Helles Licht in der dunklen Jahreszeit

Quelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

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Helle, sonnige Tage wirken sich positiv auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit aus. Im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz und oftmals grau sind, ist das richtige Licht am Arbeitsplatz umso wichtiger. Denn schlechtes Licht schlägt nicht nur auf die Stimmung der Beschäftigten, sondern sorgt auch für vorzeitige Ermüdung und mindert die Aufmerksamkeit. Eine gute Beleuchtung trägt überdies dazu bei, Fehler zu vermeiden und eventuelle Unfallgefahren frühzeitig zu erkennen.
Sorgt das Tageslicht nicht für genügend Helligkeit am Arbeitsplatz, ist der Arbeitgeber umso mehr verpflichtet, künstliche Lichtquellen einzusetzen und so für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu sorgen. Laut Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) müssen Arbeitsplätze mit einer „angemessenen künstlichen Beleuchtung“ ausgestattet sein. Die Beleuchtungsanlagen sind dabei so auszuwählen und anzuordnen, „dass sich dadurch keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben können“.

Arbeitsplatz bestimmt Beleuchtungsstärke

Ideal ist ein Zusammenspiel von direktem und indirektem Licht: Tageslicht durch Fenster oder Glaswände, Lichtquellen an der Decke bzw. an den Wänden sowie individuelle Arbeitsplatzbeleuchtung beispielsweise durch Schreibtischlampen. Hell gestrichene Decken und Wände unterstützen die künstlichen Lichtquellen und sorgen für ein freundliches Raumklima. Die Beleuchtungsstärke richtet sich nach der Art des Arbeitsplatzes, sollte aber grundsätzlich nicht unter 200 Lux liegen. Üben die Mitarbeiter eine Tätigkeit aus, bei der sie mit spitzen, scharfen, sich bewegenden oder heißen Gegenständen umgehen, sollte die Beleuchtungsstärke 300 bis 500 Lux betragen, um Unfallgefahren zu vermeiden. In Einzelbüros sollte die Helligkeit 500 Lux betragen, in Großraumbüros 750 bis 1.200 Lux. In Arbeitsbereichen mit besonderen Sehaufgaben wie zum Beispiel bei sehr feinen Montagearbeiten oder in Kontrollbereichen ist eine Beleuchtungsstärke bis zu 1.500 Lux sinnvoll. Details zur Beleuchtungsstärke und Anordnung der Lichtquellen sind in der Technischen Regel Arbeitsstätten ASR A3.4 aufgeführt.

Mit LED-Lampen gegen Konzentrationsschwäche

Neben der Stärke der Helligkeit spielt auch die Farbe des Lichts eine entscheidende Rolle dabei, dass sich Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und leistungsfähig bleiben. In der dunklen Jahreszeit und in geschlossenen Räumen fehlt das belebende Tageslicht, das mit seinen verschiedenen Lichtfarben unter anderem den Blutdruck und die Herzfrequenz steuert: Durch den fehlenden direkten Lichteinfall ins Auge wird in der Zirbeldrüse vermehrt der „Müdemacher“ Melatonin gebildet und das „Glückshormon“ Serotonin abgebaut. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO haben herausgefunden, dass LED-Leuchten die Konzentration stärken und der Müdigkeit entgegenwirken können. Die individuell eingesetzten Lichtquellen passen sich mit wechselnden Farbtemperaturen und Beleuchtungsstärken dem biochronischen Rhythmus des menschlichen Körpers an. So soll mittags tageslicht-weißes Licht mit einem hohen Blauanteil belebend wirken, gegen Abend sollen warm-weiße Farben für Entspannung sorgen.