Schritt für Schritt – Arbeiten mit Leitern

Quelle: Bluesnap/Pixabay

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Leitern sind ein wichtiges Hilfsobjekt in unzähligen Branchen, vor allem, weil sie ziemlich praktisch und variabel sind. Leitern gibt es in nahezu jeglicher Ausführung, z. B. mit einer variablen Anzahl an Sprossen, mit Zwischenablage oder ohne. Egal ob man ein hohes Regalfach im Lager oder bei einer Monteur-Arbeit an die Decke muss: Mit Leitern gelingt der Aufstieg einfach, schnell und sicher. Sicher zumindest, solange man diese nützlichen Regeln zum Arbeiten mit Leitern sowohl vor, während als auch nach dem Gebrauch berücksichtigt. Weiterlesen

Wenn von oben nichts Gutes kommt

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

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Arbeiten, die in der Höhe ausgeführt werden, sind besonders anfällig für Arbeitsunfälle. Zum einen besteht die Gefahr, dass der Arbeitende selbst herabstürzt und zum anderen, dass er von herabfallenden Gegenständen getroffen wird. Stürzt Ihr Mitarbeiter von seiner Arbeitsfläche herab, so sind lebensgefährliche Verletzungen als Folge möglich. Achten Sie auf diese Hinweise, um Ihre Mitarbeiter vor einem Absturz zu schützen.

Ständige Sicherung

Besonders Arbeitsplätze und Verkehrswege, die sich

  • z. B. über und an Wasser oder anderen Stoffen befinden
  • oder mehr als einen Meter über dem Boden befinden

brauchen ständige Sicherung. In der Nähe von Wasser oder anderer Stoffe wie Chemikalien oder kleinteiligem Lagergut besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter einsinken. Hier gilt es vor allem einen Absturz Ihrer Mitarbeiter zu verhindern. Auch potentiell herabfallende Gegenstände sind zu sichern.

Dreiteiliger Seitenschutz

Sichern Sie Arbeitende in der Höhe mit Geländern, die mindestens einen Meter hoch sind. Außerdem sind ein Geländeholm, ein Zwischenholm in 0,5 Meter Höhe und ein Bordbrett mit 0,1 Meter Höhe Pflicht zur Sicherung.

Ständige Sicherung nicht möglich?

Arbeitsplatz oder die auszuführende Arbeit selbst lassen sich nicht ständig sichern? Dann sind Fangnetze oder Sicherheitsgeschirre gegen Abstürze heranzuziehen. Herabfallende Gegenstände lassen sich z. B. durch Schutzdächer auffangen.

Tipp

Bei Arbeiten auf Laderampen sind Geländer an Be- und Endladestellen nicht notwendig.

Luken und Öffnungen in Fenster, Wand und Boden

Bei Arbeiten in der Nähe von Fenstern und Wandluken ist zusätzliche Sicherung notwendig. Das gilt bei Luken, die weniger als einen Meter über dem Boden sind. Eine Brustwehr in einem Meter Höhe schafft Abhilfe. Abnehmbare Brustwehren erfordern außerdem lange Handgriffe an beiden Seiten der Luken.

Geländer und Fußleisten sind unverzichtbar, wenn Fenster von Fußebene an bis in das herunter liegende Stockwerk reichen. Das Geländer und die Fußleiste lassen sich am Besten auf einem Zwischenboden befestigen.

Sichern Sie Ihre Mitarbeiter bei Putzarbeiten, die durch die Bauart der Fenster eingeschränkt werden. Bei solchen Arbeiten bieten Auffanggurte genügend Schutz.  Besonders große Außenfester sind unbedingt immer von Gerüsten und Fahrkörben aus zu reinigen.

Flügel und Türen

Hinter Schiebetüren und Fensterflügel lauern Gefahren für Ihre Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass diese Fenster und Türen durch Vorrichtungen abgesichert sind, damit sie nicht herunterfallen. Außerdem sind Schiebetüren gegen Herausfallen zu sichern.

Bodenöffnungen

Bodenöffnungen, wie z. B. Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Gruben oder Schächte, ohne Sicherung lassen Ihre Mitarbeiter einstürzen. Sorgen Sie dafür, dass diese Öffnungen ständig gesichert sind.

Sicherungen für Bodenöffnungen sind

  • Abdeckungen, die sich nicht verschieben lassen
  • Abnehmbare oder feste Geländer
  • Absperrungen

Luken im Boden sind mit einem Griff zu versehen. Dieser verhindert ein Einklemmen der Finger beim Schließen der Luke.

Dächer

Vor allem Arbeiten auf Dächern sind gefährlich. Häufig fallen Arbeiter wegen unzureichender Sicherungen von Dächern herab. Damit Sie nicht den Absturz Ihres Mitarbeiters verursachen, sorgen Sie für eine ausreichende Sicherung.

Bestimmte Materialien von Dächern sind nicht ausreichend tragfähig, um Ihren Mitarbeitern eine standfeste Unterlage zu bieten. Das bedeutet für Sie

  • Faserzement-Wellplatten und
  • Oberlichter

sind tabu für Ihre Mitarbeiter.

Damit Passanten nicht zusätzlich gefährdet werden, sind Hinweisschilder unabdingbar. Ein stürzender Mitarbeiter ist für Sie Verlust genug, ebenfalls haften Sie für verletzte Passanten.

Damit Passanten auf Arbeiten über ihrem Kopf hingewiesen werden, sind Warnschilder an den jeweiligen Zugangsstellen anzubringen. Oberste Priorität hat jedoch, die Zugangsstellen unter sicherem Verschluss zu halten.

Betreten Ihre Mitarbeiter Dächer immer wieder, sind Laufstege mit Geländer die beste Sicherung. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Ihre Mitarbeiter für die Instandhaltung der Dächer sorgen.

Erst checken, dann arbeiten

Als Vorgesetzter haben Sie die Verantwortung für Ihre Mitarbeiter. Sie müssen dafür sorgen, dass die Sicherungen eingehalten und geprüft werden. Merken Sie sich diese Punkte beim Arbeiten in der Höhe:

  • Ständiger Schutz bei Arbeiten mit oder an Wasser oder anderen Stoffen
  • Dreiteiliger Seitenschutz
  • Geländer und Fußleisten bei Luken und Öffnungen
  • Griffe und feste Geländer bei Bodenöffnungen
  • Warnschilder bei Arbeiten auf Dächern

Betriebsrat und Arbeitsschutz

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

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Ein Betriebsrat strebt mit seinen Rechten, Pflichten und Aufgaben das Ziel an, die Interessen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber zu wahren und zu kommunizieren. Auch in Sachen Arbeitsschutz hat der Betriebsrat ein bestimmtes Mitspracherecht. Informieren Sie sich über die Rolle des Betriebsrates, wenn es um die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Mitarbeiter geht.

Rolle des Betriebsrates im Arbeitsschutz

Vor allem bei Präventionen und Vorbeugungen ist der Betriebsrat eine helfende Instanz. Die Mitbestimmung und der Einfluss des Betriebsrates sind weitreichend. Die gesetzlichen Regelungen im Arbeitsschutz sind jedoch nur vage ausformuliert. Daher müssen Sie als Arbeitgeber die Anpassungen im Betrieb vornehmen – in Absprache mit dem Betriebsrat.

Mitbestimmungsrechte

Rechtsgrundlage stellt hier § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG dar. Dieser sagt aus, bei Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit, hat der Betriebsrat mitzubestimmen. Dies gilt auch bei Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zur Prävention.

Allerdings haben Sie als Arbeitgeber auch ein Recht: den Spielraum bei der Wahl Ihrer Maßnahmen. Die häufigsten Maßnahmen befassen sich mit den Themen Lärm, Hitze und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Hierbei müssen Sie zusammen mit dem Betriebsrat entscheiden.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Der Betriebsrat hat ebenfalls ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Arbeitslatzes angeht. Das bedeutet, er darf mitbestimmen, wie PC- und Bildschirmarbeitsplätze aussehen. Außerdem darf er Maßnahmen zur Stressbelastung mitbestimmen.

Sollten Maßnahmen von Ihnen als Arbeitgeber nicht formuliert sein, wird der Betriebsrat aktiv. Das heißt, er darf selbst handeln und eigene Maßnahmen bestimmen. Um einen Zwiespalt zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat zu vermeiden, beraten Sie sich mit ihm über die Maßnahmen.

Betriebsrat und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes. Nach § 5 ArbSchG führen Sie diese durch, um Gefährdungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen. Vor allem die physische und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter gilt es zu schützen.

Auch hier, bei § 5 ArbSchG, hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Maßnahmen abzusegnen und die Umsetzung zu gewährleisten. Das bedeutet auch, dass er das Recht nach § 80 BetrVG hat, die Umsetzung zu überwachen.

Hierbei ist es dem Betriebsrat ebenso erlaubt, eine eigene Gefährdungsbeurteilung anzuregen, sollten Sie sich nicht darum bemüht haben.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

  1. Fassen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze zusammen, um eine einheitliche Betrachtung von ähnlichen Belastungen zu erhalten.
  2. Erkennen und bewerten Sie die Gefährdungen.
  3. Legen Sie geeignete Gegenmaßnahmen fest und schätzen Sie deren Wirksamkeit ein.
  4. Setzen Sie die Maßnahmen um. Vermeiden Sie eine Erweiterung der Belastung.
  5. Überprüfen Sie die getroffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.
  6. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen.
  7. Sie sind dazu verpflichtet, die eingetroffene Gefahr und die dazugehörige Beurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für das Erkennen und Bewerten der Gefahr (Schritt 2), sind folgende Methoden bewährt:

  • Beobachtungsstudien und Messungen
  • Interviews, Fragebögen und Beratungsgespräche durch Ärzte oder Gesundheitsberatern

Überwachung des Arbeitgebers

Vor allem im Arbeitsschutz kommt die, in § 80 BetrVG festgelegte, Kontrollfunktion des Betriebsrates zur Geltung. Hier spielt sie eine wichtige Rolle. Der Betriebsrat stellt sicher, dass Sie als Arbeitgeber alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten haben. Dabei haben Sie eine Art Bringschuld. Das bedeutet, Sie müssen den Betriebsrat über alle Vorgänge informieren und die nötigen Unterlagen vorlegen.

Kommen dem Betriebsrat Anhaltspunkte unter, die eine einzuhaltende Sicherheitsvorschriften nicht zulässt, wird er aktiv. Sind also z. B. Arbeitsplätze nicht gesundheitsgerecht, macht sich der Betriebsrat ein Bild von der Situation. Das heißt, er kommt, auch unangekündigt, vor Ort.

Besichtigungen der Behörde

Bei Besichtigungen und Betriebsbegehungen durch Behörden hat der Betriebsrat vor Ort zu sein. Das gilt besonders für Unfalluntersuchungen. Gibt Ihnen, als Arbeitgeber, eine Behörde bestimmte Auflagen oder Anordnungen, sind Sie wieder in der Bringschuld. Der Betriebsrat muss darüber informiert werden.

Welche Vorteile bringt Arbeitsschutz Ihrem Unternehmen?

Quelle: Anyusha/Pixabay

Quelle: Anyusha/Pixabay

Sich um Gesundheit und Sicherheit Gedanken zu machen, ist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Und zwar nicht nur für die Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz anbieten, sondern in der Tat für jedes Unternehmen.

Die einzelnen Vorteile sind vielschichtig und in ihrer Gesamtheit besonders stark, weil ein Aspekt einen anderen positiv beeinflussen kann.

Reduzierung auf das Restrisiko

Natürlich ist nichts, was man tut, jemals ohne Risiko. Wer einen Beruf ergreift, setzt sich in einem gewissen Maße freiwillig dem Risiko aus, das er mit sich bringt. Es bleibt immer ein Restrisiko, selbst wenn er alle Vorkehrungen getroffen hat, um die Gefahr von Unfällen und Verletzungen zu verringern. Wer in der Formel 1 Rennen fährt, weiß, dass er ein größeres Restrisiko für Verletzungen hat, selbst wenn er stets konzentriert und vernünftig fährt.

Dieses Restrisiko muss der Rennfahrer akzeptieren, sonst muss er seinen feuerfesten Anzug an den Nagel hängen.

Aber: Von niemandem kann verlangt werden, es zu akzeptieren, bei der Arbeit getötet oder schwer verletzt zu werden. Auch wer bereits gesundheitlich beeinträchtigt oder krank ist – zum Beispiel Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen – muss keinesfalls akzeptieren, dass sich sein Zustand aufgrund der Arbeit erheblich verschlechtert.

Für ein Unternehmen heißt das: Es hat nicht nur die gesetzliche, sondern auch die moralische Pflicht.

Und diese Pflicht betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Personengruppen, die nicht auf dem Lohnzettel stehen. Selbst wer seine Mitarbeiter ausreichend informiert, geschult und sensibilisiert hat, sollte Besucher, Kunden oder andere Personen, die mit dem Unternehmen Kontakt kommen, nicht aussparen.

Oftmals wird unterschätzt, wie gut diese Personengruppen von außerhalb die Gefahren im Unternehmen auf dem Gelände einschätzen können. Möglicherweise rechnen sie nicht damit, dass ein Gabelstapler rückwärts auf sie zu fährt, dass sich aus einem Sicherheitsventil plötzlich eine heiße Dampfwolke entlädt oder der Schieferhammer aus dem fünften Stock vom Gerüst auf dem Bürgersteig purzelt.

Mit einem durchdachten Konzept und umsichtigen Planung können Sie Ihre Haftung reduzieren und Ihrer Verantwortung nachkommen.

Planbare Ausgaben

Es mag zunächst verlockend aussehen – vor allem wenn sich ein Unternehmen in der Gründung befindet oder erfreulich wächst – die Kosten für Gesundheit und Sicherheit gering zu halten. Allerdings sind diese Kosten zum einen planbar und zum anderen reduzieren sie die höchst unerfreulichen Mehrkosten, die durch Krankheiten, Unfälle oder sogar Schlimmeres drohen. Ganz abgesehen von den Sanktionen und teils empfindlichen Strafen durch Aufsichtsbehörden.

Wer sich nicht von der Theorie möglicher Unfälle und ihrer Folgen überzeugen lässt, der wird möglicherweise von der Praxis eingeholt.

Denn: Wer nur den materiellen Schaden durch ein Unglück kalkuliert, denkt zu kurz. Zum einen sind immer auch Menschen betroffen, deren Familien und auch Kollegen. Aber auch das Image eines Unternehmens kann durch ein Unglück, das hätte verhindert werden können, erheblichen Schaden nehmen. Denken Sie nur daran, wie sich eine solche Nachricht über die sozialen Medien, Presse und bei Ihren Kunden herumspricht.

Wir möchten Ihnen keine Horrorszenarien an die Wand malen, denn Sie wissen selbst, wie Sie Ihr Bestmögliches tun können, um das Risiko, die Gefahren und ihre möglichen Folgen zu kontrollieren.

Ein Beispiel:

Wenn ein Feuer ausbricht, können Sie das gesamte Gebäude verlieren und Ihre Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite rettet Sie ein proaktives System, das Sicherheitsprobleme voraussieht und richtig verwaltet, mit einem überschaubaren Budget vor diesem Szenario.

Ein anderes Beispiel:

Wenn Sie Ihre Führungskräfte und Vorarbeiter in Sachen Gesundheit und Sicherheit schulen, scheint das zunächst eine Investition, bei der Kosten und Nutzen wenig transparent berechenbar sind. Aus unserer Erfahrung wissen wir allerdings, das sich diese Aufgaben lohnen. Beispielsweise, wenn dadurch die Verletzungsraten deutlich reduziert wurden, weniger Ausfälle durch Krankheiten verzeichnet werden, eventuell sogar weniger Personal notwendig ist, dass die Ausfälle auffängt und im besten Fall Versicherungsprämien reduziert werden können.

Last but not least…

… ist das Thema Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz ein Thema, das auch dem Gesetzgeber in weiten Teilen am Herzen liegt. Es ist also auch eine Frage der Compliance.

Bußgelder von bis zu 5000 € – bis hin zu einem Jahr Freiheitsstrafe für Unbelehrbare – können beispielsweise verhängt werden, wenn von Arbeitgebern oder auch den Beschäftigten gegen eine oder mehrere dieser Vorschrift verstoßen wird:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Baustellenverordnung
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Biostoffverordnung
  • Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung
  • Lastenhandhabungsverordnung
  • Mutterschutzgesetz
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit – PSA-BV
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die Hiracon-Experten sind für Sie da, um Sie bei der Umsetzung zu unterstützen, Mitarbeiter zu schulen und Ihr Unternehmen fit in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zu machen!

Wie Gesundheit und Sicherheit Ihrem Unternehmen nutzen

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind längst keine moderne Erfindung mehr. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es entsprechende Gesetze in Deutschland.

Die Technik hat sich seitdem rasant entwickelt und mit dem Komfort und Nutzen moderner Zeiten sind auch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderung für jeden Geschäftsinhaber und Manager gewachsen. Die Sicherheitsstandards sind heute wesentlich höher als vor wenigen Jahrzehnten und weder die Behörden noch die Mitarbeiter und Kunden ignorieren es, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter rücksichtslos Gefahren aussetzt.

Der gesellschaftliche Fortschritt, sich mit Gefahren und Risiken für mehr Arbeitsschutz und Gesundheit zu beschäftigen, hat eine große Bandbreite von Erkenntnissen, Werkzeugen und Technologien hervorgebracht. Sie sorgen dafür, das Unternehmen diese Risiken besser bewältigen können als jemals zuvor – und zugleich haben sie eine zunächst verwirrende Palette von Gesetzen und Ratschlägen hervorgebracht.

Von Ihrem Sicherheitsmanagementsystem wird erwartet, dass es Risiken aktiv identifiziert, steuert und überprüft. Der Gesetzgeber setzt voraus, dass Sie selbst erkennen, wo in Ihrem Unternehmen bestimmte Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfüllt werden müssen.

Und leider genügt es nicht, sich auf den Überlebensinstinkt und die Vernunft des Menschen zu verlassen. Würde das Gespür für Risiken niemals trügen, gäbe es kaum Menschen, die ins Eis einbrechen, bei Rot über die Straße laufen oder verdorbene Lebensmittel essen.

Moderne Erkenntnisse zu den Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz umfassen Management und Führung, juristische Aspekte und Bereiche der Naturwissenschaften Physik, Biologie und Chemie, aber auch Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Ergonomie. Keiner dieser Bereiche ist aus dem Arbeitsschutz wegzudenken.

Für den Unternehmer lassen sich diese Themen durchaus unter dem Schwerpunkt Sicherheit und Geschäftsrisikomanagement zusammenfassen. Denn darunter fallen nicht nur die Finanz-, Markt- und Produktrisiken, sondern auch Risiken, die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt gefährden.

Ein hoher Krankheitsstand, überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Mitarbeiter, die das Gefühl haben, das ihre Gesundheit dem Unternehmen egal ist, sind das eine, was einem Unternehmen zum Verhängnis werden kann. Das andere sind Behörden und weitere Kontrollorgane, die es nicht tolerieren, wenn gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden.

Bei der Beratung von Unternehmen stellen wir oft fest, dass es nicht schwierig ist, zu erkennen, dass Gesundheit und Sicherheit wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Unternehmen unkoordiniert und planlos versucht, dem Thema Gesundheit und Sicherheit Herr zu werden.

Vom Großen ins Kleine

Nicht selten werden dann zunächst kleine und triviale Maßnahmen umgesetzt, die weniger Einfluss haben auf das große Ganze, obwohl es sinnvoller ist, sich zunächst auf die Hauptgeschäftsrisiken zu konzentrieren. Wenn Sie beispielsweise ein Chemiehersteller sind und ihre Mitarbeiter dazu anweisen, die Oberschränke in der Küche immer zu schließen, damit sich niemand den Kopf stößt und Handlauftrainings durchführen, aber gleichzeitig niemand darauf achtet, wie mit hochgiftigen oder explosiven Chemikalien umgegangen wird, haben Sie eindeutig falsche Prioritäten gesetzt.

Wenn uns ein Unternehmen als externe Berater in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zur Hilfe ruft, beginnen wir meistens mit der Ausarbeitung einer Richtlinie. Sie legt fest, welche Ziele erreicht werden sollen und wie die Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden werden sollen. Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung der Sicherheit besteht darin, die Risiken zu erkennen und zu bewerten, die sich aus Ihrem Unternehmen ergeben. Dazu dient die so genannte Gefährdungsbeurteilung. Sie ist die Grundlage für die individuell zu erarbeitenden Maßnahmen.

Sicherheit muss verwaltet und kontrolliert werden – und auch das lässt sich mit der Implementierung eines Managementsystems überschaubar und praktikabel regeln.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen wollen, welche konkreten Vorteile Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen bringen.

Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

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Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.

Gefährliches Gerät: die Kreissäge

Quelle:15299 / pixabay.com

Quelle:15299 / pixabay.com

Das rotierende Metallblatt einer Kreissäge birgt ein hohes Verletzungpotenzial in sich. Schreiner und andere Arbeitnehmer speziell im holzverarbeitenden Bereich müssen sich der Risiken stets bewusst sein, um schwere Verletzungen wie zum Beispiel abgetrennte Finger zu vermeiden. Sicherheitsbeauftragte müssen darauf achten, dass die Arbeitsanweisungen trotz der täglichen Routine im Betrieb stets eingehalten werden.

Unfallquelle Kreissäge

Bleiben Arbeitsabläufe Tag für Tag gleich, stumpft man ab. Das gilt für viele, viele Handgriffe – und dabei ist es doch besonders in Berufsbereichen mit potientiellen Gefahrenquellen so wichtig, nicht nachlässig zu werden. Wer eine Kreissäge bedient, darf sich weder von Langeweile noch von Stress beeinflussen lassen: Verkeilte Werkstücke, fehlende Abdeckungen oder ein Laufenlassen des Geräts trotz der Unterbrechung des Arbeitsprozesses können schwerwiegende Folgen haben. Man risikert nicht nur schlimme Schnittverletzungen oder gar Amputationen, sondern auch, dass die zu verarbeitenden Materialien herunterfallen oder gar herumgeschleudert werden. Letzteres kann dazu führen, dass Kollegen in Mitleidenschaft gezogen werden. Seien Sie auf der Hut: Als Sicherheitsbeauftragter müssen Sie dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter des Betriebs, die die Kreissäge bedienen, über sämtliche Bedienungsschritte und Sicherheitsmaßnahmen Bescheid wissen und jederzeit auf dem neuesten Stand sind.

Was Sie beim Arbeiten an der Kreissäge beachten müssen

  • Wie ist der Arbeitsplatz eingerichtet? Stellen Sie sicher, dass die Säge stabil steht, nicht verrutschen kann und vor jedem Arbeitsgang ordnungsgemäß eingestellt wird.
  • Sind alle Mitarbeiter ausreichend geschult, ist die Bediensanleitung sowie die Betriebsanweisung schnell zur Hand?
  • Wie sieht es bei der Kleidung Ihrer Kollegen aus – werden Schutzbrillen, Ohrschützer und eng anliegende Kleidungsstücke getragen? Wer an einer Kreissäge ohne Zuführeinrichtung arbeitet, darf keine Handschuhe tragen.
  • Die Maschine darf nie unsachgemäß behandelt werden, die Einstellungen dürfen nur gemäß der Bedienungsanleitung und passend zum Arbeitsprozess verändert werden. Die zu verarbeitenden Materialien müssen für die jeweilige Kreissäge geeignet sein. Außerdem muss das Gerät regelmäßig gewartet und immer instand gehalten werden. Vorsicht: Während der Wartung oder Reinigung darf die Maschine nicht an den Strom angeschlossen sein.

Was im Notfall zu tun ist

Es ist klar: Wer an einer Kreissäge arbeitet, muss immer wachsam und entsprechend der jeweils aktuellsten Richtlinien geschult sein. Sollte es trotz aller Vorsicht dennoch einmal zu einem Arbeitsunfall kommen, muss sofort der sogenannte Durchgangsarzt aufgesucht werden. Er ist für Unfälle im Zusammenhang mit der Arbeitsstelle zuständig. Hier müssen verunfallte Mitarbeiter hin, damit im Rahmen der Versorgung auf jeden Fall die gesetzliche Unfallversicherung greift.

Aber natürlich ist es am besten, wenn es gar nicht erst zu einem derartigen Unglück kommt. Setzen Sie auf die Macht der Information, sorgen Sie als Sicherheitsbeauftragter stets dafür, dass Ihre Kollegen aufmerksam und sorgfältig mit den Kreissägen Ihres Betriebs umgehen.

Wenn‘s am Werktor zweimal klingelt

Quelle: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

Quelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Ein Gang durch den Betrieb mit einem geschulten Augenmerk auf Arbeitsschutz sollte nicht erst dann stattfinden, wenn die Berufsgenossenschaft, der Unfallversicherungsträger oder ein Behördenvertreter vor der Tür steht. Die Betriebsbegehung sollte auch geschehen, um sich einen Überblick über den aktuellen Status von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu verschaffen, wenn eine neue Fachkraft für Arbeitssicherheit oder ein neuer Betriebsarzt seinen Dienst aufnimmt. Ebenso sind sie sinnvoll als Vorbereitung für Audits, Zertifizierungen oder andere wichtige Begehungen, etwa zum Thema Brandschutz.

Für engagierte Arbeitsschützer ist es substanziell, sich selbst ein Bild zu machen und die Betriebsbegehung regelmäßig einzuplanen.

Erster Schritt ist das Festlegen und Planen der Route durch den Betrieb. Ist es sinnvoll, den Betrieb in Teilbereichen zu begehen oder kann er komplett durchlaufen werden? Stehen die Bereiche fest, ist zu klären wer die Begehung (eventuell auch nur in Teilbereichen) begleitet. In Frage kommen unter anderem der Betriebsarzt, der Betriebsrat, Vorgesetzte, Brandschutzbeauftragte, aber auch externe Beteiligte wie etwa die Feuerwehr, ein Vertreter einer Behörde oder eines bestimmten Dienstleisters.

In einem nächsten Schritt ist zu klären, ob diese Personengruppe alle Bereiche sicher betreten kann. Wo bestehen Zutrittsverbote, wo müssen Anlagen aus Sicherheitsgründen angehalten werden und ist eine persönliche Schutzausrüstung notwendig, die vor Ort für die Kontrolleure in ausreichender Verfügung stehen muss?

Denken Sie auch daran, die Mitarbeiter und deren Vorarbeiter in den entsprechenden Bereichen zu informieren. Eventuell werden Abläufe durch die Begehung gestört oder es müssen Arbeiten unterbrochen werden. Das sollten Sie im Vorfeld unbedingt klar kommunizieren, damit es während der Begehung nicht zu Diskussionen kommt, was vor allem vor betriebsfremden Anwesenden ein unschönes Bild hinterlässt. Apropos Diskussionen: Bei Betriebsbegehungen ist es nicht nur Pflicht, sondern es empfiehlt sich auch einen Arbeitnehmervertreter einzuladen, um in kleiner Runde vor Ort offene Fragen und Konflikte anzusprechen.

Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Begehung schriftlich in einem Protokoll fest. Sie können durch solche Begehungsnotizen belegen, wann und auf welche Weise Sie Ihre Aufgabe wahrgenommen haben, vorhandene Risiken und Gefährdungen stets im Blick zu haben. Im Falle eines Falles, beispielsweise wenn der Vorwurf einer Pflichtverletzung laut wird, wenn es zu einem Störfall oder Arbeitsunfall kommt, ist es optimal einen sorgsam geführten Begehung und Unterweisungsplan vorlegen zu können, der alle Termine, zugeordneten Zuständigkeiten für den gesamten Betrieb und auch den aktuellen Zustand Ihres Betriebs schriftlich belegt.

 

Staub: Die unterschätzte Gefahr

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Stäube entstehen beim Bearbeiten von Holz, Metall und Kunststoff. Sie finden sich gleichermaßen an den Produktionsstraßen der Lebensmittelindustrie wie auch in der mittelständischen Backstube oder rund um die Walzen einer Druckerei. Staubgrenzwerte und vorgeschriebener Atemschutz mindern die Gefahr für Mitarbeiter. Doch wird oft vergessen, dass nicht nur das Einatmen der Stäube, sondern auch die Staubexplosion in der Industrie hoch gefährlich sind und wesentlich öfter vorkommen als dies gemeinhin angenommen wird.

Bereits das Aufwirbeln von 20 bis 50 g Staub je Kubikmeter Luft genügen, um ein zündfähiges Staubluftgemisch entstehen zu lassen. Je kleiner die Staubpartikel sind, desto leichter können sie sich entzünden, brennen oder sogar explodieren. Der Grund: Je kleinteiliger der Staub, desto größer ist seine Oberfläche und somit seine Reaktionsfähigkeit mit einer anderen Substanz, beispielsweise dem Sauerstoff aus der Luft.

Drei Zutaten braucht es, um eine gefährliche Staubexplosion auszulösen: eine brennbare Substanz, Sauerstoff und eine Zündquelle. Für die meisten Menschen ist es kaum nachvollziehbar, wie leicht vermeintlich harmlose Substanzen wie Mehl oder Kakao, Eisen oder Aluminium zu einer brennbaren Substanz werden können.

Als Zündquelle genügt ein Funken

Dabei ist es nicht damit getan, das Rauchen, offene Flammen und Heißarbeiten zu verbieten, bzw. im Blick zu halten. Als Zündquelle für eine Staubexplosion genügt unter Umständen bereits die elektrostatische Entladung, die an Transportbändern entsteht, oder der winzige Funken eines Steckers, der aus der Steckdose gezogen wird.

Selbst in Betrieben, in denen man sich der Gefahr durch Staub auf den Arbeitsflächen und auf dem Boden bewusst ist, wird oft vergessen, das sich durch Schleifen oder Abrieb oder auch durch bloßes Aufwirbeln an vielen Stellen im Betrieb Schwebstoffe als winzige Partikel oder Fasern mit der Zeit auch auf höher gelegenen Stellen absetzen. Sie können als Stäube explodieren, obwohl die Stoffe an sich weder brandfördernd noch explosiv sind. Ein Beispiel ist die Aktenvernichtung in einem Recyclingunternehmen, bei dem der reine Papierstaub unter Umständen für eine gefährliche Atmosphäre sorgt.

Auch das regelmäßige Reinigen des Fußbodens genügt oft nicht, denn die Stäube setzten sich auch in der Höhe ab, beispielsweise auf Rohren und Zuleitungen, auf Maschinen, Regalen und Lampen. Schon eine dünne Staubschicht von nur 1 mm Dicke kann einen Raum mit einem explosionsfähige Staub-Luft-Gemisch ausfüllen. Nicht selten kommt es nach einer ersten Staubexplosion zu einer zweiten, der Sekundärexplosionen, verursacht durch aufgewirbelten Staub im Raum.

Gefahren erkennen und einschätzen

Die bei jedem Arbeitsgang anfallenden Stäube auf ihr Brenn- und Explosionsverhalten untersuchen zu lassen, ist zumeist aufwendig und teuer – und oft auch nicht notwendig. Nach einer fachlichen Gefährdungsbeurteilungen mit einer Begehung des Betriebs und eine Analyse der dort stattfindenden Arbeitsvorgänge und des Materialaufkommens zeigt sich meistens, dass es genügt, die in der Branche häufig verwendeten Substanzen für Beispielrechnungen zu verwenden, deren Kenngrößen bereits vorliegen, um die Explosionsgefahr einzuschätzen. So hat beispielsweise das IFA-Institut der DGUV eine Datenbank von über 6000 Staubproben aus vielen Branchen angelegt und liefert hier die wichtigen Brenn- und Explosionskenngrößen, die nötig sind, um die Explosionsgefahr einzuschätzen.

Allerdings lassen sich diese Staubkenngrößen nur anwenden auf Materialien, die stets in gleicher Körnung und Zusammensetzung auftreten. Dies ist bei natürlichen Materialien wie beispielsweise Getreidekörnern oder Saaten nicht der Fall. Sind die sicherheitstechnischen Kenndaten nicht bekannt, müssen sie im Einzelfall neu ermittelt werden.

Anhand der Gefährdungsbeurteilung können nicht nur die Gefahren durch eine Staubexplosion besser eingeschätzt werden, sondern es können auch passgenaue Maßnahmen, etwa technischer Art, und Verhaltensweisen entwickelt werden, die die Gefahr eindämmen.

Plattmachen, was Sie platt macht

Quelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

Quelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Wissen Sie, dass die häufigste Ursache für Arbeitsunfälle ist? Es sind die SRS-Unfälle. Diese kryptische Abkürzung steht für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Rund 200.000 dieser Unfälle  und damit mehr als andere werden jedes Jahr den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet- unklar ist, wie viele nicht gemeldet werden.
Aus einem kleinen Riss im Asphalt wird ein großer Riss, wird eine Unebenheiten, wird ein Schlagloch. Man gewöhnt sich dran, weicht aus und nimmt die Gefahr nicht mehr ernst. Doch eines Tages ist jemand im Gedanken oder kennt die Stolpersteine nicht und stürzt. Selbst wenn er nur zu Fuß unterwegs war und nicht etwa mit dem Fahrrad, können die Verletzungsfolgen schon sehr unangenehm bis hin zu folgenschwer sein: verstauchter Knöchel, Zerrungen, Prellungen und Schürfwunden oder sogar Bänderriss, Gehirnerschütterung oder Brüche.
Die Sommerzeit bietet eine gute Gelegenheit, bei einer Betriebsbegehung genau auf diese Risikofaktoren zu achten, um den berüchtigten SRS-Unfällen vorzubeugen.

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Innenbereich:

  • beschädigte oder verschmutzte Bodenbeläge
  • Löcher, Dellen oder andere Unebenheiten
  • fehlende oder wackelnde Handläufe
  • rutschige oder wellige Schmutzfangmatten
  • Hindernisse auf den Lauf- und Fahrwegen (z. B. Kabel, Kartons oder Leisten)

Achten Sie auf folgende Gefahrenquellen im Außenbereich:

  • Vertiefungen und Aufwerfungen
  • Risse und Dehnungsfugen
  • Spurrillen und beschädigte Randbereiche
  • gelockerte oder verschobene Bodenplatten
  • Kanten durch hervorstehende oder wackelnde Kanaldeckel, Roste und Laufgitter
  • reparaturbedürftige Treppenstufen und Podeste

Denken Sie auch daran, nicht nur die vorgegebenen Wege zu prüfen, sondern auch die Trampelpfade und Abkürzungen, die ihre Mitarbeiter als eigene Wegeführung angelegt haben. Sofern diese eigenen Wege keine Gefahrenquelle darstellen, sollten Sie auch dafür sorgen, dass sie nicht zu einer werden.
Aber nicht nur Beschädigungen, die ausgeglichen, eingeebnet oder nivelliert werden müssen können Ihre Mitarbeiter zum Stolpern, Rutschen oder Stürzen bringen.
Auch zu glatte oder schmutzige Fußböden, sei es mit Fett- oder Wasserflecken, Körnchen oder Eisglätte können auf vielfältige Art die Rutschpartie erzeugen. Selbst ein Wechsel von Bodenbelägen mit stark unterschiedlicher Rutschhemmung, etwa zwischen einer Gummimatte und blankem Marmor, kann Mitarbeiter, Kunden und Besucher ins Stolpern bringen.
Achten Sie besonders auf Höhenunterschiede, Unebenheiten, kaum wahrnehmbare Neigung und andere Stolperstellen wie Beschädigungen und Unebenheiten, Vertiefungen und Überstände, beschädigte Stufen und Abdeckungen sowie reparaturbedürftige Bodenbeläge. Behalten Sie die Bäume auf dem Gelände im Auge, wenn sie langsam wachsende Stolperstellen verursachen, indem sie mit ihren Wurzeln die Gehwegplatten heben.
Schaffen Sie Verantwortlichkeiten: Wer ist dafür zuständig, auf herumliegende Dinge zu achten wie Abfall oder Kabel, Kisten und Werkzeuge?
Ein häufiger Grund für SRS-Unfälle ist auch die ungeeignete Beleuchtung. Nicht immer ist damit zu wenig Beleuchtung gemeint. Auch diffuses Licht, das die Konturen der Treppenstufe verschwimmen lässt, oder blendende Lichtquellen, ein nicht ausgewogenes Verhältnis von Licht, Kontrast, Farbe und Reflexion können ursächlich für das Stolpern und Fallen sein. Zudem gilt: Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, wenn es um ungünstig platzierte Lichtschalter oder schlecht gewartete Bewegungsmelder geht. Deshalb bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Sie auf solche Mängel hinzuweisen – im eigenen Interesse.
Das Schuhwerk ist nicht selten ebenfalls ein Grund für Unfälle. Das passiert beispielsweise, wenn Schuhe mit falscher Sohle oder unbequemem Fußbett, zu hohen Absätze oder abgelaufene Profile getragen werden oder der Schuh an Fett- und Ölverschmutzungen abrutscht.
Weitere Gefahrenquellen ist die falsche Reinigung der Böden oder schlicht die Reinigungszeit während der Arbeitszeit.
Nicht zuletzt sind auch die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, sich aufmerksam zu bewegen. Besonders, wenn sie beispielsweise Lasten mit beiden Händen oder Gegenstände tragen, die die Sicht behindern.