Obacht in der Bauwirtschaft!

Quelle: Life-of-Pix/Pixabay

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Im Jahr 2017 waren rund 81,2% aller Deutschen im Bauhauptgewerbe tätig. Ein Beruf wie dieser wird wohl auch noch in den nächsten Jahren nicht überflüssig. Ein Grund mehr, diese wichtigen Hinweise zum Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft zu beachten. So bleiben Ihre Arbeiter noch lange im Gewerbe tätig.

Ständig wechselnde Arbeitsumgebung

Das Besondere der Berufe in der Bauwirtschaft ist ganz klar die ständig wechselnde Arbeitsumgebung. Dabei herrschen nicht nur von Baustelle zu Baustelle andere Bedingungen, sondern auch einzelne Tage sind oft mit anderen Bedingungen behaftet. Hinzu kommt die unberechenbare Witterung, die sich ebenfalls ständig ändern kann. Daher sind Bauarbeiter quasi jeden Tag mit Herausforderungen konfrontiert. Diese Faktoren machen den Arbeitsschutz für Bauarbeiter besonders

  • Klassische Gefährdungen in stark auftretendem Maß
  • Ständig wechselnde Projektstrukturen zur Umsetzung von Unikatfertigungen
  • Arbeiten außerhalb des eigenen Betriebssitzes

Hohe Unfallrisiken und hohe körperliche Beanspruchung sind Faktoren, mit denen ein Arbeiter rechnen muss. Mit diesen Hinweisen sorgen Sie als Arbeitgeber dafür, dass das Risiko von verletzten Arbeitern sinkt.

  1. Achten Sie auf die technischen Mindestanforderungen für Baustellen in der Arbeitsstättenverordnung
  2. Für Arbeiten in hochgelegenen Arbeitsplätzen sind besondere Anforderungen zu beachten
  3. Verbesserung der Sicherheit auf Baustellen durch eine besser organsierte Planung und Ausführung von Bauvorhaben

Die Baustellenverordnung

Mit der Baustellenverordnung werden die Bauherren, aber auch Sie als Arbeitgeber dazu aufgerufen, für den nötigen Arbeitsschutz zu sorgen. Dabei stehen vor allem folgende Pflichten für den Bauherrn im Vordergrund

  1. Es gilt, die allgemeinen Grundsätze nach §4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) für die Planung und Ausführung des Bauvorhabens zu beachten.
  2. Eine Ankündigung (sog. Vorankündigung) für größere Bauvorhaben ist bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde einzureichen.
  3. Bei Baustellen, auf denen Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber (auch ein GU mit Sub´s) gleichzeitig oder hintereinander tätig werden, muss ein geeigneter Koordinator (sog. Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator) bestellt werden
  4. Bei größeren Bauvorhaben oder gefährlichen Arbeiten muss der Bauherr einen Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Plan ausarbeiten.
  5. Eine Unterlage für spätere Arbeiten an der Anlage muss zusammengestellt werden. Sie sollte z.B. Informationen über die Nutzungsmöglichkeiten von sicherheitstechnischen Einrichtungen enthalten.

Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft

Durch die anspruchsvollen Bedingungen in der Bauwirtschaft ergeben sich für den Arbeitsschutz zwei zentrale Dimensionen.

  • Mindeststandard des Arbeitsschutzrechts ständig zu sichern und gewährleisten.
  • Gut gestaltete und organisierte Umsetzung und Arbeit des Bauvorhabens.

Bausteine qualitativen Bauens

Diese drei Bausteine stellen eine reibungslose Planung, Durchführung und Qualitätssicherung des Bauvorhabens dar. Damit werden Arbeitsunfälle vorgebeugt und vermieden. Sorgen Sie also dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter an diesen Bausteinen stetig orientieren.

Einzigartige Bauprojekte und ihre Lösungen

Jedes Bauvorhaben ist für sich gesehen ein Unikat mit spezifischen Anforderungen. Über diese Anforderungen sind sich Bauherr, Planer und Bauunternehmen zuvor einig geworden. Jedes Bauvorhaben ist einzigartig und fordert von Ihren Mitarbeitern ein ständig präsentes Maß an Flexibilität, Kompetenz und Erfahrung.

Gute Kommunikation

Eine gute Kommunikation auf der Baustelle ist das A und O. Das bedeutet für Sie ständigen Kontakt mit dem Bauherrn, damit keine Missverständnisse entstehen. Durch eine schlechte Kommunikation auch innerhalb des Teams kann es zu Arbeitsunfällen kommen.

Änderungen rechtzeitig abstimmen

Änderungen innerhalb des Bauplans führen gegebenenfalls zu Verzögerungen und/oder Missverständnissen. Daher ist es wichtig, dass Änderungen im Bauplan allen beteiligten Akteuren rechtzeitig mitgeteilt werden. Dabei kommt es auch auf eine Neu- bzw. Weiterplanung an. Auch so lassen sich Verletzungen und Unfälle am Arbeitsplatz vorbeugen.

Sicheres Bauen = zufriedene Arbeiter

Wenn Sie als Arbeitgeber auf diese wenigen Punkte achten, steht der Sicherheit am Arbeitsplatz nichts im Wege. Sorgen Sie dennoch dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter auch untereinander ständig kontrollieren. So gewährleisten Sie nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern auch für Ihre Mitarbeiter eine gefahrlose Tätigkeit auf Baustellen. Daher erweist sich die Devise, dass sicheres Bauen zu zufriedenen Arbeitern führt, als anstrebenswert.

Schauen Sie lieber einmal öfter in die für die Baustelle geltenden Arbeitsschutzvorgaben (z.B. Baustellensicherheitsordnung, SiGe-Plan, etc.) rein, als einen Arbeitsunfall zu riskieren. Auch eine gute Kommunikation mit Ihren Arbeitern kann dazu führen, dass sie sicherer und gefahrloser arbeiten.