Grundlagen zum Brandschutz im Betrieb

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

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Brandschutz ist in vielen Betrieben von höchster Wichtigkeit. Dabei versteht man darunter alle vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen, die einen Brand und dessen Ausbreitung verhindern. Außerdem geht es um die Rettung von Menschen und Tieren und um die Durchführung wirksamer Löschmaßnahmen. Die Risiken, die bei einem Brand entstehen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Für den Brandschutz gibt es viele verschiedene vorbeugende und abwehrende Maßnahmen.

Wieso ist Brandschutz wichtig?

Brände bringen nicht nur Menschenleben in Gefahr, sondern auch Sachwerte oder die Produktions- bzw. Existenzgrundlage eines Betriebes.

Die drei Säulen des Brandschutzes

Der Betriebliche Brandschutz beruht auf drei Säulen: Baurecht, Versicherungsbestimmungen und Arbeitsschutzbestimmungen.

Baurecht

Landesbauordnungen enthalten allgemeine Brandschutzanforderungen, welche durch Sonderbauverordnungen ergänzt werden. Beispiele hierfür sind die Verkaufsstätten- und Versammlungsstättenverordnung oder die technische Prüfverordnung. Wichtige Normen sind DIN 4102 „Baustoffe“, DIN 18234 „Baulicher Brandschutz im Industriebau“, DIN ISO 23601 „Sicherheitskennzeichnung“ und DIN EN ISO 7010 „Grafische Symbole“.

Versicherungsbestimmungen

Richtlinien zu vielen brandschutzrelevanten Themen finden Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie sind quasi Versicherungsbedingungen für die zu versichernden Objekte, stellen aber auch den Stand der Technik und wesentliche Rechtsnormen dar.

Arbeitsschutzbestimmungen

Im Arbeitsschutzrecht steht natürlich der Schutz Ihrer Beschäftigten im Vordergrund. Beispiele hierfür sind u. a. in § 10 ArbSchG zu finden.

Baurechtliche Bestimmungen

Es steht im allgemeinen Interesse Brandschutzstandards festzulegen und deren Einhaltung zu prüfen. Hierbei geht es vorwiegend um

  • den Schutz der Gebäudenutzer
  • die Schadensminimierung bzw. die Verhinderung von Brandausbreitung
  • die Sicherstellung einer effektiven Brandbekämpfung

Brandschutz ist in erste Linie Ländersache. Rechtsgrundlage ist die jeweilige Landesbauordnung (kurz: LBO) mit nachgeordneten Rechtsvorschriften.

Bestimmungen der Schadensversicherer

Da der Brandschutz ein wichtiges Thema der allgemeinen Sicherheit ist, wird auch immer mehr Forschung, Entwicklung und Prüfwesen darüber betrieben. Darauf ergibt sich z. B. das sehr differenzierte Regelwerk der verbandseigenen Prüfinstitution VdS: die VdS-Richtlinien.

Für den Versicherungsbereich wichtige Themen sind

  • Bauliche Fragen
  • Brandmelde- und Löschanlagen
  • Betriebliche Brandrisiken
  • Organisatorische Maßnahmen

Arbeitsschutzbestimmungen

In Sachen Brandschutz denkt der Arbeitsschutz zwar nur einen kleinen, dennoch wichtigen Teil ab. Er kümmert sich um den Schutz der Beschäftigten im Betrieb. An und für sich hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Brandschutzmaßnahmen aktualisiert werden. Der Arbeitsschutz sorgt für die nötige Ausbildung und Unterweisung der Beschäftigten in Brandschutzfragen und – vor allem – im Notfall.

Sie finden die Brandschutzordnungen im Arbeitsstättenrecht. Es gibt aber auch noch weitere allgemeine und branchenspezifische Informationen zum Thema Brandschutz im berufsgenossenschaftlichen Regelwerk.

Brandschutz in der Praxis

Das spezifische Brandrisiko eines Betriebes ist zwar branchenabhängig, dennoch ist in Betrieben mit hohen technischen Risiken auch erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Einteilung in Fachgebiete

Man unterscheidet zwischen vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz.

  • Vorbeugendem Brandschutz: alle Maßnahmen zur Brandverhütung und gegen die Ausbreitung
  • Abwehrendem Brandschutz: Alles, was den Feuerwehreinsatz betrifft

In der Regel spielt der vorbeugende Brandschutz eine größere Rolle.

Vorbeugender Brandschutz

Dieser Brandschutz wird unterteilt in baulichen, anlagetechnischen und organisatorischen Brandschutz.

  • Baulicher Brandschutz: Umfasst Anforderungen an Gebäuden und andere bauliche Anlagen bzw. ihre Baustoffe und Bauteile. Wesentliche Stichpunkte hierbei sind:
    > Brand- und Rauchabschnitte
    > Rettungswege
    > Anforderung an Baustoffe
    > Anforderung an Bauteile
  • Anlagetechnischer Brandschutz: Brandschutzanlagen sind z. B.
    > Brandmeldeanlagen
    > Alarmierungseinrichtungen
    > automatische Löschanlagen
    > Anlagen zur Entrauchung oder Rauchfreihaltung
    > Blitz- und Überspannungsschutzanlagen
    > Brandschutztechnische Einrichtungen
    > gebäudetechnische Einrichtungen
  • Organisatorischer Brandschutz: Schwerpunkt hierbei liegt bei dem Sicherheitsbeauftragten im Betrieb, da dieser seiner Organisationsverantwortung nachkommen muss. Wesentliche Stichpunkte sind:
    > Kennzeichnung von Rettungswegen und Sicherheitseinrichtungen
    > Bereitstellung von Kleinlöschgeräten
    > Ausbildung von Brandschutz- / Evakuierungshelfern
    > Organisation von Unterweisungen und Übungen
    > Erstellen und Pflegen der Brandschutzordnung bzw. von Alarmplänen, Evakuierungskonzepten und Rettungswegplänen

Abwehrender Brandschutz

Aufgabe des Betriebes ist die Schnittstellen zur örtlichen Feuerwehrstruktur zu kennen und abzustimmen. Das betrifft

  • Flächen für die Feuerwehr
  • Festlegung zentraler Anlaufstellen
  • Löschwasserversorgung und Löschwasserrückhaltung
  • Erstellung eines Feuerwehrplans

Wichtig: Kopfschutz am Arbeitsplatz!

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Bei Arbeiten mit herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen ist der Kopfschutz für Mitarbeiter unabdingbar. Als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stellen Industrieschutzhelme und Industrieanstoßkappen den Schutz für Köpfe dar.

Wann braucht man Kopfschutz am Arbeitsplatz?

Durch eine Gefährdungsbeurteilung wird deutlich, wo es an technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen fehlt. Ergibt eine solche Beurteilung, dass z. B. herabfallende Gegenstände zu erwarten sind, bedarf es den Mitarbeitern an persönlicher Schutzausrüstung. In diesem Falle ist der Arbeitgeber für die Bereitstellung von Kopfschutz verantwortlich.

Berücksichtigen Sie hierbei vor allem die PSA-Benutzungs-Richtlinie 89/656/EWG und die PSA-Benutzungsverordnung.

Arten von Kopfschutz

Industrieschutzhelm

Ein Industrieschutzhelm ist eine Kopfbedeckung aus widerstandfähigem Material. Dieser schützt den Kopf vor allem gegen herabfallende Gegenstände, pendelnde Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen.

Helmschalen bzw. Schalen

Helmschalen nennt man den äußeren Teil von Industrieschutzhelmen. Die Schale ist aus hartem Werkstoff. Er nimmt die einwirkenden Kräfte auf und leitet sie in die Innenausstattung. Bei der Helmschale gibt es verschiedene Formungen, z. B. mit Regenrinne, mit Schirm etc.

Innenausstattung

Die Innenausstattung stellt den inneren Teil des Industrieschutzhelmes dar. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, einem längenverstellbaren Kopfband und einem Nackenband. Die einwirkenden Kräfte lassen sich von der Innenausstattung verteilen und zugleich dämpfen.

Industrieanstoßkappen

Industrieanstoßkappen sind ebenfalls Kopfbedeckungen, welche den Kopf vor Verletzungen schützen. Diese Verletzungen kommen u. a. durch einen Stoß mit dem Kopf gegen harte, feststehende Gegenstände.

Beispiele für Kopfschutz

  • Industrieschutzhelme
    Standard-Industrieschutzhelm
    Bau-Schutzhelm
    Industrieschutzhelm mit umlaufendem Rand
    Hochsteiger-Helm
    Elektriker-Helm
    Forstmeister-Helm
  • Anstoßkappen
    Helmschale
    Industrieanstoßkappe mit textiler Umhüllung als Schirmmütze
Materialien von Kopfschalen

Materialien von Kopfschalen

Gefährdungsbeurteilung

Bei der Gefährdungsbeurteilung lassen sich mögliche Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei Gefährdungen, die zu Kopfverletzungen führen, ist die Rangfolge von Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip zu berücksichtigen.

T = technisch

O = organisatorisch

P = persönlich

Nicht ausreichend ist, die mögliche Kopfgefährdung zu nennen und Kopfschutz als Schutzmaßnahme festzulegen. Sind technische und/oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich, dokumentieren Sie dies in der Gefährdungsbeurteilung.

 

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Kennzeichnung

Kopfschutz besitzt in der Regel eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung. Außerdem ist eine Baumusterprüfung notwendig.  Die Kennzeichnung braucht folgende allgemeine Informationen:

  • EN 397 für Industrieschutzhelme
  • EN 812 für Anstoßkappen
  • Name o. Zeichen des Herstellers
  • Jahr u. Quartal der Herstellung
  • Typbezeichnung des Herstellers
  • Größe o. Größenbereich
  • Kurzzeichen des verwendeten Helmmaterials

Industrieschutzhelme weisen je nach Zusatzanforderung noch folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • +150°C = Einsatz bei hohen Temperaturen
  • 440 Vac o. 1.000 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V bzw. 1.000V
  • MM = Gefährdung durch Spritzer von Metall
  • LD = Gefährdung durch seitliche Beanspruchung

Anstoßkappen weisen je nach Zusatzanforderung folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • 440 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V
  • F = Flammenbeständigkeit

Einsatz

Durch eine Gefährdungsbeurteilung lässt sich feststellen, ob in bestimmten Bereichen ein Kopfschutz nötig ist. Ist dies der Fall, unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter über mögliche Gefährdungen und richtige Benutzung, Reinigung und Prüfung des Kopfschutzes. Die Tragepflicht machen Sie in den bestimmten Bereichen mit dem Gebotsschild M014 „Kopfschutz benutzen“ deutlich.

Die Industrieschutzhelme sind in folgenden Größen erhältlich:

  • Helmschalengröße 1: 52-56 cm Kopfumfang
  • Helmschalengröße 2: 53-61 cm
  • Helmschalengröße 3: 59-63 cm

Voraussetzung für den optimalen Kopfschutz ist die Auswahl und Einstellung des geeigneten Helmes. Anstoßkappen sind ebenfalls größenverstellbar. Nach dem Aufsetzen lassen sie sich individuell anpassen.

Gerne beraten Sie bei der Gefärdungsbeurteilung. Sprechen Sie uns an.

 

Mit dem E-Scooter sicher unterwegs im Straßenverkehr oder Betrieb

E-Scooter

Quelle: Uwe Rau/Hiracon

Seit geraumer Zeit sind sie aus den Innenstädten nicht mehr wegzudenken und auch in einigen Unternehmen sind sie bereits zu finden. Die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Zugelassen für den öffentlichen Straßenverkehr, sollen sie vor allem dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreundlich zu machen.

Allerdings ereigneten sich bereits kurz nach der Straßenzulassung mehrere schwere Unfälle, was heftige Diskussionen zum sicheren Umgang mit dem Gefährt auslöste.

Nachfolgend einige Informationen der gesetzlichen Unfallversicherung, die dazu beitragen sollen, dass der Fahrspaß auch sicher bleibt.

(Quelle: DGUV vom 04.07.2019)

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer Warnklingel ausgestattet sein.

Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht.

Fahren dürfen E-Scooter nur auf Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

  • Fahren Sie möglichst hintereinander.
  • Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit den E-Scootern im Rahmen des innerbetrieblichen Verkehrs, stellt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

 

Schutz vor Lärm und Vibrationen

Quelle: Mimzy/Pixabay

Quelle: Mimzy/Pixabay

Arbeiter auf Baustellen, in handwerklichen Berufen und vielen anderen Branchen kennen es nur zu gut. Tag für Tag wird unter tosendem Lärm und starken Vibrationen gearbeitet. Damit Ihre Arbeiter keinen Gesundheitsschaden erleiden, gibt es bereits seit dem 9. März 2007 die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie als Arbeitgeber über den Lärm- und Vibrationsschutz wissen sollten.

EG-Arbeitsschutzrichtlinien

Die im März 2007 in Kraft getretene Schutzverordnung erschöpft sich aus zwei Richtlinien. Einerseits aus der EG-Arbeitsschutzrichtline und andererseits aus dem Übereinkommen des Internationalen Arbeitsamtes zu Lärm und Vibration. EG steht hierbei für Europäische Gemeinschaft. Diese beiden Richtlinien wurden dann in nationales Recht umgewandelt und richtet sich fortan an alle Arbeitgeber in den betroffenen Branchen.

Grenzwerte festgelegt

Bei der Umsetzung der EG-Richtlinien wurde Grenzwerte für den Lärm- und Vibrationsschutz festgelegt. Die Werte richten sich nach wissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Erkenntnissen.

Die Grenzwerte der Lärmbelastung wurden am Minimum von 87 dB auf 85 dB gesenkt. Am Maximum von 140 dB auf 137 dB.

Bei Arbeiten mit Maschinen, bei denen starke Vibrationen entstehen, wurde der Beschleunigungswert gesenkt. Dieser wich von 1,15 m/s² auf 0,8 m/s².

Diese Absenkungen sind ein großer Fortschritt für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.

Gesundheitsschäden entgegenwirken

Mit der neuen Verordnung arbeiten Ihre Mitarbeiter sicherer und gesundheitsfördernder. Ein häufig auftretender Gesundheitsschaden ist die Lärmschwerhörigkeit, die seit langem an der Spitze der Berufskrankheiten steht.

Gesundheitsschäden durch Hand-, Arm- oder Ganzkörpervibrationen werden mit der Verordnung ebenfalls gehemmt. Bei langer andauernder Belastung entstehen unter Umständen schwere Muskel- und Skeletterkrankungen. Teilweise treten auch neurologische Störungen und Gefäßerkrankungen auf.

Technische Regeln

Um Ihren Mitarbeitern das maximale Maß an Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die technischen Regel zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV) zu beachten.

Lärmarme Arbeitsverfahren

Alternative Arbeitsverfahren erweisen sich in Branchen, in den viel mit Lärm gearbeitet wird, als erfolgreich. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie einige alternative, lärmarme Arbeitsverfahren.

Lärmarme Verfahren statt geräuschintensive Verfahren
Ablegen statt Abwerfen
Absaugen statt Abblasen
Bohren statt Stanzen
Drehschrauber statt Schlagschrauber
Elektroantrieb statt Verbrennungsmotor
Gießen statt Schmieden
Gleitlager statt Wälzlager
Hydraulisch Verformen statt Bördeln mit Hammer
Hydraulisch Ziehen/Drücken statt Richten mit Hammer
Kleben statt Nieten
Laserschneiden statt Akustische Signalgebung
Optische Signalgebung statt mechanisch Trennen
Pressen statt Schlagen
Sägen statt Trennschleifen
Schrauben statt Nieten
Schweißen statt Nieten
Taumelnieten statt Schlagnieten
Transport kontinuierlich statt Transport stoßweise

 

Lärmmindernde Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte

Neben der Arbeitsstätte lassen sich auch Aufenthaltsräume lärmmindernd gestalten, damit Arbeiter außerhalb der aktiven Arbeitszeit keinen gesundheitlichen Schaden erleiden.

Arbeitsräume sollten so gestaltet sein, dass die Schallausbreitungsbedingungen dem aktuellen technischen Standard entsprechen.

Minderung von Luft- und Körperschall sind an der Quelle der Schallerzeugung zu erzielen. Danach auf dem Schallausbreitungsweg und schließlich am Ort der Schalleinwirkung.

Wartungen für Arbeitsmittel, -plätze und Anlagen

Ständige Wartungen Ihrer Arbeitsmittel und Anlagen stellen eine sichere Produktion und Nutzung der Geräte voraus. Das verhindert u. a., dass sich die Lärmbelastung der Beschäftigten möglicherweise unbemerkt erhöht und zu Schäden führt.

Arbeitsorganisation zur Lärmminderung

Halten Sie die Anzahl der von Lärmbelastung ausgesetzten Beschäftigten so gering wie möglich. Verlagern Sie lärmintensive Tätigkeiten z. B. durch Einführen von Schichtabschnitten.

Führen Sie eine sogenannte „Job Rotation“ ein, indem ein Wechsel von Tätigkeitsanteilen in leisen und lauten Arbeitsbereichen stattfindet.

Achten Sie dennoch darauf, dass Ihre Mitarbeiter den Tages-Lärmbelastungspegel von 85 dB nicht überschreiten.

Lärm und akustische Gefahrensignale

Wird ein akustisches Gefahrensignal vom Lärm der Arbeiten übertönt, führt es wohlmöglich zu einem erhöhten Gefahrenrisiko. Als Arbeitgeber haben Sie dafür zu sorgen, dass der Lärm soweit gemindert wird, dass Gefahrensignale noch wahrnehmbar sind.

Lässt sich diese Maßnahme nicht umsetzen, sorgen Sie dafür, dass die Signalgebung dementsprechend verbessert wird.

Auch beim Tragen des Gehörschutzes, haben Sie die Pflicht für die Wahrnehmung von Gefahrensignalen zu sorgen.

Was können Sie tun?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Grenzwerte in Ihrem Unternehmen eingehalten werden und wie Sie die Belastung reduzieren können, sprechen Sie uns gerne an!

Schritt für Schritt – Arbeiten mit Leitern

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Leitern sind ein wichtiges Hilfsobjekt in unzähligen Branchen, vor allem, weil sie ziemlich praktisch und variabel sind. Leitern gibt es in nahezu jeglicher Ausführung, z. B. mit einer variablen Anzahl an Sprossen, mit Zwischenablage oder ohne. Egal ob man ein hohes Regalfach im Lager oder bei einer Monteur-Arbeit an die Decke muss: Mit Leitern gelingt der Aufstieg einfach, schnell und sicher. Sicher zumindest, solange man diese nützlichen Regeln zum Arbeiten mit Leitern sowohl vor, während als auch nach dem Gebrauch berücksichtigt. Weiterlesen

Wenn von oben nichts Gutes kommt

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

Arbeiten, die in der Höhe ausgeführt werden, sind besonders anfällig für Arbeitsunfälle. Zum einen besteht die Gefahr, dass der Arbeitende selbst herabstürzt und zum anderen, dass er von herabfallenden Gegenständen getroffen wird. Stürzt Ihr Mitarbeiter von seiner Arbeitsfläche herab, so sind lebensgefährliche Verletzungen als Folge möglich. Achten Sie auf diese Hinweise, um Ihre Mitarbeiter vor einem Absturz zu schützen.

Ständige Sicherung

Besonders Arbeitsplätze und Verkehrswege, die sich

  • z. B. über und an Wasser oder anderen Stoffen befinden
  • oder mehr als einen Meter über dem Boden befinden

brauchen ständige Sicherung. In der Nähe von Wasser oder anderer Stoffe wie Chemikalien oder kleinteiligem Lagergut besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter einsinken. Hier gilt es vor allem einen Absturz Ihrer Mitarbeiter zu verhindern. Auch potentiell herabfallende Gegenstände sind zu sichern.

Dreiteiliger Seitenschutz

Sichern Sie Arbeitende in der Höhe mit Geländern, die mindestens einen Meter hoch sind. Außerdem sind ein Geländeholm, ein Zwischenholm in 0,5 Meter Höhe und ein Bordbrett mit 0,1 Meter Höhe Pflicht zur Sicherung.

Ständige Sicherung nicht möglich?

Arbeitsplatz oder die auszuführende Arbeit selbst lassen sich nicht ständig sichern? Dann sind Fangnetze oder Sicherheitsgeschirre gegen Abstürze heranzuziehen. Herabfallende Gegenstände lassen sich z. B. durch Schutzdächer auffangen.

Tipp

Bei Arbeiten auf Laderampen sind Geländer an Be- und Endladestellen nicht notwendig.

Luken und Öffnungen in Fenster, Wand und Boden

Bei Arbeiten in der Nähe von Fenstern und Wandluken ist zusätzliche Sicherung notwendig. Das gilt bei Luken, die weniger als einen Meter über dem Boden sind. Eine Brustwehr in einem Meter Höhe schafft Abhilfe. Abnehmbare Brustwehren erfordern außerdem lange Handgriffe an beiden Seiten der Luken.

Geländer und Fußleisten sind unverzichtbar, wenn Fenster von Fußebene an bis in das herunter liegende Stockwerk reichen. Das Geländer und die Fußleiste lassen sich am Besten auf einem Zwischenboden befestigen.

Sichern Sie Ihre Mitarbeiter bei Putzarbeiten, die durch die Bauart der Fenster eingeschränkt werden. Bei solchen Arbeiten bieten Auffanggurte genügend Schutz.  Besonders große Außenfester sind unbedingt immer von Gerüsten und Fahrkörben aus zu reinigen.

Flügel und Türen

Hinter Schiebetüren und Fensterflügel lauern Gefahren für Ihre Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass diese Fenster und Türen durch Vorrichtungen abgesichert sind, damit sie nicht herunterfallen. Außerdem sind Schiebetüren gegen Herausfallen zu sichern.

Bodenöffnungen

Bodenöffnungen, wie z. B. Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Gruben oder Schächte, ohne Sicherung lassen Ihre Mitarbeiter einstürzen. Sorgen Sie dafür, dass diese Öffnungen ständig gesichert sind.

Sicherungen für Bodenöffnungen sind

  • Abdeckungen, die sich nicht verschieben lassen
  • Abnehmbare oder feste Geländer
  • Absperrungen

Luken im Boden sind mit einem Griff zu versehen. Dieser verhindert ein Einklemmen der Finger beim Schließen der Luke.

Dächer

Vor allem Arbeiten auf Dächern sind gefährlich. Häufig fallen Arbeiter wegen unzureichender Sicherungen von Dächern herab. Damit Sie nicht den Absturz Ihres Mitarbeiters verursachen, sorgen Sie für eine ausreichende Sicherung.

Bestimmte Materialien von Dächern sind nicht ausreichend tragfähig, um Ihren Mitarbeitern eine standfeste Unterlage zu bieten. Das bedeutet für Sie

  • Faserzement-Wellplatten und
  • Oberlichter

sind tabu für Ihre Mitarbeiter.

Damit Passanten nicht zusätzlich gefährdet werden, sind Hinweisschilder unabdingbar. Ein stürzender Mitarbeiter ist für Sie Verlust genug, ebenfalls haften Sie für verletzte Passanten.

Damit Passanten auf Arbeiten über ihrem Kopf hingewiesen werden, sind Warnschilder an den jeweiligen Zugangsstellen anzubringen. Oberste Priorität hat jedoch, die Zugangsstellen unter sicherem Verschluss zu halten.

Betreten Ihre Mitarbeiter Dächer immer wieder, sind Laufstege mit Geländer die beste Sicherung. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Ihre Mitarbeiter für die Instandhaltung der Dächer sorgen.

Erst checken, dann arbeiten

Als Vorgesetzter haben Sie die Verantwortung für Ihre Mitarbeiter. Sie müssen dafür sorgen, dass die Sicherungen eingehalten und geprüft werden. Merken Sie sich diese Punkte beim Arbeiten in der Höhe:

  • Ständiger Schutz bei Arbeiten mit oder an Wasser oder anderen Stoffen
  • Dreiteiliger Seitenschutz
  • Geländer und Fußleisten bei Luken und Öffnungen
  • Griffe und feste Geländer bei Bodenöffnungen
  • Warnschilder bei Arbeiten auf Dächern

Betriebsrat und Arbeitsschutz

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

Ein Betriebsrat strebt mit seinen Rechten, Pflichten und Aufgaben das Ziel an, die Interessen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber zu wahren und zu kommunizieren. Auch in Sachen Arbeitsschutz hat der Betriebsrat ein bestimmtes Mitspracherecht. Informieren Sie sich über die Rolle des Betriebsrates, wenn es um die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Mitarbeiter geht.

Rolle des Betriebsrates im Arbeitsschutz

Vor allem bei Präventionen und Vorbeugungen ist der Betriebsrat eine helfende Instanz. Die Mitbestimmung und der Einfluss des Betriebsrates sind weitreichend. Die gesetzlichen Regelungen im Arbeitsschutz sind jedoch nur vage ausformuliert. Daher müssen Sie als Arbeitgeber die Anpassungen im Betrieb vornehmen – in Absprache mit dem Betriebsrat.

Mitbestimmungsrechte

Rechtsgrundlage stellt hier § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG dar. Dieser sagt aus, bei Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit, hat der Betriebsrat mitzubestimmen. Dies gilt auch bei Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zur Prävention.

Allerdings haben Sie als Arbeitgeber auch ein Recht: den Spielraum bei der Wahl Ihrer Maßnahmen. Die häufigsten Maßnahmen befassen sich mit den Themen Lärm, Hitze und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Hierbei müssen Sie zusammen mit dem Betriebsrat entscheiden.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Der Betriebsrat hat ebenfalls ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Arbeitslatzes angeht. Das bedeutet, er darf mitbestimmen, wie PC- und Bildschirmarbeitsplätze aussehen. Außerdem darf er Maßnahmen zur Stressbelastung mitbestimmen.

Sollten Maßnahmen von Ihnen als Arbeitgeber nicht formuliert sein, wird der Betriebsrat aktiv. Das heißt, er darf selbst handeln und eigene Maßnahmen bestimmen. Um einen Zwiespalt zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat zu vermeiden, beraten Sie sich mit ihm über die Maßnahmen.

Betriebsrat und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes. Nach § 5 ArbSchG führen Sie diese durch, um Gefährdungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen. Vor allem die physische und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter gilt es zu schützen.

Auch hier, bei § 5 ArbSchG, hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Maßnahmen abzusegnen und die Umsetzung zu gewährleisten. Das bedeutet auch, dass er das Recht nach § 80 BetrVG hat, die Umsetzung zu überwachen.

Hierbei ist es dem Betriebsrat ebenso erlaubt, eine eigene Gefährdungsbeurteilung anzuregen, sollten Sie sich nicht darum bemüht haben.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

  1. Fassen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze zusammen, um eine einheitliche Betrachtung von ähnlichen Belastungen zu erhalten.
  2. Erkennen und bewerten Sie die Gefährdungen.
  3. Legen Sie geeignete Gegenmaßnahmen fest und schätzen Sie deren Wirksamkeit ein.
  4. Setzen Sie die Maßnahmen um. Vermeiden Sie eine Erweiterung der Belastung.
  5. Überprüfen Sie die getroffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.
  6. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen.
  7. Sie sind dazu verpflichtet, die eingetroffene Gefahr und die dazugehörige Beurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für das Erkennen und Bewerten der Gefahr (Schritt 2), sind folgende Methoden bewährt:

  • Beobachtungsstudien und Messungen
  • Interviews, Fragebögen und Beratungsgespräche durch Ärzte oder Gesundheitsberatern

Überwachung des Arbeitgebers

Vor allem im Arbeitsschutz kommt die, in § 80 BetrVG festgelegte, Kontrollfunktion des Betriebsrates zur Geltung. Hier spielt sie eine wichtige Rolle. Der Betriebsrat stellt sicher, dass Sie als Arbeitgeber alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten haben. Dabei haben Sie eine Art Bringschuld. Das bedeutet, Sie müssen den Betriebsrat über alle Vorgänge informieren und die nötigen Unterlagen vorlegen.

Kommen dem Betriebsrat Anhaltspunkte unter, die eine einzuhaltende Sicherheitsvorschriften nicht zulässt, wird er aktiv. Sind also z. B. Arbeitsplätze nicht gesundheitsgerecht, macht sich der Betriebsrat ein Bild von der Situation. Das heißt, er kommt, auch unangekündigt, vor Ort.

Besichtigungen der Behörde

Bei Besichtigungen und Betriebsbegehungen durch Behörden hat der Betriebsrat vor Ort zu sein. Das gilt besonders für Unfalluntersuchungen. Gibt Ihnen, als Arbeitgeber, eine Behörde bestimmte Auflagen oder Anordnungen, sind Sie wieder in der Bringschuld. Der Betriebsrat muss darüber informiert werden.

Welche Vorteile bringt Arbeitsschutz Ihrem Unternehmen?

Quelle: Anyusha/Pixabay

Quelle: Anyusha/Pixabay

Sich um Gesundheit und Sicherheit Gedanken zu machen, ist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz anbieten, sondern in der Tat für jedes Unternehmen.

Die einzelnen Vorteile sind vielschichtig und in ihrer Gesamtheit besonders stark, weil ein Aspekt einen anderen positiv beeinflussen kann.

Reduzierung auf das Restrisiko

Natürlich ist nichts, was man tut, jemals ohne Risiko. Wer einen Beruf ergreift, setzt sich in einem gewissen Maße freiwillig dem Risiko aus, das er mit sich bringt. Es bleibt immer ein Restrisiko, selbst wenn er alle Vorkehrungen getroffen hat, um die Gefahr von Unfällen und Verletzungen zu verringern. Wer in der Formel 1 Rennen fährt, weiß, dass er ein größeres Restrisiko für Verletzungen hat, selbst wenn er stets konzentriert und vernünftig fährt.

Dieses Restrisiko muss der Rennfahrer akzeptieren, sonst muss er seinen feuerfesten Anzug an den Nagel hängen.

Aber: Von niemandem kann verlangt werden, es zu akzeptieren, bei der Arbeit getötet oder schwer verletzt zu werden. Auch wer bereits gesundheitlich beeinträchtigt oder krank ist – zum Beispiel Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen – muss keinesfalls akzeptieren, dass sich sein Zustand aufgrund der Arbeit erheblich verschlechtert.

Für ein Unternehmen heißt das: Es hat nicht nur die gesetzliche, sondern auch die moralische Pflicht.

Und diese Pflicht betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Personengruppen, die nicht auf dem Lohnzettel stehen. Selbst wer seine Mitarbeiter ausreichend informiert, geschult und sensibilisiert hat, sollte Besucher, Kunden oder andere Personen, die mit dem Unternehmen Kontakt kommen, nicht aussparen.

Oftmals wird unterschätzt, wie gut diese Personengruppen von außerhalb die Gefahren im Unternehmen auf dem Gelände einschätzen können. Möglicherweise rechnen sie nicht damit, dass ein Gabelstapler rückwärts auf sie zu fährt, dass sich aus einem Sicherheitsventil plötzlich eine heiße Dampfwolke entlädt oder der Schieferhammer aus dem fünften Stock vom Gerüst auf dem Bürgersteig purzelt.

Mit einem durchdachten Konzept und umsichtigen Planung können Sie Ihre Haftung reduzieren und Ihrer Verantwortung nachkommen.

Planbare Ausgaben

Es mag zunächst verlockend aussehen – vor allem wenn sich ein Unternehmen in der Gründung befindet oder erfreulich wächst – die Kosten für Gesundheit und Sicherheit gering zu halten. Allerdings sind diese Kosten zum einen planbar und zum anderen reduzieren sie die höchst unerfreulichen Mehrkosten, die durch Krankheiten, Unfälle oder sogar Schlimmeres drohen. Ganz abgesehen von den Sanktionen und teils empfindlichen Strafen durch Aufsichtsbehörden.

Wer sich nicht von der Theorie möglicher Unfälle und ihrer Folgen überzeugen lässt, der wird möglicherweise von der Praxis eingeholt.

Denn: Wer nur den materiellen Schaden durch ein Unglück kalkuliert, denkt zu kurz. Zum einen sind immer auch Menschen betroffen, deren Familien und auch Kollegen. Aber auch das Image eines Unternehmens kann durch ein Unglück, das hätte verhindert werden können, erheblichen Schaden nehmen. Denken Sie nur daran, wie sich eine solche Nachricht über die sozialen Medien, Presse und bei Ihren Kunden herumspricht.

Wir möchten Ihnen keine Horrorszenarien an die Wand malen, denn Sie wissen selbst, wie Sie Ihr Bestmögliches tun können, um das Risiko, die Gefahren und ihre möglichen Folgen zu kontrollieren.

Ein Beispiel:

Wenn ein Feuer ausbricht, können Sie das gesamte Gebäude verlieren und Ihre Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite rettet Sie ein proaktives System, das Sicherheitsprobleme voraussieht und richtig verwaltet, mit einem überschaubaren Budget vor diesem Szenario.

Ein anderes Beispiel:

Wenn Sie Ihre Führungskräfte und Vorarbeiter in Sachen Gesundheit und Sicherheit schulen, scheint das zunächst eine Investition, bei der Kosten und Nutzen wenig transparent berechenbar sind. Aus unserer Erfahrung wissen wir allerdings, das sich diese Aufgaben lohnen. Beispielsweise, wenn dadurch die Verletzungsraten deutlich reduziert wurden, weniger Ausfälle durch Krankheiten verzeichnet werden, eventuell sogar weniger Personal notwendig ist, dass die Ausfälle auffängt und im besten Fall Versicherungsprämien reduziert werden können.

Last but not least…

… ist das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz ein Thema, das auch dem Gesetzgeber in weiten Teilen am Herzen liegt. Es ist also auch eine Frage der Compliance.

Bußgelder von bis zu 5000 € – bis hin zu einem Jahr Freiheitsstrafe für Unbelehrbare – können beispielsweise verhängt werden, wenn von Arbeitgebern oder auch den Beschäftigten gegen eine oder mehrere dieser Vorschrift verstoßen wird:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Baustellenverordnung
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Biostoffverordnung
  • Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung
  • Lastenhandhabungsverordnung
  • Mutterschutzgesetz
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit – PSA-BV
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die Hiracon-Experten sind für Sie da, um Sie bei der Umsetzung zu unterstützen, Mitarbeiter zu schulen und Ihr Unternehmen fit in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zu machen!

Wie Gesundheit und Sicherheit Ihrem Unternehmen nutzen

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind längst keine moderne Erfindung mehr. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es entsprechende Gesetze in Deutschland.

Die Technik hat sich seitdem rasant entwickelt und mit dem Komfort und Nutzen moderner Zeiten sind auch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderung für jeden Geschäftsinhaber und Manager gewachsen. Die Sicherheitsstandards sind heute wesentlich höher als vor wenigen Jahrzehnten und weder die Behörden noch die Mitarbeiter und Kunden ignorieren es, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter rücksichtslos Gefahren aussetzt.

Der gesellschaftliche Fortschritt, sich mit Gefahren und Risiken für mehr Arbeitsschutz und Gesundheit zu beschäftigen, hat eine große Bandbreite von Erkenntnissen, Werkzeugen und Technologien hervorgebracht. Sie sorgen dafür, das Unternehmen diese Risiken besser bewältigen können als jemals zuvor – und zugleich haben sie eine zunächst verwirrende Palette von Gesetzen und Ratschlägen hervorgebracht.

Von Ihrem Sicherheitsmanagementsystem wird erwartet, dass es Risiken aktiv identifiziert, steuert und überprüft. Der Gesetzgeber setzt voraus, dass Sie selbst erkennen, wo in Ihrem Unternehmen bestimmte Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfüllt werden müssen.

Und leider genügt es nicht, sich auf den Überlebensinstinkt und die Vernunft des Menschen zu verlassen. Würde das Gespür für Risiken niemals trügen, gäbe es kaum Menschen, die ins Eis einbrechen, bei Rot über die Straße laufen oder verdorbene Lebensmittel essen.

Moderne Erkenntnisse zu den Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz umfassen Management und Führung, juristische Aspekte und Bereiche der Naturwissenschaften Physik, Biologie und Chemie, aber auch Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Ergonomie. Keiner dieser Bereiche ist aus dem Arbeitsschutz wegzudenken.

Für den Unternehmer lassen sich diese Themen durchaus unter dem Schwerpunkt Sicherheit und Geschäftsrisikomanagement zusammenfassen. Denn darunter fallen nicht nur die Finanz-, Markt- und Produktrisiken, sondern auch Risiken, die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt gefährden.

Ein hoher Krankheitsstand, überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Mitarbeiter, die das Gefühl haben, das ihre Gesundheit dem Unternehmen egal ist, sind das eine, was einem Unternehmen zum Verhängnis werden kann. Das andere sind Behörden und weitere Kontrollorgane, die es nicht tolerieren, wenn gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden.

Bei der Beratung von Unternehmen stellen wir oft fest, dass es nicht schwierig ist, zu erkennen, dass Gesundheit und Sicherheit wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Unternehmen unkoordiniert und planlos versucht, dem Thema Gesundheit und Sicherheit Herr zu werden.

Vom Großen ins Kleine

Nicht selten werden dann zunächst kleine und triviale Maßnahmen umgesetzt, die weniger Einfluss haben auf das große Ganze, obwohl es sinnvoller ist, sich zunächst auf die Hauptgeschäftsrisiken zu konzentrieren. Wenn Sie beispielsweise ein Chemiehersteller sind und ihre Mitarbeiter dazu anweisen, die Oberschränke in der Küche immer zu schließen, damit sich niemand den Kopf stößt und Handlauftrainings durchführen, aber gleichzeitig niemand darauf achtet, wie mit hochgiftigen oder explosiven Chemikalien umgegangen wird, haben Sie eindeutig falsche Prioritäten gesetzt.

Wenn uns ein Unternehmen als externe Berater in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zur Hilfe ruft, beginnen wir meistens mit der Ausarbeitung einer Richtlinie. Sie legt fest, welche Ziele erreicht werden sollen und wie die Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden werden sollen. Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung der Sicherheit besteht darin, die Risiken zu erkennen und zu bewerten, die sich aus Ihrem Unternehmen ergeben. Dazu dient die so genannte Gefährdungsbeurteilung. Sie ist die Grundlage für die individuell zu erarbeitenden Maßnahmen.

Sicherheit muss verwaltet und kontrolliert werden – und auch das lässt sich mit der Implementierung eines Managementsystems überschaubar und praktikabel regeln.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen wollen, welche konkreten Vorteile Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen bringen.

Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.