Gesundheitswesen: Von Ansteckungsrisiken und Gegenmaßnahmen

Quelle: Ewa Urban/frolicsomepl / pixabay.com

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Der Rettungsassistent, die Krankenschwester, der Tierarzt: Tag für Tag behandeln diese Fachkräfte die unterschiedlichsten Patienten – und arbeiten unter dem Risiko, mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich infizieren sich etwa eine halbe Million Arbeitnehmer, die im Gesundheitswesen tätig sind, bei ihren kranken Patienten. Neben harmlosen Virsuerkrankungen nehmen so zum Beispiel auch ernsthafte Hepatis-C-Erkrankungen ihren Lauf. Umso wichtiger ist es, dass das Personal gründlich informiert und geschult wird und ihm eine professionelle Schutzausrüstung zur Verfügung steht.

Wo sitzen die Gefahrenquellen?

Die Gefahrenquellen sind vielfältig: Eine Kontamination der behandelnden Personen erfolgt über offene Wunden oder die Schleimhäute. Schnitt- und Stichwunden, Flüssigkeiten wie Blut und Körpersäfte sind Gefahrenherde, die eine größtmögliche Sorgfalt erfordern. Auch die Reinigung von Instrumenten und Arbeitsumgebungen benötigt die größtmögliche Aufmerksamkeit der Pflegekräfte und des Reinigungspersonals. Die Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen sind zahlreich.

Es ist von großer Wichtigkeit, die potentiellen Risiken eines jeden Arbeitsplatzes genau abzuklopfen und einen entsprechenden Leitfaden zu verfassen, den jeder Mitarbeiter genau kennen muss.

Vorsicht auf allen Ebenen

Neben den Informationen zu den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich zahlreiche praktische Maßnahmen zu ergreifen. Die Hygiene spielt die allerwichtigste Rolle – im Gesundheitsbereich ist sie neben der eigenen Umsicht die Mutter aller Schutzmechanismen, und das sowohl für die Patienten als auch für das Pflegepersonal. Instrumente und Schutzkleidung müssen regelmäßig desinfiziert und gewechselt werden und dürfen nicht oder nur unter spezifischen Bedingungen in Räume außerhalb der tatsächlichen Behandlungsräume gebracht werden. Die Sicherheit der Instrumente ist ebenfalls unerlässlich: Sie erfordern einen aufmerksamen und fallgemäßen Umgang, damit das Risiko einer Kontamination der Pflegekraft minimal bleibt. Viele Instrumente verfügen zusätzlich über Sicherheitsvorrichtungen.

Arztkittel und saubere weiße Kleidung bedecken die Pflegekräfte schützend, außerdem macht man jede Art von Unreinheit auf ihnen sofort aus. Weitere Komponenten der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) des Pflegepersonals sind Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Atemmasken. Darüber hinaus fordert der Gesetzgeber an vielen Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen Schutzimpfungen ein, deren Kosten in der Regel der jeweilige Arbeitgeber übernimmt.

Ein Schnitt, eine Berührung, eine Kontamination: Was ist zu tun?

Kommt es im Arbeitsverlauf dennoch einmal zu Verletzungen und Kontaminationen, müssen diese umgehend behandelt und dokumentiert werden. Wer eine frische Wunde hat, sollte für eine gute Durchblutung der entsprechenden Körperpartie sorgen, die verletzte Stelle eventuell spülen und auf alle Fälle sorgfältig desinfizieren, bevor ein kompakter Verband angelegt wird. Egal, welches Maß an Patientkontakt ein Arbeitnehmer im Gesundheitswesen tatsächlich hat: Die Sicherheit des Patienten und der behandelnden Person steht immer an vorderster Stelle.