Warum Tageslicht die Leistung Ihrer Mitarbeiter fördert

Quelle: Pashminu/Pixabay

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Als ein wesentlicher Faktor zur Gesundheit und Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter gilt das Tageslicht. Aus diesem Grund sind in der Arbeitsstättenverordnung Vorgaben bezüglich des Tageslichtes hinterlegt. Arbeitsräume, in denen sich die Mitarbeiter während der Anwesenheit im Betrieb aufhalten, erfüllen folgende Kriterien:

  • Ausreichend Tageslichteinfall
  • Sichtverbindung nach draußen

Das bedeutet in erster Linie: Schließen Sie sich mit Ihren Raumplanern kurz. Denn diese sind dafür zuständig, dass beide Kriterien eingehalten werden. Befassen Sie sich damit lieber im Vorhinein, denn es ist nicht einfach einen Raum nachträglich mit Tageslicht oder Fenstern auszustatten.

Gibt es da eine Gesetzlage?

Kurz: Ja, die gibt es. Und zwar lautet der Anhang der Arbeitsstättenverordnung 3.4 wie folgt: „Der Arbeitgeber darf als Arbeitsräume nur solche Räume betreiben, die möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und […] eine Sichtverbindung nach außen haben“. Dabei definiert einen Arbeitsraum solche Räume, die mit Arbeitsplätzen innerhalb von Gebäuden dauerhaft ausgestattet sind. Die Regel gilt auch für Pausen- und Bereitschaftsräume sowie Unterkünfte. Wie sagt man doch so schön? Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel bildet die Kantine eine Ausnahme. Hier ist es kein Muss, dass genug Tageslicht und Sichtverbindung vorhanden ist.

Andere Ausnahmen sind z. B. Nebenräume, in denen sich die Mitarbeiter nur kurzzeitig aufhalten. Also Archive, Lager, Maschinen- und andere technische Nebenräume sowie Teeküchen. Aber auch Räume, die sich unter der Erdoberfläche befinden, zählen zu Ausnahmen. Hierbei vor allem Tiefgaragen, Kellerlokale, Räume in Einkaufszentren, Bahnhofs- und Flughafenhallen sowie Passagen.

Beleuchtungseigenschaften

Durch die Anpassung des menschlichen Auges an das Tageslicht wird es nicht so blendend empfunden wie z. B. Kunstlicht. Deswegen lassen sich natürliche Beleuchtungen einfacher und oft auch erfolgreicher als zuträgliche Beleuchtungsbedingungen nutzen. Greifen Sie also im Zweifel immer lieber auf natürliche Beleuchtungsalternativen zurück anstatt grelle Kunstleuchten zu nehmen.

Wieso Tageslicht die Vitalfunktion Ihrer Mitarbeiter verbessert

Tageslicht unterstützt die Lebenskraft von Menschen auf unterschiedlichste Weise. Auch die Sichtverbindung spielt hier eine entscheidende Rolle. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich, sollten sie vom Tageslicht abgeschottet sein. Denken Sie nur an die Winterdepression. Die Tage werden kürzer und vor allem dunkler. Ihre Mitarbeiter sind niedergeschlagen und antriebslos. Zusätzlich fehlendes Tageslicht über den Arbeitstag verteilt, verschlimmert die Situation. Dadurch empfinden Sie ein extremes Schlafbedürfnis sowie Heißhunger auf Süßes.

Wie bekommen Sie (ausreichend) Tageslicht?

Nicht nur Fenster und (Glas-)Türen ermöglichen die Ausstattung mit natürlichem Licht. Auch Oberlichter und weitere lichtdurchlässige Bauteile verhelfen hier zum Glück. Aber wie viel Tageslichteinfall ist eigentlich genug?

Nach Abschn. 4.1 ASR 3.4, wenn

  • am Arbeitsplatz ein Tageslichtquotient größer als 2% erreicht wird. Bei Oberlichtern sind es 4%.
  • das Verhältnis von lichtdurchlässigen Fenstern, Türen etc. und Raumgrundfläche 1:10 beträgt.

Wird das ausreichende Maß an Tageslicht nicht erfüllt, sind andere Maßnahmen (Gefährdungsbeurteilung) in Angriff zu nehmen. Das könnte z. B. durch wechselnde Arbeitsbereiche oder Pausenaufenthalte in Räumen mit Tageslicht erfolgen.

Sichtverbindung nach draußen

Der primäre Sinn der Sichtverbindung zielt nicht auf genug Tageslichteinfall ab. Viel mehr verhindere sie das Gefühl, eingesperrt und abgeschottet zu sein. Das hängt vor allem von der Raumgröße und -gestaltung ab, unabhängig davon ob es ein Fenster im Raum gibt. Dabei ist es kein Muss, dass die Sichtverbindung von jedem Punkt im Raum besteht.

Belüftung und Wärmeverteilung

Tageslichtarme Räume sind Kellerräume, die zur Arbeitsnutzung gebraucht werden. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach Licht- und Sichtverhältnissen, sondern auch nach Wärme- und Luftverteilung. Kellerräume sind oft bodenkalt, sodass bei üblicher Ausstattung mit Heizkörpern unter Fenstern keine gute Wärmeverteilung entsteht. Dadurch kommt es auch zu keiner guten Luftzirkulation. Werden solche Bedingungen nicht behoben, sprechen diese Kellerräume gegen die Nutzung als Arbeitsräume.

Sitzen? Stehen? Na, was nun?

Quelle: StartupStockPhotos/Pixabay

Quelle: StartupStockPhotos/Pixabay

Aufstehen, ein paar Schritte gehen, Hinsetzen. Das ist der häufigste Positionswechsel während der Arbeit an Bildschirmen und Displays. Der Fachbegriff für bewussten Wechsel von Sitzen und Stehen nennt sich die Sitz-Steh-Dynamik.

Je öfter Sitzen, Stehen und Bewegen sich abwechseln, umso besser vermeiden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einseitige Belastung durch langes Sitzen. Mithilfe dieser ständigen Wechsel wird die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung Ihrer Mitarbeiter verbessert.

Die Steh-Sitz-Dynamik wiederum versucht durch den Wechsel vom Stehen zum Sitzen auch eine einseitige Belastung durch langes Stehen zu vermeiden.

Sitzen und Stehen regeln das

Bewegung ist die beste und zudem rezeptfreie Medizin, um gegen einen Bewegungsmangel anzukämpfen. Sie wird als notwendiges Lebensprinzip und als unverzichtbar angesehen. Bewegung fördert

•    die Atmung
•    den Herzschlag
•    den venösen Rückfluss
•    die “Bandscheibenernährung”

Durch den Sitzmarathon ohne ausreichend Bewegung sind Rückenprobleme unter Ihren Mitarbeitern die Volkskrankheit Nr 1. Einige wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass das Problem nicht gelöst wird, wenn wir das Sitzen noch bequemer machen. Ziel ist es, das „dynamische System“ des Körpers anzusprechen.

Sitzen schadet dem Rücken

Es ist eine sehr rückenfeindliche Körperhaltung, das Sitzen. Vor allem das Arbeiten am PC bringt den Körper in eine Zwangshaltung, die früher oder später zu Schäden führt. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches über eine senkrechte Körperachse verfügt. Wird diese auf Dauer verändert, z. B. durch acht Stunden Sitzen, wird auch die Anatomie der Wirbelsäule verändert. Dadurch entstehen Schäden und die Gesundheit der Mitarbeiter ist beeinträchtigt.

Faktencheck: Rückenschmerzen

•    Jeder fünfte geht wegen Rückenschmerzen einmal im Jahr zum Arzt
•    27% von denen suchen 4-mal oder öfter den Arzt auf
•    Viele rückenschmerzbedingte Besuche sind vermeidbar

Stehen ist das neue Sitzen

Damit Ihre Mitarbeiter keinen Gesundheitsschaden erleiden und Sie damit mehr Geld kosten, ist die Sitz-Steh-Dynamik von wesentlicher Bedeutung. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Mitarbeiter ein gesundes Maß an Zeit auf dem Bürostuhl verbringen und sich zwischendurch bewegen.

Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Sitz-Steh-Dynamik brauchen sie technische Voraussetzungen.
1.    Entscheidend für die Auswahl der Sitz-Steh-Lösung ist nicht etwa die potenziell bequemste Lösung, sondern die Arbeitsaufgabe und -organisation. Ein Bürofachhändler empfiehlt Ihnen z. B.  einen elektrischen Sitz-Steh-Tisch, aber das ist nicht unbedingt die beste Lösung.
2.    Die Einweisung und Aufklärung Ihrer Mitarbeiter ist zentrales Thema. Sie unterweisen Ihre Mitarbeiter gleichzeitig über den Sinn der Verhältnisse.
3.    Wichtig ist ein Sitz-Steh-Kompetenztraining, damit Ihre Mitarbeiter sich nicht falsch hinsetzen oder aufstehen. Das klingt absurd, aber wenn ganzheitlich über das Thema Sitzen und Stehen informiert werden soll, gehört auch das dazu.

Sind diese Voraussetzungen getroffen, dann erreichen Sie folgende Anforderungen an die Sitz-Steh-Dynamik:
•    Ein häufiger Wechsel der Körperhaltung und 2-4-mal pro Stunde aufstehen ist günstiger als lange Stehphase
•    Eine Stehphase ist gut, wenn sie nicht länger als 20 Minuten dauert
•    Abstützen der Oberarme entlastet das Stehen.

Sitz-Steh-Konzepte

Zwei grundlegende Konzepte unterscheiden Sitz-Steh-Arbeitsplätze:
•    Dynamisches Sitz-Steh-Zonenkonzept: Der Wechsel findet in einer bestimmten Zone der Arbeitsfläche oder in der Nähe statt
•    Statisches Flächenkonzept: die gesamte Arbeitsfläche, inklusive der Arbeitsmittel, wird vom Sitzen zum Stehen gebracht

Nutzen von Sitz-Steh-Dynamik

Durch die nachhaltige Verbesserung der Ergonomie Ihrer Mitarbeiter, gewinnen beide Seiten:
•    Die Mitarbeiter und
•    Ihr Unternehmen

Grundlagen zum Brandschutz im Betrieb

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

Brandschutz ist in vielen Betrieben von höchster Wichtigkeit. Dabei versteht man darunter alle vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen, die einen Brand und dessen Ausbreitung verhindern. Außerdem geht es um die Rettung von Menschen und Tieren und um die Durchführung wirksamer Löschmaßnahmen. Die Risiken, die bei einem Brand entstehen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Für den Brandschutz gibt es viele verschiedene vorbeugende und abwehrende Maßnahmen.

Wieso ist Brandschutz wichtig?

Brände bringen nicht nur Menschenleben in Gefahr, sondern auch Sachwerte oder die Produktions- bzw. Existenzgrundlage eines Betriebes.

Die drei Säulen des Brandschutzes

Der Betriebliche Brandschutz beruht auf drei Säulen: Baurecht, Versicherungsbestimmungen und Arbeitsschutzbestimmungen.

Baurecht

Landesbauordnungen enthalten allgemeine Brandschutzanforderungen, welche durch Sonderbauverordnungen ergänzt werden. Beispiele hierfür sind die Verkaufsstätten- und Versammlungsstättenverordnung oder die technische Prüfverordnung. Wichtige Normen sind DIN 4102 „Baustoffe“, DIN 18234 „Baulicher Brandschutz im Industriebau“, DIN ISO 23601 „Sicherheitskennzeichnung“ und DIN EN ISO 7010 „Grafische Symbole“.

Versicherungsbestimmungen

Richtlinien zu vielen brandschutzrelevanten Themen finden Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie sind quasi Versicherungsbedingungen für die zu versichernden Objekte, stellen aber auch den Stand der Technik und wesentliche Rechtsnormen dar.

Arbeitsschutzbestimmungen

Im Arbeitsschutzrecht steht natürlich der Schutz Ihrer Beschäftigten im Vordergrund. Beispiele hierfür sind u. a. in § 10 ArbSchG zu finden.

Baurechtliche Bestimmungen

Es steht im allgemeinen Interesse Brandschutzstandards festzulegen und deren Einhaltung zu prüfen. Hierbei geht es vorwiegend um

  • den Schutz der Gebäudenutzer
  • die Schadensminimierung bzw. die Verhinderung von Brandausbreitung
  • die Sicherstellung einer effektiven Brandbekämpfung

Brandschutz ist in erste Linie Ländersache. Rechtsgrundlage ist die jeweilige Landesbauordnung (kurz: LBO) mit nachgeordneten Rechtsvorschriften.

Bestimmungen der Schadensversicherer

Da der Brandschutz ein wichtiges Thema der allgemeinen Sicherheit ist, wird auch immer mehr Forschung, Entwicklung und Prüfwesen darüber betrieben. Darauf ergibt sich z. B. das sehr differenzierte Regelwerk der verbandseigenen Prüfinstitution VdS: die VdS-Richtlinien.

Für den Versicherungsbereich wichtige Themen sind

  • Bauliche Fragen
  • Brandmelde- und Löschanlagen
  • Betriebliche Brandrisiken
  • Organisatorische Maßnahmen

Arbeitsschutzbestimmungen

In Sachen Brandschutz denkt der Arbeitsschutz zwar nur einen kleinen, dennoch wichtigen Teil ab. Er kümmert sich um den Schutz der Beschäftigten im Betrieb. An und für sich hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Brandschutzmaßnahmen aktualisiert werden. Der Arbeitsschutz sorgt für die nötige Ausbildung und Unterweisung der Beschäftigten in Brandschutzfragen und – vor allem – im Notfall.

Sie finden die Brandschutzordnungen im Arbeitsstättenrecht. Es gibt aber auch noch weitere allgemeine und branchenspezifische Informationen zum Thema Brandschutz im berufsgenossenschaftlichen Regelwerk.

Brandschutz in der Praxis

Das spezifische Brandrisiko eines Betriebes ist zwar branchenabhängig, dennoch ist in Betrieben mit hohen technischen Risiken auch erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Einteilung in Fachgebiete

Man unterscheidet zwischen vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz.

  • Vorbeugendem Brandschutz: alle Maßnahmen zur Brandverhütung und gegen die Ausbreitung
  • Abwehrendem Brandschutz: Alles, was den Feuerwehreinsatz betrifft

In der Regel spielt der vorbeugende Brandschutz eine größere Rolle.

Vorbeugender Brandschutz

Dieser Brandschutz wird unterteilt in baulichen, anlagetechnischen und organisatorischen Brandschutz.

  • Baulicher Brandschutz: Umfasst Anforderungen an Gebäuden und andere bauliche Anlagen bzw. ihre Baustoffe und Bauteile. Wesentliche Stichpunkte hierbei sind:
    > Brand- und Rauchabschnitte
    > Rettungswege
    > Anforderung an Baustoffe
    > Anforderung an Bauteile
  • Anlagetechnischer Brandschutz: Brandschutzanlagen sind z. B.
    > Brandmeldeanlagen
    > Alarmierungseinrichtungen
    > automatische Löschanlagen
    > Anlagen zur Entrauchung oder Rauchfreihaltung
    > Blitz- und Überspannungsschutzanlagen
    > Brandschutztechnische Einrichtungen
    > gebäudetechnische Einrichtungen
  • Organisatorischer Brandschutz: Schwerpunkt hierbei liegt bei dem Sicherheitsbeauftragten im Betrieb, da dieser seiner Organisationsverantwortung nachkommen muss. Wesentliche Stichpunkte sind:
    > Kennzeichnung von Rettungswegen und Sicherheitseinrichtungen
    > Bereitstellung von Kleinlöschgeräten
    > Ausbildung von Brandschutz- / Evakuierungshelfern
    > Organisation von Unterweisungen und Übungen
    > Erstellen und Pflegen der Brandschutzordnung bzw. von Alarmplänen, Evakuierungskonzepten und Rettungswegplänen

Abwehrender Brandschutz

Aufgabe des Betriebes ist die Schnittstellen zur örtlichen Feuerwehrstruktur zu kennen und abzustimmen. Das betrifft

  • Flächen für die Feuerwehr
  • Festlegung zentraler Anlaufstellen
  • Löschwasserversorgung und Löschwasserrückhaltung
  • Erstellung eines Feuerwehrplans

Mobbing am Arbeitsplatz

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

1997 hat das Bundesarbeitsgericht Mobbing als das „systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren“ am Arbeitsplatz definiert. Mobbing kann sowohl unter Arbeitnehmern als auch durch oder unter Vorgesetzten geschehen.

Vergessen Sie nicht: Mobbing kann jede*n treffen!

Dabei zeigt sich ein geschlechtsspezifischer Unterscheid: Diskriminierung von Männern findet eher auf fachlicher Ebene und bei Frauen im sozialen Miteinander statt. Dabei findet Mobbing in der Regel auf der gleichen Hierarchieebene statt.

Was zählt zu Mobbing?

Mobbing ist nicht einfach mit einem Täter-Opfer-Schema zu erklären. Mobbinghandlungen sind Angriffe, Verletzungen oder Ausgrenzungen.

Wie ist das rechtlich gesehen?

Im Gegensatz zu Frankreich oder Schweden hat Deutschland kein Mobbing-Schutzgesetz. Es ergeben sich jedoch Schutz- und Handlungsmöglichkeiten aus § 2 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz (kurz: ArbSchG). Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass keine arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren bestehen und eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit vorherrscht. Hierunter fällt auch der Schutz vor psychischen Belastungen.

Mit Art. 1 Gundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar. Art. 2 regelt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Umgesetzt finden Sie diese beiden Artikel in § 75 Betriebsverfassungsgesetz (kurz: BetrVG). Dieses Gesetz setzt also voraus, dass Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass Ihr Betrieb mobbingfrei ist.

Seit 2006 herrscht zudem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (kurz: AGG). Darin definiert § 3 Abs. 3 AGG dass eine Belästigung unter den folgenden Bedingungen zu einer Benachteiligung zählt: „Wenn die Würde des Betroffenen verletzt und ein von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Beleidigung gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“ ( § 3 Abs. 3 AGG).

Als Arbeitgeber sorgen Sie für die nötigen Maßnahmen, um vor Benachteiligung zu schützen.

Ursachen von Mobbing

Die wichtigsten Auslöser für ein schikanierendes oder drangsalierendes Umfeld am Arbeitsplatz sind folgende:

  • Mängel an Arbeitsorganisation, wie z. B. unbesetzte Stellen oder mangelndes Zeitmanagement.
  • Schwächen in Führungspositionen, wie z. B. Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.
  • Besondere soziale Stellung von Betroffenen, wie z. B. Geschlecht, Nationalität oder Behinderung.
  • Schwächen in der Betriebsmoral, wie z. B. Wegschauen bei falschem Verhalten.

Handlungen von Mobbing

Heinz Leymann (†1999), Betriebswirt, Diplompsychologe und Pionier in der Mobbingforschung, klassifizierte 45 verschiedene Mobbinghandlungen in 5 Gruppen:

  • Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
  • Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  • Auswirkungen auf das soziale Ansehen
  • Angriffe auf die Berufs- und Lebenssituation
  • Angriffe auf die Gesundheit

Psychologe Axel Esser, Arbeitsrechtler Martin Wolmerath und Personalentwickler Klaus Niedl definieren nur zwei Kategorien von Mobbing:

  • Auf Arbeitsebene
  • Auf Sozialebene

Auswirkungen

Mobbing von Kollegen und Vorgesetzten hat oft schwere Folgen für die Betroffenen. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, so dass ihre Leistung nachlässt und sie krank werden. Ein Ausweg ist meistens die Kündigung.

Folgen für Betroffene

Aber Mobbing kann auch weitaus schlimmere Folgen haben. Psychische Belastungen führen zu körperlichen und psychischen Erkrankungen und sozialer Isolation. Sorgen Sie also dafür, dass Mobbing am Arbeitsplatz keine Chance hat.

Psychische und Physische Probleme von Mobbing sind z. B.

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Niedergeschlagenheit

Chronische Erkrankungen in Folge von Mobbing sind

  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Herz- und Kreislaufsystemerkrankungen
  • Depressionen

Angehörige und Freunde können bei Mobbing nur bedingt helfen. Ratsamer ist es, wenn sich Betroffene selbst kompetente Unterstützung suchen.

Betriebswirtschaftliche und Gesellschaftliche Kosten

Denken Sie auch an die Kosten, die Mobbing am Arbeitsplatz mit sich ziehen: Fehlzeiten, Fluktuation und Minderleistung. Betroffene fehlen häufig aufgrund von psychosomatischer Belastung oder um vor bestimmten Situationen zu fliehen.

Diese Kosten entstehen durch Mobbing:

  • Störung der Produktion
  • Fehler und Mängel in der Qualität
  • Zusätzliche Löhne für Aushilfskräfte
  • Versetzungen, Kündigungen und Einarbeitungen
  • Verlust von qualifizierten Mitarbeiter*innen
  • Imageschädigung bei Kunden und in der Öffentlichkeit

Prävention

Sie als Arbeitnehmer sorgen für ein menschengerechtes Klima am Arbeitsplatz. Daher sollte klar vereinbart sein, wie der Umgang im Betrieb ist. Dazu ist es ratsam sogenannte Mobbingvereinbarungen abzuschließen. Informationsveranstaltungen, ausgebildete Mobbingbeauftragte im Betrieb und ein vorbildhafter Führungsstil tragen zur Prävention von Mobbing am Arbeitsplatz bei.

Wichtig: Kopfschutz am Arbeitsplatz!

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Bei Arbeiten mit herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen ist der Kopfschutz für Mitarbeiter unabdingbar. Als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stellen Industrieschutzhelme und Industrieanstoßkappen den Schutz für Köpfe dar.

Wann braucht man Kopfschutz am Arbeitsplatz?

Durch eine Gefährdungsbeurteilung wird deutlich, wo es an technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen fehlt. Ergibt eine solche Beurteilung, dass z. B. herabfallende Gegenstände zu erwarten sind, bedarf es den Mitarbeitern an persönlicher Schutzausrüstung. In diesem Falle ist der Arbeitgeber für die Bereitstellung von Kopfschutz verantwortlich.

Berücksichtigen Sie hierbei vor allem die PSA-Benutzungs-Richtlinie 89/656/EWG und die PSA-Benutzungsverordnung.

Arten von Kopfschutz

Industrieschutzhelm

Ein Industrieschutzhelm ist eine Kopfbedeckung aus widerstandfähigem Material. Dieser schützt den Kopf vor allem gegen herabfallende Gegenstände, pendelnde Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen.

Helmschalen bzw. Schalen

Helmschalen nennt man den äußeren Teil von Industrieschutzhelmen. Die Schale ist aus hartem Werkstoff. Er nimmt die einwirkenden Kräfte auf und leitet sie in die Innenausstattung. Bei der Helmschale gibt es verschiedene Formungen, z. B. mit Regenrinne, mit Schirm etc.

Innenausstattung

Die Innenausstattung stellt den inneren Teil des Industrieschutzhelmes dar. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, einem längenverstellbaren Kopfband und einem Nackenband. Die einwirkenden Kräfte lassen sich von der Innenausstattung verteilen und zugleich dämpfen.

Industrieanstoßkappen

Industrieanstoßkappen sind ebenfalls Kopfbedeckungen, welche den Kopf vor Verletzungen schützen. Diese Verletzungen kommen u. a. durch einen Stoß mit dem Kopf gegen harte, feststehende Gegenstände.

Beispiele für Kopfschutz

  • Industrieschutzhelme
    Standard-Industrieschutzhelm
    Bau-Schutzhelm
    Industrieschutzhelm mit umlaufendem Rand
    Hochsteiger-Helm
    Elektriker-Helm
    Forstmeister-Helm
  • Anstoßkappen
    Helmschale
    Industrieanstoßkappe mit textiler Umhüllung als Schirmmütze
Materialien von Kopfschalen

Materialien von Kopfschalen

Gefährdungsbeurteilung

Bei der Gefährdungsbeurteilung lassen sich mögliche Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei Gefährdungen, die zu Kopfverletzungen führen, ist die Rangfolge von Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip zu berücksichtigen.

T = technisch

O = organisatorisch

P = persönlich

Nicht ausreichend ist, die mögliche Kopfgefährdung zu nennen und Kopfschutz als Schutzmaßnahme festzulegen. Sind technische und/oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich, dokumentieren Sie dies in der Gefährdungsbeurteilung.

 

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Kennzeichnung

Kopfschutz besitzt in der Regel eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung. Außerdem ist eine Baumusterprüfung notwendig.  Die Kennzeichnung braucht folgende allgemeine Informationen:

  • EN 397 für Industrieschutzhelme
  • EN 812 für Anstoßkappen
  • Name o. Zeichen des Herstellers
  • Jahr u. Quartal der Herstellung
  • Typbezeichnung des Herstellers
  • Größe o. Größenbereich
  • Kurzzeichen des verwendeten Helmmaterials

Industrieschutzhelme weisen je nach Zusatzanforderung noch folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • +150°C = Einsatz bei hohen Temperaturen
  • 440 Vac o. 1.000 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V bzw. 1.000V
  • MM = Gefährdung durch Spritzer von Metall
  • LD = Gefährdung durch seitliche Beanspruchung

Anstoßkappen weisen je nach Zusatzanforderung folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • 440 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V
  • F = Flammenbeständigkeit

Einsatz

Durch eine Gefährdungsbeurteilung lässt sich feststellen, ob in bestimmten Bereichen ein Kopfschutz nötig ist. Ist dies der Fall, unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter über mögliche Gefährdungen und richtige Benutzung, Reinigung und Prüfung des Kopfschutzes. Die Tragepflicht machen Sie in den bestimmten Bereichen mit dem Gebotsschild M014 „Kopfschutz benutzen“ deutlich.

Die Industrieschutzhelme sind in folgenden Größen erhältlich:

  • Helmschalengröße 1: 52-56 cm Kopfumfang
  • Helmschalengröße 2: 53-61 cm
  • Helmschalengröße 3: 59-63 cm

Voraussetzung für den optimalen Kopfschutz ist die Auswahl und Einstellung des geeigneten Helmes. Anstoßkappen sind ebenfalls größenverstellbar. Nach dem Aufsetzen lassen sie sich individuell anpassen.

Gerne beraten Sie bei der Gefärdungsbeurteilung. Sprechen Sie uns an.

 

Die Brille für den Bildschirm

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Viele Mitarbeiter sehen ab dem 45. Lebensjahr nicht mehr alles so gut wie zuvor. Vor allem Arbeiten vor einem Bildschirm gestalten sich schwieriger. Für solche Fälle gibt es die sogenannte Bildschirmbrille, eine spezielle Sehhilfe. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr zufriedenstellen sind.

Für eine solche Brille trägt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten. Mitarbeiter beteiligen sich an der Brille, wenn eine Zusatzausstattung erwünscht ist oder die Brille auch privat genutzt wird.

Rechtlich gesehen…

Vor der Aufnahme und während der Tätigkeit an Bildschirmen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Angebotsvorsorge bieten. Diese Regel gilt nach dem § 5 ArbMedVV. Inhalt des Angebots ist eine angemesse Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Zu einer angemessenen Untersuchung gehören

  • Ärztliches Gespräch mit Ermittlung der Vorgeschichte und aktueller Beschwerden
  • Sehtest
  • Ärztliche Beurteilung
  • Persönliche Beratung und Mitteilung des Ergebnisses.

Ist nach einer solchen Untersuchung das Tragen einer Bildschirmbrille die Maßnahme, muss diese vom Arbeitgeber erfüllt werden. In der Praxis ist die Frage der Bezahlung umstritten, obwohl es eindeutige Vorschriften und Urteile zur Untermauerung gibt.

Diese sind u. A.

  • Abschn. 3 DGUV-I 250-008
  • Kommentar in DGUV-I 240-370
  • Arbeitsgericht Münster vom Januar 2000
  • Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom Februar 2003

Diskussion und Praxis

Folgende Fragen stehen immer wieder zur Diskussion

  • Wer muss oder soll untersucht werden?
  • Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?
  • Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?
  • Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?
  • Wer trägt die Kosten?

Wer muss oder soll untersucht werden?

Die Untersucht muss allen Arbeitsnehmern mit Bildschirmtätigkeit angeboten werden. Es besteht für den Arbeitnehmer aber kein Zwang zur Teilnahme an einer Untersuchung. In der Regel wird die Untersuchung aber immer angenommen, da Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen am Ergebnis interessiert sind. Vergessen Sie dabei nie: Es geht um die Sicherstellung des Sehkomforts und der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters!

Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?

Eine fachkundige Untersuchung der Augen wird ausschließlich vom Betriebs- oder Augenarzt vorgenommen. Für eine Untersuchung des Sehvermögens zieht man in der Regel einen Optiker heran.

Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?

Wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr ausreichend sind, kommt eine spezielle Bildschirmbrille zum Einsatz. Das ist dann der Fall, wenn das scharfe Sehen auf einer Entfernung zwischen Vorlage/Tastatur und Bildschirm nicht mehr gewährleistet wird.

Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?

Die Entscheidung trifft zweifellos der Betriebsarzt. Die Brillenverordnung erfolgt jedoch durch einen Augenarzt oder -optiker.

Wer trägt die Kosten?

Bis zum April 1997 wurden die Kosten für eine spezielle Bildschirmbrille von den Krankenkassen übernommen. Seitdem hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass betroffene Mitarbeiter die Brille zu Verfügung gestellt bekommen. Das erfolgt ohne eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter.

Zur Absprache, wie die Brillen letztendlich aussehen und was sie kosten, lassen sie sich mit Korrektionsschutzbrillen vergleichen. Sprechen Sie sich mit einem Optiker über den Preisrahmen ab.  Geeignete Sehhilfen sind für 100 bis 150 EUR erhältlich. Wünscht der Mitarbeiter eine spezielle Zusatzausstattung trägt er die Kosten für diese.

Bei einer beschädigten Brille, die nur am Arbeitsplatz genutzt wird, trägt der Arbeitgeber die Kosten. Wird eine Brille mit Zusatznutzen am Arbeitsplatz beschädigt, greift die gesetzliche Unfallversicherung.

Besonderheiten von Bildschirmbrillen

Folgende Kriterien gelten für eine Bildschirmbrille

  • Sehhilfe ist ausschließlich für die Bildschirmarbeit zu nutzen. Es bedarf keiner weiteren Brille.
  • Bei bereits vorhandener „normaler2 Sehhilfe ist die Bildschirmbrille zusätzlich notwendig.

In der Regel handelt es sich bei Bildschirmbrillen um Einstärkenbrillen. Bei ständigem Wechsel zwischen Bildschirm und Text oder zwischen Bildschirm und Publikumsverkehr lohnt es sich über eine Mehrstärkenbrille nachzudenken.

Scharfes Sehen im erweiterten Nahbereich erreicht man durch folgende Punkte

  • Lesebrille mit Einstellung auf weitere Entfernung
  • Bifokallesebrille: Einschliff deckt Nähe ab, übriges Glas den Nahbereich
  • Trifokallesebrille: Ähnlich, der Nahbereich ist noch einmal unterteilt
  • Gleitsichtbrille für die Nähe
  • Nicht voll korrigierte Brille bei Kurzsichtigkeit: Durch Verzicht auf volle Korrektur erlangt man Sehschärfe in der Nähe.

Mit dem E-Scooter sicher unterwegs im Straßenverkehr oder Betrieb

E-Scooter

Quelle: Uwe Rau/Hiracon

Seit geraumer Zeit sind sie aus den Innenstädten nicht mehr wegzudenken und auch in einigen Unternehmen sind sie bereits zu finden. Die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Zugelassen für den öffentlichen Straßenverkehr, sollen sie vor allem dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreundlich zu machen.

Allerdings ereigneten sich bereits kurz nach der Straßenzulassung mehrere schwere Unfälle, was heftige Diskussionen zum sicheren Umgang mit dem Gefährt auslöste.

Nachfolgend einige Informationen der gesetzlichen Unfallversicherung, die dazu beitragen sollen, dass der Fahrspaß auch sicher bleibt.

(Quelle: DGUV vom 04.07.2019)

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer Warnklingel ausgestattet sein.

Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht.

Fahren dürfen E-Scooter nur auf Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

  • Fahren Sie möglichst hintereinander.
  • Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit den E-Scootern im Rahmen des innerbetrieblichen Verkehrs, stellt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

 

Erste Hilfe rettet Leben

Quelle: Hans/Pixabay

Quelle: Hans/Pixabay

Mal ehrlich: Wüssten Sie aus dem Effeff wie eine korrekte Herz-Lungenwiederbelebung funktioniert oder wie Sie eine stark blutende Wunde erstversorgen müssen?

Alarmierend: Nur jeder Fünfte ist in der Lage, eine lebensrettende Wiederbelebung durchzuführen. Informieren Sie sich, welche Pflichten für eine funktionierende Erste Hilfe am Arbeitsplatz relevant sind. Mit diesen Hinweisen ist Erste Hilfe in Ihrem Betrieb keine Hürde mehr.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz

Sie als Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass in Ihrem Betrieb Erste Hilfe möglich ist. Sie sorgen für materielle, personelle und organisatorische Vorarbeit. Haken Sie die folgenden Punkte am Beispiel eines Verbandskastens ab

  1. Sie müssen Verbandskästen und das nötige Material zu Verfügung stellen
  2. Kennzeichnen Sie die Verbandkästen
  3. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was im Notfall zu tun ist (z. B. mit einem Aushang des Erste-Hilfe-Plans)

Dieser Pflicht müssen Sie bereits ab nur einem Mitarbeiter nachkommen. Anders sieht es bei gleich oder mehr als zwei Mitarbeitern aus. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ersthelfer ausgebildet werden. 5 – 10% der Mitarbeiter sind bei größeren Betrieben eine empfohlene Zahl an Ersthelfern. Bei diesen ermächtigten Stellen werden Ersthelfer fachgerecht ausgebildet:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • Deutsche Rotes Kreuz (DRK)
  • Malteser Hilfsdienst (MHD)
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG)

Rettungskette beachten

Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge dafür, dass eine geregelte Rettungskette möglich ist und eingehalten wird. Diese Schritte verhelfen dazu, Mitarbeiter, die einen Unfall am Arbeitsplatz haben, geregelt zu versorgen.

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Sichern Sie die Unfallstelle.
  3. Bringen Sie Personen aus dem Gefahrenbereich. Achten Sie jedoch auch auf Ihre eigene Sicherheit.
  4. Versorgen Sie die Wunde bei kleinen Verletzungen.
  5. Rufen Sie einen Rettungswagen bei größeren Verletzungen oder nicht ansprechbaren Personen.
  6. Leisten Sie Erste Hilfe mit Sofortmaßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.
  7. Fahren Sie mit ins Krankenhaus.

Die fünf W-Fragen

Auch wenn manche Mitarbeiter nicht zum Ersthelfer ausgebildet werden: Sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter die fünf W-Fragen im Kopf haben, bevor sie einen Notruf absetzen. Bei einem Notfall rufen Sie sofort den Rettungswagen und beantworten auf Nachfrage diese fünf Fragen:

  • Wo genau hat sich der Unfall zugetragen?
  • Was ist passiert?
  • Gibt es Verletzte? Wenn ja, Wie viele?
  • Um Welche Art von Verletzung handelt es sich?
  • Zum Schluss: Warten Sie auf weitere Rückfragen

Der Job geht weiter – auch nach dem Unfall

Wenn Ihre Mitarbeiter bei kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten, wird dies in einem Verbandbuch dokumentiert. Bestehen Sie darauf, dass der Vorgesetzte und Sie als Arbeitgeber darüber informiert werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen muss eine Unfallanzeige in dreifacher Ausführung angefertigt werden. Ein Exemplar der Unfallanzeige ist an den zuständigen Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu senden. Unterliegt das Unternehmen der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht (bei landwirtschaftlichen Betrieben, nur soweit sie Arbeitnehmer beschäftigen), ist ein Exemplar an die für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Staatl. Amt für Arbeitsschutz) zu senden. Ein Exemplar dient der Dokumentation im Unternehmen. Darüber hinaus müssen Sie als Arbeitgeber den Arbeitnehmer explizit darüber informieren, dass er ebenfalls ein Recht auf eine Kopie hat.

Großer Betrieb = mehr Hilfe?

Sie sind Arbeitgeber in einem großen Betrieb? Bedeutet das nun für Sie auch (noch) mehr Hilfe? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Ihre Mitarbeiter in einem großen Betrieb oder sogar besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind, müssen mehr Vorbereitungen getroffen werden. Das bedeutet für Sie

  • Mehr Verbandskästen
  • Medizinische Gerätschaften wie z. B. Defibrillatoren
  • Technische Hilfsmittel wie z. B. Krankentragen
  • Betriebssanitäter
  • Erste-Hilfe-Räume

gehören zum Inventar Ihres Betriebes.

Zum Schluss: Checkliste

Damit in Ihrem Betrieb Erste Hilfe gewährleistet wird, beachten Sie zum Schluss die folgende Checkliste.

  • Stellen Sie Verbandskästen zu Verfügung und machen Sie diese, sowie den Erste-Hilfe-Plan, deutlich kenntlich.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Ersthelfer in Ihrem Betrieb ab zwei Mitarbeitern.
  • Befolgen Sie die Rettungskette und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Reihenfolge.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die fünf W-Fragen.
  • Fertigen Sie nach einem Unfall eine Unfallanzeige an und informieren Sie den Arbeitnehmer über sein Recht auf ein Exemplar.
  • Bei großen Betrieben oder gefährlichen Arbeiten sorgen Sie für mehr Ausrüstung, Sanitäter und Erste-Hilfe-Räume.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Brandschutzhelfer in Ihrem Betrieb.

Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema. Es betriff uns alle: Sie als Arbeitgeber, Ihre Mitarbeiter und Privatpersonen. Daher gilt auch im Betrieb: Erste Hilfe rettet Leben.

Betriebsrat und Arbeitsschutz

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

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Ein Betriebsrat strebt mit seinen Rechten, Pflichten und Aufgaben das Ziel an, die Interessen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber zu wahren und zu kommunizieren. Auch in Sachen Arbeitsschutz hat der Betriebsrat ein bestimmtes Mitspracherecht. Informieren Sie sich über die Rolle des Betriebsrates, wenn es um die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Mitarbeiter geht.

Rolle des Betriebsrates im Arbeitsschutz

Vor allem bei Präventionen und Vorbeugungen ist der Betriebsrat eine helfende Instanz. Die Mitbestimmung und der Einfluss des Betriebsrates sind weitreichend. Die gesetzlichen Regelungen im Arbeitsschutz sind jedoch nur vage ausformuliert. Daher müssen Sie als Arbeitgeber die Anpassungen im Betrieb vornehmen – in Absprache mit dem Betriebsrat.

Mitbestimmungsrechte

Rechtsgrundlage stellt hier § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG dar. Dieser sagt aus, bei Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit, hat der Betriebsrat mitzubestimmen. Dies gilt auch bei Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zur Prävention.

Allerdings haben Sie als Arbeitgeber auch ein Recht: den Spielraum bei der Wahl Ihrer Maßnahmen. Die häufigsten Maßnahmen befassen sich mit den Themen Lärm, Hitze und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Hierbei müssen Sie zusammen mit dem Betriebsrat entscheiden.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Der Betriebsrat hat ebenfalls ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Arbeitslatzes angeht. Das bedeutet, er darf mitbestimmen, wie PC- und Bildschirmarbeitsplätze aussehen. Außerdem darf er Maßnahmen zur Stressbelastung mitbestimmen.

Sollten Maßnahmen von Ihnen als Arbeitgeber nicht formuliert sein, wird der Betriebsrat aktiv. Das heißt, er darf selbst handeln und eigene Maßnahmen bestimmen. Um einen Zwiespalt zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat zu vermeiden, beraten Sie sich mit ihm über die Maßnahmen.

Betriebsrat und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes. Nach § 5 ArbSchG führen Sie diese durch, um Gefährdungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen. Vor allem die physische und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter gilt es zu schützen.

Auch hier, bei § 5 ArbSchG, hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Maßnahmen abzusegnen und die Umsetzung zu gewährleisten. Das bedeutet auch, dass er das Recht nach § 80 BetrVG hat, die Umsetzung zu überwachen.

Hierbei ist es dem Betriebsrat ebenso erlaubt, eine eigene Gefährdungsbeurteilung anzuregen, sollten Sie sich nicht darum bemüht haben.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

  1. Fassen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze zusammen, um eine einheitliche Betrachtung von ähnlichen Belastungen zu erhalten.
  2. Erkennen und bewerten Sie die Gefährdungen.
  3. Legen Sie geeignete Gegenmaßnahmen fest und schätzen Sie deren Wirksamkeit ein.
  4. Setzen Sie die Maßnahmen um. Vermeiden Sie eine Erweiterung der Belastung.
  5. Überprüfen Sie die getroffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.
  6. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen.
  7. Sie sind dazu verpflichtet, die eingetroffene Gefahr und die dazugehörige Beurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für das Erkennen und Bewerten der Gefahr (Schritt 2), sind folgende Methoden bewährt:

  • Beobachtungsstudien und Messungen
  • Interviews, Fragebögen und Beratungsgespräche durch Ärzte oder Gesundheitsberatern

Überwachung des Arbeitgebers

Vor allem im Arbeitsschutz kommt die, in § 80 BetrVG festgelegte, Kontrollfunktion des Betriebsrates zur Geltung. Hier spielt sie eine wichtige Rolle. Der Betriebsrat stellt sicher, dass Sie als Arbeitgeber alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten haben. Dabei haben Sie eine Art Bringschuld. Das bedeutet, Sie müssen den Betriebsrat über alle Vorgänge informieren und die nötigen Unterlagen vorlegen.

Kommen dem Betriebsrat Anhaltspunkte unter, die eine einzuhaltende Sicherheitsvorschriften nicht zulässt, wird er aktiv. Sind also z. B. Arbeitsplätze nicht gesundheitsgerecht, macht sich der Betriebsrat ein Bild von der Situation. Das heißt, er kommt, auch unangekündigt, vor Ort.

Besichtigungen der Behörde

Bei Besichtigungen und Betriebsbegehungen durch Behörden hat der Betriebsrat vor Ort zu sein. Das gilt besonders für Unfalluntersuchungen. Gibt Ihnen, als Arbeitgeber, eine Behörde bestimmte Auflagen oder Anordnungen, sind Sie wieder in der Bringschuld. Der Betriebsrat muss darüber informiert werden.

Die 12 wichtigsten Pflichtaushänge

Quelle: Barni1/Pixabay

Quelle: Barni1/Pixabay

Bei unseren Rundgängen durch Unternehmen achten wir auch immer darauf, ob die Aushänge aktuell sind. Mit der Verpflichtung, geltende Gesetze und Schutzvorschriften zu veröffentlichen, will der Gesetzgeber sicherstellen, dass jeder Beschäftigte über seine Rechten und Pflichten genau Bescheid weiß. Das heißt auch, dass für Mitarbeiter, die kein Deutsch sprechen, Übersetzungen erforderlich sind.

Wenn Sie Aushänge in den üblichen Sprachen benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

Üblicherweise erfolgt ein Aushang am schwarzen Brett oder eine Auslage an einer allgemein zugänglichen Stelle des Betriebes, etwa der Kantine, Aufenthalts- oder Pausenräumen. Bei Heimarbeitern ist der Ausgabeort ihrer Arbeitsmaterialien oder ein ähnlicher Ort die richtige Stelle.
Auch die Bekanntmachung via Intranet ist bei manchen Aushängen möglich, sofern jeder Mitarbeiter einen Zugang zu den elektronischen Medien hat und der Arbeitgeber Vorkehrungen zum Schutz vor Änderungen getroffen hat. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter über diese Möglichkeit der Einsichtnahme informiert sind. Was oftmals nicht genügt: das Hinterlegen im Personal- oder Lohnbüro.

Die Pflichtaushänge müssen zudem regelmäßig auf Aktualität geprüft werden.

Selbstverständlich müssen nur die Aushänge gemacht werden, die auch für das Unternehmen relevant sind. Auf der Internetseite der IHK Berlin finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Aushänge, welcher Vorschrift sie folgen, wer sie veröffentlichen muss und wie – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und rechtliche Gewähr:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
  • Arbeitsschutzvorschriften
  • Arbeitszeitgesetz
  • Betriebsvereinbarungen
  • Heimarbeitsgesetz
  • Jugendarbeitsschutzgesetz
  • Ladenschlussgesetz
  • Mutterschutzgesetz
  • Tarifvertragsgesetz
  • Unfallverhütungsvorschriften (UVV)
  • Fünftes Vermögensbildungsgesetz
  • Wahlen

Bereits ab dem ersten Beschäftigten sind bestimmte Gesetze aushangpflichtig. Sie nicht auszuhängen kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 € bestraft werden. Gerne beraten wir Unternehmen dazu, welche Aushänge vorgeschrieben sind und wo sich geeignete Stellen für die Veröffentlichung befinden.

TIPP:

Nicht nur die Aushänge bestimmter Gesetze sollten regelmäßig auf ihre aktuelle Fassung geprüft sind. Bei der Gelegenheit bietet es sich an, auch die anderen Aushänge am Schwarzen Brett zu prüfen:

  • Sind die Angaben zu Erste Hilfe noch aktuell?
  • Stimmen Namen, Telefonnummern und Arbeitsort der Ersthelfer?
  • Sind Flucht- und Rettungswegepläne auf dem neueste Stand?
  • Stimmen Namen, Arbeitsplätze, Bürozeiten und Erreichbarkeit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten noch?