Plattmachen, was Sie platt macht

Quelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Wissen Sie, dass die häufigste Ursache für Arbeitsunfälle ist? Es sind die SRS-Unfälle. Diese kryptische Abkürzung steht für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Rund 200.000 dieser Unfälle  und damit mehr als andere werden jedes Jahr den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet- unklar ist, wie viele nicht gemeldet werden.
Aus einem kleinen Riss im Asphalt wird ein großer Riss, wird eine Unebenheiten, wird ein Schlagloch. Man gewöhnt sich dran, weicht aus und nimmt die Gefahr nicht mehr ernst. Doch eines Tages ist jemand im Gedanken oder kennt die Stolpersteine nicht und stürzt. Selbst wenn er nur zu Fuß unterwegs war und nicht etwa mit dem Fahrrad, können die Verletzungsfolgen schon sehr unangenehm bis hin zu folgenschwer sein: verstauchter Knöchel, Zerrungen, Prellungen und Schürfwunden oder sogar Bänderriss, Gehirnerschütterung oder Brüche.
Die Sommerzeit bietet eine gute Gelegenheit, bei einer Betriebsbegehung genau auf diese Risikofaktoren zu achten, um den berüchtigten SRS-Unfällen vorzubeugen.

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Innenbereich:

  • beschädigte oder verschmutzte Bodenbeläge
  • Löcher, Dellen oder andere Unebenheiten
  • fehlende oder wackelnde Handläufe
  • rutschige oder wellige Schmutzfangmatten
  • Hindernisse auf den Lauf- und Fahrwegen (z. B. Kabel, Kartons oder Leisten)

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Außenbereich:

  • Vertiefungen und Aufwerfungen
  • Risse und Dehnungsfugen
  • Spurrillen und beschädigte Randbereiche
  • gelockerte oder verschobene Bodenplatten
  • Kanten durch hervorstehende oder wackelnde Kanaldeckel, Roste und Laufgitter
  • reparaturbedürftige Treppenstufen und Podeste

Denken Sie auch daran, nicht nur die vorgegebenen Wege zu prüfen, sondern auch die Trampelpfade und Abkürzungen, die ihre Mitarbeiter als eigene Wegeführung angelegt haben. Sofern diese eigenen Wege keine Gefahrenquelle darstellen, sollten Sie auch dafür sorgen, dass sie nicht zu einer werden.
Aber nicht nur Beschädigungen, die ausgeglichen, eingeebnet oder nivelliert werden müssen können Ihre Mitarbeiter zum Stolpern, Rutschen oder Stürzen bringen.
Auch zu glatte oder schmutzige Fußböden, sei es mit Fett- oder Wasserflecken, Körnchen oder Eisglätte können auf vielfältige Art die Rutschpartie erzeugen. Selbst ein Wechsel von Bodenbelägen mit stark unterschiedlicher Rutschhemmung, etwa zwischen einer Gummimatte und blankem Marmor, kann Mitarbeiter, Kunden und Besucher ins Stolpern bringen.
Achten Sie besonders auf Höhenunterschiede, Unebenheiten, kaum wahrnehmbare Neigung und andere Stolperstellen wie Beschädigungen und Unebenheiten, Vertiefungen und Überstände, beschädigte Stufen und Abdeckungen sowie reparaturbedürftige Bodenbeläge. Behalten Sie die Bäume auf dem Gelände im Auge, wenn sie langsam wachsende Stolperstellen verursachen, indem sie mit ihren Wurzeln die Gehwegplatten heben.
Schaffen Sie Verantwortlichkeiten: Wer ist dafür zuständig, auf herumliegende Dinge zu achten wie Abfall oder Kabel, Kisten und Werkzeuge?
Ein häufiger Grund für SRS-Unfälle ist auch die ungeeignete Beleuchtung. Nicht immer ist damit zu wenig Beleuchtung gemeint. Auch diffuses Licht, das die Konturen der Treppenstufe verschwimmen lässt, oder blendende Lichtquellen, ein nicht ausgewogenes Verhältnis von Licht, Kontrast, Farbe und Reflexion können ursächlich für das Stolpern und Fallen sein. Zudem gilt: Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, wenn es um ungünstig platzierte Lichtschalter oder schlecht gewartete Bewegungsmelder geht. Deshalb bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Sie auf solche Mängel hinzuweisen – im eigenen Interesse.
Das Schuhwerk ist nicht selten ebenfalls ein Grund für Unfälle. Das passiert beispielsweise, wenn Schuhe mit falscher Sohle oder unbequemem Fußbett, zu hohen Absätze oder abgelaufene Profile getragen werden oder der Schuh an Fett- und Ölverschmutzungen abrutscht.
Weitere Gefahrenquellen ist die falsche Reinigung der Böden oder schlicht die Reinigungszeit während der Arbeitszeit.
Nicht zuletzt sind auch die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, sich aufmerksam zu bewegen. Besonders, wenn sie beispielsweise Lasten mit beiden Händen oder Gegenstände tragen, die die Sicht behindern.

Checkliste: Was gehört in einen Erste-Hilfe-Raum?

Erste Hilfe

Foto: Wiki Commons/Rieschl

Jedes Unternehmen muss zumindest einen Verbandskasten mit Erste-Hilfe-Material bereit stellen. In größeren Betrieben sind zudem auch Erste-Hilfe-Räume erforderlich.  Unabhängig von dem Gewerbszweig, der Art der Tätigkeit und dem betrieblichen Unfallgeschehen müssen

  • Betriebe, in denen mehr als 1000 Versicherte beschäftigt sind
  • aber auch schon Betriebe mit mehr als 100 Versicherten, wenn Art, Schwere und Zahl der Unfälle es erfordern
  • sowie Baustellen mit mehr als 50 Versicherten

laut § 25 Abs. 4 BGV/GUV-V A1 einen Erste-Hilfe-Raum oder etwas vergleichbares haben.

Erste-Hilfe-Räume müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung geeignet ausgestattet sein. Beispiele zur Ausstattung sind im Anhang 2 der Information “Erste Hilfe im Betrieb” (BGI/GUV-I 509) sowie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten A 4.3 “Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe” enthalten.

Für die Grundausstattung haben wir eine Checkliste zum Download als PDF für Sie bereit gestellt.

Sie sollte den spezifischen Anforderungen weiter angepasst werden. So genügend in manchen Betrieben die Medikamente, die auch in einer normalen Hausapotheke zu finden sein sollten, also Kohletabletten, Kopfschmerzmittel, Sprühpflaster, Brandsalbe, etc., während in anderen zusätzliche Mittel notwendig sind.

Im Fall der Fälle: Was tun bei einem Arbeitsunfall?

Quelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ein unbedachter Moment und schon ist es passiert. Sicherheit und Schutzmaßnahmen, die noch so gut durchdacht sind, schützen nicht immer davor, dass Arbeitsunfälle passieren. Deshalb sollten die Mitarbeiter in jedem Betrieb wissen, was zu tun ist, wenn es zu einem Arbeitsunfall kommt.
Das Wichtigste ist, dass es besser ist, etwas Falsches zu tun als gar nichts zu tun.
Beobachtet man einen Unfall, muss man sofort reagieren. Was zu tun ist, lässt sich auf diese Faustformel bringen: helfen – melden – sichern.

1. Helfen
Wenn Sie zur Unfallstelle kommen, verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick.

  • Wie viele Menschen sind verletzt?
  • Gibt es Schwerverletzte?
  • Stehen die Verletzten unter Schock?
  • Sind sie ansprechbar?
  • Leisten Sie erste Hilfe oder rufen Sie weitere Helfer hinzu..
  • Bringen Sie die Verletzten in Sicherheit, aber begeben Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr (Eigenschutz).
  • Sprechen Sie ruhig und beruhigend mit dem Verletzten und sagen Sie ihm, das gleich Hilfe kommt.

2. Melden
Melden Sie sofort den Unfall an die Alarmzentrale oder rufen Sie einen Notarzt und wenn nötig auch die Feuerwehr.
Beschreiben Sie kurz, ruhig und genau, was passiert ist. Halten Sie sich dabei an die fünf „W”:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie ist es passiert?
  • Wann ist es passiert?
  • Warten auf Rückfragen!

Nennen Sie Ihren Namen, genaue Position und eine Rückrufnummer. Nennen Sie die Anzahl der verletzten Personen und möglicherweise auch Art und Ausmaß der Verletzungen. Melden Sie auch, wenn weitere Gefahren drohen, wie zum Beispiel Feuer, Strom oder Chemikalien. Warten sie auf Rückfragen und legen Sie erst auf, wenn Ihr Gesprächspartner das Telefonat beendet.

3. Sichern und warnen
Sperren Sie falls nötig den Unfallort ab, um weiteres Unheil zu verhindern.
Falls notwendig, sichern Sie Bauteile, stellen Sie die Maschinen im Umfeld ab und schalten sie den Strom umliegender Maschinen aus, um weitere Gefahren zu vermeiden.
Falls es brennt, versuchen Sie den Brand im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu bekämpfen. Ist das nicht möglich oder zu gefährlich, evakuieren Sie sich und die Verletzten aus dem Gefahrenbereich.

In Einzelfällen kann es notwendig sein, zuerst Hilfe zu holen, weil man zum Beispiel den Verletzten alleine nicht helfen kann.
Weitere Helfer sind zum Beispiel:

  • Kolleginnen und Kollegen
  • innerbetriebliche Ersthelfer
  • Betriebssanitäter
  • Betriebsarzt
  • innerbetrieblicher Rettungsdienst
  • öffentlicher Rettungsdienst/Notarzt: 112 oder 19 222
  • die Sicherheitsfachkraft
  • die Werksfeuerwehr
  • die externe Feuerwehr unter 112

Es ist wichtig, den Ernstfall zu üben, damit klar ist, wann was zu tun ist. Inhalt dieser Übung, ist zum Beispiel das Wissen, wann ein Notruf zwingend notwendig ist, wann die Rettung informiert werden muss oder ob die erste Hilfe ausreicht. Auch wo die Notruftelefone sind und wie ein Notruf richtig abgesetzt werden muss, sollte man üben. Zudem müssen die Mitarbeiter wissen, wer die Ersthelfer sind und wo Erste-Hilfe-Kästen hängen. Auch in Sachen Erste Hilfe gibt es immer wieder neue Erkenntnisse oder Ratschläge.
Die Inhalte dieser Schulung sollten nicht nur praktisch geübt werden, sondern auch auf Papierform ausgehändigt werden, da sich vieles besser einprägt, wenn man es schriftlich vor sich sieht.

Folgenschwerer Bedienfehler

Am 26. November 2012 brach in der Caritas-Werkstatt für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Titisee-Neustadt ein Feuer aus. 14 Menschen starben, 10 wurden verletzt. Eine furchtbare Katastrophe, laut Sachverständigen-Gutachten ausgelöst durch eine Verpuffung an einem Katalytofen.

Dieser Ofen war nicht zur Beheizung für die Werkstatt vorgesehen, sondern als Wärmequelle für den bald anstehenden Weihnachtsmarkt. Für die Betreuerin, die den Ofen vermutlich bediente, kam jede Hilfe zu spät.

Nun folgen weitere Ermittlungen, um zu klären, ob sie für den Unfall verantwortlich war oder ob Versäumnisse der Werkstattleitung zu diesem furchtbaren Brand führten. Gesetzliche Vorgaben schreiben vor, dass jeder, der mit einem solchen gasbetriebenen Ofen arbeitet, über die Gefahren aufgeklärt werden muss. Zudem muss eine schriftliche Dokumentation über diese Unterweisung vorliegen.

Zweieinhalb Monate nach dem Brandunglück hat die Justiz daher die Ermittlungen gegen den Leiter der Caritas-Werkstatt aufgenommen. Auch sein Vorgänger muss sich den Fragen stellen, denn der Ofen ist seit zehn Jahren in Besitz der Caritas.

Zur Begründung heißt es in der Pressemitteilung der Polizeidirektion Freiburg vom 13. Februar 2013

Nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis ist fraglich, ob die erforderliche Gefährdungsbeurteilung des Katalytofens im erforderlichen Umfang durchgeführt wurde. Erkenntnisse über eine mögliche Dokumentation lagen bislang nicht vor. Eine Gefährdungsanalyse und eine entsprechende Dokumentation wären jedoch bereits vor Bereitstellung und Nutzung des Katalytofens erforderlich gewesen.

Sollte der Ofen tatsächlich ohne hinreichende Gefährdungsanalyse und ohne erforderliche Dokumentation als Arbeitsmittel bereitgestellt und genutzt worden seien, sähen sich die Werkstattleiter der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung ausgesetzt.

Einen technischen Defekt am Ofen schließt der Sachverständig laut Polizei aus. Das Linksgewinde des seitlichen Anschluss-Stutzens sei mechanisch nicht beschädigt und auch die einzelnen Gewindegänge seien intakt gewesen. Vielmehr war das Gasflaschen-Ventil zur Propangasflasche vollständig geöffnet, so der Gutachter. Allem Anschein nach durch einen Bedienfehler war der Katalytofen mit der Gasflasche nicht mehr verbunden, so dass das Propangas ungehindert ausströmen konnte.

Dieser Fall zeigt auf beklemmende Weise, wie wichtig es ist, die nötige Vorsicht walten zu lassen und Vorgaben zur Sicherheit zu beachten.

Wer hoch hinaus will …

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

Foto: Petra Bork / pixelio.de

Auch wenn die Stürze von der Leiter nicht mehr zu den häufigsten Arbeitsunfällen zählen, bleibt die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen bestehen – selbst aus geringer Höhe.

Sicherheitsfachkräfte sollten daher systematisch vorgehen, um dafür zu sorgen, dass beim Umgang mit Leitern die wichtigen Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden.

Arbeitsmittel wählen

Zunächst gilt es, durch eine Gefährungsbeurteilung festzustellen, ob eine Leiter die richtige Wahl ist oder doch besser die sicherere Variante wie Gerüste und Podeste, Hubarbeitsbühnen oder der Arbeitskorb am Gabelstapler zu bevorzugen ist.

Fragenschema zur Wahl der Arbeitsmittels:

  • Welche Aufgabe muss erfüllt werden und welche Rahmenbedingungen sind gegeben (z. B. Höhenunterschied, Dauer, Häufigkeit, Arbeitsumgebung)
  • Welche Arbeitsmittel kommen in Betracht (Steh-, Anlege-, Podestleiter, Gerüst, Hubarbeitsbühne, Arbeitskorb, …)?
  • Welche Gefährdungen könnten bei den möglichen Arbeitsmitteln auftreten?
  • Wie sind diese Risiken zu bewerten?
  • Bei welchem Arbeitsmittel ist das Restrisiko am geringsten?

Diese Gefährdungsbeurteilung sollte gewissenhaft durchgeführt werden, denn im Falle eines Unfalls wird sich die Sicherheitsfachkraft, bzw. der Arbeitgeber rechtfertigen müssen, warum er nicht eine sicherere Methode des Aufstiegs gewählt hat.

Leitern sind nicht immer und überall zulässig. Als Verkehrswege, um von A nach B hinauf- oder herabzusteigen, dürfen sie nur vorübergehend eingesetzt werden, beispielsweise auf Baustellen.

Beim Einsatz als Arbeitsplätze unterliegen Leitern folgenden Bedingungen, die erfüllt sein müssen:

  • der Standplatz darf nicht höher als sieben Meter sein
  • ist der Standplatz höher als zwei Meter, darf die Arbeitsdauer nicht mehr als zwei Stunden betragen
  • Werkzeug und Arbeitsmaterial auf der Leiter dürfen nicht schwerer als zehn Kilogramm sein
  • mitgeführte Gegenstände auf der Leiter dürfen nicht größer sein als ein Quadratmeter
  • zusätzliche Gefahren durch Arbeitsstoffe oder Geräte sind auf der Leiter auszuschließen
  • die Arbeiten sollten nur einen geringen Kraftaufwand erfordern

Sind die Arbeiten für den Einsatz einer Leiter geeignet, muss im nächsten Schritt entschieden werden, welche Art von Leiter (etwa eine Podestleiter, eine Steh- oder Anlegeleiter) die größtmögliche Sicherheit aufweist.

Allerdings: Jede Leiter ist nur so sicher, wie ihre Handhabung. Deswegen ist die Sicherheitsunterweisung für alle, die mit und auf Leitern arbeiten, außerordentlich wichtig.

Für fahrbare, freistehende Schiebeleitern, die handbetrieben aufgerichtet und ausgeschoben werden, gilt wie für alle mechanischen Leitern: Erstellen Sie eine Betriebanweisung als Grundlage der Sicherheitsunterweisung.

Warm und sicher

Quelle: M. Großmann  / pixelio.de

Foto: M. Großmann / pixelio.de

Spätestens im Herbst kommen die meisten Straßencafés und Biergärten nicht mehr ohne Heizstrahler aus, wenn sie wollen, dass ihre Gäste die kalten Temperaturen bei Käffchen und Bierchen ertragen. Die mit Flüssiggas betriebenen Terrassenheizstrahler sind daher kaum noch aus der Außengastronomie wegzudenken.

Anders als im privaten Gebrauch der “Heizpilze” gelten für den professionellen Einsatz allerdings Sicherheitsbestimmungen und elementare Regeln für den sicheren Betrieb des Gasbrenners.

Ein gasbetriebener Heizstrahler sollte mindestens diese Sicherheitseinrichtungen haben:

  • Druckregelgerät mit integriertem Überdruckschutz
  • Schlauchbruchsicherung (wenn die Gasleitung länger als 40 Zentimter ist)
  • Anti-Tilt-System, das die Gaszufuhr bei einem umgekippten Brenner automatisch unterbricht, beispielsweise durch einen Neigungschalter mit Magnetventil oder ein Gas-Kippschutzventil

Neben diesen technischen Vorkehrungen sind auch im Umgang mit den Heizstrahlern einige wichtige Regeln zu beachten.

Der Heizstrahler muss sicher und stabil stehen, auf festem und ebenem Boden. Auch, wenn er mit zunehmender Leerung des Gasflasche immer leichter und somit instabiler wird, sollte er nicht einfach durch Windböen oder Vorbeigehende Gäste umgeworfen werden können.

Die Belüftung des Gasflaschenbehälters darf nicht eingeschränkt sein, etwa weil Decken oder Jacken der Gäste die Belüftungsöffnungen verdecken.

 

In der Enge steckt die Tücke

Das Gefahrenpotenzial in engen Räumen ist besonders hoch.

Foto: Bernd Kasper/pixelio.de

Das Arbeiten in engen Räumen birgt ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko. Erstickungen, elektrische Unfälle und Explosionen sind nur einige der Vorkommnisse, die in engen Räumen vermehrt auftreten.
Zu den engen Räumen gehören unter anderem Behälter, Silos, Kessel, Tanks, Kastenträger von Brücken oder Kranen, Hohlräume, fensterlose Räume wie Keller oder Stollen oder Rohrleitungen. Auch Gruben, Schächte, Gräben und Kanäle zählen zu den engen Räumen.
Arbeiten in engen Räumen werden oft an Subunternehmer vergeben. Bei Reinigungsarbeiten oder Konservierungsarbeiten ist das eine gängige Praxis.

Koordinator behält den Überblick

Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist deswegen ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, welche Gefährdungen entstehen können, wenn mehrere Arbeiter unterschiedlicher Firmen in engen Räumen arbeiten. Auch von Arbeiten in benachbarten Räumen oder an den begrenzenden Bauteilen können Gefährdungen für die Arbeiter in engen Räumen ausgehen.
Zur Absicherung ist es daher immens wichtig, rechtzeitig die Abstimmung aller Beteiligten zu koordinieren. In den Bestimmungen von § 6 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention” (BGV A1) ist daher ausdrücklich festgelegt, dass gleichzeitig mit der Vergabe der Arbeiten eine Person als Koordinator zu bestimmen ist. Diesem Koordinator wird die Aufgabe zuteil, die Arbeitsabläufe der beteiligten Unternehmen so aufeinander abzustimmen, dass eine gegenseitige Gefährdung jederzeit ausgeschlossen ist.
Zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Verpflichtungen, die beispielsweise die Unterweisung betreffen, ist es für alle Beteiligten wichtig, den Kontakt zueinander suchen, Absprachen zu treffen, Rücksicht auf die Abläufe und Bedürfnisse der anderen nehmen und sich an Vereinbarungen zu halten.
Damit dies gelingt, sollte dem Koordinator auch die Weisungsbefugnis gegenüber betriebsfremden Personen eingeräumt werden.

Rechtzeitig an die Sicherheit denken

Nicht nur der Auftraggeber, in dessen Unternehmen andere Firmen tätig werden, ist zur Abstimmung verpflichtet. Auch, wer als Auftragnehmer oder als Subunternehmer tätig wird, muss das Gespräch und die Abstimmung suchen.
Für Subunternehmer empfiehlt es sich, Art und Umfang der Arbeiten rechtzeitig vor Beginn dem Hauptunternehmer anzuzeigen. Wichtig ist, alles für die für die Einschätzung der Gefährdung notwendigen Angaben mitzuteilen. Wenn nicht schon geschehen, sollte der Subunternehmer vorschlagen, dass ein Koordinator bestimmt wird.
Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes, die beim Arbeiten in engen Räumen zu erfüllen sind, sind in verschiedenen Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsschutzbestimmungen sowie in BG-Regeln, BG-Informationen, Merkblättern und anderen Regeln der Technik, insbesondere DIN-Normen und VDE-Bestimmungen, enthalten.

Besonderer Schutz für das ungeborene Leben

Wer Mutter wird, trägt im wahrsten Sinne des Wortes eine besondere Verantwortung. Das ungeborene Leben kann durch Einflüsse von außen schwer beeinträchtigt werden, die für erwachsene Menschen nicht oder kaum gefährlich sind.
Das fängt beim Genuss von rohem Fleisch wie etwa Mett an und hört bei Alkohol und Zigaretten noch lange nicht auf.

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, hat die Gesundheit des Kindes und der Mutter oberste Priorität.  Quelle: Silke Kaiser  / pixelio.de

Foto: Silke Kaiser / pixelio.de

Während die Schwangere für ihre private Lebensweise selbst für sich und das Ungeborene verantwortlich ist, trägt im Berufsalltag auch der Arbeitgeber eine besondere Sorgfaltspflicht. Die größte Gefahr der Schädigung des Embryos besteht zwischen der 5. und 10. Woche nach der Empfängnis. Deswegen ist es wichtig, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen.

Für den Arbeitgeber gilt dann: sofort eine sorgfältige Beurteilung der Arbeitsplatzbedingungen vornehmen. Diese Gefährdungsbeurteilung umfasst jede Tätigkeit der schwangeren und später auch stillenden Mutter. Eine Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt können den Arbeitgeber dabei unterstützen.

Die Gefährdungsbeurteilung zum Mutterschutz umfasst diese Gefahrenquellen (je nach Art des Betriebs und Tätigkeit können auch noch weitere Punkte hinzukommen):

  • Gefahrstoffe
  • Heben und Tragen von Lasten
  • Schwere körperliche Arbeiten
  • Ständiges Stehen
  • Häufiges Strecken und Beugen
  • Lärm
  • Unfallgefahren
  • Arbeiten im Freien

Gefahrstoffe

Hierzu gehören beispielsweise chemische Stoffe wie Pflanzenschutzmittel. Sie sind mit Warnhinweisen gekennzeichnet, den sogenannte R- und S-Sätzen (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/R-_und_S-Sätze) . Mit „R 61“ gekennzeichnete Stoffe beispielsweise können das Kind im Mutterleib schädigen, „R 46“ tragen Stoffe, die vererbbare Schäden verursachen können. Mit solchen Gefahrenstoffen dürfen sowohl schwangere als auch stillende Frauen nur arbeiten, wenn der Grenzwert nicht überschritten und Hautkontakt ausgeschlossen ist. Das muss durch Messungen nachgewiesen werden. Aber auch andere Stoffe wie etwa Gartenerde können für das Ungeborene zu einer Gefahr werden: In Gartenerde wie auch in Tierkot können sich Erreger der Toxoplasmose befinden.

Heben und Tragen von Lasten

Regelmäßig tragen und heben dürfen Schwangere Lasten nur, wenn diese unter fünf Kilogramm schwer sind. Lasten, die zwischen fünf und zehn Kilogramm wiegen, dürfen nur noch gelegentlich gehoben, bewegt oder getragen werden. Werden Häufigkeit oder Kilozahl überschritten, sind mechanische Hilfsmittel unbedingt erforderlich, beispielsweise Rollwagen.

Schwere körperliche Arbeiten

Hier dürfen Schwangere überhaupt nicht eingesetzt werden. Es besteht unter anderem die Gefahr, dass sich durch die Belastung die Plazenta ablöst. Ebenso sind stark belastende Bewegungen, Stöße und Erschütterungen zu vermeiden.

Ständiges Stehen

Arbeiten im Stehen, beispielsweise im Verkauf, sind nach Ablauf des 5. Monats der Schwangerschaft auf höchstens vier Stunden täglich zu beschränken.

Häufiges Strecken und Beugen

Dauerndes Hocken oder Bücken ist ebenso wie häufiges, erhebliches Strecken oder Beugen in der Schwangerschaft problematisch. Unter anderem kann sich somit eine Einschränkungen für bewegungsstarke Berufe wie Sportlehrerinnen oder auch Putz- und Reinigungskräfte ergeben. In anderen Berufsgruppen, etwa am Band, können sich gesundheitliche Gefahren durch anhaltende, einseitige Körperhaltung ergeben.

Lärm

Tätigkeiten in Arbeitsbereichen, in denen Lärm mit einem Schalldruck von über 80 dB(A) auftritt oder impulsartiger Lärm vorkommt, dürfen nur eingeschränkt ausgeübt werden. Eine zeitliche Beschränkung ist hier wichtig, da das Kind im Mutterleib dem Lärm ungeschützt ausgesetzt ist.

Unfallgefahren

Das Tätigkeitsfeld der Schwangeren muss genau auf mögliche Unfallgefahren untersucht werden. So gibt es beim Stehen auf Leitern oder Gerüsten die Gefahr, auszurutschen oder abzustürzen. Auch Schläge oder Stöße, die von Maschinen und Werkzeugen ausgehen können, sind zu erkennen.

Arbeiten im Freien

Extremer Hitze, Kälte oder Nässe dürfen werdende ebenso wie stillende Mütter nicht ausgesetzt sein. Deswegen ist es mitunter erforderlich, sie bei bestimmten Wetterverhältnissen für das Arbeiten im Freien nicht oder nur zeitlich begrenzt einzusetzen.

Welche Vorteile hat die Gefährdungsbeurteilung?

Rund 1000 Handlungshilfen für Gefährdungsbeurteilungen gibt es in Deutschland. Sie sollen helfen, die Schutzziele zu erreichen, die gesetzlich formuliert wurden. Da jeder Betrieb anders ist und mitunter Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutz stellt, die nicht in Checklisten, Katalogen oder Normen formuliert werden, ist für den Unternehmer oftmals nicht klar, ob er seiner gesetzlichen Pflicht nachkommt.

Verbotsschild

Foto: Moni Sertel / pixelio.de

Die Erfüllung dieser Schutzziele liegen allein in seiner Verantwortung. Das ist die Kehrseite der neuen Rechtsvorschriften, die auf weniger Bürokratie und Deregulierung setzen und bisherige Detailforderungen wie etwa Grenzwerte und Prüffristen durch Zielvorgaben ersetzt haben. Statt konkrete Vorschriften zu geben, fordert der Gesetzgeber Eigenverantwortung.

Das Recht auf Ihrer Seite

In erster Linie bieten eine Gefährdungsbeurteilung und daraus folgende Maßnahmen natürlich mehr Sicherheit für Mensch und Umwelt. Für den Unternehmer bietet sie aber auch Rechtssicherheit. Er kommt seiner gesetzlichen Pflicht nach, indem er die Betriebsorganisation, Sicherheitsorganisation, Gefährdungen und Belastungen dokumentiert. Diese Dokumentation gibt ihm zudem die Möglichkeit, jederzeit die Ergebnisse der Beurteilung den Behörden vorzulegen, falls eine Überprüfung ansteht.

Spätestens wenn trotz aller Vorsicht ein Arbeitsunfall geschieht oder der Verdacht aufkommt, ein Mitarbeiter leide unter einer berufsbedingten Erkrankung, kann der Unternehmer durch die Gefährdungsbeurteilung belegen, welche Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen für die Mitarbeiter und verschiedene Tätigkeit festgelegt wurden. Eventuell gestellten Regressansprüche kann so unter Umständen der Boden entzogen werden.

Die Rechnung geht auf

Gezielte, präventive Vorkehrungen in Sachen Arbeitsschutz lassen den Krankenstand zurückgehen und verringern die Zahl der Unfälle. Das zeigt sich vor allem durch Untersuchungen in großen Unternehmen. Längst ist erkannt, wie viel Arbeitsleistung und somit bares Geld durch Absentismus, das Fernbleiben vom Arbeitsplatz, verloren geht – noch mehr übrigens durch Präsentismus. Präsentismus meint das Erscheinen an der Arbeit trotz Krankheit, etwa aus Angst, die Stelle zu verlieren, aus Pflichtgefühl oder aus Rücksicht auf die Kollegen. Kranke oder fehlende Mitarbeiter sind nicht nur eine Belastung für den Arbeitgeber, sondern auch für die anderen Mitarbeiter, die oft seine Aufgaben mit übernehmen und Leistungsschwächen abfedern müssen.

Auch psychische Belastungen können daher ein Thema im Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter sein.

Allerdings entwickeln Arbeitnehmer häufig eine viel höhere Motivation und größere Zufriedenheit, wenn sie feststellen, dass der Arbeitgeber sich um ihre Gesundheit kümmert und sie ihm wichtig ist. Diese Art der Wertschätzung zahlt sich aus.