Warum Tageslicht die Leistung Ihrer Mitarbeiter fördert

Quelle: Pashminu/Pixabay

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Als ein wesentlicher Faktor zur Gesundheit und Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter gilt das Tageslicht. Aus diesem Grund sind in der Arbeitsstättenverordnung Vorgaben bezüglich des Tageslichtes hinterlegt. Arbeitsräume, in denen sich die Mitarbeiter während der Anwesenheit im Betrieb aufhalten, erfüllen folgende Kriterien:

  • Ausreichend Tageslichteinfall
  • Sichtverbindung nach draußen

Das bedeutet in erster Linie: Schließen Sie sich mit Ihren Raumplanern kurz. Denn diese sind dafür zuständig, dass beide Kriterien eingehalten werden. Befassen Sie sich damit lieber im Vorhinein, denn es ist nicht einfach einen Raum nachträglich mit Tageslicht oder Fenstern auszustatten.

Gibt es da eine Gesetzlage?

Kurz: Ja, die gibt es. Und zwar lautet der Anhang der Arbeitsstättenverordnung 3.4 wie folgt: „Der Arbeitgeber darf als Arbeitsräume nur solche Räume betreiben, die möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und […] eine Sichtverbindung nach außen haben“. Dabei definiert einen Arbeitsraum solche Räume, die mit Arbeitsplätzen innerhalb von Gebäuden dauerhaft ausgestattet sind. Die Regel gilt auch für Pausen- und Bereitschaftsräume sowie Unterkünfte. Wie sagt man doch so schön? Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel bildet die Kantine eine Ausnahme. Hier ist es kein Muss, dass genug Tageslicht und Sichtverbindung vorhanden ist.

Andere Ausnahmen sind z. B. Nebenräume, in denen sich die Mitarbeiter nur kurzzeitig aufhalten. Also Archive, Lager, Maschinen- und andere technische Nebenräume sowie Teeküchen. Aber auch Räume, die sich unter der Erdoberfläche befinden, zählen zu Ausnahmen. Hierbei vor allem Tiefgaragen, Kellerlokale, Räume in Einkaufszentren, Bahnhofs- und Flughafenhallen sowie Passagen.

Beleuchtungseigenschaften

Durch die Anpassung des menschlichen Auges an das Tageslicht wird es nicht so blendend empfunden wie z. B. Kunstlicht. Deswegen lassen sich natürliche Beleuchtungen einfacher und oft auch erfolgreicher als zuträgliche Beleuchtungsbedingungen nutzen. Greifen Sie also im Zweifel immer lieber auf natürliche Beleuchtungsalternativen zurück anstatt grelle Kunstleuchten zu nehmen.

Wieso Tageslicht die Vitalfunktion Ihrer Mitarbeiter verbessert

Tageslicht unterstützt die Lebenskraft von Menschen auf unterschiedlichste Weise. Auch die Sichtverbindung spielt hier eine entscheidende Rolle. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich, sollten sie vom Tageslicht abgeschottet sein. Denken Sie nur an die Winterdepression. Die Tage werden kürzer und vor allem dunkler. Ihre Mitarbeiter sind niedergeschlagen und antriebslos. Zusätzlich fehlendes Tageslicht über den Arbeitstag verteilt, verschlimmert die Situation. Dadurch empfinden Sie ein extremes Schlafbedürfnis sowie Heißhunger auf Süßes.

Wie bekommen Sie (ausreichend) Tageslicht?

Nicht nur Fenster und (Glas-)Türen ermöglichen die Ausstattung mit natürlichem Licht. Auch Oberlichter und weitere lichtdurchlässige Bauteile verhelfen hier zum Glück. Aber wie viel Tageslichteinfall ist eigentlich genug?

Nach Abschn. 4.1 ASR 3.4, wenn

  • am Arbeitsplatz ein Tageslichtquotient größer als 2% erreicht wird. Bei Oberlichtern sind es 4%.
  • das Verhältnis von lichtdurchlässigen Fenstern, Türen etc. und Raumgrundfläche 1:10 beträgt.

Wird das ausreichende Maß an Tageslicht nicht erfüllt, sind andere Maßnahmen (Gefährdungsbeurteilung) in Angriff zu nehmen. Das könnte z. B. durch wechselnde Arbeitsbereiche oder Pausenaufenthalte in Räumen mit Tageslicht erfolgen.

Sichtverbindung nach draußen

Der primäre Sinn der Sichtverbindung zielt nicht auf genug Tageslichteinfall ab. Viel mehr verhindere sie das Gefühl, eingesperrt und abgeschottet zu sein. Das hängt vor allem von der Raumgröße und -gestaltung ab, unabhängig davon ob es ein Fenster im Raum gibt. Dabei ist es kein Muss, dass die Sichtverbindung von jedem Punkt im Raum besteht.

Belüftung und Wärmeverteilung

Tageslichtarme Räume sind Kellerräume, die zur Arbeitsnutzung gebraucht werden. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach Licht- und Sichtverhältnissen, sondern auch nach Wärme- und Luftverteilung. Kellerräume sind oft bodenkalt, sodass bei üblicher Ausstattung mit Heizkörpern unter Fenstern keine gute Wärmeverteilung entsteht. Dadurch kommt es auch zu keiner guten Luftzirkulation. Werden solche Bedingungen nicht behoben, sprechen diese Kellerräume gegen die Nutzung als Arbeitsräume.