Stunde um Stunde: Wenn Mehrarbeit zur Routine wird

Quelle: Concord90 / pixabay.com

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Wer hat nicht schon einmal einsam und allein im Büro gesessen, während alle Kollegen bereits das Gebäude verlassen hatten und nur noch eine Putzkraft durch die Gänge huschte? Überstunden liegen leider voll im Trend. Was kann man tun, damit sie nicht überhand nehmen?

Leben, um zu arbeiten?

Der Index „Gute Arbeit“ des Deutschen Gewerkschaftsbunds stellt die messbare Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten dar. Für das Jahr 2014 sagt er Folgendes aus: 25 Prozent aller Beschäftigten haben mehr als fünf Überstunden pro Woche gemacht und sechs von zehn Arbeitnehmern arbeiteten in der Regel länger als ursprünglich vereinbart. Wer dauerhaft Überstunden schiebt, ist weniger belastbar, leidet unter Stress und gesundheitlichen Auswirkungen. Betriebsräte und Gewerkschaften behalten die Arbeitsleistungen der Beschäftigten in ihrem Unternehmen im Blick und greifen ein, wenn das Ausmaß der Mehrarbeit viel zu groß wird. Doch um Überstunden nicht mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, bedarf es mehr.

Das Mehr an Leistung im Fokus

Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen nicht nur darauf achten, dass sich die Arbeitsumgebungen in einem einwandfreien Zustand befinden und ordnungsgemäß genutzt werden. Nein, dem Personal sollte mindestens genausoviel Aufmerksamkeit zukommen: Gibt es krankheitsbedingte Ausfälle, die durch jobbedingten Stress verursacht wurden? Was sagt die Geschäftsleitung dazu und welche Maßnahmen ergreift sie, um ihren Mitarbeitern das (Arbeits-)Leben leichter zu machen? Könnte man vielleicht sogar eine Arbeitsgruppe zum Thema „Überstunden“ bilden? Was wünschen sich die einzelnen Mitarbeiter? Wie können Arbeitsabläufe anders organisiert werden? Dies sind nur wenige der vielen Fragen, die man stellen kann, um den Ursachen von Überstunden auf den Grund zu gehen und nach effektiven Gegenmaßnahmen zu suchen.

Fazit

Wer für bessere Arbeitsbedingungen einsteht, sagt Burn-out-Symptomen und anderen Belastungserscheinungen den Kampf an. In einer Arbeitswelt, deren Wettbewerbssituationen dafür sorgen, dass Chefs ihren Mitarbeitern eine ständige „Höher, schneller, weiter!“-Einstellung abfordern, ist Zufriedenheit doch das höchste Gut. Nur zufriedene Mitarbeiter sind wirklich motivierte Arbeitnehmer, nur sie fühlen sich mit ihrem Betrieb verbunden. Es ist also ganz im Sinne des Unternehmens, wenn eine eventuelle Überstundenroutine so schnell wie möglich abgeschafft wird. Nur wer gut versorgt ist, kann auch gut für andere sorgen – das  gilt im Privat- genauso wie im Arbeitsleben!

Gesundheitswesen: Von Ansteckungsrisiken und Gegenmaßnahmen

Quelle: Ewa Urban/frolicsomepl / pixabay.com

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Der Rettungsassistent, die Krankenschwester, der Tierarzt: Tag für Tag behandeln diese Fachkräfte die unterschiedlichsten Patienten – und arbeiten unter dem Risiko, mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich infizieren sich etwa eine halbe Million Arbeitnehmer, die im Gesundheitswesen tätig sind, bei ihren kranken Patienten. Neben harmlosen Virsuerkrankungen nehmen so zum Beispiel auch ernsthafte Hepatis-C-Erkrankungen ihren Lauf. Umso wichtiger ist es, dass das Personal gründlich informiert und geschult wird und ihm eine professionelle Schutzausrüstung zur Verfügung steht.

Wo sitzen die Gefahrenquellen?

Die Gefahrenquellen sind vielfältig: Eine Kontamination der behandelnden Personen erfolgt über offene Wunden oder die Schleimhäute. Schnitt- und Stichwunden, Flüssigkeiten wie Blut und Körpersäfte sind Gefahrenherde, die eine größtmögliche Sorgfalt erfordern. Auch die Reinigung von Instrumenten und Arbeitsumgebungen benötigt die größtmögliche Aufmerksamkeit der Pflegekräfte und des Reinigungspersonals. Die Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen sind zahlreich.

Es ist von großer Wichtigkeit, die potentiellen Risiken eines jeden Arbeitsplatzes genau abzuklopfen und einen entsprechenden Leitfaden zu verfassen, den jeder Mitarbeiter genau kennen muss.

Vorsicht auf allen Ebenen

Neben den Informationen zu den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich zahlreiche praktische Maßnahmen zu ergreifen. Die Hygiene spielt die allerwichtigste Rolle – im Gesundheitsbereich ist sie neben der eigenen Umsicht die Mutter aller Schutzmechanismen, und das sowohl für die Patienten als auch für das Pflegepersonal. Instrumente und Schutzkleidung müssen regelmäßig desinfiziert und gewechselt werden und dürfen nicht oder nur unter spezifischen Bedingungen in Räume außerhalb der tatsächlichen Behandlungsräume gebracht werden. Die Sicherheit der Instrumente ist ebenfalls unerlässlich: Sie erfordern einen aufmerksamen und fallgemäßen Umgang, damit das Risiko einer Kontamination der Pflegekraft minimal bleibt. Viele Instrumente verfügen zusätzlich über Sicherheitsvorrichtungen.

Arztkittel und saubere weiße Kleidung bedecken die Pflegekräfte schützend, außerdem macht man jede Art von Unreinheit auf ihnen sofort aus. Weitere Komponenten der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) des Pflegepersonals sind Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Atemmasken. Darüber hinaus fordert der Gesetzgeber an vielen Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen Schutzimpfungen ein, deren Kosten in der Regel der jeweilige Arbeitgeber übernimmt.

Ein Schnitt, eine Berührung, eine Kontamination: Was ist zu tun?

Kommt es im Arbeitsverlauf dennoch einmal zu Verletzungen und Kontaminationen, müssen diese umgehend behandelt und dokumentiert werden. Wer eine frische Wunde hat, sollte für eine gute Durchblutung der entsprechenden Körperpartie sorgen, die verletzte Stelle eventuell spülen und auf alle Fälle sorgfältig desinfizieren, bevor ein kompakter Verband angelegt wird. Egal, welches Maß an Patientkontakt ein Arbeitnehmer im Gesundheitswesen tatsächlich hat: Die Sicherheit des Patienten und der behandelnden Person steht immer an vorderster Stelle.

Schlafapnoe: Unheilvolle Unruhe

Quelle: Olichel Adamovich / pixabay.com

Quelle: Olichel Adamovich / pixabay.com

Wer kennt das nicht? Sobald es Frühjahr wird, die Sonne strahlt und die Uhr um eine Stunde vorgestellt wird, hört man vermehrt das herzhafte Gähnen des Kollegen im Nachbarbüro, will sich selbst immer wieder gerne recken und strecken und verzweifelt fast daran, wenn an der Kaffeemaschine ein großer Zettel hängt, auf dem „defekt“ steht. Eigentlich liebt doch jeder den Frühlingsanfang – doch auf diese sprichwörtliche Frühjahrsmüdigkeit mag man sehr, sehr gerne verzichten. Was ist, wenn einen genau diese Müdigkeit nicht mehr verlassen will und man sich über lange Zeit komplett geschlaucht fühlt?

Müde im Büro, im Gabelstapler, im OP

Müdigkeit kann belastend und sogar gefährlich werden. Familie und Freunde wundern sich über die Trägheit, die Kollegen stutzen angesichts der Energielosigkeit – beides kann zu bösen Konflikten führen. Und mehr: Schlappheit stellt ein großes Risiko dar. Was kann passieren, wenn die Müdigkeit übermächtig wird? Wenn man hinter dem Steuer, ob nun im Privatauto, im Gabelstapler oder im LKW, einschläft? Wenn man gehäuft falsche Zahlen in den Computer eingibt, in wichtigen Konferenzen wenig wachsam ist, Maschinen bedienen muss oder gar Operationen auf dem Dienstplan stehen? Wer dauerhaft müde ist, sollte einen Arzt aufsuchen, denn Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Vielleicht sind die Blutwerte schlecht, vielleicht steckt aber auch eine ernsthafte Krankheit bzw. eine gefährliche Schlafapnoe dahinter.

Die Schlapnoe: schleichende Gefahr

Diagnostiziert der Arzt eine Schlafapnoe, bedeutet dies, dass der Patient während der nächtlichen Schlafphasen mehrere Atemstillstände durchlebt. Diese können bis zu 50 Sekunden andauern und im schlimmsten Fall bis zu zwanzigmal pro Stunde auftreten. Das ist eine erschreckend hohe Frequenz – und es ist natürlich klar, dass Betroffene am Tag dann schlapp sind, unter Kopfschmerzen leiden und langfristig sehr unausgeglichen werden. Die Tiefschlafphase ihres Körpers wird ständig unterbrochen oder gar nicht erst erreicht. Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, das Herz tanzt Tango, der Blutdruck schießt nach oben. Um die Diagnose zu bestätigen, müssen Patienten nachts Messgeräte tragen, deren Daten dann morgens ausgewertet werden. Wer eine Schlafapnoe hat, hat mehrere Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel eine bewusst gesunde Lebensweise, das Tragen von Atemmasken und Kieferschienen oder sogar Operationen im Nasen-Mund-Bereich.

Müdigkeit als Warnsignal erkennen

In Deutschland gibt es fast sechs Millionen Menschen, die von einer Schlafapnoe betroffen sind. Doch diese Krankheit ist eigentlich erst der Anfang: Oft folgen weitere Befunde wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sollte man in seinem privaten Umfeld, am Arbeitsplatz oder gar bei sich selbst feststellen, dass sich in umgewöhnlich hohem Maße Müdigkeit breitmacht, sollten die Alarmglocken angehen und entsprechende Schritte eingeleitet werden. So kann das Ansprechen des betreffenden Kollegen und ein direkt gemachter Arzttermin Risiken drastisch minimieren – und echte Gefahr mit einer Mischung aus gesunder Aufmerksamkeit und minimalem Aufwand bannen.

Berufskrankheiten: Wenn der Job krank macht

Quelle:  Michal Jarmoluk/jarmoluk / pixabay.com

Quelle: Michal Jarmoluk/jarmoluk / pixabay.com

Jeder Arbeitsplatz ist anders, jeder Arbeitsplatz birgt mehr oder weniger große Risiken für seine Benutzer. Wer am Schreibtisch sitzt und von 9 bis 17 Uhr Zahlenkolonnen in den Computer haut, ist dabei natürlich in einer sichereren Arbeitsumgebung tätig als der Fahrer eines Rettungswagens oder ein Bauarbeiter, der an einem Hochhaus mitbaut.

Was genau ist eigentlich eine Berufskrankheit?

Jeder kann eine Berufskrankheit bekommen: Die Möglichkeiten reichen von Lärmschwerhörigkeit bis hin zu Infektionskrankheiten. Der Katalog der anerkannten Berufskrankheiten in der Anlage 1 der Berufskrankheitenverordnung (BKV) umfasst aktuell etwa 70 Positionen. Ein Beschäftigter muss die im Katalog gelistete Krankheit tatsächlich durch seine berufliche Tätigkeit erlangt haben, damit sie anerkannt wird.

Dazu sagt § 9 des Sozialgesetzbuchs (SGB) VII der Gesetzlichen Unfallversicherung Folgendes: Ärztlich zu behandelnde Gesundheitszustände sind dann Berufskrankheiten, wenn sie nach medizinischer Erkenntnis „durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“. Somit bringen bestimmte Branchen wie etwa die Kohleindustrie, der Gefahrguttransport, das Bau- oder natürlich auch das Gesundheitswesen ein erhöhtes Risiko mit sich, dass Beschäftigte derartige Erkrankungen ausbilden. Seit zwanzig Jahren erstellt der ärztliche Sachverständigenbeirat „Berufskrankheiten“, der dem Gremium für Arbeit und Soziales untersteht, die erforderlichen Merkblätter für Ärzte. Außerdem formuliert er die wissenschaftlichen Begründungen für die Aufnahme einer Erkrankung in die Berufskrankheitenliste, die als solches bereits seit 1925 existiert.

In meinem Ohr piept´s – Was muss ich tun?

Jedes Jahr kommen in Deutschland knapp 100.000 Verdachtsfälle zusammen – ein Fünftel von ihnen erweist sich schließlich als zutreffend. Den Betreffenden wird eine Rente zugesprochen.

Wer glaubt, tatsächlich eine Berufskrankheit zu haben, muss zunächst beim (Betriebs-)Arzt vorstellig werden, der wiederum dem jeweiligen Unfallversicherungsträger Bericht erstattet. Danach wird die Krankheitsgeschichte des Patienten aufgenommen, die Arbeitstätigkeit in Hinblick auf den bestehenden Verdacht genau überprüft, außerdem erfolgen eventuell Messungen sowie Befragungen der Kollegen. Nach der Analyse durch einen Sachverständigen wird über eine Anerkennung oder Ablehnung entschieden. Erfolgt eine Ablehnung, kann der Betroffene seine Sache noch vor dem Sozialgericht vorbringen und hier auf eine spätere Rentenbewilligung hoffen.

Fazit

Jeder Arbeitgeber sollte sich um einen ausreichenden Schutz seiner Mitarbeiter kümmern, um die Ausbildung von Berufskrankheiten zu vermeiden. Sicherheitskleidung und regelmäßige Messungen stellen unerlässliche Maßnahmen dar. Darüber hinaus können viele schädliche Einflüsse durch Lärm oder Staub häufig nur in Maßen eingeschränkt werden. Jedwede Anzeichen eventueller Kankheiten sind ernstzunehmen und einem Arzt vorzustellen, damit entsprechende Pflegemaßnahmen zeitnah ergriffen werden und eine frühe finanzielle Absicherung durch eine Rente erfolgen kann.

Sicherheit bis zum letzten Stein

Quelle: Hans/Pixabay

Quelle: Hans/Pixabay

Bei einem Bauvorhaben gibt es oftmals viele verschiedene Gewerke und Beteiligte. Einer davon ist der Sicherheit- und Gesundheitsschutzkoordinator, kurz SiGeKo.

Sein Einsatz ist unter anderem notwendig, weil auf einer Baustelle ein wesentlich höheres Verletzungsrisiko zu beobachten ist als an den meisten anderen Arbeitsplätzen. Damit die Sicherheit und Gesundheit der Bauarbeiter nicht gefährdet ist, ist es wichtig, dass alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen, auch wenn die Interessenslage sehr unterschiedlich sind.

Der Bauherr hat meist eine genaue Vorstellung davon wie das fertige Werk nachher aussehen soll. Der Preis soll akzeptabel sein, die Bauzeit kurz, die Ausführung höchst individuell, es sollen keine Nachträge notwendig sein, die Qualität muss gut sein, die Fertigstellung termingerecht, es sollen keine Fehler auftauchen und der Ärger mit den Behörden soll sich in sehr kleinen Grenzen halten.

Dem Architekten ist es wiederum wichtig, ein gutes Honorar zu bekommen und eine individuelle Referenz durch ein optisch und funktionell ansprechendes Ergebnis. Und nicht zuletzt möchte er möglichst wenig Arbeit bei der Organisation, der Planung und Umsetzung des Projekts haben.

Auch der Fachplaner wünscht sich natürlich, dass sein Honorar dem Aufwand gerecht wird. Am besten gelingt das durch ein Bauvorhaben, das nach der Fertigstellung einwandfrei funktioniert und keine bis wenige Nachbesserungen erfordert.

Für die Bauunternehmer ist es in erster Linie wichtig, ein lukratives Bauvorhaben zu realisieren, dass viel Gewinn abwirft und wenig Aufwand erfordert.

Für die späteren Nutzer ist es das vordringliche Ziel, dass die Baustelle termingerecht abgeschlossen werden kann, der Einzug pünktlich vonstatten gehen kann, keine Nachbesserung zu erdulden sind und sie das Objekt komfortabel und funktionell benutzen können.

Und zwischendrin steht der SiGeKo. Sein Bestreben ist es, dass alle Beteiligten sicher arbeiten und gesund bleiben und dass die Koordination reibungslos läuft. Sein Ziel: keine Unfälle.

Übrigens:

Im vergangenen Jahr waren Ausführungsfehler die häufigsten Baumängel. Sie machen mit 40 % fast die Hälfte aller Baumängel und Fehler aus. Einen weiteren großen Anteil Verschulden Planungsfehler und Bauleiterfehler mit zusammen 45 Prozent. Weitere Baumängel sind auf Fehler des Materials zurückzuführen oder haben andere Gründe. Interessant ist allerdings auch die Höhe des finanziellen Schadens durch Bauschäden. Sie stieg in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt von 33.000 € auf 67.000 €. (Quelle: AIA AG)

Freispruch für den Tonerstaub

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Quelle: Joergelmann/Pixabay

Seit etlichen Jahren stehen Laserdrucker unter Verdacht, durch Tonerstaub und Emissionen die Gesundheit der Mitarbeiter schädigen. Initiatoren mit unterschiedlichen Interessen strengten Studien an, die diesen Verdacht bestätigten oder widersprachen. Auch wir haben bereits für das Thema sensibilisiert.
Nun gibt es von hoch offizieller Stelle die Entwarnung. Im Sommer hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bekannt gegeben: Danach besteht für Beschäftigte im Büro kein Anlass zur Sorge, selbst wenn sie als Servicetechniker oder als Mitarbeiter eines Recyclingsbetriebes sehr häufig mit den Druckern, Kartuschen und ihren Inhalt in Kontakt kommen.

Die BAuA kommt zum Ergebnis, dass „selbst nach intensiver Forschung zu diesem Thema keine belastbaren Hinweise“ vorliegen, dass Erkrankungen durch Gefahrstoffe durch Laserdrucker und Kopiergeräte eine relevante Rolle spielen. Auch wenn die Rezeptur des Tonermaterials je nach Hersteller unterschiedlich ist, weisen die vorliegenden belastbaren Daten darauf hin, dass gefährliche stoffliche Komponenten nur in sehr geringen Mengen ausgestoßen werden, so die BAuA. Die Mengen sind so gering, dass selbst Personen, deren Haut oder Atemwege besonders sensibel sind, beispielsweise aufgrund von Allergien, gegenüber bestimmten Stoffen aus dem Tonerstaub weder allergisch, noch auf andere Art problematisch reagieren sollten. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin seien die vorhandenen Mengen generell zu gering, um für sich genommen eine Allergie bei bereits sensibilisierten Personen auszulösen, denn gemessen am Allgemeinen Staubwert werde die Menge an Büroarbeitsplätzen weit unterschritten. Laut Untersuchungen um etwa den Faktor 100.

Dennoch empfiehlt es sich, so mit dem Drucker und Kopierer zu arbeiten, dass die gesundheitliche Belastung reduziert werden kann – auch wenn sie im Idealfall nur gering ist. Veröffentlicht wurde daher ein aktualisiertes BAuA-Merkblatt „Drucker und Kopierer am Arbeitsplatz“ mit geeigneten Maßnahmen, die zur Vorsorge empfohlen werden und der Schutzleitfaden 130 „Drucken, Kopieren”.

Die wichtigsten Punkte

Laserdrucker und Kopierer

  • Besonders emissionsarmer Geräte tragen das DGUV-Prüfzeichen, das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ oder ein vergleichbares staatlich anerkanntes Kennzeichen.
  • Achten Sie auf eine niedrige Lärmemission.
  • Aktivkohlefilter oder emissionsarmer Hochspannungsteile sorgen für eine geringe Ozonemission.
  • Geschlossene Kartuschen sind Nachfüllsystemen vorzuziehen und auch als Mehrweg-Kartuschen erhältlich.
  • Aufgearbeitete Tonerkartuschen (refurbished) sollten der Norm  DIN 33870 entsprechen.

Standort

  • Druck und Kopiergeräte nur in gut belüfteten Räumen aufstellen.
  • Abluftöffnungen nicht direkt auf Mitarbeiter richten.
  • Geräte gut zugänglich halten.
  • Der Standort des Geräts sollte leicht zu reinigen sein.
  • Sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung bei Wartungsarbeiten.

Täglicher Gebrauch

  • Sorgen Sie für eine gerätekundige Person, die mit der sachgerechten Benutzung, Nachfüll- und Wartungsarbeiten vertraut ist und hinterlegen Sie die Kontaktdaten dieser Person am Gerät.
  • Die Staubentwicklung lässt sich durch Kopier- und Druckerpapier der DIN EN 12281 weiter reduzieren.
  • Schließen Sie beim Kopieren und Scannen den Deckel. Die sonst entstehenden schwarzen Ränder erhöhen den Tonerverbrauch und verschmutzen die Walzen stark.
  • Einen Papierstau nicht mit Gewalt entfernen und gegebenenfalls die gerätekundige Person hinzuholen.
  • Nach Wartung und Reinigungsarbeiten die Geräteumgebung mit einem feuchten Tuch reinigen, anschließend die Hände waschen.

Tonerwechsel und Wartung

  • Bevorzugen Sie geschlossene Kartuschen.
  • Tonerabfälle in geschlossenen Behältern entsorgen.
  • Leere Tonerkartuschen an den Hersteller zurückgegeben, statt sie im Sondermüll zu entsorgen.
  • Reguläre Wartungsarbeiten sind ausschließlich durch die gerätekundigen Personen vorzunehmen, weitergehende Wartungsarbeiten durch Servicetechniker.

Mehr Infos zum Thema gibt es unter www.baua.de/tonerstaub

Silvesterfeuerwerk – Sicherer Verkauf und Gebrauch

Quelle: Matthias Riesenberg  / pixelio.de

Quelle: Matthias Riesenberg / pixelio.de

Böller und Raketen, bengalische Fackeln und Fontänen – überall auf der Welt wird das neue Jahr traditionell mit einem sprühenden Feuerwerk begrüßt. Beim Anblick der bunten Verpackungen denkt kaum jemand an den explosiven Inhalt, der bei sorglosem Umgang gefährlich werden kann und alljährlich zu Unfällen führt. Deswegen informieren die Behörden: Die Arbeitsschutzverwaltung informiert den Einzelhandel über die Lagerung und den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Darüber hinaus überprüfen die Bezirksregierungen vor dem Jahreswechsel Handelsbetriebe im Hinblick auf das Einhalten der Vorschriften.

Sichere Aufbewahrung

Bei der Aufbewahrung von pyrotechnischen Gegenständen ist darauf zu achten, dass die Räume umseitig geschlossen sind. In den Räumen darf weder geraucht noch mit offenem Licht oder Feuer hantiert werden. Es dürfen keine entzündlichen oder leicht brennbaren Stoffe aufbewahrt oder Druckgaspackungen (z. B. Spraydosen) in der Nähe gelagert werden. Außerdem müssen Einrichtungen zur Brandbekämpfung bereitgehalten werden (z. B. Pulverlöscher für die Brandklasse A, B und C mit 6 kg Inhalt). Die Höchstmengen für die genehmigungsfreie Lagerung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorien 1 und 2 richtet sich nach der Größe des Aufbewahrungsortes.

Verkauf nur an Personen über 18 Jahre

Pyrotechnische Gegenstände enthalten explosionsgefährliche Stoffe oder Stoffgemische. Um Personen- und Sachschäden zu vermeiden, regelt das Sprengstoffrecht den Umgang und der Verkehr mit diesen Gegenständen (z. B. Verkauf, Lagerung, Verwendung). So dürfen nur geprüfte Feuerwerkskörper der Kategorien 1 und 2 verkauft werden, die nach neueren Bestimmungen durch ein aufgedrucktes CE-Zeichen zu erkennen sind. Ausnahme: Für alte, von der BAM zugelassene Feuerwerkskörper (z. B. BAM-PII-3333) gelten Übergangsfristen bis 2017. Die alte Klasse II entspricht jetzt der Kategorie 2, die Klasse I der Kategorie 1.

 Verkauf nur vom 29. – 31. Dezember

Feuerwerkskörper der Kategorie 1 (z. B. Knallererbsen, Knallteufel oder Silberregen) dürfen ganzjährig an Personen verkauft werden, die das 12. Lebensjahr vollendet haben. Feuerwerkskörper der Kategorie 2 (z. B. Raketen, Kanonenschläge und Böller) dürfen nur in der Zeit vom 29. – 31. Dezember und ausschließlich an Personen über 18 Jahren abgegeben werden. Sind die Kategorien 1 und 2 in einem Sortiment vereinigt, so darf dieses nur an Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr verkauft werden. Der Händler ist verpflichtet, sich gegebenenfalls einen Ausweis zeigen zu lassen.

Abstand halten zu Gefahrenquellen

Um verirrte Feuerwerkskörper und Brandgefahr durch Funkenflug und Ascheregen zu vermeiden sowie die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten, sollte die Auswahl des Abschussplatzes für das Feuerwerk bereits bei Tageslicht getroffen werden. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • ausreichenden Abstand zu Gebäuden, Strom- und Telefonleitungen sowie Bäumen halten
  • großen Abstand zu Krankenhäusern, Altenheimen, Tierheimen und Kirchen sowie zu Tankstellen, Lagern, Betriebsanlagen, Parkplätzen halten
  • bei extremer Trockenheit besser auf das Feuerwerk verzichten

 Verirrte Feuerwerkskörper

Für den (Hobby-)Feuerwerker können verirrte Feuerwerkskörper schnell zu einer Gefahr werden, wenn sich die brennende Rakete in der Kleidung verfängt. Deshalb sollte die Kleidung beim Abschießen eines Feuerwerks zweckgebunden sein:

  • keine Kunstfasern, stattdessen Baumwolle, Jeansstoff oder Leder
  • eng anliegende Hosen und Jacken
  • keine wehenden Schals oder Tücher
  • keine Kapuzen oder offenen Taschen
  • keine aufgekrempelte Hosenbeine oder –ärmel

Empfehlenswert ist die Mitnahme einer Taschen- oder Helmlampe und das Tragen einer Schutzbrille. Statt handelsüblicher Feuerzeuge, die oft bei niedrigen Temperaturen versagen, können für das Anzünden eines Feuerwerks Camping-Zündhölzer verwenden werden, die relativ unabhängig von der herrschenden Witterung ihren Dienst tun. Weitere Tipps für ein sicheres Silvesterfeuerwerk hat das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW in einem Merkblatt zusammengestellt.

Das Wissen ist da, in der Praxis hapert es

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat 1000 geschäftsführende Personen und 2000 Beschäftigte befragt zu ihrem Kenntnisstand und dem tatsächlichen betrieblichem Handeln in Sachen Arbeitsschutz.

Das Fazit: Auch kleine Unternehmen weisen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit eine hohe Bedeutung zu. Allerdings zeigt sich auch ein deutlicher Kontrast zwischen dem Wissen über Arbeitsschutz und dem täglichen Handeln im Betrieb. Basierend auf ihre Antworten wurden die Geschäftsführer/innen in fünf Typen unterteilt: die Profis, die Problemfälle, die Unentschlossenen, die Unbeholfenen sowie die Macher. Die Befragung zeigte: Genutzt werden auf Leitungsebene in erster Linie Broschüren, Checklisten und Internetangebote. Als besonders nützlich werden die Angebote bewertet, bei denen Betriebe von Betrieben lernen können.
Dieses Ergebnis wird in dem Bericht „Kenntnisstand von Unternehmen und Beschäftigten auf dem Gebiet des Arbeits – und Gesundheitsschutzes in KMU“ durch konkrete Vorschläge zur Vermittlung des bereits vorhandenen Wissens und zur Weiterbildung ergänzt.

Die Pflicht ist präsent

In den meisten Klein – und Kleinstbetrieben werde nach dem Prinzip gehandelt “Hauptsache, wir verstoßen nicht gegen das Gesetz“, heißt es in der Pressemitteilung der BAuA. So kennt man zwar seine Pflicht zu Sicherheit und Gesundheitsschutz, aber konkrete gesetzliche Arbeitsschutzregelungen sind weitgehend nicht geläufig. Hier besteht bei den KMU großer Informationsbedarf, um auch den eigenen Mitarbeiter regelmäßig Schulungen anbieten zu können und anlassbezogene Unterweisung zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Das ist nämlich noch längst nicht der Fall. In den meisten Betrieben, so zeigt die Befragung, greifen die Unternehmen oft auf praktikable Verbesserungsvorschläge der Beschäftigten zurück, um Gesundheit und Sicherheit zu verbessern, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Themen, in denen der größte Informationsbedarf besteht, seien die Gesundheitsförderung, Unfallverhütung, Gestaltung von Arbeitsplätzen und das Vermeiden von Arbeitsstress.
Am besten werden Information – und Beratungsangebote bewertet, die einen starken Praxisbezug haben, gaben die Arbeitgeber und Beschäftigten in der Befragung an. Sie lernen am liebsten mit praktischen Beispielen. Aus ihren Antworten entwickelten die Experten der BAuA Ansatzpunkte für Modelle und bedarfsgerechte Konzepte, um die kollegiale Beratung, das Lernen in Netzwerken oder Pool- und Verbundberatung zu vertiefen. Im Vordergrund stehe, die Verantwortlichen im Arbeitsschutz für die positiven Effekte von Prävention zu sensibilisieren, schreibt die BAuA.
Die Befragung und ihre Ergebnisse sowie Empfehlungen finden sich unter: “Kenntnisstand von Unternehmen und Beschäftigten auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in KMU”; Dr. Cordula Sczesny, Sophie Keindorf, Patrick J. Droß, Dr. Gerda Jasper; 1. Auflage. Dortmund/Berlin/Dresden; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; 329 Seiten, ISBN 978-3-88261-005-5
Eine Version im PDF-Format zum Herunterladen steht unter www.baua.de/publikationen.

Gut bei Stimme bleiben

Quelle: Tim Reckmann  / pixelio.de

Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Ob Heiserkeit, Frosch im Hals oder komplettes Versagen der Stimme – wer am Arbeitsplatz nicht oder nicht richtig gehört werden kann, hat ein echtes Problem: Telefongespräche, Vorträge oder die Kommunikation mit Kollegen sind dann nur schwer möglich oder müssen komplett eingestellt werden. Führungskräfte bei einer Team-Besprechung sind genauso betroffen wie Angestellte in Großraumbüros, Lehrer, Erzieherinnen, Verkäufer oder Callcenter-Mitarbeiter.

Falsche Stimm- und Sprechgewohnheiten

Die menschliche Stimme entsteht aus dem perfekten Zusammenspiel von Atmung, Stimmlippen- und Artikulationsbewegungen. Bleibt die Stimme weg, kann es sich um organische Störungen handeln, hervorgerufen durch Entzündungen, Probleme nach der Schilddrüsenoperation, Kehlkopftumore oder Probleme der Halswirbelsäule. Dies kann nur ein Facharzt diagnostizieren. Häufiger aber handelt es sich um funktionelle Stimmstörungen, hervorgerufen durch falsche Stimm- und Sprechgewohnheiten. Dann klingt die Stimme dünn, rau, belegt, schrill oder heiser. Alles, was eine tiefe Atmung behindert, z. B. zu enge Kleidung oder eine gebeugte Körperhaltung, schwächt die Stimme. Aber auch Stress hat einen großen Einfluss: Der Körper verkrampft, der Atem wird flacher und hektischer – die Stimme klingt entweder zittrig und leise oder angestrengt und gepresst.

Stimmtraining

Damit der komplizierte Stimmapparat funktioniert, ist die aufrechte Sitzposition und Körperhaltung ebenso wichtig wie die richtige (Bauch-)Atmung und eine spannungsvolle Aussprache. Entscheidend ist auch die regelmäßige Aufnahme von Flüssigkeit, damit die Stimmlippen feucht bleiben.
Ein trockener Hals oder ständiges Räuspern gehört zu den Symptomen einer erhöhten Stimmbelastung, unter der auch viele Mitarbeiter in Service- oder Callcentern leiden. Das CCall, ein Label der VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, gesetzliche Unfallversicherung) setzt sich für ein gesundes und erfolgreiches Arbeiten in Service- oder Callcentern ein und wartet mit einer ganzen Reihe von Beratungsangeboten und Trainingsmaßnahmen auf. Die Broschüre „Stimmtraining im Call Center“ gibt praktische Tipps zur Pflege der Stimme am Arbeitsplatz. Tipps für eine entspannte Stimme und ein kostenloses Stimmtraining als PDF mit Videos findet sich auf der Website der WDR-Wissenschaftssendung „Quarks & Co“.

Raumplanung und Ausstattung

Wie sehr die Stimme am Arbeitsplatz beansprucht wird, hängt auch von den äußeren Rahmenbedingungen ab. Je lauter die Hintergrundgeräusche, desto lauter muss gesprochen werden. Lärm in Großraumbüros entsteht vor allem durch mangelnde Raumakustik. Erste Maßnahmen zur Verbesserung könnten sein:
•    digital verstärkte Headsets statt Telefon
•    Schalldämmung des Raums
•    leisere Maschinen
In Großraumbüros werden Schallwellen verschiedener Quellen wie Sprecher, Telefone, Drucker und Tastatur nicht genügend absorbiert und verstärken sich sogar. Mitarbeiter in Service- und Callcentern strengen ihre Stimme zudem besonders an, weil sie häufig schlechte Mobilfunkverbindungen mit hohem Rauschanteil übertönen müssen. Abhilfe schafft eine akustische Raumplanung, z. B. schallschluckende Trennwände oder Einzelsprecherkabinen sowie digital verstärkte Headsets. Schallharte Oberflächen – wie Laminat, Fliesen und großen Glasflächen – führen zu hohen Nachhallzeiten, die vorhandene Schallquellen verstärken. Schallschluckende Wand- und Bodenbeläge sowie große Pflanzen können hier für Verbesserung sorgen. Gruppen- und Mehrzweckräume sowie Flure sollten den Anforderungen der DIN 18041 Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen entsprechen. Die Nachhallzeit und damit die Lärmbelastung kann durch den Einbau sogenannter Akustikdecken aus schallabsorbierenden Materialien merklich reduziert werden.

Maßnahmen gegen Lärm

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht auf dem Gebiet des Lärmschutzes und gibt konkrete Handlungsanleitungen z. B. zum Thema „Lärmarm konstruieren“ heraus. Dahinter steht die Erkenntnis, dass der beste Lärm der ist, der erst gar nicht entsteht. Die Broschüre “Laut ist teuer! Tipps für den Einkauf leiser Maschinen” zeigt, dass weniger Lärm am Arbeitsplatz nicht nur bares Geld ist und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigert, sondern auch die Gesundheit und Produktivität ihrer Beschäftigten. Auch Maßnahmen wie die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) tragen dazu bei, dass der Arbeitsplatz leiser wird. Denn wenn Beschäftigte in einer ruhigeren Umgebung arbeiten, können sie leichter in einer normalen Tonlage sprechen – und bleiben gut bei Stimme.

Schwangere in Not

Foto: Alexandra Bucurescu  / pixelio.de

Foto: Alexandra Bucurescu / pixelio.de

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Dennoch während dieser besonderen Zeit können Krankheiten auftreten, die das Leben von Mutter und Kind gefährden. Auch am Arbeitsplatz kann es vorkommen, dass bei einer Schwangeren eine Notsituation eintritt, bei der sofortige Hilfe gefordert ist.
Bei Schwangeren gilt immer größtmögliche Vorsicht. Jeder Notfall in der Schwangerschaft kann eine Lebensgefahr für das Kind und die Mutter sein.

Schwangerschaftsvergiftung:
Bei einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) treten häufig neurologische Störungen auf, wie beispielsweise Kopfschmerzen, schlaganfallähnliche Symptome oder ein epileptischer Anfall, verbunden mit starken Einlagerung von Wasser am ganzen Körper. Bei einer Schwangerschaftsvergiftung besteht akute Gefahr für das Kind, da unter Umständen die Durchblutung der Plazenta gestört ist. Auch die Mutter braucht sofort ärztliche Hilfe, da unter anderem ein Versagen des Herzkreislaufsystems droht.  Auf gar keinen Fall dürfen eigenmächtig Medikamente verabreicht werden, noch nicht einmal eine Kopfschmerz-Tablette.

Scheidenblutungen:
Bei vaginalen Blutung tritt unterschiedlich stark Blut aus der Scheide aus, mit oder ohne Schmerzen. Die Schwangere kann eventuell Zeichen eines Schocks zeigen wie etwa Blässe, kalter Schweiß, Schwindel und Übelkeit. Oft wird die verlorene Blutmenge unterschätzt, da ein Großteil des Blutes in der Gebärmutter verbleibt.

Was ist in solchen Fällen zu tun?

1. Hilfe holen

Weitere Helfer sind zum Beispiel:

•        Kolleginnen und Kollegen
•        innerbetriebliche Ersthelfer
•        Betriebssanitäter
•        Betriebsarzt
•        innerbetrieblicher Rettungsdienst
•        öffentlicher Rettungsdienst/Notarzt: 112 oder 19 222
•        die Sicherheitsfachkraft
•        die Werksfeuerwehr
•        die externe Feuerwehr unter 112

2. Patientin lagern
Patientin flach auf den Boden legen, rechten Hüftbereich leicht unterpolstern, in leichte Linksseitenlage bringen, bei Scheinblutung mit übereinandergeschlagenen Beinen

3. Patientin zudecken und wärmen
4. Mutterpass besorgen
5. bei Bewusstlosigkeit stabile Linksseitenlage
6. bei Atemnot Oberkörper hoch lagern, Kleidung öffnen, Linksseitenlage
7. bei Kreislaufschwäche oder Kollaps Beine hoch lagern, Linksseitenlage
8. Bleiben sie die ganze Zeit bei der Patientin und beruhigen Sie sie. Vor allem bei epileptischen Anfällen ist es äußerst wichtig, für Ruhe zu sorgen und helles Licht oder Lichtblitze zu vermeiden
9. Die Patientin muss möglichst still liegen und darf nicht aufstehen.

Die Patientin muss unverzüglich mit einem Notarzt in die nächste Klinik mit praenataler Station eingewiesen werden, denn nur dort kann die Gefahr für das Kind und die Mutter eingeschätzt werden.

Warum ist die Linksseitenlage so wichtig?
Das Gewicht der Gebärmutter, des Mutterkuchens und des Kindes kann in der Rückenlage oder in Rechtsseitenlage eine Hohlvene (die Vena Cava) abdrücken und somit den Blutrückfluss zum Herzen stören.