Symptome für einen Burnout

Quelle: Joshua_seajw92/Pixabay

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Achten Sie am Arbeitsplatz darauf, ob Ihnen folgende Symptome auffallen. Eine Früherkennung kann dazu führen, dass sich das Burnout-Syndrom nicht weiterentwickelt, sofern ein Facharzt aufgesucht wird.

Hier lesen Sie mehr über die Ursachen eines Burnouts.

Phasen

Der Verlauf der Krankheit gestaltet sich in Phasen. Dabei handelt es sich um vier Phasen, die wie folgt unterteilt werden:

  • Erschöpfung und Unzufriedenheit
  • Selbstzweifel und niedriger Arbeitseifer
  • Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und Menschen
  • Depression und Verzweiflung

Diagnose stellen

Eine Burnout-Diagnose kann nur von fachkompetenten Ärzten und Psychologen erstellt werden. Es ist wichtig, dass nicht nur Sie, sondern auch Kollegen und weitere Verantwortliche die Anzeichen erkennen. Dies ist nicht einfach, da Burnout eine schleichende Krankheit ist. Durch den sozialen Kontakt zu Ihren Mitarbeitern und Kollegen kommen etwaige Anzeichen jedoch ans Licht. Auch der Betriebsarzt, Vorgesetzte und Fachkräfte können bei Untersuchungen auf das Verhalten eines möglich Betroffenen achten.

Merkmale körperlicher Erschöpfung

  • Mangelnde Energie
  • Permanente Müdigkeit
  • Verspannte Muskulatur
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Magen-/Darmbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Niedergeschlagenheit
  • Hilflosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Leere und Verzweiflung
  • Entmutigung und Minderwertigkeit
  • Negative Einstellung zu sich selbst, zur Arbeit und zum Leben
  • Verlust der Selbstachtung
  • Gefühl der Unzulänglichkeit
  • Gefühl der Minderwertigkeit

Merkmale emotionaler Erschöpfung

  • Niedergeschlagenheit
  • Hilflosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Leere und Verzweiflung
  • Entmutigung und Minderwertigkeit

Merkmale mentaler Erschöpfung

  • Negative Einstellung zu sich selbst, zur Arbeit und zum Leben
  • Verlust der Selbstachtung
  • Gefühl der Unzulänglichkeit
  • Gefühl der Minderwertigkeit

Überlastung erkennen

Diese Anzeichen symbolisieren, dass eine Belastung zu lange anhält und Ihre Mitarbeiter überfordern.

  • Veränderte Essgewohnheit
  • Sichtbare Gewichtszu- oder -abnahme
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
  • Vermehrter Alkohol- oder Medikamentenkonsum
  • Fehlende Kontrolle von Emotionen
  • Reizbarkeit
  • Vereinsamung
  • Lustlosigkeit
  • Zynismus, Verachtung, Aggressivität
  • Verlust der Kontaktbereitschaft

Was bedeutet Burnout für Sie und Ihre Arbeitswelt?

Burnout wird zweifelsohne in der Arbeitswelt geprägt und ist eine typische Berufskrankheit. Ein Mitarbeiter, der unter Burnout leidet, mindert seine Leistung und kann berufsunfähig werden. Was können Arbeitsmediziner, Führungskräfte tun, damit Burnout vermieden werden kann?

Arbeitsmediziner

Burnout kann zu Personalmangel, Produktionsausfallkosten und Folgekosten für Behandlungen führen. Arbeitsmediziner sollten hier eng mit Psychologen arbeiten und vielfältige Maßnahmen im Unternehmen installieren. Sorgen Sie zusammen mit Ihren Verantwortlichen für gute Arbeitsbedingungen und den selbstverantwortlichen Umgang mit sich selbst. Schulen Sie alle Personalebenen in Ihrem Unternehmen. Jeder Mitarbeiter sollte über dieses Thema informiert werden.

Prävention und Rehabilitation

Prävention ist körperlich wie seelisch eine wichtige Angelegenheit. Sport- und Bewegungsangebote können Berufskrankheiten verringern und vorbeugen. Burnout-Patienten sollten mit Körpertherapien, Entspannungsmethoden, Erholung, sportliche Aktivität und Psychotherapie behandelt werden. Bei frühen Anzeichen kann eine Veränderung der Arbeitsbedingungen bereits ausreichen, um Burnout zu vermeiden.

Nicht zu unterschätzen: Das Burnout-Syndrom

Quelle: Geralt/Pixabay

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Jeder Arbeitgeber kennt es und jeder hofft, niemanden im eigenen Unternehmen zu haben, den es betrifft: Burnout.

Das Burnout-Syndrom ist eine Krankheit, die nicht unterschätzt werden darf. Sie bezeichnet einen Zustand der körperlichen und emotionalen Erschöpfung in extremer Ausführung, ausgelöst durch Faktoren wie beispielsweise übergroße Stressbelastung (beruflich und/oder privat), Überforderung durch zu hohe Arbeitsbelastung, ausgeprägter Perfektionismus, hoher Leistungsdruck – die Auslöser sind so vielfältig wie die Menschen, die darunter ein Burn-out-Syndrom entwickeln. Frauen und Männer aus allen sozialen Schichten werden gleichermaßen vom Burnout-Syndrom erfasst.

Achten Sie auf Ihre Mitarbeiter, um Burnout zu vermeiden. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, was mögliche Ursachen für ein Burnout-Syndrom sein können. Lesen Sie hier weiter, wenn Sie mehr zu den Symptomen erfahren möchten.

Das Rechtliche

Das Burnout-Syndrom finden Sie in der ICD-10 im Kapitel XXI. ICD steht für Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Das Kapitel XXI behandelt Faktoren, die u. a. den Gesundheitszustand beeinflussen. In diesem Kapitel steht Burnout unter Z73, den Problemen, die Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung hervorrufen.

Das erste Mal als Berufskrankheit anerkannt wurde das Burnout-Syndrom 2006. Der Fall geht zurück auf einen Manager, der Berufsunfähigkeitsrente eingeklagt hatte, nachdem er seinen Beruf nach einem Zusammenbruch aufgab. Dazu hatten ihm Fachärzte geraten (LG München, Urteil v. 22.03.2006, Az. 25 0 19798/03).

Ursachenklärung

Halten Sie sich vor Augen, dass nicht Sie an dem Burnout eines Mitarbeiters verantwortlich sind. Dennoch ist es ratsam, zu wissen, woher das Syndrom kommen kann. Dazu zählen einerseits äußere und andererseits innere Faktoren.

Äußere Faktoren

Zu den äußeren Faktoren zählen vor allem Änderungen in der Arbeitswelt. Globalisierung, alternde Erwerbsbevölkerung und Auslagerung von Betriebsfunktionen tragen hier wesentlich zu Veränderungen bei, die sich auf die Einzelperson auswirken.

Arbeitszeiten, Mehrarbeit, Konkurrenzdruck und Bereitschaftsdienst (temporär oder dauerhaft) sind wichtig für Ihr Unternehmen und fordern Ihre Mitarbeiter. Diese und weitere Faktoren, wie zum Beispiel höhere Flexibilität und Mobilität belasten körperlich und seelisch.

Innere Faktoren

Innere Faktoren sind individuell geprägt. Die Einstellung eines Mitarbeiters zur Arbeitsbelastung, Motivation oder Leistungsbereitschaft kann variieren und sich ständig ändern. Ausschlaggebend sind hier vor allem persönliche Erfahrungen und erlernte Verhaltensmuster. Die Spanne zwischen Engagement und Überlastung/Überforderung ist sehr gering.

Fällt Ihnen auf, dass ein Mitarbeiter übertrieben perfekt, idealistisch und ehrgeizig ist, kann dies zu einem Gesundheitsrisiko werden. Auch Mitarbeiter, denen Neinsagen schwerfällt, sind potenziell gefährdet.

Abschalten ist wichtig

Stress ist ein Faktor, der sich fast immer bewältigen lässt. Dennoch: Wenn persönliche Disposition und schlechte Arbeitsbedingungen aufeinandertreffen, kann sich ein Burnout-Syndrom entwickeln. Meist geschieht dies in Phasen über Wochen oder Jahre hinweg. Achten Sie darauf, ob Mitarbeiter soziale Kontakte entwickeln. Ein Vernachlässigen von sozialen Kontakten kann die Entwicklung des Syndroms beeinflussen. Haben Mitarbeiter das Gefühl, weder tags noch nachts abschalten zu können, nimmt die Krankheit bereits ihren Lauf.

Woran Sie erkennen können, ob ein Mitarbeiter möglicherweise gefährdet ist, lesen Sie hier.

Ist man beim Auslandsaufenthalt versichert?

Quelle: Lisy_/Pixabay

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In vielen Bereichen der Berufswelt kommen Ihre Mitarbeiter an einem Auslandsaufenthalt nicht herum. Umso ärgerlicher ist es, wenn dann ein Arbeitsunfall passiert. Aber wie ist das eigentlich im Ausland? Unter welchen Umständen sind Ihre Mitarbeiter auch dort weiterhin versichert? Und welche Vorkehrungen muss der Arbeitgeber vor einer Reise gewährleisten?

In unserem Blog erfahren Sie allgemeine Tipps zu den Punkten, die Sie zum Thema Arbeitsschutz im Ausland wissen müssen*. Also dann, allzeit gute Reise!

Vorab zu wissen

Mitarbeiter, die während ihrem Auslandeinsatz weiterhin bei Ihnen angestellt bleiben, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dafür muss dieser Einsatz aber befristet sein.

In der Regel ist die gesetzliche Unfallversicherung auf das Inland beschränkt. Bestimmte Rechtsgrundlagen sorgen jedoch dafür, dass Ihre Mitarbeiter auch im Ausland versichert sind:

  • EU-Verordnung Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 gilt für Mitarbeiter deutscher Unternehmen, die nicht länger als 12 Monate im EU-Ausland arbeiten
  • Abkommen über soziale Sicherheit besteht mit einigen Nicht-EU-Staaten. Dieses ermöglicht das Weiterlaufen der Unfallversicherung bei Auslandseinsätzen von 12 – 36 Monaten. Zu den Nicht-EU-Ländern zählen Bulgarien, Israel, Kroatien, Marokko, Serbien, Montenegro, Türkei und Tunesien.
  • Ausstrahlungsregelung des § 4 Sozialgesetzbuch IV gilt für Mitarbeiter, die in keines der oben genannten Länder gesandt werden. Diese Regelung gilt ohne feste Zeitgrenze.

Unfallversicherung

Welche Bedingungen sind zu erfüllen, damit die gesetzliche Unfallversicherung im Ausland greift?

Auf einen Blick:

  • Das Arbeitsverhältnis im Inland muss fortbestehen
  • Beschäftigte, die das Arbeitsverhältnis zwecks Auslandseinsatz neu aufnehmen, haben vorher wenigstens in Deutschland ihren gewöhnlichen Aufenthalt zu absolvieren.
  • Für bestimmte Länder darf ein Auslandseinsatz die Dauer von 12 – 36 Monaten nicht überschreiten

Um bei einem Arbeitsunfall im Ausland die nötigen Leistungen in Anspruch zu nehmen, sind gewisse Dokumente erforderlich. Diese Dokumente variieren je nach Zielland und sind vor Antritt der Reise zu beschaffen. Welche Dokumente das sind, entnimmt man den Informationen des Unfallversicherungsträgers (Entsendemerkblatt der DGUV).

Reisen Ihre Mitarbeiter in Nicht-EU-Länder, für die die Ausstrahlungsregelung gilt, kommen Sie einer Fürsorgepflicht nach. Die Mitarbeiter tragen für eine solche Reise die Vorsorge zur gesundheitlichen Versorgung selbst. Aber: Dabei sollten Sie die Mitarbeiter unterstützen und zunächst für die Kosten aufkommen. Vom inländischen Unfallversicherungsträger bekommen Sie im Nachhinein die Kosten erstattet.

In einigen der Nicht-Abkommensstaaten sind unter Umständen zusätzliche Beiträge zur dortigen Sozialversicherung zu zahlen. Dies gilt selbst, wenn Ihre Mitarbeiter eine in Deutschland bestehende Unfallversicherung haben.

Arbeitsschutz im Ausland

Allgemein muss das deutsche Schutzniveau auch im Ausland gewährleistet sein.

Sind die Auslandarbeiten von längerer Dauer, wie z. B. bei einer Baustelle, muss der Arbeitgeber vorab folgendes regeln:

  • Auslandstätigkeiten beim Unfallversicherungsträger anzeigen
  • Ggf. Auslandstätigkeiten bei deutscher Auslandsvertretung anzeigen
  • Erste Hilfe und medizinische Versorgung vor Ort sicherstellen
  • Leiter für Durchführung der Unfallverhütungsmaßnahmen vor Ort schriftlich bestellen
  • Auslandstätigkeit in betriebliche Sicherheitsorganisation einbeziehen
  • Vor Abreise ärztliche Beratung gewährleisten
  • Berufskrankheiten, meldepflichtige oder tödliche Unfälle sofort dem deutschen Unfallversicherungsträger melden

Nimmt einer Ihrer Mitarbeiter ärztliche Leistungen im Ausland in Anspruch, sollten diese auf dem „Medical Report“ vermerkt werden. Dieses Formular ist international gültig und in den Sprachen englisch/französisch und spanisch/portugiesisch erhältlich.

Reisemedizin und Impfungen

Ihre Mitarbeiter sind vom Betriebsarzt zu beraten, wenn Sie in Länder mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen reisen. Dabei sind Themen der Beratung u. a.

  • Vorsorge von Impfungen, wie z. B. Hepatitis A und B, Malaria
  • Hinweise zum persönlichen Verhalten
  • Mitnahme von Material und Medikamenten zur Ersten Hilfe in Ländern mit schwachem Gesundheitssystem

Reisen Ihre Mitarbeiter in ein solches Land länger als 3 Monate, dann greift der Untersuchungsgrundsatz G35. Dieser sieht vor allem vor, nach erfolgreicher Rückkehr eine Nachsorgeuntersuchung durchzuführen.

Bei Auslandaufenthalt in Länder mit klimatischen Veränderungen, macht es Sinn die Familienangehörigen, sofern diese mitreisen, ebenfalls zu untersuchen.

*Haftungsauschluss/Disclaimer: Wir können in diesem Rahmen nur allgemeine Hinweise geben. Wir können keinesfalls eine rechtliche Beratung leisten. Bitte beachten Sie, dass es sich bei unseren Hinweisen zu Auslandsaufenthalten um allgemeine Zusammenfassungen der Problematik handelt, die unter Umständen nicht auf den Einzelfall übertragbar sind.

Wert legen auf Produktsicherheit

 

Symbolgrafik

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Das Produktsicherheitsgesetz, kurz ProdSG, bietet die Rechtsvorschrift für die Sicherheit von Geräten, Produkten und Anlagen. Dadurch bestimmt es in Deutschland die Regelungen zu den Sicherheitsanforderungen von technischen Arbeitsmitteln. In Kraft getreten ist das Gesetz am 1. Dezember 2011. Zuvor galt das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz. Damit möglichst viele Geräte in den Anwendungsbereich fallen, gehören Wasserkocher und Haarfön genau so dazu wie ein Atemschutzgerät.

Wichtig für Sie als Arbeitgeber sind vor allem die Marktüberwachung und die Informations- und Meldepflichten. Diese Regelungen sind von den europäischen Binnenmarktrichtlinien in deutsches Recht umgesetzt. Außerdem erklären wir, was es mit dem GS-Zeichen auf sich hat und wofür der Ausschuss für Produktsicherheit zuständig ist. Dieser Beitrag wird Sie Schritt für Schritt über alles informieren, was Sie zum Thema Produktsicherheit wissen sollten.

Das GS-Zeichen

Als einzige rein-deutsche Regelung existiert das GS-Zeichen. GS steht für Geprüfte Sicherheit und stellte sich schon in der Vergangenheit als wirkungsvolles Instrument der Produktsicherheit heraus. Achten Sie beim Kauf von Produkten immer auf das GS-Zeichen. Damit tragen Sie maßgeblich zum Verbraucher- aber auch zum Arbeitsschutz bei. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nur mit geprüften Produkten arbeiten, um etwaigen Unfällen vorzubeugen.

Ausschuss für Produktsicherheit

Dem Ausschuss für Produktsicherheit, kurz AfPS, kommt eine zentrale Rolle in der Produktsicherheit zu. Aufgaben des Ausschusses sind einerseits die Beratung der Bundesregierung aber auch Ermittlung von Normen und technischen Spezifikationen.

Marktüberwachung

Die Marktüberwachung unterliegt den nach Landesrecht zuständigen Behörden. Als Marktüberwachungsbehörde kommen ihr wesentliche Aufgaben zu. Vor allem aber das Gewährleisten und Sicherstellen von Überwachungskonzepten. Diese umfasst

  • Erhebung und Auswertung von Informationen zur Ermittlung von Mängeln und Warenströmen.
  • Regelmäßige Aktualisierung von Aufstellung und Durchführung der marktüberwachenden Programme.

Produkte und die Konzepte werden somit spätestens alle vier Jahre überprüft und aktualisiert. Fallen manche Produkte aus den Konzepten und Programmen heraus, stehen der Marktüberwachungsbehörde diese Maßnahmen zu

  • Ausstellen eines Produktes untersagen.
  • Maßnahmen anordnen, damit Produkt den Bestimmungen entspricht.
  • Überprüfung eines Produktes durch eine notifizierte Stelle/Behörde.
  • Bereitstellung und Verbietung von Produkten auf dem Markt.
  • Hinweise zu Risiken auf den Produkten in deutscher Sprache verständlich machen.
  • Rücknahme und Rückruf von Produkten.
  • Unbrauchbare Produkte sicherzustellen und ggf. zu entsorgen.
  • Öffentlichkeit auf Risiken hinweisen.

Informations- und Meldepflicht

Marktüberwachungsbehörde und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, kurz BAuA, informieren sich gegenseitig über Erneuerungen der Maßnahmen. Geht eine Information der Marktüberwachungsbehörde an die BAuA startet der Prozess in Form eines Kreislaufes. Dieser sieht wie folgt aus

Marktüberwachungsbehörde informiert BAuA -> BAuA überprüft eingegangene Meldung -> BAuA leitet Meldung an Europäische Kommission und übrige Mitgliedsstaaten weiter ->  BAuA unterrichtet  die Marktüberwachungsbehörden sowie Bundesressorts über Meldung der Europäischen Kommission oder eines anderen Mitgliedsstaates.

Hinweise für Arbeitgeber

Als Arbeitsgeber sorgen Sie stets dafür, dass Ihre Mitarbeiter keinen Gefahren ausgesetzt sind. Gefahren bedeuten in den meisten Fällen auch Unfälle, die Ihre Mitarbeiter gefährden.

Mit den Marktüberwachungsbehörden und den weiteren zuständigen Behörden befinden Sie sich immer auf dem neusten Stand. Jegliche Produkte werden auf Staatenebene untersucht, überprüft und auf Sicherheitslücken getestet.

Ein guter Arbeitgeber sorgt dafür, dass die Umgebung, in der Mitarbeiter arbeiten, genauso sicher ist, wie die Geräte mit denen gearbeitet werden. Achten Sie daher auf die folgenden Hinweise, um Ihre Mitarbeiter unfallfrei durch den Alltag zu befördern.

  • Achten Sie unbedingt auf das GS-Siegel, wenn sie neue Produkte kaufen. Dabei ist es egal, ob es sich bei dem Gerät um einen Wasserkocher oder um eine wichtige Anlage handelt.
  • Infomieren Sie sich über Erneuerungen und Aktualisierungen von Produkten, die Sie in Ihrem Unternehmen nutzen.
  • Achten Sie auf öffentliche Mitteilungen über Produkte, die nicht den Bestimmungen entsprechen.
  • Entsorgen Sie Produkte, die nicht den Bestimmungen entsprechen.

Schutz vor Lärm und Vibrationen

Quelle: Mimzy/Pixabay

Quelle: Mimzy/Pixabay

Arbeiter auf Baustellen, in handwerklichen Berufen und vielen anderen Branchen kennen es nur zu gut. Tag für Tag wird unter tosendem Lärm und starken Vibrationen gearbeitet. Damit Ihre Arbeiter keinen Gesundheitsschaden erleiden, gibt es bereits seit dem 9. März 2007 die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie als Arbeitgeber über den Lärm- und Vibrationsschutz wissen sollten.

EG-Arbeitsschutzrichtlinien

Die im März 2007 in Kraft getretene Schutzverordnung erschöpft sich aus zwei Richtlinien. Einerseits aus der EG-Arbeitsschutzrichtline und andererseits aus dem Übereinkommen des Internationalen Arbeitsamtes zu Lärm und Vibration. EG steht hierbei für Europäische Gemeinschaft. Diese beiden Richtlinien wurden dann in nationales Recht umgewandelt und richtet sich fortan an alle Arbeitgeber in den betroffenen Branchen.

Grenzwerte festgelegt

Bei der Umsetzung der EG-Richtlinien wurde Grenzwerte für den Lärm- und Vibrationsschutz festgelegt. Die Werte richten sich nach wissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Erkenntnissen.

Die Grenzwerte der Lärmbelastung wurden am Minimum von 87 dB auf 85 dB gesenkt. Am Maximum von 140 dB auf 137 dB.

Bei Arbeiten mit Maschinen, bei denen starke Vibrationen entstehen, wurde der Beschleunigungswert gesenkt. Dieser wich von 1,15 m/s² auf 0,8 m/s².

Diese Absenkungen sind ein großer Fortschritt für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.

Gesundheitsschäden entgegenwirken

Mit der neuen Verordnung arbeiten Ihre Mitarbeiter sicherer und gesundheitsfördernder. Ein häufig auftretender Gesundheitsschaden ist die Lärmschwerhörigkeit, die seit langem an der Spitze der Berufskrankheiten steht.

Gesundheitsschäden durch Hand-, Arm- oder Ganzkörpervibrationen werden mit der Verordnung ebenfalls gehemmt. Bei langer andauernder Belastung entstehen unter Umständen schwere Muskel- und Skeletterkrankungen. Teilweise treten auch neurologische Störungen und Gefäßerkrankungen auf.

Technische Regeln

Um Ihren Mitarbeitern das maximale Maß an Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die technischen Regel zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV) zu beachten.

Lärmarme Arbeitsverfahren

Alternative Arbeitsverfahren erweisen sich in Branchen, in den viel mit Lärm gearbeitet wird, als erfolgreich. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie einige alternative, lärmarme Arbeitsverfahren.

Lärmarme Verfahren statt geräuschintensive Verfahren
Ablegen statt Abwerfen
Absaugen statt Abblasen
Bohren statt Stanzen
Drehschrauber statt Schlagschrauber
Elektroantrieb statt Verbrennungsmotor
Gießen statt Schmieden
Gleitlager statt Wälzlager
Hydraulisch Verformen statt Bördeln mit Hammer
Hydraulisch Ziehen/Drücken statt Richten mit Hammer
Kleben statt Nieten
Laserschneiden statt Akustische Signalgebung
Optische Signalgebung statt mechanisch Trennen
Pressen statt Schlagen
Sägen statt Trennschleifen
Schrauben statt Nieten
Schweißen statt Nieten
Taumelnieten statt Schlagnieten
Transport kontinuierlich statt Transport stoßweise

 

Lärmmindernde Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte

Neben der Arbeitsstätte lassen sich auch Aufenthaltsräume lärmmindernd gestalten, damit Arbeiter außerhalb der aktiven Arbeitszeit keinen gesundheitlichen Schaden erleiden.

Arbeitsräume sollten so gestaltet sein, dass die Schallausbreitungsbedingungen dem aktuellen technischen Standard entsprechen.

Minderung von Luft- und Körperschall sind an der Quelle der Schallerzeugung zu erzielen. Danach auf dem Schallausbreitungsweg und schließlich am Ort der Schalleinwirkung.

Wartungen für Arbeitsmittel, -plätze und Anlagen

Ständige Wartungen Ihrer Arbeitsmittel und Anlagen stellen eine sichere Produktion und Nutzung der Geräte voraus. Das verhindert u. a., dass sich die Lärmbelastung der Beschäftigten möglicherweise unbemerkt erhöht und zu Schäden führt.

Arbeitsorganisation zur Lärmminderung

Halten Sie die Anzahl der von Lärmbelastung ausgesetzten Beschäftigten so gering wie möglich. Verlagern Sie lärmintensive Tätigkeiten z. B. durch Einführen von Schichtabschnitten.

Führen Sie eine sogenannte „Job Rotation“ ein, indem ein Wechsel von Tätigkeitsanteilen in leisen und lauten Arbeitsbereichen stattfindet.

Achten Sie dennoch darauf, dass Ihre Mitarbeiter den Tages-Lärmbelastungspegel von 85 dB nicht überschreiten.

Lärm und akustische Gefahrensignale

Wird ein akustisches Gefahrensignal vom Lärm der Arbeiten übertönt, führt es wohlmöglich zu einem erhöhten Gefahrenrisiko. Als Arbeitgeber haben Sie dafür zu sorgen, dass der Lärm soweit gemindert wird, dass Gefahrensignale noch wahrnehmbar sind.

Lässt sich diese Maßnahme nicht umsetzen, sorgen Sie dafür, dass die Signalgebung dementsprechend verbessert wird.

Auch beim Tragen des Gehörschutzes, haben Sie die Pflicht für die Wahrnehmung von Gefahrensignalen zu sorgen.

Was können Sie tun?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Grenzwerte in Ihrem Unternehmen eingehalten werden und wie Sie die Belastung reduzieren können, sprechen Sie uns gerne an!

Obacht in der Bauwirtschaft!

Quelle: Life-of-Pix/Pixabay

Quelle: Life-of-Pix/Pixabay

Im Jahr 2017 waren rund 81,2% aller Deutschen im Bauhauptgewerbe tätig. Ein Beruf wie dieser wird wohl auch noch in den nächsten Jahren nicht überflüssig. Ein Grund mehr, diese wichtigen Hinweise zum Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft zu beachten. So bleiben Ihre Arbeiter noch lange im Gewerbe tätig.

Ständig wechselnde Arbeitsumgebung

Das Besondere der Berufe in der Bauwirtschaft ist ganz klar die ständig wechselnde Arbeitsumgebung. Dabei herrschen nicht nur von Baustelle zu Baustelle andere Bedingungen, sondern auch einzelne Tage sind oft mit anderen Bedingungen behaftet. Hinzu kommt die unberechenbare Witterung, die sich ebenfalls ständig ändern kann. Daher sind Bauarbeiter quasi jeden Tag mit Herausforderungen konfrontiert. Diese Faktoren machen den Arbeitsschutz für Bauarbeiter besonders

  • Klassische Gefährdungen in stark auftretendem Maß
  • Ständig wechselnde Projektstrukturen zur Umsetzung von Unikatfertigungen
  • Arbeiten außerhalb des eigenen Betriebssitzes

Hohe Unfallrisiken und hohe körperliche Beanspruchung sind Faktoren, mit denen ein Arbeiter rechnen muss. Mit diesen Hinweisen sorgen Sie als Arbeitgeber dafür, dass das Risiko von verletzten Arbeitern sinkt.

  1. Achten Sie auf die technischen Mindestanforderungen für Baustellen in der Arbeitsstättenverordnung
  2. Für Arbeiten in hochgelegenen Arbeitsplätzen sind besondere Anforderungen zu beachten
  3. Verbesserung der Sicherheit auf Baustellen durch eine besser organsierte Planung und Ausführung von Bauvorhaben

Die Baustellenverordnung

Mit der Baustellenverordnung werden die Bauherren, aber auch Sie als Arbeitgeber dazu aufgerufen, für den nötigen Arbeitsschutz zu sorgen. Dabei stehen vor allem folgende Pflichten für den Bauherrn im Vordergrund

  1. Es gilt, die allgemeinen Grundsätze nach §4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) für die Planung und Ausführung des Bauvorhabens zu beachten.
  2. Eine Ankündigung (sog. Vorankündigung) für größere Bauvorhaben ist bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde einzureichen.
  3. Bei Baustellen, auf denen Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber (auch ein GU mit Sub´s) gleichzeitig oder hintereinander tätig werden, muss ein geeigneter Koordinator (sog. Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator) bestellt werden
  4. Bei größeren Bauvorhaben oder gefährlichen Arbeiten muss der Bauherr einen Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Plan ausarbeiten.
  5. Eine Unterlage für spätere Arbeiten an der Anlage muss zusammengestellt werden. Sie sollte z.B. Informationen über die Nutzungsmöglichkeiten von sicherheitstechnischen Einrichtungen enthalten.

Arbeitsschutz in der Bauwirtschaft

Durch die anspruchsvollen Bedingungen in der Bauwirtschaft ergeben sich für den Arbeitsschutz zwei zentrale Dimensionen.

  • Mindeststandard des Arbeitsschutzrechts ständig zu sichern und gewährleisten.
  • Gut gestaltete und organisierte Umsetzung und Arbeit des Bauvorhabens.

Bausteine qualitativen Bauens

Diese drei Bausteine stellen eine reibungslose Planung, Durchführung und Qualitätssicherung des Bauvorhabens dar. Damit werden Arbeitsunfälle vorgebeugt und vermieden. Sorgen Sie also dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter an diesen Bausteinen stetig orientieren.

Einzigartige Bauprojekte und ihre Lösungen

Jedes Bauvorhaben ist für sich gesehen ein Unikat mit spezifischen Anforderungen. Über diese Anforderungen sind sich Bauherr, Planer und Bauunternehmen zuvor einig geworden. Jedes Bauvorhaben ist einzigartig und fordert von Ihren Mitarbeitern ein ständig präsentes Maß an Flexibilität, Kompetenz und Erfahrung.

Gute Kommunikation

Eine gute Kommunikation auf der Baustelle ist das A und O. Das bedeutet für Sie ständigen Kontakt mit dem Bauherrn, damit keine Missverständnisse entstehen. Durch eine schlechte Kommunikation auch innerhalb des Teams kann es zu Arbeitsunfällen kommen.

Änderungen rechtzeitig abstimmen

Änderungen innerhalb des Bauplans führen gegebenenfalls zu Verzögerungen und/oder Missverständnissen. Daher ist es wichtig, dass Änderungen im Bauplan allen beteiligten Akteuren rechtzeitig mitgeteilt werden. Dabei kommt es auch auf eine Neu- bzw. Weiterplanung an. Auch so lassen sich Verletzungen und Unfälle am Arbeitsplatz vorbeugen.

Sicheres Bauen = zufriedene Arbeiter

Wenn Sie als Arbeitgeber auf diese wenigen Punkte achten, steht der Sicherheit am Arbeitsplatz nichts im Wege. Sorgen Sie dennoch dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter auch untereinander ständig kontrollieren. So gewährleisten Sie nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern auch für Ihre Mitarbeiter eine gefahrlose Tätigkeit auf Baustellen. Daher erweist sich die Devise, dass sicheres Bauen zu zufriedenen Arbeitern führt, als anstrebenswert.

Schauen Sie lieber einmal öfter in die für die Baustelle geltenden Arbeitsschutzvorgaben (z.B. Baustellensicherheitsordnung, SiGe-Plan, etc.) rein, als einen Arbeitsunfall zu riskieren. Auch eine gute Kommunikation mit Ihren Arbeitern kann dazu führen, dass sie sicherer und gefahrloser arbeiten.

Erste Hilfe rettet Leben

Quelle: Hans/Pixabay

Quelle: Hans/Pixabay

Mal ehrlich: Wüssten Sie aus dem Effeff wie eine korrekte Herz-Lungenwiederbelebung funktioniert oder wie Sie eine stark blutende Wunde erstversorgen müssen?

Alarmierend: Nur jeder Fünfte ist in der Lage, eine lebensrettende Wiederbelebung durchzuführen. Informieren Sie sich, welche Pflichten für eine funktionierende Erste Hilfe am Arbeitsplatz relevant sind. Mit diesen Hinweisen ist Erste Hilfe in Ihrem Betrieb keine Hürde mehr.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz

Sie als Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass in Ihrem Betrieb Erste Hilfe möglich ist. Sie sorgen für materielle, personelle und organisatorische Vorarbeit. Haken Sie die folgenden Punkte am Beispiel eines Verbandskastens ab

  1. Sie müssen Verbandskästen und das nötige Material zu Verfügung stellen
  2. Kennzeichnen Sie die Verbandkästen
  3. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, was im Notfall zu tun ist (z. B. mit einem Aushang des Erste-Hilfe-Plans)

Dieser Pflicht müssen Sie bereits ab nur einem Mitarbeiter nachkommen. Anders sieht es bei gleich oder mehr als zwei Mitarbeitern aus. Dann müssen Sie dafür sorgen, dass Ersthelfer ausgebildet werden. 5 – 10% der Mitarbeiter sind bei größeren Betrieben eine empfohlene Zahl an Ersthelfern. Bei diesen ermächtigten Stellen werden Ersthelfer fachgerecht ausgebildet:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • Deutsche Rotes Kreuz (DRK)
  • Malteser Hilfsdienst (MHD)
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG)

Rettungskette beachten

Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge dafür, dass eine geregelte Rettungskette möglich ist und eingehalten wird. Diese Schritte verhelfen dazu, Mitarbeiter, die einen Unfall am Arbeitsplatz haben, geregelt zu versorgen.

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Sichern Sie die Unfallstelle.
  3. Bringen Sie Personen aus dem Gefahrenbereich. Achten Sie jedoch auch auf Ihre eigene Sicherheit.
  4. Versorgen Sie die Wunde bei kleinen Verletzungen.
  5. Rufen Sie einen Rettungswagen bei größeren Verletzungen oder nicht ansprechbaren Personen.
  6. Leisten Sie Erste Hilfe mit Sofortmaßnahmen, bis der Rettungswagen eintrifft.
  7. Fahren Sie mit ins Krankenhaus.

Die fünf W-Fragen

Auch wenn manche Mitarbeiter nicht zum Ersthelfer ausgebildet werden: Sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter die fünf W-Fragen im Kopf haben, bevor sie einen Notruf absetzen. Bei einem Notfall rufen Sie sofort den Rettungswagen und beantworten auf Nachfrage diese fünf Fragen:

  • Wo genau hat sich der Unfall zugetragen?
  • Was ist passiert?
  • Gibt es Verletzte? Wenn ja, Wie viele?
  • Um Welche Art von Verletzung handelt es sich?
  • Zum Schluss: Warten Sie auf weitere Rückfragen

Der Job geht weiter – auch nach dem Unfall

Wenn Ihre Mitarbeiter bei kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten, wird dies in einem Verbandbuch dokumentiert. Bestehen Sie darauf, dass der Vorgesetzte und Sie als Arbeitgeber darüber informiert werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen muss eine Unfallanzeige in dreifacher Ausführung angefertigt werden. Ein Exemplar der Unfallanzeige ist an den zuständigen Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu senden. Unterliegt das Unternehmen der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht (bei landwirtschaftlichen Betrieben, nur soweit sie Arbeitnehmer beschäftigen), ist ein Exemplar an die für den Arbeitsschutz zuständige Landesbehörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt, Staatl. Amt für Arbeitsschutz) zu senden. Ein Exemplar dient der Dokumentation im Unternehmen. Darüber hinaus müssen Sie als Arbeitgeber den Arbeitnehmer explizit darüber informieren, dass er ebenfalls ein Recht auf eine Kopie hat.

Großer Betrieb = mehr Hilfe?

Sie sind Arbeitgeber in einem großen Betrieb? Bedeutet das nun für Sie auch (noch) mehr Hilfe? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Ihre Mitarbeiter in einem großen Betrieb oder sogar besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind, müssen mehr Vorbereitungen getroffen werden. Das bedeutet für Sie

  • Mehr Verbandskästen
  • Medizinische Gerätschaften wie z. B. Defibrillatoren
  • Technische Hilfsmittel wie z. B. Krankentragen
  • Betriebssanitäter
  • Erste-Hilfe-Räume

gehören zum Inventar Ihres Betriebes.

Zum Schluss: Checkliste

Damit in Ihrem Betrieb Erste Hilfe gewährleistet wird, beachten Sie zum Schluss die folgende Checkliste.

  • Stellen Sie Verbandskästen zu Verfügung und machen Sie diese, sowie den Erste-Hilfe-Plan, deutlich kenntlich.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Ersthelfer in Ihrem Betrieb ab zwei Mitarbeitern.
  • Befolgen Sie die Rettungskette und informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Reihenfolge.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die fünf W-Fragen.
  • Fertigen Sie nach einem Unfall eine Unfallanzeige an und informieren Sie den Arbeitnehmer über sein Recht auf ein Exemplar.
  • Bei großen Betrieben oder gefährlichen Arbeiten sorgen Sie für mehr Ausrüstung, Sanitäter und Erste-Hilfe-Räume.
  • Sorgen Sie für ausgebildete Brandschutzhelfer in Ihrem Betrieb.

Erste Hilfe ist ein wichtiges Thema. Es betriff uns alle: Sie als Arbeitgeber, Ihre Mitarbeiter und Privatpersonen. Daher gilt auch im Betrieb: Erste Hilfe rettet Leben.

Gesundheitsverträgliche Kassenarbeitsplätze? Gebongt!

Quelle: Antranias/Pixabay

Quelle: Antranias/Pixabay

Die immer gleichen Bewegungen, monotone Abläufe und das nicht selten in zugigen Eingangsbereichen: Das sind die Arbeitsplätze von rund 500.000 Beschäftigten in Deutschland, die im Einzelhandel an Kassenarbeitsplätzen sitzen. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte man wissen, welche gesundheitlichen Belastungen an diesen Arbeitsplätzen vorherrschen.

Kassenbereiche in Supermarkt oder Kino sind die typischen Arbeitsplätze, an denen vorrangig sitzend gearbeitet wird. Ist der Arbeitsplatz nicht ergonomisch gestaltet, führt dies oftmals zu Zwangshaltungen, sprich unnatürlichen Bewegungsabläufen und verkrampften oder angespannten Positionen. Wer in Baumärkten oder Möbelhäusern an der Kasse arbeitet, muss oftmals schwere Kartons oder Waren von Hand anheben, um das Preisetikett zu scannen. An anderen Kassenarbeitsplätzen, zum Beispiel an Tankstellen oder in der Gastronomie, ist das Problem weniger das Sitzen, sondern eher das ausdauernde Stehen nicht selten in Verbindung mit ständiger Zugluft.

Drei Hauptbelastungsfaktoren sind für Kassenarbeitsplätze oftmals typisch und sollten von der Fachkraft für Arbeitssicherheit geprüft werden, um gezielte Maßnahmen zum Gesundheitsschutz festlegen zu können.

1. Belastungen durch Arbeitshaltung

  • nicht optimale Arbeitshöhe
  • nicht ergonomische Sitzmöglichkeit
  • ungünstige Körperhaltung
  • häufige Beugung oder Drehung der Hals- und Lendenwirbelsäule
  • einseitige Belastungen
  • ausschließliches Sitzen oder Stehen

Mögliche Folgen

  • Schmerzen und Verspannungen, je nach Arbeitshaltung von Nackenbereich bis Lendenwirbelsäulenbereich möglich
  • Verspannungen durch Fehlhaltungen, die zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen können

2. Belastungen durch gleichförmige Bewegungsabläufe

  • Häufiges Anheben und Bewegen von Waren
  • Arbeiten mit dem Scanner
  • Tippen auf der Registrierkasse

Mögliche Folgen

  • Schmerzen in den Schultern, den Ellenbogen oder Handgelenken
  • Karpaltunnelsyndrom, eingeklemmte oder stark gereizte Nerven im Handwurzelbereich

3. Belastung durch die Arbeitsumgebung

  • monotone Arbeitsabläufe
  • Arbeitszeiten mit Schichtdiensten, am Abend/nachts oder an Wochenenden
  • Lärm
  • zu wenig oder zu helle Beleuchtung
  • klimatische Belastungen, etwa durch Zugluft, Hitze oder Kälte, wechselnde Temperaturen, Klimaanlagen

Mögliche Folgen

  • unspezifische Symptome als Folge der Belastung, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität oder überlastete Augen/Augenjucken

Die gesetzlichen Vorschriften

Kassenarbeitsplätze unterliegen unterschiedlichen Arbeitsschutzvorschriften, die sich danach richten wie die Arbeitsplätze konkret gestaltet und eingerichtet sind. Unter anderem gehören dazu:

Schritt für Schritt – Arbeiten mit Leitern

Quelle: Bluesnap/Pixabay

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Leitern sind ein wichtiges Hilfsobjekt in unzähligen Branchen, vor allem, weil sie ziemlich praktisch und variabel sind. Leitern gibt es in nahezu jeglicher Ausführung, z. B. mit einer variablen Anzahl an Sprossen, mit Zwischenablage oder ohne. Egal ob man ein hohes Regalfach im Lager oder bei einer Monteur-Arbeit an die Decke muss: Mit Leitern gelingt der Aufstieg einfach, schnell und sicher. Sicher zumindest, solange man diese nützlichen Regeln zum Arbeiten mit Leitern sowohl vor, während als auch nach dem Gebrauch berücksichtigt. Weiterlesen

Wenn von oben nichts Gutes kommt

Quelle: Reisefreiheit_eu/Pixabay

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Arbeiten, die in der Höhe ausgeführt werden, sind besonders anfällig für Arbeitsunfälle. Zum einen besteht die Gefahr, dass der Arbeitende selbst herabstürzt und zum anderen, dass er von herabfallenden Gegenständen getroffen wird. Stürzt Ihr Mitarbeiter von seiner Arbeitsfläche herab, so sind lebensgefährliche Verletzungen als Folge möglich. Achten Sie auf diese Hinweise, um Ihre Mitarbeiter vor einem Absturz zu schützen.

Ständige Sicherung

Besonders Arbeitsplätze und Verkehrswege, die sich

  • z. B. über und an Wasser oder anderen Stoffen befinden
  • oder mehr als einen Meter über dem Boden befinden

brauchen ständige Sicherung. In der Nähe von Wasser oder anderer Stoffe wie Chemikalien oder kleinteiligem Lagergut besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter einsinken. Hier gilt es vor allem einen Absturz Ihrer Mitarbeiter zu verhindern. Auch potentiell herabfallende Gegenstände sind zu sichern.

Dreiteiliger Seitenschutz

Sichern Sie Arbeitende in der Höhe mit Geländern, die mindestens einen Meter hoch sind. Außerdem sind ein Geländeholm, ein Zwischenholm in 0,5 Meter Höhe und ein Bordbrett mit 0,1 Meter Höhe Pflicht zur Sicherung.

Ständige Sicherung nicht möglich?

Arbeitsplatz oder die auszuführende Arbeit selbst lassen sich nicht ständig sichern? Dann sind Fangnetze oder Sicherheitsgeschirre gegen Abstürze heranzuziehen. Herabfallende Gegenstände lassen sich z. B. durch Schutzdächer auffangen.

Tipp

Bei Arbeiten auf Laderampen sind Geländer an Be- und Endladestellen nicht notwendig.

Luken und Öffnungen in Fenster, Wand und Boden

Bei Arbeiten in der Nähe von Fenstern und Wandluken ist zusätzliche Sicherung notwendig. Das gilt bei Luken, die weniger als einen Meter über dem Boden sind. Eine Brustwehr in einem Meter Höhe schafft Abhilfe. Abnehmbare Brustwehren erfordern außerdem lange Handgriffe an beiden Seiten der Luken.

Geländer und Fußleisten sind unverzichtbar, wenn Fenster von Fußebene an bis in das herunter liegende Stockwerk reichen. Das Geländer und die Fußleiste lassen sich am Besten auf einem Zwischenboden befestigen.

Sichern Sie Ihre Mitarbeiter bei Putzarbeiten, die durch die Bauart der Fenster eingeschränkt werden. Bei solchen Arbeiten bieten Auffanggurte genügend Schutz.  Besonders große Außenfester sind unbedingt immer von Gerüsten und Fahrkörben aus zu reinigen.

Flügel und Türen

Hinter Schiebetüren und Fensterflügel lauern Gefahren für Ihre Mitarbeiter. Sorgen Sie dafür, dass diese Fenster und Türen durch Vorrichtungen abgesichert sind, damit sie nicht herunterfallen. Außerdem sind Schiebetüren gegen Herausfallen zu sichern.

Bodenöffnungen

Bodenöffnungen, wie z. B. Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Gruben oder Schächte, ohne Sicherung lassen Ihre Mitarbeiter einstürzen. Sorgen Sie dafür, dass diese Öffnungen ständig gesichert sind.

Sicherungen für Bodenöffnungen sind

  • Abdeckungen, die sich nicht verschieben lassen
  • Abnehmbare oder feste Geländer
  • Absperrungen

Luken im Boden sind mit einem Griff zu versehen. Dieser verhindert ein Einklemmen der Finger beim Schließen der Luke.

Dächer

Vor allem Arbeiten auf Dächern sind gefährlich. Häufig fallen Arbeiter wegen unzureichender Sicherungen von Dächern herab. Damit Sie nicht den Absturz Ihres Mitarbeiters verursachen, sorgen Sie für eine ausreichende Sicherung.

Bestimmte Materialien von Dächern sind nicht ausreichend tragfähig, um Ihren Mitarbeitern eine standfeste Unterlage zu bieten. Das bedeutet für Sie

  • Faserzement-Wellplatten und
  • Oberlichter

sind tabu für Ihre Mitarbeiter.

Damit Passanten nicht zusätzlich gefährdet werden, sind Hinweisschilder unabdingbar. Ein stürzender Mitarbeiter ist für Sie Verlust genug, ebenfalls haften Sie für verletzte Passanten.

Damit Passanten auf Arbeiten über ihrem Kopf hingewiesen werden, sind Warnschilder an den jeweiligen Zugangsstellen anzubringen. Oberste Priorität hat jedoch, die Zugangsstellen unter sicherem Verschluss zu halten.

Betreten Ihre Mitarbeiter Dächer immer wieder, sind Laufstege mit Geländer die beste Sicherung. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Ihre Mitarbeiter für die Instandhaltung der Dächer sorgen.

Erst checken, dann arbeiten

Als Vorgesetzter haben Sie die Verantwortung für Ihre Mitarbeiter. Sie müssen dafür sorgen, dass die Sicherungen eingehalten und geprüft werden. Merken Sie sich diese Punkte beim Arbeiten in der Höhe:

  • Ständiger Schutz bei Arbeiten mit oder an Wasser oder anderen Stoffen
  • Dreiteiliger Seitenschutz
  • Geländer und Fußleisten bei Luken und Öffnungen
  • Griffe und feste Geländer bei Bodenöffnungen
  • Warnschilder bei Arbeiten auf Dächern