldet werden, beispielsweise an eine Sicherheitsfachkraft, an eine Elektrofachkraft oder zumindest dem Vorgesetzten.
  • Die Mitarbeiter müssen sich beim Nutzen der Geräte an deren Betriebsanleitung halten. Es ist daher darauf zu achten, dass alle Gebrauchsanweisungen vorhanden sind. Es empfiehlt sich, die Originale zentral zu sammeln und Kopien für die Mitarbeiter greifbar auszulegen.
  • Private Elektrogeräte wie beispielsweise Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder auch Radios müssen beim Vorgesetzten angemeldet werden, bevor sie erstmals am Arbeitsplatz eingeschaltet werden.
  • Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel dürfen nicht über ihre zulässige Nennbelastung genutzt werden (Kennzeichnung beachten).
  • Alle elektrischen Geräte, die nach Feierabend nicht mehr gebraucht werden, müssen abgeschaltet werden. Das dient zum einen dem Stromsparen, ist aber wegen der möglichen Überhitzung und somit Brandgefahr notwendig.
  • Stellt ein Mitarbeiter eine Störung an einem Gerät fest, muss er es sofort abschalten und den Stecker ziehen.
  • Es ist wichtig, nur Geräte einzusetzen, die durch eine unabhängige Prüfstelle getestet wurden und ein GS-, VDE- oder gleichwertiges Prüfsiegel tragen.
  • Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Ortsveränderliche, wie beispielsweise Stecker oder Steckdosen, müssen alle zwei Jahre durch die Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person überprüft werden.

Unachtsamkeit kann schwere Folgen haben. Deswegen sollten die Mitarbeiter auch die Vorgaben zum Thema “Gefährliche Abfälle” beachten. Darüber hinaus können natürlich für Chemikalien, Putzmittel oder andere Stoffe weiterführende Bestimmungen gelten. Immer und in jedem Büro gilt aber:

  • Scharfkantige und spitze Gegenstände wie Steck- oder Sicherheitsnadeln, Klingen oder Scherben dürfen nicht im Mülleimer entsorgt werden. Kleine Gegenstände sollte man besser mit einem Hinweis versehen für das Reinigungspersonal an einer gut sichtbaren Stelle ablegen. Größere Gegenstände wie etwa die Scherben einer Wasserflasche sind in einem Eimer besser aufgehoben.
  • Raucher dürfen ihre Aschenbecher nicht direkt in den Mülleimer werfen. Noch zwei Stunden nach Ausdrücken der Kippe besteht die Gefahr eines Schwelbrands. Besser: In eine luftdichte Dose umfüllen und entsorgen, wenn keine Gefahr mehr besteht (das mindert auch den Geruch).

Die Teeküche gehört zu den meist besuchtesten Räumen eines Büros. Wo Lebensmittel ins Spiel kommen, gelten für alle Mitarbeiter besondere Vorgaben, die über die regulären Anforderungen an Hygiene und Rücksichtsnahme hinausgehen:

  • Reinigungsmittel und andere Produkte, die Gefahrenstoffe enthalten können, müssen getrennt von Lebensmitteln aufbewahrt werden. Bei starken Mitteln empfiehlt es sich, sie in einem separaten, gut durchlüfteten Raum zu lagern.
  • Egal, wo sie gelagert werden: Gefahrstoffhaltige Produkte dürfen nie in Behälter abgefüllt werden, die für Lebensmittel gedacht sind oder waren, etwa in Wasserflaschen oder Keksdosen.

Falls gegen alle Vorsicht doch etwas passiert, zeigt sich, ob der Arbeitgeber gute Vorarbeit geleistet hat und seinen Pflichten nachgekommen ist:

  • Stehen Verbandskästen und Feuerlöscher in ausreichender Zahl bereit? Sind ihre Standorte deutlich gekennzeichnet?
  • Wird der Inhalt der Erst-Hilfe-Verbandkästen monatlich überprüft auf Haltbarkeit der einzelnen Komponenten und Vollständigkeit? Werden abgelaufene Teile durch neue ersetzt?
  • Werden Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre durch eine befähigte Person eines Brandschutzfachbetriebs geprüft?
  • Werden mindestens einmal im Jahr Erste-Hilfe- und Brandschutzübungen mit den Mitarbeiter durchgeführt?

Werden alle diese Punkte beachtet, ist der Arbeitsplatz am Schreibtisch noch ein Stück weit sicherer als die Bohrinsel.