Gesundheitsverträgliche Kassenarbeitsplätze? Gebongt!

Quelle: Antranias/Pixabay

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Die immer gleichen Bewegungen, monotone Abläufe und das nicht selten in zugigen Eingangsbereichen: Das sind die Arbeitsplätze von rund 500.000 Beschäftigten in Deutschland, die im Einzelhandel an Kassenarbeitsplätzen sitzen. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte man wissen, welche gesundheitlichen Belastungen an diesen Arbeitsplätzen vorherrschen.

Kassenbereiche in Supermarkt oder Kino sind die typischen Arbeitsplätze, an denen vorrangig sitzend gearbeitet wird. Ist der Arbeitsplatz nicht ergonomisch gestaltet, führt dies oftmals zu Zwangshaltungen, sprich unnatürlichen Bewegungsabläufen und verkrampften oder angespannten Positionen. Wer in Baumärkten oder Möbelhäusern an der Kasse arbeitet, muss oftmals schwere Kartons oder Waren von Hand anheben, um das Preisetikett zu scannen. An anderen Kassenarbeitsplätzen, zum Beispiel an Tankstellen oder in der Gastronomie, ist das Problem weniger das Sitzen, sondern eher das ausdauernde Stehen nicht selten in Verbindung mit ständiger Zugluft.

Drei Hauptbelastungsfaktoren sind für Kassenarbeitsplätze oftmals typisch und sollten von der Fachkraft für Arbeitssicherheit geprüft werden, um gezielte Maßnahmen zum Gesundheitsschutz festlegen zu können.

1. Belastungen durch Arbeitshaltung

  • nicht optimale Arbeitshöhe
  • nicht ergonomische Sitzmöglichkeit
  • ungünstige Körperhaltung
  • häufige Beugung oder Drehung der Hals- und Lendenwirbelsäule
  • einseitige Belastungen
  • ausschließliches Sitzen oder Stehen

Mögliche Folgen

  • Schmerzen und Verspannungen, je nach Arbeitshaltung von Nackenbereich bis Lendenwirbelsäulenbereich möglich
  • Verspannungen durch Fehlhaltungen, die zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen können

2. Belastungen durch gleichförmige Bewegungsabläufe

  • Häufiges Anheben und Bewegen von Waren
  • Arbeiten mit dem Scanner
  • Tippen auf der Registrierkasse

Mögliche Folgen

  • Schmerzen in den Schultern, den Ellenbogen oder Handgelenken
  • Karpaltunnelsyndrom, eingeklemmte oder stark gereizte Nerven im Handwurzelbereich

3. Belastung durch die Arbeitsumgebung

  • monotone Arbeitsabläufe
  • Arbeitszeiten mit Schichtdiensten, am Abend/nachts oder an Wochenenden
  • Lärm
  • zu wenig oder zu helle Beleuchtung
  • klimatische Belastungen, etwa durch Zugluft, Hitze oder Kälte, wechselnde Temperaturen, Klimaanlagen

Mögliche Folgen

  • unspezifische Symptome als Folge der Belastung, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität oder überlastete Augen/Augenjucken

Die gesetzlichen Vorschriften

Kassenarbeitsplätze unterliegen unterschiedlichen Arbeitsschutzvorschriften, die sich danach richten wie die Arbeitsplätze konkret gestaltet und eingerichtet sind. Unter anderem gehören dazu: