Folgenschwerer Bedienfehler

Am 26. November 2012 brach in der Caritas-Werkstatt für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Titisee-Neustadt ein Feuer aus. 14 Menschen starben, 10 wurden verletzt. Eine furchtbare Katastrophe, laut Sachverständigen-Gutachten ausgelöst durch eine Verpuffung an einem Katalytofen.

Dieser Ofen war nicht zur Beheizung für die Werkstatt vorgesehen, sondern als Wärmequelle für den bald anstehenden Weihnachtsmarkt. Für die Betreuerin, die den Ofen vermutlich bediente, kam jede Hilfe zu spät.

Nun folgen weitere Ermittlungen, um zu klären, ob sie für den Unfall verantwortlich war oder ob Versäumnisse der Werkstattleitung zu diesem furchtbaren Brand führten. Gesetzliche Vorgaben schreiben vor, dass jeder, der mit einem solchen gasbetriebenen Ofen arbeitet, über die Gefahren aufgeklärt werden muss. Zudem muss eine schriftliche Dokumentation über diese Unterweisung vorliegen.

Zweieinhalb Monate nach dem Brandunglück hat die Justiz daher die Ermittlungen gegen den Leiter der Caritas-Werkstatt aufgenommen. Auch sein Vorgänger muss sich den Fragen stellen, denn der Ofen ist seit zehn Jahren in Besitz der Caritas.

Zur Begründung heißt es in der Pressemitteilung der Polizeidirektion Freiburg vom 13. Februar 2013

Nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis ist fraglich, ob die erforderliche Gefährdungsbeurteilung des Katalytofens im erforderlichen Umfang durchgeführt wurde. Erkenntnisse über eine mögliche Dokumentation lagen bislang nicht vor. Eine Gefährdungsanalyse und eine entsprechende Dokumentation wären jedoch bereits vor Bereitstellung und Nutzung des Katalytofens erforderlich gewesen.

Sollte der Ofen tatsächlich ohne hinreichende Gefährdungsanalyse und ohne erforderliche Dokumentation als Arbeitsmittel bereitgestellt und genutzt worden seien, sähen sich die Werkstattleiter der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung ausgesetzt.

Einen technischen Defekt am Ofen schließt der Sachverständig laut Polizei aus. Das Linksgewinde des seitlichen Anschluss-Stutzens sei mechanisch nicht beschädigt und auch die einzelnen Gewindegänge seien intakt gewesen. Vielmehr war das Gasflaschen-Ventil zur Propangasflasche vollständig geöffnet, so der Gutachter. Allem Anschein nach durch einen Bedienfehler war der Katalytofen mit der Gasflasche nicht mehr verbunden, so dass das Propangas ungehindert ausströmen konnte.

Dieser Fall zeigt auf beklemmende Weise, wie wichtig es ist, die nötige Vorsicht walten zu lassen und Vorgaben zur Sicherheit zu beachten.

Warm und sicher

Quelle: M. Großmann  / pixelio.de

Foto: M. Großmann / pixelio.de

Spätestens im Herbst kommen die meisten Straßencafés und Biergärten nicht mehr ohne Heizstrahler aus, wenn sie wollen, dass ihre Gäste die kalten Temperaturen bei Käffchen und Bierchen ertragen. Die mit Flüssiggas betriebenen Terrassenheizstrahler sind daher kaum noch aus der Außengastronomie wegzudenken.

Anders als im privaten Gebrauch der “Heizpilze” gelten für den professionellen Einsatz allerdings Sicherheitsbestimmungen und elementare Regeln für den sicheren Betrieb des Gasbrenners.

Ein gasbetriebener Heizstrahler sollte mindestens diese Sicherheitseinrichtungen haben:

  • Druckregelgerät mit integriertem Überdruckschutz
  • Schlauchbruchsicherung (wenn die Gasleitung länger als 40 Zentimter ist)
  • Anti-Tilt-System, das die Gaszufuhr bei einem umgekippten Brenner automatisch unterbricht, beispielsweise durch einen Neigungschalter mit Magnetventil oder ein Gas-Kippschutzventil

Neben diesen technischen Vorkehrungen sind auch im Umgang mit den Heizstrahlern einige wichtige Regeln zu beachten.

Der Heizstrahler muss sicher und stabil stehen, auf festem und ebenem Boden. Auch, wenn er mit zunehmender Leerung des Gasflasche immer leichter und somit instabiler wird, sollte er nicht einfach durch Windböen oder Vorbeigehende Gäste umgeworfen werden können.

Die Belüftung des Gasflaschenbehälters darf nicht eingeschränkt sein, etwa weil Decken oder Jacken der Gäste die Belüftungsöffnungen verdecken.

 

Risiko Lichterkette

Nicht nur die Lichterkette selbst, auch trockenes Holz oder Papier kann zu einem Feuer führen, wenn es in Kontakt mit den heißen Birnchen kommt.

Nicht nur die Lichterkette selbst, auch trockenes Holz oder Papier kann zu einem Feuer führen, wenn es in Kontakt mit den heißen Birnchen kommt.

Die Adventszeit ist die Zeit des Lichterzaubers – und der Haus- und Wohnungsbrände.  Lichterketten werden in der dunklen Jahreszeit gerne genutzt, um Räume, Balkone und Vorgärten heimeliger zu gestalten. Doch das stimmungsvolle Licht hat auch Schattenseiten: So brennt es in der Adventszeit unverhältnismäßig oft, nicht selten verursacht durch Lichterketten, Kerzen und andere Weihnachtsbeleuchtung.

Rauchmelder sind Pflicht
Die Gefahr durch Brände wird generell unterschätzt, denn nur in etwa der Hälfte alle privaten Haushalte sind Rauchmelder vorhanden, Feuerlöscher sind noch seltener zu finden. Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit war die Verpflichtung zur Installation von Rauchmelder, wie sie beispielsweise in den Landesbauordnungen von Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bremen und Sachsen-Anhalt vorgeschrieben ist – zum Teil auch mit der Verpflichtung, in allen Wohnungen nachzurüsten.

Für gewerbliche Räume gilt das jeweilige Brandschutzkonzept, welches entsprechend der jeweils gültigen Bauvorschrift erstellt werden muss. Eine grundsätzliche Pflicht zur Ausrüstung von Arbeitsstätten oder Privaträumen mit Rauchmeldern gibt es in Nordrhein-Westfalen auch im Jahre 2012 immer noch nicht.

Feuer und Strom

Aber: Der Schutz vor Bränden beginnt nicht beim Rauchmelder, sondern schon beim Kauf sicherer Lichterketten. Vor wenigen Jahren sorgte eine europaweite Testkaufaktion für Aufsehen, denn es zeigte sich, dass jede zweite Lichterkette in Deutschland nicht verkauft werden dürfte. Die meisten Lichterketten erwiesen sich als billig produzierte Ware aus Fernost, die nicht den deutschen Sicherheitsbestimmungen entsprach. Die Folgen sind höchstgefährlich: Mal überhitzen die Birnchen viel zu sehr, mal sitzt der Stecker am Kabel so locker, dass er abreißen kann, mal sind die Steckverbindungen locker oder die Drähte erschreckend dünn. In allen Fällen ist höchste Vorsicht geboten, denn neben der Gefahr, Feuer zu entfachen, sind auch Stromschläge nicht ausgeschlossen.
Ein Grund für die Erhitzung können defekte Birnchen sein, wenn kein Vorschaltgerät (Sicherheitstrafo mit 24 Volt) vorhanden ist. Das ist vor allem bei billigen Lichterketten der Fall. Dann führt der Ausfall einer oder mehrerer Birnen zur erhöhten Leistungsabgabe der noch verbleibenden Birnen, zu einer erhöhten Hitzeentwicklung und damit Brandgefahr.

Zeichen für mehr Sicherheit
Qualität und Sicherheit eines Produktes folgen oft höheren Standards, wenn der Preis höher ist. Hilfreich sind dabei auch die Hinweise auf dem Karton.
Geprüfte SicherheitDas GS-Zeichen etwa steht für unabhängig geprüfte Sicherheit. CE-ZeichenDie CE-Kennzeichnung dagegen vergibt der Hersteller selbst. Er zeigt damit an, dass er sich an die Vorgaben der EU für dieses Produkt gehalten hat.
IP44Sollen Lichterketten im Außenbereich genutzt werden, müssen sie wetterbeständig sein. Auch wenn sie nicht direkten Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, können Feuchtigkeit, Tauwasser und Frost sonst großen Schaden anrichten. Wetterbeständige Lichterdekoration, die für den Außenbereich geeignet ist, trägt das Kürzel IP44 auf der Verpackung, symbolisiert durch einen Wassertropfen im Dreieck.
Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass auf der Verpackung Name und Adresse des Herstellers sowie Sicherheitshinweise in deutscher Sprache aufgedruckt sind, will man auf Nummer Sicher gehen. Produkte zweifelhafter Herkunft und unklarer Sicherheitsstandards sollte man besser nicht kaufen.

LED ist sicherer

Nicht nur energiesparender, sondern auch weniger gefährlich ist Weihnachtsdekoration mit Leuchtdioden. Die LED-Lichter verlieren nicht so viel Energie durch Wärme, haben  eine längere Lebensdauer und verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühbirnchen.
Weiterer Vorteil: Fällt doch einmal eine Leuchtdiode in der Lichterkette aus, muss sie nicht sofort ersetzt werden, wie dies bei herkömmlichen Glühbirnen der Fall ist, da keine Gefahr der Überlastung besteht. Am sichersten ist LED-Lichterschmuck mit Transformator, der die Steckdosenspannung um ein Vielfaches reduziert.

Gefährliche Konstruktionen

Kabel sollten prinzipiell nicht unter Zugspannung stehen, da so Kabelbrüche entstehen können.

Kabel sollten prinzipiell nicht unter Zugspannung stehen, da so Kabelbrüche entstehen können.

Eine weitere Gefahrenquelle bleibt allerdings auch bei LED-Lichterketten: Der Kabelbruch. Mitunter werden die abenteuerlichsten Konstruktionen erschaffen, die Dekoration, Licht und Strom in eine gefährlich instabile Verbindung bringen.

Kabel sind grundsätzlich nicht dazu geeignet, Gewichte zu tragen oder Zugbelastungen aufzunehmen. Insbesondere die Kabel der Lichterketten sind aufgrund des geringen Querschnittes besonders anfällig für Kabelbrüche. Werden die empfindlichen Drähte im Kabelinnern zerstört, etwa durch Abknicken, Abklemmen oder Zugspannung, führt das zu einer Erhitzung des Kabels und damit ebenfalls zu einer erhöhten Brandgefahr. Schäden an der Isolierung können Stromschläge und Kurzschlüsse verursachen.
Auch billige Lichterketten ohne Sicherheitstrafo in Verbindung mit trockenem Dekorationsgehölz führen alljährlich zu einer erhöhten Anzahl von Brandunfällen.

Tipps für den Kauf und Gebrauch von Lichterketten

  • Achten Sie auf Qualität und Sicherheit.
  • Wenn möglich nur Lichterketten mit einem Sicherheitstrafo verwenden.
  • LED-Lichter bevorzugen.
  • Das Produkt muss mit einem CE gekennzeichnet und es muss eine  Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache beigefügt sein.
  • Darüber hinaus sollte ein GS-Zeichen angebracht sein.
  • Für den Außenbereich spezielle Produkte (Kennzeichnung IP 44 oder Wassertropfen im Dreieck beachten) einsetzen.
  • Auf erhöhte Hitzeentwicklung achten.
  • Halten Sie entzündliche Materialien von der Lichterkette fern.

Wenn es brennt:

  • Rufen Sie die Feuerwehr unter 112.
  • Löschen Sie wenn möglich kleine Brände mit einem Feuerlöscher, aber riskieren Sie dafür nicht Ihr Leben.
  • Unterschätzen Sie nicht die Schnelligkeit, mit der sich ein Brand ausbreitet und evakuieren Sie rechtzeitig.
  • Warnen Sie gefährdete Personen.
  • Bringen Sie sich und andere in Sicherheit.
  • Suchen Sie bei der Flucht Bodennähe, denn der giftige Rauch steigt erstmal nach oben.
  • Schließen Sie  Türen und Fenster.
  • Wenn Sie wegen Feuer und Rauch nicht durch den Flur oder zu den Rettungswegen flüchten können, dichten Sie die Tür mit feuchten Tüchern ab.
  • Machen Sie sich am Fenster oder auf dem Balkon bemerkbar.