Messer, Schere, Gabel, Licht

Quelle: Pexels/Pixabay

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Jeder weiß, wie dieses bekannte Sprichwort weitergeht. Aber selbst Erwachsene erleben es noch häufig genug, dass sich mit dem einfachen Handmesser geschnitten wird. Vor allem in Branchen wie Gastronomie, Lagerlogistik und Einzelhandel kommen Schnitte mit Messern überdurchschnittlich häufig vor. Um selbst den kleinsten Schnitt zu verhindern, lohnt es sich, diese Maßnahmen unbedingt zu beachten.

1.    Geeignete Messer auswählen

Messer ist nicht gleich Messer. Viele Unfälle mit Messern passieren häufig aus dem einfachen Grund, dass für die geplante Schneideaufgabe ein ungeeignetes Messer benutzt wurde. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die für Ihre Branche geeigneten Messer auswählen, um Unfällen und Arbeitsunfähigkeit effektiv vorzubeugen.

  • Unfälle, bei denen die Hände von Messergriff auf Schneide abrutschen, verhindern Sie damit, dass ausschließlich Messer mit abrutschsicheren Griffen verwendet werden.
  • Um z. B. Kartons und Folienverpackungen ohne Verletzungen aufzuschneiden, empfiehlt es sich, ein Sicherheitsmesser mit selbsttätiger Klingensicherung zu benutzen. Dieses lässt die Klinge automatisch zurück in die Schutzstellung springen, sobald Sie vom Karton abgelassen haben.
  • Für das Aufschneiden von Brötchen eignen sich z. B. Messer mit einer abgerundeten Spitze. So werden Schnittverletzungen einfach verhindert.

Außerdem gilt: Messer, die am Arbeitsplatz nicht gebraucht werden, gehören auch nicht an den Arbeitsplatz. Sorgen Sie für die geeigneten Werkzeuge am Arbeitsplatz und entfernen Sie Überflüssiges.

2.    Safety first

Stetige Sicherheit im Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen ist das A und O in jeder Branche. Was viele nicht wissen: Stumpfe Messer sind wesentlich gefährlicher als scharfe Messer. Beim Schneiden mit einem stumpfen Messer wird mehr Kraft gebraucht, wodurch die Gefahr unkontrolliert abzurutschen höher ist. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter um eine stetige Nachschärfung der Messer bemühen.

In Großbetrieben (z. B. Schlachthöfen) lohnt es sich auch, über zentrale Schleifstationen nachzudenken. Speziell ausgebildete Mitarbeiter geben den Messern einen optimalen, materialsparenden Schliff und tauschen verschlissene gegen neue Messer aus. Idealerweise geschieht das ohnehin regelmäßig.

  • Geeignete Ablagen für die gebrauchten Messer sorgen dafür, dass niemand aus Versehen in ein herumliegendes Messer greift. Ablagen wie Messerblöcke oder Magnetleisten sind hier wichtige Utensilien.
  • Der Umgang mit Messern erfordert ausreichend Platz und genug Beleuchtung.
  • Erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern den Griff nach dem richtigen Messer, in dem Sie Grifffarben bestimmten Tätigkeiten zuordnen.
  • Stetige Benutzungs- und Betriebsanweisungen erhöhen die Sicherheit beim Arbeiten mit Messern.
  • Achten Sie auf ausreichende Ruhepausen im Umgang mit Messern. Ablenkung und mangelnde Konzentration sind oft Auslöser von Schnittverletzungen.

Ob nun Messer oder Maschinen gesäubert werden: Nicht selten werden dabei Putzlappen genutzt, die zuvor ein Bad voll brennbaren Flüssigkeiten genossen haben. Danach werden sie häufig in offenen Behältern aufbewahrt. Einerseits führt dies zu Lösemitteldämpfen, die für Sie und Ihre Mitarbeiter gesundheitsschädlich sind. Andererseits kann ein Gas-Luft-Gemisch entstehen, das auch zu Verpuffungen und Explosionen führen kann. Diese drei einfachen Schritte sorgen für Sicherheit am Arbeitsplatz.

  • Gebrauchte Tücher sollten schleunigst aus der Nähe des Arbeitsplatzes entfernt werden
  • Bewahren Sie die gebrauchten Lappen nur in geschlossenen, nicht brennbaren oder schwer entflammbaren Behältern auf
  • Regelmäßige Entleerung der Behälter

3.    Schutzmaßnahmen an Personen

Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter diese Maßnahmen ernst nehmen und sich an die stetigen Instandhaltungen und Sicherheitsvorschriften halten. Unterweisungen in punkto Sicherheit tragen dazu bei, dass Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Messern stets sicher arbeiten. Somit werden Schnittverletzungen am Arbeitsplatz entgegengewirkt. Üben Sie z. B. den speziellen Gebrauch von Messern, bspw. den „Krallengriff“, der vor allem Verletzungen der Fingerkuppen verhindert.

Nicht unwichtig ist auch die persönliche Schutzausrüstung Ihrer Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass jeder Mitarbeiter beim Umgang mit Messern Schnittschutzhandschuhe trägt um einfachen, kleinen Schnittverletzungen vorzubeugen.

 

 

 

 

Bewältigen Sie die E-Mail-Flut

Quelle: dference/Pixabay

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Zu viele Unterbrechungen sind der Zeitkiller Nummer 1. Ein schlecht organisiertes E-Mail-Fach bremst ebenso den Arbeitsalltag. Für ein effektiveres Arbeiten an und mit ihren E-Mails zu Gunsten einer verbesserten Kommunikation haben wir Ihnen hier ein paar nützliche Tipps zusammengestellt

Eine Mail, ein Thema

Bestimmt kennen Sie das Phänomen, dass die zweite oder dritte Frage, die Sie in einer Mail stellen, bei der Antwort ignoriert wird. Auch Anweisungen, die sich nicht auf ein und dasselbe Thema beziehen, gehen in einer E-Mail oft unter. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie mono-thematische E-Mails schreiben. Das heißt: Für jedes Thema eine eigene E-Mail.
Schreiben Sie das Thema in die Betreffzeile, damit die Mail besser wiedergefunden werden kann und Ihr Anliegen ins Auge fällt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie auf Ein-Thema-Mails schneller eine Antwort bekommen. Denn wenn Sie mehrere Fragen in einer E-Mail stellen, bekommen Sie in der Regel erst eine Antwort, wenn alle Fragen beantwortet werden können – wenn nicht zwischenzeitlich Ihre E-Mail vergessen wurde.

Schlagworte vergeben

Das E-Mail-Fach wird übersichtlicher, wenn sie die Betreffzeile mit Schlagworten (Tags) ausstatten. Bewährt hat es sich, das Schlagwort in Großbuchstaben und eckigen Klammern an den Anfang der Betreffzeile zu stellen.
Handelt es sich beispielsweise um eine E-Mail, die lediglich Informationen ohne Handlungsaufforderung oder Frage beinhaltet, ist die Kennung [INFO] oder auch [FYI] für „for your interest“ nützlich.
E-Mails, die einen Arbeitsauftrag beinhalten, werden üblicherweise in der Betreffzeile mit [TO DO] gekennzeichnet. Entwickeln Sie für Ihre Bedürfnisse individuelle Kennungen wie ANFRAGE, AUFTRAG oder ABLAGE und regen Sie an, diese Kennungen für die E-Mail-Korrespondenz einheitlich zu verwenden. Sie werden sehen, wie sie die Arbeit erleichtern und Ihnen einen besseren Überblick in der E-Mail-Flut verschaffen.
Für manche Konstellationen, in denen ein Team stets über den aktuellen Status informiert sein muss, empfiehlt es sich, den Projektnamen in den Betreff einzufügen.
Das kann man beispielsweise so aussehen:

 

Wichtig ist allerdings, nicht den kompletten Betreff in Großbuchstaben zu schreiben, da dies für manche Spamfilter ein Alarmsignal ist.

Durchdachte Ordnerstruktur

Ein weiterer Tipp zur besseren Organisation des E-Mail-Fach ist das Anlegen von mindestens drei Ordnern, die Ihnen helfen, die E-Mails mit einem Handgriff zu sortieren.
Experten für Zeitmanagement und Büroorganisation empfehlen diese Ordnerstruktur:

 

 

 

 

 

01_Erledigen
Hier hinein kommen alle E-Mails, die eine Reaktion von Ihnen erfordern.
02_Abwarten
Das ist der Ort für alle E-Mails, bei denen Sie auf eine Reaktion von anderen warten.
03_Ablage
In diesem Ordner finden die E-Mails Platz, die beispielsweise ausgedruckt und abgeheftet werden müssen, wie bezahlte Rechnung.

Mögliche weitere Ordner sind das Archiv, der Lesestapel für interessante Newsletter, erledigte E-Mails für Ihre Dokumentation, Projekt-Ordner (eventuell mit weiteren Unterordnern von 01 bis 03), …
Nehmen Sie sich etwas Zeit, Ihre persönliche Ideallösung zu finden. Es zahlt sich nämlich aus, den Überblick im E-Mail-Fach zu behalten.

Schlaglöcher: Unterschätzte Unfallursache

Quelle: odejacob / pixabay.com

Quelle: odejacob / pixabay.com

Unfälle durch Ausrutschen, Stolpern, Umknicken und buchstäbliche Fehltritte sind in vielen Betrieben die häufigsten Unfallursachen. Von diesen sogenannten „SRS-Unfällen“ (abgekürzt für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle) verzeichnen die gesetzlichen Unfallversicherungen in Deutschland rund 200.000 Fälle – im Jahr. Die Verletzungen können schwer ausfallen und reichen von Zerrungen über Verstauchungen und Prellungen bis hin zu Bänderrissen sowie Frakturen. Meist sind Knöchel, Füße, die Knie oder die Hüfte betroffen. Aber was sind mögliche Gründe für Stürze am Arbeitsplatz und worauf sollten Sie bevorzugt achtgeben?

Schlaglöcher und Co.: Nachlässigkeit rächt sich

Risse, Unebenheiten, Schlaglöcher – gerade der Frühling bringt ans Licht, was Herbst und Winter dem Boden angetan haben. Langsam aber stetig haben Frost und wechselnde Temperaturen dem Asphalt zugesetzt und ihn schrundig gemacht. Er platzt auf, ältere Schäden sind gravierender geworden. Oft wird genau diesen Stolperfallen nicht genug Beachtung geschenkt oder es kommt zu einer gewissen Betriebsblindheit.

Viele Menschen folgen dem gleichen Muster: Auf dem Weg zum Arbeitsplatz merkt man sich die tückischen Stellen, weicht beim nächsten Mal einfach aus und gewöhnt sich einfach irgendwann an diese kleinen Fahrmanöver. Lange Zeit geht dieses Verhalten vielleicht gut, bis es eines Tages dann doch passiert: Eine kleine Unvorsichtigkeit führt zu einem Unfall. Die Folgen sind Schmerzen, lästige Arztbesuche sowie für den Arbeitgeber und das Unternehmen Extrakosten durch mögliche Produktionsausfälle.

Die möglichen Unfallursachen im Überblick

Zu den Risikofaktoren für SRS-Unfälle zählen:

1) Schäden im Asphalt:

  •  Schlaglöcher
  • Risse oder andere Unebenheiten
  • Dehnungsfugen
  • Vertiefungen
  • Spurrillen
  • beschädigte Randbereiche

2) Weitere Risiken im Außenbereich:

  • Kanten und Erhöhungen
  • beschädigte Treppenstufen
  • lockere Bodenplatten

3) Unfallquellen im Innenbereich:

  • defekte oder verschmutzte Bodenbeläge
  • alle Arten von Unebenheiten wie Dellen, Löcher oder Risse
  • auf dem Boden liegende Gegenstände

 Nutzen Sie die warme Jahreszeit für Reparaturen!

SRS-Unfälle können nicht nur Mitarbeitern passieren, sondern natürlich auch etwaigen Besuchern des Betriebsgeländes, denen die Umgebung weniger bis gar nicht vertraut ist. Hier gilt das Augenmerk sowohl dem Außen- als auch dem Innenbereich einer Anlage. Frühling und Sommer sind perfekte Zeitpunkte, um den Fokus auf den Boden zu lenken: Beseitigen Sie mögliche Gefahrenquellen und beugen Sie so unangehmen SRS-Unfällen vor. Die möglichen Mängel sollten unverzüglich in Angriff genommen werden

Das E-Bike: Was Pendler bei der Akkupflege beachten sollten

Quelle: sipa / pixabay.com

Quelle: sipa / pixabay.com

E-Bikes hatten es am Anfang wahrlich nicht leicht: Gerade Fahrradenthusiasten belächelten ihr Reha-Image. Doch konnten die motorisierten Räder dieses in den letzten Jahren erfolgreich hinter sich lassen, nicht zuletzt auch wegen immer modernerer Designs und innovativer Technik.

Attraktiv für Pendler

Mittlerweile hat sich die Gruppe derer, die ein E-Bike ihr Eigen nennen, gewandelt und stellt sich gut durchmischt dar: So liegen die energiebetriebenen Fahrräder nicht nur bei Senioren und technikbegeisterten Menschen voll im Trend, auch Pendler haben es für sich entdeckt – denn durch die leistungsstarken Akkus gibt der Rückenwind auf Knopfdruck der Fahrt zur Arbeit einen ganz neuen Schwung. Günstig und für kurze Strecken ideal: Das E-Bike ist attraktiv, es schont die Umwelt und den Geldbeutel. Und auch immer mehr Unternehmen denken über die Anschaffung nach, um auf weitläufigem Firmengelände eine umweltfreundliche Alternative zu Firmenautos zu finden. Oder sie setzen die E-Bikes als Recruiting-Anreiz ein und stellen sie neuen Mitarbeitern zur Verfügung. Wer in der Peripherie der großen Städte wohnt, saust dank E-Bike am morgendlichen Stau vorbei.

Schnell und sicher zum Job: Lithium-Ionen-Akkus flott halten

Die praktischen Fahrradbatterien haben allerdings ihre Tücken. Für E-Bikes werden häufig Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt. Und hier lauert eine unterschätzte Gefahr: Sie können beim Aufladen Brände auslösen. Die fachgerechte Handhabung der Energieträger ist also extrem wichtig, damit die Sicherheit dauerhaft gewahrt wird und der Besitzer des E-Bikes seine Akkus auch lange nutzen kann. Dafür sollten Sie folgende Dinge beachten:

1. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, sollte der Akku nur mit dem Gerät des Herstellers geladen werden. Eine falsche oder defekte Einheit kann ihn entzünden.

2. Das Ladegerät darf nicht in Reichweite von brennbaren Materialien stehen. Gerade, wenn Sie Ihr Elektrofahrrad zu Hause auftanken wollen, ist dieser Punkt von großer Wichtigkeit.

3. Der Akku benötigt ungefähr zehn Minuten, um auf Raumtemperatur zu kommen. Ist er zu kalt, kann er sich beim Laden aufblähen und entzünden. Wenn Sie sich also den Weg zu nächsten elektronischen Zapfsäule sparen möchten, dann bietet ein wettergeschützter Platz die sicherste Möglichkeit, Ihr E-Bike einsatzbereit zu machen.

4. Während einer längeren Pause können Batterien sich tiefentladen. Sollte Ihr E- Bike also mal für mehrere Wochen nicht im Einsatz sein, stellen Sie sicher, es regelmäßig aufzuladen und so einer Beschädigung des Akkus vorzubeugen.

Fazit: Seien Sie nett zu Ihrem Akku!

Auch äußere Einwirkungen können die Batterien beeinträchtigen. Akkus, die beschädigt oder runtergefallen sind, sollten unbedingt vom Fachhändler überprüft werden. Das gilt ebenso, wenn sich der Energieträger nur schwer einsetzen lässt oder sich beim Laden ungewöhnlich stark erwärmt. Generell sollten Sie einen Akku, der heruntergefallen ist oder gequetscht wurde, fachmännisch untersuchen lassen: Innere Schäden sind ein großes Risiko. Sehen Sie unbedingt von einer DIY-Reparatur ab – und genießen Sie die bequeme Anfahrt ins Büro.

Unfallversicherung für Flüchtlingshelfer

Quelle: Pixabay

Quelle: Pixabay

Für viele Menschen ist es eine Herzensangelegenheit geworden, geflüchteten Menschen ehrenamtlich zur Seite zu stehen und sie dabei zu unterstützen, sich in Deutschland als fremdem Land mit fremder Sprache zurechtzufinden. Ob Unterrichtsstunden für Deutsch als Fremdsprache, Begleitung bei Behördengängen, als rechtliche oder psychologische Unterstützung – oft, aber nicht immer stehen die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Selbst wer in einem Verein, bei den Wohlfahrtsorganisationen oder bei einem anderen Träger mitarbeitet und sich engagiert, ist nicht automatisch unfallversichert.

Wird die ehrenamtliche Hilfe im Auftrag einer Kommune ausgeübt, besteht grundsätzlich gesetzlicher Versicherungsschutz. Das gilt auch, wenn man sich als Mitglied einer privaten Organisation in der kommunalen Flüchtlingshilfe engagiert, mit Einwilligung der Kommune.

Dieser Grundsatz gilt, sofern die übertragenen Aufgaben zu den rechtlichen und organisatorischen Verantwortungsbereichen der Kommune gehören.

Wer also beim Roten Kreuz, der Diakonie oder der Caritas in der Flüchtlingshilfe der Kommune tätig ist, ist in der Regel unfallversichert. In dem Moment allerdings, wo er private Unternehmungen oder Aktionen startet, die nicht an eine solche Organisation angebunden sind, ist der Unfallversicherungsschutz nicht mehr gegeben. Ein Beispiel: Wer privat mit den Kindern aus einer Flüchtlingseinrichtung zum Fußball geht, ohne dafür einen Auftrag zu haben, und sich dort den Fuß bricht, für den ist die Krankenversicherung zuständig.

Leistungen, die nicht Tätigkeiten sind, mit denen der Helfer beauftragt wurde, und die in eigene Regie stattfinden, fallen nicht unter den Versicherungsschutz, auch wenn sie noch so gut gemeint sind. Wer also im Auftrag der Kommune Deutschunterricht gibt, ist nicht durch die Unfallversicherung abgesichert, wenn er einen seiner Schüler zum Arzt begleitet und ein Unfall passiert.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich also nur auf die ehrenamtliche Tätigkeit selbst, aber auch den Weg dorthin und von dort zurück nach Hause.

Im Auftrag der Kommune

Was gilt für die Unfallversicherung als Hinweis darauf, dass im Auftrag der Kommune gehandelt wurde?

Im Wesentlichen sollten oder müssten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Kommune stellt die Ausrüstung und Infrastruktur, Fahrzeuge und Räumlichkeiten zur Verfügung, die für das Ehrenamt notwendig sind.
  • Die Kommune ersetzt Aufwendungen wie beispielsweise Fahrtkosten oder Materialkosten und tritt auch nach außen hin als Auftraggeber auf.
  • Die Kommune organisiert, überwacht und teilt die Tätigkeiten ein, die erledigt werden sollen. Sie hat gewissermaßen die Weisungsbefugnis über die Helfer und bestimmt Ort, Zeitpunkt, Art und Umfang der Arbeit.

Es empfiehlt sich zur besseren Absicherung eine schriftliche Beauftragung an den ehrenamtlichen Helfer zu übergeben. Darin sollten Art und Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeit beschrieben werden, zum Beispiel wer damit beauftragt wird an welchen Tagen wie viel Uhr welche Aufgabe wo zu erledigen, unterschrieben von der verantwortlichen Organisation und dem ehrenamtlichen Helfer.

Durch die ehrenamtlichen Helfer entstehen der Hilfsorganisation, die im Auftrag der Kommune handelt, keine weiteren Kosten für den Versicherungsschutz. Auch ist eine Anmeldung der ehrenamtlich Tätigen nicht notwendig.

Organisationen und Vereine, die ehrenamtliche Helfer einsetzen, sollten sich eine Liste anlegen. In der Namen, Anschriften und Geburtsdaten der Helfenden aufgeführt ist. Das sorgt dafür, dass bei einem Unfall sofort die Daten für die Unfallanzeige vorliegen und die Bearbeitung erleichtert wird. Im Falle eines Unfalls muss eine Unfallmeldung an die zuständige Unfallkasse oder Berufsgenossenschaft erstattet werden und der Betroffene muss einen Durchgangsarzt aufsuchen.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGU) hat eine umfassende Sammlung von Informationen rund um das Thema Unfallversicherung für Ehrenamtliche und Flüchtlinge bereitgestellt: http://www.dguv.de/de/mediencenter/hintergrund/fluechtlinge/index.jsp

Explosionsgefahr am Arbeitsplatz

Quelle: Bruno Glätsch/Werbefabrik / pixabay.com

Quelle: Bruno Glätsch/Werbefabrik / pixabay.com

Vor einiger Zeit machte eine zunächst skurril erscheinende Schlagzeile die Runde: Zwei junge Frauen zogen sich gefährliche Brandverletzungen zu, als sie sich in ihrem geparkten Auto gemütlich eine Zigarette anzündeten. Eine Explosion, hervorgerufen durch die gleichzeitige Nutzung eines Deosprays und eines Feuerzeugs im Wageninneren, hatte zu dem verheerenden Unfall geführt. Dabei wurden nicht nur die Insassinnen schwer verletzt, auch das Auto wurde in einen nicht mehr zu rettenden Schrotthaufen verwandelt.

Gefahr im Verzug – auch im Beruf

Das Drama im Sauerland war privater Natur, kann aber auch in der beruflichen Umgebung stattfinden. Das sogenannte „Explosionsdreieck“ entsteht, wenn man innerhalb eines geschlossenen Raums einen brennbaren Stoff mit einer Zündquelle und einem bestimmten Sauerstoffgehalt zusammenbringt. Mit dem Einsatz entsprechender Mittel (etwa Lösungsmittel, Sprays, Abgase etc.) besteht das Risiko, dass sich eine folgenschwere Konstellation ausbildet – und im schlimmsten Fall Mitarbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aufgepasst: Bei den geschlossenen Räumen kann es sich nicht nur um das Innere eines Autos oder eines Büros, sondern auch um Nischen in Gebäuden oder Zwischenräumen in Geräten handeln.

Was können Sie als Sicherheitsverantwortlicher tun?

Um die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, sind verschiedene Maßnahmen zu befolgen:

  • Tipp 1: Erstellen Sie einen möglichst detaillierten Plan, zu welchem Zeitpunkt wo welche Substanzen eingelagert werden und welche individuellen Gefährdungssituationen eintreten können.
  • Tipp 2: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter ausreichend. Stellen Sie sicher, dass sie regelmäßige Sicherheitsunterweisungen erhalten und über die nötigen Informationen verfügen, um jegliche Risikofaktoren auszuschließen.
  • Tipp 3: Organisieren Sie einen Notfallplan für alle möglichen Gefahrenmomente, über die die entsprechend zuständigen Mitarbeiter genau in Kenntnis gesetzt werden.
  • Tipp 4: Erziehen Sie Ihre Mitarbeiter zu Achtsamkeit. Stellen Sie sicher, dass das Betriebsklima gut ist, die Mitarbeiter Belohnungen für besondere Leistungen bekommen.

Fazit

Die „unsichtbare Gefahr“ durch potentiell explosive Gasvermengungen birgt ein erhebliches Risiko in sich. Wer im Unternehmen mit Zündvorgängen zu tun hat, sollte stets auf der Hut sein! Ein vorbeugender, im Detail ausgearbeiteter Sicherheitsplan minimiert Risiken und schafft eine sichere Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter.

Stunde um Stunde: Wenn Mehrarbeit zur Routine wird

Quelle: Concord90 / pixabay.com

Quelle: Concord90 / pixabay.com

Wer hat nicht schon einmal einsam und allein im Büro gesessen, während alle Kollegen bereits das Gebäude verlassen hatten und nur noch eine Putzkraft durch die Gänge huschte? Überstunden liegen leider voll im Trend. Was kann man tun, damit sie nicht überhand nehmen?

Leben, um zu arbeiten?

Der Index „Gute Arbeit“ des Deutschen Gewerkschaftsbunds stellt die messbare Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten dar. Für das Jahr 2014 sagt er Folgendes aus: 25 Prozent aller Beschäftigten haben mehr als fünf Überstunden pro Woche gemacht und sechs von zehn Arbeitnehmern arbeiteten in der Regel länger als ursprünglich vereinbart. Wer dauerhaft Überstunden schiebt, ist weniger belastbar, leidet unter Stress und gesundheitlichen Auswirkungen. Betriebsräte und Gewerkschaften behalten die Arbeitsleistungen der Beschäftigten in ihrem Unternehmen im Blick und greifen ein, wenn das Ausmaß der Mehrarbeit viel zu groß wird. Doch um Überstunden nicht mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, bedarf es mehr.

Das Mehr an Leistung im Fokus

Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen nicht nur darauf achten, dass sich die Arbeitsumgebungen in einem einwandfreien Zustand befinden und ordnungsgemäß genutzt werden. Nein, dem Personal sollte mindestens genausoviel Aufmerksamkeit zukommen: Gibt es krankheitsbedingte Ausfälle, die durch jobbedingten Stress verursacht wurden? Was sagt die Geschäftsleitung dazu und welche Maßnahmen ergreift sie, um ihren Mitarbeitern das (Arbeits-)Leben leichter zu machen? Könnte man vielleicht sogar eine Arbeitsgruppe zum Thema „Überstunden“ bilden? Was wünschen sich die einzelnen Mitarbeiter? Wie können Arbeitsabläufe anders organisiert werden? Dies sind nur wenige der vielen Fragen, die man stellen kann, um den Ursachen von Überstunden auf den Grund zu gehen und nach effektiven Gegenmaßnahmen zu suchen.

Fazit

Wer für bessere Arbeitsbedingungen einsteht, sagt Burn-out-Symptomen und anderen Belastungserscheinungen den Kampf an. In einer Arbeitswelt, deren Wettbewerbssituationen dafür sorgen, dass Chefs ihren Mitarbeitern eine ständige „Höher, schneller, weiter!“-Einstellung abfordern, ist Zufriedenheit doch das höchste Gut. Nur zufriedene Mitarbeiter sind wirklich motivierte Arbeitnehmer, nur sie fühlen sich mit ihrem Betrieb verbunden. Es ist also ganz im Sinne des Unternehmens, wenn eine eventuelle Überstundenroutine so schnell wie möglich abgeschafft wird. Nur wer gut versorgt ist, kann auch gut für andere sorgen – das  gilt im Privat- genauso wie im Arbeitsleben!

Gesundheitswesen: Von Ansteckungsrisiken und Gegenmaßnahmen

Quelle: Ewa Urban/frolicsomepl / pixabay.com

Quelle: Ewa Urban/frolicsomepl / pixabay.com

Der Rettungsassistent, die Krankenschwester, der Tierarzt: Tag für Tag behandeln diese Fachkräfte die unterschiedlichsten Patienten – und arbeiten unter dem Risiko, mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich infizieren sich etwa eine halbe Million Arbeitnehmer, die im Gesundheitswesen tätig sind, bei ihren kranken Patienten. Neben harmlosen Virsuerkrankungen nehmen so zum Beispiel auch ernsthafte Hepatis-C-Erkrankungen ihren Lauf. Umso wichtiger ist es, dass das Personal gründlich informiert und geschult wird und ihm eine professionelle Schutzausrüstung zur Verfügung steht.

Wo sitzen die Gefahrenquellen?

Die Gefahrenquellen sind vielfältig: Eine Kontamination der behandelnden Personen erfolgt über offene Wunden oder die Schleimhäute. Schnitt- und Stichwunden, Flüssigkeiten wie Blut und Körpersäfte sind Gefahrenherde, die eine größtmögliche Sorgfalt erfordern. Auch die Reinigung von Instrumenten und Arbeitsumgebungen benötigt die größtmögliche Aufmerksamkeit der Pflegekräfte und des Reinigungspersonals. Die Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen sind zahlreich.

Es ist von großer Wichtigkeit, die potentiellen Risiken eines jeden Arbeitsplatzes genau abzuklopfen und einen entsprechenden Leitfaden zu verfassen, den jeder Mitarbeiter genau kennen muss.

Vorsicht auf allen Ebenen

Neben den Informationen zu den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich zahlreiche praktische Maßnahmen zu ergreifen. Die Hygiene spielt die allerwichtigste Rolle – im Gesundheitsbereich ist sie neben der eigenen Umsicht die Mutter aller Schutzmechanismen, und das sowohl für die Patienten als auch für das Pflegepersonal. Instrumente und Schutzkleidung müssen regelmäßig desinfiziert und gewechselt werden und dürfen nicht oder nur unter spezifischen Bedingungen in Räume außerhalb der tatsächlichen Behandlungsräume gebracht werden. Die Sicherheit der Instrumente ist ebenfalls unerlässlich: Sie erfordern einen aufmerksamen und fallgemäßen Umgang, damit das Risiko einer Kontamination der Pflegekraft minimal bleibt. Viele Instrumente verfügen zusätzlich über Sicherheitsvorrichtungen.

Arztkittel und saubere weiße Kleidung bedecken die Pflegekräfte schützend, außerdem macht man jede Art von Unreinheit auf ihnen sofort aus. Weitere Komponenten der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) des Pflegepersonals sind Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Atemmasken. Darüber hinaus fordert der Gesetzgeber an vielen Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen Schutzimpfungen ein, deren Kosten in der Regel der jeweilige Arbeitgeber übernimmt.

Ein Schnitt, eine Berührung, eine Kontamination: Was ist zu tun?

Kommt es im Arbeitsverlauf dennoch einmal zu Verletzungen und Kontaminationen, müssen diese umgehend behandelt und dokumentiert werden. Wer eine frische Wunde hat, sollte für eine gute Durchblutung der entsprechenden Körperpartie sorgen, die verletzte Stelle eventuell spülen und auf alle Fälle sorgfältig desinfizieren, bevor ein kompakter Verband angelegt wird. Egal, welches Maß an Patientkontakt ein Arbeitnehmer im Gesundheitswesen tatsächlich hat: Die Sicherheit des Patienten und der behandelnden Person steht immer an vorderster Stelle.

Schlafapnoe: Unheilvolle Unruhe

Quelle: Olichel Adamovich / pixabay.com

Quelle: Olichel Adamovich / pixabay.com

Wer kennt das nicht? Sobald es Frühjahr wird, die Sonne strahlt und die Uhr um eine Stunde vorgestellt wird, hört man vermehrt das herzhafte Gähnen des Kollegen im Nachbarbüro, will sich selbst immer wieder gerne recken und strecken und verzweifelt fast daran, wenn an der Kaffeemaschine ein großer Zettel hängt, auf dem „defekt“ steht. Eigentlich liebt doch jeder den Frühlingsanfang – doch auf diese sprichwörtliche Frühjahrsmüdigkeit mag man sehr, sehr gerne verzichten. Was ist, wenn einen genau diese Müdigkeit nicht mehr verlassen will und man sich über lange Zeit komplett geschlaucht fühlt?

Müde im Büro, im Gabelstapler, im OP

Müdigkeit kann belastend und sogar gefährlich werden. Familie und Freunde wundern sich über die Trägheit, die Kollegen stutzen angesichts der Energielosigkeit – beides kann zu bösen Konflikten führen. Und mehr: Schlappheit stellt ein großes Risiko dar. Was kann passieren, wenn die Müdigkeit übermächtig wird? Wenn man hinter dem Steuer, ob nun im Privatauto, im Gabelstapler oder im LKW, einschläft? Wenn man gehäuft falsche Zahlen in den Computer eingibt, in wichtigen Konferenzen wenig wachsam ist, Maschinen bedienen muss oder gar Operationen auf dem Dienstplan stehen? Wer dauerhaft müde ist, sollte einen Arzt aufsuchen, denn Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Vielleicht sind die Blutwerte schlecht, vielleicht steckt aber auch eine ernsthafte Krankheit bzw. eine gefährliche Schlafapnoe dahinter.

Die Schlapnoe: schleichende Gefahr

Diagnostiziert der Arzt eine Schlafapnoe, bedeutet dies, dass der Patient während der nächtlichen Schlafphasen mehrere Atemstillstände durchlebt. Diese können bis zu 50 Sekunden andauern und im schlimmsten Fall bis zu zwanzigmal pro Stunde auftreten. Das ist eine erschreckend hohe Frequenz – und es ist natürlich klar, dass Betroffene am Tag dann schlapp sind, unter Kopfschmerzen leiden und langfristig sehr unausgeglichen werden. Die Tiefschlafphase ihres Körpers wird ständig unterbrochen oder gar nicht erst erreicht. Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, das Herz tanzt Tango, der Blutdruck schießt nach oben. Um die Diagnose zu bestätigen, müssen Patienten nachts Messgeräte tragen, deren Daten dann morgens ausgewertet werden. Wer eine Schlafapnoe hat, hat mehrere Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel eine bewusst gesunde Lebensweise, das Tragen von Atemmasken und Kieferschienen oder sogar Operationen im Nasen-Mund-Bereich.

Müdigkeit als Warnsignal erkennen

In Deutschland gibt es fast sechs Millionen Menschen, die von einer Schlafapnoe betroffen sind. Doch diese Krankheit ist eigentlich erst der Anfang: Oft folgen weitere Befunde wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sollte man in seinem privaten Umfeld, am Arbeitsplatz oder gar bei sich selbst feststellen, dass sich in umgewöhnlich hohem Maße Müdigkeit breitmacht, sollten die Alarmglocken angehen und entsprechende Schritte eingeleitet werden. So kann das Ansprechen des betreffenden Kollegen und ein direkt gemachter Arzttermin Risiken drastisch minimieren – und echte Gefahr mit einer Mischung aus gesunder Aufmerksamkeit und minimalem Aufwand bannen.

Berufskrankheiten: Wenn der Job krank macht

Quelle:  Michal Jarmoluk/jarmoluk / pixabay.com

Quelle: Michal Jarmoluk/jarmoluk / pixabay.com

Jeder Arbeitsplatz ist anders, jeder Arbeitsplatz birgt mehr oder weniger große Risiken für seine Benutzer. Wer am Schreibtisch sitzt und von 9 bis 17 Uhr Zahlenkolonnen in den Computer haut, ist dabei natürlich in einer sichereren Arbeitsumgebung tätig als der Fahrer eines Rettungswagens oder ein Bauarbeiter, der an einem Hochhaus mitbaut.

Was genau ist eigentlich eine Berufskrankheit?

Jeder kann eine Berufskrankheit bekommen: Die Möglichkeiten reichen von Lärmschwerhörigkeit bis hin zu Infektionskrankheiten. Der Katalog der anerkannten Berufskrankheiten in der Anlage 1 der Berufskrankheitenverordnung (BKV) umfasst aktuell etwa 70 Positionen. Ein Beschäftigter muss die im Katalog gelistete Krankheit tatsächlich durch seine berufliche Tätigkeit erlangt haben, damit sie anerkannt wird.

Dazu sagt § 9 des Sozialgesetzbuchs (SGB) VII der Gesetzlichen Unfallversicherung Folgendes: Ärztlich zu behandelnde Gesundheitszustände sind dann Berufskrankheiten, wenn sie nach medizinischer Erkenntnis „durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“. Somit bringen bestimmte Branchen wie etwa die Kohleindustrie, der Gefahrguttransport, das Bau- oder natürlich auch das Gesundheitswesen ein erhöhtes Risiko mit sich, dass Beschäftigte derartige Erkrankungen ausbilden. Seit zwanzig Jahren erstellt der ärztliche Sachverständigenbeirat „Berufskrankheiten“, der dem Gremium für Arbeit und Soziales untersteht, die erforderlichen Merkblätter für Ärzte. Außerdem formuliert er die wissenschaftlichen Begründungen für die Aufnahme einer Erkrankung in die Berufskrankheitenliste, die als solches bereits seit 1925 existiert.

In meinem Ohr piept´s – Was muss ich tun?

Jedes Jahr kommen in Deutschland knapp 100.000 Verdachtsfälle zusammen – ein Fünftel von ihnen erweist sich schließlich als zutreffend. Den Betreffenden wird eine Rente zugesprochen.

Wer glaubt, tatsächlich eine Berufskrankheit zu haben, muss zunächst beim (Betriebs-)Arzt vorstellig werden, der wiederum dem jeweiligen Unfallversicherungsträger Bericht erstattet. Danach wird die Krankheitsgeschichte des Patienten aufgenommen, die Arbeitstätigkeit in Hinblick auf den bestehenden Verdacht genau überprüft, außerdem erfolgen eventuell Messungen sowie Befragungen der Kollegen. Nach der Analyse durch einen Sachverständigen wird über eine Anerkennung oder Ablehnung entschieden. Erfolgt eine Ablehnung, kann der Betroffene seine Sache noch vor dem Sozialgericht vorbringen und hier auf eine spätere Rentenbewilligung hoffen.

Fazit

Jeder Arbeitgeber sollte sich um einen ausreichenden Schutz seiner Mitarbeiter kümmern, um die Ausbildung von Berufskrankheiten zu vermeiden. Sicherheitskleidung und regelmäßige Messungen stellen unerlässliche Maßnahmen dar. Darüber hinaus können viele schädliche Einflüsse durch Lärm oder Staub häufig nur in Maßen eingeschränkt werden. Jedwede Anzeichen eventueller Kankheiten sind ernstzunehmen und einem Arzt vorzustellen, damit entsprechende Pflegemaßnahmen zeitnah ergriffen werden und eine frühe finanzielle Absicherung durch eine Rente erfolgen kann.