Wichtig für Ihre Mitarbeiter: Eigenschutz!

Quelle: HeungSoon/Pixabay

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Wer einem anderen Menschen nach einem Unfall zur Hilfe eilt, sollte den Eigenschutz nicht vernachlässigen. Wer weiß, wie er seine eigene Gesundheit schützen kann, weiß besser abzuschätzen, wie er helfen kann und wo er sich selbst in Gefahr bringt. Im Fall des Falles ist keine Zeit für Experimente und unüberlegte Aktionen, daher empfehlen wir dieses Thema bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig anzusprechen.

Einige wichtige Regeln zum Eigenschutz:

Wunden

Offene, blutige Wunden sind in vielerlei Hinsicht eine Gefahr – ein Grund, deswegen keine Hilfe zu leisten sind sie aber definitiv nicht.

Erscheint ein Ersthelfer an einem Unfall und leistet Hilfe, gilt es trotz allem auch seinen eigenen Schutz zu gewährleisten.  Denn: Mögliche Krankheitserreger des Betroffenen könnten über das Blut in den Körper des Ersthelfers gelangen. Dies geschieht allerdings hauptsächlich über eigene Verletzungen. Auch bei kleinen, nicht immer sichtbaren Wunden und der Übertragung von Erregern besteht vor allem Ansteckungsgefahr mit HIV oder aber Hepatitis C oder B. Dieses Risiko gilt es, um jeden Preis zu verhindern.
Aus diesem Grund tragen Ersthelfer bei der Versorgung sämtlicher Unfälle und Verletzungen Einmalhandschuhe. Nur so wird ein Infektionsrisiko verhindert, auch für den Betroffenen. Einmalhandschuhe befinden sich daher im Betriebsverbandskasten und sind nach jedem Gebrauch wieder neu hineinzulegen.

Straßenverkehr

Es ist keine Seltenheit, dass Ersthelfer bei der Hilfeleistung am Unfallort selbst verletzt werden. Manche Verletzungen enden sogar tödlich. Daher ist es nur ratsam, dass Ersthelfer bei einem Unfall auf der Straße selbst die nötigen Maßnahmen kennen, um sich selbst zu schützen.

Warnblinkanlage

Zuallererst, egal ob es eine Panne oder ein Unfall ist, wird die Warnblinkanlage am Auto eingeschaltet. Auch wenn es sich dabei um einen eigenen oder beobachteten Unfall handelt. Der Vorteil der Warnblinkanlage ist die Vorwarnung der anderen Verkehrsteilnehmer. Durch das Einschalten der Warnblinkanlage wird der nachfolgende Verkehr auf eine Gefahr aufmerksam gemacht. So lässt sich schnell genug reagieren, helfen und handeln. Nicht zuletzt dient das Einschalten der Warnblinkanlage ebenfalls der Sicherheit des Helfer sowie der Betroffenen.

Warnweste

Seit dem 01.07.2014 ist das Mitführen einer Warnweste in Fahrzeugen deutschlandweit gewerblich als auch privat Pflicht. Auf Verlangen der zuständigen Personen sind Fahrzeughalter dazu verpflichtet, die Warnweste vorzuzeigen. Ebenso ist die Warnweste zu zeigen, wenn sie auf ihren vorschriftsmäßigen Zustand geprüft werden soll.
Das Tragen der Warnweste dient dazu, den Träger bei seiner Tätigkeit im Straßenverkehr erkennbar zu machen. Das heißt: natürlich bei Unfällen in der Nacht, aber auch am Tag. Durch die auffällige und unverwechselbare Optik der Warnweste übersieht man Sie nicht im Straßenverkehr.
Warnwesten sind in fluoreszierendem Orange-Rot mit aufgebrachten Reflexstreifen. Damit sind sie geeignet, Anforderungen zu erfüllen, die für garantierte Sichtbarkeit sorgen. Das gelingt durch die
•    ausreichend große Fläche des sichtbaren Materials
•    die Anordnung der Reflektoren in der Schutzkleidung
•    ausreichende Reflexion (Rückstrahlwerte)

Tipp: Woran erkennt man eine geeignete Warnweste?

Warnweste ist nicht gleich Warnweste. Sie erkennen eine geeignete Weste anhand einer normierten Aufschrift. Diese lautet: DIN EN 471:2003+A1:2007 Ausgabe März 2008 oder EN ISO 20471:2013.
Zur eigenen Sicherheit dient es, bei Ankunft am Unfallort die Warnweste bereits noch im Fahrzeug anzulegen. Daher empfiehlt es sich, die Warnweste griffbereit im Inneren des Fahrzeuges zu deponieren. Zum Beispiel im Handschuhfach oder in der Ablage der Fahrertür. In manchen Fahrzeugen gibt es zudem ein Staufach unter dem Sitz.

Absichern der Unfallstelle

Schutz bei einem Unfall für sich und den Betroffenen erlangt man durch das Absichern der Unfallstelle. Neben dem Einschalten der Warnblinkanlagen stellen Sie als Nächstes das Warndreieck auf.

Wie und wo stellt man das Warndreieick auf? Hierbei ist es wichtig auf die Art der Straße zu achten.

•    Innerhalb geschlossener Ortschaften: Warndreieck in 50 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Ein Abstand von 70 cm zum rechten Straßenrand wird empfohlen. Dieser Abstand entspricht etwa einer Armlänge.
•    Auf Bundes- und Landesstraßen: Warndreieck in 100 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt ebenfalls 70 cm.
•    Auf Autobahnen: Warndreieck in 200 m Entfernung zur Unfallstelle aufstellen. Der Abstand zum Straßenrand beträgt auch hier 70 cm.
Bei Absichern der Unfallstellen denken Sie immer an Ihre eigene Sicherheit. Das bedeutet, die Strecke für das Aufstellen des Warndreiecks legen Sie am besten immer hinter der Leitplanke zurück.

Stromunfälle

Bei Unfällen mit Strom besteht erhebliche Gefahr für den Betroffenen und den Ersthelfer. Daher gilt: Bei Stromunfällen schalten Sie zuallererst den Strom ab. Ist dies nicht möglich, holen Sie sich Hilfe.

Niederspannung:

  • Entfernen der Sicherung
  • Abschalten des Gerätes
  • Ziehen des Netzsteckers
  • Alternativ: Isolieren des Verunfallten durch einen geeigneten isolierenden Standort

Erst dann kann mit der Ersten Hilfe begonnen werden.

Hochspannung:

Bei einem Unfall mit Hochspannungsstrom muss von den Helfern ein Sicherheitsabstand von bis zu 20 m eingehalten werden, da sich an der Unfallstelle ein „Spannungstrichter“ ausbilden kann. Dieser Spannungstrichter kann für den Helfer lebensgefährlich sein (Schrittspannung).

Das heißt: Es ist grundsätzlich als erstes ein Notruf abzusetzen, bei dem der Anlagenbetreiber mit zu benachrichtigen ist. Der Strom muss abgestellt und der Bereich muss vom Fachpersonal frei gegeben werden, erst dann können Maßnahmen der Ersten Hilfe eingeleitet werden.