Tonerstaub: Eine Gefahr?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob von Tonerstäuben aus Laserdruckern oder Kopiergeräten eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht. Zur Zeit existieren zwei konträre Sichtweisen zu diesem Thema.

Gifte in der Atemluft

Entsteht beim Drucken gefährlicher Staub? Quelle: Barbara Ochs

Foto: Barbara Ochs / www.textorama.de

Einerseits wird behauptet, dass Laserdrucker und Kopierer zahlreiche Gifte freisetzen, wie beispielsweise Schwermetalle oder krebserregender Stäube, und die Atemluft am Arbeitsplatz belasten. Diese Stoffe können in der Tat zu zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen wie Hautschäden, Diarrhoe, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche bis hin zu irreparablen Lungenschäden führen.

Mitunter entsteht der Eindruck, dass Laserdrucker generell eine Gesundheitsgefahr darstellen, weil sie mehrere gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen (z. B. Benzol, Styrol, Phenol, Nickel, Kobalt). Das Vorhandensein dieser Stoffe allein ist aber nicht ausreichend. Denn: Die mit der Atemluft aufgenommene Menge an Schadstoffen bzw. deren Dosis ist ausschlaggebend.

Grenzwerte sind entscheidend

Versachlicht man diese Problematik andererseits und betrachtet die tatsächliche Emission von Laserdruckern und Kopierern durch Messungen, so kommt man zum Ergebnis, dass die Grenzwerte für die freigesetzten Stoffe am Arbeitsplatz deutlich unterschritten werden.

Die gemessenen Werte liegen im Bereich der allgemeinen Umweltbelastung. So hat  sowohl das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit (BGIA) als auch die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) bei einem „bestimmungsgemäßen Gebrauch“ der Geräte, keine Gesundheitsgefährdung feststellen können.

Das heißt: Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik kann davon ausgegangen werden, dass beim Normalbetrieb von modernen Laserdruckern und Kopierern keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Es kann aber natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass es in seltenen Fällen zu gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhang mit den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern kommen kann.

Wir empfehlen daher:

  • Bei Neuanschaffungen: Kopierer und Drucker neuerer Bauart verwenden – nach Möglichkeit mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Bei diesen Geräten sind bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich der verwendeten Materialien und des Emissionsverhaltens festgelegt und überprüft worden.
  • Wenn möglich Laserdrucker durch Tintenstrahldrucker ersetzen
  • Geräte mit Abluftfilter verwenden oder Filter nachrüsten (mit dem Hersteller abklären)
  • Wartungsintervalle einhalten (Wartung und Reinigung nur durch fachlich geeignetes Personal)
  • Häufig genutzte Geräte in einem gesonderten Raum aufstellen
  • Für ausreichende Lüftung sorgen
  • Abluftöffnungen der Geräte nicht auf Mitarbeiter richten
  • Papierstaus vorsichtig beheben, keinen Staub aufwirbeln
  • Verunreinigungen durch Tonerstäube mit feuchtem Tuch aufnehmen
  • Bei Hautkontakt mit Toner die Hände mit kaltem Wasser und Seife reinigen

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, die Arbeitnehmer über den richtigen und sicheren Umgang mit dem Laserdruckern und Kopierer zu unterweisen. Das Erstellen einer entsprechenden Betriebsanweisung ist sinnvoll.
Treten trotz der oben genannten Maßnahmen gesundheitlichen Beschwerden bei den Mitarbeitern auf, die auf die Belastung der Atemluft mit Tonerstaub zurückgeführt werden, sollte ein Arbeitsmediziner zu Rate gezogen werden.

Auf und nieder: Standfest fürs Sitzfleisch

Solche Stühle haben am Arbeitsplatz ausgedient. Quelle: Andri Peter / pixelio.de

Foto: Andri Peter / pixelio.de

In früheren Zeiten (vor E-Mail, Scanner und Vernetzung) traf man den gemeinen Büromenschen wesentlich öfter abseits des Schreibtischs an. Da mussten noch Akten aus dem Keller geholt und Matrizen gezogen werden, man musste Ordner hin- und hertragen und für jeden Zettel ins Nachbarbüro gehen. Heute macht es die moderne Technik möglich, einen kompletten Bürotag sitzend zu verbringen.
Mit fatalen Folgen für die Gesundheit und nicht zuletzt auch die Leistungsfähigkeit. Die Lösung ist einfach: Aufstehen! Alle 20 Minuten, so lautet die Empfehlung, sollte man aufstehen, um die Durchblutung anzuregen und einseitigen Belastungen vorzubeugen. Das Zauberwort, das auch immer mehr Unternehmen hilft, das Wertvollste in Ihrem Betrieb, nämlich die Mitarbeiter, zu schützen, heißt Steh-Sitzdynamik und wird immer mehr zu einem wichtigen Punkt in der gesundheitlichen Vorsorge im Betrieb. Eine Studie des bso (Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel) aus 2011 hat ergeben, dass in 63 Prozent der 603 befragten Unternehmen, Dienstleistern und Behörden zumindest ein Teil der Beschäftigten einen ergonomischen Arbeitsplatz hat, der Sitzen und Stehen ermöglicht. 9 Prozent der Befragten ermöglichen das sogar allen Mitarbeitern und zeigen auch darüber hinaus ein großes Interesse an Prävention und Gesundheitsbewusstsein.
Ob Steh-Sitzdynamik oder Sitz-Stehdynamik – gemeint ist der Wechsel zwischen Stehen und Sitzen.
Warum es so wichtig ist, nicht nur Stehen oder nur zu Sitzen, zeigt ein Blick auf die Folgen, die eine einseitige Belastung haben kann.

Das Stehen

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sind vermehrt Steharbeitsplätze zu finden. Doch auch hier nimmt ihre Anzahl stetig ab und wird durch Steh-Sitz-Variationen ersetzt. Der Grund: Stehen erfordert einen höheren Energieaufwand als Sitzen, ermüdet daher schneller und ist weniger geeignet für Arbeiten, die eine stetig hohe Konzentration erfordern. Längeres Stehen belastet das Hüftgelenk und fördert Venenerkrankungen. Zudem erschwert das lange Stehen die feinmotorische Arbeit, da der Oberkörper weniger stabil ist als im Sitzen.

Das Sitzen

Auch das Sitzen ist keine Ideallösung. Es belastet die Bandscheiben und stört ihre Durchblutung. Schmerzhafte Verspannungen und Muskelreizungen im Rücken- und Schulterbereich sind typisch für eine einseitige Belastung oder falsche Sitzposition. Langes Sitzen, vor allem wenn Stuhl und Tisch nicht richtig eingestellt sind, kann das Binde- und Stützgewebe der Beine schädigen und sowohl das Herz- und Kreislauf-, wie auch das Nervensystem schädigen.
Sowohl beim ununterbrochenen Stehen wie auch beim steten Sitzen können Verspannungen und chronische Schmerzen, Durchblutungsstörungen und dadurch auch schnelle Ermüdung und Leistungsabfall bis hin zum Motivationsverlust und Krankheitsfall die Folge sein.

Möglich ist beides

Zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens sollte daher immer geprüft werden, ob Sitz-Steh-Arbeitsplätze eingerichtet werden können.
Wichtig sind hier geeignete Möbel, die ohne großen Umstand und lange Wege den Wechsel zwischen Stehen und Sitzen ermöglichen. Geeignet sind hier vor allem höhenverstellbare Arbeitstische, die am besten hydraulisch gesteuert das Arbeiten im Stehen und im Sitzen ermöglichen.
Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) empfiehlt hier für Büroarbeit mit und ohne Computerunterstützung eine Mindestgröße von 160 x 80 Zentimetern für einen Tischfläche, die idealerweise sowohl einen Schreib- als auch einen Computerarbeitsbereich ermöglichen sollte, und eine variable Höhe von 68 bis 118 Zentimetern.
Der Arbeitgeber sollte seine Mitarbeiter entsprechend für das Thema sensibilisieren, damit die Steh-Sitzdynamik genutzt und akzeptiert wird. Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde haben sich als empfehlenswert erwiesen. Die Mitarbeiter sollten dazu angehalten werden, statisches Stehen zu vermeiden, etwa durch Fußstützen, die ein wechselndes Aufstellen der Füße ermöglichen.
Sitzen sollte stets dynamisch sein, was sich durch entsprechende Drehstühle mit beweglichen Sitzflächen erreichen lässt.

Broschüre der BAuA zum Thema als kostenloser Download.

 

Arbeiten unter Dauerspannung

Während die Gefahren durch Unfälle bei der Arbeit kontinuierlich zurückgehen, wie beispielsweise der Unfallverhütungsbericht der Bundesregierung darlegt, steigen die psychischen Belastungsfaktoren. Sie gewinnen in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung, da die Beschäftigten häufiger mit wechselnden Beschäftigungsverhältnissen, erhöhten Qualifikationsanforderungen und ständig sich ändernden Tätigkeitsprofilen konfrontiert werden.

Untersuchungen der Europäischen Kommission haben gezeigt, dass Stress am Arbeitsplatz das zweithäufigste gesundheitliche Problem der Mitarbeiter ist. Betroffen sind 28 Prozent der Beschäftigten. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge entsteht in der Europäischen Union durch stressbedingte Erkrankungen ein Schaden von mehr als 20 Milliarden Euro, verursacht durch Fehlzeiten und Krankheitskosten.

Unsere Checkliste kann helfen, die Anzeichen für psychische Fehlbelastungen der Mitarbeiter zu erkennen.

PDF zum kostenlosen Download: Checkliste psychische Belastungen am Arbeitsplatz