Grundlagen zum Brandschutz im Betrieb

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

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Brandschutz ist in vielen Betrieben von höchster Wichtigkeit. Dabei versteht man darunter alle vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen, die einen Brand und dessen Ausbreitung verhindern. Außerdem geht es um die Rettung von Menschen und Tieren und um die Durchführung wirksamer Löschmaßnahmen. Die Risiken, die bei einem Brand entstehen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Für den Brandschutz gibt es viele verschiedene vorbeugende und abwehrende Maßnahmen.

Wieso ist Brandschutz wichtig?

Brände bringen nicht nur Menschenleben in Gefahr, sondern auch Sachwerte oder die Produktions- bzw. Existenzgrundlage eines Betriebes.

Die drei Säulen des Brandschutzes

Der Betriebliche Brandschutz beruht auf drei Säulen: Baurecht, Versicherungsbestimmungen und Arbeitsschutzbestimmungen.

Baurecht

Landesbauordnungen enthalten allgemeine Brandschutzanforderungen, welche durch Sonderbauverordnungen ergänzt werden. Beispiele hierfür sind die Verkaufsstätten- und Versammlungsstättenverordnung oder die technische Prüfverordnung. Wichtige Normen sind DIN 4102 „Baustoffe“, DIN 18234 „Baulicher Brandschutz im Industriebau“, DIN ISO 23601 „Sicherheitskennzeichnung“ und DIN EN ISO 7010 „Grafische Symbole“.

Versicherungsbestimmungen

Richtlinien zu vielen brandschutzrelevanten Themen finden Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie sind quasi Versicherungsbedingungen für die zu versichernden Objekte, stellen aber auch den Stand der Technik und wesentliche Rechtsnormen dar.

Arbeitsschutzbestimmungen

Im Arbeitsschutzrecht steht natürlich der Schutz Ihrer Beschäftigten im Vordergrund. Beispiele hierfür sind u. a. in § 10 ArbSchG zu finden.

Baurechtliche Bestimmungen

Es steht im allgemeinen Interesse Brandschutzstandards festzulegen und deren Einhaltung zu prüfen. Hierbei geht es vorwiegend um

  • den Schutz der Gebäudenutzer
  • die Schadensminimierung bzw. die Verhinderung von Brandausbreitung
  • die Sicherstellung einer effektiven Brandbekämpfung

Brandschutz ist in erste Linie Ländersache. Rechtsgrundlage ist die jeweilige Landesbauordnung (kurz: LBO) mit nachgeordneten Rechtsvorschriften.

Bestimmungen der Schadensversicherer

Da der Brandschutz ein wichtiges Thema der allgemeinen Sicherheit ist, wird auch immer mehr Forschung, Entwicklung und Prüfwesen darüber betrieben. Darauf ergibt sich z. B. das sehr differenzierte Regelwerk der verbandseigenen Prüfinstitution VdS: die VdS-Richtlinien.

Für den Versicherungsbereich wichtige Themen sind

  • Bauliche Fragen
  • Brandmelde- und Löschanlagen
  • Betriebliche Brandrisiken
  • Organisatorische Maßnahmen

Arbeitsschutzbestimmungen

In Sachen Brandschutz denkt der Arbeitsschutz zwar nur einen kleinen, dennoch wichtigen Teil ab. Er kümmert sich um den Schutz der Beschäftigten im Betrieb. An und für sich hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Brandschutzmaßnahmen aktualisiert werden. Der Arbeitsschutz sorgt für die nötige Ausbildung und Unterweisung der Beschäftigten in Brandschutzfragen und – vor allem – im Notfall.

Sie finden die Brandschutzordnungen im Arbeitsstättenrecht. Es gibt aber auch noch weitere allgemeine und branchenspezifische Informationen zum Thema Brandschutz im berufsgenossenschaftlichen Regelwerk.

Brandschutz in der Praxis

Das spezifische Brandrisiko eines Betriebes ist zwar branchenabhängig, dennoch ist in Betrieben mit hohen technischen Risiken auch erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Einteilung in Fachgebiete

Man unterscheidet zwischen vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz.

  • Vorbeugendem Brandschutz: alle Maßnahmen zur Brandverhütung und gegen die Ausbreitung
  • Abwehrendem Brandschutz: Alles, was den Feuerwehreinsatz betrifft

In der Regel spielt der vorbeugende Brandschutz eine größere Rolle.

Vorbeugender Brandschutz

Dieser Brandschutz wird unterteilt in baulichen, anlagetechnischen und organisatorischen Brandschutz.

  • Baulicher Brandschutz: Umfasst Anforderungen an Gebäuden und andere bauliche Anlagen bzw. ihre Baustoffe und Bauteile. Wesentliche Stichpunkte hierbei sind:
    > Brand- und Rauchabschnitte
    > Rettungswege
    > Anforderung an Baustoffe
    > Anforderung an Bauteile
  • Anlagetechnischer Brandschutz: Brandschutzanlagen sind z. B.
    > Brandmeldeanlagen
    > Alarmierungseinrichtungen
    > automatische Löschanlagen
    > Anlagen zur Entrauchung oder Rauchfreihaltung
    > Blitz- und Überspannungsschutzanlagen
    > Brandschutztechnische Einrichtungen
    > gebäudetechnische Einrichtungen
  • Organisatorischer Brandschutz: Schwerpunkt hierbei liegt bei dem Sicherheitsbeauftragten im Betrieb, da dieser seiner Organisationsverantwortung nachkommen muss. Wesentliche Stichpunkte sind:
    > Kennzeichnung von Rettungswegen und Sicherheitseinrichtungen
    > Bereitstellung von Kleinlöschgeräten
    > Ausbildung von Brandschutz- / Evakuierungshelfern
    > Organisation von Unterweisungen und Übungen
    > Erstellen und Pflegen der Brandschutzordnung bzw. von Alarmplänen, Evakuierungskonzepten und Rettungswegplänen

Abwehrender Brandschutz

Aufgabe des Betriebes ist die Schnittstellen zur örtlichen Feuerwehrstruktur zu kennen und abzustimmen. Das betrifft

  • Flächen für die Feuerwehr
  • Festlegung zentraler Anlaufstellen
  • Löschwasserversorgung und Löschwasserrückhaltung
  • Erstellung eines Feuerwehrplans

Mobbing am Arbeitsplatz

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

1997 hat das Bundesarbeitsgericht Mobbing als das „systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren“ am Arbeitsplatz definiert. Mobbing kann sowohl unter Arbeitnehmern als auch durch oder unter Vorgesetzten geschehen.

Vergessen Sie nicht: Mobbing kann jede*n treffen!

Dabei zeigt sich ein geschlechtsspezifischer Unterscheid: Diskriminierung von Männern findet eher auf fachlicher Ebene und bei Frauen im sozialen Miteinander statt. Dabei findet Mobbing in der Regel auf der gleichen Hierarchieebene statt.

Was zählt zu Mobbing?

Mobbing ist nicht einfach mit einem Täter-Opfer-Schema zu erklären. Mobbinghandlungen sind Angriffe, Verletzungen oder Ausgrenzungen.

Wie ist das rechtlich gesehen?

Im Gegensatz zu Frankreich oder Schweden hat Deutschland kein Mobbing-Schutzgesetz. Es ergeben sich jedoch Schutz- und Handlungsmöglichkeiten aus § 2 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz (kurz: ArbSchG). Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass keine arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren bestehen und eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit vorherrscht. Hierunter fällt auch der Schutz vor psychischen Belastungen.

Mit Art. 1 Gundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar. Art. 2 regelt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Umgesetzt finden Sie diese beiden Artikel in § 75 Betriebsverfassungsgesetz (kurz: BetrVG). Dieses Gesetz setzt also voraus, dass Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass Ihr Betrieb mobbingfrei ist.

Seit 2006 herrscht zudem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (kurz: AGG). Darin definiert § 3 Abs. 3 AGG dass eine Belästigung unter den folgenden Bedingungen zu einer Benachteiligung zählt: „Wenn die Würde des Betroffenen verletzt und ein von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Beleidigung gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“ ( § 3 Abs. 3 AGG).

Als Arbeitgeber sorgen Sie für die nötigen Maßnahmen, um vor Benachteiligung zu schützen.

Ursachen von Mobbing

Die wichtigsten Auslöser für ein schikanierendes oder drangsalierendes Umfeld am Arbeitsplatz sind folgende:

  • Mängel an Arbeitsorganisation, wie z. B. unbesetzte Stellen oder mangelndes Zeitmanagement.
  • Schwächen in Führungspositionen, wie z. B. Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.
  • Besondere soziale Stellung von Betroffenen, wie z. B. Geschlecht, Nationalität oder Behinderung.
  • Schwächen in der Betriebsmoral, wie z. B. Wegschauen bei falschem Verhalten.

Handlungen von Mobbing

Heinz Leymann (†1999), Betriebswirt, Diplompsychologe und Pionier in der Mobbingforschung, klassifizierte 45 verschiedene Mobbinghandlungen in 5 Gruppen:

  • Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
  • Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  • Auswirkungen auf das soziale Ansehen
  • Angriffe auf die Berufs- und Lebenssituation
  • Angriffe auf die Gesundheit

Psychologe Axel Esser, Arbeitsrechtler Martin Wolmerath und Personalentwickler Klaus Niedl definieren nur zwei Kategorien von Mobbing:

  • Auf Arbeitsebene
  • Auf Sozialebene

Auswirkungen

Mobbing von Kollegen und Vorgesetzten hat oft schwere Folgen für die Betroffenen. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, so dass ihre Leistung nachlässt und sie krank werden. Ein Ausweg ist meistens die Kündigung.

Folgen für Betroffene

Aber Mobbing kann auch weitaus schlimmere Folgen haben. Psychische Belastungen führen zu körperlichen und psychischen Erkrankungen und sozialer Isolation. Sorgen Sie also dafür, dass Mobbing am Arbeitsplatz keine Chance hat.

Psychische und Physische Probleme von Mobbing sind z. B.

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Niedergeschlagenheit

Chronische Erkrankungen in Folge von Mobbing sind

  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Herz- und Kreislaufsystemerkrankungen
  • Depressionen

Angehörige und Freunde können bei Mobbing nur bedingt helfen. Ratsamer ist es, wenn sich Betroffene selbst kompetente Unterstützung suchen.

Betriebswirtschaftliche und Gesellschaftliche Kosten

Denken Sie auch an die Kosten, die Mobbing am Arbeitsplatz mit sich ziehen: Fehlzeiten, Fluktuation und Minderleistung. Betroffene fehlen häufig aufgrund von psychosomatischer Belastung oder um vor bestimmten Situationen zu fliehen.

Diese Kosten entstehen durch Mobbing:

  • Störung der Produktion
  • Fehler und Mängel in der Qualität
  • Zusätzliche Löhne für Aushilfskräfte
  • Versetzungen, Kündigungen und Einarbeitungen
  • Verlust von qualifizierten Mitarbeiter*innen
  • Imageschädigung bei Kunden und in der Öffentlichkeit

Prävention

Sie als Arbeitnehmer sorgen für ein menschengerechtes Klima am Arbeitsplatz. Daher sollte klar vereinbart sein, wie der Umgang im Betrieb ist. Dazu ist es ratsam sogenannte Mobbingvereinbarungen abzuschließen. Informationsveranstaltungen, ausgebildete Mobbingbeauftragte im Betrieb und ein vorbildhafter Führungsstil tragen zur Prävention von Mobbing am Arbeitsplatz bei.

Wichtig: Kopfschutz am Arbeitsplatz!

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Bei Arbeiten mit herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen ist der Kopfschutz für Mitarbeiter unabdingbar. Als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stellen Industrieschutzhelme und Industrieanstoßkappen den Schutz für Köpfe dar.

Wann braucht man Kopfschutz am Arbeitsplatz?

Durch eine Gefährdungsbeurteilung wird deutlich, wo es an technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen fehlt. Ergibt eine solche Beurteilung, dass z. B. herabfallende Gegenstände zu erwarten sind, bedarf es den Mitarbeitern an persönlicher Schutzausrüstung. In diesem Falle ist der Arbeitgeber für die Bereitstellung von Kopfschutz verantwortlich.

Berücksichtigen Sie hierbei vor allem die PSA-Benutzungs-Richtlinie 89/656/EWG und die PSA-Benutzungsverordnung.

Arten von Kopfschutz

Industrieschutzhelm

Ein Industrieschutzhelm ist eine Kopfbedeckung aus widerstandfähigem Material. Dieser schützt den Kopf vor allem gegen herabfallende Gegenstände, pendelnde Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen.

Helmschalen bzw. Schalen

Helmschalen nennt man den äußeren Teil von Industrieschutzhelmen. Die Schale ist aus hartem Werkstoff. Er nimmt die einwirkenden Kräfte auf und leitet sie in die Innenausstattung. Bei der Helmschale gibt es verschiedene Formungen, z. B. mit Regenrinne, mit Schirm etc.

Innenausstattung

Die Innenausstattung stellt den inneren Teil des Industrieschutzhelmes dar. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, einem längenverstellbaren Kopfband und einem Nackenband. Die einwirkenden Kräfte lassen sich von der Innenausstattung verteilen und zugleich dämpfen.

Industrieanstoßkappen

Industrieanstoßkappen sind ebenfalls Kopfbedeckungen, welche den Kopf vor Verletzungen schützen. Diese Verletzungen kommen u. a. durch einen Stoß mit dem Kopf gegen harte, feststehende Gegenstände.

Beispiele für Kopfschutz

  • Industrieschutzhelme
    Standard-Industrieschutzhelm
    Bau-Schutzhelm
    Industrieschutzhelm mit umlaufendem Rand
    Hochsteiger-Helm
    Elektriker-Helm
    Forstmeister-Helm
  • Anstoßkappen
    Helmschale
    Industrieanstoßkappe mit textiler Umhüllung als Schirmmütze
Materialien von Kopfschalen

Materialien von Kopfschalen

Gefährdungsbeurteilung

Bei der Gefährdungsbeurteilung lassen sich mögliche Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei Gefährdungen, die zu Kopfverletzungen führen, ist die Rangfolge von Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip zu berücksichtigen.

T = technisch

O = organisatorisch

P = persönlich

Nicht ausreichend ist, die mögliche Kopfgefährdung zu nennen und Kopfschutz als Schutzmaßnahme festzulegen. Sind technische und/oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich, dokumentieren Sie dies in der Gefährdungsbeurteilung.

 

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Kennzeichnung

Kopfschutz besitzt in der Regel eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung. Außerdem ist eine Baumusterprüfung notwendig.  Die Kennzeichnung braucht folgende allgemeine Informationen:

  • EN 397 für Industrieschutzhelme
  • EN 812 für Anstoßkappen
  • Name o. Zeichen des Herstellers
  • Jahr u. Quartal der Herstellung
  • Typbezeichnung des Herstellers
  • Größe o. Größenbereich
  • Kurzzeichen des verwendeten Helmmaterials

Industrieschutzhelme weisen je nach Zusatzanforderung noch folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • +150°C = Einsatz bei hohen Temperaturen
  • 440 Vac o. 1.000 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V bzw. 1.000V
  • MM = Gefährdung durch Spritzer von Metall
  • LD = Gefährdung durch seitliche Beanspruchung

Anstoßkappen weisen je nach Zusatzanforderung folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • 440 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V
  • F = Flammenbeständigkeit

Einsatz

Durch eine Gefährdungsbeurteilung lässt sich feststellen, ob in bestimmten Bereichen ein Kopfschutz nötig ist. Ist dies der Fall, unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter über mögliche Gefährdungen und richtige Benutzung, Reinigung und Prüfung des Kopfschutzes. Die Tragepflicht machen Sie in den bestimmten Bereichen mit dem Gebotsschild M014 „Kopfschutz benutzen“ deutlich.

Die Industrieschutzhelme sind in folgenden Größen erhältlich:

  • Helmschalengröße 1: 52-56 cm Kopfumfang
  • Helmschalengröße 2: 53-61 cm
  • Helmschalengröße 3: 59-63 cm

Voraussetzung für den optimalen Kopfschutz ist die Auswahl und Einstellung des geeigneten Helmes. Anstoßkappen sind ebenfalls größenverstellbar. Nach dem Aufsetzen lassen sie sich individuell anpassen.

Gerne beraten Sie bei der Gefärdungsbeurteilung. Sprechen Sie uns an.

 

Die Brille für den Bildschirm

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Viele Mitarbeiter sehen ab dem 45. Lebensjahr nicht mehr alles so gut wie zuvor. Vor allem Arbeiten vor einem Bildschirm gestalten sich schwieriger. Für solche Fälle gibt es die sogenannte Bildschirmbrille, eine spezielle Sehhilfe. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr zufriedenstellen sind.

Für eine solche Brille trägt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten. Mitarbeiter beteiligen sich an der Brille, wenn eine Zusatzausstattung erwünscht ist oder die Brille auch privat genutzt wird.

Rechtlich gesehen…

Vor der Aufnahme und während der Tätigkeit an Bildschirmen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Angebotsvorsorge bieten. Diese Regel gilt nach dem § 5 ArbMedVV. Inhalt des Angebots ist eine angemesse Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Zu einer angemessenen Untersuchung gehören

  • Ärztliches Gespräch mit Ermittlung der Vorgeschichte und aktueller Beschwerden
  • Sehtest
  • Ärztliche Beurteilung
  • Persönliche Beratung und Mitteilung des Ergebnisses.

Ist nach einer solchen Untersuchung das Tragen einer Bildschirmbrille die Maßnahme, muss diese vom Arbeitgeber erfüllt werden. In der Praxis ist die Frage der Bezahlung umstritten, obwohl es eindeutige Vorschriften und Urteile zur Untermauerung gibt.

Diese sind u. A.

  • Abschn. 3 DGUV-I 250-008
  • Kommentar in DGUV-I 240-370
  • Arbeitsgericht Münster vom Januar 2000
  • Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom Februar 2003

Diskussion und Praxis

Folgende Fragen stehen immer wieder zur Diskussion

  • Wer muss oder soll untersucht werden?
  • Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?
  • Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?
  • Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?
  • Wer trägt die Kosten?

Wer muss oder soll untersucht werden?

Die Untersucht muss allen Arbeitsnehmern mit Bildschirmtätigkeit angeboten werden. Es besteht für den Arbeitnehmer aber kein Zwang zur Teilnahme an einer Untersuchung. In der Regel wird die Untersuchung aber immer angenommen, da Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen am Ergebnis interessiert sind. Vergessen Sie dabei nie: Es geht um die Sicherstellung des Sehkomforts und der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters!

Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?

Eine fachkundige Untersuchung der Augen wird ausschließlich vom Betriebs- oder Augenarzt vorgenommen. Für eine Untersuchung des Sehvermögens zieht man in der Regel einen Optiker heran.

Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?

Wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr ausreichend sind, kommt eine spezielle Bildschirmbrille zum Einsatz. Das ist dann der Fall, wenn das scharfe Sehen auf einer Entfernung zwischen Vorlage/Tastatur und Bildschirm nicht mehr gewährleistet wird.

Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?

Die Entscheidung trifft zweifellos der Betriebsarzt. Die Brillenverordnung erfolgt jedoch durch einen Augenarzt oder -optiker.

Wer trägt die Kosten?

Bis zum April 1997 wurden die Kosten für eine spezielle Bildschirmbrille von den Krankenkassen übernommen. Seitdem hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass betroffene Mitarbeiter die Brille zu Verfügung gestellt bekommen. Das erfolgt ohne eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter.

Zur Absprache, wie die Brillen letztendlich aussehen und was sie kosten, lassen sie sich mit Korrektionsschutzbrillen vergleichen. Sprechen Sie sich mit einem Optiker über den Preisrahmen ab.  Geeignete Sehhilfen sind für 100 bis 150 EUR erhältlich. Wünscht der Mitarbeiter eine spezielle Zusatzausstattung trägt er die Kosten für diese.

Bei einer beschädigten Brille, die nur am Arbeitsplatz genutzt wird, trägt der Arbeitgeber die Kosten. Wird eine Brille mit Zusatznutzen am Arbeitsplatz beschädigt, greift die gesetzliche Unfallversicherung.

Besonderheiten von Bildschirmbrillen

Folgende Kriterien gelten für eine Bildschirmbrille

  • Sehhilfe ist ausschließlich für die Bildschirmarbeit zu nutzen. Es bedarf keiner weiteren Brille.
  • Bei bereits vorhandener „normaler2 Sehhilfe ist die Bildschirmbrille zusätzlich notwendig.

In der Regel handelt es sich bei Bildschirmbrillen um Einstärkenbrillen. Bei ständigem Wechsel zwischen Bildschirm und Text oder zwischen Bildschirm und Publikumsverkehr lohnt es sich über eine Mehrstärkenbrille nachzudenken.

Scharfes Sehen im erweiterten Nahbereich erreicht man durch folgende Punkte

  • Lesebrille mit Einstellung auf weitere Entfernung
  • Bifokallesebrille: Einschliff deckt Nähe ab, übriges Glas den Nahbereich
  • Trifokallesebrille: Ähnlich, der Nahbereich ist noch einmal unterteilt
  • Gleitsichtbrille für die Nähe
  • Nicht voll korrigierte Brille bei Kurzsichtigkeit: Durch Verzicht auf volle Korrektur erlangt man Sehschärfe in der Nähe.

Mit dem E-Scooter sicher unterwegs im Straßenverkehr oder Betrieb

E-Scooter

Quelle: Uwe Rau/Hiracon

Seit geraumer Zeit sind sie aus den Innenstädten nicht mehr wegzudenken und auch in einigen Unternehmen sind sie bereits zu finden. Die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Zugelassen für den öffentlichen Straßenverkehr, sollen sie vor allem dazu beitragen, Mobilität modern und umweltfreundlich zu machen.

Allerdings ereigneten sich bereits kurz nach der Straßenzulassung mehrere schwere Unfälle, was heftige Diskussionen zum sicheren Umgang mit dem Gefährt auslöste.

Nachfolgend einige Informationen der gesetzlichen Unfallversicherung, die dazu beitragen sollen, dass der Fahrspaß auch sicher bleibt.

(Quelle: DGUV vom 04.07.2019)

Rechtlicher Rahmen

E-Scooter und Segways, die ebenfalls zu den Elektrokleinstfahrzeugen zählen, dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren. Sie sind versicherungspflichtig. Sie müssen Mindestanforderungen der Verkehrssicherheit erfüllen, das heißt, sie müssen zum Beispiel mit einem funktionierenden Brems- und Lichtsystem und einer Warnklingel ausgestattet sein.

Personen ab 14 Jahren können die Fahrzeuge nutzen. Eine Führerscheinpflicht besteht nicht.

Fahren dürfen E-Scooter nur auf Radwegen und Fahrradstraßen. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.

Sicherheitstipps

Auch für Elektrokleinstfahrzeuge gilt die Straßenverkehrsordnung. Abgesehen davon sollten Fahrerinnen und Fahrer folgende Regeln zu ihrer und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer beachten:

  • Fahren Sie möglichst hintereinander.
  • Fahren Sie auf den Fahrbahnen möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Es besteht keine Helmpflicht, aber das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso wie reflektierende Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker! Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Natürlich können E-Scooter auch im innerbetrieblichen Verkehr eingesetzt werden. Dann gilt, dass sie in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden müssen. Das heißt, der Arbeitgeber muss unter anderem festlegen, ob zum Beispiel ein Helm getragen werden muss oder nicht.

Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit den E-Scootern im Rahmen des innerbetrieblichen Verkehrs, stellt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

 

Erste Hilfe rettet Leben

Quelle: Hans/Pixabay

Quelle: Hans/Pixabay

Mal ehrlich: Wüssten Sie aus dem Effeff wie eine korrekte Herz-Lungenwiederbelebung funktioniert oder wie Sie eine stark blutende Wunde erstversorgen müssen?

Alarmierend: Nur jeder Fünfte ist in der Lage, eine lebensrettende Wiederbelebung durchzuführen. Informieren Sie sich, welche Pflichten für eine funktionierende Erste Hilfe am Arbeitsplatz relevant sind. Mit diesen Hinweisen ist Erste Hilfe in Ihrem Betrieb keine Hürde mehr.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz

Sie als Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass in Ihrem Betrieb Erste Hilfe möglich ist. Sie sorgen für materielle, personelle und organisatorische Vorarbeit. Haken Sie die folgenden Punkte am Beispiel eines Verbandskastens ab

  1. Sie müssen Verbandskästen und das nötige Material zu Verfügung stellen
  2. Kennzeichnen Sie die Verbandkästen
  3. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was im Notfall zu tun ist (z. B. mit einem Aushang des Erste-Hilfe-Plans)

Dieser Pflicht müssen Sie bereits ab nur einem Mitarbeiter nachkommen. Anders sieht es bei gleich oder mehr als zwei Mitarbeitern aus. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ersthelfer ausgebildet werden. 5 – 10% der Mitarbeiter sind bei größeren Betrieben eine empfohlene Zahl an Ersthelfern. Bei diesen ermächtigten Stellen werden Ersthelfer fachgerecht ausgebildet:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • Deutsche Rotes Kreuz (DRK)
  • Malteser Hilfsdienst (MHD)
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG)

Rettungskette beachten

Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge dafür, dass eine geregelte Rettungskette möglich ist und eingehalten wird. Diese Schritte verhelfen dazu, Mitarbeiter, die einen Unfall am Arbeitsplatz haben, geregelt zu versorgen.

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Sichern Sie die Unfallstelle.
  3. Bringen Sie Personen aus dem Gefahrenbereich. Achten Sie jedoch auch auf Ihre eigene Sicherheit.
  4. Versorgen Sie die Wunde bei kleinen Verletzungen.
  5. Rufen Sie einen Rettungswagen bei größeren Verletzungen oder nicht ansprechbaren Personen.
  6. Leisten Sie Erste Hilfe mit Sofortmaßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.
  7. Fahren Sie mit ins Krankenhaus.

Die fünf W-Fragen

Auch wenn manche Mitarbeiter nicht zum Ersthelfer ausgebildet werden: Sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter die fünf W-Fragen im Kopf haben, bevor sie einen Notruf absetzen. Bei einem Notfall rufen Sie sofort den Rettungswagen und beantworten auf Nachfrage diese fünf Fragen:

  • Wo genau hat sich der Unfall zugetragen?
  • Was ist passiert?
  • Gibt es Verletzte? Wenn ja, Wie viele?
  • Um Welche Art von Verletzung handelt es sich?
  • Zum Schluss: Warten Sie auf weitere Rückfragen

Der Job geht weiter – auch nach dem Unfall

Wenn Ihre Mitarbeiter bei kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten, wird dies in einem Verbandbuch dokumentiert. Bestehen Sie darauf, dass der Vorgesetzte und Sie als Arbeitgeber darüber informiert werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen muss eine Unfallanzeige in dreifacher Ausführung angefertigt werden. Ein Exemplar der Unfallanzeige ist an den zuständigen Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu senden. Unterliegt das Unternehmen der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht (bei landwirtschaftlichen Betrieben, nur soweit sie Arbeitnehmer beschäftigen), ist ein Exemplar an die für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Staatl. Amt für Arbeitsschutz) zu senden. Ein Exemplar dient der Dokumentation im Unternehmen. Darüber hinaus müssen Sie als Arbeitgeber den Arbeitnehmer explizit darüber informieren, dass er ebenfalls ein Recht auf eine Kopie hat.

Großer Betrieb = mehr Hilfe?

Sie sind Arbeitgeber in einem großen Betrieb? Bedeutet das nun für Sie auch (noch) mehr Hilfe? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Ihre Mitarbeiter in einem großen Betrieb oder sogar besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind, müssen mehr Vorbereitungen getroffen werden. Das bedeutet für Sie

  • Mehr Verbandskästen
  • Medizinische Gerätschaften wie z. B. Defibrillatoren
  • Technische Hilfsmittel wie z. B. Krankentragen
  • Betriebssanitäter
  • Erste-Hilfe-Räume

gehören zum Inventar Ihres Betriebes.

Zum Schluss: Checkliste

Damit in Ihrem Betrieb Erste Hilfe gewährleistet wird, beachten Sie zum Schluss die folgende Checkliste.

  • Stellen Sie Verbandskästen zu Verfügung und machen Sie diese, sowie den Erste-Hilfe-Plan, deutlich kenntlich.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Ersthelfer in Ihrem Betrieb ab zwei Mitarbeitern.
  • Befolgen Sie die Rettungskette und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Reihenfolge.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die fünf W-Fragen.
  • Fertigen Sie nach einem Unfall eine Unfallanzeige an und informieren Sie den Arbeitnehmer über sein Recht auf ein Exemplar.
  • Bei großen Betrieben oder gefährlichen Arbeiten sorgen Sie für mehr Ausrüstung, Sanitäter und Erste-Hilfe-Räume.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Brandschutzhelfer in Ihrem Betrieb.

Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema. Es betriff uns alle: Sie als Arbeitgeber, Ihre Mitarbeiter und Privatpersonen. Daher gilt auch im Betrieb: Erste Hilfe rettet Leben.

Betriebsrat und Arbeitsschutz

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

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Ein Betriebsrat strebt mit seinen Rechten, Pflichten und Aufgaben das Ziel an, die Interessen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber zu wahren und zu kommunizieren. Auch in Sachen Arbeitsschutz hat der Betriebsrat ein bestimmtes Mitspracherecht. Informieren Sie sich über die Rolle des Betriebsrates, wenn es um die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Mitarbeiter geht.

Rolle des Betriebsrates im Arbeitsschutz

Vor allem bei Präventionen und Vorbeugungen ist der Betriebsrat eine helfende Instanz. Die Mitbestimmung und der Einfluss des Betriebsrates sind weitreichend. Die gesetzlichen Regelungen im Arbeitsschutz sind jedoch nur vage ausformuliert. Daher müssen Sie als Arbeitgeber die Anpassungen im Betrieb vornehmen – in Absprache mit dem Betriebsrat.

Mitbestimmungsrechte

Rechtsgrundlage stellt hier § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG dar. Dieser sagt aus, bei Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit, hat der Betriebsrat mitzubestimmen. Dies gilt auch bei Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zur Prävention.

Allerdings haben Sie als Arbeitgeber auch ein Recht: den Spielraum bei der Wahl Ihrer Maßnahmen. Die häufigsten Maßnahmen befassen sich mit den Themen Lärm, Hitze und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Hierbei müssen Sie zusammen mit dem Betriebsrat entscheiden.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Der Betriebsrat hat ebenfalls ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Arbeitslatzes angeht. Das bedeutet, er darf mitbestimmen, wie PC- und Bildschirmarbeitsplätze aussehen. Außerdem darf er Maßnahmen zur Stressbelastung mitbestimmen.

Sollten Maßnahmen von Ihnen als Arbeitgeber nicht formuliert sein, wird der Betriebsrat aktiv. Das heißt, er darf selbst handeln und eigene Maßnahmen bestimmen. Um einen Zwiespalt zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat zu vermeiden, beraten Sie sich mit ihm über die Maßnahmen.

Betriebsrat und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes. Nach § 5 ArbSchG führen Sie diese durch, um Gefährdungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen. Vor allem die physische und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter gilt es zu schützen.

Auch hier, bei § 5 ArbSchG, hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Maßnahmen abzusegnen und die Umsetzung zu gewährleisten. Das bedeutet auch, dass er das Recht nach § 80 BetrVG hat, die Umsetzung zu überwachen.

Hierbei ist es dem Betriebsrat ebenso erlaubt, eine eigene Gefährdungsbeurteilung anzuregen, sollten Sie sich nicht darum bemüht haben.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

  1. Fassen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze zusammen, um eine einheitliche Betrachtung von ähnlichen Belastungen zu erhalten.
  2. Erkennen und bewerten Sie die Gefährdungen.
  3. Legen Sie geeignete Gegenmaßnahmen fest und schätzen Sie deren Wirksamkeit ein.
  4. Setzen Sie die Maßnahmen um. Vermeiden Sie eine Erweiterung der Belastung.
  5. Überprüfen Sie die getroffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.
  6. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen.
  7. Sie sind dazu verpflichtet, die eingetroffene Gefahr und die dazugehörige Beurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für das Erkennen und Bewerten der Gefahr (Schritt 2), sind folgende Methoden bewährt:

  • Beobachtungsstudien und Messungen
  • Interviews, Fragebögen und Beratungsgespräche durch Ärzte oder Gesundheitsberatern

Überwachung des Arbeitgebers

Vor allem im Arbeitsschutz kommt die, in § 80 BetrVG festgelegte, Kontrollfunktion des Betriebsrates zur Geltung. Hier spielt sie eine wichtige Rolle. Der Betriebsrat stellt sicher, dass Sie als Arbeitgeber alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten haben. Dabei haben Sie eine Art Bringschuld. Das bedeutet, Sie müssen den Betriebsrat über alle Vorgänge informieren und die nötigen Unterlagen vorlegen.

Kommen dem Betriebsrat Anhaltspunkte unter, die eine einzuhaltende Sicherheitsvorschriften nicht zulässt, wird er aktiv. Sind also z. B. Arbeitsplätze nicht gesundheitsgerecht, macht sich der Betriebsrat ein Bild von der Situation. Das heißt, er kommt, auch unangekündigt, vor Ort.

Besichtigungen der Behörde

Bei Besichtigungen und Betriebsbegehungen durch Behörden hat der Betriebsrat vor Ort zu sein. Das gilt besonders für Unfalluntersuchungen. Gibt Ihnen, als Arbeitgeber, eine Behörde bestimmte Auflagen oder Anordnungen, sind Sie wieder in der Bringschuld. Der Betriebsrat muss darüber informiert werden.

Die 12 wichtigsten Pflichtaushänge

Quelle: Barni1/Pixabay

Quelle: Barni1/Pixabay

Bei unseren Rundgängen durch Unternehmen achten wir auch immer darauf, ob die Aushänge aktuell sind. Mit der Verpflichtung, geltende Gesetze und Schutzvorschriften zu veröffentlichen, will der Gesetzgeber sicherstellen, dass jeder Beschäftigte über seine Rechten und Pflichten genau Bescheid weiß. Das heißt auch, dass für Mitarbeiter, die kein Deutsch sprechen, Übersetzungen erforderlich sind.

Wenn Sie Aushänge in den üblichen Sprachen benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

Üblicherweise erfolgt ein Aushang am schwarzen Brett oder eine Auslage an einer allgemein zugänglichen Stelle des Betriebes, etwa der Kantine, Aufenthalts- oder Pausenräumen. Bei Heimarbeitern ist der Ausgabeort ihrer Arbeitsmaterialien oder ein ähnlicher Ort die richtige Stelle.
Auch die Bekanntmachung via Intranet ist bei manchen Aushängen möglich, sofern jeder Mitarbeiter einen Zugang zu den elektronischen Medien hat und der Arbeitgeber Vorkehrungen zum Schutz vor Änderungen getroffen hat. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter über diese Möglichkeit der Einsichtnahme informiert sind. Was oftmals nicht genügt: das Hinterlegen im Personal- oder Lohnbüro.

Die Pflichtaushänge müssen zudem regelmäßig auf Aktualität geprüft werden.

Selbstverständlich müssen nur die Aushänge gemacht werden, die auch für das Unternehmen relevant sind. Auf der Internetseite der IHK Berlin finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Aushänge, welcher Vorschrift sie folgen, wer sie veröffentlichen muss und wie – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und rechtliche Gewähr:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
  • Arbeitsschutzvorschriften
  • Arbeitszeitgesetz
  • Betriebsvereinbarungen
  • Heimarbeitsgesetz
  • Jugendarbeitsschutzgesetz
  • Ladenschlussgesetz
  • Mutterschutzgesetz
  • Tarifvertragsgesetz
  • Unfallverhütungsvorschriften (UVV)
  • Fünftes Vermögensbildungsgesetz
  • Wahlen

Bereits ab dem ersten Beschäftigten sind bestimmte Gesetze aushangpflichtig. Sie nicht auszuhängen kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 € bestraft werden. Gerne beraten wir Unternehmen dazu, welche Aushänge vorgeschrieben sind und wo sich geeignete Stellen für die Veröffentlichung befinden.

TIPP:

Nicht nur die Aushänge bestimmter Gesetze sollten regelmäßig auf ihre aktuelle Fassung geprüft sind. Bei der Gelegenheit bietet es sich an, auch die anderen Aushänge am Schwarzen Brett zu prüfen:

  • Sind die Angaben zu Erste Hilfe noch aktuell?
  • Stimmen Namen, Telefonnummern und Arbeitsort der Ersthelfer?
  • Sind Flucht- und Rettungswegepläne auf dem neueste Stand?
  • Stimmen Namen, Arbeitsplätze, Bürozeiten und Erreichbarkeit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten noch?

Wie Gesundheit und Sicherheit Ihrem Unternehmen nutzen

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Quelle: JerzyGorecki/Pixabay

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind längst keine moderne Erfindung mehr. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es entsprechende Gesetze in Deutschland.

Die Technik hat sich seitdem rasant entwickelt und mit dem Komfort und Nutzen moderner Zeiten sind auch die Gesundheits- und Sicherheitsanforderung für jeden Geschäftsinhaber und Manager gewachsen. Die Sicherheitsstandards sind heute wesentlich höher als vor wenigen Jahrzehnten und weder die Behörden noch die Mitarbeiter und Kunden ignorieren es, wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter rücksichtslos Gefahren aussetzt.

Der gesellschaftliche Fortschritt, sich mit Gefahren und Risiken für mehr Arbeitsschutz und Gesundheit zu beschäftigen, hat eine große Bandbreite von Erkenntnissen, Werkzeugen und Technologien hervorgebracht. Sie sorgen dafür, das Unternehmen diese Risiken besser bewältigen können als jemals zuvor – und zugleich haben sie eine zunächst verwirrende Palette von Gesetzen und Ratschlägen hervorgebracht.

Von Ihrem Sicherheitsmanagementsystem wird erwartet, dass es Risiken aktiv identifiziert, steuert und überprüft. Der Gesetzgeber setzt voraus, dass Sie selbst erkennen, wo in Ihrem Unternehmen bestimmte Anforderungen an Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfüllt werden müssen.

Und leider genügt es nicht, sich auf den Überlebensinstinkt und die Vernunft des Menschen zu verlassen. Würde das Gespür für Risiken niemals trügen, gäbe es kaum Menschen, die ins Eis einbrechen, bei Rot über die Straße laufen oder verdorbene Lebensmittel essen.

Moderne Erkenntnisse zu den Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz umfassen Management und Führung, juristische Aspekte und Bereiche der Naturwissenschaften Physik, Biologie und Chemie, aber auch Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Ergonomie. Keiner dieser Bereiche ist aus dem Arbeitsschutz wegzudenken.

Für den Unternehmer lassen sich diese Themen durchaus unter dem Schwerpunkt Sicherheit und Geschäftsrisikomanagement zusammenfassen. Denn darunter fallen nicht nur die Finanz-, Markt- und Produktrisiken, sondern auch Risiken, die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt gefährden.

Ein hoher Krankheitsstand, überdurchschnittlich viele Fehlzeiten und Mitarbeiter, die das Gefühl haben, das ihre Gesundheit dem Unternehmen egal ist, sind das eine, was einem Unternehmen zum Verhängnis werden kann. Das andere sind Behörden und weitere Kontrollorgane, die es nicht tolerieren, wenn gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards nicht erfüllt werden.

Bei der Beratung von Unternehmen stellen wir oft fest, dass es nicht schwierig ist, zu erkennen, dass Gesundheit und Sicherheit wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens sind. Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Unternehmen unkoordiniert und planlos versucht, dem Thema Gesundheit und Sicherheit Herr zu werden.

Vom Großen ins Kleine

Nicht selten werden dann zunächst kleine und triviale Maßnahmen umgesetzt, die weniger Einfluss haben auf das große Ganze, obwohl es sinnvoller ist, sich zunächst auf die Hauptgeschäftsrisiken zu konzentrieren. Wenn Sie beispielsweise ein Chemiehersteller sind und ihre Mitarbeiter dazu anweisen, die Oberschränke in der Küche immer zu schließen, damit sich niemand den Kopf stößt und Handlauftrainings durchführen, aber gleichzeitig niemand darauf achtet, wie mit hochgiftigen oder explosiven Chemikalien umgegangen wird, haben Sie eindeutig falsche Prioritäten gesetzt.

Wenn uns ein Unternehmen als externe Berater in Sachen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz zur Hilfe ruft, beginnen wir meistens mit der Ausarbeitung einer Richtlinie. Sie legt fest, welche Ziele erreicht werden sollen und wie die Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden werden sollen. Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung der Sicherheit besteht darin, die Risiken zu erkennen und zu bewerten, die sich aus Ihrem Unternehmen ergeben. Dazu dient die so genannte Gefährdungsbeurteilung. Sie ist die Grundlage für die individuell zu erarbeitenden Maßnahmen.

Sicherheit muss verwaltet und kontrolliert werden – und auch das lässt sich mit der Implementierung eines Managementsystems überschaubar und praktikabel regeln.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen wollen, welche konkreten Vorteile Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen bringen.

Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

Quelle: Bernhard_Staerck/Pixabay

Wir finden: Gesundheit und Sicherheit sind höchst interessante Themen. Sie kombinieren Teile von Wissenschaft, Technik, Management, Psychologie, Ergonomie, Recht und Wirtschaft. Diese Vielfalt macht die Beschäftigung mit dem Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite aber auch zu einem komplexen Thema.

Wir stellen in unserem Alltag bei den Beratungsgesprächen in den Unternehmen immer wieder fest, dass einerseits alle Informationen, die es braucht, frei abgerufen werden können, zum Beispiel bei Behörden und Ämtern, bei Verbänden oder Dienstleistern. Andererseits ist es schwierig, immer genau die Information zu finden, die man braucht. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht.

Das macht die Themen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für viele Unternehmen wenig greifbar.

Und noch ein weiterer Aspekt begegnet uns im Gespräch mit den Unternehmen, die uns als Dienstleister engagieren. Da gibt es die eine Seite, die findet, dass der gesunde Menschenverstand oftmals ausreichen sollte, um Gefahren und Risiken aus dem Weg zu gehen. Arbeitsschutzkonzepte werden da oft als überflüssig empfunden. Die andere Seite findet es deutlich zu kompliziert, auf eben diese Details, die Unfälle und Krankheiten verhindern können, zu achten und wünscht sich praktische Checklisten, durchdachte Prozessabläufe und passgenaue Anleitungen.

Wie wichtig organisierter Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben – wirklich ist, wird nach der Gefährdungsbeurteilung deutlich. Sie hilft, künftige Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und geeignete Maßnahmen individuell festzulegen. Sie ist nur der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Gesundheit und somit ein wertvolles Werkzeug.

 Warum Arbeitsschutz wie Abnehmen ist

Lassen Sie uns einen Vergleich ziehen. Die Gefährdungsbeurteilung entspricht etwa dem Check-up beim Hausarzt. Möglicherweise stellt er fest, dass Ihnen ein paar Kilo weniger erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen würden. Vielleicht zeigen sich sogar erste Folgen der Übergewichtigkeit durch Bluthochdruck und miserable Blutwerte. Und wenn Sie selbst ehrlich sind, fühlen Sie sich auch nicht gut. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Sie wissen nun also, dass Sie etwas tun müssen, wenn Sie gesund werden und bleiben wollen.

Nun folgt der zweite Schritt. In unserer Branche wäre er das Ausarbeiten und die Analyse von geeigneten Maßnahmen für mehr Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz. In unserem Beispiel informieren Sie sich möglicherweise über Fitnessstudios und Laufgruppen in Ihrer Nähe und kaufen sich einen Stapel Bücher über Diäten.
Der dritte Schritt ist nun, die richtigen Schritte und Regeln in Ihrem Leben bzw. Ihrem Unternehmen, anzuwenden. In unserem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass sie das hohe Tempo der Laufgruppe nicht mithalten können und Ihre Knie nicht mitspielen. Und auch das Fitnessstudio führt Sie nach den ersten 2,3 Wochen nur noch als passives Mitglied. Selbst beim Kochen und Essen fallen Sie in alte Gewohnheiten zurück, weil es bequemer ist.

Übertragen auf den Unternehmensbereich gibt es ähnliche Probleme. Nach einiger Zeit werden neue Regeln nicht mehr befolgt, weil sie nicht zur Gewohnheit geworden sind. Die geplanten Maßnahmen erweisen sich als unzureichend oder zu straff, scheitern an der Realität und der Praxis, der Zeitplan zur Umsetzung ist deutlich zu straff oder zu lasch.

Ob es sich um eine Diät oder um ein Konzept handelt, es zeigt sich fast immer das gleiche Bild: Es fällt dem Menschen in der Regel schwer, gewohnte Strukturen und Prozesse zu verändern, wenn es an der Motivation fehlt.

Wo herkommt also diese Motivation?

Entweder von innen, weil sich der Mensch ein Ziel gesetzt hat, das ihn antreibt, oder durch Antrieb von außen, etwa durch Audits, externe Kontrollen und Überwachung. In beiden Fällen ist es wichtig, dass das gesetzte Ziel realistisch, attraktiv, messbar sowie zeitlich und konzeptionell genau definiert ist.

Das heißt für Sie: Wenn Sie einen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz in Ihrem Unternehmen einsetzen, sorgt er wie ein Personal Coach dafür, die Ziele entsprechend zu formulieren, umzusetzen und die Beteiligten so einzubinden, dass sie die Maßnahmen aus eigener Motivation heraus unterstützen.

Wir vom HDS Arbeitsschutz helfen Ihnen, das Check-up unternehmensintern durchzuführen und zu dokumentieren. Unsere erfahrenen Fachleute übernehmen für Sie auf Wunsch die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.

Darüber hinaus pflegen wir Ihre bestehende Gefährdungsbeurteilung, prüfen die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und aktualisieren sie in sinnvollen Abständen.
Wenn gewünscht, übernehmen wir für Sie auch die Überarbeitung der bestehenden Gefährdungsbeurteilung mit dem Schwerpunkt auf der Integration von Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen notwendigen Reglements.

Gesundheit und Sicherheit sind ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Sie müssen in die Geschäftsabläufe des Unternehmens integriert werden, damit die Navigation durch die komplexen Gesetze und Richtlinien gelingt.

Wir unterstützen Sie dabei, herauszufinden, was sie selbst tun können und wann Sie Hilfe benötigen.