Wert legen auf Produktsicherheit

 

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Das Produktsicherheitsgesetz, kurz ProdSG, bietet die Rechtsvorschrift für die Sicherheit von Geräten, Produkten und Anlagen. Dadurch bestimmt es in Deutschland die Regelungen zu den Sicherheitsanforderungen von technischen Arbeitsmitteln. In Kraft getreten ist das Gesetz am 1. Dezember 2011. Zuvor galt das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz. Damit möglichst viele Geräte in den Anwendungsbereich fallen, gehören Wasserkocher und Haarfön genau so dazu wie ein Atemschutzgerät.

Wichtig für Sie als Arbeitgeber sind vor allem die Marktüberwachung und die Informations- und Meldepflichten. Diese Regelungen sind von den europäischen Binnenmarktrichtlinien in deutsches Recht umgesetzt. Außerdem erklären wir, was es mit dem GS-Zeichen auf sich hat und wofür der Ausschuss für Produktsicherheit zuständig ist. Dieser Beitrag wird Sie Schritt für Schritt über alles informieren, was Sie zum Thema Produktsicherheit wissen sollten.

Das GS-Zeichen

Als einzige rein-deutsche Regelung existiert das GS-Zeichen. GS steht für Geprüfte Sicherheit und stellte sich schon in der Vergangenheit als wirkungsvolles Instrument der Produktsicherheit heraus. Achten Sie beim Kauf von Produkten immer auf das GS-Zeichen. Damit tragen Sie maßgeblich zum Verbraucher- aber auch zum Arbeitsschutz bei. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nur mit geprüften Produkten arbeiten, um etwaigen Unfällen vorzubeugen.

Ausschuss für Produktsicherheit

Dem Ausschuss für Produktsicherheit, kurz AfPS, kommt eine zentrale Rolle in der Produktsicherheit zu. Aufgaben des Ausschusses sind einerseits die Beratung der Bundesregierung aber auch Ermittlung von Normen und technischen Spezifikationen.

Marktüberwachung

Die Marktüberwachung unterliegt den nach Landesrecht zuständigen Behörden. Als Marktüberwachungsbehörde kommen ihr wesentliche Aufgaben zu. Vor allem aber das Gewährleisten und Sicherstellen von Überwachungskonzepten. Diese umfasst

  • Erhebung und Auswertung von Informationen zur Ermittlung von Mängeln und Warenströmen.
  • Regelmäßige Aktualisierung von Aufstellung und Durchführung der marktüberwachenden Programme.

Produkte und die Konzepte werden somit spätestens alle vier Jahre überprüft und aktualisiert. Fallen manche Produkte aus den Konzepten und Programmen heraus, stehen der Marktüberwachungsbehörde diese Maßnahmen zu

  • Ausstellen eines Produktes untersagen.
  • Maßnahmen anordnen, damit Produkt den Bestimmungen entspricht.
  • Überprüfung eines Produktes durch eine notifizierte Stelle/Behörde.
  • Bereitstellung und Verbietung von Produkten auf dem Markt.
  • Hinweise zu Risiken auf den Produkten in deutscher Sprache verständlich machen.
  • Rücknahme und Rückruf von Produkten.
  • Unbrauchbare Produkte sicherzustellen und ggf. zu entsorgen.
  • Öffentlichkeit auf Risiken hinweisen.

Informations- und Meldepflicht

Marktüberwachungsbehörde und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, kurz BAuA, informieren sich gegenseitig über Erneuerungen der Maßnahmen. Geht eine Information der Marktüberwachungsbehörde an die BAuA startet der Prozess in Form eines Kreislaufes. Dieser sieht wie folgt aus

Marktüberwachungsbehörde informiert BAuA -> BAuA überprüft eingegangene Meldung -> BAuA leitet Meldung an Europäische Kommission und übrige Mitgliedsstaaten weiter ->  BAuA unterrichtet  die Marktüberwachungsbehörden sowie Bundesressorts über Meldung der Europäischen Kommission oder eines anderen Mitgliedsstaates.

Hinweise für Arbeitgeber

Als Arbeitsgeber sorgen Sie stets dafür, dass Ihre Mitarbeiter keinen Gefahren ausgesetzt sind. Gefahren bedeuten in den meisten Fällen auch Unfälle, die Ihre Mitarbeiter gefährden.

Mit den Marktüberwachungsbehörden und den weiteren zuständigen Behörden befinden Sie sich immer auf dem neusten Stand. Jegliche Produkte werden auf Staatenebene untersucht, überprüft und auf Sicherheitslücken getestet.

Ein guter Arbeitgeber sorgt dafür, dass die Umgebung, in der Mitarbeiter arbeiten, genauso sicher ist, wie die Geräte mit denen gearbeitet werden. Achten Sie daher auf die folgenden Hinweise, um Ihre Mitarbeiter unfallfrei durch den Alltag zu befördern.

  • Achten Sie unbedingt auf das GS-Siegel, wenn sie neue Produkte kaufen. Dabei ist es egal, ob es sich bei dem Gerät um einen Wasserkocher oder um eine wichtige Anlage handelt.
  • Infomieren Sie sich über Erneuerungen und Aktualisierungen von Produkten, die Sie in Ihrem Unternehmen nutzen.
  • Achten Sie auf öffentliche Mitteilungen über Produkte, die nicht den Bestimmungen entsprechen.
  • Entsorgen Sie Produkte, die nicht den Bestimmungen entsprechen.

Schutz vor Lärm und Vibrationen

Quelle: Mimzy/Pixabay

Quelle: Mimzy/Pixabay

Arbeiter auf Baustellen, in handwerklichen Berufen und vielen anderen Branchen kennen es nur zu gut. Tag für Tag wird unter tosendem Lärm und starken Vibrationen gearbeitet. Damit Ihre Arbeiter keinen Gesundheitsschaden erleiden, gibt es bereits seit dem 9. März 2007 die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie als Arbeitgeber über den Lärm- und Vibrationsschutz wissen sollten.

EG-Arbeitsschutzrichtlinien

Die im März 2007 in Kraft getretene Schutzverordnung erschöpft sich aus zwei Richtlinien. Einerseits aus der EG-Arbeitsschutzrichtline und andererseits aus dem Übereinkommen des Internationalen Arbeitsamtes zu Lärm und Vibration. EG steht hierbei für Europäische Gemeinschaft. Diese beiden Richtlinien wurden dann in nationales Recht umgewandelt und richtet sich fortan an alle Arbeitgeber in den betroffenen Branchen.

Grenzwerte festgelegt

Bei der Umsetzung der EG-Richtlinien wurde Grenzwerte für den Lärm- und Vibrationsschutz festgelegt. Die Werte richten sich nach wissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Erkenntnissen.

Die Grenzwerte der Lärmbelastung wurden am Minimum von 87 dB auf 85 dB gesenkt. Am Maximum von 140 dB auf 137 dB.

Bei Arbeiten mit Maschinen, bei denen starke Vibrationen entstehen, wurde der Beschleunigungswert gesenkt. Dieser wich von 1,15 m/s² auf 0,8 m/s².

Diese Absenkungen sind ein großer Fortschritt für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.

Gesundheitsschäden entgegenwirken

Mit der neuen Verordnung arbeiten Ihre Mitarbeiter sicherer und gesundheitsfördernder. Ein häufig auftretender Gesundheitsschaden ist die Lärmschwerhörigkeit, die seit langem an der Spitze der Berufskrankheiten steht.

Gesundheitsschäden durch Hand-, Arm- oder Ganzkörpervibrationen werden mit der Verordnung ebenfalls gehemmt. Bei langer andauernder Belastung entstehen unter Umständen schwere Muskel- und Skeletterkrankungen. Teilweise treten auch neurologische Störungen und Gefäßerkrankungen auf.

Technische Regeln

Um Ihren Mitarbeitern das maximale Maß an Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die technischen Regel zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV) zu beachten.

Lärmarme Arbeitsverfahren

Alternative Arbeitsverfahren erweisen sich in Branchen, in den viel mit Lärm gearbeitet wird, als erfolgreich. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie einige alternative, lärmarme Arbeitsverfahren.

Lärmarme Verfahren statt geräuschintensive Verfahren
Ablegen statt Abwerfen
Absaugen statt Abblasen
Bohren statt Stanzen
Drehschrauber statt Schlagschrauber
Elektroantrieb statt Verbrennungsmotor
Gießen statt Schmieden
Gleitlager statt Wälzlager
Hydraulisch Verformen statt Bördeln mit Hammer
Hydraulisch Ziehen/Drücken statt Richten mit Hammer
Kleben statt Nieten
Laserschneiden statt Akustische Signalgebung
Optische Signalgebung statt mechanisch Trennen
Pressen statt Schlagen
Sägen statt Trennschleifen
Schrauben statt Nieten
Schweißen statt Nieten
Taumelnieten statt Schlagnieten
Transport kontinuierlich statt Transport stoßweise

 

Lärmmindernde Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte

Neben der Arbeitsstätte lassen sich auch Aufenthaltsräume lärmmindernd gestalten, damit Arbeiter außerhalb der aktiven Arbeitszeit keinen gesundheitlichen Schaden erleiden.

Arbeitsräume sollten so gestaltet sein, dass die Schallausbreitungsbedingungen dem aktuellen technischen Standard entsprechen.

Minderung von Luft- und Körperschall sind an der Quelle der Schallerzeugung zu erzielen. Danach auf dem Schallausbreitungsweg und schließlich am Ort der Schalleinwirkung.

Wartungen für Arbeitsmittel, -plätze und Anlagen

Ständige Wartungen Ihrer Arbeitsmittel und Anlagen stellen eine sichere Produktion und Nutzung der Geräte voraus. Das verhindert u. a., dass sich die Lärmbelastung der Beschäftigten möglicherweise unbemerkt erhöht und zu Schäden führt.

Arbeitsorganisation zur Lärmminderung

Halten Sie die Anzahl der von Lärmbelastung ausgesetzten Beschäftigten so gering wie möglich. Verlagern Sie lärmintensive Tätigkeiten z. B. durch Einführen von Schichtabschnitten.

Führen Sie eine sogenannte „Job Rotation“ ein, indem ein Wechsel von Tätigkeitsanteilen in leisen und lauten Arbeitsbereichen stattfindet.

Achten Sie dennoch darauf, dass Ihre Mitarbeiter den Tages-Lärmbelastungspegel von 85 dB nicht überschreiten.

Lärm und akustische Gefahrensignale

Wird ein akustisches Gefahrensignal vom Lärm der Arbeiten übertönt, führt es wohlmöglich zu einem erhöhten Gefahrenrisiko. Als Arbeitgeber haben Sie dafür zu sorgen, dass der Lärm soweit gemindert wird, dass Gefahrensignale noch wahrnehmbar sind.

Lässt sich diese Maßnahme nicht umsetzen, sorgen Sie dafür, dass die Signalgebung dementsprechend verbessert wird.

Auch beim Tragen des Gehörschutzes, haben Sie die Pflicht für die Wahrnehmung von Gefahrensignalen zu sorgen.

Was können Sie tun?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Grenzwerte in Ihrem Unternehmen eingehalten werden und wie Sie die Belastung reduzieren können, sprechen Sie uns gerne an!

Obacht in der Bauwirtschaft!

Quelle: Life-of-Pix/Pixabay

Quelle: Life-of-Pix/Pixabay

Im Jahr 2017 waren rund 81,2% aller Deutschen im Bauhauptgewerbe tätig. Ein Beruf wie dieser wird wohl auch noch in den nächsten Jahren nicht überflüssig. Ein Grund mehr, diese wichtigen Hinweise zum Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft zu beachten. So bleiben Ihre Arbeiter noch lange im Gewerbe tätig.

Ständig wechselnde Arbeitsumgebung

Das Besondere der Berufe in der Bauwirtschaft ist ganz klar die ständig wechselnde Arbeitsumgebung. Dabei herrschen nicht nur von Baustelle zu Baustelle andere Bedingungen, sondern auch einzelne Tage sind oft mit anderen Bedingungen behaftet. Hinzu kommt die unberechenbare Witterung, die sich ebenfalls ständig ändern kann. Daher sind Bauarbeiter quasi jeden Tag mit Herausforderungen konfrontiert. Diese Faktoren machen den Arbeitsschutz für Bauarbeiter besonders

  • Klassische Gefährdungen in stark auftretendem Maß
  • Ständig wechselnde Projektstrukturen zur Umsetzung von Unikatfertigungen
  • Arbeiten außerhalb des eigenen Betriebssitzes

Hohe Unfallrisiken und hohe körperliche Beanspruchung sind Faktoren, mit denen ein Arbeiter rechnen muss. Mit diesen Hinweisen sorgen Sie als Arbeitgeber dafür, dass das Risiko von verletzten Arbeitern sinkt.

  1. Achten Sie auf die technischen Mindestanforderungen für Baustellen in der Arbeitsstättenverordnung
  2. Für Arbeiten in hochgelegenen Arbeitsplätzen sind besondere Anforderungen zu beachten
  3. Verbesserung der Sicherheit auf Baustellen durch eine besser organsierte Planung und Ausführung von Bauvorhaben

Die Baustellenverordnung

Mit der Baustellenverordnung werden die Bauherren, aber auch Sie als Arbeitgeber dazu aufgerufen, für den nötigen Arbeitsschutz zu sorgen. Dabei stehen vor allem folgende Pflichten für den Bauherrn im Vordergrund

  1. Es gilt, die allgemeinen Grundsätze nach §4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) für die Planung und Ausführung des Bauvorhabens zu beachten.
  2. Eine Ankündigung (sog. Vorankündigung) für größere Bauvorhaben ist bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde einzureichen.
  3. Bei Baustellen, auf denen Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber (auch ein GU mit Sub´s) gleichzeitig oder hintereinander tätig werden, muss ein geeigneter Koordinator (sog. Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator) bestellt werden
  4. Bei größeren Bauvorhaben oder gefährlichen Arbeiten muss der Bauherr einen Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Plan ausarbeiten.
  5. Eine Unterlage für spätere Arbeiten an der Anlage muss zusammengestellt werden. Sie sollte z.B. Informationen über die Nutzungsmöglichkeiten von sicherheitstechnischen Einrichtungen enthalten.

Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft

Durch die anspruchsvollen Bedingungen in der Bauwirtschaft ergeben sich für den Arbeitsschutz zwei zentrale Dimensionen.

  • Mindeststandard des Arbeitsschutzrechts ständig zu sichern und gewährleisten.
  • Gut gestaltete und organisierte Umsetzung und Arbeit des Bauvorhabens.

Bausteine qualitativen Bauens

Diese drei Bausteine stellen eine reibungslose Planung, Durchführung und Qualitätssicherung des Bauvorhabens dar. Damit werden Arbeitsunfälle vorgebeugt und vermieden. Sorgen Sie also dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter an diesen Bausteinen stetig orientieren.

Einzigartige Bauprojekte und ihre Lösungen

Jedes Bauvorhaben ist für sich gesehen ein Unikat mit spezifischen Anforderungen. Über diese Anforderungen sind sich Bauherr, Planer und Bauunternehmen zuvor einig geworden. Jedes Bauvorhaben ist einzigartig und fordert von Ihren Mitarbeitern ein ständig präsentes Maß an Flexibilität, Kompetenz und Erfahrung.

Gute Kommunikation

Eine gute Kommunikation auf der Baustelle ist das A und O. Das bedeutet für Sie ständigen Kontakt mit dem Bauherrn, damit keine Missverständnisse entstehen. Durch eine schlechte Kommunikation auch innerhalb des Teams kann es zu Arbeitsunfällen kommen.

Änderungen rechtzeitig abstimmen

Änderungen innerhalb des Bauplans führen gegebenenfalls zu Verzögerungen und/oder Missverständnissen. Daher ist es wichtig, dass Änderungen im Bauplan allen beteiligten Akteuren rechtzeitig mitgeteilt werden. Dabei kommt es auch auf eine Neu- bzw. Weiterplanung an. Auch so lassen sich Verletzungen und Unfälle am Arbeitsplatz vorbeugen.

Sicheres Bauen = zufriedene Arbeiter

Wenn Sie als Arbeitgeber auf diese wenigen Punkte achten, steht der Sicherheit am Arbeitsplatz nichts im Wege. Sorgen Sie dennoch dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter auch untereinander ständig kontrollieren. So gewährleisten Sie nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern auch für Ihre Mitarbeiter eine gefahrlose Tätigkeit auf Baustellen. Daher erweist sich die Devise, dass sicheres Bauen zu zufriedenen Arbeitern führt, als anstrebenswert.

Schauen Sie lieber einmal öfter in die für die Baustelle geltenden Arbeitsschutzvorgaben (z.B. Baustellensicherheitsordnung, SiGe-Plan, etc.) rein, als einen Arbeitsunfall zu riskieren. Auch eine gute Kommunikation mit Ihren Arbeitern kann dazu führen, dass sie sicherer und gefahrloser arbeiten.

Erste Hilfe rettet Leben

Quelle: Hans/Pixabay

Quelle: Hans/Pixabay

Mal ehrlich: Wüssten Sie aus dem Effeff wie eine korrekte Herz-Lungenwiederbelebung funktioniert oder wie Sie eine stark blutende Wunde erstversorgen müssen?

Alarmierend: Nur jeder Fünfte ist in der Lage, eine lebensrettende Wiederbelebung durchzuführen. Informieren Sie sich, welche Pflichten für eine funktionierende Erste Hilfe am Arbeitsplatz relevant sind. Mit diesen Hinweisen ist Erste Hilfe in Ihrem Betrieb keine Hürde mehr.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz

Sie als Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass in Ihrem Betrieb Erste Hilfe möglich ist. Sie sorgen für materielle, personelle und organisatorische Vorarbeit. Haken Sie die folgenden Punkte am Beispiel eines Verbandskastens ab

  1. Sie müssen Verbandskästen und das nötige Material zu Verfügung stellen
  2. Kennzeichnen Sie die Verbandkästen
  3. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was im Notfall zu tun ist (z. B. mit einem Aushang des Erste-Hilfe-Plans)

Dieser Pflicht müssen Sie bereits ab nur einem Mitarbeiter nachkommen. Anders sieht es bei gleich oder mehr als zwei Mitarbeitern aus. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ersthelfer ausgebildet werden. 5 – 10% der Mitarbeiter sind bei größeren Betrieben eine empfohlene Zahl an Ersthelfern. Bei diesen ermächtigten Stellen werden Ersthelfer fachgerecht ausgebildet:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • Deutsche Rotes Kreuz (DRK)
  • Malteser Hilfsdienst (MHD)
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG)

Rettungskette beachten

Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge dafür, dass eine geregelte Rettungskette möglich ist und eingehalten wird. Diese Schritte verhelfen dazu, Mitarbeiter, die einen Unfall am Arbeitsplatz haben, geregelt zu versorgen.

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Sichern Sie die Unfallstelle.
  3. Bringen Sie Personen aus dem Gefahrenbereich. Achten Sie jedoch auch auf Ihre eigene Sicherheit.
  4. Versorgen Sie die Wunde bei kleinen Verletzungen.
  5. Rufen Sie einen Rettungswagen bei größeren Verletzungen oder nicht ansprechbaren Personen.
  6. Leisten Sie Erste Hilfe mit Sofortmaßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.
  7. Fahren Sie mit ins Krankenhaus.

Die fünf W-Fragen

Auch wenn manche Mitarbeiter nicht zum Ersthelfer ausgebildet werden: Sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter die fünf W-Fragen im Kopf haben, bevor sie einen Notruf absetzen. Bei einem Notfall rufen Sie sofort den Rettungswagen und beantworten auf Nachfrage diese fünf Fragen:

  • Wo genau hat sich der Unfall zugetragen?
  • Was ist passiert?
  • Gibt es Verletzte? Wenn ja, Wie viele?
  • Um Welche Art von Verletzung handelt es sich?
  • Zum Schluss: Warten Sie auf weitere Rückfragen

Der Job geht weiter – auch nach dem Unfall

Wenn Ihre Mitarbeiter bei kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten, wird dies in einem Verbandbuch dokumentiert. Bestehen Sie darauf, dass der Vorgesetzte und Sie als Arbeitgeber darüber informiert werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen muss eine Unfallanzeige in dreifacher Ausführung angefertigt werden. Ein Exemplar der Unfallanzeige ist an den zuständigen Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu senden. Unterliegt das Unternehmen der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht (bei landwirtschaftlichen Betrieben, nur soweit sie Arbeitnehmer beschäftigen), ist ein Exemplar an die für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Staatl. Amt für Arbeitsschutz) zu senden. Ein Exemplar dient der Dokumentation im Unternehmen. Darüber hinaus müssen Sie als Arbeitgeber den Arbeitnehmer explizit darüber informieren, dass er ebenfalls ein Recht auf eine Kopie hat.

Großer Betrieb = mehr Hilfe?

Sie sind Arbeitgeber in einem großen Betrieb? Bedeutet das nun für Sie auch (noch) mehr Hilfe? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Ihre Mitarbeiter in einem großen Betrieb oder sogar besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind, müssen mehr Vorbereitungen getroffen werden. Das bedeutet für Sie

  • Mehr Verbandskästen
  • Medizinische Gerätschaften wie z. B. Defibrillatoren
  • Technische Hilfsmittel wie z. B. Krankentragen
  • Betriebssanitäter
  • Erste-Hilfe-Räume

gehören zum Inventar Ihres Betriebes.

Zum Schluss: Checkliste

Damit in Ihrem Betrieb Erste Hilfe gewährleistet wird, beachten Sie zum Schluss die folgende Checkliste.

  • Stellen Sie Verbandskästen zu Verfügung und machen Sie diese, sowie den Erste-Hilfe-Plan, deutlich kenntlich.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Ersthelfer in Ihrem Betrieb ab zwei Mitarbeitern.
  • Befolgen Sie die Rettungskette und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Reihenfolge.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die fünf W-Fragen.
  • Fertigen Sie nach einem Unfall eine Unfallanzeige an und informieren Sie den Arbeitnehmer über sein Recht auf ein Exemplar.
  • Bei großen Betrieben oder gefährlichen Arbeiten sorgen Sie für mehr Ausrüstung, Sanitäter und Erste-Hilfe-Räume.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Brandschutzhelfer in Ihrem Betrieb.

Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema. Es betriff uns alle: Sie als Arbeitgeber, Ihre Mitarbeiter und Privatpersonen. Daher gilt auch im Betrieb: Erste Hilfe rettet Leben.

Gesundheitsverträgliche Kassenarbeitsplätze? Gebongt!

Quelle: Antranias/Pixabay

Quelle: Antranias/Pixabay

Die immer gleichen Bewegungen, monotone Abläufe und das nicht selten in zugigen Eingangsbereichen: Das sind die Arbeitsplätze von rund 500.000 Beschäftigten in Deutschland, die im Einzelhandel an Kassenarbeitsplätzen sitzen. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte man wissen, welche gesundheitlichen Belastungen an diesen Arbeitsplätzen vorherrschen.

Kassenbereiche in Supermarkt oder Kino sind die typischen Arbeitsplätze, an denen vorrangig sitzend gearbeitet wird. Ist der Arbeitsplatz nicht ergonomisch gestaltet, führt dies oftmals zu Zwangshaltungen, sprich unnatürlichen Bewegungsabläufen und verkrampften oder angespannten Positionen. Wer in Baumärkten oder Möbelhäusern an der Kasse arbeitet, muss oftmals schwere Kartons oder Waren von Hand anheben, um das Preisetikett zu scannen. An anderen Kassenarbeitsplätzen, zum Beispiel an Tankstellen oder in der Gastronomie, ist das Problem weniger das Sitzen, sondern eher das ausdauernde Stehen nicht selten in Verbindung mit ständiger Zugluft.

Drei Hauptbelastungsfaktoren sind für Kassenarbeitsplätze oftmals typisch und sollten von der Fachkraft für Arbeitssicherheit geprüft werden, um gezielte Maßnahmen zum Gesundheitsschutz festlegen zu können.

1. Belastungen durch Arbeitshaltung

  • nicht optimale Arbeitshöhe
  • nicht ergonomische Sitzmöglichkeit
  • ungünstige Körperhaltung
  • häufige Beugung oder Drehung der Hals- und Lendenwirbelsäule
  • einseitige Belastungen
  • ausschließliches Sitzen oder Stehen

Mögliche Folgen

  • Schmerzen und Verspannungen, je nach Arbeitshaltung von Nackenbereich bis Lendenwirbelsäulenbereich möglich
  • Verspannungen durch Fehlhaltungen, die zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen können

2. Belastungen durch gleichförmige Bewegungsabläufe

  • Häufiges Anheben und Bewegen von Waren
  • Arbeiten mit dem Scanner
  • Tippen auf der Registrierkasse

Mögliche Folgen

  • Schmerzen in den Schultern, den Ellenbogen oder Handgelenken
  • Karpaltunnelsyndrom, eingeklemmte oder stark gereizte Nerven im Handwurzelbereich

3. Belastung durch die Arbeitsumgebung

  • monotone Arbeitsabläufe
  • Arbeitszeiten mit Schichtdiensten, am Abend/nachts oder an Wochenenden
  • Lärm
  • zu wenig oder zu helle Beleuchtung
  • klimatische Belastungen, etwa durch Zugluft, Hitze oder Kälte, wechselnde Temperaturen, Klimaanlagen

Mögliche Folgen

  • unspezifische Symptome als Folge der Belastung, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität oder überlastete Augen/Augenjucken

Die gesetzlichen Vorschriften

Kassenarbeitsplätze unterliegen unterschiedlichen Arbeitsschutzvorschriften, die sich danach richten wie die Arbeitsplätze konkret gestaltet und eingerichtet sind. Unter anderem gehören dazu:

Schritt für Schritt – Arbeiten mit Leitern

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Quelle: Bluesnap/Pixabay

Leitern sind ein wichtiges Hilfsobjekt in unzähligen Branchen, vor allem, weil sie ziemlich praktisch und variabel sind. Leitern gibt es in nahezu jeglicher Ausführung, z. B. mit einer variablen Anzahl an Sprossen, mit Zwischenablage oder ohne. Egal ob man ein hohes Regalfach im Lager oder bei einer Monteur-Arbeit an die Decke muss: Mit Leitern gelingt der Aufstieg einfach, schnell und sicher. Sicher zumindest, solange man diese nützlichen Regeln zum Arbeiten mit Leitern sowohl vor, während als auch nach dem Gebrauch berücksichtigt. Weiterlesen

Wenn von oben nichts Gutes kommt

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

Arbeiten, die in der Höhe ausgeführt werden, sind besonders anfällig für Arbeitsunfälle. Zum einen besteht die Gefahr, dass der Arbeitende selbst herabstürzt und zum anderen, dass er von herabfallenden Gegenständen getroffen wird. Stürzt Ihr Mitarbeiter von seiner Arbeitsfläche herab, so sind lebensgefährliche Verletzungen als Folge möglich. Achten Sie auf diese Hinweise, um Ihre Mitarbeiter vor einem Absturz zu schützen.

Ständige Sicherung

Besonders Arbeitsplätze und Verkehrswege, die sich

  • z. B. über und an Wasser oder anderen Stoffen befinden
  • oder mehr als einen Meter über dem Boden befinden

brauchen ständige Sicherung. In der Nähe von Wasser oder anderer Stoffe wie Chemikalien oder kleinteiligem Lagergut besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter einsinken. Hier gilt es vor allem einen Absturz Ihrer Mitarbeiter zu verhindern. Auch potentiell herabfallende Gegenstände sind zu sichern.

Dreiteiliger Seitenschutz

Sichern Sie Arbeitende in der Höhe mit Geländern, die mindestens einen Meter hoch sind. Außerdem sind ein Geländeholm, ein Zwischenholm in 0,5 Meter Höhe und ein Bordbrett mit 0,1 Meter Höhe Pflicht zur Sicherung.

Ständige Sicherung nicht möglich?

Arbeitsplatz oder die auszuführende Arbeit selbst lassen sich nicht ständig sichern? Dann sind Fangnetze oder Sicherheitsgeschirre gegen Abstürze heranzuziehen. Herabfallende Gegenstände lassen sich z. B. durch Schutzdächer auffangen.

Tipp

Bei Arbeiten auf Laderampen sind Geländer an Be- und Endladestellen nicht notwendig.

Luken und Öffnungen in Fenster, Wand und Boden

Bei Arbeiten in der Nähe von Fenstern und Wandluken ist zusätzliche Sicherung notwendig. Das gilt bei Luken, die weniger als einen Meter über dem Boden sind. Eine Brustwehr in einem Meter Höhe schafft Abhilfe. Abnehmbare Brustwehren erfordern außerdem lange Handgriffe an beiden Seiten der Luken.

Geländer und Fußleisten sind unverzichtbar, wenn Fenster von Fußebene an bis in das herunter liegende Stockwerk reichen. Das Geländer und die Fußleiste lassen sich am Besten auf einem Zwischenboden befestigen.

Sichern Sie Ihre Mitarbeiter bei Putzarbeiten, die durch die Bauart der Fenster eingeschränkt werden. Bei solchen Arbeiten bieten Auffanggurte genügend Schutz.  Besonders große Außenfester sind unbedingt immer von Gerüsten und Fahrkörben aus zu reinigen.

Flügel und Türen

Hinter Schiebetüren und Fensterflügel lauern Gefahren für Ihre Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass diese Fenster und Türen durch Vorrichtungen abgesichert sind, damit sie nicht herunterfallen. Außerdem sind Schiebetüren gegen Herausfallen zu sichern.

Bodenöffnungen

Bodenöffnungen, wie z. B. Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Gruben oder Schächte, ohne Sicherung lassen Ihre Mitarbeiter einstürzen. Sorgen Sie dafür, dass diese Öffnungen ständig gesichert sind.

Sicherungen für Bodenöffnungen sind

  • Abdeckungen, die sich nicht verschieben lassen
  • Abnehmbare oder feste Geländer
  • Absperrungen

Luken im Boden sind mit einem Griff zu versehen. Dieser verhindert ein Einklemmen der Finger beim Schließen der Luke.

Dächer

Vor allem Arbeiten auf Dächern sind gefährlich. Häufig fallen Arbeiter wegen unzureichender Sicherungen von Dächern herab. Damit Sie nicht den Absturz Ihres Mitarbeiters verursachen, sorgen Sie für eine ausreichende Sicherung.

Bestimmte Materialien von Dächern sind nicht ausreichend tragfähig, um Ihren Mitarbeitern eine standfeste Unterlage zu bieten. Das bedeutet für Sie

  • Faserzement-Wellplatten und
  • Oberlichter

sind tabu für Ihre Mitarbeiter.

Damit Passanten nicht zusätzlich gefährdet werden, sind Hinweisschilder unabdingbar. Ein stürzender Mitarbeiter ist für Sie Verlust genug, ebenfalls haften Sie für verletzte Passanten.

Damit Passanten auf Arbeiten über ihrem Kopf hingewiesen werden, sind Warnschilder an den jeweiligen Zugangsstellen anzubringen. Oberste Priorität hat jedoch, die Zugangsstellen unter sicherem Verschluss zu halten.

Betreten Ihre Mitarbeiter Dächer immer wieder, sind Laufstege mit Geländer die beste Sicherung. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Ihre Mitarbeiter für die Instandhaltung der Dächer sorgen.

Erst checken, dann arbeiten

Als Vorgesetzter haben Sie die Verantwortung für Ihre Mitarbeiter. Sie müssen dafür sorgen, dass die Sicherungen eingehalten und geprüft werden. Merken Sie sich diese Punkte beim Arbeiten in der Höhe:

  • Ständiger Schutz bei Arbeiten mit oder an Wasser oder anderen Stoffen
  • Dreiteiliger Seitenschutz
  • Geländer und Fußleisten bei Luken und Öffnungen
  • Griffe und feste Geländer bei Bodenöffnungen
  • Warnschilder bei Arbeiten auf Dächern

Betriebsrat und Arbeitsschutz

Quelle: Foto-Rabe/Pixabay

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Ein Betriebsrat strebt mit seinen Rechten, Pflichten und Aufgaben das Ziel an, die Interessen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber zu wahren und zu kommunizieren. Auch in Sachen Arbeitsschutz hat der Betriebsrat ein bestimmtes Mitspracherecht. Informieren Sie sich über die Rolle des Betriebsrates, wenn es um die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Mitarbeiter geht.

Rolle des Betriebsrates im Arbeitsschutz

Vor allem bei Präventionen und Vorbeugungen ist der Betriebsrat eine helfende Instanz. Die Mitbestimmung und der Einfluss des Betriebsrates sind weitreichend. Die gesetzlichen Regelungen im Arbeitsschutz sind jedoch nur vage ausformuliert. Daher müssen Sie als Arbeitgeber die Anpassungen im Betrieb vornehmen – in Absprache mit dem Betriebsrat.

Mitbestimmungsrechte

Rechtsgrundlage stellt hier § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG dar. Dieser sagt aus, bei Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit, hat der Betriebsrat mitzubestimmen. Dies gilt auch bei Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten oder zur Prävention.

Allerdings haben Sie als Arbeitgeber auch ein Recht: den Spielraum bei der Wahl Ihrer Maßnahmen. Die häufigsten Maßnahmen befassen sich mit den Themen Lärm, Hitze und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Hierbei müssen Sie zusammen mit dem Betriebsrat entscheiden.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Der Betriebsrat hat ebenfalls ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Arbeitslatzes angeht. Das bedeutet, er darf mitbestimmen, wie PC- und Bildschirmarbeitsplätze aussehen. Außerdem darf er Maßnahmen zur Stressbelastung mitbestimmen.

Sollten Maßnahmen von Ihnen als Arbeitgeber nicht formuliert sein, wird der Betriebsrat aktiv. Das heißt, er darf selbst handeln und eigene Maßnahmen bestimmen. Um einen Zwiespalt zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat zu vermeiden, beraten Sie sich mit ihm über die Maßnahmen.

Betriebsrat und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes. Nach § 5 ArbSchG führen Sie diese durch, um Gefährdungen im Betrieb frühzeitig zu erkennen. Vor allem die physische und psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter gilt es zu schützen.

Auch hier, bei § 5 ArbSchG, hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht. Aufgabe des Betriebsrates ist es, die Maßnahmen abzusegnen und die Umsetzung zu gewährleisten. Das bedeutet auch, dass er das Recht nach § 80 BetrVG hat, die Umsetzung zu überwachen.

Hierbei ist es dem Betriebsrat ebenso erlaubt, eine eigene Gefährdungsbeurteilung anzuregen, sollten Sie sich nicht darum bemüht haben.

7 Schritte zur Gefährdungsbeurteilung

  1. Fassen Sie die verschiedenen Arbeitsplätze zusammen, um eine einheitliche Betrachtung von ähnlichen Belastungen zu erhalten.
  2. Erkennen und bewerten Sie die Gefährdungen.
  3. Legen Sie geeignete Gegenmaßnahmen fest und schätzen Sie deren Wirksamkeit ein.
  4. Setzen Sie die Maßnahmen um. Vermeiden Sie eine Erweiterung der Belastung.
  5. Überprüfen Sie die getroffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.
  6. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen.
  7. Sie sind dazu verpflichtet, die eingetroffene Gefahr und die dazugehörige Beurteilung nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für das Erkennen und Bewerten der Gefahr (Schritt 2), sind folgende Methoden bewährt:

  • Beobachtungsstudien und Messungen
  • Interviews, Fragebögen und Beratungsgespräche durch Ärzte oder Gesundheitsberatern

Überwachung des Arbeitgebers

Vor allem im Arbeitsschutz kommt die, in § 80 BetrVG festgelegte, Kontrollfunktion des Betriebsrates zur Geltung. Hier spielt sie eine wichtige Rolle. Der Betriebsrat stellt sicher, dass Sie als Arbeitgeber alle Arbeitsschutzvorschriften eingehalten haben. Dabei haben Sie eine Art Bringschuld. Das bedeutet, Sie müssen den Betriebsrat über alle Vorgänge informieren und die nötigen Unterlagen vorlegen.

Kommen dem Betriebsrat Anhaltspunkte unter, die eine einzuhaltende Sicherheitsvorschriften nicht zulässt, wird er aktiv. Sind also z. B. Arbeitsplätze nicht gesundheitsgerecht, macht sich der Betriebsrat ein Bild von der Situation. Das heißt, er kommt, auch unangekündigt, vor Ort.

Besichtigungen der Behörde

Bei Besichtigungen und Betriebsbegehungen durch Behörden hat der Betriebsrat vor Ort zu sein. Das gilt besonders für Unfalluntersuchungen. Gibt Ihnen, als Arbeitgeber, eine Behörde bestimmte Auflagen oder Anordnungen, sind Sie wieder in der Bringschuld. Der Betriebsrat muss darüber informiert werden.

Messer, Schere, Gabel, Licht

Quelle: Pexels/Pixabay

Quelle: Pexels/Pixabay

Jeder weiß, wie dieses bekannte Sprichwort weitergeht. Aber selbst Erwachsene erleben es noch häufig genug, dass sich mit dem einfachen Handmesser geschnitten wird. Vor allem in Branchen wie Gastronomie, Lagerlogistik und Einzelhandel kommen Schnitte mit Messern überdurchschnittlich häufig vor. Um selbst den kleinsten Schnitt zu verhindern, lohnt es sich, diese Maßnahmen unbedingt zu beachten.

1.    Geeignete Messer auswählen

Messer ist nicht gleich Messer. Viele Unfälle mit Messern passieren häufig aus dem einfachen Grund, dass für die geplante Schneideaufgabe ein ungeeignetes Messer benutzt wurde. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die für Ihre Branche geeigneten Messer auswählen, um Unfällen und Arbeitsunfähigkeit effektiv vorzubeugen.

  • Unfälle, bei denen die Hände von Messergriff auf Schneide abrutschen, verhindern Sie damit, dass ausschließlich Messer mit abrutschsicheren Griffen verwendet werden.
  • Um z. B. Kartons und Folienverpackungen ohne Verletzungen aufzuschneiden, empfiehlt es sich, ein Sicherheitsmesser mit selbsttätiger Klingensicherung zu benutzen. Dieses lässt die Klinge automatisch zurück in die Schutzstellung springen, sobald Sie vom Karton abgelassen haben.
  • Für das Aufschneiden von Brötchen eignen sich z. B. Messer mit einer abgerundeten Spitze. So werden Schnittverletzungen einfach verhindert.

Außerdem gilt: Messer, die am Arbeitsplatz nicht gebraucht werden, gehören auch nicht an den Arbeitsplatz. Sorgen Sie für die geeigneten Werkzeuge am Arbeitsplatz und entfernen Sie Überflüssiges.

2.    Safety first

Stetige Sicherheit im Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen ist das A und O in jeder Branche. Was viele nicht wissen: Stumpfe Messer sind wesentlich gefährlicher als scharfe Messer. Beim Schneiden mit einem stumpfen Messer wird mehr Kraft gebraucht, wodurch die Gefahr unkontrolliert abzurutschen höher ist. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter um eine stetige Nachschärfung der Messer bemühen.

In Großbetrieben (z. B. Schlachthöfen) lohnt es sich auch, über zentrale Schleifstationen nachzudenken. Speziell ausgebildete Mitarbeiter geben den Messern einen optimalen, materialsparenden Schliff und tauschen verschlissene gegen neue Messer aus. Idealerweise geschieht das ohnehin regelmäßig.

  • Geeignete Ablagen für die gebrauchten Messer sorgen dafür, dass niemand aus Versehen in ein herumliegendes Messer greift. Ablagen wie Messerblöcke oder Magnetleisten sind hier wichtige Utensilien.
  • Der Umgang mit Messern erfordert ausreichend Platz und genug Beleuchtung.
  • Erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern den Griff nach dem richtigen Messer, in dem Sie Grifffarben bestimmten Tätigkeiten zuordnen.
  • Stetige Benutzungs- und Betriebsanweisungen erhöhen die Sicherheit beim Arbeiten mit Messern.
  • Achten Sie auf ausreichende Ruhepausen im Umgang mit Messern. Ablenkung und mangelnde Konzentration sind oft Auslöser von Schnittverletzungen.

Ob nun Messer oder Maschinen gesäubert werden: Nicht selten werden dabei Putzlappen genutzt, die zuvor ein Bad voll brennbaren Flüssigkeiten genossen haben. Danach werden sie häufig in offenen Behältern aufbewahrt. Einerseits führt dies zu Lösemitteldämpfen, die für Sie und Ihre Mitarbeiter gesundheitsschädlich sind. Andererseits kann ein Gas-Luft-Gemisch entstehen, das auch zu Verpuffungen und Explosionen führen kann. Diese drei einfachen Schritte sorgen für Sicherheit am Arbeitsplatz.

  • Gebrauchte Tücher sollten schleunigst aus der Nähe des Arbeitsplatzes entfernt werden
  • Bewahren Sie die gebrauchten Lappen nur in geschlossenen, nicht brennbaren oder schwer entflammbaren Behältern auf
  • Regelmäßige Entleerung der Behälter

3.    Schutzmaßnahmen an Personen

Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter diese Maßnahmen ernst nehmen und sich an die stetigen Instandhaltungen und Sicherheitsvorschriften halten. Unterweisungen in punkto Sicherheit tragen dazu bei, dass Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Messern stets sicher arbeiten. Somit werden Schnittverletzungen am Arbeitsplatz entgegengewirkt. Üben Sie z. B. den speziellen Gebrauch von Messern, bspw. den „Krallengriff“, der vor allem Verletzungen der Fingerkuppen verhindert.

Nicht unwichtig ist auch die persönliche Schutzausrüstung Ihrer Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass jeder Mitarbeiter beim Umgang mit Messern Schnittschutzhandschuhe trägt um einfachen, kleinen Schnittverletzungen vorzubeugen.

 

 

 

 

Vor dem Start: Wagen checken!

Quelle: Schwoaze/Pixabay

Quelle: Schwoaze/Pixabay

Berufskraftfahrern ist eine Kontrolle ihres Fahrzeugs vor der Abfahrt vorgeschrieben. Dennoch bekommt man von den Fahrern immer wieder zu hören, dass sie Ärger bekämen, wenn sie wertvolle Zeit dem Augenschein nach vergeuden, um vor dem Losfahren zweimal um den LKW zu schlendern.
Dabei gilt: Die Kontrolle auf Mängel ist Pflicht! Und wer Einsatzzeiten, Transport und Lieferung so plant, dass dem Fahrer keine 10-15 Minuten bleiben, um für Sicherheit zu sorgen, macht sich mitschuldig, wenn aus diesem Grund etwas passiert.

Fakt ist und bleibt: Die Abfahrtkontrolle ist Pflicht. Dabei ist nicht vorgeschrieben, dass ein LKW vor jeder Tour mehrere Stunden technisch geprüft werden muss. In der Regel lassen sich die wichtigsten Sicherheitsfunktionen und die Faktoren, die im Zweifel für die Betriebs- und Verkehrssicherheit entscheidend sind, mit einfacher Sichtkontrolle überprüfen.

Im Grunde sind es drei Schritte:

  1. Zündung einschalten und Fahrerkarte ins Kontrollgerät schieben, bzw. Diagrammscheibe einlegen. Ist in der Fahrerkabine alles vorbereitet (zum Beispiel die Spiegel und der Sitz richtig eingestellt) und sind die Dokumente für Fahrer, Fahrzeug und Ladung vollständig?
  2. Motor und Beleuchtung einschalten, aussteigen und um das Fahrzeug herum gehen. Gibt es sichtbare technische Mängel, ist die Beleuchtung intakt, gibt es ungewöhnliche Geräusche oder Lecks?
  3. Motor ausschalten. Zweiter Rundgang um das Fahrzeug: sind die Reifen, Fahrzeugteile, Aufbauten, Verriegelungen und Planen in Ordnung? Sind Lastverteilung und Ladungssicherung vorschriftsmäßig?

Warum ist es wichtig, erst die Arbeitszeit einzustellen und dann erst den Rundgang und die Fahrzeugkontrolle zu beginnen?

Antwort: Damit im Falle einer Kontrolle von Autobahnpolizei oder durch das Bundesamt für Güterverkehr plausibel dargelegt werden kann, dass man eben nicht ohne Abfahrtskontrolle eingestiegen und losgefahren ist. Idealerweise hat der Fahrer eine ausgefüllte Checkliste, auf der Name, Datum und Unterschrift zu finden sind, um die Abfahrtskontrolle zu dokumentieren. Das ist nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber im Falle des Falles – zum Beispiel bei einer Kontrolle, einem Unfall oder wenn Ware beschädigt wurde – die Rechtsposition stärken.

Checkliste als Arbeitshilfe

Ein routinierter Fahrer weiß, worauf er achten muss. Dennoch ist eine Checkliste hilfreich, denn sie hilft dem Fahrer zum einen kein technisches Detail zu vergessen und zum anderen kommentiert es die Abfahrtskontrolle.
Wenn Sie als Unternehmen sicherstellen wollen, dass die wichtige Routine der Abfahrtskontrolle eingehalten wird, lassen Sie sich vom Fahrer unterschreiben, dass er die Checkliste abgearbeitet hat.
Auf eine solche Checkliste gehören diese Überschriften

  • Fahrzeug
  • Ladung
  • Dokumente
  • Ausrüstung

Die Checkliste rund um das Fahrzeug fragt beispielsweise ab, ob es Fehlermeldungen im Display beim Einschalten der Zündung gab, ob die Beleuchtung, Bremse und Signalanlagen funktionieren, die Spiegel richtig eingestellt sind und die Reifen in Ordnung. Der Fahrer muss zum Beispiel prüfen, ob Öl, Kühlflüssigkeit oder Scheibenwischwasser fehlt, Leitungen und Schläuche beschädigt sind, bewegliche Aufbauteile gesichert wurden, aber auch ob Gewicht und Achszahl für das OBU-Mautsystem richtig eingestellt wurden.

Unter der Überschrift „Ladung“ stehen Prüfpositionen wie Ladungssicherung, Gefahrgutsausrüstung und Kennzeichnung.

Je nach Ladung und Auftrag gibt es eine ganze Reihe von Dokumenten, die der Fahrer mit sich führen muss. Auch hier ist es eine Erleichterung, wenn die Vollständigkeit in einer entsprechenden Checkliste abgefragt wird. Dazu gehören natürlich immer Führerschein und Ausweis des Fahrers und sein Sozialversicherungsnachweis. Zudem auch die Erlaubnis für den gewerblichen Güterkraftverkehr, Fahrerkarte und Tachoscheiben, Prüfbescheinigung des Geschwindigkeitsbegrenzers, Betriebsanleitung des Herstellers von Fahrzeug und Aufbauten, Frachtpapiere, eine Kopie der letzten Hauptuntersuchung usw. Die anderen notwendigen Dokumente richten sich natürlich danach, was und wohin gefahren wird.

Vor allem bei der Ausrüstung hilft eine Checkliste, gut vorbereitet zu sein. Der Fahrer sollte zum Beispiel prüfen, ob Warnwesten für alle Mitfahrer vorhanden sind, Warndreieck und Warnleuchte, Feuerlöscher und Verbandkasten, Taschenlampe, Wagenheber und Werkzeug, Unterlegkeile, Schaufel, Besen, Auffangbehälter und Putzlappen und ähnliche Utensilien vorhanden sind. Im Winter sollte er zudem darauf achten, dass Besen, Eiskratzer, Enteisungsspray, Schneeketten und Streugut an Bord sind.

Sie sehen also: Ohne geeignete Checkliste ist für den Fahrer kaum zu überblicken, ob sein Fahrzeug wirklich rundherum sicher, funktionstüchtig und gut ausgestattet ist.
Sie ist wichtig. Vor allem wenn verschiedene Fahrer ein Fahrzeug benutzen, der Fahrer mit einem neuen oder fremden Fahrzeug losfährt, womöglich mit einem unbekannten Auflieger, bei Gefahrgut, Sondertransporten oder Fahrten außerhalb der EU.

Machen Sie Ihrem Fahrer deutlich, dass er jeden Mangel melden muss und ein Fahrzeug, das nicht betriebsbereit oder verkehrssicher ist, nicht fahren darf.