Arbeitszeitreport 2016: Wie lange arbeitet Deutschland

Quelle: Pixabay

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Der Arbeitszeitreport der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) gibt einen guten Überblick darüber, wie lange in deutschen Hallen und Büros der Hammer, bzw. der Griffel geschwungen wird. Der Report, für den rund 20.000 Beschäftigte befragt wurden, hat durchaus viele interessante, aber auch einige Informationen zu bieten, die Handlungsbedarf aufzeigen.

Gleichberechtigung:

Was zum Beispiel die Gleichberechtigung angeht, werden Frauen überwiegend durch persönliche oder familiäre Verpflichtungen daran gehindert Vollzeit zu arbeiten. Das Ergebnis: Arbeit in Teilzeit ist dominiert von Frauen (85 %). 42 % der Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei den Männern sind es nur 7 %.

Zufriedenheit:

Dabei zeigt sich allerdings, dass nur 38 % der Vollzeitarbeitenden zufrieden mit ihren Arbeitszeiten sind. 54 % der Befragten würden eigentlich lieber weniger arbeiten. Andersherum sieht es bei den Teilzeitarbeitenden, größtenteils also Frauen, aus. Bei den Befragten, die in Teilzeit arbeiten, würden 35 % lieber länger arbeiten und nur 47 % sind zufrieden mit dem Halbtagsjob. 80 % der Beschäftigten arbeiten normalerweise zwischen 7 und 19 Uhr.

Wunsch-Arbeitszeit:

42 % der Männer arbeiten gerne zwischen 40 und 48 Wochenstunden. 43 % der Frauen bevorzugen 20 bis 35 Stunden. Dass es oftmals nicht persönliche Wünsche, sondern wie bereits erwähnt familiäre Gründe sind, die für das eine oder andere Arbeitszeitmodelle sprechen, dürfte klar sein.

Arbeitszeit:

Die tatsächlichen Arbeitszeiten liegen laut Report für fast ¾ der Beschäftigten in Industrie und Handwerk bei mehr als 40 Wochenstunden. Selbstständige arbeiten zu mehr als ¾ auch am Wochenende. Sie sind überwiegend als Handwerker oder Dienstleister unterwegs und stehen besonders häufig unter Termin- oder Leistungsdruck. Der Report zeigt auch: Abhängig Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeiten mit durchschnittlich 43,5 Wochenstunden tatsächlich knapp 5 Stunden pro Woche länger als vertraglich vereinbart (38,6 Stunden).

Überstunden:

Der Report hat auch untersucht, wie sich Überstunden auf die Gesundheit der Befragten auswirken. Bereits ab zwei Überstunden werden deutlich häufiger gesundheitliche Beschwerden genannt und mit steigender Überstundenzahl nehmen insbesondere körperliche Erschöpfung und Schlafstörungen zu.

Große Beeinträchtigungen zeigten sich bei vermehrter Überstundenzahl zunehmend für die Work-Life-Balance der Befragten, also den Einklang von Beruf und Privatleben – gleiches gilt übrigens bei der Schichtarbeit, die rund 1/5 der Beschäftigten leisten.

Gesundheit:

Ab 48 Wochenstunden, die regelmäßig abgeleistet werden, zeigt sich das Bild, das sich durchaus ein Zusammenhang zwischen der Arbeitszeit und gesundheitlichen Beschwerden feststellen lässt. Wer diese oder längere Arbeitszeiten in Kauf nimmt, klagt überdurchschnittlich oft über Schlafstörungen, Müdigkeit und körperliche Erschöpfung. Rückenschmerzen traten deutlich häufig auf bei Befragten, die 60 Stunden oder mehr in der Woche ableisten.

Ständige Erreichbarkeit:

In Zeiten von Handys und Messengerdiensten ließ der Report auch das Thema ständige Erreichbarkeit nicht aus. Das Ergebnis überrascht, denn obwohl 22 % der beschäftigten angeben, dass von ihnen erwartet werde, ständig erreichbar zu sein, werden nur 12 % auch tatsächlich häufig von ihren Vorgesetzten oder Kollegen aufgrund von beruflichen Anlässen privat kontaktiert.

Ein kurzer Exkurs zu „Arbeitszeit im Ruhestandsalter“ gibt Einblicke in die Länge und Lage der Arbeitszeit von Erwerbstätigen, die über 65 Jahre alt sind.

Sie sind zu 69 % männlich und größtenteils selbstständig oder in anderer Form nicht abhängig beschäftigt (61 %). 55 % von ihnen arbeiten im Dienstleistungsbereich.

Die Erwerbstätigen im Alter von über 65 Jahren sind vergleichsweise hochgebildet und schätzen ihren Gesundheitszustand durchschnittlich genauso gut ein wie die jüngeren Erwerbstätigen im Alter bis 65 Jahre. Die Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance ist vergleichsweise hoch.

Den „Arbeitszeitreport Deutschland 2016“ finden Sie in ganzer Länge als PDF-Download unter www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2398.html.

PTBS: Wenn das Erlebte das Denken beherrscht

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei, der Feuerwehr oder der Bundeswehr haben ebenso wie Pflegepersonal, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Seelsorger oder Lokführer einen verantwortungsvollen Job. Zu ihrer täglichen Arbeit gehört es, dass das Schicksal anderer Menschen in ihrer Hand liegt. Zu einer extremen Belastung wird dies, wenn traumatische Erlebnisse am Arbeitsplatz auf sie wirken. Solche traumatischen Ereignisse sind zum einen durch Menschen willentlich verursachter Ereignisse wie körperliche Misshandlungen, Überfälle, Suizide oder Kriegserlebnisse, zum anderen aber auch unwesentlich verursachte Ereignisse wie Naturkatastrophen, Verkehrs-und Arbeitsunfälle oder auch tragische Todesfälle in der Familie. Dafür ist es nicht notwendig, dass man selbst diese Erlebnisse macht, es kann auch genügen die Folgen bei anderen zu erleben, wie es beispielsweise auf der Intensivstation der Fall ist.

Die Folgen, die solche psychischen Belastungen in einem Menschen auslösen, sind oft nicht abzusehen. Ein traumatisches Erlebnis kann bei Betroffenen zu einer extremen Belastungsreaktionen führen, die sich zu einer posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS,  entwickeln kann. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn die Folgen eines dramatischen Erlebnisses über einen längeren Zeitraum spürbar sind und sich die Betroffenen keine Hilfe suchen.

Die Zeit und die Wunden

Völlig normal ist es, dass ein traumatisches Erlebnis eine akute Belastungsreaktionen auslöst. Dies ist bei den meisten Menschen der Fall. Sie sind kurz nach einem tragischen Ereignis orientierungslos, können sich schlecht auf etwas anderes konzentrieren, sind unruhig, ängstlich und brauchen Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Bereits nach wenigen Tagen, manchmal sogar Stunden, klingen diese Symptome wieder ab und der Betroffene kann wieder durchatmen, auch wenn ihn das Erlebte sicherlich hin und wieder beschäftigen wird.

Anders zeigt sich die Situation bei einer posttraumatischen Belastungsstörung. Von einer PTB S spricht man dann, wenn diese negativen Folgen des traumatischen Erlebnisses länger anhalten. Der Betroffene kämpft mit Ängsten und Depressionen, durchlebt das traumatische Ereignis wiederholt und kann sich kaum davon lösen. Laut internationaler Klassifikation der Krankheit ist die PTBS (abgekürzt mit ICD-10: F43.1) eine verzögerte oder lang anhaltende „Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.“

Flashbacks quälen die Betroffenen. Geräusche oder Gerüche rufen Assoziationen mit dem erlebten hervor, so dass die Betroffenen aus Selbstschutz nicht selten eine Schutzmauer der Gleichgültigkeit aufbauen und Situationen vermeiden, die Erinnerung an das Trauma wachrufen könnten. Dazu kann auch gehören, den bisherigen Arbeitsplatz zu meiden, wenn dort ein schwerer Unfall die posttraumatische Belastungsstörung hervorrief.

Trotz ihrer Vermeidungsstrategie leiden die Betroffenen oftmals unter Angst, Schlafstörungen, Depressionen oder hegen sogar Suizidgedanken.

Das soziale und familiäre Umfeld leidet mit und dies nicht selten über Wochen oder Monate. Werden die Betroffenen nicht behandelt, kann die Störung einen chronischen Verlauf nehmen.

Die Arbeitsschutzstrategie heißt: Prävention

Traumatische  Ereignisse sind leider gerade in den oben genannten Berufsgruppen mit ihrem erhöhten Risiko nicht gänzlich zu verhindern. Allerdings können die Beschäftigten auf diese Risiken vorbereitet werden und durch geeignete Maßnahmen der Verhaltensprävention in die Lage versetzt werden, solche Ereignisse bewusst zu verarbeiten und die Gefahr einer extremen Belastungsreaktion zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise Supervision, Coaching, Unterweisung und auch psychotherapeutische Interventionen und eine an den Bedürfnissen und Belastungsgrenzen des menschenorientierte Organisation der Arbeitsabläufe.

Arbeitgeber für die genannten Berufsgruppen zeigen durch präventive Angebote, dass sie die seelische Gesundheit ihrer Mitarbeiter ernst nehmen, die Gefahren durch die Belastung sehen und es Lösungen gibt traumatische Erlebnisse am Arbeitsplatz zu verarbeiten.

 

 

Lärmschutz ist wichtig für die Gesundheit

Quelle: knipseline  / pixelio.de

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Lärm macht krank. Der hörbare Schall, z. B. durch Maschinengeräusche, Ton, Knall, Explosionen oder auch lautes Sprechen wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem und setzt psychomentale Reaktionen in Gang, die bis zum Zusammenbruch führen können. Lärm, insbesondere durch Dauerbeschallung, gefährdet die Gesundheit, beeinträchtigt das seelische Wohlbefinden der Mitarbeiter und stört die konzentrierte Arbeit. Zudem behindert Lärm die Kommunikation.

Laut Arbeitsstättenverordnung hat der Arbeitgeber die Pflicht zur Lärmminderung, indem der Schalldruckpegel in den Arbeitsstätten so niedrig wie möglich gehalten wird. Das heißt: Um die Gesundheit der Beschäftigten nicht zu beinträchtigen, muss der Lärm so weit reduziert werden, wie es die dort zu verrichtenden Tätigkeiten zulassen. Die Messgröße für Lärm ist der Schallpegel, gemessen in Dezibel dB (A). Lärmquellen im Vergleich:

  • Gespräch 60 dB (A)
  • Pkw mit 50 km/h 70 dB (A)
  • Handbohrmaschine 90 dB (A)
  • Kreissäge 100 dB (A)
  • Presslufthammer 120 dB (A)
  • Düsenflugzeug beim Start 150 dB (A)

Lärmschwerhörigkeit

Dauerlärm über 85 dB(A) – zum Beispiel von einer Fräsmaschine – und kurzfristige Knallgeräusche können das Gehör schädigen. Liegt der Schallpegel extrem hoch, kann der Gehörschaden bereits nach kurzer Zeit auftreten. Lärmschwerhörigkeit entsteht dadurch, dass sich die Haarzellen im Innenohr praktisch auflösen. Einmal zerstörte Sinneshärchen können nicht mehr ersetzt oder neu gebildet werden. Bei Schallpegeln unterhalb von 85 dB(A) ist zwar keine direkte Gehörschädigung zu erwarten. Aber auch geringe Lärmbelastung kann beeinträchtigende und schädigende Wirkung in Form von Stress und psychosomatischen Erkrankungen nach sich ziehen sowie körperliche Reaktionen auslösen, z. B. erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, Verspannung der Muskulatur, Kopfschmerzen und/oder Schlafstörungen.

Schutz der Arbeitnehmer

Generell ist der Arbeitgeber verpflichtet, Lärm und Erschütterungen so weit wie möglich zu vermeiden oder zu bekämpfen. Zum Schutz der Arbeitnehmer sind in erster Linie folgende Vorkehrungen zu treffen:

  • bauliche Maßnahmen
  • Maßnahmen an Betriebseinrichtungen
  • Isolation oder örtliche Abtrennung der Lärmquelle
  • Maßnahmen der Arbeitsorganisation

Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz-Verordnung (LärmVibrationsArbSchV) ist eine Gefährdungsbeurteilung für Arbeitssysteme durchzuführen, bei denen Lärm auftritt. Im Rahmen dieser Gefährdungsbeurteuilung muss festgestellt werden, ob der auftretende Lärm zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens oder zu einer Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten führen kann. Zur Ermittlung des äquivalenten Dauerschallpegels sowie zur Ermittlung des Tages-Lärmexpositionspegels stellt das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER) auf seiner Website einen Lärmrechner zur Verfügung.

Der passende Gehörschutz ist Pflicht

Beschäftige, die einem Lärmpegel von 85 dB (A) ausgesetzt sind, müssen einen entsprechenden Gehörschutz tragen und sich einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Um die Ohren zu schützen, können Gehörschutzstöpsel, Kapselgehörschützer oder Bügelgehörschützer verwendet werden. Der Betrieb ist verpflichtet, den passenden Gehörschutz zur Verfügung stellen. Der Gehörschutz ist so auszuwählen, dass ein maximal zulässiger Expositionswert von 85dB (A) für den Tages-Lärmexpositionspegel und ein C-bewerteter Spitzenschalldruckpegel von 137 dB(C) nicht überschritten wird. Die „Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse BG ETEM“ weist darauf hin, dass es eine Weile dauern kann, bis man sich an das Tragen von Gehörschutzmittel gewöhnt hat. Deshalb ist es vor allem in der ersten Zeit besonders wichtig, „am Arbeitsplatz erhöhte Aufmerksamkeit walten zu lassen, um gefährliche Situationen zu verhindern.“

 Weniger Fehler bei mehr Ruhe

Aber nicht nur in Maschinenhallen und Fertigungsbetrieben herrscht Lärm. Auch die Geräuschentwicklung an einem PC-Arbeitsplatz hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter. So hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund festgestellt, dass fehlerhafte Entscheidungen bei Sachbearbeitungstätigkeiten um mehr als die Hälfte abnehmen, wenn Ruhe am Arbeitsplatz herrscht. Laut Bildschirmarbeitsplatz-Verordnung muss in Büros der Lärm so gemindert werden, dass Sprachverständigung und Konzentration nicht gestört werden.

Arbeitsschutzgesetz erfordert Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte

Neue Praxisseminaren der HIRAcon Akademie: Beurteilung psychischer Belastungen, betriebliches Gesundheitsmanagement, gesunde Führung und Gefahrstoff-Koordination

Mit neuen Seminarangeboten startet die HIRAcon Akademie nach der Sommer-Akademie in den Herbst. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Seminaren, die den gesetzlichen Vorgaben der neu gefassten § 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes entsprechen. “Bisher ist vielen Fachkräften noch nicht klar, welche Anforderungen bei der Beurteilung von psychischen Belastungen an sie gestellt werden“, sagt Uwe Rau, einer der Geschäftsführer der HIRAcon Unternehmensgruppe. Die HIRAcon Akademie gehört mit zu den ersten Weiterbildungsanbietern, die Fachkräfte auf diese neuen Aufgaben vorbereiten. Als Berater und externe Fachkräfte können die HIRAcon-Experten natürlich auch direkt von den Unternehmen angefragt werden.

Praxisseminar zur Beurteilung von psychischen Belastungen

Mit diesem Praxisseminar geht die Akademie neue Wege. Erstmals findet ein Seminar statt, das von einer Arbeitspsychologin und einer Arbeitswissenschaftlerin begleitet wird. “Zudem haben sich bisher mit diesem Thema hauptsächlich Arbeitsmediziner beschäftigt, obwohl es bei den Arbeitsschützern in den richtigen Händen ist“, findet Uwe Rau. Psychische Belastungen jenseits der klassischen Gefährdung zu erkennen war bisher kein Thema für Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Durch die Gesetzesänderung im letzten Jahr rücken sie allerdings immer mehr in den Vordergrund. Auch die Berufsgenossenschaften fordern ein, dass psychische Gefährdungsbeurteilungen erstellt werden; die Anforderungen bleiben allerdings weiterhin nebulös.

Bei diesem Praxisseminar, das bereits im Oktober startet, übernehmen die Arbeitspsychologin und die Arbeitswissenschaftlerin die Schulung in Sachen Konzeption, Beratung und das Supervising der Teilnehmer, während die Experten der HIRAcon Akademie die Analyse und Instrumente zur psychischen Gefährdungsbeurteilung vermitteln. Rau: “Psychische Belastungen sind aktuelle Themen in der Arbeitswelt, da immer mehr Betriebe erkennen, welche Folgen beispielsweise Burn-Out und Stress auf die Leistungsfähigkeit haben.“ Für die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner, die sich das Praxisseminar richtet, sind diese Belastungen bisher schwer zu bestimmen, da sie zunächst nicht greifbar scheinen.“ Es braucht den richtigen Blick und Instrumente, um die Sensibilität zu entwickeln und zu erkennen, worunter die Stimmung der der Mitarbeiter leidet”, sagt Rau. Mitunter sei es die ungünstige Konstellation verschiedener Unternehmensbereiche wie etwa das Großraumbüro von Verkauf und Buchhaltung, die sich gegenseitig stören.

Das Fortbildungsseminar soll helfen zu erkennen, was psychische Belastungen sind, welche Auswirkungen sie auf das Unternehmen haben und welche Möglichkeiten bestehen, sie zu erfassen. Wie bewertet man die psychische Arbeitsbelastung nach ISO 10075 und welche erprobte Verfahren und nützliche Instrumente gibt es (u.a. SIGMA, BASA oder Impulstest)? [Link zum Seminarangebot]

Praxisseminar für betriebliches Gesundheitsmanagement

Anhand von Praxisbeispielen lernen die Teilnehmer mehr darüber, welche Maßnahmen zu einem funktionierenden betrieblichen Gesundheitsmanagement gehören und wie sie sie auf ihre betriebliche Situation anwenden können. Die Dozentin, die auch für die DGUV tätig ist, vermittelt in dieser Fortbildung für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner die Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Hierbei geht es nicht nur um die Eingliederung nach längerer Krankheit (BEM), sondern auch darum, wie die Eigenverantwortung des Einzelnen gestärkt werden kann und wie sich das BGM in Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation sowie in Kommunikation und Führung einbinden lässt. [Link zum Seminarangebot]

Praxisseminar zu gesunden Führung

Führungskräfte und Unternehmer erlernen in diesem Praxisseminar realistische Möglichkeiten der Gesundheitsförderung kennen. Wie hängen Gesundheit, Produktivität und Führung zusammen und was sind die Prinzipien und Grenzen eines gesunden Führungsverhaltens? Die Teilnehmer stellen sich dem Selbstcheck und reflektieren ihren eigenen Führungsstil. Auch der Umgang mit Druck, Konflikten und Produktivitätsproblemen wird zum Thema und die Teilnehmer lernen verschiedene Stufen der Problemlösung kennen. http://www.hiracon-akademie.de/seminar_730.html

Kompaktseminar zum Koordinator für Gefahrstoffe

Seit 2010 gilt eine neue Gefahrstoffverordnung, die besagt, dass ein entsprechender Koordinator bestellt werden muss, sofern bestimmte Gefährdungen vorliegen. “Bis heute ist oftmals nicht klar, welche Anforderungen genau an die Beteiligten gestellt werden“, sagt Uwe Rau.

Während des Kompaktseminars lernen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die SIGE-Koordinatoren grundlegende Kenntnisse für die Koordinationstätigkeit und erlernen, wie sie Gefahrstoffe erkennen, einstufen und bewerten. Themen sind unter anderem grundlegenden Rechtsvorschriften sowie die Anforderungen an die Beteiligten bezüglich der Gefährdungsbeurteilung und des Gefahrstoffkatasters. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat als Koordinator für Gefahrstoffe (GefaKO). [Link zum Seminarangebot]

Das Seminarcenter:

Mit der HIRAcon Akademie (ehemals HDS Akademie) ist die HIRAcon Unternehmensgruppe in einigen Bereichen bundesweiter Marktführer mit ihren Weiterbildungsangeboten im Arbeits- und Brandschutz. Zum Seminarangebot gehören unter anderem Aus- und Fortbildungen für Sicherheits-Koordinatoren, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragte und Sicherheitsbeauftragte sowie Stapler- und Kranführerscheine.

Die modern ausgestatteten Seminarräume werden nicht nur für die hauseigene Schulung und Ausbildung in Sachen Arbeitsschutz genutzt, sondern auch von externen Firmen, Gruppen und Vereinen für Veranstaltungen, Fortbildungen oder auch stundenweise für Bewerbungsgespräche angemietet.

Von 24 bis 85 Quadratmetern Größe sind insgesamt fünf Seminarräume verfügbar, die je nach Bedarf mit entsprechender Bestuhlung und Technik ausgerüstet werden. Wer möchte, kann die Grundmiete um zusätzliche Pakete aufstocken, etwa Mittagsessen durch ortsansässige Caterer, Kaffee- und Kuchenpausen, aufwendige Technik für Videokonferenzen oder die Nutzung in den Abendstunden und an Wochenenden.

Zum Unternehmen:

Die HIRAcon Unternehmensgruppe aus Neuss bietet Dienstleistungen im weiten Feld des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Firmen der Gruppe sind in der beruflichen Bildung, aber auch als Unternehmensberatung für Arbeits- und Betriebssicherheit, Brandschutz, Gefahrstoffmanagement und HACCP sowie als Fachverlag für Arbeits- und Brandschutz und Seminarraumvermieter tätig.

Der HDS Arbeitsschutz berät seit mehr als 15 Jahren erfolgreich in allen Belangen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Die HIRAcon GmbH möchte die seit vielen Jahren in der Praxis erprobten und erfolgreichen Handlungshilfen und Handbücher der HDS Arbeitsschutz GmbH einer breiteren Nutzerkreis zugänglich machen, beispielsweise über den HIRAcon Verlag.

Ein weiteres Standbein des Unternehmens bildet die HIRAcon Consulting. Die HIRAcon Consulting ist als Unternehmensberatung in den hochsensiblen Bereichen Brand- und Explosionsschutz, Gefahrstoffmanagement, Maschinensicherheit sowie Lebensmittelhygiene tätig.

Die HIRAcon Akademie ist einer der größten Anbieter von Fachseminaren aus den Bereichen Arbeits- und Brandschutz.

Im wahrsten Sinne des Wortes: Abschalten

Quelle: Andreas Willfahrt / pixelio.de

Foto: Andreas Willfahrt / pixelio.de

Zwischen den Jahren ist traditionell eine ruhige Zeit, die von den meisten Arbeitnehmern genutzt wird, um abzuschalten und sich eine Auszeit zu nehmen. Selten genug gelingt das, wie so mancher feststellen musste und somit ist schon der erste Vorsatz dahin, bevor das neue Jahr so richtig angefangen hat. Was in früheren Zeiten eine Eigenschaft der Führungskräfte war, ist durch Smartphones und dauerhaft verfügbares Internet in nahezu allen Bereiche vorgedrungen: ständige Erreichbarkeit. Eine Aushilfe fällt aus? Schnell eine Ersatzaushilfe auf dem Handy anrufen. Bei der Spätschicht fehlen Akten? Kurz mal dem Kollegen eine E-Mail schreiben, damit man sie am morgen früh gleich auf dem Tisch hat. Das Handy blinkt, das Postfach piept, SMS der Spätschicht machen die Nachtruhe zunichte. Und wird nicht umgehend geantwortet, wird es noch mal probiert.

Jeder zweite Beschäftigte ist auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten ständig erreichbar und muss sich daher mit beruflichen Themen während seiner Freizeit beschäftigen. Ob er will oder nicht, denn selbst, wenn man die Nachrichten unbeantwortet lässt, kreisen die Gedanken doch um die Mitteilung.

Diverse Studien haben sich bereits mit dem Thema befasst. Die Ergebnisse aus 23 internationalen und nationalen Studien hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nun in ihrem Bericht “Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit” zusammengefasst.

Der arbeitswissenschaftliche Tenor ist klar: Ständige Erreichbarkeit sorgt dafür, dass immer mehr Arbeit ins Privatleben vordringt. Dass darunter das Familienleben und die Erholung leiden können, dürfte jedem klar sein. Wen es stresst, nicht abschalten zu können und nicht mal in der Freizeit Ruhe vor der Arbeit zu haben, der leidet darunter, jederzeit mit Anrufen oder Nachrichten rechnen zu müssen. Das Handy einfach ausschalten oder das Mailpostfach einfach nicht mehr zu öffnen, ist eine pragmatische Lösung, schränkt aber zugleich die persönliche Freiheit ein. Zudem wird nicht selten erwartet, dass man mal eben kurz antwortet oder zurückruft.

Andererseits weckt jede Anfrage das Gefühl, gebraucht zu werden, unabdingbar zu sein und wichtig für einen reibungslosen Ablauf in der Firma zu sein. Dieses positive Gefühl – sofern es nicht vom Stress und dem Genervtsein überlagert wird – stärkt die Zufriedenheit und auch die Leistungsfähigkeit. Wo allerdings die Grenze zum Stress verläuft, das ist höchst individuell und kann sich aufgrund allzu häufiger Anfragen schnell weiter ins Negative verschieben.

Und doch bietet die Technik einen weiteren Benefit: Gerade durch Cloud-Technologie, ausgeklügelte Telefonsysteme und mobiles Internet gelingt es in vielen Fällen einfacher, Familie und Beruf zu vereinbaren. Von unterwegs oder zuhause zu arbeiten und mit dem guten Gewissen, in Notfällen per Handy erreichbar zu sein – das macht so manche freie Stunde mit der Familie erst möglich.

Mögliche Lösung: Abschalten

Wie gesagt, es gibt Vor- und Nachteile. Ein Unternehmen sollte sich daher überlegen, wie sich die Vorteile nutzen lassen, ohne dass sie zu Nachteilen werden.

Eine recht pragmatische Möglichkeit: Die Server des Unternehmens werden um 22 Uhr und an den Wochenenden abgeschaltet. Berufliche Mails werden somit erst zum regulären Arbeitsbeginn zugestellt. Gleiches gilt für die Telefonanlage, die ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf die Handys der Mitarbeiter, sondern auf einen Anrufbeantworter oder eine Sammelnummer umleitet.

In manchen Unternehmen lässt sich das Problem vielleicht auch ganz anders lösen: durch eine Vereinbarung, dass zum wertschätzenden Umgang miteinander auch gehört, die Freizeit und den Feierabend der Mitarbeiter zu achten.

Möglich sind beide Lösungen nur, wenn Kompetenzen und Übergaben klar geregelt sind, Zuständigkeiten geklärt und die Organisation entsprechend reibungslos. Nur dann kann sicher gestellt werden, dass der Fall des Falles selten eintritt und wenn, auch die richtige Person nach Feierabend angepiept wird.

Einige Mitarbeiter werden jetzt vielleicht sagen: “Aber der Chef erwartet doch von mir, dass ich immer an mein Diensthandy gehe und auch zuhause regelmäßig die Mails am Arbeitslaptop abrufe.” Ist das so? Klarheit kann eine genaue Vereinbarung zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern schaffen, in der festgelegt wird, ob und wann die Beschäftigten tatsächlich erreichbar sein sollten. Gibt es tatsächlich eine Notwendigkeit, sollte vorzugsweise eine Regelung über Rufbereitschaften getroffen werden.

Das PDF-Dokument “Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit” (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013, 48 Seiten) gibt es unter www.baua.de/publikationen

 

Handlungshilfe für Betriebs- und Personalräte

Jeder dritte Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Dabei zählen depressive Erkrankungen und Angststörungen zu den häufigsten Krankheitsbildern. Ob es eine tatsächliche Zunahme der Krankheitsfälle gibt oder ob sie lediglich besser und schneller erkannt werden sei dahingestellt.
Tatsache ist: Für Unternehmen wird die psychische Gesundheit zunehmend ein wichtigeres Thema. In der Verantwortung des Arbeitgebers liegt es, dafür zu sorgen, dass Arbeit nicht krank macht – weder körperlich noch psychisch. Dies sollte auch aus eigenem Interesse sein Anliegen sein, denn Arbeitnehmer, die sich wohlfühlen und gerne arbeiten, sind ein auch wirtschaftlich relevanter Gewinn.
Um Betriebs- und Personalräte dabei zu unterstützen, mit psychischen Erkrankungen umzugehen. Die Broschüre wurde von den Beteiligten des Projektes “Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA” entwickelt und der von Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben. Sie liefert Daten und Fakten, zeigt rechtliche Optionen auf, benennt aber auch die Grenze der Zuständigkeit. Wer weiterführende Informationen, Handlungshilfen und Checklisten benötigt, bekommt in der Broschüre nützliche Hinweise.
Download der Broschüre auf der Seite der INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) als PDF (919kB)

Präventionskampagne für den gesunden Rücken

Quelle: Stephan Floß/DGUV / UV-Träger/Präventionskampagne Dein Rücken

Foto: Stephan Floß/DGUV / UV-Träger/Präventionskampagne Dein Rücken

“Denk an mich. Dein Rücken” – das ist das Motto aktuellen Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Knappschaft. Das Ziel der Kampagne: Rückenbelastungen bei der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit verringern.
In den kommenden drei Jahren können Betriebe und Versicherte Informationen und Beratung zum Thema abrufen.
Zum Alltag vieler Beschäftigter gehören Rückenbelastungen, etwa in der Produktion, am Bau, aber auch in Dienstleistungsberufen wie der Pflege. Das Bewegen schwerer Lasten, die Arbeit in Zwangshaltungen und ständig wiederkehrende Bewegungsabläufe belasten das Muskel-Skelett-System – im schlimmsten Fall bis hin zu spürbaren und schmerzhaften Folgen. Aber nicht nur diese Überforderung, auch die Unterforderung kann negative Folgen haben. Mangelnde Bewegung, das dauernde Sitzen im Büro, in der Schule und in der Freizeit führt dazu, dass die Rückenmuskulatur nicht mehr genug gefordert wird, so dass sie geschwächt ist.
Nach wie vor gibt es daher eine hohe Zahl der Rückenerkrankungen und die damit verbundenen Krankheitskosten und Produktionsausfälle. Vor diesem Hintergrund vermittelt die Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ das nötige Wissen, um die Balance zwischen Be- und Entlastung des Rückens zu finden.

Kampagne informiert über Möglichkeiten für Arbeitgeber

Die Arbeitgeber haben eine Reihe von Möglichkeiten, die Belastung ihrer Beschäftigten zu verringern, betonen die Organisatoren der Kampagne: Sie können Arbeitsplätze ergonomisch gestalten oder eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, die körperliche und psychische Belastungen für den Rücken berücksichtigt und anschließend die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Das verbessere nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern es lohne sich auch für den Arbeitgeber: Verschiedene Studien zeigen, dass sich Investitionen in die betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung positiv auswirken.

Tipps für den gesunden Rücken

Die Träger der Präventionskampagne “Denk an mich. Dein Rücken” haben für die Mitarbeiter konkrete Tipps, um den Rücken fit zu halten und vor Schäden zu schützen.

  • Hilfsmittel verwenden: Immer, wenn es möglich ist, Hilfsmittel wie Hebehilfen, Tragegurte, Tischwagen oder Hubkarren zum Transportieren schwerer Lasten verwenden.
  • Schwere Lasten vermeiden: Die eigene Kraft nicht überschätzen und Lasten lieber aufteilen und in mehreren Teilen transportieren. Nicht teilbare schwere Lasten zu zweit tragen.

Ergonomische Körperhaltung beachten:

  • Beim Heben von schweren Lasten: Befindet sich die Last auf dem Boden, mit geradem Rücken von vorn möglichst dicht an die Last herantreten, beim Bücken das Gesäß nach hinten schieben und die Knie nicht weiter als 90 Grad beugen. Die Last nicht ruckartig, sondern mit gleichem Tempo durch Streckung der Hüft- und Kniegelenke körpernah anheben. Beim Anheben, Umsetzen und Absetzen von Lasten die Wirbelsäule nicht verdrehen; Richtungsänderungen durch Umsetzen der Füße mit dem ganzen Körper vornehmen.
  • Beim Tragen von Lasten: Eine aufrechte Körperhaltung einnehmen und nicht ins Hohlkreuz fallen und die Last so dicht wie möglich am Körper tragen. Beide Körperseiten gleichmäßig belasten und nach Möglichkeit Hilfsmittel wie Sackkarre, Schubkarren oder Tragegurte verwenden.
  • Körperliche Fitness: Die körperliche Verfassung spielt eine große Rolle bei der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Regelmäßige Bewegung wie Gymnastik und Dehnübungen sowie Spaziergänge helfen, den Körper fit zu halten. Nicht zuletzt kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung die eigene Gesundheit unterstützen.

In der Präventionskampagne “Denk an mich. Dein Rücken” arbeiten die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und die Knappschaft zusammen.
Mehr zu den Hintergründen der Kampagne gibt es unter der Webseite www.deinruecken.de . Dort stehen unter anderem viele Hinweise für die rückengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, Broschüren für verschiedene Zielgruppen, Hintergrundinformationen und Fakten zur Kampagne sowie die Plakatmotive bereit.

Rückenfreundliche Sonderausstellung der DASA

Ausstellungsmacherin Nancy Drechler mit einem rückenfreundlichen Besen. Quelle: DASA

Ausstellungsmacherin Nancy Drechler mit einem rückenfreundlichen Besen. Quelle: DASA

Die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund widmet dem Rücken eine Sonderausstellung. Unter dem Titel “Back to Balance” führt sie den Besuchern bis zum 26. Mai 2013 das komplexe Zusammenspiel von Wirbeln, Muskeln und Nerven vor Augen. Ob und wie die zur Volkskrankheit erklärten Rückenleiden mit der Arbeit oder der Evolution zusammenhängen, woher die Schmerzen kommen, was eigentlich weh tut und wie man es am besten gar nicht erst soweit kommen lässt, erklärt die interaktiv angelegte und rund 300 Quadratmeter große Schau.
Zu sehen sind auch viele ungewöhnliche Objekte, die dem Rücken die Arbeit erleichtern. Die Ausstellung zeigt zudem Risiken in ausgewählten Berufszweigen und im Alltag auf und durchdenkt Lösungsansätze.

Als Arbeitswelt Ausstellung legt die DASA einen Schwerpunkt auf die Belastungen bei Büroarbeit, Berufskraftfahrern und in der Pflege. In diesem Zusammenhang geht es auch um Arbeitserleichterungen. So kann das Publikum auf zwei LKW-Sitzen Platz nehmen und nach der Sitzprobe entscheiden, welcher Sitz sich rückenfreundlich anfühlt.

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und als Wanderausstellung konzipiert worden. Ein Rahmenprogramm mit Familientagen und Vorträgen ergänzt die Schau.

Laufzeit
ab sofort bis 26. Mai 2013

Ort
DASA Arbeitswelt Ausstellung
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund

Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 9.00 – 17.00 Uhr
Samstag und Sonn- und Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr

Informationen:
Besucherservice: 0231 9071 2645
besucherdienst-dasa@baua.bund.de
www.dasa-dortmund.de

Gesund durch die Schicht

Quelle: Dietmar Meinert  / pixelio.de

Foto: Dietmar Meinert / pixelio.de

Schichtarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten belasten den Organismus. Wie sehr das Leben gegen den biologischen Rhythmus den Körper, aber auch die Seele und das soziale Umfeld beeinträchtigen, wird oft unterschätzt.

Notwendig ist Schichtarbeit in vielen Branchen dennoch und so gilt es, die Belastungen für die Schichtarbeiter möglichst gering zu halten. Angepasste Ernährung, guter Schlaf und medizinische Prophylaxe gehören zu den wichtigsten Tipps für mehr Gesundheit, seelische Balance und Leistungsfähigkeit.

Angepasste Ernährung

Auch wenn es in der Schicht und an der Arbeit schwer fällt, ist es wichtig, auf gesunde Ernährung zu achten und die Mahlzeiten möglichst an die biologische Uhr anzupassen.

Das heißt:

Hauptmahlzeiten immer zur gleichen Uhrzeit zu sich nehmen und feste Essenszeiten einhalten.

Eiweißreiche und fettarme Kost mit komplexen Kohlenhydraten bevorzugen, zum Beispiel kein Weißbrot, kein Zucker, zuckerfreies Müsli mit hohem Haferanteil, fettarm belegtes Vollkornbrot. Zucker und Süßigkeiten dagegen bringen nur kurz einen Energieschub, gefolgt von größerer Müdigkeit.

Essen Sie möglichst keine Fertigprodukte, denn sie enthalten oft Hefe-Extrakt, Geschmacksverstärker, zu viele Kalorien und zu viel Fett – alles Dinge, die den Körper belasten.

Bevorzugen Sie während der Nachtschicht leicht verdauliche Lebensmittel in kleinen Portionen.

Trinken Sie ausreichend, am besten Mineralwasser, Saftschorlen oder ungesüßten Kräutertee. Cola, Energydrinks und zu viel Kaffee dagegen führen zu Unruhe und Schlafstörungen und beeinträchtigen den Körper noch 8 bis 14 Stunden später.

Nutzen Sie Alkohol nicht als Einschlafhilfe.

Guter Schlaf

Tief und ausreichend lang sollte er sein, der gute Schlaf. Ob sechs, acht oder zehn Stunden hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Bekommt man ihn aber nicht, den guten Schlaf, ist es mit der körperlichen und geistigen Fitness schnell vorbei.

Schichtarbeiter leiden besonders häufig unter Schlafstörungen, deswegen ist es bei ihnen besonders wichtig, auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten, sprich ein positives Umfeld und schlaffördernde Bedingungen zu schaffen.

In den Stunden vor dem Schlafengehen sollten Alkohol und Zigaretten gemieden werden, sie beeinträchtigen die Schlafqualität.

Wachmacher wie Kaffee, koffeinhaltige Softdrinks, Energydrinks und auch schwarzer Tee können noch 8 bis 14 Stunden nach dem Genuss Auswirkungen auf den Schlaf haben.

Essen Sie keine größeren Mahlzeiten mehr, sondern lieber einen kleinen Snack, am besten mit oder aus Milch, ein paar Cashew-Kerne oder mageres Hähnchenbrustfilet – das darin enthaltene L-Trytophan fördert den Schlaf. Damit der Körper das L-Trytophan aufnehmen kann, braucht er etwas Zucker – deswegen wirkt Milch mit Honig so gut.

Sport fördert die körperliche und seelische Balance, ist allerdings wenig Stunden vor dem Schlafengehen tabu.

Schaffen Sie sich ein Schlafritual. Etwa ein paar Seiten in einem entspannenden Buch lesen, ruhige Musik hören, Entspannungsübungen, eine Traumreise oder auch mit der Katze schmusen – je nachdem, was Sie entspannt, was Ihnen liegt und was gefällt.

Das Schlafzimmer

Schalten Sie die Lichtquellen aus, am besten auch die Stand-by-LEDs der elektrischen Geräte oder nutzen Sie eine Schlafbrille.

Ohrstöpsel schützen vor störenden Geräuschen, die vor allem tagsüber den Schlaf rauben.

Die Raumtemperatur sollte nicht über 18 Grad liegen, die Bettdecke der Jahreszeit angepasst sein.

Öffnen Sie vor dem Schlafengehen 10 Minuten das Fenster zum Lüften.

Vermeiden Sie helles Licht und sehen Sie nicht zum Wecker, wenn Sie verfrüht aufwachen.

Legen Sie sich nur zum Schlafen ins Bett, nicht zum Fernsehen, längerem Lesen oder Surfen im Internet. Ebenso sollten das Sofa oder der Fernsehsessel nicht zum Schlafen genutzt werden.

Medizinische Vorsorge

Länger anhaltende Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Sie sind nichts, was man selbst mit Schlafmitteln behandeln kann.

Arbeitsmediziner empfehlen Schichtarbeitern nach der Nachschicht zwei Schlafphasen anzustreben. Die erste sollte direkt nach der Schicht genutzt werden, eine zweite sollte nachmittags bis in den frühen Abend andauern.

Schicht- und Nachtarbeiter haben zudem ein Recht auf spezifische, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen. Wer mindestens 48 Tage im Kalender im Schicht- oder Nachtdienst arbeitet, kann sich alle drei Jahre (ab dem 50. Lebensjahr jährlich) auf Kosten des Arbeitsgebers untersuchen lassen.

Monotonie macht Schmerz

Etwas mehr Bewegung statt monotones Sitzen: Aufstehen beim Abheften. Quelle: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

Etwas mehr Bewegung statt monotones Sitzen: Aufstehen beim Abheften. Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Verspannungen und Schmerzen in Rücken, Schultern und Armen resultieren oft aus zu langem Sitzen am Arbeitsplatz und monotonen Bewegungsabläufen. Durch ergonomische Einrichtung des Schreibtischplatzes und präventive Verhaltensänderungen lässt sich der Arbeitsalltag dagegen entspannt und zudem effizienter bewältigen.

Ergonomischer Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz sollte nach ergonomischen Maßstäben eingerichtet und auf seinen Nutzer individuell einstellbar sein. Wichtig ist beispielsweise, dass der Bürostuhl sich auf die Körpergröße einstellen lässt, damit die ideale Sitzposition möglich ist. Sie sorgt für einen geraden Rücken ohne hängende Schultern und einen guten Durchfluss für die Durchblutung von Beinen und Rücken. Empfohlen wird, dass die Unterschenkel rechtwinklig zum Oberschenkel (Knie in 90°-Winkel) gebeugt und die Füße komplett auf dem Boden abgestellt werden können. Auch die Ellenbogen sollen einen Winkel von 90° aufweisen, die Handgelenke liegen auf der Tischplatte locker auf. Eventuell ist es notwendig, den Bildschirm etwas höher zu platzieren, denn sein oberer Rand sollte etwa auf Höhe der Augen liegen. Der Monitor steht in 45 bis 70 cm Entfernung (ebenso wie die Tastatur) und ist leicht nach hinten geneigt.

Der Bürostuhl sollte Rollen haben und Stützen für den unteren Rücken sowie verstellbare Armlehnen.

Ergonomische Peripherie

Tastatur und Maus sollten im Idealfall auch ergonomisch geformt sein, um eine unnatürliche Haltung der Arme, Hände und Schultern zu vermeiden. Dafür eignen sich beispielsweise zweigeteilte Tastaturen. Bei den Mäusen gilt es auszuprobieren, ob beispielsweise ein Trackball oder eine andere Mausform am ehesten dem Nutzerverhalten und -Anspruch entspricht. Bei der Trackball-Maus etwa wird nicht mehr die Maus angehoben und geschoben, sondern mit dem Daumen oder einem anderen Finger die Kursorbewegung gesteuert. Andere Mäuse ähneln einem Joystick oder werden wie ein Stift auf einer kleinen Tafel geführt. Letztere Variante ist vor allem in den grafischen Berufen beliebt.

Wer vor allem Beschwerden im Schulterbereich hat, sollte Gelpads ausprobieren, auf denen die Handgelenke beim Schreiben und der Maussteuerung abgelegt werden können.

Dynamisches Sitzen

So wichtig die ideale Sitzposition auch ist: Wer sich zwingt, allzu lange in gleicher Position zu verharren, schadet sich. Die Durchblutung, die Muskeln und auch die Konzentration profitieren davon, wenn man seine Sitzhaltung hin und wieder ändert.

Am gesündesten gelingt dies mit einer Steh-Sitz-Kombination, die sich mit wenigen Handgriffen vom Sitzplatz zum Stehpult umfunktionieren lässt.

Zwischendurch: Bewegung

Kurze Übungen zum Lockern der Muskeln, Entsteifen der Gelenke und Förderung der Durchblutung sollten einen festen Platz im Arbeitsalltag haben. Sie helfen gegen Verspannungen und beugen Schmerzen vor. Es gibt einige Programme, die daran erinnern, wenn es Zeit für eine Übung ist und Vorschläge für etwas Bewegung machen. Dazu gehört beispielsweise Workrave (Download über die Anbieterseite), das an Klick-Pausen erinnert, um dem Mausarm vorzubeugen.

Ein anderes nützliches Programm ist WorkPace (Download über Netzwelt), dass Übungen in Animationen vorführt und als ”Belastungs-Präventions-Software” wirkt. Eine Kontrolle des Computernutzungsverhaltens und somit Vorbeugung gegen Mausarm und Verspannungen bietet auch RSI-Shield (Download über Netzwelt). RSI steht für Repetitive Strain Injury, den so genannten Mausarm.

Einige Beispiele für Übungen im Büro finden sich beispielsweise hier, aufgelistet von der Zeitschrift Fit for fun, oder auch auf zahlreichen Internetseiten der Krankenkassen.

Pausen machen

Nicht nur die Maushand braucht ab und zu eine Pause, sondern auch der Kopf. Untersuchungen zeigen: Micro- oder Minipausen erhöhen die Leistungsfähigkeit, Konzentration und Innovationskraft, sorgen für neue Kraft und weniger Stresshormone im Blut. Minipausen können beispielsweise nach 15 Minuten konzentrierter Arbeit 15 Sekunden Entspannung sein. Aufstehen, aus dem Fenster sehen, die Augen schweifen lassen, sich strecken.

Das Fokussieren der Augen abwechselnd auf die Ferne und die Nähe hilft nicht nur die Augenmuskeln zu entspannen, sondern beugt auch Kopf- und Nackenschmerzen und Augentrockenheit vor, die durch das Starren auf den Bildschirm entstehen.

Für einen kurzen Moment der Entspannung sorgt auch der Besuch auf der Internetseite donothingfor2minutes.com.

Tippen statt Kreisen

Die Schultern hochgezogen, die Hand kreist einem Adler gleich über der Tastatur, die Finger zur Kralle gekrümmt, bereit zuzuschlagen, wenn der Buchstabe gefunden. Eine einseitige Belastung des Oberkörpers und der Arme ist oft die Folge. Besser: Erlernen des 10-Finger-Systems, um entspannt, schnell und ohne hinzusehen tippen zu können.

Auch online ist das Erlernen möglich mit kostenlosen Programmen wie beispielsweise Tipp10 (Download über Anbieterseite).

Sport und Wellness

Ob Sport zum Auspowern, den Rücken stärkende Gymnastik oder ein Spaziergang an der frischen Luft – Bewegung tut gut und sorgt als Ausgleich zum monotonen Sitzen für Wohlbefinden. Wer bereits unter schmerzhaften Verspannungen leidet, sollte sich zudem in die Hände eines Fachmanns begegeben, beispielsweise beim Physiotherapeuten oder in einer zertifizierten und qualifizierten Massagepraxis.