Warum Tageslicht die Leistung Ihrer Mitarbeiter fördert

Quelle: Pashminu/Pixabay

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Als ein wesentlicher Faktor zur Gesundheit und Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter gilt das Tageslicht. Aus diesem Grund sind in der Arbeitsstättenverordnung Vorgaben bezüglich des Tageslichtes hinterlegt. Arbeitsräume, in denen sich die Mitarbeiter während der Anwesenheit im Betrieb aufhalten, erfüllen folgende Kriterien:

  • Ausreichend Tageslichteinfall
  • Sichtverbindung nach draußen

Das bedeutet in erster Linie: Schließen Sie sich mit Ihren Raumplanern kurz. Denn diese sind dafür zuständig, dass beide Kriterien eingehalten werden. Befassen Sie sich damit lieber im Vorhinein, denn es ist nicht einfach einen Raum nachträglich mit Tageslicht oder Fenstern auszustatten.

Gibt es da eine Gesetzlage?

Kurz: Ja, die gibt es. Und zwar lautet der Anhang der Arbeitsstättenverordnung 3.4 wie folgt: „Der Arbeitgeber darf als Arbeitsräume nur solche Räume betreiben, die möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und […] eine Sichtverbindung nach außen haben“. Dabei definiert einen Arbeitsraum solche Räume, die mit Arbeitsplätzen innerhalb von Gebäuden dauerhaft ausgestattet sind. Die Regel gilt auch für Pausen- und Bereitschaftsräume sowie Unterkünfte. Wie sagt man doch so schön? Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel bildet die Kantine eine Ausnahme. Hier ist es kein Muss, dass genug Tageslicht und Sichtverbindung vorhanden ist.

Andere Ausnahmen sind z. B. Nebenräume, in denen sich die Mitarbeiter nur kurzzeitig aufhalten. Also Archive, Lager, Maschinen- und andere technische Nebenräume sowie Teeküchen. Aber auch Räume, die sich unter der Erdoberfläche befinden, zählen zu Ausnahmen. Hierbei vor allem Tiefgaragen, Kellerlokale, Räume in Einkaufszentren, Bahnhofs- und Flughafenhallen sowie Passagen.

Beleuchtungseigenschaften

Durch die Anpassung des menschlichen Auges an das Tageslicht wird es nicht so blendend empfunden wie z. B. Kunstlicht. Deswegen lassen sich natürliche Beleuchtungen einfacher und oft auch erfolgreicher als zuträgliche Beleuchtungsbedingungen nutzen. Greifen Sie also im Zweifel immer lieber auf natürliche Beleuchtungsalternativen zurück anstatt grelle Kunstleuchten zu nehmen.

Wieso Tageslicht die Vitalfunktion Ihrer Mitarbeiter verbessert

Tageslicht unterstützt die Lebenskraft von Menschen auf unterschiedlichste Weise. Auch die Sichtverbindung spielt hier eine entscheidende Rolle. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich, sollten sie vom Tageslicht abgeschottet sein. Denken Sie nur an die Winterdepression. Die Tage werden kürzer und vor allem dunkler. Ihre Mitarbeiter sind niedergeschlagen und antriebslos. Zusätzlich fehlendes Tageslicht über den Arbeitstag verteilt, verschlimmert die Situation. Dadurch empfinden Sie ein extremes Schlafbedürfnis sowie Heißhunger auf Süßes.

Wie bekommen Sie (ausreichend) Tageslicht?

Nicht nur Fenster und (Glas-)Türen ermöglichen die Ausstattung mit natürlichem Licht. Auch Oberlichter und weitere lichtdurchlässige Bauteile verhelfen hier zum Glück. Aber wie viel Tageslichteinfall ist eigentlich genug?

Nach Abschn. 4.1 ASR 3.4, wenn

  • am Arbeitsplatz ein Tageslichtquotient größer als 2% erreicht wird. Bei Oberlichtern sind es 4%.
  • das Verhältnis von lichtdurchlässigen Fenstern, Türen etc. und Raumgrundfläche 1:10 beträgt.

Wird das ausreichende Maß an Tageslicht nicht erfüllt, sind andere Maßnahmen (Gefährdungsbeurteilung) in Angriff zu nehmen. Das könnte z. B. durch wechselnde Arbeitsbereiche oder Pausenaufenthalte in Räumen mit Tageslicht erfolgen.

Sichtverbindung nach draußen

Der primäre Sinn der Sichtverbindung zielt nicht auf genug Tageslichteinfall ab. Viel mehr verhindere sie das Gefühl, eingesperrt und abgeschottet zu sein. Das hängt vor allem von der Raumgröße und -gestaltung ab, unabhängig davon ob es ein Fenster im Raum gibt. Dabei ist es kein Muss, dass die Sichtverbindung von jedem Punkt im Raum besteht.

Belüftung und Wärmeverteilung

Tageslichtarme Räume sind Kellerräume, die zur Arbeitsnutzung gebraucht werden. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach Licht- und Sichtverhältnissen, sondern auch nach Wärme- und Luftverteilung. Kellerräume sind oft bodenkalt, sodass bei üblicher Ausstattung mit Heizkörpern unter Fenstern keine gute Wärmeverteilung entsteht. Dadurch kommt es auch zu keiner guten Luftzirkulation. Werden solche Bedingungen nicht behoben, sprechen diese Kellerräume gegen die Nutzung als Arbeitsräume.

Wichtig für Ihre Mitarbeiter: Eigenschutz!

Quelle: HeungSoon/Pixabay

Quelle: HeungSoon/Pixabay

Wer einem anderen Menschen nach einem Unfall zur Hilfe eilt, sollte den Eigenschutz nicht vernachlässigen. Wer weiß, wie er seine eigene Gesundheit schützen kann, weiß besser abzuschätzen, wie er helfen kann und wo er sich selbst in Gefahr bringt. Im Fall des Falles ist keine Zeit für Experimente und unüberlegte Aktionen, daher empfehlen wir dieses Thema bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig anzusprechen.

Einige wichtige Regeln zum Eigenschutz:

Wunden

Offene, blutige Wunden sind in vielerlei Hinsicht eine Gefahr – ein Grund, deswegen keine Hilfe zu leisten sind sie aber definitiv nicht.

Erscheint ein Ersthelfer an einem Unfall und leistet Hilfe, gilt es trotz allem auch seinen eigenen Schutz zu gewährleisten.  Denn: Mögliche Krankheitserreger des Betroffenen könnten über das Blut in den Körper des Ersthelfers gelangen. Dies geschieht allerdings hauptsächlich über eigene Verletzungen. Auch bei kleinen, nicht immer sichtbaren Wunden und der Übertragung von Erregern besteht vor allem Ansteckungsgefahr mit HIV oder aber Hepatitis C oder B. Dieses Risiko gilt es, um jeden Preis zu verhindern.
Aus diesem Grund tragen Ersthelfer bei der Versorgung sämtlicher Unfälle und Verletzungen Einmalhandschuhe. Nur so wird ein Infektionsrisiko verhindert, auch für den Betroffenen. Einmalhandschuhe befinden sich daher im Betriebsverbandskasten und sind nach jedem Gebrauch wieder neu hineinzulegen.

Straßenverkehr

Es ist keine Seltenheit, dass Ersthelfer bei der Hilfeleistung am Unfallort selbst verletzt werden. Manche Verletzungen enden sogar tödlich. Daher ist es nur ratsam, dass Ersthelfer bei einem Unfall auf der Straße selbst die nötigen Maßnahmen kennen, um sich selbst zu schützen.

Warnblinkanlage

Zuallererst, egal ob es eine Panne oder ein Unfall ist, wird die Warnblinkanlage am Auto eingeschaltet. Auch wenn es sich dabei um einen eigenen oder beobachteten Unfall handelt. Der Vorteil der Warnblinkanlage ist die Vorwarnung der anderen Verkehrsteilnehmer. Durch das Einschalten der Warnblinkanlage wird der nachfolgende Verkehr auf eine Gefahr aufmerksam gemacht. So lässt sich schnell genug reagieren, helfen und handeln. Nicht zuletzt dient das Einschalten der Warnblinkanlage ebenfalls der Sicherheit des Helfer sowie der Betroffenen.

Warnweste

Seit dem 01.07.2014 ist das Mitführen einer Warnweste in Fahrzeugen deutschlandweit gewerblich als auch privat Pflicht. Auf Verlangen der zuständigen Personen sind Fahrzeughalter dazu verpflichtet, die Warnweste vorzuzeigen. Ebenso ist die Warnweste zu zeigen, wenn sie auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand geprüft werden soll.
Das Tragen der Warnweste dient dazu, den Träger bei seiner Tätigkeit im Straßenverkehr erkennbar zu machen. Das heißt: natürlich bei Unfällen in der Nacht, aber auch am Tag. Durch die auffällige und unverwechselbare Optik der Warnweste übersieht man Sie nicht im Straßenverkehr.
Warnwesten sind in fluoreszierendem Orange-Rot mit aufgebrachten Reflexstreifen. Damit sind sie geeignet, Anforderungen zu erfüllen, die für garantierte Sichtbarkeit sorgen. Das gelingt durch die
•    ausreichend große Fläche des sichtbaren Materials
•    die Anordnung der Reflektoren in der Schutzkleidung
•    ausreichende Reflexion (Rückstrahlwerte)

Tipp: Woran erkennt man eine geeignete Warnweste?

Warnweste ist nicht gleich Warnweste. Sie erkennen eine geeignete Weste anhand einer normierten Aufschrift. Diese lautet: DIN EN 471:2003+A1:2007 Ausgabe März 2008 oder EN ISO 20471:2013.
Zur eigenen Sicherheit dient es, bei Ankunft am Unfallort die Warnweste bereits noch im Fahrzeug anzulegen. Daher empfiehlt es sich, die Warnweste griffbereit im Inneren des Fahrzeuges zu deponieren. Zum Beispiel im Handschuhfach oder in der Ablage der Fahrertür. In manchen Fahrzeugen gibt es zudem ein Staufach unter dem Sitz.

Absichern der Unfallstelle

Schutz bei einem Unfall für sich und den Betroffenen erlangt man durch das Absichern der Unfallstelle. Neben dem Einschalten der Warnblinkanlagen stellen Sie als Nächstes das Warndreieck auf.

Wie und wo stellt man das Warndreieick auf? Hierbei ist es wichtig auf die Art der Straße zu achten.

•    Innerhalb geschlossener Ortschaften: Warndreieck in 50 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Ein Abstand von 70 cm zum rechten Straßenrand wird empfohlen. Dieser Abstand entspricht etwa einer Armlänge.
•    Auf Bundes- und Landesstraßen: Warndreieck in 100 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt ebenfalls 70 cm.
•    Auf Autobahnen: Warndreieck in 200 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt auch hier 70 cm.
Bei Absichern der Unfallstellen denken Sie immer an Ihre eigene Sicherheit. Das bedeutet, die Strecke für das Aufstellen des Warndreiecks legen Sie am besten immer hinter der Leitplanke zurück.

Stromunfälle

Bei Unfällen mit Strom besteht erhebliche Gefahr für den Betroffenen und den Ersthelfer. Daher gilt: Bei Stromunfällen schalten Sie zuallererst den Strom ab. Ist dies nicht möglich, holen Sie sich Hilfe.

Niederspannung:

  • Entfernen der Sicherung
  • Abschalten des Gerätes
  • Ziehen des Netzsteckers
  • Alternativ: Isolieren des Verunfallten durch einen geeigneten isolierenden Standort

Erst dann kann mit der Ersten Hilfe begonnen werden.

Hochspannung:

Bei einem Unfall mit Hochspannungsstrom muss von den Helfern ein Sicherheitsabstand von bis zu 20 m eingehalten werden, da sich an der Unfallstelle ein „Spannungstrichter“ ausbilden kann. Dieser Spannungstrichter kann für den Helfer lebensgefährlich sein (Schrittspannung).

Das heißt: Es ist grundsätzlich als erstes ein Notruf abzusetzen, bei dem der Anlagenbetreiber mit zu benachrichtigen ist. Der Strom muss abgestellt und der Bereich muss vom Fachpersonal frei gegeben werden, erst dann können Maßnahmen der Ersten Hilfe eingeleitet werden.

Sitzen? Stehen? Na, was nun?

Quelle: StartupStockPhotos/Pixabay

Quelle: StartupStockPhotos/Pixabay

Aufstehen, ein paar Schritte gehen, Hinsetzen. Das ist der häufigste Positionswechsel während der Arbeit an Bildschirmen und Displays. Der Fachbegriff für bewussten Wechsel von Sitzen und Stehen nennt sich die Sitz-Steh-Dynamik.

Je öfter Sitzen, Stehen und Bewegen sich abwechseln, umso besser vermeiden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einseitige Belastung durch langes Sitzen. Mithilfe dieser ständigen Wechsel wird die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung Ihrer Mitarbeiter verbessert.

Die Steh-Sitz-Dynamik wiederum versucht durch den Wechsel vom Stehen zum Sitzen auch eine einseitige Belastung durch langes Stehen zu vermeiden.

Sitzen und Stehen regeln das

Bewegung ist die beste und zudem rezeptfreie Medizin, um gegen einen Bewegungsmangel anzukämpfen. Sie wird als notwendiges Lebensprinzip und als unverzichtbar angesehen. Bewegung fördert

•    die Atmung
•    den Herzschlag
•    den venösen Rückfluss
•    die “Bandscheibenernährung”

Durch den Sitzmarathon ohne ausreichend Bewegung sind Rückenprobleme unter Ihren Mitarbeitern die Volkskrankheit Nr 1. Einige wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass das Problem nicht gelöst wird, wenn wir das Sitzen noch bequemer machen. Ziel ist es, das „dynamische System“ des Körpers anzusprechen.

Sitzen schadet dem Rücken

Es ist eine sehr rückenfeindliche Körperhaltung, das Sitzen. Vor allem das Arbeiten am PC bringt den Körper in eine Zwangshaltung, die früher oder später zu Schäden führt. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches über eine senkrechte Körperachse verfügt. Wird diese auf Dauer verändert, z. B. durch acht Stunden Sitzen, wird auch die Anatomie der Wirbelsäule verändert. Dadurch entstehen Schäden und die Gesundheit der Mitarbeiter ist beeinträchtigt.

Faktencheck: Rückenschmerzen

•    Jeder fünfte geht wegen Rückenschmerzen einmal im Jahr zum Arzt
•    27% von denen suchen 4-mal oder öfter den Arzt auf
•    Viele rückenschmerzbedingte Besuche sind vermeidbar

Stehen ist das neue Sitzen

Damit Ihre Mitarbeiter keinen Gesundheitsschaden erleiden und Sie damit mehr Geld kosten, ist die Sitz-Steh-Dynamik von wesentlicher Bedeutung. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Mitarbeiter ein gesundes Maß an Zeit auf dem Bürostuhl verbringen und sich zwischendurch bewegen.

Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Sitz-Steh-Dynamik brauchen sie technische Voraussetzungen.
1.    Entscheidend für die Auswahl der Sitz-Steh-Lösung ist nicht etwa die potenziell bequemste Lösung, sondern die Arbeitsaufgabe und -organisation. Ein Bürofachhändler empfiehlt Ihnen z. B.  einen elektrischen Sitz-Steh-Tisch, aber das ist nicht unbedingt die beste Lösung.
2.    Die Einweisung und Aufklärung Ihrer Mitarbeiter ist zentrales Thema. Sie unterweisen Ihre Mitarbeiter gleichzeitig über den Sinn der Verhältnisse.
3.    Wichtig ist ein Sitz-Steh-Kompetenztraining, damit Ihre Mitarbeiter sich nicht falsch hinsetzen oder aufstehen. Das klingt absurd, aber wenn ganzheitlich über das Thema Sitzen und Stehen informiert werden soll, gehört auch das dazu.

Sind diese Voraussetzungen getroffen, dann erreichen Sie folgende Anforderungen an die Sitz-Steh-Dynamik:
•    Ein häufiger Wechsel der Körperhaltung und 2-4-mal pro Stunde aufstehen ist günstiger als lange Stehphase
•    Eine Stehphase ist gut, wenn sie nicht länger als 20 Minuten dauert
•    Abstützen der Oberarme entlastet das Stehen.

Sitz-Steh-Konzepte

Zwei grundlegende Konzepte unterscheiden Sitz-Steh-Arbeitsplätze:
•    Dynamisches Sitz-Steh-Zonenkonzept: Der Wechsel findet in einer bestimmten Zone der Arbeitsfläche oder in der Nähe statt
•    Statisches Flächenkonzept: die gesamte Arbeitsfläche, inklusive der Arbeitsmittel, wird vom Sitzen zum Stehen gebracht

Nutzen von Sitz-Steh-Dynamik

Durch die nachhaltige Verbesserung der Ergonomie Ihrer Mitarbeiter, gewinnen beide Seiten:
•    Die Mitarbeiter und
•    Ihr Unternehmen

Grundlagen zum Brandschutz im Betrieb

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

Quelle: RitaE/www.pixabay.com

Brandschutz ist in vielen Betrieben von höchster Wichtigkeit. Dabei versteht man darunter alle vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen, die einen Brand und dessen Ausbreitung verhindern. Außerdem geht es um die Rettung von Menschen und Tieren und um die Durchführung wirksamer Löschmaßnahmen. Die Risiken, die bei einem Brand entstehen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich.

Für den Brandschutz gibt es viele verschiedene vorbeugende und abwehrende Maßnahmen.

Wieso ist Brandschutz wichtig?

Brände bringen nicht nur Menschenleben in Gefahr, sondern auch Sachwerte oder die Produktions- bzw. Existenzgrundlage eines Betriebes.

Die drei Säulen des Brandschutzes

Der Betriebliche Brandschutz beruht auf drei Säulen: Baurecht, Versicherungsbestimmungen und Arbeitsschutzbestimmungen.

Baurecht

Landesbauordnungen enthalten allgemeine Brandschutzanforderungen, welche durch Sonderbauverordnungen ergänzt werden. Beispiele hierfür sind die Verkaufsstätten- und Versammlungsstättenverordnung oder die technische Prüfverordnung. Wichtige Normen sind DIN 4102 „Baustoffe“, DIN 18234 „Baulicher Brandschutz im Industriebau“, DIN ISO 23601 „Sicherheitskennzeichnung“ und DIN EN ISO 7010 „Grafische Symbole“.

Versicherungsbestimmungen

Richtlinien zu vielen brandschutzrelevanten Themen finden Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie sind quasi Versicherungsbedingungen für die zu versichernden Objekte, stellen aber auch den Stand der Technik und wesentliche Rechtsnormen dar.

Arbeitsschutzbestimmungen

Im Arbeitsschutzrecht steht natürlich der Schutz Ihrer Beschäftigten im Vordergrund. Beispiele hierfür sind u. a. in § 10 ArbSchG zu finden.

Baurechtliche Bestimmungen

Es steht im allgemeinen Interesse Brandschutzstandards festzulegen und deren Einhaltung zu prüfen. Hierbei geht es vorwiegend um

  • den Schutz der Gebäudenutzer
  • die Schadensminimierung bzw. die Verhinderung von Brandausbreitung
  • die Sicherstellung einer effektiven Brandbekämpfung

Brandschutz ist in erste Linie Ländersache. Rechtsgrundlage ist die jeweilige Landesbauordnung (kurz: LBO) mit nachgeordneten Rechtsvorschriften.

Bestimmungen der Schadensversicherer

Da der Brandschutz ein wichtiges Thema der allgemeinen Sicherheit ist, wird auch immer mehr Forschung, Entwicklung und Prüfwesen darüber betrieben. Darauf ergibt sich z. B. das sehr differenzierte Regelwerk der verbandseigenen Prüfinstitution VdS: die VdS-Richtlinien.

Für den Versicherungsbereich wichtige Themen sind

  • Bauliche Fragen
  • Brandmelde- und Löschanlagen
  • Betriebliche Brandrisiken
  • Organisatorische Maßnahmen

Arbeitsschutzbestimmungen

In Sachen Brandschutz denkt der Arbeitsschutz zwar nur einen kleinen, dennoch wichtigen Teil ab. Er kümmert sich um den Schutz der Beschäftigten im Betrieb. An und für sich hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Brandschutzmaßnahmen aktualisiert werden. Der Arbeitsschutz sorgt für die nötige Ausbildung und Unterweisung der Beschäftigten in Brandschutzfragen und – vor allem – im Notfall.

Sie finden die Brandschutzordnungen im Arbeitsstättenrecht. Es gibt aber auch noch weitere allgemeine und branchenspezifische Informationen zum Thema Brandschutz im berufsgenossenschaftlichen Regelwerk.

Brandschutz in der Praxis

Das spezifische Brandrisiko eines Betriebes ist zwar branchenabhängig, dennoch ist in Betrieben mit hohen technischen Risiken auch erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Einteilung in Fachgebiete

Man unterscheidet zwischen vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz.

  • Vorbeugendem Brandschutz: alle Maßnahmen zur Brandverhütung und gegen die Ausbreitung
  • Abwehrendem Brandschutz: Alles, was den Feuerwehreinsatz betrifft

In der Regel spielt der vorbeugende Brandschutz eine größere Rolle.

Vorbeugender Brandschutz

Dieser Brandschutz wird unterteilt in baulichen, anlagetechnischen und organisatorischen Brandschutz.

  • Baulicher Brandschutz: Umfasst Anforderungen an Gebäuden und andere bauliche Anlagen bzw. ihre Baustoffe und Bauteile. Wesentliche Stichpunkte hierbei sind:
    > Brand- und Rauchabschnitte
    > Rettungswege
    > Anforderung an Baustoffe
    > Anforderung an Bauteile
  • Anlagetechnischer Brandschutz: Brandschutzanlagen sind z. B.
    > Brandmeldeanlagen
    > Alarmierungseinrichtungen
    > automatische Löschanlagen
    > Anlagen zur Entrauchung oder Rauchfreihaltung
    > Blitz- und Überspannungsschutzanlagen
    > Brandschutztechnische Einrichtungen
    > gebäudetechnische Einrichtungen
  • Organisatorischer Brandschutz: Schwerpunkt hierbei liegt bei dem Sicherheitsbeauftragten im Betrieb, da dieser seiner Organisationsverantwortung nachkommen muss. Wesentliche Stichpunkte sind:
    > Kennzeichnung von Rettungswegen und Sicherheitseinrichtungen
    > Bereitstellung von Kleinlöschgeräten
    > Ausbildung von Brandschutz- / Evakuierungshelfern
    > Organisation von Unterweisungen und Übungen
    > Erstellen und Pflegen der Brandschutzordnung bzw. von Alarmplänen, Evakuierungskonzepten und Rettungswegplänen

Abwehrender Brandschutz

Aufgabe des Betriebes ist die Schnittstellen zur örtlichen Feuerwehrstruktur zu kennen und abzustimmen. Das betrifft

  • Flächen für die Feuerwehr
  • Festlegung zentraler Anlaufstellen
  • Löschwasserversorgung und Löschwasserrückhaltung
  • Erstellung eines Feuerwehrplans

Mobbing am Arbeitsplatz

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

Quelle: stevebp/www.Pixabay.com

1997 hat das Bundesarbeitsgericht Mobbing als das „systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren“ am Arbeitsplatz definiert. Mobbing kann sowohl unter Arbeitnehmern als auch durch oder unter Vorgesetzten geschehen.

Vergessen Sie nicht: Mobbing kann jede*n treffen!

Dabei zeigt sich ein geschlechtsspezifischer Unterscheid: Diskriminierung von Männern findet eher auf fachlicher Ebene und bei Frauen im sozialen Miteinander statt. Dabei findet Mobbing in der Regel auf der gleichen Hierarchieebene statt.

Was zählt zu Mobbing?

Mobbing ist nicht einfach mit einem Täter-Opfer-Schema zu erklären. Mobbinghandlungen sind Angriffe, Verletzungen oder Ausgrenzungen.

Wie ist das rechtlich gesehen?

Im Gegensatz zu Frankreich oder Schweden hat Deutschland kein Mobbing-Schutzgesetz. Es ergeben sich jedoch Schutz- und Handlungsmöglichkeiten aus § 2 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz (kurz: ArbSchG). Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass keine arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren bestehen und eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit vorherrscht. Hierunter fällt auch der Schutz vor psychischen Belastungen.

Mit Art. 1 Gundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar. Art. 2 regelt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Umgesetzt finden Sie diese beiden Artikel in § 75 Betriebsverfassungsgesetz (kurz: BetrVG). Dieses Gesetz setzt also voraus, dass Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass Ihr Betrieb mobbingfrei ist.

Seit 2006 herrscht zudem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (kurz: AGG). Darin definiert § 3 Abs. 3 AGG dass eine Belästigung unter den folgenden Bedingungen zu einer Benachteiligung zählt: „Wenn die Würde des Betroffenen verletzt und ein von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Beleidigung gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“ ( § 3 Abs. 3 AGG).

Als Arbeitgeber sorgen Sie für die nötigen Maßnahmen, um vor Benachteiligung zu schützen.

Ursachen von Mobbing

Die wichtigsten Auslöser für ein schikanierendes oder drangsalierendes Umfeld am Arbeitsplatz sind folgende:

  • Mängel an Arbeitsorganisation, wie z. B. unbesetzte Stellen oder mangelndes Zeitmanagement.
  • Schwächen in Führungspositionen, wie z. B. Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.
  • Besondere soziale Stellung von Betroffenen, wie z. B. Geschlecht, Nationalität oder Behinderung.
  • Schwächen in der Betriebsmoral, wie z. B. Wegschauen bei falschem Verhalten.

Handlungen von Mobbing

Heinz Leymann (†1999), Betriebswirt, Diplompsychologe und Pionier in der Mobbingforschung, klassifizierte 45 verschiedene Mobbinghandlungen in 5 Gruppen:

  • Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
  • Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  • Auswirkungen auf das soziale Ansehen
  • Angriffe auf die Berufs- und Lebenssituation
  • Angriffe auf die Gesundheit

Psychologe Axel Esser, Arbeitsrechtler Martin Wolmerath und Personalentwickler Klaus Niedl definieren nur zwei Kategorien von Mobbing:

  • Auf Arbeitsebene
  • Auf Sozialebene

Auswirkungen

Mobbing von Kollegen und Vorgesetzten hat oft schwere Folgen für die Betroffenen. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, so dass ihre Leistung nachlässt und sie krank werden. Ein Ausweg ist meistens die Kündigung.

Folgen für Betroffene

Aber Mobbing kann auch weitaus schlimmere Folgen haben. Psychische Belastungen führen zu körperlichen und psychischen Erkrankungen und sozialer Isolation. Sorgen Sie also dafür, dass Mobbing am Arbeitsplatz keine Chance hat.

Psychische und Physische Probleme von Mobbing sind z. B.

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Niedergeschlagenheit

Chronische Erkrankungen in Folge von Mobbing sind

  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Herz- und Kreislaufsystemerkrankungen
  • Depressionen

Angehörige und Freunde können bei Mobbing nur bedingt helfen. Ratsamer ist es, wenn sich Betroffene selbst kompetente Unterstützung suchen.

Betriebswirtschaftliche und Gesellschaftliche Kosten

Denken Sie auch an die Kosten, die Mobbing am Arbeitsplatz mit sich ziehen: Fehlzeiten, Fluktuation und Minderleistung. Betroffene fehlen häufig aufgrund von psychosomatischer Belastung oder um vor bestimmten Situationen zu fliehen.

Diese Kosten entstehen durch Mobbing:

  • Störung der Produktion
  • Fehler und Mängel in der Qualität
  • Zusätzliche Löhne für Aushilfskräfte
  • Versetzungen, Kündigungen und Einarbeitungen
  • Verlust von qualifizierten Mitarbeiter*innen
  • Imageschädigung bei Kunden und in der Öffentlichkeit

Prävention

Sie als Arbeitnehmer sorgen für ein menschengerechtes Klima am Arbeitsplatz. Daher sollte klar vereinbart sein, wie der Umgang im Betrieb ist. Dazu ist es ratsam sogenannte Mobbingvereinbarungen abzuschließen. Informationsveranstaltungen, ausgebildete Mobbingbeauftragte im Betrieb und ein vorbildhafter Führungsstil tragen zur Prävention von Mobbing am Arbeitsplatz bei.

Wichtig: Kopfschutz am Arbeitsplatz!

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Quelle: Michal Jarmoluk/Pixabay

Bei Arbeiten mit herabfallenden Gegenständen, pendelnden Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen ist der Kopfschutz für Mitarbeiter unabdingbar. Als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stellen Industrieschutzhelme und Industrieanstoßkappen den Schutz für Köpfe dar.

Wann braucht man Kopfschutz am Arbeitsplatz?

Durch eine Gefährdungsbeurteilung wird deutlich, wo es an technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen fehlt. Ergibt eine solche Beurteilung, dass z. B. herabfallende Gegenstände zu erwarten sind, bedarf es den Mitarbeitern an persönlicher Schutzausrüstung. In diesem Falle ist der Arbeitgeber für die Bereitstellung von Kopfschutz verantwortlich.

Berücksichtigen Sie hierbei vor allem die PSA-Benutzungs-Richtlinie 89/656/EWG und die PSA-Benutzungsverordnung.

Arten von Kopfschutz

Industrieschutzhelm

Ein Industrieschutzhelm ist eine Kopfbedeckung aus widerstandfähigem Material. Dieser schützt den Kopf vor allem gegen herabfallende Gegenstände, pendelnde Lasten und Anstoßen an feststehenden Gegenständen.

Helmschalen bzw. Schalen

Helmschalen nennt man den äußeren Teil von Industrieschutzhelmen. Die Schale ist aus hartem Werkstoff. Er nimmt die einwirkenden Kräfte auf und leitet sie in die Innenausstattung. Bei der Helmschale gibt es verschiedene Formungen, z. B. mit Regenrinne, mit Schirm etc.

Innenausstattung

Die Innenausstattung stellt den inneren Teil des Industrieschutzhelmes dar. Sie besteht aus einem korbähnlichen Gebilde, einem längenverstellbaren Kopfband und einem Nackenband. Die einwirkenden Kräfte lassen sich von der Innenausstattung verteilen und zugleich dämpfen.

Industrieanstoßkappen

Industrieanstoßkappen sind ebenfalls Kopfbedeckungen, welche den Kopf vor Verletzungen schützen. Diese Verletzungen kommen u. a. durch einen Stoß mit dem Kopf gegen harte, feststehende Gegenstände.

Beispiele für Kopfschutz

  • Industrieschutzhelme
    Standard-Industrieschutzhelm
    Bau-Schutzhelm
    Industrieschutzhelm mit umlaufendem Rand
    Hochsteiger-Helm
    Elektriker-Helm
    Forstmeister-Helm
  • Anstoßkappen
    Helmschale
    Industrieanstoßkappe mit textiler Umhüllung als Schirmmütze
Materialien von Kopfschalen

Materialien von Kopfschalen

Gefährdungsbeurteilung

Bei der Gefährdungsbeurteilung lassen sich mögliche Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei Gefährdungen, die zu Kopfverletzungen führen, ist die Rangfolge von Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip zu berücksichtigen.

T = technisch

O = organisatorisch

P = persönlich

Nicht ausreichend ist, die mögliche Kopfgefährdung zu nennen und Kopfschutz als Schutzmaßnahme festzulegen. Sind technische und/oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich, dokumentieren Sie dies in der Gefährdungsbeurteilung.

 

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Mögliche Gefährdungen und möglicher Kopfschutz

Kennzeichnung

Kopfschutz besitzt in der Regel eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung. Außerdem ist eine Baumusterprüfung notwendig.  Die Kennzeichnung braucht folgende allgemeine Informationen:

  • EN 397 für Industrieschutzhelme
  • EN 812 für Anstoßkappen
  • Name o. Zeichen des Herstellers
  • Jahr u. Quartal der Herstellung
  • Typbezeichnung des Herstellers
  • Größe o. Größenbereich
  • Kurzzeichen des verwendeten Helmmaterials

Industrieschutzhelme weisen je nach Zusatzanforderung noch folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • +150°C = Einsatz bei hohen Temperaturen
  • 440 Vac o. 1.000 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V bzw. 1.000V
  • MM = Gefährdung durch Spritzer von Metall
  • LD = Gefährdung durch seitliche Beanspruchung

Anstoßkappen weisen je nach Zusatzanforderung folgende Kennzeichnungen auf:

  • -20°C oder -30°C = Einsatz bei niedrigen Temperaturen
  • 440 Vac = Gefährdung durch Kontakt mit Wechselspannung bis 440V
  • F = Flammenbeständigkeit

Einsatz

Durch eine Gefährdungsbeurteilung lässt sich feststellen, ob in bestimmten Bereichen ein Kopfschutz nötig ist. Ist dies der Fall, unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter über mögliche Gefährdungen und richtige Benutzung, Reinigung und Prüfung des Kopfschutzes. Die Tragepflicht machen Sie in den bestimmten Bereichen mit dem Gebotsschild M014 „Kopfschutz benutzen“ deutlich.

Die Industrieschutzhelme sind in folgenden Größen erhältlich:

  • Helmschalengröße 1: 52-56 cm Kopfumfang
  • Helmschalengröße 2: 53-61 cm
  • Helmschalengröße 3: 59-63 cm

Voraussetzung für den optimalen Kopfschutz ist die Auswahl und Einstellung des geeigneten Helmes. Anstoßkappen sind ebenfalls größenverstellbar. Nach dem Aufsetzen lassen sie sich individuell anpassen.

Gerne beraten Sie bei der Gefärdungsbeurteilung. Sprechen Sie uns an.

 

Die Brille für den Bildschirm

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Quelle: Slightly_different/Pixabay

Viele Mitarbeiter sehen ab dem 45. Lebensjahr nicht mehr alles so gut wie zuvor. Vor allem Arbeiten vor einem Bildschirm gestalten sich schwieriger. Für solche Fälle gibt es die sogenannte Bildschirmbrille, eine spezielle Sehhilfe. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr zufriedenstellen sind.

Für eine solche Brille trägt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten. Mitarbeiter beteiligen sich an der Brille, wenn eine Zusatzausstattung erwünscht ist oder die Brille auch privat genutzt wird.

Rechtlich gesehen…

Vor der Aufnahme und während der Tätigkeit an Bildschirmen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Angebotsvorsorge bieten. Diese Regel gilt nach dem § 5 ArbMedVV. Inhalt des Angebots ist eine angemesse Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Zu einer angemessenen Untersuchung gehören

  • Ärztliches Gespräch mit Ermittlung der Vorgeschichte und aktueller Beschwerden
  • Sehtest
  • Ärztliche Beurteilung
  • Persönliche Beratung und Mitteilung des Ergebnisses.

Ist nach einer solchen Untersuchung das Tragen einer Bildschirmbrille die Maßnahme, muss diese vom Arbeitgeber erfüllt werden. In der Praxis ist die Frage der Bezahlung umstritten, obwohl es eindeutige Vorschriften und Urteile zur Untermauerung gibt.

Diese sind u. A.

  • Abschn. 3 DGUV-I 250-008
  • Kommentar in DGUV-I 240-370
  • Arbeitsgericht Münster vom Januar 2000
  • Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom Februar 2003

Diskussion und Praxis

Folgende Fragen stehen immer wieder zur Diskussion

  • Wer muss oder soll untersucht werden?
  • Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?
  • Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?
  • Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?
  • Wer trägt die Kosten?

Wer muss oder soll untersucht werden?

Die Untersucht muss allen Arbeitsnehmern mit Bildschirmtätigkeit angeboten werden. Es besteht für den Arbeitnehmer aber kein Zwang zur Teilnahme an einer Untersuchung. In der Regel wird die Untersuchung aber immer angenommen, da Arbeitgeber und -nehmer gleichermaßen am Ergebnis interessiert sind. Vergessen Sie dabei nie: Es geht um die Sicherstellung des Sehkomforts und der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters!

Wer ist die „fachkundige Person“, die die Untersuchung durchführt?

Eine fachkundige Untersuchung der Augen wird ausschließlich vom Betriebs- oder Augenarzt vorgenommen. Für eine Untersuchung des Sehvermögens zieht man in der Regel einen Optiker heran.

Wann sind spezielle Sehhilfen für Bildschirmarbeiten notwendig?

Wenn „normale“ Sehhilfen nicht mehr ausreichend sind, kommt eine spezielle Bildschirmbrille zum Einsatz. Das ist dann der Fall, wenn das scharfe Sehen auf einer Entfernung zwischen Vorlage/Tastatur und Bildschirm nicht mehr gewährleistet wird.

Wer trifft die Entscheidung über die Notwendigkeit der Brillen?

Die Entscheidung trifft zweifellos der Betriebsarzt. Die Brillenverordnung erfolgt jedoch durch einen Augenarzt oder -optiker.

Wer trägt die Kosten?

Bis zum April 1997 wurden die Kosten für eine spezielle Bildschirmbrille von den Krankenkassen übernommen. Seitdem hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass betroffene Mitarbeiter die Brille zu Verfügung gestellt bekommen. Das erfolgt ohne eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter.

Zur Absprache, wie die Brillen letztendlich aussehen und was sie kosten, lassen sie sich mit Korrektionsschutzbrillen vergleichen. Sprechen Sie sich mit einem Optiker über den Preisrahmen ab.  Geeignete Sehhilfen sind für 100 bis 150 EUR erhältlich. Wünscht der Mitarbeiter eine spezielle Zusatzausstattung trägt er die Kosten für diese.

Bei einer beschädigten Brille, die nur am Arbeitsplatz genutzt wird, trägt der Arbeitgeber die Kosten. Wird eine Brille mit Zusatznutzen am Arbeitsplatz beschädigt, greift die gesetzliche Unfallversicherung.

Besonderheiten von Bildschirmbrillen

Folgende Kriterien gelten für eine Bildschirmbrille

  • Sehhilfe ist ausschließlich für die Bildschirmarbeit zu nutzen. Es bedarf keiner weiteren Brille.
  • Bei bereits vorhandener „normaler2 Sehhilfe ist die Bildschirmbrille zusätzlich notwendig.

In der Regel handelt es sich bei Bildschirmbrillen um Einstärkenbrillen. Bei ständigem Wechsel zwischen Bildschirm und Text oder zwischen Bildschirm und Publikumsverkehr lohnt es sich über eine Mehrstärkenbrille nachzudenken.

Scharfes Sehen im erweiterten Nahbereich erreicht man durch folgende Punkte

  • Lesebrille mit Einstellung auf weitere Entfernung
  • Bifokallesebrille: Einschliff deckt Nähe ab, übriges Glas den Nahbereich
  • Trifokallesebrille: Ähnlich, der Nahbereich ist noch einmal unterteilt
  • Gleitsichtbrille für die Nähe
  • Nicht voll korrigierte Brille bei Kurzsichtigkeit: Durch Verzicht auf volle Korrektur erlangt man Sehschärfe in der Nähe.

Wenn die Jugend arbeitet

Quelle: mlinderer/Pixabay

Quelle: mlinderer/Pixabay

Sobald Sie Personen, die noch nicht die Volljährigkeit erreicht haben, beschäftigen, herrscht ein verschärfter Arbeitsschutz. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) vermeidet damit drohende Gefahren für die Entwicklung der Jugendlichen. Dabei geht es besonders um ihre Arbeitskraft und Gesundheit, weshalb sich der Gesetzestext auch mit dem weiter gefassten Begriff der „Beschäftigung“ und nicht mit dem „Arbeitsverhältnis“ beschäftigt.

Die Rechtslage

Die zentrale gesetzliche Regelung für Kinder und Jugendliche ist das JArbSchG. Des Weiteren sind für auszubildenden und arbeiteten Jugendlichen das Berufsbildungsgesetz (BBiG) und das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) relevant. In Artikel 32 der Europäischen Grundrechtecharta ist das Verbot von Kinderarbeit und der Schutz von Jugendlichen am Arbeitsplatz aufgeführt.

Bereich der Geltung

Das genannte Gesetz gilt im Bereich der Bundesrepublik für Kinder und Jugendliche. Maßgebend ist hierbei der Beschäftigungsort. Staatsangehörigkeit und Wohnort spielen keine Rolle. Ausnahmen kommen in Frage, wenn die Beschäftigung durch die Eltern oder andere Personensorgeberechtigte im Familienhaushalt erfolgt. Des Weiteren herrschen Ausnahmen für geringfügige Hilfeleistungen, Beschäftigung, die gelegentlich aus Gefälligkeit erfolgt, wegen familienrechtlicher Vorschriften oder in Jugendhilfe- und Behinderteneinrichtungen.

Beschäftigung im weiten Sinne

Der Begriff „Beschäftigung“ wird weiter gefasst als das „Arbeitsverhältnis“. „Beschäftigung ist danach jede privatrechtliche, weisungsgebundene Tätigkeit in persönlicher Abhängigkeit ohne Rücksicht auf ihre Bezeichnung“ (Ritter, 2018, S. 486). Mitberücksichtigt sind im Gesetz zudem jugendliche Heimarbeiter sowie die Beschäftigung bei der Erbringung von „sonstigen Dienstleistungen“. Diese „sonstigen Dienstleistungen“ haben eine Ähnlichkeit zur Tätigkeit eines Arbeitnehmers oder eines Heimarbeiters aufzuweisen. Darunter lässt sich eine fremdbestimmte Arbeit im wirtschaftlichen Interesse eines Dritten verstehen, wie z. B. das Zeitungstragen, Haustierbetreuung, Babysitterdienste etc.

Ausgenommen sind Beschäftigungen nach dem Ausnahmetatbestand von § 1 Abs. 2 JArbSchG:

  • Geringfügige Hilfeleistungen aus Gefälligkeit.
  • Aufgrund familienrechtlicher Vorschriften.
  • In Einrichtungen der Jugendhilfe.
  • In Einrichtungen zur Eingliederung von Behinderten.

Beschäftigung von Kindern

Kinder zu beschäftigen ist verboten. Ausnahmen sind hierbei im § 5 Abs. 2 bis 5 JArbSchG zu finden:

Das Verbot gilt nicht

  • Zum Zwecke der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie.
  • Im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht.
  • Zur Erfüllung einer richterlichen Anweisung.

Bei Kindern über 13 Jahren ist mit Einwilligung der Personensorgeberechtigten eine Arbeit von 2 Stunden täglich erlaubt. In der Landwirtschaft bis zu 3 Stunden. Wichtig ist: Die Aufgaben sind leicht und auf sie angepasst. Dabei finden die Arbeitszeiten nicht zwischen 18 und 8 Uhr und nicht vor oder während der Schulzeit statt.

Leichte und angepassten Arbeiten sind beispielsweise:

  • Austragen von Zeitung, Zeitschriften, Anzeigeblätter und Werbeprospekte.
  • Tätigkeiten sind im Haus und Garten in privaten und landwirtschaftlichen Haushalten. Dazu Botengänge, Kinderbetreuung, Nachhilfeunterricht, Haustierbetreuung und Einkäufe.
  • Landwirtschaftliche Tätigkeiten wie die bei Ernte, Feldbestellung, Selbstvermarktung und Versorgung von Tieren.
  • Handreichungen beim Sport.
  • Tätigkeiten bei Veranstaltungen von Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbänden, Parteien, Vereinen und nicht-gewerblichen Aktionen.

Tätigkeiten, die mit einer manuellen Handhabung von Lasten, physischen Folgen und Unfallgefahren verbunden sind, zählen nicht als leichte Arbeiten.

Kinder über 15 Jahre und bei Vollendung der Vollzeitschulpflicht

Eine Anpassung an Kinder, die vor der Vollendung des 15. Lebensjahres ihre Vollzeitschulpflicht absolviert haben, findet im JArbSchG statt. Die Beschäftigung ist erlaubt, wenn der Jugendliche in einem Berufsausbildungsverhältnis oder mit leichten und für ihn angepassten Tätigkeiten angestellt ist.

Das Berufsausbildungsverhältnis sieht bis zu 8 Stunden täglich an maximal 5 Tage in der Woche vor. Die leichten Tätigkeiten gelten bis zu 7 Stunden täglich und bis zu 35 Stunden wöchentlich.

Arbeitszeit

Arbeitszeit für Jugendliche ist auf 8 Stunden täglich und maximal 40 Stunden wöchentlich begrenzt.  Dabei sind Pausen noch nicht einbezogen. Verringert sich die die Arbeitszeit an einem einzelnen Werktag, ist eine Beschäftigung der anderen Werktage bis 8 ½ Stunden erlaubt.

Ruhepausen

Als Arbeitgeber haben Sie Ihren Arbeitnehmern, vor allem den jugendlichen, eine Ruhepause von angemessener Dauer zu gewähren. Dabei zählt eine Unterbrechung dann als Ruhepause, wenn sie über 15 Minuten hinausgeht und eine Erholung möglich ist.

Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4 ½ bis zu 6 Stunden beträgt die Ruhepause mindestens 30 Minuten. Beträgt die Arbeitszeit mehr als 6 Stunden, verdoppelt sich die Ruhepause auf mindestens 60 Minuten. Jugendliche sind nicht länger als 4 ½ Stunden ohne Pause zu beschäftigen.

Schichtzeit

Mit Schichtzeit ist die tägliche Arbeitszeit inklusive der Ruhepausen gemeint. Im Bergbau unter Tage darf die Schichtzeit 8 Stunden betragen. Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung und im Bau- und Montagewesen darf sie 11 Stunden nicht überschreiten.

Jugendlichen stehen 12 Stunden ununterbrochenen Freizeit nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit zu.

Nachtruhe

Gilt von 20 bis 6 Uhr. Eine Beschäftigung von Jugendlichen während dieser Zeit ist verboten. Für Jugendliche über 16 Jahren gilt eine Ausnahme im

  • Gaststättengewerbe bis 22 Uhr.
  • Mehrschichtigen Betrieb bis 23 Uhr.
  • In der Landwirtschaft ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr.
  • In Bäckereien und Konditoreien ab 5 Uhr.

Es herrscht eine Sonn- und Feiertagsruhe.

Bezahlter Urlaub

  • Unter 16 Jahre: mindestens 30 Werktage.
  • Unter 17 Jahre: mindestens 27 Werktage.
  • Unter 18 Jahre: mindestens 25 Werktage.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Arbeitgeber haben dafür Sorge zu trage, dass der Arbeitsplatz und die Arbeitsstätte für Jugendliche vor Gefahren für Leben, Gesundheit und seelisch-geistiger Entwicklung schützt. Als Arbeitgeber unterrichten Sie die Jugendlichen über Unfall- und Gesundheitsgefahren.

 

Disclaimer:

Wir machen außerdem darauf aufmerksam, dass unser Blog lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Arbeitsmodell: Schichtarbeit

Quelle: kreativwebmarketing/Pixabay

Quelle: kreativwebmarketing/Pixabay

Schichtarbeit ist ein häufig verwendetes Arbeitsmodell. Dabei bedeutet Schichtarbeit Arbeiten zu rotierenden oder konstant ungewöhnlichen Zeiten, die sich mehrere Arbeitnehmer teilen. Ziel dieses Arbeitsmodelles ist über die Arbeitszeit hinaus Produktions-, Service- oder Öffnungszeiten zu verlängern. Schichtarbeit gibt es in beinah allen Branchen, weshalb auch etwa jeder 4. Beschäftigte in Deutschland nach diesem Modell arbeitet.

Relevante Gesetze sind das Arbeitszeitgesetz, das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz und das Ladenschlussgesetz.

Beispiel: Regelungen für Jugendliche, werdende und stillende Mütter

Sobald Sie Jugendliche beschäftigen, sind Schichtzeiten begrenzt durch das § 12 JArbSchG auf

  • In der Regel 10 Stunden
  • Im Bergbau unter Tage 8 Stunden
  • Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau und Montagestellen 11 Stunden

Mit Schichtzeit ist die reine, tägliche Arbeitszeit inklusive der Ruhepausen gemeint.

Schwangere und stillende Mütter sind zwischen 20 und 6 Uhr grundsätzlich nicht zu beschäftigen. Das gilt auch für Jugendliche.

Die Schichten

Innerhalb der Schichtarbeit gibt es drei Schichten, die abhängig vom Arbeitsbeginn definiert werden:

  • Frühschicht, Arbeitsbeginn zwischen 6 und 14 Uhr
  • Spätschicht, Arbeitsbeginn zwischen 14 und 2 Uhr
  • Nachtschicht, Arbeitsbeginn zwischen 22 und 6 Uhr

Gefahren

Nachts, an Wochenenden und Feiertagen bringt die Schichtarbeit dem Arbeitnehmer mehr Geld ein. Dennoch sind sie mit psychischen und physischen Belastungen behaftet. Vor allem Nachtarbeiter tragen ein höheres Gesundheitsrisiko mit sich als andere Schichtarbeiter. Nachts unterlaufen häufiger Fehler, die die Unfallgefahr erhöhen. Vor allem der sogenannte Sekundenschlaf führt in vielen Fällen zu einem Unfall.

Auftretende Beeinträchtigungen von Nachtarbeitern sind z. B.

  • Appetit- und Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Nervosität

Außerdem hat Schichtarbeit soziale Folgen, da Aktivitäten mit der Familie, Freunden oder dem Verein ein erhöhtes Maß an Vorabplanung benötigen.

Maßnahmen

Arbeitszeit über Nacht und Schicht ist nach den „gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit“ geregelt. Diese findet man in § 6 Abs. 1 ArbZG. Zur Optimierung und Verträglichkeit von Schichtplänen gestalten sich Softwarelösungen als helfendes Werkzeug.

Diese Kriterien sind für Schichtpläne von optimaler Gestaltung:

  • Maximal 3 Nacht- und Frühschichten in Folge
  • Fliegender Wechsel der Schichten
  • Frühes Ende der Nachtschichten
  • Lange Ruhepause nach einer Nachtschicht
  • Vorwärtswechsel bevorzugen (von Früh zu Spät zu Nacht)
  • Ungünstige Schichtfolgen vermeiden
  • Frühschicht gegen 8 Uhr beginnen
  • Lange, freie Wochenenden
  • Mindestens ein freier Tag in der Woche
  • Schichtplanänderung nicht kurzfristig durchführen

Die Ruhezeit nach der letzten Schicht hat 11 Stunden, teilweise auch 10 Stunden zu betragen.

Achten Sie darauf, ob Ihre Mitarbeiter für die eingeteilten Schichten geeignet sind. Arbeiter, die weniger geeignet sind,

  • stehen früh auf, sind tagsüber aktiv und gehen abends früh ins Bett.
  • haben Erkrankungen des Verdauungs- oder Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Schilddrüse
  • sind über 50 Jahre alt.

Beabsichtigen Sie das Schichtsystem in Ihren Betrieb einzuführen, beziehen Sie die Mitarbeiter mit ein. Außerdem helfen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte, die Einführung hindernislos durchzuführen.

Um Schichtarbeit besser zu bewältigen sind auch

  • eine gesunde Ernährung sowie
  • die Pflege sozialer Kontakte

ein wichtiger Bestandteil.

Weitere Informationen zu Schichtarbeit

Wenn Sie überlegen Schichtarbeit als Arbeitsmodell in Ihr Unternehmen einzubauen, bieten Ihnen diese Stellen weitere Informationen:

  • www.igmetall.de: hier finden Sie eine Arbeitsmappe zur Optimierung von Schichtbetrieben. Außerdem Tipps zur Schicht- und Nachtarbeit.
  • www.iab.de: hier finden Sie einen Kurzbericht zum Thema Schichtarbeit und Gesundheit.

Keine Macht den Drogen!

Quelle: B_A/Pixabay

Quelle: B_A/Pixabay

An Arbeitsplätzen sind Drogen ein absolutes No-Go. Sie gefährdet nicht nur Ihr Unternehmen, sondern auch die Mitarbeiter. Cannabis, Kokain, Heroin, Ecstasy, Speed und viele weitere Drogen sind unzulässige Stoffe und haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen.

Machen Sie das Ihren Mitarbeitern immer wieder deutlich. Bei einem Verdachtsfall haben Sie als Arbeitgeber rechtliche Verpflichtungen. Behandeln Sie sie nachlässig, schaden Sie nicht nur Ihren Mitarbeitern, sondern auch dem Ansehen und Erfolg Ihres Unternehmens. Also, keine Macht den Drogen!

Rechtlich gesehen…

In Deutschland werden Herstellung, Inverkehrbringung und Ein- und Ausfuhr sowie Vernichtung von Betäubungsmitteln durch das BtmG geregelt. Das Betäubungsmittelgesetz tritt dann in Kraft, wenn ein Stoff in eine der drei „Anlagen“ des Gesetzes fällt. Dabei hängt die Einstufung vom Gefährdungspotential ab.

  • Anlage I erfasst die nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel, für die Handel und Abgabe verboten sind (Beispiel: LSD)
  • Anlage II erfasst die verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen Betäubungsmittel, für die Handel erlaubt, aber die Abgabe verboten sind (Beispiel: Cocablätter)
  • Anlage III erfasst die verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel, für die die Abgabe nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) geregelt ist (Beispiel: Morphin).

Auch manche Medikamente fallen also darunter.

Das Betäubungsmittelgesetz hat wegen seiner sträflichen Paragrafen eine hohe strafrechtliche Relevanz. Die Strafparagrafen sind §§ 29 ff.: Herstellung, Handel und Besitz von Betäubungsmittel.

Für Arbeitsplätze gilt außerdem § 15 Abs. 2 DGUV-V 1. Mit diesem Paragrafen dürfen sich Mitarbeiter mit Alkohol, Drogen etc. nicht in einen sich selbst oder andere gefährdenden Zustand versetzen.

Gesellschaftliche Fragen

Drogen haben in unserer Gesellschaft ein zweispältiges Ansehen. Sie werden Suchtmittel oder auch Genussmittel genannt. Sie sind unterschiedlich rechtlich einzustufen, also legal und illegal. Schließlich haben sie unterschiedliche Folgen, die sich gesundheitlich und/oder sozial auswirken können.

Machen Sie sich als Arbeitgeber bewusst, mit was Sie es zu tun haben, wenn Sie einen Verdachtsfall in der Firma haben.

Die Wirkung

Viele Suchtmittel wirken sich vor allem auf die Psyche aus. Das führt zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko am Arbeitsplatz, da sich Urteils-, Reaktions- und Handlungsfähigkeit einschränken. Des Weiteren kann die Wirkung negative soziale Folgen mit sich ziehen. Illegale Drogen führen zu Verlust von Bindungen und einem stabilen Lebensumfeld – was aber auch für legale Drogen wie Alkohol bei übermäßigem Gebrauch eine Folge sein kann.

Gefährdungspotential

Neben den illegalen Drogen haben auch legale Drogen wie Alkohol erhebliche gesundheitliche und soziale Folgen. Daher zählen auch sie zu den zehn gefährlichsten Suchtmitteln.

Das Gefährdungspotential wird gemessen an psychischen und sozialen Schäden sowie suchtauslösendem Potential.

Umgang am Arbeitsplatz

Es ist nicht einfach, einen Verdachtsfall am Arbeitsplatz zu beobachten, da die Wirkungen so vielfältig sind. Dennoch sind diese Anzeichen Symptome eines möglichen Drogenmissbrauchs. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass solche Symptome unter anderem auch durch Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme zustande kommen.

Körperliche und psychische Anzeichen

  • Bewusstseins- und Gleichgewichtsstörungen
  • Mangelnde Konzentration
  • Nachlassende Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit
  • Ermüdung
  • Einstiche und Entzündungen am Arm
  • Körperlicher Verfall
  • Distanzlosigkeit, Redseligkeit, Unausgeglichenheit, Selbstüberschätzung, Risikobereitschaft, Angstzustände, finanzielle Schwierigkeiten

Betriebliches Vorgehen

Als Arbeitgeber stehen Ihnen ein paar Möglichkeiten zu Verfügung, um gegen Drogenmissbrauch vorzugehen. Eventuell helfen vertrauliche Gespräche mit den betroffenen Personen, um ihnen zu zeigen, dass sich jemand um sie sorgt. Hierbei gibt es drei Arte von Gesprächen, die sinnvoll sind.

Fürsorgegespräch

Dieses Gespräch hat keinen arbeitsrechtlichen Hintergrund, sondern dient allein der Fürsorge von Mitarbeitern und Vorgesetzten. Hierbei wird besprochen, dass etwas „auffälliger“ ist als sonst, und vorsichtig nach Problemen gefragt. Zeigen Sie hierbei auch Hilfsmöglichkeiten, wie Beratungsstellen etc. auf.

Klärungsgespräch

Ein Vorgesetzter führt dieses Gespräch, wenn es zu deutlichen Pflichtverletzungen kam. Hierbei wird nach Problemen gefragt, Hilfe ausgesprochen und eine Verhaltensänderungen angemahnt. Auf Wunsch wird hierbei auch der Betriebsrat hinzugezogen.

Stufengespräch

Dieses Gespräch ist Teil eines arbeitsrechtlichen Prozesses. Hierbei spreche Sie offensichtliche Pflichtverletzungen bedingt durch eine Sucht an. Außerdem wird ein bestimmtes Verhalten gefordert und es werden Sanktionen ausgesprochen. Diese Art von Gespräch wird in der Personalakte dokumentiert.

Drogentest

Ob sich Suchtmittel im Körper befinden erfährt man über einen Drogentest. Dieser kann über Blut, Speichel, Urin, Haare und Nägel Aufschluss über einen Drogenkonsum geben.

Der Test darf nur mit Einverständnis des Betroffenen ausgeführt werden. Bestimmte Branchen erlauben ein berechtigtes Interesse an einem Drogentest, zum Beispiel bei Lokführer*innen, Pilot*innen, Busfahrer*innen oder Ärzt*innen, während unter Arbeitsrechtsexperten die Zulässigkeit des Tests umstritten bleibt.

Drogenfund am Arbeitsplatz

Sollten Sie auf Ihrem Gelände Drogen finden oder einen Verdacht auf Drogenhandel hegen, rufen Sie sofort die Polizei. Vergessen Sie nicht, Drogenhandel und -besitz ist und bleibt eine Straftat.