Arbeitsmodell: Schichtarbeit

Quelle: kreativwebmarketing/Pixabay

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Schichtarbeit ist ein häufig verwendetes Arbeitsmodell. Dabei bedeutet Schichtarbeit Arbeiten zu rotierenden oder konstant ungewöhnlichen Zeiten, die sich mehrere Arbeitnehmer teilen. Ziel dieses Arbeitsmodelles ist über die Arbeitszeit hinaus Produktions-, Service- oder Öffnungszeiten zu verlängern. Schichtarbeit gibt es in beinah allen Branchen, weshalb auch etwa jeder 4. Beschäftigte in Deutschland nach diesem Modell arbeitet.

Relevante Gesetze sind das Arbeitszeitgesetz, das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz und das Ladenschlussgesetz.

Beispiel: Regelungen für Jugendliche, werdende und stillende Mütter

Sobald Sie Jugendliche beschäftigen, sind Schichtzeiten begrenzt durch das § 12 JArbSchG auf

  • In der Regel 10 Stunden
  • Im Bergbau unter Tage 8 Stunden
  • Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau und Montagestellen 11 Stunden

Mit Schichtzeit ist die reine, tägliche Arbeitszeit inklusive der Ruhepausen gemeint.

Schwangere und stillende Mütter sind zwischen 20 und 6 Uhr grundsätzlich nicht zu beschäftigen. Das gilt auch für Jugendliche.

Die Schichten

Innerhalb der Schichtarbeit gibt es drei Schichten, die abhängig vom Arbeitsbeginn definiert werden:

  • Frühschicht, Arbeitsbeginn zwischen 6 und 14 Uhr
  • Spätschicht, Arbeitsbeginn zwischen 14 und 2 Uhr
  • Nachtschicht, Arbeitsbeginn zwischen 22 und 6 Uhr

Gefahren

Nachts, an Wochenenden und Feiertagen bringt die Schichtarbeit dem Arbeitnehmer mehr Geld ein. Dennoch sind sie mit psychischen und physischen Belastungen behaftet. Vor allem Nachtarbeiter tragen ein höheres Gesundheitsrisiko mit sich als andere Schichtarbeiter. Nachts unterlaufen häufiger Fehler, die die Unfallgefahr erhöhen. Vor allem der sogenannte Sekundenschlaf führt in vielen Fällen zu einem Unfall.

Auftretende Beeinträchtigungen von Nachtarbeitern sind z. B.

  • Appetit- und Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Nervosität

Außerdem hat Schichtarbeit soziale Folgen, da Aktivitäten mit der Familie, Freunden oder dem Verein ein erhöhtes Maß an Vorabplanung benötigen.

Maßnahmen

Arbeitszeit über Nacht und Schicht ist nach den „gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit“ geregelt. Diese findet man in § 6 Abs. 1 ArbZG. Zur Optimierung und Verträglichkeit von Schichtplänen gestalten sich Softwarelösungen als helfendes Werkzeug.

Diese Kriterien sind für Schichtpläne von optimaler Gestaltung:

  • Maximal 3 Nacht- und Frühschichten in Folge
  • Fliegender Wechsel der Schichten
  • Frühes Ende der Nachtschichten
  • Lange Ruhepause nach einer Nachtschicht
  • Vorwärtswechsel bevorzugen (von Früh zu Spät zu Nacht)
  • Ungünstige Schichtfolgen vermeiden
  • Frühschicht gegen 8 Uhr beginnen
  • Lange, freie Wochenenden
  • Mindestens ein freier Tag in der Woche
  • Schichtplanänderung nicht kurzfristig durchführen

Die Ruhezeit nach der letzten Schicht hat 11 Stunden, teilweise auch 10 Stunden zu betragen.

Achten Sie darauf, ob Ihre Mitarbeiter für die eingeteilten Schichten geeignet sind. Arbeiter, die weniger geeignet sind,

  • stehen früh auf, sind tagsüber aktiv und gehen abends früh ins Bett.
  • haben Erkrankungen des Verdauungs- oder Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Schilddrüse
  • sind über 50 Jahre alt.

Beabsichtigen Sie das Schichtsystem in Ihren Betrieb einzuführen, beziehen Sie die Mitarbeiter mit ein. Außerdem helfen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte, die Einführung hindernislos durchzuführen.

Um Schichtarbeit besser zu bewältigen sind auch

  • eine gesunde Ernährung sowie
  • die Pflege sozialer Kontakte

ein wichtiger Bestandteil.

Weitere Informationen zu Schichtarbeit

Wenn Sie überlegen Schichtarbeit als Arbeitsmodell in Ihr Unternehmen einzubauen, bieten Ihnen diese Stellen weitere Informationen:

  • www.igmetall.de: hier finden Sie eine Arbeitsmappe zur Optimierung von Schichtbetrieben. Außerdem Tipps zur Schicht- und Nachtarbeit.
  • www.iab.de: hier finden Sie einen Kurzbericht zum Thema Schichtarbeit und Gesundheit.