Silvesterfeuerwerk – Sicherer Verkauf und Gebrauch

Quelle: Matthias Riesenberg  / pixelio.de

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Böller und Raketen, bengalische Fackeln und Fontänen – überall auf der Welt wird das neue Jahr traditionell mit einem sprühenden Feuerwerk begrüßt. Beim Anblick der bunten Verpackungen denkt kaum jemand an den explosiven Inhalt, der bei sorglosem Umgang gefährlich werden kann und alljährlich zu Unfällen führt. Deswegen informieren die Behörden: Die Arbeitsschutzverwaltung informiert den Einzelhandel über die Lagerung und den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Darüber hinaus überprüfen die Bezirksregierungen vor dem Jahreswechsel Handelsbetriebe im Hinblick auf das Einhalten der Vorschriften.

Sichere Aufbewahrung

Bei der Aufbewahrung von pyrotechnischen Gegenständen ist darauf zu achten, dass die Räume umseitig geschlossen sind. In den Räumen darf weder geraucht noch mit offenem Licht oder Feuer hantiert werden. Es dürfen keine entzündlichen oder leicht brennbaren Stoffe aufbewahrt oder Druckgaspackungen (z. B. Spraydosen) in der Nähe gelagert werden. Außerdem müssen Einrichtungen zur Brandbekämpfung bereitgehalten werden (z. B. Pulverlöscher für die Brandklasse A, B und C mit 6 kg Inhalt). Die Höchstmengen für die genehmigungsfreie Lagerung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorien 1 und 2 richtet sich nach der Größe des Aufbewahrungsortes.

Verkauf nur an Personen über 18 Jahre

Pyrotechnische Gegenstände enthalten explosionsgefährliche Stoffe oder Stoffgemische. Um Personen- und Sachschäden zu vermeiden, regelt das Sprengstoffrecht den Umgang und der Verkehr mit diesen Gegenständen (z. B. Verkauf, Lagerung, Verwendung). So dürfen nur geprüfte Feuerwerkskörper der Kategorien 1 und 2 verkauft werden, die nach neueren Bestimmungen durch ein aufgedrucktes CE-Zeichen zu erkennen sind. Ausnahme: Für alte, von der BAM zugelassene Feuerwerkskörper (z. B. BAM-PII-3333) gelten Übergangsfristen bis 2017. Die alte Klasse II entspricht jetzt der Kategorie 2, die Klasse I der Kategorie 1.

 Verkauf nur vom 29. – 31. Dezember

Feuerwerkskörper der Kategorie 1 (z. B. Knallererbsen, Knallteufel oder Silberregen) dürfen ganzjährig an Personen verkauft werden, die das 12. Lebensjahr vollendet haben. Feuerwerkskörper der Kategorie 2 (z. B. Raketen, Kanonenschläge und Böller) dürfen nur in der Zeit vom 29. – 31. Dezember und ausschließlich an Personen über 18 Jahren abgegeben werden. Sind die Kategorien 1 und 2 in einem Sortiment vereinigt, so darf dieses nur an Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr verkauft werden. Der Händler ist verpflichtet, sich gegebenenfalls einen Ausweis zeigen zu lassen.

Abstand halten zu Gefahrenquellen

Um verirrte Feuerwerkskörper und Brandgefahr durch Funkenflug und Ascheregen zu vermeiden sowie die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten, sollte die Auswahl des Abschussplatzes für das Feuerwerk bereits bei Tageslicht getroffen werden. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • ausreichenden Abstand zu Gebäuden, Strom- und Telefonleitungen sowie Bäumen halten
  • großen Abstand zu Krankenhäusern, Altenheimen, Tierheimen und Kirchen sowie zu Tankstellen, Lagern, Betriebsanlagen, Parkplätzen halten
  • bei extremer Trockenheit besser auf das Feuerwerk verzichten

 Verirrte Feuerwerkskörper

Für den (Hobby-)Feuerwerker können verirrte Feuerwerkskörper schnell zu einer Gefahr werden, wenn sich die brennende Rakete in der Kleidung verfängt. Deshalb sollte die Kleidung beim Abschießen eines Feuerwerks zweckgebunden sein:

  • keine Kunstfasern, stattdessen Baumwolle, Jeansstoff oder Leder
  • eng anliegende Hosen und Jacken
  • keine wehenden Schals oder Tücher
  • keine Kapuzen oder offenen Taschen
  • keine aufgekrempelte Hosenbeine oder –ärmel

Empfehlenswert ist die Mitnahme einer Taschen- oder Helmlampe und das Tragen einer Schutzbrille. Statt handelsüblicher Feuerzeuge, die oft bei niedrigen Temperaturen versagen, können für das Anzünden eines Feuerwerks Camping-Zündhölzer verwenden werden, die relativ unabhängig von der herrschenden Witterung ihren Dienst tun. Weitere Tipps für ein sicheres Silvesterfeuerwerk hat das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW in einem Merkblatt zusammengestellt.