In der Enge steckt die Tücke

Das Gefahrenpotenzial in engen Räumen ist besonders hoch.

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Das Arbeiten in engen Räumen birgt ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko. Erstickungen, elektrische Unfälle und Explosionen sind nur einige der Vorkommnisse, die in engen Räumen vermehrt auftreten.
Zu den engen Räumen gehören unter anderem Behälter, Silos, Kessel, Tanks, Kastenträger von Brücken oder Kranen, Hohlräume, fensterlose Räume wie Keller oder Stollen oder Rohrleitungen. Auch Gruben, Schächte, Gräben und Kanäle zählen zu den engen Räumen.
Arbeiten in engen Räumen werden oft an Subunternehmer vergeben. Bei Reinigungsarbeiten oder Konservierungsarbeiten ist das eine gängige Praxis.

Koordinator behält den Überblick

Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist deswegen ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, welche Gefährdungen entstehen können, wenn mehrere Arbeiter unterschiedlicher Firmen in engen Räumen arbeiten. Auch von Arbeiten in benachbarten Räumen oder an den begrenzenden Bauteilen können Gefährdungen für die Arbeiter in engen Räumen ausgehen.
Zur Absicherung ist es daher immens wichtig, rechtzeitig die Abstimmung aller Beteiligten zu koordinieren. In den Bestimmungen von § 6 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention” (BGV A1) ist daher ausdrücklich festgelegt, dass gleichzeitig mit der Vergabe der Arbeiten eine Person als Koordinator zu bestimmen ist. Diesem Koordinator wird die Aufgabe zuteil, die Arbeitsabläufe der beteiligten Unternehmen so aufeinander abzustimmen, dass eine gegenseitige Gefährdung jederzeit ausgeschlossen ist.
Zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Verpflichtungen, die beispielsweise die Unterweisung betreffen, ist es für alle Beteiligten wichtig, den Kontakt zueinander suchen, Absprachen zu treffen, Rücksicht auf die Abläufe und Bedürfnisse der anderen nehmen und sich an Vereinbarungen zu halten.
Damit dies gelingt, sollte dem Koordinator auch die Weisungsbefugnis gegenüber betriebsfremden Personen eingeräumt werden.

Rechtzeitig an die Sicherheit denken

Nicht nur der Auftraggeber, in dessen Unternehmen andere Firmen tätig werden, ist zur Abstimmung verpflichtet. Auch, wer als Auftragnehmer oder als Subunternehmer tätig wird, muss das Gespräch und die Abstimmung suchen.
Für Subunternehmer empfiehlt es sich, Art und Umfang der Arbeiten rechtzeitig vor Beginn dem Hauptunternehmer anzuzeigen. Wichtig ist, alles für die für die Einschätzung der Gefährdung notwendigen Angaben mitzuteilen. Wenn nicht schon geschehen, sollte der Subunternehmer vorschlagen, dass ein Koordinator bestimmt wird.
Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes, die beim Arbeiten in engen Räumen zu erfüllen sind, sind in verschiedenen Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsschutzbestimmungen sowie in BG-Regeln, BG-Informationen, Merkblättern und anderen Regeln der Technik, insbesondere DIN-Normen und VDE-Bestimmungen, enthalten.