Die Persönliche Schutzausrüstung allein reicht nicht

Quelle: Petra Bork  / pixelio.de

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Auf den meisten Baustellen und in einem Großteil der deutschen Betriebe ist es mittlerweile selbstverständlich, dass die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nutzen. Das allein sorgt auf jedem Fall für Pluspunkte bei den überraschenden Besuch der Kontrolleure der Berufsgenossenschaft oder Arbeitsschutzbehörde. Noch besser sind Sie vorbereitet, wenn Sie dokumentiert haben, wie umfangreich Sie Ihre Mitarbeiter in Sachen PSA unterweisen.

Dokumentieren Sie, auf welche Art Sie die Notwendigkeit des Tragens von PSA festlegen, etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Ermitteln Sie mit ihrer Hilfe, bei welchen Tätigkeiten Ihre Mitarbeiter welche PSA-Komponenten tragen müssen und kennzeichnen Sie alle Arbeitsbereiche, in denen PSA-Tragegebote herrschen, durch entsprechende Gebotszeichen. Dokumentieren Sie die Schulungen und Unterweisung ihrer Mitarbeiter bezüglich des Tragens und Benutzen der PSA-Komponenten, die vorgeschrieben sind. Das Anlegen und Verwenden von PSA zum Schutz gegen tödliche Gefahren, wie beispielsweise Atemschutz oder Absturzsicherung, sollten Sie regelmäßig bzw. bei Bedarf einüben lassen.

Stellen Sie sicher, dass durch die Verwendung einer PSA-Komponente keine neue Gefährdung entsteht. So können beispielsweise beim Tragen von Gehörschutz akustische Warnsignale überhört werden oder optische Signale werden beim Tragen einer Schutzbrille übersehen. In solchen Fällen ist das Unternehmen gefordert, Abhilfe für mehr Sicherheit zu schaffen, indem alternative Warnsignale eingerichtet werden.

Unternehmen sollten beim Einkauf von PSA-Produkten nicht allein auf den Preis achten. Wichtiger ist die Anschaffung von hochwertigen Produkten mit langer Haltbarkeit und hohen Tragekomfort. Lange Haltbarkeit ist nicht selten auch ein Pluspunkt, der sich wirtschaftlich rechnet, wie auch bequeme und funktionelle PSA die Produktivität fördert. Zu jedem PSA-Element gehört eine schriftliche Benutzerinformation des Herstellers, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Die Produkte sollten die CE-Kennzeichnung aufweisen. Bei PSA der Kategorie III ist zusätzlich die Kennnummer der mit der Qualitätssicherung beauftragten, zugelassenen Stelle notwendig.

Je nach PSA ist es erforderlich, entsprechende Betriebsanweisungen zu erstellen. In diesen wird beispielsweise darüber informiert, welche Verfallsdauer und Tragezeitbegrenzung die PSA-Elemente haben, wo und wie die Mitarbeiter ihre PSA aufbewahren müssen, und welche Pflegemaßnahmen unter Umständen erforderlich sind.

Dokumentieren Sie für die Kontrollbehörden wie die regelmäßige Instandsetzung und Wartung der PSA organisiert ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie die PSA vor der Nutzung auf äußerlich sichtbare Mängel zu prüfen haben und defekte oder beschädigte PSA nicht weiter benutzen dürfen. Regeln Sie das Aussortieren und die Entsorgung oder Reparatur verschlissener oder beschädigte PSA-Teile und klären Sie Ihre Mitarbeiter darüber auf, wo und auf welche Weise sie Ersatz erhalten können. Denken Sie daran, dass auch Praktikanten, Aushilfen, Ferienjobber und Zeitarbeiter eine persönliche Schutzausrüstungen benötigen. Vergessen Sie bitte auch nicht, für Besucher Schutzkleidung bereitzuhalten, sofern damit zu rechnen ist, dass sie entsprechende Betriebsbereiche mit PSA-Tragpflichten betreten.

Gegenüber den Kontrollbehörden können Sie zudem darlegen, auf welche Art Sie Ihre Beschäftigten beim Auswählen von PSA-Komponenten mit einbeziehen. Das erhöht die Trageakzeptanz bei den Mitarbeitern, ebenso wie es das konsequente Anmahnen tut, wenn Tragegebote nicht befolgt wurden. Stellen Sie klar, welche Konsequenzen das strikte Verweigern der vorgeschriebenen PSA hat, die von disziplinarischen Konsequenzen und Entzug von Vergünstigungen über Verwarnung und Verweis bis hin zur Kündigung reichen können.

Legen Sie vor den Kontrolleuren auch dar, welche Regelung Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen und dem Betriebsrat bezüglich dieser Konsequenzen getroffen haben.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und tragen Sie auch als Führungskraft eine PSA, wenn das Betriebsbereiche betreten, in denen sie erforderlich ist – und das nicht nur beim Kontrollgang mit den Behörden.